Ausgabe 
16.2.1901 Zweites Blatt
 
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verkündet hätten, wie lange würde unser herrliches Kolonial­reich geschützt sein vor dem Angriff jedes mißvergnügten Volkes, das wünschen könnte, von Englands Schwierigkeiten Nutzen zu ziehen?

Telegramme des Gießener Anzeigers.

London, 14. Febr. Lord Kitchener meldet aus Pretoria vom 14. ds.: Unsere Truppen sind zur Zeit nörd­lich von Philippstown, das von uns gehalten wird, mit D e w e t s Streitmacht in ein G e f e ch t verwickelt. Dewet hat den Oranjefluß bei Zanddrift über­schritten und ist anscheinend auf dem Marsche nachdem Westen begriffen. General French meldet 25 Meilen südöstlich von Ermelo, daß eine starke feindliche Truppe nach Pietretrief gedrängt würde. Ihre Bemühungen, durchzu­brechen, seien bisher vereitelt worden. Kavallerie griff den Feind an, welcher fünf Tote und sechs Verwundete zurück­ließ. Zehn Mann wurden gefangen genommen, eine große Menge Wagen, Karren und Vieh erbeutet. Unsere Verluste betragen einen Toten und fünf Verwundete.

Kapstadt, 14. Febr. Der von der Regierung mit der Untersuchung der Krankheitsfälle beauftragte Bakteriologe stellte das Vorhandensein des Bu b o ne n b az il l u s fest und erklärte, daß es sich zweifellos um den Ausbruch der Bubonenpest handelt. Zwölf Fälle wurden bisher sicher im Hospital festgestellt. Zwei Personen, beide Koffern, sind ge­storben. Im Hospital befindet sich nur ein Weißer.

London, 15. Febr. Tas Reutersche Bnreau meldet aus Johannesburg vom 14. ds.: Dienstag Rächt versuchte eine starke Burenabteilung die Wasserleitung zu zerstören, wurde aber nach heftigem Kampfe gezwungen, sich zurückzuziehen. Die Buren hatten 23 Verwundete, drei Tote, die Engländer einen Toten, zwei Verwundete.

Kapstadt, 14. Febr. (Reuter-Meldung.) Der P e st - bazillus ist bei den Erkrankungen zweifellos fest- gestellt. Zwölf zweifellose Pestfälle sind konstatiert.

China.

Eine in New-York eingetroffene Depesche aus Peking vom 13. Februar meldet: Der Kaiser hatte an die Ge­sandten das Gesuch gerichtet, sich damit einverstanden zu erklären, daß sich die schuldigen chinesischen Wür­denträger selbst das Leben nehmen. Nachdem aber schon drei Würdenträger sich geweigert haben, diesen Schritt zu thun, hat der Kaiser sein Gesuch wieder zurück­gezogen. Der' Kaiser hat nun Tsching telegraphisch mit­geteilt, daß, als der Hof den Bedingungen der Note z u g e - stimmt habe, in dieser nur eine den von den chinesischen Beamten begangenen Verbrechen angemessene Bestrafung derselben verlangt worden sei, und daß folglich, wenn die Hauptschuldigen auch den Tod verdienten, die anderen doch in anderer Weise zu bestrafen seien. Die Gesandten erwiderten hierauf, daß auch die am wenigsten Schuldigen den Tod verdienen und daß alle mit dem .Tode zu bestrafen seien, da es keine schlimmere Strafe gebe.

DosK. K. österr. Telegr.-Korresp.-Büreau" meldet aus Peking: Entsprechend dem Vorgehen anderer Mächte sicherte sich die österreichisch-ungarische Re­gierung die Erwerbung eines Settlements in Tientsin zur Errichtung eines Konsulats und für Nieder­lassungen von Staatsangehörigen und deren Unternehm­ungen. Im Auftrage des österreichischi-ungarischen Gesandten in Peking wurde ein etwa 0,6 Quadratkilometer großes, am Kaiserkanal gelegenes Terrain im Namen Oesterreich-Un­garns besetzt, wovon der Kommandant des österreichisch- ungarischen Marinedetachements alle Konsulate sofort schrift­lich verständigt hat. lieber den Preis,' die Bedingungen und Ablösungen, respektive die Expropriierung, sind Ver­handlungen mit China eingeleitet.

Deutsches Reich.

