Ausgabe 
16.1.1901 Zweites Blatt
 
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Politische Tagesschau.

Man schreibt uns au4 Berlin, 14. Ian.:

Der rumänische Ministerpräsident Carp ist vor einigen Tagen in Berlin eingetroffen und im Hotel de Rome, Unter den Linden, also ganz in her Nähe des Palakies der Diskonto- Gesell chaft, abgestiegen. Man vermutet, Carp ist hier, um eine neue Finanztransaktion mit der Diskonto Gesellschafi abzuschließen, denn Rumäniens Finanzen können eine ^Auf­frischung" gut vertragen. Vielleicht handelt eS sich um die Verpachtung der rumänischen Petroleumquellen. Hinter diesem fetten Bisien waren die Amerikaner her, aber es hat sich ein so heftiger nationaler Widerstand dagegen erhoben, daß die Amerikaner abziehen mußten. Nun versucht Carp wohl, deutsches Kapital für die Ideen zu interessieren. Ob deutsche Banken darauf eingehen werden, ist freilich zweifelhaft, denn sie haben die Schränke noch voll Papiere. Rumänien hat schon anderen Staatsbesitz verpfändet^oder veräußert, z. B. seinen Anteil Aktien der Natwnalbank, reiche Holzbestände, das Zigarettenpapiermonopol. Auch haben Verhandlungen wegen Veräußerungen der Kauf fahrteiflotte geschwebt. Die Bevölkerung ist ziemlich mißlich daran; Rumänien ist ein reiner Agrarstaat," der obendrein durch schlechte Ernten geschwächt worden ist. Auch die letzte Ernte war nur mäßig. Carp sucht die Staatskasse auf jede Weise wieder zu füllen: durch neue Steuern, durch Erspar­nisse im Etat und durch die (jetzt durchgeführte) Erhöhung einer Reihe von Zöllen.

Prozeß Platho-Arudt.

Berlin, 14. Januar.

Tie Verhandlung gegen Fräulein Platho und Herrn Arndt wegen Beleidigung des Oberstaatsanwalts Tr. I s e n b i e l fand heute vor der 7. Strafkammer des Land­gerichts I statt. Fräulein Platho wird in einem Falle, Arndt in drei Fällen der Beleidigung des Tr. Jsenbiel nach § 187 bezw. 186 des Strafgesetzbuchs beschuldigt.

Tie Platho erklärt, daß sie, weil sie Sternberg Tank schulde, nach dessen erster Verurteilung den Plan gefaßt habe, alles zu thun, um dessen Begnadigung her­beizuführen. Sie habe sich deshalb mit Arndt in Verbind­ung gesetzt, der mit dem Bankier Fritz Behrens bekannt war, und gesagt habe, daß dieser mit vornehmen Kreisen Berührung habe. Sie habe Arnot gesagt, er solle Behrens für ein Gnadengesuch zu gewinnen suchen. Sternberg würde für eine wohlthätige Stiftung 500 000 Mk. geben und beim Gelingen des Gnadengesuchs 50 000 Mk. bewilligen, die sie mit, Arndt teilen wollte. Tie Sache sei nicht zur Ausführung gebracht worden und nicht über das Stadium eines Entwurfs zu einem Begnadigungsgesuch hinausge­kommen. Tiefer Entwurf sei wahrscheinlich im Bureau des Rechtsanwalts Dr. Werthauer hergestellt worden. Letzterer habe sich ablehnend gegen ein Gnadengesuch verhalten. Tie Angeklagte giebt zu, vielleicht davon gesprochen zu haben, daß sie mit der, dem Staatsanwalt Tr. Jsenbiel bekannten Frau von Gräfe über Sternberg gesprochen habe, bestreitet aber entschieden, daß sie sich wegen der Begnadigung der Beihilfe der Frau von Gräfe bedienen wollte. (

