Laufrichtung deA Deutsche Reiches sich die berüchtigte Flaggengeschichite geleistet hatte. Seither ist der Erbprinz Reuß j. L. auch im Fürstentum Reuß ä- L. sehr populär geworden.
Von den Frauen-Kongreffeu.
Im Verlauf einer Betrachtung über die in letzter Zeit aVgehaltenen Fraüenkongresse bemerkt „Tie Post": „Während man in Eisenach aus der Schul fra ge mehr eine Damenfrage machte und einzelne Berufszweige, die Lehr- thätigkeit und Gesundheitspflege, ebenfalls für die Damen forderte, trat der Verband so r t s chritt liche r Fr au e n - vereine für eine völlig gleichmäßige und auch räumlich gemeinsame Volksschulerziehung und wissenschaftliche Ausbildung der beiden Geschlechter ein. Eine gleiche Abschwächung des Standpunktes zeigte sich bei der Forderung, den Frauen die Eigenschaft als Staatsbürger zuzuerkennen. Während der allgemeine deutsche Frauenverein mehr auf eine beratende Thätigkeit in der A r m e n - u n d W a i s e n - pflege, in der unter Umständen ein zartes Frauengemüt richtigere Entsch>eidungen trifft, als der Mann, hinarbeitete, verlangten die fortschrittlichen Frauen eine uneingeschränkte GleiKstellung der Frau mit dem Manne in allen staatsbürgerlichen Rechten. Tie Forderung der gemeinsamen ^Schulerziehung der Geschlechter erwächst schon aus dem Gedanken der absoluten Gleichheit der Geschlechter. Demgemäß lassen auch diese Frauen die Einrede einer ,geringeren Befähigung der Frauen zum Kampfe ums Dasein nicht gelten, als ob die Natur, die eine physiologische Verschiedenheit zwischen Mann und Frau geschaffen hat und dieser einen schwächeren Körper gegeben hat, nicht auch eine geringere natürliche Begabung in sie hineingelegt haben könnte. Wenn diese Frauenrechtlerinnen in der geringen Kapazität und Be- thätigung der Frau lediglich ein Erziehungseraebnis erblicken, so vergessen sie das eine dabei, daß die Geschlechter Nachkommen der gleichen Ahnen sind, und daß man sonach von einem Jahrhunderte lang andauernden Erziehungsgang nicht dieselben Produkte erwarten kann, wie wenn etwa zwei Rassen nebeneinander bestehen, von denen die eine durch eine geringwertige geistige Ausbildung in dem gleichen Zeitraum in einer nur schwer überwindlichen geistigen De- presfton gehalten wird. . . . Bei den meisten Frauen ist die Teilnahme an dem Kampfe des Lebens eine Notwendigkeit, und zwar eine herbe Notwendigkeit. Aber gerade diese Thatsache, daß die Erwerbsthätigkeit meist nicht das Ergebnis einer freien Entschließung, sondern durch die Ver- hältrrisse erzwungen ist, rechtfertigt es auch, daß die Frauen ebenso nach einer sozialen Schichtung der Berufsarten streben, wie sie sich unter der Männerwelt herausgebildet hat, daß sie immer mehr Erwerbszweige und Berufsstände sich zugänglich! machen wollen und daß sie nach geeigneten Bildungsmitteln und Borbereitungsmöglichkeiten streben. In diesem Ringen um eine Exishenzmöglichkeit wird sie ganz gewiß die allgemeine Sympathie begleiten, sofern diese Frauenbestrebungen nicht den Charakter einer prinzipiellen Umwertung unserer sozialen Anschauungen haben. Man soll, um ein Beispiel zu erwähnen, gewiß Mädchenghm- nasten schassen, um den Damen, die sich auf eine pädagogisch- oder medizinisch^-wissenschaftliche Thätigkeit vorbereiten wollen, die Gelegenheit zur Erwerbung der wissenschaftlichen Borkenntnisse zu geben, aber man soll nicht Die Mädchenbildung durchweg nach einem gymnasialen Zuschnitt bewirken, blo ß damit das Prinzip der Gleichberechtigung der Geschlechter zum Durchjbruch kommt .Würden die Idole der Frauenbewegung wirklich einmal streng durchgeführt, dann erst würde sich mit Deutlichkeit zeigen, ein wie geringer Prozentsatz der Frauen nach einer Aenderung der sozialen Stellung strebt. Wie überall im Leben, fehlt -auch bei dem sogenannten Männerrecht das Korrelat nicht, nnd das ist oie Männer p f l i ch t. Die nach der sozialen Gleichheit strebenden Frauen aber sehen diese Schattenseite nicht, sondern das Männerrecht erscheint rhnen wie eine bedingungslose Rechtsungleichheit/ während sie die Pflichten des Mannes, der für die Familie, deren Gesetzgeber und Führer er ist, sorgen und den Staat verteidigen muß, -geringschäden. Es giebt eine ganze Reihe von Mannes- pslichten, die der Frau nicht zugemutet werden können, weil fie nicht die physiologische Vorbedingung zu deren Erfüllung besitzt, und doch verlangen die fortschritt- fichen Frauen die völlige Gleichstellung mit dem Manne. Das ist schon vom logischen Standpunkte und für ein gerechtes Empfinden undenkbar. Gleiche Rechte bedingen iauch gleiche Pflichten, darüber müssen sich vor allem die .Frauen klar werden. Das Männerrecht hat sich demgemäß auch nicht als das, Produkt einer Laune und einer Willkür her aus gebildet, sondern als die notwendige Folge gegebener .Verhältnisse. In den Mann hat die Natur die Befähigung ;zum Lebenskämpfe hineingelegt, und der Frau hat sie die holde Gabe verliehen, mit ihrem zarten Empfinden und ihrer milden Persönlichkeit die Beraterin und Führerin .der Jugend zu sein. Eine Frau, die sich in den Kamps 'pes' Lebens hineinstellt, verschwindet wie ein Atom, aber eine Gattin und eine Mutter, die in ihrer Familie den Kreis ihrer Wirksamkeit sieht, herrscht in dem Geiste, den -sie .in ihre Kinder legt, über die ganze Zukunft ihres Ge- ischlechts."___________________________________________________________
Aus Stadt und Sand.
Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert.
Gießen, den 16. Oktober.
** Entlassung. Der Großherzog hat den Hauswärter Heinrich Zimmermann in Darmstadt auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. November lst. Jrs. an aus dem Hofdienst entlasten.
** Penfionirung. In den Ruhestand versetzt wurde der Weichensteller 1. Klasse in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Wilhelm Dietz I. zu Monsheim mit Wirkung vom 1. Dezember an.
** Zur Saalbaufrage. Es dürfte viele unserer Leser interessieren, daß man in Cob lenz, einer nur um ein weniges größeren Stadt als Gießen, vor kurzem einen pompösen größeren Saalbau errichtet hat, und zwar infolge der Muni- fizenz eines Eoblenzer Bürgers, des Geh. Kommerzienrats Wegeler, der 100 000 Mk. für diesen Zweck stiftete. Sollten sich denn in Gießen nicht Männer ftnden, die gewillt sind, ein solches Projekt durch eine sichtbare That zu unterstützen? Auch die hiesigen Vereine müßten sich doch bereit sinden lasten, alles zu thun, um einem solchen Plan zur Verwirklichung zu verhelfen.
♦* Wertsendungen durch Landbriefträger. Die Landbriesträger nehmen bekanntlich auf ihren Bestellgängen PostMweifungen, Wert- und Einschreibsendungen
il s. w. an; auch dürfen derartige Sendungen bei den Pofthilfsstellen zur Weitergabe an die Landbriefträger niedergelegt werden. Da von den Landbriefträgern und Posthilfsstellen-Jnhabern über die fraglichen Sendungen keine Mnlieferungsscheine ausgefertigt werden, dies vielmehr erst später bei den Postämtern und Postagenturen geschieht, so ist von der Postverwaltung die bis jetzt noch nicht allgemein bekannte Einrichtung getroffen worden, daß zum sicheren Nachweis jener Sendungen von den Lcnldbrief- trägern und Hilfsstellen-Jnhabern Annahmebücher zü führen sind. Es empfiehlt sich, daß die Absender die den Landbriefträgern initzugebenden oder die bei den Posthilfsstellen niederzulegenden Postanweisungen, Wertsendungen u. s. w- thunlichst eigenhändig in das Annahmebuch eintragen, oder sich wenigstens von der Buchung durch, den Landbriefträger oder Posthilfsstellen-Jnhaber überzeugen.
