Cugländer und Buren.
Tewet ist wieder in der Kapkolonie! Das Reuter'sck^e Bureau meldet aus Rosmead vom 16. d. M.: Hier ist die Nachricht eingelaufen, daß Dewet wieder in die Kapkolonie eingedrungen sei und mit einem großen Geschütz in Zuurberg stehe, Kleine Burenaüteilungenseien in der Umgegend von Zuurberg aufgetaucht. Aus Naauw- port wird von gestern gemeldet, daß vor einigen Tagen ein neues, etwa 100 Mann starkes Kommando von Auf- ständischen aus der Gegend von Colesberg in die Kapkolonie eingedrungen ist. Wie aus Cradock von gestern gemeldet wird, verlor eine dreißig Mann starke englische Abteilung von berittenen Schützen in einem Gefechte bei Maraisburg am Dienstag vier Tote und sechs Verwundete. Aus Pretoria ist die Meldung eingelaufen, daß die australischen Schützen 27 Mann vom Korn mando des Pretorius gefangen genommen und das Kommando selbst zerstreut haben.
In welchem krassen Widerspruch steht zu dieser Meldung, die von neuem Eindringen zweier Burenabteilungen in die Kapkolonie zu berichten weiß, folgende offenbar sehr schlecht erfundene Nachricht des Kriegskorresponoenten des „Daily Telegraph": Tie Zeichen deuten sicher auf einen allgemeinen Zusammenbruch des Wider st a n - des der Buren; der Feind ist jetzt in verhältnismäßig kleinen Banden zerstreut, nur Louis und Christian Botha verfügen über eine Streitkraft von je etwa 1000 Mann. Tie sogenannte Transvaalregierung ist bei Louis Botha. Wie verlautet, betrachtet Viljoen den Kampf als hoffnungslos und selbstmörderisch und er ist geneigt, zu kapitulieren. — Andererseits besagt eine um vieles glaubwürdigere Brüsseler Depesche der „Morning Post" vom 14. Mai, in dortigen Transvaalkreisen werde erklärt, daß demnächst folgende Burenstreitkräfte ins Feld rücken werden: 9000 Mann unter Botha, 5000 unter Tewet, 2500 unter Telarey, 1500 unter Kritzinaer, je 1000 unter Malan und Hertzog und 800 unter Fouche.
Aus Maritzburg wird der „Taily Mail" gemeldet, es sei von den Engländern ein neuer Plan zur schleunigeren Beendigung des Krieges ausgesonnen worden, nämlich allenthalben das Gras niederzubrennen.
Tie neu ausgegebenen parlamentarischen Drucksachen besagen, daß von Juni 1900 bis Januar 1901 634 Gebäulichkeiten in Südafrika niedergebrannt sind, nämlich im Juni 2, im Juli 3, im August 17, im September 99, im Oktober 189, im dkovember 226, im Dezember 6 und im Januar 1901 3. Von 90 Fällen ist das Datum unbekannt.
Die Lage in China.
Ten Vertretern der Mächte ging am 11. Mai eine Note der chinesischen Bevollmächtigten zu, worin diese den von den Mächten geforderten gesamten Entschädigungsbetrag von 450 Millionen Taels accep- tieren und dessen Tilgung innerhalb 30 Jahren vom Juli 1902 ab durch eine jährliche Zahlung von 15 Millionen Taels vorgeschlagen. Unsere früher ausgesprochene Auffassung, daß es aber mit der Zustimmung der chinesischen Bevollmächtigten zur Zahlung von 450 Millionen Taels Kriegsentschädigung nicht abgethan sei, erfährt durch die Thatsache volle Bestätigung. Die Sache würde einfacher liegen, wenn der ganze Betrag durch eine von China aufzunehmenden Anleihe sofort flüssig gemacht werden könnte. Aber eine ungarantierte Anleihe wird China nickst verlangen, und daß alle Mächte gemeinsam die Garantie übernehmen, erscheint fraglich In deutschen finanziellen Kreisen herrscht die Meinung vor, es wäre für Deutschland das Zweckmäßigste, den deutschen Anteil von der Entschädigungssumme für sich, zu übernehmen, und dafür von China eine bestimmte Verzinsung nebst jährlicher Tilgungsquote zu verlangen. Deutschland würde, um die Verzinsung sicher zu stellen, gegen eine mäßige Erhöhung der Seezölle kaum etwas einzuwenden haben. Jedenfalls herrscht gegenwärtig über die Entschädigungsfrage unter den beteiligten Mächten nichts weniger als Einigkeit, und es wird sehr schwer fallen, die verschiedenen Anschauungen unter einen Hut zu bringen.
