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das Leben bedeutend teurer ist, als in der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt, wo die Abgeordneten verhältmß» mäßig billige Quartiere bekommen können.
So mußten viele ferner Elogen als übertrieben und nicht am Platze angesehen werden. Die landwirtschaftlich interessierten Kreise können das Zutrauen zu unserer Regierung haben, daß diese innerhalb der Grenzen ihrer verfügbare» Mittel für die Landwirtschaft so sorgen werde, als sie dazu im Stande ist. - Dafür geben die vom Ministerialrat Braun gegebenen statistischen Angaben das glänzendste Zeugnis.
Die Ausgaben sür den Hektar für die Landwirtschaft benutzte Fläche betragen in: Preußen 77 Pfg., Bayern 85 Pfg., Baden 88 Pfg., Württemberg 92 Pfg., Sachsen 100 Pfg., ElsaßLothringen 122 Pfg., Hessen 124 Pfg.
Sapienti sat.
haben, die er wohl erhofft hatte. So mußte er nach Erfolgen der letzten Woche auf gewerblichem Gebiete am ginn seiner Entgegnung bekennen:
Gestern noch auf stolzen Rossen, Heute in die Brust geschossen.
DaS Lob der letzten Tage kontrastierte stark mit
Weise gegen ihn gerichtet seien. Wie man in den Wald rufe, so schalle es heraus, und auf einen groben Klotz gehöre ein grober Keil.
Nach kurzer Duplik zwischen dem Abg. Weidner und Ministerialrat Braun hebt
Vandesökonomierat Müller hervor, daß sich die Wanderlehrer sehr gut bewährt haben, daß sie aber für den Landwirt nicht immer neues bringen können, weil denselben das Abc der Landwirtschaft nicht oft genug vorgehalten werden könne. Was die Stallmistfrage betreffe, so stehe man hier noch am Anfang.
Abg. Weidner beschwert sich über die inhumane Behandlung seitens der Regierungsvertreter. Er bedauert dies umsomehr, als er Herrn Braun schon seit Jahren schätze und achte. Durch das Vorgehen des Regierungsvertreters fei dies Vertrauen erschüttert, insbesondere dadurch, daß er hinter dem Rücken der Kammer mit dem Präsidenten des Landwirtschastsrates Erhebungen pflegte. Damit werde er sich keine Sympathie erwerben. Der Ausschluß der Zuchtviehhöfe von den Ausstellungen sei auch von dem Präsidenten des Landwirtschaftsrates anerkannt worden.
Hier wird die Sitzung um 1 Uhr abgebrochen. Nächste Ntzung nachmittags 3 Uhr.
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Die Sitzung wird um 3 Uhr eröffnet. Am Ministertisch: Maatsminister Rothe, Ministerialrat Braun, Landesökonomierat Müller, Landeskulturrat Claas, Finanzminister Gnauth. Die Generaldebatte über die Landwirtschaft wird fiortgesetzt.
Die Abgg. Dr. Frenah und Molthan treten für strengere Kontrolle über die Verwendung der Gelder für die Landwirtschaft ein. »Dadurch würden Klagen, wie die von Abg. Weidner nicht mehr vorkommen. Dr. Frenay ist erfreut, daß man so große Mittel für die Landwirtschaft aufwendet, insbesondere für das landwirtschaftliche Unterrichtswesen. Empfehlenswert sei es, daß in den Landwirtschaftsrat auch ein Vertreter des christlichen Bauernvereins zugezogen werde. Er empfiehlt die Einführung von Winzergenossenschaften und Verkaufsgenossenschaften.
Abg. Leun wünscht, daß die für die Viehzucht bewilligten Mittel möglichst den kleinen Bauern zu gute kommen möchten. Tie Abänderung des Grundplanes sei empfehlenswert.