* Grebenhain, 15. Okt. Der Termin für die landes- polizeiliche Abnahme der Nebenbahn Lautcrbach- Grebenhain-Crainfeld, die heute stattsinden sollte, ist auf nächsten Dienstag, 22. Oktober verschoben worden.
-dl- Beerfelden, 15. Okt. Bierbrauereibesitzer W. H. Breimer 11. von hier hat die Kandidatur für den hiesigen Landtagswahlbezirk angenommen.
Weilburg, 14. Okt. Erzählungen über Frauen, die als Männer gelebt haben, rufen die Erinnerung an eine gegenteilige Thatsache wachj, die hier unvergessen ist. Der Thatbestand ist kurz folgender: Es mietete sich hier vor Jahrzehnten eine mysteriöse Dame ein, deren Herkunft, Heimat, Lebenszweck je länger desto mehr den Stadtbewohnern zum Geheimnis wurde. Außer einer Aufwartefrau, deren Thätigkeit sich aus das Allernotwendigste beschränkte, durfte niemand die von genannter Dame gemieteten Zimmer betreten. Alle Geschäftsleute wurden auf dem Flure abgefertigt. Ter Schuhmacher z. B- beim Maßnehmen für Schuhe derartig, daß „das Fräulein" je nach- Bedarf .den einen oder anderen Fuß hinterrücks hevaus- streckte, während die Zimmerthür fest angezogen blieb. Der Fuß war groß und kräftig entwickelt wie eines Manness Fuß; im übrigen besorgte sich das Fräulein alles selbst: Waschen, Kochen, Nähen, Flicken. Don ihrer Wohnung in der Borstadt aus machte die Unbekannte stets tief verschleiert ihre Spaziergänge auf einsamen Wegen. Wurde sie Von Begegnenden gegrüßt, dann dankte sie mit tiefer Stimme, die wie eine Mannesstimme klang. Dabei besah sie eine erstaunliche Körperkraft. Denn als einmal ein zufällig ihr begegnender Leutnant im jugendlichen Ueber- mut ihr hoch zu Roß das unerwünschte Geleite gab und schließlich, spöttisch sie umkreiste, wurde er plötzlich mit festem Griffe an einem Beine aus dem Sattel gehoben und ihm gedroht, bei Fortsetzung seines ungebührlichen Benehmens zu Boden geworfen zu werden. So vergingen Jahre. Die Bürgerschaft hatte sich inzwischen, sä gut voer o übel es ihr ankam, mit dem Geheimnis des „Fräuleins" abgefunden. Da durchlief plötzlich die Kunde von dem Tode der Unbekannten die Stadt. Früh morgens war zu gewohnter Stunde die Aufwartefrau gekommen, hatte zu ihrer Verwunderung die stets fest verschlossene Zrmmer- thür nur angelehnt gefunden, und war, da auf ihr An- llopfen und Rufen niemand antwortete, ins Vorderzimmer getreten. Tort lag auf dem Tische ein Zettel mit der christlichen Bitte in festen männlichen Zügen, die nebenan Tote wünsche genau so, wie man sie finde, beerdigt zu werden. Auf dem Bette im Schlafzimmer lag denn auch wirklich „das Fräulein/^ entseelt, von der Brust an abwärts fest einge- näht in einen groben Sack. — Man willsahrtete ihrer letzten Bitte. Hochgestellte Persönlichkeiten von auswärts sollen dieselbe bei der zuständigen Behörde unterstützt haben. — Das Volk sprach und spricht wohl noch heute von einem Selbstmorde durch Gift. Im übrigen hat „das Fräulein, das aller Wahrscheinlichkeit nach ein Mann war, sein Geheimnis mit ins Grab genommen.
-i- Wetzlar, 15. Okt. Am Samstag war durch Mit-' glieder der Guttemplerlöge eine öffentliche Versammlung zur Besprechung der Alkoholfrage emberufen worden, in der Dr. Liebe von der Heilanstalt Waldhof Elgershausen, und Redakteur des „Guttempler" A. Eplinius aus Hamburg Vorträge hielten, ersterer über die schädigende Wirkung des Alkohols auf Körper und Geist des Menschen, letzterer über die soziale Bedeutung der Alkoholftage. An der Diskussion beteiligten sich namentlich Vertreter des Arbeiter- tandes. Da aus den Debatten, wenn sie auch zum Teil den Rednern entgegentraten, doch ein lebhaftes Interesse weitester Kreise für die Sache hervorging, so ist es nicht ausgeschlossen, daß es dem Guttemplerorden gelingt,^ hier eine Loge ins Leben zu rufen, die dann auch auswärtige Mitglieder aufnehmen würde. Anmeldungen zum Beitritte nimmt Dr. Liebe Heilanstalt Waldhof Elgershausen, Post Katzenfurt, entgegen.