Tie „Köln. Ztg." meldet aus Peking vom 13. d. M.: Tas 2. Bataillon des 1. Regiments, das unter Befehl des Majors v. M ü h l e n f e l s an den Kämpfen der 2. Brigade ici[genommen, hat, ist heute von einer mit seinem Rückmarsch verbundenen Aufklärung hierher zurückgekehrt. Das Grenzland an der Provinz Schansi wurde unbesetzt gefunden; die nächsten chinesischen Garnisonen liegen in Tatung-fu, Ling-kin-shien und Kalgan. Es wurden nur mongolische Truppen angetroffen. General v. Trotha entsandte eine deutsche Reiterschwadron zum Schutz von Missi- onsstatronen, für deren späteren Schutz chinesische Truppen vorgesehen sind.
Das Ober-Kommando meldet am 14. aus Peking: Truppen des chinesischen Generals Liu haben 45 Kilometer südlich Paotingfu 1000 Boxer angegriffen und zerstreut. Bei einer Explosion von zu vernichtenden Waffen in Kalgan ist bis jetzt festgestellt, daß Leutnant von Kummer und 3 Mann verwundet. — Sonst wird weiter gemeldet: Der deutsche Gesandte sprach auf "dem Abschiedsdiner für den amerikanischen Gesandten Chaffee letzterem seine hohe Anerkennung über die Haltung der Amerikaner während ihres Aufenthalts in China aus. Chaffee entgegnete, einige seiner schönsten Erinnerungen in China danke er dem Zusammensein mit Deutschen, er hoffe, Waldersee werde auf der Rückreise nach Deutschland über Amerika fahren. Der Feldmarschall erwiderte, er sei durch die Einladung tief bewegt und hoffe, . es werde ihm möglich sein, Amerika seinen Beftuh abzustatten.
Berlin, 16. Mai. Gestern gemeldete Explosion in Kalgan muß sehr bedeutend gewesen sein und hat mehr Opfer gefordert, als erste Meldung vermuten ließ, 7 anfangs vermißte Reiter sind tot aufgefunden. Leutnant Kummer und Fahnenschmied schwer, aber nickst bedenklich, 3 Mann sehr schwer verletzt.
Deutsches Reich.
Berlin, 16. Mai. Aus Metz wird gemeldet: Am Mittwoch fand eine große Gefechtsübung in dem Gelände zwischen Gorze, Rezonville und Ars statt. Der Kaiser kommandierte die Westdivision. Der Angriff der Westdivi- fion richtete sich gegen die Veste Kronprinz, die noid>
nicht vollendet ist. Die Truppen auf der Veste waren nur 5 Bataillone stark und hatten einige Magazingeschütze, während der angreifende Befehlshaber über 13 Bataillone und zahlreiche Artillerie verfügte. Nach längerem Feuergefecht wurde unter Führung des Kaisers ein Sturm gegen di Front und die rechte Flanke der Veste unternommen und die Veste um 9 einhalb Uhr genommen. Ter Kaiser hielt hierauf Kritik ab. Am Nachmittag 5 Uhr kehrte der Kaiser nach Kürzel zurück. Auf dem Bahnhofsplatz stürzte der voranreitende Ordonnanzoffizier Oberleutnant v. Eichmann vom 13. Tragoner-Regiment mit dem Pferde, ohne sich eine Verletzung zuzuziehen. Ter Kaiser stieg aus, erkundigte sich nach dem Befinden des Offiziers und reichte ihm die Hand. — Zu der heutigen Frühstückstafel bei den Majestäten im Schlosse zu Urville waren u. a. die Gemahlin des preußischen Ministers des Innern Freifrau v. Hammerstein und der kommandierende General des 16. Armeekorps Graf v. .Haeseler geladen. Um 3 einhalb Uhr Nachmittag fuhr die Kaiserin nach dem Schulhause in Kürzel, bewirtete dort die Kinder mit Chokolade und Kuchen, und unterhielt sich huldvollst mit den Kindern, die zum Schlüsse ein dreimaliges Hurra ausbrachten.
