empfänger ein Ende zu bereiten, denen es nicht möglich ist, mit den geringen Renten, die die VersicherungS Anstalten zu zahlen in der Lage sind, auch nur notdürftig ihr Leben zu fristen. Statt der Rente würde also die freie Wohnung, die freie Benutzung des Garten- und Ackerlandes treten und außerdem noch die Gewährung einzelner Mahlzeiten, während den Rentnern außerdem durch geeignete, in den Invaliden- Häusern zu beschaffende Arbeitsgelegenheit die Möglichkeit gegeben werden soll, ihre ferneren Bedürfniffe zu decken.
- Um zu verhindern, daß für die Oeffentlichkit nicht bestimmte Aeußerungen des Kaisers unbefugt weiter verbreitet werden, und um dem Ueberhanduehmen bildlicher Darstellungen vorzubeugen, soll die Absicht bestehen, in Zukunft bei der Zulassung dienstlich nicht beteiligter Personen zu Veranstaltungen, an denen der Kaiser teilnimmt, eine schärfere Kontrole zu üben.
— Im südlichen Ostpreußen soll dem Vernehmen nach eine größere Grenzsicherung in absehbarer Zeit ein- treten, indem die Orte Passenheim, Hohenstein, Neidenburg, und Johannisburg zunächst Jnfanteriegarnison er» halten sollen.
— König Eduard VII. von England wird, wie nunmehr feststeht, Ende dieses Monats zu einem mehr« wöchigen Kuraufenthalt in Homburg v. d. H. eintreffen, und während seiner Anwesenheit dort im königlichen Schlöffe Wohnung nehmen. Bei dieser Gelegenheit wird der König als häufiger Gast bei seiner Schwester, der Kaiserin Friedrich, auf Schloß Friedrichshof weilen, auch ist es nicht ausgeschlossen, daß zwischen dem Kaiser und König Eduard eine abermalige Begegnung dort stattfindet.
Prinzessin Margarete, die jüngste Schwester des Kaisers und Gemahlin des Prinzen Friedrich Karl von Hessen, ist nach einer Meldung aus Frankfurt a. M. heute Morgen von zwei Prinzen entbunden worben. Auch die beiden bisher jüngsten Söhne des prinzlichen Paares, das seit 1893 vermählt ist, sind Zwillinge. Im ganzen sind nunmehr der Ehe 6 Söhne entsproffen. Im Falle des Aus. sterbens der männlichen Linie des großherzoglichen Zweiges oes Hauses Hessen wären die Kinder des Prinzen Friedrich Karl, der allerdings noch einen älteren, aber unvermühlten Bruder hat, zur Nachfolge in Darmstadt berufen.
— Das „Militärwochenbl." meldet: Der Kommandierende des 15. Armeekorps, Generalleutnant Herwarth von Bittenfeld ist zum General der Infanterie befördert. Der Kommandeur der 19. Division Generalleutnant Graf von Blumenthal ist in Genehmigung seines Abschiedsgesuches zur Disposition gestellt.
— Der neue Handelsminister Möller hat in seiner Jugend das Buchbinderhandwerk erlernt. In Gemeinschaft mit dem jetzigen Bielefelder HandelSkammer-Präfidenten Bertelsmann kam her junge Möller damals bei dem Buchbindermeister Guudlach in Bielefeld in die Lehre und bestand schließlich die Gehilfenprüfung mit Auszeichnung. Als dann später die Firma Gundlach in eine Aktien-Gesellschaft umgewandelt wurde, erwarb auch Exzellenz Möller als dankbarer Lehrling eine größere Anzahl der seinerzeit emittierten Aktien, und er gehört noch heute dem Aufsichtsrate der Gesellschaft als Mitglied an.
— Daß der Unterstaatssekretär im Reichspostamt Fritsch um seinen Abschied nachgesucht hat, wird jetzt von der „Kreuzztg.- bestätigt.
— Bezüglich der geplanten Börsengesetzreform er- ahren wir, haß die Regierung die Frist für die Rückfor- derung und Anfechtung der Differevzverluste, die jetzt 30 Jahre beträgt, verkürzen will.
— Bekanntlich sind die Ausführungsbestimmungen zum Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetz noch nicht fertiggestellt worden. Wenn auch im ReichsgesundheitSamte die bezüglichen Arbeiten jetzt stark beschleunigt werden, so erscheint es doch noch fraglich, ob die Ausführungsbestimmungen dem Bundesrate so zeitig zugehen können, daß dieser sich damit vor seiner Vertagung zu beschäftigen vermag.