Tabakbau im Großherzogtum Hessen im Erntejahr 1899/1900.
I. Uebersicht über die Zahl der Tabakpflanzer und den Flächeninhalt der mit Tabak bepflanzten Grundstücke.
Provinzen, Hauptsteueramtsbezirke, Gemeinden.
1. Prov. Starkenburg. Hauptsteueramt Darmstaot. Lampertheim . . ♦ Langwaden......
Lorsch ...... Viernheim ...... Wimpfen . .... 4
Zusammen
Hauptsteueramt Offenbach. Groß-Steinheim ....
Zusammen
2. Prov. Oberhessen.
Hauptsteueramt Gießen.
Bönstadt.......
Nieder-Mockstadt....
Zusammen
3. Prov. Rheinhessen. G.roßherzogtum Hessen
Zahl der mit Tabak bepfl. Grundstücke
" *a _.
o -
Zahl bei Tabakpsicm
von wenigerl als 4 Ar ’ Flächeninhalh
ion 4 Ar mb mehr ächeninhalh
usammen
Flächenir bcr mitT bepflanz Grunbstr
Ar. •
293
18
684
702
10202,75
1
1
1
0,60
149
3
241
44
3147,29
361
630
630
10808,30
319
58
533
591
9333,42
1123
80
2088
2168
33492.36
1
____3_
8
34.49
1
—
3
3
84,49
1
1
.—
1
0,06
1
1
—
1
0,24
2
2
—
2
0,30
—
.—
—
■—
—
1126
82
| 2091
I 2173
33527,15
2. Uebersicht der Ergebnisse der Tabakernte und Betrag der den Tabakpflanzern zurLast gesetzten bezw. angeforderten Tabaksteuer.
Provinzen, Hauptsteueramtsbezirke.
Menge b. geernt. Tabaks in bachreifem trockenem Zustande
Mittl.PreiL (cin4 schl. Tabaksteuer)! von lOOkgÜabnh
Wert ber Tabakernte
Gewichtssteuer
Flächensteuer
Schuld
Schuld
kg
Mk.
Mk.
Mk.
Mk.
L Prov. Starkenburg.
Darmstadt.......
Offenbach .......
502031
517
90,60
90,60
454843
468
180705
158
Prov. Starkenburg
502548
90,60
455311
180705
158
IT. Prov. Oberhessen.
Gießen........
4
90,60
4
1
Prov. Oberhessen
4
90,60
4
•
1
HI. Prov. Rheinhessen.
.
•
♦
•
•
Großherzogtum Hessen
502552
90,60
455315
180705
159
Ein Vergleich dieser, Landesstatistik" entnommen Zahlen früherer Jahre ergi sehr erhebliche Einsck im Großherzogtum Hessen sicht zeigt:
den „M m Tabe ebt seit >ränku , wie
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Jahr
Zahl der Tabakpflanzer
Mit Tabak bepflanzte Grundfläche
Ertrag in
Wert der Tabak- Ernte
Ar
kg
Mk.
