Ausgabe 
16.5.1901 Drittes Blatt
 
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wort zugegangen:

Berlin, den 10. Mai 1901.

Telephonischer Kursbericht

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Tendenz schwach.

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. 194 50 . 178.50

Dißkonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelssfet. Oosterr. titaatehahy Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . , Harpen er

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44.00

20 70 . 27.00 . 81.501

bringen, da schon seit Jahren von einem Fruchtbau zum Zwecke des Verkaufs bei dem kleinen Hauer keine Rede mehr sein könne. In Folge der hohen Fleischpreise sei der Bauer von der Ackerwirtsck>ast zur Viehwirtschaft übergegangen und aus der Reihe der Produzenten ausscheidend, zu einem Konsumenten geworden. Hieraus resultiere der bedeutende Verbrauch an Futtermitteln. Tas Geschäft hierin werde immer lebhafter, da aurl) die Arbeiter durch den günstigen Stand der Industrie und die dadurch bedingten hohen Löhne zur Viehhaltung übergegangen seien. Die Zahl der kon furnierten Futterartikel werde täglich größer, da die ein­heimischen Futtermittel durch die Ringbildungen so ver teuert seien, daß der Bauer trotz seinem Hangen am Alten sich gezwungen sehe, zu den ausländischen Futtermitteln überzugehen. Durch die günstigen Erfahrungen, die man mit der Maisfütterung bei Schweinen gemacht, und durch die bedeutende Zunahme der Schweinehaltung im Kreise Biedenkopf sei der Verbrauch an Mais sehr gestiegen. Ter Uebergang der Bauern zur intensiven Viehwirtschaft, unterstützt durch die Herdbuch-Genossenschaften, sei für die Lage derselben nur von Vorteil gewesen.

fc. Limburg a. d. L., 14. Mai. Der achtjährige Sohn des Polizeisergeanten Weißgerber hier fiel gestern in die Lahn und ertrank.

Frankfurt, 14. Mai. Dem hiesigen Magistrat ist auf ein an den Frankfurter Ehrenbürger Staatsminister Dr. v. Miquel gerichtetes Begrüßungsschreiben folgende Ant-

25.10 c.

8.9° C.

Arbeiterbewegung.

Mainz, 14. M-i. Die hiesigen und Kasteler Bäcker befinden sich in einer Lohnbewegung. Die Bäckerinnung hat dm Ober­bürgermeister um Vermittlung angerufm und so fand heute mittag auf dem Stadthaus zwischen Vertretern der Bäckerionung und der Lohnkommtssion ein EtnigungSversuch statt. 68 wurde von Ober­bürgermeister Dr. Gatzner folgender Vorschlag gemacht: Sämtlichm Bäckern wird die Beköstigung außer dem Hause zuaestandm und dafür entsprechende Lohnerhöhung gezahlt, ebmso allm über 20 Jahre alten Gesellen auch auswärtige Wohnung zugebilltgt und dafür Vergütung gewährt. Eine Jnnungöversammlung soll zu diesem Vorschläge Stellung nehmen. Die Bäckergesellen beschlossen in einer hmte nachmittag ab- g eh allen en zahlreich besuchten Versammlung den obigen Vorschlag an- mnehmen. Eine wettere Verhandlung soll morgen auf dem Stadt­haus folgen.

Frankfurt,, den 15. Mai

Kreditaktien ' . . .217 90

Höchste Temperatur am 13.14. Mai

Niedrigste,

Meteorologische Beobachtungen

der Stativ» Giekeu. ___

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Städtischer Arbeitsnachweis Gießen

Garteuftratze 2.

vygedot der Arbeitrrehnrer: 1 Glaser, 1 Schlosser, 1 Lauffrau, 1 Dienstmädchen, 1 Waschfrau, 1 Brödchenträgerin, 1 Fuhrkneckt.

Nachfrage der Arbeitgeber r 2 Glaser, 1 Wagner, Sattler, 3 Schreiner, 1 Fuhrknecht, 1 Haus bursche, 8 Dienstmädchen, 1 Brodchen« auSträgerin, 1 Waschfrau. r ,lfl_ s,(n(rw

Lehrlinge: 1 Bäcker, 1 Buchbinder, 1 Glaser, 1 .Kellner, 8 Schlosser, 1 Schneider, 1 Schreiner, 1 Metzger.

Theater, Kunst und Wissenschaft.

