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17.9.1901 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

181. Jahrgang.

Dienstag 17. September 1901

GietzeimAnzeiger

** General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen

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Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Witt ko; für den-An-, zeigenteil: Hans Beck.

Politische Wochenschau.

Als eine Art Einleitung zu den Kaiserrnanövern im -Osten kann der Besuch des deutschen Kaisers in Äontgäberg gelten. Ten Anlast dazu gab die Ein- toetming einer zum Gedächtnis an die Königin Luise erbauten iKir^che- Im Landeshause hielt der Kaiser eine Ansprache, jtn der er seinem Besuche in der preußischen Krönungsstadt eme grundsätzliche Bedeutung im Sinne des Gottesgnaoen- tums gab .Um auss neue feierlich zu betonen, dast das Königtum Preußen und aus diesem hervorgeheno das deutsche Kaisertum in Ostpreußen wurzele, habe er die Nbichsinsignien nach Köningsberg gebracht, damit man sie auf dem Altäre sehe, demselben Altäre, wo einst Kaiser Wilhelm der Große stand und sich die Krume aufs Haupt setzte,als diejenige, welche nur von Gott allein gegeben und als von Gott allein ihm zustehend erachtet wurdet ^Ter Kaiser bezeichnete den seiner Rede vorhergegangenen Tag als ein Symbol zur Erinnerung an die Bethätigung -des Königtums von Gottes Gnaden. Dabei bleibt natürlich bestehen, daß die deutschen Reichsinsignien zu dem preußischen Krönungsaltar nicht diejenigen Be- zrehungen haben, wie die preußischen Krönung s- rnfrgnien; denn deutscher Kaiser ist Wilhelm I. durch W^^der Fürsten am 18. Januar 1871 zu Versailles ge

Tie deutscheKriegsflotte hat bei den Manövern in der Ostsee einen auf fünf Millionen Mark bezifferten Ver­lust erlitten durch den Untergang des Avisos Wacht", dem das PanzerschiffÄichsen" seinen Sporn rn den Bauch rannte. DieWacht" sank nach weniger als einer halben Stunde; ihre Bemannung konnte wenigstens das' Leben retten. Wie es heißt, ist der Zusammenstoß darauf zurückzuführen, daß dieWacht" nicht genügend steuerungsfähig war, da das Dampfsteuer nicht richtig funktionierte. Trotzdem machte der Aviso die Parforce- manöver mit, und da bei einer lebenswichtigen Wendung das Handsteuer nicht ausreichte, mußte eintreten, was ge­schah; der kleine Kreuzer wurde überrannt.

In der Nacht vom 8. auf den 9. September ist in Frank­furt a. M. plötzlich der ehemalige Finanzministev v. Miguel verschieden. Seit seinem Rücktritt vom preußi­schen Finanzministerium waren erst wenige Monate ver­stossen, und man erwartete, daß der arbeitsrüstige, lebens- «mer gische Mann noch eine lange Muße werde gemeßen können; aber es scheint, daß es Herrn v. Miquel gegangen ist Ivie so vielen bis in höheres Alter ununterbrochen in aufregender Beschäftigung thätigen Männern: er konnte den plötzlichen Urtier gang aus einer vielgestaltigen, viel- geschästigen, alle Kräfte anspannenden Wirksamkeit zur Pen- sionsrube nicht ertragen, und seinem Letien wurde plötzlich eiu Ziel, gesetzt.,

Ter Sühneprinz Tschun macht jetzt Reisen von Berlin aus, um einen Einblick in die deutschen Industrie- Werke zu thun und Handelsanlagen zu besichtigen, worauf ar, der Einladung des Kaisers folgend, nach 'Danzig ins Manövergelände kommt. Man kann es nur billigen, wenn der neue chinesische Gesandte int Auftrage des Prinzen bei der Witwe des ermordeten deutschen Gesandten, Herrn v. Ketteler, anfragte, ob das Erscheinen des Prinzen zum persönlichen Ausdruck des Bedauerns oes kaiserlichen Hauses genehm sei. Der Besuch wurde, wie man das allerdings auch erwarten konnte, ab gelehnt.