Abg. Haas-Darmstadt will niemand das Recht be- sthneiden, Kritik zu üben, wenn es sich um Verwendung von Staatsmitteln handelt. Er bedauert, daß die Debatte eine scharfe Wendung genommen hätte, weil dadurch Gegensätze hervorgetreten seien bei demjenigen Stand, der doch tn seiner Notlage an demselben Strange ziehe und dem Lande habe man damit ein Schauspiel geboten, das nicht nötig gewesen sei. Er stellt fest, daß die Mitwirkung des Landwirtschaftsrates in Bezug auf die Organisation der Viehzucht und Verwendung der Mittel beschränkt sei. Die Kritik an der Thätigkeit des landwirtschaftlichen Provinzialvereins in Oberhessen sei ungerecht und nicht stichhaltig. Die an der Spitze dieser Organisation stehenden Männer seien von demselben Pflichtgefühl beseelt wie der Abg. Weidner; auch diese wollten nur für die Landwirtschaft das beste. Daß Wünsche vorhanden feien, müsse anerkannt werden, aber die Hauptaufgabe sei, daß man mit den bewilligten Mitteln dem kleinen Landwirt unter die Arme greife. Er ist ebenfalls dafür, daß bei Ausstellungen die großen Zuchtviehhöfe ausgeschlossen werden. Er tritt ferner für Errichtung von Landwirtschastskammern ein. Der Pro- vinzialverein sei ein freier Verein, der mit seinen Mitteln Wirtschaften könne wie er wolle. Die von Weidner behauptete Bereicherung einiger Mitglieder des Landwirt- sthaftsrates müsse er mit Entschiedenheit zurückweisen. Herrn Hahn kenne er als einen Ehrenmann nach jeder Richtung.
Abg. Köhler-Langsdorf wünscht eine noch intensivere Ausbildung der landwirtschaftlichen Jugend. Er bedauert, daß diese Debatten im Hause vor- gekommen seien. Zur Stärkung des gemeinschaftlichen Zu- fammenfchlusfes hätten sie nicht beigetragen. Die ganze Organisation müsse anders werden, denn in jedem Bauernherzen bestehe ein Widerwille gegen die jetzigen landwirtschaftlichen Vereine. Die Leute haben kein Vertrauen zu denselben, weil in ihnen die national- liberale Partei Cliquenwirtschaft treibe.
Abg. Ulrich meint, daß ein Körnchen Wahrheit in den Ausführungen des Abg. Weidner liegen müsse. Er wünscht, daß die Regierung eine Prüfung eintreten lasse und ist erstaunt, daß man die Feststellungen von Abg. Weidner |o kurzerhand vom Regierungstisch abgewiesen habe. Er wendet sich gegen die großen landwirtschaftlichen Ausstellungen, die für den kleinen Landwirt keinen Wert hätten,
Sitzung der Stadtverordneten.
Gießen am 14. März 1901.
Anwesend: Bürgermeister Mecum, die Beigeordnete» Georgi und Wolff, die Stadtverordneten Brück, (Emme» ltus, Euler, Flett, Dr. Fuhr, Dr. Gassky, Hanau, Haubach, Heichelheim, Heyligenstaedt, Huhn, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löber, Loos, und Wallenfels.
Entschuldigt Beigeordneter Grüneberg, die Stadt» verordneten Faber, Helfrich, Orbig, Petri, Dr. Schäfer und Schmall.
Die Versammlung stimmte zunächst dem Antrag der Friedhofsdeputation auf Beschaffung einer Glocke für die Kapelle des neuen Friedhofs zu und bewilligte die einschließlich der Montage auf 610 Mk. veranschlagten Kosten. — Stadtv. Dr. Fuhr spricht sich für Beschlußfaffung über die Frage der Errichtung eines Crematoriums aus.— Bürger» meister Mecum verspricht, die Frage demnächst in der Kom» Mission behandeln zu lassen.
Die Lieferung der zur Anlage erhöhter Bürgersteige erforderlichen Bord- und Bandsteine, der Trottoirrinnen, Einsallröste und Kanaldeckel wird dem Vorschläge der Kommission gemäß vergeben.
