Ausgabe 
17.9.1901 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

9

Wunde.

Wilhelm.

Frau McKinley, Buffalo. Ihre Majestät die Kai- !serin und ich selbst Litten Sie, den Ausdruck unserer auf­richtigsten Trauer bei dem Verlust entgegenzunehmen, den 'Sie durch den Tod Ihres von ruchloser Mörderhand ge­fallenen geliebten Gatten erlitten haben. Möge Gott, der 'Ihnen so manche Jahre des Glücks an der Seite des Da- jHingeschiedenen schenkte. Ihnen Kraft geben, um den ^schweren Schlag zu verwinden, mit dem er Sie heimgesucht

überlassen.

f. Butzbach, 15. Sept. Volksbildungsverein. Im :aufe der Wintcrsaison 1901/1902 werden im hiesigen Volks­

bildungs-Verein Vorträge halten Frau Ottilie Stein aus Offenbach a. M. und die Herren Jens-Lützen und Lehrer Storch.

Butzbach, 15. Sept. Ein Butzbacher in New-York, Wil­helm Rübsamen, hat die Liebe zu seiner alten Vaterstadt dadurch bethätigt, daß er auch unter seinen Bekannten und Landsleuten für die Renovierung der Stadtkirche ein Wort einlegte. Durch seine Vermittlung gingen, wie die

- Die Leiche McKinleys ruht, mit Tucy überdeckt, itn Sterbezimmer. Abends erfolgte die Obduktion des Leich­nams. Die Autopsie ergab, daß der Tod infolge Brandigwerdens der durch die Kugel verursach­ten Wunde eingetreten ist. Die Kugel wurde nicht gefunden. Die Leiche McKinleys geht Montag nach Washington ab, wo sie aufgebahrt wird. Die Bestattung findet am Donnerstag im Canton statt. .

Roosevelt traf Samstag nachmittag rn Buffalo em und suchte zunächst seinen Freund Wilcox auf. Sodann begab er sich unter Ehrengeleit in das Haus, worin Mac Kinley ruht, kehrte dann zu Wilcox zurück, und leistete in dessen Hause den Präsidenteneid. Tas Ka­binett dürfte seine Demission vorlegen, was üblich -ist, wenn ein neuer Präsident ins Amt kommt.

* »

Da8 Autillengesch'äft. Der dänische Ministerpräsident Deuntzer hat kürzlich das Regierungsprogramm entwickelt. Interessanter als das, was er da aufzählte, ist, was er so­zusagen unterließ. Als das Linkenministerium vor wenigen Wochen die Staatsgeschäfte übernahm, fand es unter den chwebenden Angelegenheiten auch die des Verkaufes der dänischen Antillen an Amerika vor. Nach den letzten Berichten aus Washington sind die Verhandlungen mit Däne­mark, als dort das konservative Kabinett zurücktrat, dem Ab­schluß nahe gewesen. Insbesondere sollte eine Einigung über den Preis (16 Millionen Kronen), den seit Jahr und Tag strittigen Punkt, erzielt worden sein, sodaß sich das ameri- tanische Staatsdepartement der Hoffnung hingiebt, den Kauf­vertrag im November dem Senat vorlegen zu können. Mini­sterpräsident Deuntzer erwähnte von alledem nichts, es herrscht also noch Ungewißheit darüber, ob er das Werk seines Amts­vorgängers, so, wie er es vorfand, fortzuführen gesonnen ist. Daß er den Verkauf Dänisch-Westindiens grundsätzlich ab­lehnt, dürfte allerdings ausgeschlossen sein, denn der Kolonial­besitz wird dem kleinen nordischen Königreich zu kostspielig.