— Eine weitgehende Fürsorge für Invalidenrenten- Empfänger im Bereiche der preußischen und hessischen Eisenbahn-Direktionen bildet zurzeit den Gegenstand eingehender Beratungen der maßgebenden Verwaltungsstellen. Man erwägt nämlich ernstlich den Plan, Jnvalidenhäuser in gesunder Lage auf dem Lande zu errichten, in denen den Rentenempfängern ein geeignetes Unterkommen gewährt werden soll. Bei dem Bau soll möglichst darauf Rücksicht genommen werden, alles Schablonenmäßige zu vermeiden, die Häuser nicht etwa schon im Aeußeren als „Anstalten" oder „Kaserne- mentS" zu kennzeichnen, sondern einfache, aber freundliche Häuser im Landhausstil mit Veranden, Vorgärten und einem Stück Ackerland herzustellen. Ein größeres Gebäude soll ferner der gemeinsamen Benutzung dienen, eS soll Lesezimmer, Unterhaltungsräume, Badezimmer, Zentralküche rc, enthalten, doch soll es natürlich Niemand verwehrt werden, sich seine Lpersen auch selbst zu bereiten. Durch diese Einrichtung YvNt man den fortgesetzten berechtigten Klagen der Renten
Ausland.
Paris, 14. Mai. Im heutigen Ministerrat teilte der Minister des Aeußeren, Delcoss^, mit, daß Frankreich sich dem nachdrücklichen Protest der Mächte gegen die Maßregeln dec Pforte gegenüber den fremden Postämtern angeschloffen habe. Ferner erklärte der Minister, daß 2000 Mann von dem chinesischen Expeditionskorps in die Heimat zurückbefördert seien, das Expeditionskorps selbst werde folgen, sobald die letzten Klauseln der Kollektivuote erfüllt und besonders, sobald die Entschädigungsfrage geregelt sei.
Madrid, 14. Mai. Heute ist vor dem Bischofspalast in Palma (Mallorka) eine Dynamitbombe geplatzt. Die Explosion richtete lediglich Sachschaden an.
Sevilla, 14. Mai. Die ausständigen Gärtner begingen Ausschreitungen, um alle Gärtner zur Einstellung der Arbeit zu veranlaffen. Es kam zu einem Zusammenstoß mit der Gendarmerie, mehrere Personen erlitten Verletzungen, 70 Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Arbeiterbewegung gewinnt in der ganzen Umgegend an Boden.
Rom, 14. Mai. Am vergangenen Donnerstag hat König Viktor Emanuel einen ihm vom Ministerpräsidenten Zanar- oelli vorgelegten Erlaß unterschrieben, durch den ein neuer Orden für Verdienste um Landwirtschaft, Industrie und Handel gestiftet wird. Er kann allen denen verliehen werden, die sich, einerlei, ob Besitzer, Unternehmer oder Arbeiter, um den Ackerbau, Bodenverbefferungen, um Entwickelung dec Gewerbe, um das Wohl und den Schutz der Arbeiter, um Ausbreitung des italienischen Exports, mit Kredit-Einrichtungen zugunsten des Ackerbaues und der Industrie verdient gemacht haben.
Abbazia, 14. Mai. An Bord des griechischen Kriegs- chiffes „Psara" fand heute ein Frühstück statt, an dem der König und die Königin von Rumänien mit Gefolge teilnahmen. Bei ihrer Ankunft au Bord wurde ein Salut von einundzwanzig Schuß gefeuert und die rumänische Hymne gespielt. Der König von Griechenland brachte )en ersten Trinkspruch (französisch) aus. Er sagte etwa olgendeS: Ich bin überaus glücklich, Ew. Majestäten, welche heute zum erstenmale griechisches Territorium betreten, u begrüßen. Hierüber meine außerordentliche Freude aus- »rückend, trinke ich auf das Wohl des Königs und der Königin von Rumänien. Die Kapelle spielte hierauf die rumänische Hymne. König Carol erwiderte französisch etwa folgendes: Ich beglückwünsche mich, in der Gesellschaft »es Hellenenkönigs zu verweilen nnd trinke auf das Wohl »es Königs und der Königin und das Gedeihen Griechen- ands. Gegen 3% Uhr kehrte das Königspaar von der „Psara" zurück. Die Verabschiedung trug den Charakter herzlicher Freundschaft.