Betr. der in voriger Sitzung behandelten Vergebung der Weißbinderarbeiten im städtischen Elektrizitätswerk teilt Bürgermeister Mecum mit, daß der Stadtverordneten Be» schluß vom November 1899, wonach bei Vergebung von städtischen Arbeiten Abgebote über 20 Prozent der Voranschlagssumme nicht berücksichtigt werden sollen, im vor» liegenden Falle versehentlich außer Acht gelassen worden sei. Die Baudeputation beantragt darnach, den Zweitmindest
heutigen Aeußerungen des Abg. Weidner. Die heutige De- batte ließ es nicht an manchen spitzen Redensarten fehlen. Der Herr Ministerialrat wußte aber gegenüber den Verdächtigungen und Verunglimpfungen seiner Ministerialabteilung seinen Mann zu stehen. Jeder unparteiische Zuhörer mußte zugebeu, daß ein Teil der Weidner'schen Ausstellung daran litt, daß er, auf ein Vorkommnis aufbauend, eine ganze Einrichtung abfälliger Kritik unterzog. Wenn hier und da einmal ein Fehler vorgekommen sein mag, so scheint doch eine Verallgemeinerung nicht am Platze zu sein. Unschön warS zu sehen, daß Weidner dabei einen außerhalb des Hauses Stehenden mit scharfen Worten anfaßte; wenn überhaupt das Wort: „Audiatur et altera pars.!“ Geltung haben kann, so ist eS hier, wo unter dem Schutze der Redefreiheit eine Anklage erhoben wurde. Mit Recht wurde verlangt, die hier vorgebrachten Verdächtigungen auch an anderer Stelle vorzubringen, damit vor einem unabhängigen Richter die Sache untersucht werden könne. Dies wurde auf allen Seiten des Hauses anerkannt. Wenig Freude mag ja der Abgeordnete Weidner über den Landwirtschaftsrat um die PrämiirungSmethode bei den landwirtschaftlichen Ausstellungen haben; aber ob seine Abneigung nicht persönlich gefärbt ist, ob er nicht vielleicht falsch unterrichtet ist und aus rein lokalem Interesse seine Klagen verallgemeinert hat, das bedarf doch der Erwägung. Man muß Zweifel in die Behauptung setzen, gelehrte Männer hätten als Preisrichter sich von persönlichen Rücksichten leiten lassen, ihre Stimme in diesem oder jenem Sinne abzugeben. Jedes Urteil ist stets subjektiv, absolute Objektivität ist nicht menschenmöglich. Jeder denkende Mensch hat seine guten Gründe für seine Ansichten. Wenn der Abg. Weidner die Kuh eines Bauern aus seiner Gegend für prämiirungSwürdig erachtet, so darf man nicht gleich den Preisrichtern Unparteilichkeit absprechen, wenn sie nicht Weidner'sche Ansichten haben und eine andere Kuh prärniiren. Ein Abgeordneter kann die Landtagsdiäten im Betrag von 9 Mk. 4- 3 Mk. UebernachtungSgelder als Normalsatz für alle Diätenbewilllgungen ansehen. Aber wenn deshalb, feinem Wunsch zufolge, für diejenigen, die beauftragt sind, Zuchtvieh in der Schweiz zu kaufen, die seither üblichen Tagegelder von 15 Mk. nicht mehr bewilligt werden sollen, beweist dies doch, daß Abg. Weidner sich noch nicht darüber klar geworden ist, daß dies erstens keine VergnügunSreise für die betr. Beauftragten ist, sodaß man ihnen also auch nicht zumuten kann, etwas zuzusetzen, daß aber ferner in der Schweiz
aber immer zuviel Absichtlichkeit anhaftet. Allen Stimmungen weiß er mit großer Treffsicherheit zu folgen, aber er betont sie dann oft über Gebühr. Es fehlt ihm die feinere Ausgeglichenheit. Frl. Pollner war als die kranke Eleonore einfach untadelhaft. Sie hatte die sehr schweve Rolle wunderbar fein durchgefühlt und kam allen ihren vielen kleinen Subtilitäten restlos nach. So, und nut so, ist m. E diese Rolle aufzufassen und darzuftellen, wie es Frl. P. that. Sie ist die für andere Leidende sich Hin- gebenbe, die Verkörperung der christlichen selbstaufopfern-- den Liebe. Die Tarnen Freund, Boch und Irmen und Herr Diegelmann kamen der dichterischen Stimmung zumeist entgegen. Einen eigentümlichen Scherz leistete sich die Regie, indem sie einmal das Schattenbild des Herim Diegelmann auf die Wand zauberte, was teilweise Heiterkeit, teilweise Unwillen im Publikum hervorrief.
Die musikalischen Präludien, Motive aus Haydns „Sieben Worten", namentlich das zum 3. Akte, waren von ergreifender Wirkung.
Ich bin gespannt auf das Erscheinen deS Buches, von dem ich einen noch größeren Genuß erhoffe.
P. Wittko.
der eine Stallschau und event. eine Ortsschau mit Prämiierung verlange und damit zufrieden sei. Empfehlenswert sei, daß die Regierung den Klagen auf den Grund gehe.