Ultimatum. Halbamtlich verlautet, daß der spanische Ge­sandte in Tanger die dortigen Vertreter der Großmächte in gemeinsamer Sitzung über die spanischen Forderungen und Beschwerden unterrichtet habe. Hierauf soll die Ueberreichung des spanischen Ultimatums erfolgen, doch wird aus­drücklich darauf hingewiesen, daß Spanien auf eine Aenderung des status quo nicht abziele.

f. Großen-Buseck, 16. September. Bei der am 14. Sep­tember veranstalteten Gemeinderatswahl siegten die Kandidaten, die von der seit der Bürgermeisterwahl als Burenpartei be-- zeichneten Bürgern aufgestellt waren, mit großer Majorität. Es erhielten Stimmen: Heinrich Harbach VI. Landwirt 199, Hemrick Schneider II. Maurer 187, Reinhard Wagner I. Landwwt 183, Wilhelm Größer III. Weißbindermeister 178. Sämtliche sind neu gewählt. Die Gegenpartei brachte es. für ihre Kandidaten, unter denen sich der frühere Bürgermeister Mayer befand, nur auf eine höchste Stimmenzahl von 146. Hoffen wir, daß die Neugewählten zum Wohle der Gemeinde mitwirken und sich des ihnen entgegengebrachten Vertrauens ! würdig zeigen.

Grünberg, 14. Sept. Die Gemeinderats-Ersatzwahlen sind auf d^n 23. September festgesetzt worden. ImEng­lischen Hof" fand bereits eine gut besuchte Wählerversamm­

lung statt. Es sind verschiedene Kandidaten in Vorschlag gebracht worden.

st. Butzbach, 15. Sept. Am vergangenen Freitag kon­stituierte sich hier ein Frauenchor, dem sofort 28 Damen beitraten. Als Dirigent wurde Lehrer Kammer gewonnen.

u. Butzbach, 15. Sept. Am 10. November wird voraus- ichtlich der hiesige Männergesangverein im großen Saale des hessischen Hofes ein Konzert veranstalten. Der er­zielte Reingewinn soll dem Fonds zur Renovation der Stadt­kirche überwiesen werden. Tas hiesige Altertümer- und Trachtenmuseum hatte sich in diesem Jahre eines recht guten Besuches zu erfreuen. Die äußerst interessante Sarnrn-' lung wurde im Sommer von bis jetzt 470 Gästen besichtigt, während das vorige Jahr nur 380 und 1899 eine solche von' 117 aufwies. Allein in diesjährigem August fanden sich 114 Damen und Herren ein, die die zu interessauten Gruppen vereinigten Gegenstände in Augenschein nahmen. Außer einem ehenswetten alten Treppengeländer konnten verschiedene Zegenstände den einzelnen Abteilungen in diesem Jahre ein- gereiht werden. Tie Erben des in Darmstadt verstorbenen Herrn Anton Gärtner haben in dankenswerter Weise dem Museum drei Wachsbilder, welche Prinzen, bezw. Prinzessinnen, die in hiesigem Schlosse gewohnt haben, darstellen, leihweise

;y. M nehme mit ganzem Herzen 'teil, welches Sie in Ihren teuersten Empfindungen trifft,! und welches der großen amerikanischen Nation des mit Recht geachteten und geliebten Präsidenten raubt." Auf dem Elysee, den Ministerien, den fremden Botschaften und, zahlreichen Häusern, welche Amerikanern gehören, wurden die Fahnen auf Halbmast gehißt. Die Minister und zahl­reiche politische Persönlichkeiten sowie hervorragende Mit­glieder der amerikanischen Kolonie schrieben sich auf der amerikanischen Botschaft ein.

R o m, 14. Sept. Sofort nach Eintreffen der Todesnach?- richt , sandte Zanardelli der italienischen Botschaft in .Washington ein Telegramm, worin er sie beauftragt, der Witwe McKinleys namens des Landes und seitens der Regierung die Gefiihle des tiefsten Beileids zum Ausdruck zu bringen. Zanardelli begab fich dann nach der amerika­nischen Botschaft, wo er seinen Namen in die Liste eintrug. Dasselbe thaten tue übrigen Minister, Mitglieder der ame­rikanischen Kolonie und diplomatischen Korps. Der König und der Papst sandten Beileidstelegramme.