Die Bettlerin vom Pont des Arts." Nun­mehr ist die lyrische Oper Berkals, die in Köln, Kassel, Tarmstadt und Mainz laute Erfolge errungen, auch in Frankfurt in Szene gegangen. Sie wurde sehr herzlich ausgenommen, besonders gefielen die choreographischen Szenen in der Stuttgarter Gallerie, die der Komponist recht hübsch vertont hat. Trotzdem ist man sich der Schwächen der Oper sehr deutlich bewußt; die lyrische Sentimentalität und die melodische Phrase langweilen auf die Tauer, dazu das miserable Textbuch., das dem Komponisten eher hinder­lich als förderlich gewesen sein muß. Dagegen wurde in Frankfurt die glänzende Instrumentation der Oper an­erkannt, die den geschickten Routinier und feinsinnigen Musiker verrät. Frl. Elsa Schweitzer, die neu engagierte jugendlich! dramatische Sängerin, bot eine brillante Leistung als Bettlerin und entledigte sich mit künstlerischer Noblesse des Gesangsparts; Heusel als Fröben war ebenfalls gut, sein ausgesprochen lyrisches Organ kam seiner Aufgabe außerordentlich zu statten. Brinkmann als Don Pedro hatte schöne gesangliche Momente. Tie Aufführung leitete Kapell­meister Wolfram mit musikalischer Sicherheit. Eine Reper­toireoper dürfte das rührselige Stück von deutscher Treue und Liebe kaum werden. W.

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und der Industrie ver«

1 des griechischen Kriegs- ühstück statt, an dem der Rumänien mit Gefolge Bord wurde ein Salut rt und die rumänische in Griechenland brachte )) aus. Gr sagte etwa icklich, Ew. Majestäten, jcheS Territorium betteten, ^erordentliche Freude aus- hl des Königs und bet pellt fpielte herauf bit )l erwiderte französisch Aich, in der Gesellschaft trinke auf da- JEW >aS Gedeihen Griechen« s KünigSpaar von der ag trug den Tharatter ,rt, daß iu ganz Belgrad onigin von Serbien entgegenie^e.

:ju überhaupt kein Anlaß

Umgegend in gutem Ansehen und erfreut sich alljährlick) großen Zuspruck)S aus den Nachbarorten.

e. B a d - N a u h e i m , l t. Mai. Gestern und heute fand hier der 39. Verbandstag der hessischen Vor­schuß- und K r e b i t ö e r e i ne statt. 24 Genossenschaften >onbten etwa 80 Vertreter und Abgeordnete. Tie Haupt­versammlung tagte fyeute vormittag im Saale der Turn­halle. An Stelle des erkrankten langjährigen Verbands- direktvrs Tiehls leitete Justizrat Dr. Harnier-Kassel die Versammlung, und er wurde auch zum Verbandsdirektor einstimmig gewählt, sowie Herr Gleim-Melsungen als Stellvertreter. Es waren ferner anwesend Tr. Crüger-Berlin und Bankdirektor Thorwart von der Genossenschaftsbank in Frankfurt a. M. Tas Großh. Kreisamt Friedberg hatte Tr. Wagner geschickt, der die Herren im Namen des Kreis­amts willkommen hieß. Tie Berichte der 24 Vereine es fehlte nur ein Verein boten ein sehr interessantes Bild der wirtschaftlichen Lage des Mittelstandes. Im ganzen wurde darauf hingewiesen, daß es weniger wichtig sei, hohe Tivideuden zu verteilen, als einen größeren Reserve­fonds zu bilden; das sei notwendig für event. kritische Zeiten. Auch die Einführung des Checkverkehrs wurde eifrigst gewünscht, ebenso der Beitritt zu den sogen. Check- vereinigung. Checkverkehr, mit Anschluß au die Checkver­einigung, Giro-Verkehr und Wechsel-Verkehr, das seien gegenwärtig die wichtigsten Erfordernisse für jede Genossen­schaft und so ausgebildet, vermöge sie auch die Konkurrenz der Reichsbanknebenstellen und anderen Institute nicht allein auszuhalten, sondern auch zu schlagen, denn die Genossenschaftskassen könnten billiger arbeiten. Zum Be­suche der Genossenschaftstage in Baden Baden wurden die Vereine Wächtersbach und Marburg ausgelost, Vertreter zu bestimmen, und als Ort für den nächstjährigen Verbands­tag wählte man Wildungen. Um 2 Uhr nahmen die Herren das Festessen imSprudel-Hotel" ein und besichtigten dar­nach den Park, die Kurterrasse re.