Nachdem noch der Abg. Weidner betont hat, daß er alles, was er gesagt, aufrecht erhalte und im Auftrag feiner Wähler dies gethan habe, wird die Generaldebatte geschlossen.
Es werden hiernach bewilligt: Kap. 71, Landwirtschaft!. Dispositionsfonds, mit 10 000 Mk., Kap. 72, Landwirtschaft!. Unterrichts- und Versuchswesen, mit Tit. 1, Landwirtschaft!. Versuchsstation, mit 31 000 Mk. Tit. 2—4, Obstbauschule und Landwirtschaft!. Winterschule zu Friedberg und Landwirtschaft!. Winterschulen, Tit. 5, Haushaltungsschulen, Tit. 6, Molkereischulen, und Tit. 7 und 8 werden einstimmig nach dem Ausschußantrag genehmigt. Kap. 73, Vereins-, GeuoHenschafts- und Ausstellungswesen, Kap. 74, Boden- meliorations- und Wasserversorgungswesen, Kap. 75, Förderung einzelner Zweige der Landwirtschaft, werden genehmigt.
Damit wird die Sitzung um 7 Uhr geschlossen. Morgen vormittag 9 Uhr Fortsetzung.
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-ca- Darmstadt, 14. März.
Daß bei dem Kapitel „Landwirtschaft- unsere Agrarier die Kammer wieder mit einer großen Anzahl von Klagen, Bitten und Beschwerden überschütten würden, war ja vorauS- msehen, aber auf eine anderthalbftündige Rede, die gestern Abg. Weidner dem Hause bescherte, war man doch nicht gefaßt. Unser Reffortvertreter im Ministerium, Ministerialrat Braun, war erstaunt darüber, daß feine ernstlichen Bemühungen auf diesem Gebiete nicht die Anerkennung gefunden
Einen schweren Fehler hat die Strindbergsche Dichtung: sie ist als Drama äußerlich gestaltet, und doch in ihrem Kerne ein lyrisches Gedicht. Sie paßt ganz und gar nicht auf die Bühne. Ihre sck>önften Partien sind von echtester, lauterster Lyrik, sind die entzückenden Zwie- gespräck>e zwisck>en zwei lieblichen ftinbem. Tarin liegt ein reicher Schatz feinster Kunst, der von den robusten Händen eines breiten Publikums nie gehoben werden kann. Er ist wie subtile Kammermusik für einzelne, besonders Feinfühlende bestimmt. Tiefe Reden find für die Bühne viel zu weitschweifig und zugleich zu monoton, um dramatisch wirksam sein zu können. Dazu kommt, daß die Geschichte von der Osterlilie gar zu kindlich, um nicht zu sagen kindisch ist, daß der hyperidyllische Ausgang nicht frei von Banalitäten ist, die schließlich beunruhigend wirken. Am packendsten ist der zweite Akt, meisterhaft auch die Exposition und die ganze Schilderung des Milieus und der einzelnen Charaktere.
Tas Frankfurter Publikum brachte der Dichtung nur ein sehr geringes Verständnis entgegen. Es zeigte deutlich, daß es eine so subtile Kunst zu genießen nicht fähig ist, daß es sich dem wunderbaren melanck-olischen Stimmungszauber hinzugeben außer stände ift Nur auf einzelnen Bänken machte sich bei den Aktschlüssen demonstrativer Beifall kund, von anderen hörte man ein recht unzweideutiges ironisches Räuspern und hier und da auch gelindes Zischen.
Die Aufführung war im großen und ganzen sehr wohl gelungen. Herr Bolz hatte die Hauptrolle, die des unglückseligen Elis, inne. Er schlug von vornherein den Nagenden, schwermütigen Ton eines von Seelen quälen ganj und gar mitgenommenen Menschen ein. Wieder zeigte er sich, wie stets, als ein sehr geschickter Darsteller, dem
ihn und die ganze Familie aus der Not herauszuhelfen, lann Elis in feiner Kleinmütigkeit trotz der Versicherungen feiner Braut nicht glauben.