— Ter Reichstag hat innerhalb des knappen Zeitraums der letzten vier Wochen mehr geleistet, als während irgend einer anderen Session innerhalb desselben Zeitraums. Am 16. April seine Arbeiten nach den langen Osterferien wieder aufnehmend, hat der Reichstag in rascher Aufeinanderfolge an Gesetzen erledigt: Tie Versorgung der Kriegsinvaliden und Kriegshinterbliebenen, das Urheberrecht, das Verlagsrecht, das Gesetz über die privaten Versicherungs-Unternehmungen, das Unfallfürsorgegesetz für Beamte und Personen des Soldatenstandes, das Weingesetz, die Anträge über Aenderung und Erweiterung der Gewerbegerichte und Ausübung der freiwilligen Gerichtsbarkeit; dann eine Anzahl kleinerer Vorlagen und Anträge, wie Aenderung des Auslieferungsvertrages mit Belgien, den Nachtrag für Errichtung eines Aufsichtsamts für die privaten Versichjerungsunternehmungen und den Anwesenheitsgelderantrag. Tie Gesetze über Verlagsrecht und die privaten Versicherungsunternehmungen wurden in dritter Lesung en bloe angenommen. Tie kürzeste Sitzung fand am 11. Mai statt, wo eine lange Tagesordnung, die sonst wohl für eine Woche ausgereicht hätte, in kaum 20 Minuten erledigt wurde. Zum Verdruß des Zentrums konnte der „Toleranz"-Antrag nicht erledigt werden. Dicht vor der Vertagung ist der Bericht über das Süßstoffgesetz fertig gestellt. Mit der Seemannsordnung muß das Garantiegesetz für die ostafrikanische Bahn über ein halbes Jahr hinausgeschoben werden.
— Wie nach der „Nat. Korresp." verlautet, darf angenommen werden, daß der Staatsvertrag zwischen Preuren und Bayern wegen der Mainkanalisierung den beiderseitigen parlamentarischen Vertretungskörpern bereits in den nächsten Tagungen zugeht.
— Zwischen Deutschland und der Schweiz ist eine Vereinbarung getroffen worden, wonach bei der Abschiebung arbeitsloser Elemente aus einem Staat in >en anderen künftig stets eine Benachrichtigung und Ver- tändigung über die Beförderungskosten voranzugehen hat.
— Am Mittwoch wurde im Reichstagsgebäude eine KonferenzvonHandwerker-Genossens cha f te n abgehalten, welche die Bildung von Revisions- und Jnstruk- tionsverbänden bezweckte. Zu diesem Zwecke wurde eine Kommission eingesetzt.
— Zu Gunsten Maximilian Harden's, der sich ;etzt wegen Majestätsbeleidigung auf der Festung Weichselmünde befindet, und dessen Gesundheit zu wünschen übrig lassen soll, war ohne sein Wissen ein Gnadengesuch vorbereitet worden, das die Unterschrift von mehr als 200 Namen gefunden hatte. Als Harden von der Absicht erfuhr, hat er gebeten, davon Abstand zu nehmen.
Bremerhaven, 16. Mai. Der Lloyddampfer „Stuttgart" ist heute mit322 krankenSoldatenausChina eingetroffen. Der Kommandant von Geestemünde, Kapitän zur See begrüßte die Heimkehrenden im Namen des Kaisers an Bord des Schiffes. Von den Kranken bleiben 170 im hiesigen Kriegslazarett, die übrigen werden nach Bremen und Berlin weiter befördert.
Essen a. Ruhr, 15. Mai. Für den jetzigen Handelsminister Moeller ist als Reichjstagskandidat für Duisburg der Kommerzienrat Servaes in Aussicht genommen.
Koburg, 16. Mai. In feierlicher Weife hat gestern die Taufe der am 2. April geborenen Tochter des Regenten, Erbprinzen Ernst zu Hohenlohe-Langenburg und seiner Gemahlin Alexandra, Tochter des verstorbenen Herzogs Alfred von Sachsen-Koburg-Gotha (Schwester unserer Frau Großherzogin) stattgefunden. Den Taufakt vollzog mit Jordanwafser, das der verstorbene Erbprinz Alfred von seiner Palästinareise mitgebracht hatte, der General- üperintendent Bahnsen. Der Täufling erhielt den Namen Alexandrine Beatrice Leopoldine. Aus Anlaß der Feier pendele die Witwe des Herzogs Ernst, die Herzogin Marie 10000 Mark dem Marienverein zu den Kosten der Gründung eines Mutterhauses für Krankenpflegerinnen.