Melbach, 14. Mai. Am 15. Mai 1851 trat der hiesige erste Lehrer, Herr Gremm, zu Hemmen bei Schlitz in den 'Schuldienst ein. Seit 1877 wirkt er an der hiesigen, bis zum vorigen Jahre noch einklassigen Volksschule. Ter Orts­vorstand in Gemeinschaft mit dem Schul- und Kirchen­vorstand veranstaltet am Samstag zum 50 jährigen Dienst­jubiläum des verdienten Lehrers eine Feier verbunden mit einem Festessen.

r. Schlitz, 13. Mai. Heute nachmittag fand hier die feierliche Bestattung des Geh. Kirchenrates D. theol G Chr. Dieffenbach statt. Die Gedächtnispredigt in der Kirche hielt der 2. Pfarrer Schmidt über das Schriftwort: Herr, nun lassest Du deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Er führte aus, wie das Leben des Entschlafenen, der durch seine schrist stellerischen Leistungen, besonders auf dem Gebiete der Lyrik, weit über die Grenzen des engeren Vaterlandes bekannt und als Herausgeber des KinderblattesDer Jugendfreund" be« rühmt geworden ist, reich gewesen sei an Gnade, reich au Arbeit und reich an Ehren. Nachdem hierauf der Kirchen« zesangverein, den der Verstorbene seinerzeit ins Leben gerufen ; Hatte, ein Lied vorgetragen hatte, widmete der Superintendent der Provinz Oberhessen, Prälat D. Habicht vom Altar aus, zu desien Füßen der mit Blumen und Kränzen geradezu überdeckte Sarg aufgestellt war, dem Entschlafenen einen warmen Nachruf, nochmals kurz der Verdienste des Heim gegangenen um seine Gemeinde und die ganze Landeskirche gedenkend und daran erinnernd, daß derselbe freilich auch oft heftigen Widerspruch wegen seines orthodoxen Stande Punktes in Glaubcnssachen gefunden habe. Nach einem Schlußgebet des Dekans des Dekanates Lauterbach, des Geh. KirchenrateS D. theol. Stock-Stockhausen, setzte sich der Leichen­zug unter Vorantritt der Schulen, Vereine und der De- LanatSgeistlichkeit im Ornat nach dem Friedhöfe in Bewegung, i)ic Einsegnung am Grabe nahm nach einem Gesang deS GesangvereinsHarmonisches Kränzchen" der Vikar deS Ent­schlafenen, Bernbeck, vor, worauf Prälat D. Habicht dem Segen erteilte. Kränze legten nieder OberamtSrichter Wahl hier im Namen des KicchenvorstandeS, Lehrer Müller im Namen der Lehrer der Stadt Schlitz, Lehrer Bohl namens des Kirchengesangvereins und der Präsident des Harmonischen Kränzchens im Auftrage seines Vereins. Auch von dem Kaiser, der dem Entschlafenen sehr gewogen war und ihn «och neulich bei der Galatafel im gräfl. Schlöffe mit einer Ansprache ausgezeichnet hatte, soll ein Kranz eingetroffen sein.

Darmstadt, 14. Mai. Der Großh er zv g wohnte heute vormittag auf dem Truppen-Uebungsplatz der Be- sichtigung der Bataillone des 5. Großh. Jnfanterie-Re- Kemints Nr. 168 durch den Kommandierenden General bei. i Zum neuen Kanzler des Deutsch en Flotten Ver­eins wurde Generalmajor z. D. Wilhelm Menges hier ernannt, der zur Ueberuahme seines Amtes schon Eudo dieser Woche nach Berlin übersiedeln wird. Gestern abend . 6 15 Uhr stieß ein Radfahrer mit einem Fuhrwerk zu- I Jammen. Ter Radfahrer wurde gegen einen Gastandelaber gedrückt und trug dabei solck>e Verletzungen am Kopfe davon, daß er in das städtische Krankenhaus gebracht wer- | den mußte. Die Preise für dieDarmstädter Spiele 1901" in der Ausstellung betragen für gewöhnliche 3 ML, 2 ML und 1 ML Am Eröffnungstage für das Weihefest werden nur Plätze zu 5 ML und zu 3 Mk. am Portale der Ausstellung ausgegeben. Die Leitung der Spiele ttiadjt bekannt, daß das Programm der Festvorstellung am Donnerstag, 16. Mai, für das weitere Publikum wiederholt wird. Tie Preise sind 3 und 2 ML für die besten Plätze, 1 ML für die übrigen.