Berlin, 14. Febr. Aus Homburg v. d. H. wird ge meldet: Der Kaiser und die Kaiserin unternahmen heute früh den gewohnten Spaziergang durch den Kurpark in Be gleitung des RctchskanzlerS Grasen v. Bülow und des Gene raladjutanten Generalleutnants v. Kessel. Bei der Rückkehr von dem Spaziergange statteten die Majestäten dem Saal' bürg-Museum im Kurhause einen Besuch ab, zu dem auch Kultusminister Studt, Oberbürgermeister Dr. Tetten born, Kurdirektor Frhr. v. Maltzahn und Baurat Jacobi zugezogen waren. Später hörte der Kaiser den Vortrag oeS Kultusministers. Am Nachmittag unternahm das Kaiserpaar einen anderthalbstüvdigen Spaziergang in der Tannenwald­allee. DemRetchsanz." zufolge hörte der Kaiser heute auch den Boctrag des Chefs des MarinekabiuetS, Vizeadmirals Frhrn. v. Sendeu-Bibran.

Die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft haben dem Kaiser eine BeileidSadrefse aus Anlaß des Todes der Königin Viktoria, sowie eine Glückwunschadresse zum Geburtstage übersandt, worauf der Herrscher mit folgenden Worten gedankt hat:

Die Aelteften der Kaufmannschaft von Berlin habm mir anläh Ach der tiefen Trauer, von welcher durch den Heimgang Ihrer Majestü der Königin von Großbritannien und J land, meiner innigst verehrte Großmutter, mein Herz erfüllt ist, freundliche Teilnahme und zugleich -u meinem Geburtstage treue Glückwünschte in dm beiden Adressen vom 27. Jenuar zum Ausdruck gebracht. Ich habe diese Kungebungen patriotischer Gesinnung mit Befriedigung mtgegengenommen und spreche den Aeltesten meinen wärmsten Dank und die Hoffnung aus, daß xEndel und Gewerbe im V.-retn mt den übrigen für die stetige Vorteot Wickelung deS wirtschaftlichen LebenS bedeutungsvollen ErwerbS- zwelgm bald wieder eines neuen Aufschwunges sich erfreuen mögen.

Die Krankheit der Kaiserin Friedrich nimmt einen bedrohlichen Charakter an. Nach einer Mitteilung derRhcrn. Wests. Ztg.-, die von unterrichieter Seite stammen so«,, handelt es sich um Wassersucht, di- mit einer UN hellbaren Nlecevkrankheit, angeblich Nierenkrebs zu sammenhängt. Es könne sich nur noch darum handeln bei Kaiserin die Schmerzen nach Möglichkeit zu lindern und den Eintritt der als unvermeidlich angesehenen Katastrophe mög lichst hinauSzuschreben. Wie gefährlich das Stadium der Krankheit fei, dafür spreche der Umstand, daß der Kaiser und die Geschwister beständig in der Nähe der Mutter weilen.

Die Nachricht von einer angeblichen Verlobung des Kronprinzen mit Der Prinzessin Eva von

Battenberg ist bereits als irrig gekennzeichnet worden. Wie dieD. W.- aus dem Hofe nahestehenden Kreisen ver nimmt, geht dort vielmehr das Gerücht um, daß eine Prin Zessin aus einem regierenden deutschen Fürstenhanse einige Stimmen deuten bereits auf ein süddeutsches tjin als zukünftige Gattin deS Thronerben in Aussicht genommen sei.

In der preußischen Armee werden das fünfzig­jährige Dienstjubiläum begehen: Generaloberst, Vor­tragender Generaladjutant und Chef des Militär-Kabinetts des Kaisers und Königs v. Hahnke am 26. April; General der Infanterie und kommandierender General des 17. Armee korps v. Lentze am 1. Oktober.