Ter ziemlich allgemeine Wunsch der deutschen Presse und des deutschen Volkes, daß der Beuteeifer wieder gut gemacht werde, der mit der Entfernung der astronomischen Instrumente in Peking begangen worden ist, scheint keine Aussicht aus Erfolg zu haben. Bereits sind sie in Potsdam angetangi und sollen dort vor der Orangerie in Sanssouci aufgestellt werden. Die Nachricht hiervon hat wieder einen öffentlichen Protest auf Grund völkerrechtlicher Bedenken unti des deutschen Ansehens hervorgerufen. Es ist zu hoffen, daß sich die Nachricht einer Berliner Korrespondenz bewahr- tieitet, nach der die Instrumente nicht als Kriegs­beute nach Potsdam gebracht, sondern von der deutschen Regierung nach der Einnahme Pekings durch den dortigen deutschen Gesandten angekauft worden seien. Zum Ver­wundern ist nur, daß die Regierung schweigt, die doch authentischen Bescheid zu geben in der Lage iftjei es durch dieNordd. Allg. Ztg", sei es durch dieBerl. Korr.". Mehr als eine irrige Auffassung über Vorkommnisse in China es sei nur an dieHunnentiriefe erinnert ist ia auf diese Weise korrigiert worden.

Aufsehen erregt hat eineVerschwörung" gegen das Deutschtum, die ein Gehei mtiund polnischer Gym- na frästen angezettelt haben soll. Tie Angehörigen dieses Bundes, fünf Dutzend junge Leute, standen dieser Tage in Dhorn vor Gericht; sie gaben, soweit sie überhaupt be­teiligt gewesen sind, alle zu, einem geheimen Vereine an- lgehötck zu haben, der die polnische Sitteratur pflegte und zu dem der Beitritt sowie dessen Versammlungen mit etwas Räuberromantik umkleidet waren, während die Pflege der polnischen Litteratur weiter nichts gefährliches an sich hatte, als daß die Schüler mit Entlassung bedroht waren, wenn der Direktor ihres Gymnasiums etwas erfahren hätte. T«S Gericht fand politische Gefahren in dem Treiben der jungen Leute und kam zur Verurteilung eines Teiles der­selben.

Endlichist derFr ied ensschluß^ mit Chinaeine Thatsache; nachdem noch einige ausstehende kaiserliche Edikte in der von den Gesandten verlangten Form erlassen wor­den waren, haben diese dem Friedensprotokoll ihre Unter­schrift gegeben und gleichzeitig darin die Zeitpunkte ein­gesetzt, zu denen Peking und die Provinz Tschili von den fremden Truppen geräumt werden sollen, ersteres am 17., letztere am 22. September. Tie Genugthuung, welche die

Mächte sich von ihrem Eingreifen in die chinesischen Wirren versprachen, ist nur mangelhaft eingetreten, und selbst die Sühne für die Ermordung des deutschen Gesandten suchte die chinesische Regierung möglichst einzuschränken. Wie leichten Kaufs sie gleich anfangs davon zu kommen trachtete, das beweist das Schreiben des Kaisers Kwangsü an den deutschen Kaiser und das darin enthaltene Angebot eines Trankopfers. Deutschland setzte die Entsendung der Sühne- gesandtschaft durch, aber der Prinz Tschun sollte, so war ihm von Singansn aufgetragen, in seiner Ansprache an Wilhelm II. nur so Hinweggleiten über die Mordthat und nicht einmal Bedauern ausdrücken. Wie es diplomatischer Brauch ist, io erben die beiderseitigen Ansprachen bei hoch- offiziellen Angelegenheiten vorher zur gegenseitigen Kennt­nisnahme und Begutachtung mitgeteilt (wie das z. B. jetzt auch mit den Reden und Antworten des Präsidenten Loubet und des Zaren geschehen ist). Die Ansprache des Prinzen Tschun entsprach! nun aber nicht dem, was man in Berlin von ihr erwartete und verlangen mußte. Ten Chinesen wurde deshalb anfgegeben, den Ausdruck des Bedauerns hinein­zubringen, ohne dies sollte Prinz Tschun vom Kaiser nicht empfangen werden Das ist aller Wahrscheinlichkeit nach der wirkliche Grund des Aufenthalts des Prinzen Tschun in Basel gewesen; Sicheres weiß man nicht, weil das deutsche Auswärtige Amt nad) wie vor amtliches Schweigen beob­achtet. So hatte man also Tschun und Genossen in der Schweiz in aller Form antichambrieren lassen, bis sie sich tequemten, den berechtigten deutschen Forderungen nach­zukommen.