Beileidskundgebungen.

Danzig, 14. Sept. Nach Eingang der Nachricht vom Toide McKinleys befahl der Kaiser, daß die Flotte die Flaggen Halbstocks zu führen und die amerikanische Flagge am Großtopp auf Halbmast zu setzen habe. Ferner Irichtete der Kaiser nachstehende Telegramme nach Buffalo: An den Staatssekretär der Auswärtigen Angelegenheiten In Buffalo, Amerika. Tief bewegt durch! die Nachricht über den vorzeitigen Tod des Präsidenten McKinley eile ich, ^nen die tiefste und herzlichst gefühlte Sym- !pathie des deutschen Volkes für die große ameri- !kanische Nation auszudrücken. Deutschland trauert mit ^Amerika um den edlen Sohn Amerikas, der in Erfüllung ifetner Pflicht gegen sein Land und Volk sein Leben verlor.

Buffalo, 14. Sept. Nach dem Gottesdienst, der morgen im Hause Melburns abgehalten werden soll, wird die Leiche McKinleys in der Stadthalle aufgebahrt wer­den, wo sie bis Montag bleiben soll. Der Bericht der .Aerzte über die heute stattgehabte Autopsie der Leiche ^McKinleys besagt: Tie Kugel, welche den Präsidenten am Brustbein traf, durchschlug nicht die Haut und verursachte nur eine unbedeutende Verletzung. Tie andere Kugel aber ging durch beide Magenwände. Man fand beide Löcher durch die Nadelstiche völlig geschlossen, aber bei beiden 2öd).em wurde das Gewebe ringsum brandig. Nachdem die Kugel durch den Magen gegangen war, ging sie wieder in die Hinterwand des Unterleibs hinein und verletzte den oberen Teil der Niere. Auch dieser Teil des Wund- ikanals war brandig geworden, und zwar hatte sich der Brand auf die Bauchspeicheldrüse ausgedehnt. Tie Kugel !ift noch! nicht gefunden worden. Es war kein Anzeichen von einer Bauchfellentzündung oder Krankheit anderer Organe vorhanden. Der Tod war die Folge des Brandes, welcher im Magen von den von der Kugel verursachten Wunden 'eintrat, und ferner des Brandes im Gewebe um den ^weiteren Wundkanal. Der Tod war durch keinerlei chirur­gische oder medizinische Behandlung zu verhindern, der war die direkte Folge der von der Kugel verursachten

Aus Stadt und Kand.

Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen ; und werden angemessen honoriert.

Gießen, 16. September 1901.

*' Gießener Stadttheater. Das Mitglieder-Verzeichnis des hiesigen Stadttheaters gelangt heute zur Verteilung. Es enthält u. a.: die in Aussicht genommenen Neu-Aufführ- ungen, ein Verzeichnis älterer Werke, die neu ein­studiert werder sollen, sowie Bemerkungen über die Abonne­mentbedingungen und Tagespreise. Die Bestimm­ungen hinsichtlich des Abonnements weichen von den vorjährigen insofern wesentlich ab, als die einmal gelösten Abonnementbillets für die ganze Saison giltig sind; ein Abonnementblock enthält diesmal 3 0 Billets und kann also für die ganze Dauer der ca. 80 Abonnementvor­stellungen umfassenden Spielzeit benutzt werden. Die Liste zirkuliert in den nächsten Tagen.

* Personal-Nachrichten. Der Großh. Landgerichtsrat Zimmermann wurde zum Vorsitzenden und der Großh. Landgerichtsrat Jabriciusjfzum Stellvertreter des Vor­sitzenden der Kammer für Handelssachen mit dem Sitze in Mainz für die Zeit bis zum 31. Dezember 1903 bestellt. In den Ruhestand wurde versetzt der Wagenwärter in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Optatus T r i s ch l e r !zu Frankfurt a. M. mit Wirkung vom 1. Dezember an.