Der Bundesrat Überwies in seiner heutigen Sitzung u. a. die Vorlagen betreffend a. den Entwurf eines Unfall­versicherungsgesetzes für Beamte und Personen des Soldatenstandes, b. den Entwurf eines Gesetzes wegen Ab änderung des Branntweinsteuergesetzes vom 24. Juni 1887 und 16. Juni 1895 und c. den Entwurf eines Ge setzes wegen Aenderung des Gesetzes über das Posttax - wesen im Gebiete des Deutschen Reichs vom 28. Oktober 1871 den zuständigen Ausschüssen. Die Zustimmung wurde erteilt dem Ausschußantrag zu der Vorlage, betreffend die Vergütungssätze für die Gestellung von Vorspann, sowie dem Ausschußberichte über die Vorlagen, betreffend die Ver­leihung von Korporationsrechten an die mit dem Sitze in Berlin errichteteDeutsche Agavengesellschaft" und an die mit dem Sitze in Berlin neu gebildeteOtavi-Minen- und Eisenbahn-Gesellschaft". In der Begründung der Novelle zum Branntweinsteuergesetz, die am 1. Oktober 1901 in Kraft treten soll, heißt es: Im neuen Entwurf ist davon abgesehen, den Anregungen auf Vereinfachung des Brannt­weinsteuersystems, insbesondere auf Beseitigung der Maisch bottichsteuer, zu entsprechen. Das Brennereigewerbe, die BranntweinreinigungS-Jndustrie und der Branntweinhandel haben sich mit den gegenwärtigen Formen der Steuererhebung und Kontrolle abgefunden und sind mit den bestehenden Ver hältniffen im allgemeinen zufrieden. Neue Maßnahmen von finanzieller Bedeutung find nicht beabsichtigt. Die Vorschläge des Entwurfes behandeln nur die Bemessung der neu aus- iuteilenben Kontingente; ferner die Beibehaltung der Brenn­teuer und die Unterbringung der steigenden Branntwein- iroduktion. Der Gesetzentwurf betreffend die Aenderung »es Gesetzes über das Posttaxwesen sieht die Errichtung von verschließbaren Abholerfächern (letter boxes) vor. Für ein Fach gewöhnlicher Größe soll die Gebühr jährlich 12 und für größere Fächer 18 Mk. betragen.

Eine Abschätzung des Rechnungsjahres 1900, baß am 1. April endigt, hat das Schatzamt der Budgetkommission überreicht. Darnach wird der Ueberschuß an dem eigenen Haushalt des Reiches, also abgesehen von den Ueberweisungen an die Einzelstaaten, in diesem Jahre nur die winzige Summe von 200 000 Mk. betragen, statt 32y3 Millionen Mark im Vorjahre. Das Ordinarium der Marine weift Ueberschreitungen von 6J/2 Millionen Mark auf. Die Zuckersteuer bringt allerdings mehr: 21 Millionen Mark, aber der Minderüberschuß der Postverwaltung beläuft ich auf 19 Millionen Mark.

Anläßlich des Mörchinger Falles wird dem Berk. Tagebl." von angeblich genau unterrichteter Seite geschrieben: Nicht zutreffend ist die Annahme, daß die Zwei­kampfsitten im Offizierkorps von oben her gemildert worden feien; vielmehr ist noch ganz kürzlich in einem Kon­tingente der deutschen Armee durch den Kontingentherrn ein Spruch des Regimentsehrenrates kassiert worden, durch den )ie gütliche Beilegung einer in sinnloser Trunkenheit verübten Kinderei als korrekte Erledigung anerkannt war. Der betr. Oberleutnant wurde darauf mit schlichtem Abschied entlassen.

Eine Geburten steuer ist für das Fürstentum Reuß ä. L. in Aussicht genommen, und zwar in einer dem Landtage unterbreiteten Vorlage, betreffend die Abänderung des Gesetzes über das Hebammenwesen, durch die auch füi die Unterstützungskasse der Hebammen Fürsorge getroffei. wird. §7ach der Vorlage haben bei der standesamtlichen Anmeldung von Geburten die Eltern oder die Mütter eine Abgabe von 50 Pfg. für die bezeichnete Unterftützungskasie u entrichten. Der Justizausschuß des Landtags hat bereits eine Zustimmung erklärt, und so dürfte denn auch wohl die Mehrheit des Landtags diese eigenartige Steuer gutheiß".

Ausland.