Belgrad, 14. Mai. Man erfährt, daß in ganz Belgrad große Entrüstung herrsche, weil die Königin von Serbien einem freudigen Ereignis entgegensehe. Eine medizinische Autorität erklärte, daß hierzu überhaupt kein Anlaß vorhanden gewesen wäre.
Deutsches Keich.
Berlin, 14. Mai. Aus Kürzel wird gemeldet: Das Kaiserpaar unternahm heute morgen 6 Uhr einen Spazier- ritt gegen Laudonvillers und kehrte gegen 8 Uhr nach Schloß Uiville zurück. Der Kaiser erledigte darauf RegierungSge- schäfte und nahm Vorträge entgegen. Zur Mittagstafel war auch der Minister des Innern Frhr. v. Hammerstein geladen. Morgen findet eine große militärische Uebung der Metzer Garnison zwischen Gorze, Rezonville und ArS statt. Der Kaiser steigt um 6 Uhr in Gorze zu Pferde. Nach dem Schluffe des Manövers gedenkt der Kaiser beim komman- dierenden Genral des 16. Armeekorps, Grafen Häseler daS Frühstück einzunehmen.
genannt werden. Tenn ihm ist das seiner Meinung nach sicherlich Schlimmste widerfahren: man bemitleidet ihn. Und weshalb? Eine wunderliche Ironie des Schicksals hat es gefügt, daß der Held vvn Khartum, der hartgesottenste aller Junggesellen, sich „herablassen" muß, durch Vermittelung einer Frau beim alten Ohm Paul wegen des Friedensschlusses anzuklopfen. Tie Stunde, da Lord Kitchener die kluge Gattin des tapferen Botha ersuchte, beim Präsidenten Krüger zu Gunsten der Beendigung des Krieges vorstellig zu werden, mag eine der schwersten seines Lebens gewesen sein. Aber es blieb ihm keine andere Wahl. Ter Boden Südafrikas brennt ihm unter den Füßen, er möchte ihn nicht vollends zum Grabe seines Feld herrnruhms werden lassen. Toch nach London zurück? den auf jeden Fall demütigenden Friedensantrag in der Tasche? Nein, das ist nichts für den maßlos ehrgeizigen Mann. Er denkt — wie aus brieflichen Andeutungen an ihm näherstehende Persönlichkeiten zu entnehmen ist —, die Scharte auszuwetzen. Aber nicht im Süden Afrikas, sondern dort, wo er den kriegerischen Lorbeer dereinst pflückte, im Sudan, nilaufwärts. . .
Im Quellgebiet dieses Flusses gährt es wieder. Ein neuer M a h d e ist erstanden, die schwarze Fahne des Propheten flattert wieder auf. M o h a m m e d - b e n -A b - dmllah behauptet, ein Engel habe ihn geheißen, den „hNligen Krieg" gegen die Briten wiederum zu verkünden. Seine Lehre hat gezündet, zahlreiche Negerbanden halten zu ihm, und das Land befindet sich schon seit Monaten im Kriegszustände. Schulter an Schulter mit den Briten
Generalfeldmarschalt Grafen W a l d e r s e e. Tie Leitung des Vereins liegt in den Händen eines Komitees, welchem folgende Herren angehören: General v. Throta, Vorsitzender, Major v. Kronhelm, stellv. Vorsitzender und Schatzmeister, Hauptmann v. Sandrart, Stellvertreter, Hauptmann von Blottnitz, Schriftführer, Hauptmann v. Reitzenstein, Technische Kommission, Rittmeister Graf v. Magnis, Jagdreit- Kommission, Hauptmann Schmidt, Schießkommission. Tie einzelnen Kommissionen sind noch durch eine Anzahl Herren verstärkt. Ter Verein hält wöchentlich zwei Jagden ab, die sehr starke Beteiligung finden. Es ist hier aber auch ein Gelände, das jedes Reiterherz entzückt. Bald wird jedoch diese Freude wohl aufhören, da die Chi nesen jetzt anfangen, die Felder zu bestellen. Und da wir ja bekanntlich uns nicht im „Kriege" befinden, wird es wohl auch hier bald heißen: „Fl ur s chäd en d a r f n ich t g e- macht werden.!" — Tann Ade schönes Reiten.