Nachdem das Zarenpaar zur See die Reise nach Dänemark unternommen hatte, begab es sich am Dienstag nach Deutschland; die Zarin mit ihren vier Töchterchen zu ihrer Schwester, der Prinzessin Heinrich, nach Kiel, der Zar nach der Rhede von Danzig, um mit Kaiser Wil­helm II. zusammenzutreffen. Dieser fuhr ihm auf der NachtHvhenzollern" entgegen, und zurückgekehrt nahmen beide Herrscher bei Hela die Parade der deutschen Manöverslotte ab. Die Zusammenkunft und das mehrtägige nahe Behauimensein der Herrscher vollzog sich unter strenger Abgeschlossenheit gegenüber dem Publikum. Mehr als hoch? cnntlich genehmigte Berichte drang nicht in die Oeffent- lichkeit; danach hatte das Wiedersehen der Monarchen einen recht herzlichen Charakter. Nach der politischen Seite ist hervorzuheben, daß die von der Negierung abhängige russische-Presse sich in Liebenswürdigkeiten gegen den deut­schen Kaiser erschöpfte; auch die übrige Presse schien einer neuen Losung zu gehorchen, wenn sie in einen anderen, als den bislang üblichen Ton gegenüber Deutschland ver­fiel. Die Bedeutung der Kaiserzusammenkunft wurde an­fänglich weniger hoch angeschlagen, weil die beiderseitigen Leiter der auswärtigen Politik nicht anwesend sein sollten; nachträglich aber wurden die Grafen Bülow und Lambs­dorff doch hinzugezogen. Ob dieser Umstand nun in Wirk­lichkeit die politische Bedeutung der Zusammenkunft ver­tiefte, ist nicht über allen Zweifel erhoben; allerdings sind beide öerren mit Orden ausgezeichnet worden, aber Graf Bülow teilt die hohe Ehrung durch den Andreasorden mit einer Persönlichkeit in gänzlich unpolitischer Stellung, dem preußischen Oberhofmarschall Grafen Eulenburg, wäh­rend man das Gefühl hat, daß der russische Hofbeamte, Baron Fredericks, mit dem Großkreuz des Roten Adler­ordens eine noch höhere Auszeichnung erhalten hat als der Leiter der auswärtigen Angelegenheiten Rußlands, Graf Lambsdorff, in der Gestalt des preußischen Verdienst­ordens. Auf die Ordcnsauszeichnungen lassen sich also nicht wohl besondere politische Schlüsse aufbauen. Die Kaiser verliehen sich gegenseitig ein Regiment bezw. die Uniform eines solchen, etwas bei Monarchenbegegnungen nichts un­gewöhnliches.