London, 13. Febr. Truth zufolge wird König Eduard im März außer der Kaiserin Friedrich auch die Großherzogin von Hessen besuchen. Ein Kabinettsminister wird ihn begleiten, wahrscheinlich Lord James of Hereford. Ostern werden König Eduard undKönigin Alexandra in Kopenhagen verbringen, wo auch die Kaiserin- Witwe von Rußland und der Herzog und die Herzogin von Cumberland erwartet werden. Prinzessin Christtau von Schleswig-Holstein und Prinzessin Beattice werden dem­nächst die Kaiserin Friedrich besuchen. Prinzessin Beatrice besucht danach den Grafen und die Gräfin Erbach auf Schloß Schönberg, wahrscheinlich wird sie sodann eine Zeit Jang auf Schloß Heiligenberg bei Jugenheim wohnen, das dem Prinzen Louis von Battenberg gehört.

London, 14. Febr. (Unterhaus.) Der Sprecher teilt den Eingang von Beileidskundgebungen.auswärtiger Parlamente mit. Forster begründet den Adreßentwurs und nimmt auf die bedeutungsvollen Kundgebungen der Trauer und Teilnahme Bezug, wozu der Tod der Königin Anlaß gegeben habe. Redner fährt fort, wenn auch Differenzen zwischenDeutschlandundEngland entstehen könn­ten, werde England doch nicht leicht vergessen, welchen Anteil der Deutsche Kaiser an dem Schmerze der Nation genommen habe. Die Handlungsweise des Kaisers sei zweifel­los durch persönliche, nicht durch politische Mo­tive eingegeben. England schätze seine Teilnahmskundgebung darum nicht geringer. Im weiteren Verlaufe seiner Rede bespricht der Redner, wie auch nach ihm Agnar, welcher den Adreßantrag unterstützte, die Weiterführung des Krieges in Sud Afrika. Diese Stellen werden von

den irischen Nationalisten mit ironischen Beifallsrufen und' Aeußerungen des Widerspruchs aufgenommen, während sie die Erwähnung von De Wets Namen mit lauten Bei­fallsrufen begrüßen.

London, 14. Febr. König Eduard hat seiner Gemahlin Alexandra den Hosenbandorden verliehen.

Paris, 14. Febr. Der Armeeausschuß des Senats beschloß, den Gesetzentwurf, betreffen!) Einführung der zweijährigen Militär dien st zeit wieder aufzu­nehmen und den Kriegsminister um seine Ansicht über die Angelegenheit zu befragen. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat eine Kommission zur Prüfung von Projetten betteffend Bau eines Kanals zwischen Maas und Schelde eingesetzt.

Paris, 14. Febr. Präsident Loubet empfing heute nachmittag den hier eingetroffenen König von Griechenland, der von dem griechischen Gesandten Delyannis begleitet war. Dem Könige wurden bei der An­kunft die militärischen Ehren erwiesen. Um 3 Uhr stattete Präsident Loubet, begleitet von dem Chef des Zivilstaates Combarien und dem Chef des Militärstaates General Du­bois dem Könige einen Gegenbesuch ab.

Madrid, 14. Febr. Tie Trauung der Prin­zessin von Asturien mit dem Prinzen Casertcr wurde in der Kapelle des königlichen Schlosses durch den Erzbischof von-Toledo Kardinal Sancha vollzogen. Ter Prinz trug spanische Offiziersuniform. Tie Zeremonie dauerte eine Stunde, alle öffentlichen Gebäude hatten zur Feier des Tages Flaggenschmuck angelegt. Die Hochzeitsge­schenke gelangten im königlichen Schloß zur Ausstellung. Unter den prachtvollen Gaben wurde am meisten das Ge­schenk der Königin-Regentin, ein Perlenkollier, bewundert. Von der Infantin Isabella kam ein Diamantkreuz und ein Kollier aus Perlen, Rubinen und Diamanten, das auf 200 Pesetas geschätzt wird. Das Geschenk des Bräutigams besteht in einem Brillantdiadem. Eine Brosche in Form einer Lilie, die aus Diamanten und Rubinen besteht, ist eine Gabe der Königin Isabella. Außerdem sind zahlreiche Geschenke von allen Fürsten und Fürsttnnen und vom spanischen Adel eingetroffen. Man schätzt den Wert aller dieser Geschenke auf nicht weniger als vier Millionen.. Heute morgen wurde der Kriegszustand über Madrid und Valencia verhängt und feierlich auf den Straßen und Plätzen unter Trommel- und Trompetenschall ausge­rufen. Tie Truppen besetzten die strategischen Punkte der Stadt. In der vergangenen Nacht wurde die Straßen-Be- leuchtung zerstört, "das Pflaster aufgerissen und durch Schüsse 3 0 Personen verwundet; 60 wurden ver­haftet. In Valencia wurde das Jesuitenttoster erstürmt; die Gendarmen töteten eine Person und verwundeten zwei tötlich. Der Gesandte Brasiliens, Pedro Araujo, wurde gestern das Opfer der Aufrührer. Diese verwechselten ihn fnit einem spanischen Minister, weil sein Kutscher galo- niert war. Ter Wagen wurde mit Steinwürfen überschüttet und erreichte nur mit Mühe die Wohnung des Diplomaten.