Stuttgart, 15. Mai. Gegen den Redakteur des Beobachters, Landtagsabg. Schmidt, ist vom preußischen Ktiegsministerium wegen Beleidigung der deutschen Truppen in China Strafanzeige erhoben worden. Der Landtag hat die Angelegenheit an die Geschästsord- nungskommission verwiesen.
München, 16. Mai. Der Regent spendete anläßlich der gestrigen Taufe im Bamberg 20000 Mark zur Errichtung einer „Prinzregent Luitpold-Stiftung für arme Kinder in Bamberg."
Ausland.
Stockholm, 15. Mai. Die Zweite Kammer beriet heute die Regierungsvorlage betreffend die Heeresordnung. Nach langer Debatte wurde die Vorlage, in der die Militär- dienstzeit auf 12 Monate festgesetzt ist, abgelehnt, dagegen gelangte ein Abänderungsantrag mit Festsetzung der Dienstzeit auf acht Monate zur Annahme.
Loudon, 15. Mai. Der König ordnete an, daß sein Geburtstag in Zukunft am 24. Mai, dem Geburtstage der verstorbenen Königin, gefeiert werde. (Des König- Geburtstag ist am 9. November. D. Red.)
— Die brititsche Admiralität beschloß, in diesem Jahre den Bau von drei neuen Schlachtschiffen von je 18 000 Tonnen Tragkraft zu begimrn. Dieselben werden
die größten und mächtigsten Kriegsschiffe bcr Welt sein. Ihre Bewaffnung wird vier 50 Tonnen wiegende Geschütze umfassen. Die Kosten eines jeden Schiffes find auf l’/* Mill. St. veranschlagt.
Paris, 15. Mai. Aus Algier wird gemeldet, daß in den letzten Tagen Ueberfälle auf französische Ansiedler statlfanden. So soll in einem Dorfe bei Mattfon ein französischer Kolonist namens Pascal von Eingeborenen ermordet worden sein. In der Nähe von Constantine griffen Araber einen französischen Gutsbesitzer an. ES entstand ein heftiges Handgemenge zwischen den Arabern und Leuten, die dem Gutsbesitzer zu Hilfe geeilt waren, wobei auf beiden Seiten mehrere Personen verwundet wurden. Der Rädelsführer der Araber wurde verhaftet.
— Die „Libre Parole", die feit langem eine Skandal- Campagne gegen den Justizminister Monis führt, der auch Besitzer einer Cognakfabrik ist, beschuldigt diesen, er habe widerrechtlich die Verleihung der goldenen Medaille der Weltausstellung au die deutsche Cognakfirma Buchholz in Grünberg im „Journal offiziell" inserieren laffeu, obwohl die internationale Jury die Firma von der Liste ge- strichen hatte.
Abbazia, 15. Mai. Bei dem gestrigen Diner bei dem König und der Königin von Rumänien brachte der König von Griechenland einen Trinkspruch auf das Glück Rumäniens aus. Heute vormittag unternahmen der König von Rumänien und der König von Griechenland einen gemeinschaftlichen Spaziergang. Das Frühstück nahm der König von Griechenland mit Gefolge bei dem König und der Königin vou Rumänien ein.
Budapest, 16. Mai. Wie verlautet, soll demnächst die Verlobung des Prinzen Georg Wilhelm von Cumberland mit der Tochter des Erzherzogs Friedrich erfolgen.
Petersburg, 16. Mai. Der Dozent an der Universität, S. A. Wenger ist wegen seiner litterarischen Thätigkeit verhaftet worden. (In Deutschland ist Wengerow nicht ganz unbekannt. Es erschien von ihm 1899 ein Buch „Grundzüge der Geschichte der neuesten russischen Litteratur. D. Red.)
Belgrad, 16. Mai. König Alexander soll ernstlich entzweit mit seiner Gemahlin, der Königin Draga, sein. Es wird behauptet, er habe sie lediglich nur deswegen geheiratet, weil sie ihm die Geburt eines Erben in sichere Aussicht gestellt habe. Und nun soll sich gezeigt haben, daß sie nie zu einer solchen Behauptung berechtigt war. Ihr darauf bezügliches Geständnis soll vom König Alexander sehr ungnädig ausgenommen worden sein, und in weiten Kreisen Belgrads waltet die Ansicht ob, es könnte zur Scheidung der königlichen Ehe kommen.