** Milit'ärdienstnachricht. v. Ploetz, Generalmajor und Kommandeur der 49. Infanterie-Brigade (1. Großh. Hess.) r I wurde zur Vertretung des erkrankten Kommandeurs der

5 Sc rillt; 14. Sept. StEssekrctür Freiherr t>. Richt-si 5. Division nach Köln kommandiert.

Hofen stattete in früher Stunde heute vormittag dem ame-l ** Gas-Automaten. Das städtische Gaswerk in Litauischen Botschafter einen Besuch ab, um ihm das Worms kommt den Gaskonsumenten sehr entgegen; fiir innigste Beileid der Regierung auszudrücken. Das Reichs- solche Leute, welche nicht in der Lage sind, fortwährend große kanzlerpalais und das Auswärtige Amt hatten die Flaggen Gasrechnungen zu bezahlen, werden Gas aut om aten be- tiuf halbmast gesetzt. schafft. Nachdem in Worms erst im verflossenen Jahre

Berlin, 14. Sept. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt:! 10000 Mark für Gasautomaten bewilligt und diese Summe Wahrhaft tragisch erfüllte fich das Geschick eines oer her- verwendet worden ist, hat die Stadtverordnetenversamm- vorwagendsten Präsidenten Amerikas. McKinley Ausfuhr- lung abermals einen Betrag von 20000 Mark für Gasauto- unä ftel mit einer seltenen Zeit politischer Machtsteiger- maten bewilligt. Um die Benutzung des Gases zum Kochen nng und wirtschaftlichen Aufschwungs der Vereinigten und zu Beleuchtungzwecken zu erleichtern, wird nämlich der Stackten zusammen. Wenige Nachfolger Washingtons ge- Grundsatz ausgestellt, daß nicht allein den Bedürftigen ein 'nassen auch außerhalb von Amerika persönlich und politisch Gasautomat unentgeltlich! geliefert wird, sondern die Leute ein ähnliches Ansehen. Kaiser und Könige ehrten McKinley erhalten auch noch! gratis einen Gaskocher für 2 M 4 Feuer tnrrdi Kundgebungen ihrer Freundschaft uno während der und einen oder mehrere Beleuchtungsgegenstände vom Gas- letzten Tage blickte die ganz: zivilisierte Welt teilnahms- werk geliefert. Um dasKochen mit Gas" immer mehr voll nach, dem Schmerzenslager. Die bloße Thatsache, daß einzubürgern, werden Gasautomaten für Beleuchtungs- er der erste Beckmte des Landes und der erwählte Ver- zwecke allein nicht abgegeben, sondern immer auch für Gas­treter des amerikanischen Volkes war, reichte hin, um auch öfen. In Worms sind bereits ca. 250 Gasautomaten auf- qegen dieses Oberhaupt des fteiheitlichen Staatswesens die gestellt. (Gelegentlich der Generalversammlung des Mittel- .Mordsucht zu entfesseln, die sich zur Schande unserer Zeit rhein. Gas- und Wasserfachmänner-Vereins am 8. d. M. unter den Trägern der staatlichen und gesellschaftlich^ war hier ebenfalls ein Gasautomat ausgestellt, dessen Ordnung in den Kulturländern immer neue Opfer aus- Brauchbarkeit jedem Besuchereinleuchtete".) wählt. Erschüttert durch den Ausgang seines heldenmüti- ** Eine Mahnung für die Hausfrauen. In gen Dodesringens stimmen wir mit dem Volk und der Re- derHygienischen Rundschau" veröffentlicht Professor von qierung der Vereinigten Staaten in die Trauer um den Esmarch einen Aussatz über die Verbreitung von vortrefflichen Mann ein, der an der Glanzstätte amerika- Krankheitserregern durch Geschirr, Messer, Mischer Kultur, als er sich vertrauensvoll unter seinen Gadel usw. In der Reinigung der nötigsten Gebrauchs- Mitbürgern bewegte, von der Kugel eines Meuchelmörders gegenstände wird von unseren Hausftauen noch viel ge- qetroffen wurde. Es sckMerzt untief, daß die stammver- sündigt, und doch steht es fest, daß gerade ihnen vielfach 'wandte gwße Republik abermals das nationale Unglück die Rolle der Krankheitsübertragung zufällt. Wmarch insi eines Präsidentenmordes in voller Schwereempftnden muß."I zierte eine Gabel mit Tuberkelbazillen, legte sie darau'