kämpften dort Truppen des Negus Menelik, ohne bisher besondere Erfolge errungen zu haben. Jetzt sollen 10000 Mann frischer abessynischer Reiter eingreifen. Nicht daß Menelik daran dächte, den Engländern die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Ter verschlagene Barbarenfürst hat lediglich im eigenen Interesse, um sein Eigentumsrecht an der „Aequatorialprovinz" zu besiegeln, zum Schwerte gegriffen. Zufällig sind seine Feinde gegenwärtig auch Englands Feinde. Tas Blatt wird sich wenden, wenn der Somali-Aufstand niedergeworfen ist. Menelik wird die Hand auf ein Gebiet legen wollen, das England für sich beanspruchen muß, wenn anders es auf dem Projekt beharrt, seine Eigentumssphäre von Aegypten bis nach Britisch Ostafrika hin auszudehnen. Ter englischen Waffen wartet also über kurz oder lang im südlichen Sudan schwere Arbeit, und sie dort zum Siege zu führen, dort seinen erschütterten Feldherrnruf zu festigen, das ist es, was der Besieger der Terwische, der in England vor wenigen Jahren noch vergötterte, jetzt bemitleidete Lord Kitchener zu wünschen scheint.
So ist das kleine Volk der Buren berufen, das Geschick dieses Mannes wie das des ganzen England entscheidend zu beeinflussen. Was Kitchener nicht möglich war, wird keinem Offizier des vereinigten Königreichs möglich sein. Ter stolze Plan, eine großafrikanische Kolonie vom Kap bis 3um Nil zu errichten, darf als gescheitert betrachtet werben. Lord Kitchener war ausersehen, ihn durchzuführen; jetzt ersucht er, der Rächer G o r d o n s, durch Vermittelung einer Frau den heimflüchtigen Burenpräsidenten, seine, Krt- cheners, Feldherrnqualen zu Ende gehen zu lassen. Wahrlich, eine heilsame Lektion für Kitchener und seine Landsleute — und darüber kann auch die neueste, hochtönende Bankettrede Lord Salisburys nicht Hinwegtäuschen, auch xi England nicht.
• *
Aus Kapstadt meldet „Reuters Bureau: Ter Premierminister erklärt die Gerüchte von einer beabsichtigten Umbildung des Kabinetts für durchaus unbegründet; es sei überhaupt keine Aenderung in dem Kabinett geplant.
Die Lage rn China.
Schneller als erwartet werden konnte, hat China eingewilligt, den von den Mächten geforderten Ent- hchädigungsbetrag von 450 Millionen Taels zu bezahlen. Das ist immerhin ein Fortschritt, doch das „aber" bleibt «uch hier nicht aus. China schlägt den Mächten vor, diese Summe vom Juli 1902 ab durch jährliche Zahlungen von 15 Millionen Taels, also in dreißig Jahren, zu tilgen. Mit solchen Ratenzahlungen ist es erfahrungsgemäß eine mißliche Sache, besonders, wenn man mit einem nichts weniger als gutwilligen Partner zu thun hat. Wie, wenn die Zahlungen unregelmäßig erfolgen, oder ganz ausbieiben? Liegt nicht die Gefahr nahe, daß die dann von Fall zu Fall energischer werdenden Vorstellungen und Ermahnungen der Gläubiger neue Unruhen Hervorrufen? Und volle dreißig Jahre soll dieser angenehme Zustand dauern! EG bestehen in der That ernste und berechtigte Zweifel,! ob die Mächte sich auf diese Sache einlassen werden. Als die Gesandten seinerzeit über die Entsck)ädigungsfrage konferierten, hatten sie auch! den Modus der jährlichen Ratenzahlungen in den Kreis ihrer Betrachtungen gezogen. Doch die überwiegende Mehrheit war einer derartigen Lösung der Entschädigungsfrage abgeneigt, und es ist anzunehmen, daß die Regierungen der Auffassung ihrer Gesandten sich damals angeschlosfen haben. Am geeignetsten erschien den letzteren die Tilgung durch eine von allen Mächten zu verbürgende Anleihe, deren Rückzahlung aus den Erträgen der Zölle, namentlich, der erhöhten Seezölle, unschwer be- werkstelligt werden könnte. Auf diese Weise wäre die ganze Entschädigungsfrage mit einem Mal aus der Welt ge- fthafft. Tie Titres dieser Anleihe würden zu Anlagezwecken stark begehrt werden, die Regierun-gen würden also das verausgabte Geld sofort wieder in den Staatskassen haben, und durch die internationale Kontrolle der chinesischen Zollverwaltung ließen sich etwaige unlautere Manipulationen der Mandarinen vereiteln. Der Ratentilgungsvor- fchlag der Chinesen wird also zunächst neue diplomatische «Verhandlungen zeitigen, eine neue Verzögerung herbei- fciS.en'cv er wesentlich zu diesem Zwecke ge-
pellt. In der Verschleppungstaktik bleiben die Gelben nun einmal bu unerreichten Meister.