1896/97
1897/98
1898 99 1899/1900
2232
2036
1415
1126
75654,67
67928,27
41334,12
33527,15
1314378
1137413
592351
502552
1076863
882061
491782
455315
AüLgaug von 1896/97 bis 1899/00 in %
49,5
55,68
61,77
57,60
Dazu schreibt ein „I. Pf." in der „Hess. landwirtsch. Zeitschrift":
Diese Zahlen sprechen deutlich genug dafür, dem einheimischen Tabakbau einen höheren Zollschutz als den bisherigen angedeihen zu lassen. Auch der Steuersiskus hat kein unwesentliches Interesse daran, denn die Gewichtssteuer im Jahre 1895/96 mit 400 650 Mk. ist auf 180 705 Mk. im Jahre 1899/1900 zurückgegangen, also um 219 945 Mk„ oder beinahe 55 pCt. Angesichts solcher Thatsachen gehört, denn doch ein hohes Maß von Unverftorenheit dazu, die Lage des Tabakbaues als eine „glänzende" hinzustellen, wie das seitens der Händlerpresse, namentlich der „Süddeutschen Tabakszeitung" geschieht, die dem Frecherrn von Heyl einen Gewinn von 100 Prozent im Jahre 1900 an der Tabakkultur in Seehof herausrechnete, während auf Grund gewissen-, Hafter Buchführung eine Verzinsung des Bodenkapitals von 1,22 Prozent für das betreffende Jahr sich daselbst ergab. Von 1896 bis 1899 war von einer Verzinsung überhaupt nicht die Rede, sondern ergab sich pro Jahr und Morgen ein effektiver Verlust von 16 Mk. Für andere hessische Tabak- kulturen betragen, wie wir der vom Vorsitzenden der Tabak-- baukommission (Geheimrat Haas) herausgegebenen „Korre- pondenz der deutschen Tabakbaukommission" entnehmen, bie> jährlichen Verluste von 1896 bis 1898 pro Morgen sogar' 27 Mk. ohne Anrechnung der Bodenrente. Diese Thatsachen stehen in vollem Einklang mit der obigen hessischen Statistik und es wird ein intereffarües Stückchen journalistischer Taschenspielerei sein, wie die Händlerpreffe trotzdem die Lage des em*, heimischen Tabakbaues als eine „glänzende" beweisen wird,, falls sie es nicht, wie zu erwarten, vorzieht, solche unbequeme Thatsachen mit Stillschweigen zu übergehen."
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Vermischtes.
* Berlin, 15. Oktober. Zum Konitzer Morde.; Das gestern auszugsweise mitgeteilte Gutachten der oberen,1 Medizinalbehörde ist der Einstellung des Verfahr r e n s gegen den Fleischermeister AdolfLewy und feinem Sohn Moritz wegen Ermordung des Gymnasiasten Emst, Winter zu Grunde gelegt worden. Das Gutachten ist nach der genannten Quelle vom Medizinalkollegium Danzig er-, stattet werden, und soll folgende Gesichtspunkte enthaltene Ernst Winter ist den Erstickungstod gestorben. Der Halsschnitt ist kein Schacht schnitt, sondern nach dem Tode beigebracht in derselben Weise wie die übrigen am Körper befindlichen Schnitte zum Zwecke der Beiseiteschafs- ung der Leiche. Winter hat, als er ermordet wurde, eine unsittliche Handlung begangen. Die auf Rock und Weste vorgefundenen Blutflecke sind nach dem Tode mittelst geronnenen Blutes heran gewischt worden. Soweit der Auszug aus dem Gutachten, wie ihn ein Ko- nitzer Blatt mitteilt. Man wird die Veröffentlichung des Wortlautes des Gutachtens abwarten müssen. — Das Reichsgericht verwarf die Revision des Privatdetektivs Gustav Schiller, der am 13. Juli vom Schwurgericht Könitz wegen Verleitung zum Falscheid und Meineid in der Strafsache gegen den Fleischergesellen Moritz Lewy zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt worden war.
♦ Berlin, 15 .Okt. Einen Landfriedensbruch begingen gestern nachmittag sechs junge Burschen in der Prenzlauer Allee, die einen Mann angerempelt und miß- handelt hatten. Als sich ein dort wohnender Gastwirt ins Mittel legte, wandte sich die Rotte gegen diesen, dem es gelang, sich in seine Wohnung zurückuziehen. Die Strolch und ihre Frauenzimmer bombardierten jedoch das einzeln stehende Haus des Wirtes mit Steinen und warfen sämtliche Fenster in Trümmer. Als sie die Thür zu erbrechen suchten, griff der Wirt zum Geweh r und fe uer re auf die Angreifer, wobei er zwei von ihnen uicht un^yevUch verletzte. Hierauf ergriffen die übrigen die Fwait. Die beiden Verwundeten wurden von einer Polizei-pairoume verhaftet.
* Gelsenkirchen, 15. Okt. Die hier herrschende^ Typhus-Epidemie dehnt sich noch immer werter aus. Gestern waren 40 neue Krankheitsfälle zu verzeichnen. Morgen treffen hier der Oberpräsident von Westfalen sowre Professor Dr. Ko ch aus Berlin em. Letzterer ist vom Kultusminister mit der Nachforschung über die Uriache der Verbreitung der Seuche beauftragt. Für die Rekruten aus
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