Arndt erklärt, daß der Bankier Behrens ihm gesagt habe, er würde nur dann sich für Sternberg verwenden, wenn er die Gewähr habe, daß Sternberg durch sein Vor­leben und durch seine Vergangenheit eine solche Empfehl­ung verdiene. Er selbst, Behrens, wolle keinen Pfennig für seine Bemühungen haben, aber es wäre ihm keines­wegs unangenehm, wenn ihm M wohlthätigen- Zwecken 500 000 Mark zur ^Verfügung gestellt würden. Fräulein Platho habe den Entwurf des Begnadigungsgesuches selbst zu Behrens gebracht, dieser habe aber wahrscheinlich auf Grund der eingezogenen Erkundigungen die Sache auf sich beruhen lassen. Nachdem dieser Versuch gescheitert sei, habe Fräulein Platho erzählt, daß vielleicht durch Frau von Gräfe sich etwas erreichen lasse. Arndt giebt zu, daß er einen anonymen Brief an Staatsanwaltschaftsrat Tr. Romen gerichtet habe, in welchem dieser vor den Machi­nationen gewarnt wird, die im Gange seien, um Stern­berg frei zu bekommen, und Dr. Romen zu beseitigen. Ferner erkennt er einen an v. Tresckow gerichteten anonymen Brief als von ihm geschrieben an. In demselben wird Ober­staatsanwalt Dr. Jsenbiel beschuldigt, auf die Richter in Leipzig eingewirkt zu haben. Auf weiteren Vorhalt erkennt Arndt auch, die ganzen angeblich vorgekommenen Be­einflussungsversuche und Machinationen als zusammenfassen- bes Schriftstück von ihm geschrieben an, das er zunächst demVorwärts" angeboten, und als dieser die Ausnahme ablehnte, derStaatsbürgerzeitung" übermittelt hat. Au Grund dieses Schriftstücks erfolgten in dem zuletzt ge­nannten Blatte die bekanntenEnthüllungen".

Als erster Zeuge wird der Verleger derStaatsbürger­zeitung", Bruha, vernommen, der aussagt, daß Arndt mit der Form des in derStaatsbürgerzeitung" veröffent­lichten Artikels einverstanden gewesen sei. Frau von Gräfe bekundet, daß Fräulein Platho an sie niemals das An­finnen gestellt habe, auf Dr. Jsenbiel einzuwirken. Fräulein Platho habe ihr nur einmal gesagt, daß sie Mitleid mit Sternberg habe, da sie von dessen Unschuld vollständig über­zeugt sei. Oberstaatsanwalt Dr. Jsenbiel erklärt als Zeuge, daß er seit ungefähr 16 Jahren nicht in Leipzig gewesen sei und auch keinen von den Reichsgerichtsräten, die in der Sternberg-Sache genannt worden seien, kenne. Frau v. Gräfe habe nie den Versuch gemacht, ihn in der Sternberg-Sache irgendwie zu beeinflussen. Tr. Romen sagt aus, daß die Berufung ins Ministerium feinen innersten Wünschen entspreche. Tie Behauptung, daß Stern­berg hierbei etwas zu thun habe, könne er nur als hirn­verbrannt und blödsinnig bezeichnen. Rechtsanwalt Tr. Werthauer erklärt, nicht mehr gewußt zu haben, daß Arndt bei ihm gewesen sei; er sei auf diesen erst durch den Artikel derStaatsbürgers " wieder aufmerksam ge­worden. Tie ihm vorgeworfeucn Beeinflussungsversuche weise er mit aller Entschiedenheit zurück.

Es folgt das Plaidoyer des S t a a t s a n w a l t s Dr. 6g er. Er bezeichnet beide Angeklagte für schuldig im Sinne des § 186 und des § 187 (selbstthätige Verleumdung) und zwar sowohl im Falle des Oberstaatsanwalts Dr. Jsenbiel, als auch in der Angelegenheit des Staatsanwaltschaftsrats Romen. Tr. Eger beantragt gegen die Platho mit Rücksicht auf ihre Unbescholtenheit, andererseits aber unter Berück

ichtigung des Umstandes, daß sie die ganze Sache in Szene gesetzt hatte, eine Strafe von vier Monaten Gefängnis. Bei Arndt komme als strafverschärfend in Betracht, daß un­lautere Motive, lediglich Geldgier, waren, die ihn zu seiner unverantwortlichen Handlungsweise getrieben haben. Er beantragt gegen Arndt wegen des anonymen Briefes an Herrn v. Tresckow eine Strafe von vier Monaten, wegen des anonymen Briefes an Tr. Romen eine solche von fünf Monaten und wegen der Urheberschaft des beleidigenden Artikels in derStaatsbürgerztg." eine Strafe von acht Monaten, eine Gesamtstrafe von einem Jahr Gefängnis. Sollte indessen der Gerichtshof der Ansicht fein, daß nur der § 186 zur Anwendung komme, so bitte er, die Strafe nicht erheblich zu mindern, sondern auf neun Monate zu erkennen. Darauf beginnen die Verteidiger ihre Plaidoyers und bitten um Freisprechung ihrer Klienten.