n englischen Unter Hause teilte Cranborne mit, die brrtlsche Regierung habe sich, solange nicht gleichzeitig eene Reform des Handels der fremden Staaten statt indet, gegen lebe Erhöhung des chinesischen Einfuhrtarifes über jenes Maß hinaus erklärt, das nötig sei, um den ^>n -mf volle 5 Prozent vom Werte zu bringen.
Im Zentralblatt für die Gesamtinteressen der deut- ßchen Pferde-Rennen „Ter Sporn" lesen wir:
„Zur Pflege jeder Art von Sport hat sich in dieseni Monat hier der Pekinger Reiter-Verein gcbübet Terselbe zählt schon jetzt 120 Mitglieder: er ist inter national und steht unter dem E h r e n v o r s i tz des S?errn
Aus Stadt und Land.
Gießen, 15.
** Das Großh. Regierungsblatt Nr. 34, ausgegeben am 13. Mai 1901, enthält: Bekanntmachung, den Handel mit vollständig denaturiertem Branntwein betreffend. Vom 1. April 1901.
*.* Die Kreisstraße von Hausen nach Gießen oll im Laufe dieses Jahres verbreitert werden.
** „Die Rollen sind verteilt", kann man ausrufen angesichts der in allen Stadtteilen lagernden höl- zeriren Ungetüme, in denen sich! die Kabelrollen für die elektrische Leitung befinden. Mit dem durch das Legen )es Kabels notwendigen Straßenaufbruch, ist an mehreren Stellen zugleich, begonnen worden; diese Arbeit giebt einen kleinen Vorgeschmack von der bevorstehenden Tiefkanalisatiom;
(!) Feuer. Heute morgen zwischen 3 und 4 Uhr brach in einem Hause in der Wallthorstraße in den unteren Räume» Feuer aus, das von den Bewohnern und der Nachbarschaft alsbald gelöscht wurde. Einiges Moblilar ging zu Grunde. ES liegt anscheinend Brandstiftung vor. — Wie wir eben ören, wurde der Besitzer des Ladens, Schuhmacher Johan» Debus wegen schweren Verdachts der Brandstiftung verhaftet. 1 eine Mitbewohnerin des Hauses will gegen abend einen karten Benzingeruch wahrgeimmmen baben.
** Iagd auf Maikäfer. Tas Ministerium hat angeordnet, daß in denjenigen Gemeinden, in denen in diesem Jahre ein Maikäferflug stattfindet, den schul- iflichtigen Knaben im Alter von 10—14 Jahren während ►er Vormittagsstunden gestattet wird, bis etwa 9 Uhr, so lange der Maikäferflug bauert — also etwa drei Wochen —, unter Aufsicht und nach Anleitung erwachsener, von dem betreffenden Gemeindevorstand bestimmter Personen beim Abschütteln, Sammeln und Vertilgen der Käfer sich zu beteiligen.
! Großen-Linden, 14. Mai. Dieser Tage wurde die Firma Krause u. Co. und die Ziegelei dem Gießener Fernsprechnetz angeschlossen.
§ Hattenrod bei Reiskirchen, 14. Mai. Wie alljährlich, so wird auch diesmal an dem Himmelfahrtstage eine Feier in dem an der Straße nach Lich gelegenen chönen Buchenwald stattfinden. Diese Stelle des WaldeS liegt ungefähr eine halbe Stunde von unserm Orte uni» führt den Namen Mailbach. Ein Dorf dieses Namens fott hier im 30 jährigen Kriege verwüstet worden sein;^rotza Steinhaufen und Mauerreste bezeichnen noch heute die Stelle. Dieses Himmelfahrtsfest in Mailbach steht in der ganzen