Paris- 14. Sept. Telcasse übermittelte dem Staats-!5 Minuten in heißes Wgsser von 50 Grad und wischte sie sekretär 5M den Ausdruck des auftichtigen und lebhaften dann mit einem trockenen Tuche ab. Die Keime waren tootz- Beileids der französischen Nation und Regierung, welche! denk noch so lebensfähig, daß man ein Tier damit tätlich mit ganzem Herzen sich der Trauer der amerikanischen! infizieren konnte. Um die bestje alle Keime tötende Reinig- ?Natton und Regierung anschtteßen. Präsident Loubet begab nngsmethode zu finden, stellte Esmarch verschiedene Ver- sich heute vormittag 10 Uhr sogleich, nachdem er die Nachf- suche an. Er empfiehlt nun eine Mischung von 20 Gramm richt vom Dode McKinleys erhielt, mit Delcassse in die ame-I Soda auf 1 Liter 50 Grad heißes Wasser; dieselbe tötete rikanische Botschaft. Zugleich sandte er folgendes Tele- innerhalb einer Minute alle Bakterien an Gläsern, Bestecks gramm an Frau McKinley ab':Mit schmerzlicher Beweg-!und Geschirr. Esmarch verlckngt, daß diese Reinigungsart nng erhielt ich die Nachricht vom Tode des' Präsidenten zwangsweise in Restaurationen und H'ptels eingeführt wer- McKinley. Jck> nehme mit ganzem Herzen an dem Unglück den solle, da für die Gefahr, durch einen Vorgänger in der Benutzung des Bestecks zu erkranken, besonders groß ist.

richt vom Dode McKinleys erhielt, mit Delcassse in die ame­rikanische Botschaft. Zugleich sandte er folgendes Tele­gramm än Frau McKinley ab':Mit schmerzlicher Beweg-

Butzb. Ztg." mitteilt 560 Mk. ein.

§ Butzbach, 15. Sept. Die hiesigen Schweinemetzger haben unsere Hausfrauen abermals mit einem Aufschlag der Fleisch- und Wurstpreise überrascht. Aus dem dies­jährigen Reingewinn der Mathildenstifte Butzbach-Friedberg erhielten acht weibliche unverheiratete Dienstboten von hier, die über fünf Jahre dauernd bei derselben Herrschaft in1 Stellung waren, eine Geldprämie von je 10 Mk.

Bad-Nauheim, 15. Septbr. Unterhaltungen. Vom 15. bis 21. September Frühkonzett der Kurkapelle täglich von 71/28i/2 vormittags am Kurbrunnen. Mittwoch, 18. Sep­tember, nachmittags von 46*/2 und abends von 8 bis 9*/, Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Operetten-Konzert. Bei gutem Wetter Lampionsbeleuchtung. Donnerstag, 19. September, nachmittags von 46 *4 und abends von 891/2 Uhr auf der Terrasse Konzett der Kur- Kapelle. Abends 8 Uhr im Saale 2. Kammermusikabend der Frankfutter Quartett-Vereinigung. Freitag, 20. September, nachmittags von 46% und abends von 897a Uhr auf der Terrasse Konzett der Kürkapelle. Abend von 810 im Saale Tanz. Samstag, 21. September, nachmittags von 46i/z und abends von 89*/2 Uhr auf der Terrasse Kon-' zett der Kurkapelle. Abends Beethoven-Konzett. Das Großh. Ministerium des Innern hat am 7. d. M. zu Nr. M. d. I. 27153 verfügt, daß der Stadt Bad-Nauheim 900 Mk. Gehaltsanteil für den Großh. Polizeiamtsvorstand für die Zeit öom 1. Oktober 1900 bis 31. März 1901 zurückzubezahlen sind, weil die Dienstfunktionen desselben vom Großh. Kreis­amtmann v. Bechtold im Nebenamt wahrgenommen wurden. Durch die bereits am 30. August 1901 ergangene Verfügung des Ministeriums des Innern trägt der Staat vom 1. April 1901 ab das volle Gehalt für den Großh. Polizeikommissär, sodaß für die Stadt der jährliche Gehaltszuschuß von 1800 Mk. wegfällt. Hingegen hat sie 850 Mk. Gehaltsanteil für Poli­zeiwachtmeister Weiß für das erste Halbjahr 1901/02 auf­zubringen.