Sch. Darmstadt, 14. Mai. Heute mittag wurde der Händler und Metzger Feist Reinheimer aus Eberstadt wegen Sittlichkeitsverbrechens, begangen an einem Dienst­mädchen von Griesheim, mit dem er in einem Fuhrwerk l>on Griesheim nach- Darmstadt fuhr, durch die Gendar­merie verhaftet, und in das hiesige Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Der auf der Künstler-Kolonie vor- acsehene große Aussichtsturm wurde der bedeutenden Soften wegen vorerst nicht errichtet, auch das vor der russischen Kapelle vorgesehene große Marmorbassin wurde burdji ein mächtiges Blumenbeet ersetzt.

Dillenburg, 14. Mai. Ein in dem Jahresbericht 1 der hiesigen Handelskammer veröffentlichter Berick)t a lis dem Kammerbezirk führt u. a. aus, eine Erhöhung des Nnfuhrzolles auf Frucht, Mehl und Futterartikel würde Mr die hiesige Gegend dem Bauernstand nur Nachteile

Neueste Meldungen.

(Telephon-Meldungen deSGießener Anzeiger-".)

L. Darmstadt, 15. Mai. 1.10 Uhr. Heute vormittag 11 Uhr wurde im Beisein deS Großherzogs und der Groß­herzogin die Ausstellung der Künstlerkolonie eröffnet.

G. Darmstadt, 15. Mai. 12.45 Uhr. Die Zweite Kammer der Stände setzt heute die Beratung fort. Der Antrag des Abg. HaaS - Mainz betreffend Errichtung eines Justiz- gebäudeS wird für erledigt erklärt, nachdem der Justiz­minister Dittmar der Errichtung zustimmte. Der Antrag des Abg. Seelinger (Lampertheim) auf Errichtung eines Amtsgerichts in Lampertheim wurde abgelehnt. Für die AuSbefferung rc. der GrubeLudwigshoffnung" wurde» 93 000 Mk. bewilligt. Die Sitzung wird auf Dienstag de« 21. Mai vertagt.

A. Berlin, 15. Mai. (12.15 Uhr ) Wie unser Spezial- Berichterstatter hort, wird in politischen Kreisen angesichts der chronischen Beschlußuufahigkeit des Reichstages die Nückkehr zur dreijährige» Legislaturperiode diskutiert. ~ Die fünfjährige Legislaturperiode hätte sich mehr schädlich als nützlich erwiesen Die Rückkehr zur dreijährigen Legislaturperiode könne dem Deutsche» Reiche nicht als ei» Zeichen der Schwäche auf­gelegt werden.

Berlin, 15. Mai (2.15 Uhr>. Der Reichstag wurde heute mit einem Schlußeffekt geschloffen. Die von agrarischer Seite ausgehende Befürchtung, daß es heute der Opposition gelingen werde, dasZustandekommeu desBranutweiu- steuer-Rotgesetzes in der von der Kommission gegebene» Faffuug durch Obstruktion zu verhindern, hat sich erfüllt. Bei der Abstimmung über das Notgesetz waren nur 198 Ab­geordnete anwesend. Es fehlte also einer an der erforderliche« Beschlußsähigkeitsziffer. Das Gesetz ist damit unter den Tisch gefallen. Nachdem dieses Ergebnis festgestellt war, vertagte sich der Reichstag bis zum 26. November.

8t. Berlin, 15. Mai. (12.05 Uhr.) Dem Bundesrat ist ein Antrag zugegangen betreffend die Einziehung der Noten der Frankfurter Bank.

R. Wien, 15. Mai. 12.20 Uhr. Alle aus Böhmen vorliegende» Preßstimmev geben der Befriedigung Ausdruck, daß eine Annäherung zwischen den Deutschen und den Tschechen, besonders aber zwischen dem Abg. Wolf, Führer der Alldeutschen und dem Tschechenführer stattgefunden bat.

Berlin, 15. Mai. Wie nach derNationalliberalen Korrespondenz" verlautet, darf angenommen werden, daß der Staatsvertrag zwischen Preußen uni) Bayern wegen der Mainlanalisiemng oen beiderseitigen parlamentarische« Vertretungskörpern bereits in deren nächsten Tagungen zugeht.

Berlin, 15. Mai. Man meldet aus Rom: In Cor- teolona bei Cremona brach in einer Seidenraupenzüchterei Feuer aus, das Wohnhaus stürzte ein, und begrub ein Ehepaar mit 6 Kindern unter den Trümmern.