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Mae Kinley- ist nun doch dem in der Festhalle der panamerikanischen Ausstellung zu Buffalo auf ihn verübten Mordan sch läge zum Opfer gefallen. Zunächst hieß es, der Name des Attentäters sei Niemann, seine Nationalität pol­nisch. Beides stimmte nicht zusammen, denn Polnisches hatte der Name nicht an sich. Bald darauf kam denn auch ein ganz anderer Name heraus, der mit der ersten Angabe nicht einen einzigen Buchstaben gemeinsam hatte, Czolgosz. Der Mensch bekennt sich als Anarchisten. Sofort wurde natürlich! den Spuren seiner etwaigen Parteizugehörigkeit nachgegangcn, und es erfolgten mehrere Verhaftungen, hauptsächlich in dem Anarchistenzentrum Chicago. Ob ein Komplott vorliegt, war in diesem Falle so wenig festzu- stellen, wie bei den früheren anarchisttschen Mordthaten, bei denen man bis heute mehr auf Vermutungen als auf unzweifelhafte Entdeckungen angewiesen ist; es sei nur an den letzten anarchistischen Mord erinnert, dem König Hum­bert zum Opfer fiel; die Spuren wiesen zwar auf Paterson in Amerika zurück, aber die Leute, die lange Zeit als Mit­schuldige Brescis in Hast genommen wurden, mußte man schließlich doch wegen Mangels an Beweisen wieder frei lassen. Ties beweist nun $toar nicht ihre unbezweifelbare Unschuld, wohl aber die Heimlichkeit der Mordbande, deren Mitglieder meist ihr eigenes Letien gering achten und des­halb auch weniger gewiß sind, durch Verrat Vorteile für sich zu erkaufen.

Zum Tode Mae Kinleys.

Tie erste Frage, die sich nach dem Tode Mac Kinleys erheben dürfte, ist die, wie sich nunmehr die Politik der Vereinigten Staaten gestalten wird. Mac Kinleys Politik hatte völlig schutzzöllnerische Tendenzen, die er durch den Tingley-Tarif zu Beginn seiner ersten Präsidialperiode kennzeichnete und stets beibehielt. Einen epockemachenden Einschnitt in der Geschichte der Republik bildet der Krieg mit Spanien. Als der erste Schuß

in diesem Kampfe gefallen war, zitierte ein deutschier Staatsmann das Wort Goethes bei der Kanonade von Valmy, daß eine neue Gesichichtsperiode begonnen habe. Und so war es in der That. Die Vereinigten Staaten, die so lange Zeit selbst großenteils Kolonialland gewesen, haben rasch einen großen Kolonialbesitz erworben, uni) sie haben in der chinesischen Angelegenheit in Reih und Glied mit den Staaten des alten Europa und mit Japan gefochten und verhandelt. Welche Folgen dieser Wandel in der Politik der Union für sie selbst und für die übrige Welt haben wird, das ist eines der großen Probleme der Zw, tunst. Er ist für alle Zeit mit dem Namen McKinleyH verknüpft. Die Zusttmmuug, welche diese Politik im ame­rikanischen Volke gesunden hatte, bewirkte, daß er, wie einst Georg Washington und einige spätere Präsidenten, so Lineoln und Grant, für eine zweite vierjährige Amtsperiode wiedergewählt wurde.

Nach der Verfassung der Vereinigten Staaten tritt, wie wir in unserer vorigen Nummer bereits erwähnten, der Vizepräsident, der gleichzeitig mit dem Präsidenten gewählt wiro, für den Rest der Amtsperiode desselben an seine Stelle, wenn der Präsident ftirtit. Oberhaupt der Union ist also jetzt Theodor Roosevelt. Er ist im Jahre 1858 in New-Pork geboren, somit 43 Jahre alt, holländischen Ursprungs, wie viele der alten Familien New-Porks, zu denen die (einige gehört. Von Hause aus sehr reich hat er sich sofort nach Beendigung seiner Studien an der Harward-Universitat dem politischen Leben gewidmet. Er hat mit Energie die New-Porker Korruption bekämpft. Beim Ausbruch des Krieges mit Spanien bildete er das vielgenannte Regiment der rough riders, als dessen tapferer Führer in den Kämpfen um Santiago er volkstüm-i lich wurde; dieser Popularität verdankt er die Wahl zum Vizepräsidenten. In einer amerikanischen Schilderung seiner Persönlichkeit heißt es:Roosevelt ist kein großer Redner, wenn auch seine ungestüme, abgerissene und kräftige Sprechweise ihre Wirkung nicht verfehlt. Er ist von mittlerem WuchA, ein wenig linkisch in seiner Haltung und schwerfällig in feinem Gang; mit feinem struppigen Haar, seinem ungepflegten Schnurrbart, seiner dickköpfigen Stirn, feinen kräftigen Kinnbacken macht er mehr den Ein­druck einesrough rider"> als den eines Intellektuellem Immer aber erobert er seine Zuhörerschaft durch eine gewisse Männlichkeit und Energie und einen Ton von Aufrichtigkeit, der die Herzen packt. Uetierall in feinen Reden kehrt auch dieselbe optimistische, ernste und prak-z tische Note wieder. Ten durch das Glück und die Erziehung begünstigten Personen ruft er unaufhörlich ihre Pflichten gegen die Gemeinschaft ins Gedächtnis."