Ter Gerichtshof beschließt folgendes Urteil: Frei­sprechung der Platho und gegen Arndt neun Mo­nate Gefängnis auf Grund des § 186.

Aus Stadt und Land.

Gießen. 15. Januar 1901.

* Die Zweite Kammer der Laudstäude tritt am 22. d. M. zusammen, der Finanz-Ausschuß schon Donnerstag den 17. ds.

Der Zweiten Kammer der Landstande ging ein Bericht >es zweiten Ausschusses über die Regierungsvorlage, betr. den Gesetzentwurf über die Gemeinde umlag en, nebst einigen hierzu eingeaangenen Vorlagen zu.

* Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Am 9. d. M. prach Dr. L. H. Grothe aus Wiesbaden, ein guter Kenner des Orients, überDeutsche Kulturarbeit in Klein­asien-.' Der Redner gab zunächst eine (Einleitung über >ie Halbinsel Kleinasien als solche, ging dann besonders auf )ie Bevölkerung derselbe» ein und verweilte längere Zeit bei >er Bedeutung der Osmanen für den Ackerbau und bei der Frage der armenischen Metzeleien, die er im wesentlichen auf oziale Gründe zurückführte. Darauf folgte die Vorführung einer Reihe von wohlgelungenen Lichtbildern aus der Bahn trecke JsrnidEskischehr Angora und. ESkischehrAngora Tr. Grothe schloß seine Ausführungen mit einem längeren Bericht über die Bemühungen der Deutschen zur Kultivierung und Kolonisierung Kleinasiens, insbesondere über die deutschen Eisenbahnlinien und die Aussichten für die Zukunft.

- m Vortrag. Nochmals machen wir darauf aufmerksam, ) der Vortrag des Ministerialrats a. D. S o l d a n (Darm tadt) überAufdeckung prähistorischer Niederlassungen bei Neuhäusel im Westerwald und bei Butzbach" imOberhefs. GeschichiSverein" am Donnerstag den 17. ds. Mts., abends

Uhr, imCafö Ebel" gehalten wird und Gäste will­kommen sind.

* * 50jährige8 GeschaftSjubiläum. In diesem Jahre begeht )ie Firma Wilhelm Rudolph daS 50jährige Jubiläum des Bestehens ihres Geschäfts. ES wurde im Jahre 1851 unter der Firma H. Rudolph, von dem Vater des dermaligen Inhabers gegründet. Aus kleinen Anfängen heraus entwickelte es sich zu hoher Blüte und hat das Vertrauen weitester Kreise in allen Teilen Deutschlands und darüber hinaus erworben. Einen Einblick in die Prosperität dieses Geschäfts gewährt unS eine vorliegende ältere Referenzen Liste. Diese weist etwa 2070 Referenzen über verkaufte PianinoS, Flügel und Klavier­harmoniums und etwa 1200 über abgesetzte Harmoniums und Cottage Orgeln nach. Um einerseits dem sich immer weiter auSdehnenden Geschäftsbetrieb, andererseits auch den Anforderungen der Neuzeit Rechnung zu tragen, sah sich die Firma W. Rudolph vor einigen Jahren zum Neubau ge­nötigt, einem stattlichen Etablissement am SelterSweg.

* Das erste große Karnevals-Konzert findet am Donners, kagabend 8i/2 Uhr in Steins Saalbau statt (s. Inserat).