Berlin, 15. Mai. Man meldet aus Bromberg: 504 Arbeitslose beschlossen gestern in großer Anzahl heute bei dem Regierungspräsidenten um Gewährung von Arbeit vorstellig zu werden. .

London, 15. Mai. DieTimes" meldet aus Peking: Tie chinesische Antwortsnote in der Entschgdigungsfrage war von einer französischen Uebersetzung begleitet, der erste derartige Fall in der Geschichte der diplomatischen Bezieh­ungen zu China.

Yokohama, 15. Mai. Ter Kaiser nimmt die De­mission des Finanzministers Watanabe an,, aber nicht di« der anderen Minister. Ter Verweser des Kabinettspräsi­diums Saiouji ist interimistisch zum Finanzministev ernannt.

Dem Hochlöblichen Magistrat sage ich für den so freundlichen Willkommensgruß zu meinerbevorstehenden Nückkehr nach meiner lieben Stadt Frankfurt meinen herzlichsten Dank. Während meiner fast elfjährigen Abwesenheit habe ich nie aufgehört, ein guter Frankfurter zu sein, und meinen Entschluß, meine alten Tage dort zu beschließen, stets festgehalten. Ich bin glücklich, daß nunmehr die Zeit gekommen ist, wo ich diesen Entschluß ausführen kann, und freue mich, alte Freunde und Bekannte wiederzusehen und persönlich mich von der herrlichen Blüte der Stadt und dem gewaltigen unter Ihrer Verwaltung erreichten Fortschritte überzeugen zu können.

Ich verbleibe dem Hochverehrten Magistrat als stets treu gesinnter Ehrenbürger Miquel.

Hanau, 14. Mai. In der gestrigen Generalversamm­lung des hiesigen Kunstgewerbevereins referierte Fabrikant König überZolltarif un~b Handelsver- träg e". Ter Verein wünscht keine Aendernng der deutschen Zollsätze gegen die ausländische Konkurrenz, der Stand zu halten ei die inländische Industrie auch ohne erhöhten Zollschutz für stark genug hält. Aber er wünscht auch keine Hinaufschraubung der Tarife des Auslandes, durch die unser Export in Frage gestellt würde; eine solche Gefabr bestehe infolge der übertriebenen Forderungen der land^- wirtschastlichen.S>ck)utzzöllner und der Nachgiebigkeit der Regierung gegen diese. Handel und Industrie, so betonte der Referent, haben alle Veranlassung, sich gegen agrarische Uebergriffe zu wehren. Es wurde von der Versmnmlung einstimmig beschlossen, eine motivierte Eingabe an den Bundesrat und Reichstag zu senden, in welcher der Stand­punkt der Industrie zu den neuen Handelsverträgen dar­gelegt und ausführlich begründet werden soll.

* Meine Mitteilungen au8 Hessen und den Nachbarstaaten. In Frankfurt kam am 12. d. M. ein verheirateter Mann beim Hauptbahnhofe, als er auf einen Wagen der Straßen­bahn aufspringen wollte, zu Fall, geriet unter den Anhänge­wagen, dessen Räder ihm über den Kopf gingen, so daß der Tod auf der Stelle eintrat.

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Gerichtssaal.

Neisse, 14. Ma». DaS Kriegsgericht der 12. Div'sion verurteile den Hauptmann HonrichS von dem in Opveln garnisonierenden 4. Obrrschlestschen Infanterie-Regiment Nr. 63 wegen vorschrifts­widriger Behandlung Untergebener zu 3 Monaten Festungshaft. Die Vrrhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkett statt.

Müncherr, 14. Mai. Hier hat vor der Sttafkammer des Land­gerichts I die Verhandlung gegen den (auch in Nauheim bekannten D. Red.) früheren Sekretär des Fürsten Ferdinand von Bulgarien Eugen Pfannen stiel wegen des sein erzett gemeldeten Betrugsfalles stattgesunden, in welchem Pfannenstiel den Münchener Hotelier Schenk um dreitausend Mark geprellt hatte, die er angeblich in einer Mission für den Fürsten brauchte. Pfannmstiel wurde wegen Zweifels an seiner geistigen Zurechnungsfähigkeit freigesprochen.

^MYRRHQLIN-SEIFE

Ist den meisten anderen, selbst viel teureren Toiletteseifen ent­schieden vorzuziehen." Dies wird von einem bekannten Mediziner be­hauptet, welcher Versuche mit der Patent-Myrrholtn-Seife angestellt hat. Ueberall, auch in den Apotheken, erhältlich. 4

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