Rom, 14. Febr. Das Ministerium ist folgender­maßen gebildet: Zanardelli: Vorsitz, ohne Portefeuille, G i o I i 11 i: Inneres, Prinetti: Aeußeres, di Brogliv (Rechte): Schatz, Wollen berg (Zanardellianer): Finanzen, Giusso (Rechte): Arbeiten, Picardi (Zanardellianer): Ackerbau, Coceoortu (Zanardellianer): Justiz, Nunzio Nasi (Crispiner): Unterricht, G a l i m b e r t i (Giolittianer): Post. Die Minister des Krieges und der Marine P o n z a diSanMartino und Morin bleiben. Zanardelli unter­breitete abends die Liste des neuen Ministeriums dem Könige, der sie genehmigte.

Wien, 14. Febr. König Alexander ließ am Sarge Milans einen Kranz mit der Inschrift,Seinem guten Vater" niederlegen.

Aus Stadt und Kand.

Gießen, 14. Februar 1901.

.Gedenket der hungernden!Vögel!

** Die städtische Anleihe. DaS Großh. Regierungsblatt Nr. 12 hat u. a. zum Inhalt eine Bekanntmachung, die Ausgabe von Schuldverschreibungen auf den Inhaber be* treffend. « «

Der Stadt Gießen wurde in Gemäßheit des $ 795 des Bürger­lichen Gesetzbuchs und bezw. des Artikels 67 des helsischen Ausführung-« gesetzes zu demselben vom 17. Juli 1899 mittels Entschließung des unter­zeichneten Ministeriums vom Heutigen die Genehmigung zur Ausgabe der nachbezeichneten vierprozentigen Schuldverschreibungen auf den Inhaber erteilt:A

8. II. Nr. 1 350 ä 2000 Mk. ---- 700 006 Mk.

351 1200 ä 1000 850 000

, 12011900 ä 600 850 000

1901 2250 ä 200 70 000 ,

22512550 ü 100 = 30 000

Sa. 2 000 000 Mk.

Darmstadt, den 6. Februar 1901.

Großh. Staatsministerium.

Rothe. Müller.

P. Oberhesfischer Geschichtsverein. Am Donnerstag abend 8l/z Uhr eröffnete in Vertretung des erkrankten Vorsitzenden Prof. Dr. Höhlbaum der stellvertretende Vorsitzende Prof. Dr. Gundermann die Versammlung. Zu Beginn machte er einige geschäftliche Mitteilungen, u. a., daß in das hiesige Museum wieder einige neue interessante Altertumsfunde eingeliefert worden sind. In der Sandgrube am Rödgen-Weg ist zum ersten Mal seit der, seit 2 Jahren unternommenen Ausgrabung eine Schwertspitze gesunden morden, die bezeugt, daß die Toten der Germanen mit Waffen begraben worden sind. Alsdann begrüßte Pros. Gundermann den Gymnafialdirettor Prof. Dr. Schädel, der in bekannter rhetorischer Meisterschaft aus dem Gebiete seiner speziellen Forschung einen hochinteressanten Vortrag über das Thema:Aus der Custodia Philipps des Großmütigen" hielt. Ueber den Inhalt des Vortrages, deffen Thema der Vortragende mit großer Klarheit und An­schaulichkeit, Eigenschaften, über die im gebotenen Maße nur Der verfügen kann, der direkte Quellen-Studien gemacht hat, besprach, sind wir wegen Raummangels gezwungen, erst in nächster Nummer zu berichten. Dem Vortrag schloß sich eine längere anregende Diskussion an. Oberbibliothekar Prof. Dr. Haupt beabsichtigt mit Unterstützung verschiedener Herren, zu dem für 1907 bevorstehenden Jubiläum der Landes Universität, einen Bericht über das Studenten-