Die Wanderer, G. R. G., Mitglied des Deutschen Rad­fahr-Bundes, veranstaltete ihr Winterfest am SamStag in Steins Saalbau. Eingeleitet wurde die wohlgelungene Feier, die sich eines überaus zahlreichen Besuchs von Angehörigen der Mitglieder und von eingeladenen Gästen zu erfreuen hatte, durch den von der hiesigen Regimentskapelle zum Vor­trag gebrachtenWanderer-Marsch", den der Komponist, Herr Paul Polster, der rührigen Radfahrer-Gesellschaft ge­widmet hat. Im Anschlüsse hieran entfesselte eine junge Frankfurterin Stürme des Beifalls durch die Wiedergabe eines Prologs, besten Inhalt den Gegensatz der radsportlichen Be strebungen im Sommer und Winter einander gegenüberstellte, und nach einer Begrüßung der Freunde des Radsports auS- klang in einem All Heil auf die Gäste derWanderer, G.-R.-G." DaS Konzert-Programm fand im Weiteren eine gediegene Erledigung, und die Einlagen des Programms, von Denen wir den sehr schneidig und schön gefahrenen Radfahrer- Reigen der Mitglieder, die hübschen und wirkungsvollen humoristischen Vorträge und den SchwankEine vollkommene Frau" hervorheben möchten, unterhielten aufs Beste die Fest Versammlung, die mit ihrem Beifall keineswegs kargte und Dem abwechselungsreichen Programme Interesse entgegen­brachte. Gegen 12 Uhr begann der Festball mit einer Polonaise, die von den beiden Vorsitzenden und den Damen und Herren eröffnet wurde, die sich um daS Gelingen der Aufführungen so sehr verdient gemacht hatten. Die Be- teihgung war so groß, daß die Paare zunächst den Neben­saal zur Aufstellung mit in Anspruch nehmen wußten, um den Platz für die Tanzenden frei zu halten, und es war daher nicht verwunderlich, daß der frühe Sonntagmorgen bereits tagte, als dieses Fest, das vielen Teilnehmern woh noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben wird, sein Ende erreichte.

* Fa sche Meldung. In auswärtigen Blättern finden wir die Nachricht, daß ein Pfeiler der hiesigen Lahnbrücke -üngestürzt fein soll. Wir bemerken dazu, daß die Brücke röllig unbeschädigt ist. Die Nachricht beruht also au E'findung.

_ Kleiu-Liuden, 14. Jan. In der Sitzung der Gießener L-tadloerorDneten vom vorigen Donnerstag kam man auch auf den Anschluß unserer Gemeinde an daS ElektrizrtätS- rocrl zu sprechen. Leider hört man hier nichts über etwaige

Unterhandlungen mit dem Elektrizitätswerk. Sehr zu 6t» Dauern wäre es, wenn der hiesige Gemeinderat den Ans chluß ablehnen würde, ähnlich wie im vorigen Jahre die Telephon- oeibinbung. Fast alle hiesigen Einwohner erwarten bestimmt. Daß der Gememderat den Anschluß bewilligt, da sonst in ab- ehbärer Zeit ein Anschluß nicht möglich ist. Außerdem hofft man auch, daß, sobald die elektrische Leitung nach hier gelegt ist, unser Ort durch eine elektrische Straßenbahn mit Gießen verbunden wird. (Darauf werden mir wohl leider noch lange warten können. D. Red)

;[] Aus dem Lumdathal, 14. Jan. Die Arbeiten an dem Eisenbahnbau Lollar Londorf sind auf einige Zeit ein gestellt, weil sie durch den Hanen Frost zu chwierig geworden waren. Die Stationsgebäude für Allendors, Treis und Mainzlar stehen im Rohbau fertig Da; auch die Erdarbeiten find in den Gemarkungen der genannten Orte nahezu beendigt, während sich dieselben an )en beiden Endstationen der neuen Bahnstrecke noch sehr im Rückstände befinden.

+ Ettingshausen, 15. Jan. Nachdem die Gegner des im vorigen Jahre gewählten Bürgermeisters Johannes Keil die Verhandlung, die am 12. d. M. vor dem Provinzial­ausschuß stattfinden sollte, zurückgenommen haben, wurden sie alle (11) Freitag schriftlich abbestellt. Die Gegner des Keil haben endlich das Nutzlose ihrer Einwendungen einge­sehen. Sie wurden vom Kreisausschuß kostenfällig abge­wiesen. Hoffentlich erfolgt nun bald durch das Großh. Kreisamt die Bestätigung des Keil. Es wäre dies im In­teresse des örtlichen Friedens sehr zu wünschen.