Aus Stadt und Zand.
Gießen, 16. Mai.
LU. Von der Universität. Am 15. d. MtS. fanden die Fachprüfungen für das Finanzfach, denen sich diesmal drei Kandidaten unterzogen, ihren Abschluß. DaS Examen bestanden die Kandidaten der Kameralwiffenschaft Wilhelm Ullmann aus NiederErlenbach und August Weimer aus Gießen.
** Der erste Vortrag des Lektors Goetschy, ;er Samstag abend in der kleinen Aula der Universität tattsindet, behandelt das Thema „die Frauen Fran^ reichs im 18. Jahrhundert". Da die Frauenfrage stetig mehr in den Vordergrund des öffentlichen Lebens tritt, dürste es von besonderem Interesse sein, zu erfahren, daß Herr Goetschy im Laufe seines Vortragcyclus u. a. die Beziehungen der Frau von Stael zu Deutschland bespricht. Irr Tarmftadt, wo Herr Goetschy vor einigen Wochen seine Vorträge hielt, hatte er zahlreiches Stammpublikum.
* * Personal Nachrichten. Der Großherzog hat dem Pfarrer Hermann von der Au zu Dalheim die evangelische Pfarrstelle zu Flomborn, Dekanat Alzey übertragen. — Dem Fabrikanten Lucian Wolf zu Mainz wurde der Charakter als ..Kommerzienrat", dem Feldschützen Heinrich Appel II. zu Langd (Kreis Gießen) das Allgemeine Ehrenzeichen für langjährige treue Dienste verliehen.
* * Vom Jahrmarkt. Am Mittwochnachmittag fiel ein Arbeiter beim Schaukeln aus der Schiffsschaukel und zog sich leichte Verletzungen am Kopfe zu. — Einen Korb gestohlen auf dem Jahrmarkt hat eine Bäuerin. Anzeige wurde erhoben. — Ein Schüler, der mehrfach wegen Diebstahls betraft ist, entwendete am Mittwoch an einem Schuhwarenstand auf Oswaldsgarten ein Paar Schuhe im Werte von 6 Mk. Die Schuhe wurden dem Jungen abgenommev und de« Eigentümer wieder zugestellt. Anzeige wurde erstattet.
• * Glück im Unglück. Gestern nachmittag fiel ein dreijähriges Kind aus dem dritten Stock eines Hauses am Neuenweg. Ein in der Nähe arbeitender taubstummer Schreinergeselle sah es fallen, eilte herbei, und es gelang ihm, das Kind noch kurz über der Erde aufzufangen und er vor Schaden zu bewahren.
• * Mißhandlung. Gestern abend gerieten zwei Arbeiter in der Sonnenstraße in Streit, wobei der eine seinem Gegner eine Zaunlatte auf den Kopf schlug und ihn verletzte. Anzeige ist erstattet.
* * Ueberfahren. Ein Arbeiter von Annerod überfuhr mit seinem Fahrrad in der Gartenstraße einen Weißbinder von Reiskirchen. Dieser erlitt derartige Verletzung, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.
• * Herr Proftffor Dr. Strack bittet uns, mitzuteilen, daß, wie sich die Leser bereits gedacht haben werden, in seinem Wüllner-Artikel auf Spalte 3 Zeile 5 zu lesen ist statt „Zwitterwesenhybrides". ..hybrides Zwitterwesen".
Wies eck, 17. Mai. Am Mittwoch morgen bemerkte: der Landwirt Simon auf seinem am Hochwald gelegenen Felde zwei Pferde ohne Geschirr weiden. Zufällig Fant ein Gendarm des Wegs und die Pferde konnten mit seiner Hilfe aufgefangen werden. Bald fand man am Waldesrande auch einen Wagen mit dem Geschirr der Pferde herrenlos! stehen. Ter Wagen und die Pferde wurden nach Wieseck gebracht. Wie verlautet, sollen die Pferde und der Wagen in Westfalen gestohlen und der Besitzer bereits in Kenntnis gesetzt worden fein.