-j- Grebenhain, 14. Sept. Das Schienengeleise ist jetzt beinahe bis nach unserer (Kopf)Station gelegt, sodaß man nun mit Bestimmtheit annehmen kann, daß die Nebenbahn Lauterbach-Grebenhain am 1. November eröffnet wird und nicht erst, wie vermutet wurde, am 1. April 1902. Wenn auch die Beamtenwohnungen am Bahnhofe nicht rechtzeittg vollendet werden können, so ist doch für die vorläufige Unter­kunft der Beamten gesorgt.

V Volkartshain (Kreis Schotten), 15. Sept. Von einem heiteren Stückchen erzählt unser Bettchterstatter aus dem Vogelsberg. Einem Kaufmann aus dem nahen W. war ein junger Hahn abhanden gekommen. Man suchte ihn lange vergeblich; endlich fand man ihn in einem Syrup-'Faß. Er konnte sich nicht bewegen und sah nur mit dem Kopf heraus. Man ging an das Rettungswerk, holte den Hahn heraus, wusch ihn tüchtig und setzte ihn zum Trocknen auf eine Stange. Nach einiger Zeit versuchte man ihn zum Gehen zu bewegen; jedoch vergeblich, denn die Füße waren durch den Syrup zu­sammengeklebt. Der Hahn kam abermals in ein Bad und wurde dann zum Trocknen auf die Spitze des Daches gesetzt. Auch damit erzielte man noch nicht das gewünschte Resultat. Erst am anderen Tag gelang es, das Tier wieder ttchttg auf die Beine zu bringen.

le- Rodheim v. d. H., 15. Sept. Bei dem in der ver­gangenen Nacht in unserem Otte ausgebrochenen Brande, von dem wir bereits telegraphisch bettchtet haben, wurden gegen 20 Gebäude mitsamt der kleinen Kirche vollständig einge- äschett. Auch der Turm der großen Kirche begann schon zu brennen. Nur der Entschlossenheit der Feuerwehr ist es zu verdanken, daß das Feuer am Turme wieder gelöscht wurde.

Darmstadt, 14. Sept. In der nächsten Zeit findet auf Einladung des Ministettums eine Besprechung von Vertretern der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft und der Stadt Mainz statt wegen Ueberlassung der Konzession für eine elektrische Bahn Wiesbaden resp. preußische LandesgrenzeKastel- Mainz und von Mainz über Kastel und Biebrich nach Schierstein.

Mainz- 12. Sejft. In der ckesttigen Sitzung der! Stadtverordneten teilte der Vorsitzende, Beigeord- , neter Kuhn, mit, daß, sobald die Nachricht bekannt ge* . worden war, daß eine teilweise Auf Hebung der Sopn^ t agsf ah'rkart en am 1. Oktober dieses Jahres bevor- stünde, die städtische Verwaltung beschlossen Hatte, dagegen 1 Schritte zu thun. Man habe aber die Absicht gehabt, eine ; so wichtige Angelegenheit dem Stadtvewrdnetenkollegium - zu unterbreiten,, um; einen einstimmigen BesMuß herbeiM