Eine durchgreifende Verschiedenheit der politischen Auf­fassung Roosevelts von derjenigen McKinleys zu vermuten, liegt keinerlei Grund vor. Indes die politische Thätigkeit des nunmehrigen Präsidenten hat sich bisher auf so eng umgrenzten Gebieten bewegt, daß man von seiner Stellung zu den einzelnen wichtigen Fragen des amerikanischen Staatslebens nur wenig weiß. Die wichtigste ist im Augen­blick, auch für das Ausland, die zoll- und handelspoli­tische. McKinley hatte sich über sie, kurz bevor der Morbi anschtag gegen ihn verübt wurde, in einer öffentlichen Rede geäußert im Sinne der Erweiterung des aus­ländischen Absatzes für die amerikanische Industrie durch den Abschluß von Gegenseitigkeits-Vertragen; es schien, als ob er die Notwendigkeit einer Milderung des von ihm selbst früher durchgeführten Hochschutzzvll-Systems begriffen hatte. Wie der nunmehrige Präsident Roosevelt zu der Frage steht, ist nicht bekannt, und doch wird darauf in Anbetracht der erwähnten selbständigen Bedeutung des Präsidentenamts in den Vereinigten Staaten sehr viel an­kommen, zumal abzuwarten bleibt, ob der Präsident das bisherige Kabinett beibehalten oder ein anderes bilden wird. Die Mitglieder des Kabinetts können vom Präsidenten beliebig entlassen werden; zur Ernennung neuer ist die Zustimmung des Senats erforderlich Nicht unbedenklich ist der Umstand, daß in einem Falle, wie oer gegenwärtige, ein erwählter Vizepräsident nicht vorhanden ist; ftirtit unter solchen Umständen der Präsident, so gebührt die Nachfolge der Reihe nach den Mitgliedern des Kabinetts, deren erster, der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, den TitelStaatssekretär" führt, während die anderen als Sekretäre" ihres Ressorts bezeichnet werden.

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lieber die letzten Stundm Mae Kinleys und die aus Anlaß seines Todes bis jetzt getroffenen Bestimmungen wird folgendes bekannt:

Der Präsident verschied, wie die amtliche Meldung angtebt, Samstag früh 2,15 Uhr, nachdem er feit abends 7,50 Uhr bewußtlos gewesen war. Ein Geistlicher war nicht zugegen. Seine letzten Worte waren:Lebtallewohl, es ist Gottes Weg. Sein Wille geschehe." Diese Worte wurden von Dr. Ma n n ausgezeichnet. FrauMeKinley sah ihren Gemahl zuletzt zwischen 11 und 12 Uhr nachts, sie saß am Sterbebett, und hielt seine Hand in den ihren. Tie Kabinettsmitglieder wurden einzeln um dieselbe Zeit ins Sterbezimmer gelassen. Beim Eintritt des Todes waren zugegen: Privatsekretär Cortelyon, Tr. Risey, Frau und Fräulein Berber, Fräulein Duncah.

Frau McKinley ist, als das Ende ihres Gemahls kam, zusammengebrochen, so daß man für ihr Leben, da sie, nachdem sie gegen 10 Uhr abends vom Präsi­denten in einem Moment, da er wieder bet Bewußtsein war, Abschied nahm, fast geistesgestört erschien. Doch suchte sie sich später zu fassen. Und sie ist jetzt etwas kräftiger, obwohl ihr Zustand noch immer sehr bedenklich ist.

Im Laufe des Samstag nachmittag wurde die ^eichen- chau vorgenommen. Tte Ausstellung wurde und bleibt bis auf weiteres geschlossem