Der letzte Akt bringt endlich, am Osterrnorgen, die Lösung. Lindgren, der Märchenriese, der die Kinder schreckt, erscheint auf der Bildfläche. Er, vor dem alle zittern wie vor Thrym, dem Riesen der Edda, kommt als letzter Bote des Winterleids. Von seiner pelzumhüllten Gestalt geht ein Zug der Kälte aus, der sich auf die Herzen legt als starre Qual. Aber der Niese thut nur so. Gr spielt ein wenig mit dem kleinen Menschenherzen grau* fam uub läßt sie eine Weile zappeln. Plötzlich aber deckt •r fein gutes Herz auf. Er erfüllt die Menschen mit herrlicher Freude, und rein und klar wird der nordische Himmel am Tage der Ostern, der Auferstehung. Freya vre Frohe, die Fürstin des Frühlings, kehrt nach langen Dayrten in südlichen Ländern zur Götterburg Walhall zu- und freudig feiert man das Fest des Frühlings. Mles Leid tft vorüber, und die Menschen fingen ihre IJcmnehcber. ' ' 1 ö '
Man sieht, Strindberg's Dichtung ist eine moderne Erneuerung der OstermYthe aus der Bibel und den Edden. Die Dichtung ich christlich und heidnisch zugleich, indem sie dem christlick)en Stosse einen von der Natur bedingten Untergrund giebt. Wie ein Uhdesck-es oder Slredsvigsck>es Gemälde lehrt sie uns die Allgegenwart und Enngkeit des versuchenden, bis zu den unschickdigen Kindern rächen den und strafenden, aber nach harten Qualen in seiner Gnade schließlich verzeihenden und alles versöhnenden Gottes, lehrt sie uns das in den nordischen Mythen verherrlichte Auferstehen der Natur aus dem Winterschlaf, das Neuerstarken der Seelen im frifdien Frühling, das Erwachen der Lust im lieblichen Lenz.
Frankfurter Schauspiele. Man schreibt uns: Nach bisherigen Bestimmungen wird Frau Helen« O d i 1 o n aus Wien ihr kurzes Gastspiel am 2 0. M L r z int Schauspielhause beginnen. Für dieses Gastspiel werden di« normalen großen Preise des Schauspielhauses in Kraft fein. Tie Vorstellungen finden außer Abonnement statt. Platz- - bestellungen werden von jetzt ab entgegengenommen.
Politische Tagesschau.
Das franzöfische Schiffbauprogramm, das durch Gesetz im Jahre 1896 festgelegt war, forderte eine Vermehrung von 112 Schiffen, die bis zum Jahre 1903 fertig- gestellt sein sollten. Die Besorgnis der Franzosen jedoch, daß sie auch mit dieser Schiffszahl dem englischen Nachbar gegenüber nicht gewachsen sein dürften, hatte sie schon lauge veranlaßt, eine weitere Verstärkung ihrer Flotte ins Auge zu fassen. Infolge der häufig schwankenden Anschauungen in den leitenden Marinekreisen und im Parlament kam am 30. Juni vergangenen Jahres ein neues Flottengesetz zu stände, durch das mit einem Kostenaufwande von 650 Millionen Francs eine Verstärkung der Flotte um weitere 110 Fahrzeuge beschlossen wurde. Gleichzeitig wurde festgesetzt, daß diese Schiffe bis zum Jahre 1903 beendet sein müßten. Im Jahre 1900 hat die französische Flotte durch Bauvollendung von Kriegsfahrzeugen einen Zuwachs von 31 Schiffen erfahren, unter denen fick) jedoch nur ein einziaetz Panzerschiff, die „Jena" befindet. Unter der Gesamtzahl der in Bau zu legenden oder fertig zu stellenden Schiffe befinden sich, nur vier Linienschiffe, von denen zwei, „Heinrich IV." und „Suffren", im Lause dieses Jahres noch beendet werden sollen, während die beiden anderen, noch ungenannt und nach einem neuen Typ zu bauen, bis zum Jahre 1905 beendet sein sollen. Eine große Rolle hat auch im Vorjahre in Frankreich die Unterseebootsfrage gespielt, die jedoch trotz aller Versuche noch nicht zum Abschluß gekommen ift. Nach beendetem Bauprogramm wird die ftanzösische Flotte aus 28 Schlachtschiffen, 24 Panzerkreuzern, 52 Torpedoboottz- zerstörern, 300 Torpedobooten und 56 Unterseebooten bestehen. Die Gesamtkosten des alten und des neuen Programms belaufen sich auf 569 760 000 Francs.