-Q- Solms-Ilsdorf, 14. Jan. Am 11. d. MtS. gegen 10 Uhr brach in der Scheuer des Landwirts Karl Theiß hier ein Feuer aus, das in kurzer Zeit die ganze Scheuer mit Stall bis auf die Grundmauern einäscherte. Der Brand soll durch Unvorsichtigkeit entstanden sein, indem der 17 Jahre alte Sohn des Theiß die in nächster Nähe der Scheuer stehende eingefrorene Pfuhlpumpe auftauen wollte. Er nahm zu diesem Zwecke ein Bündel Stroh, umwickelte das Pumpen- rohr und zündete es an. DaS Feuer schlug an der Pumpe empor und entzündete durch eine unweit oberhalb der letzteren befindliche Oeffnung in der Scheuer, das in dieser aufge­speicherte Futter. Ob Theiß versichert war, ist nicht bekannt.

fc. Laubach, 14. Jan. Mit dem Bau der Bahn LaubachMücke, die eine Fortsetzung der Linie Friedberg HungenLaubach bilden wird, soll im Frühjahr begonnen werden. Die Geländeerwerbung, bezw. die von den be­teiligten Gemeinden zu tragende Kostendeckung derselben macht noch Schwierigkeiten. Die Kosten haben sich zum Teil dadurch erhöht, daß im Anschluß an den hiesigen Bahnhof die neue Eisenbahnlinie den hiesigen Friedhof durchschneidet. Nicht weniger als 120 Gräber mußten geöffnet und die Leichen an anderer Stelle des Friedhofs beigesetzt werden. Zur Herbeiführung einer Verständigung der einzelnen Gemeinden hielten mit Vertretern derselben vor Kurzem auf dem hiesigen Rathause die KreiSräte von Schotten, Alsfeld und Gießen eine Verhandlung ab. Eine vollständige Einig­ung über Höhe der Beiträge, sowie Beitragspflicht einzelner in Betracht kommender Gemeinden wurde jedoch bis jetzt nicht erzielt.

fc. Friedberg, 14. Jan. Bekanntlich wird von aller­höchster Srite gewünscht, daß die Bahn Friedberg- Homburg bis zum 1. April fertiggestellt wird. Daher war denn auch die Baubehörde sofort zur Stelle, um Abhilfe zu schaffen, als dieser Tage der Bauunternehmer Feldman« aus Griesheim durch allerlei Widrigkeiten am Herbeischaffen von Kies gehindert war.

fc. Reichelsheim i. d. Wetterau, 14. Jan. Nach der im Dezember v. I. von der Großh. Regierung der Zweiten Kammer gemachten Vorlage über diehöheren Bürger­schulen" soll für jede dieser Schulen eine bestimmte Summe aus der Staatskasse bewilligt werden, der Fehlbetrag soll von der betr. Gemeinde zu decken sein. Die hiesige Ge­meindevertretung lehnt eS ab, draufzuzahlen, und so dürfte am 1. April die im Jahre 1887 hier errichtetehöhere Bürgerschule" wieder eingehen. Um die Kosten zu decken, wurde bisher ein hohes Schulgeld erhoben.

Darmstadt, 14. Jan. Das große Masken - und Kostümfest, das der Mufikverein am Samstag gab, hatte hunderte von Teilnehmern im Saalbau vereinigt und gestaltete sich zu einem der glänzendsten Feste, die man in unserer Stadt in den letzten Jahren noch gesehen hat. Nach 9 Uhr begann das Gastspiel des internationalen Parodietheaters, genanntDas Ueberbrettl", wozu die Idee und die Dichtung von Dr. Georg Büchner herrührte. Eingeleitet wurde das Spiel durch ein recht witziges, teilweise freilich etwas anfechtbares Entree des Hanswurst" (Stud. Buchner), der feinen SatzDie Kunst ist frei" namentlich gegen einenUeberkünftler" (Dr. med. Heil) und einen Polizeikommisfar zu verfechten hatte, welch letzteren Strrd. Krömmelbein während der ganzen Dauer des Festes mit vorzüglicher Charakteristik durchführte. Nach­dem die Hörer bann im Saale auf den Gallerien Platz genommen, erfolgte unter mächtigen Paukenschlägen und unter dem Geleit einer Schar von Harlekins und Colom- binen der Einzug der Theatergesellschaft des Direktors Adal­bert Schmieriuski (Julius Harres) a la Roulette und Bat- jazzi, wobei selbst der veritable Esel, der den Theaterwagen zog, nicht fehlte. Sehr hübsch und gewandt durch Prologe des Direktors (der einen hiesigen Mimen trefflich zu ko­pieren wußte) und des lebensvollen Hanswurst, der feine Sache vorzüglich machte, eingeleitet, ging dann aus dem Ueberbrettl" das sensationelle Schauermärchen - Drama M e i st e r Heinri ch", nach derVersunkenen Glocke" frei übergedichtet, hier erstmalig in Szene. Die geist- und humorvolle Parodie, zu der, ebenso wie zu ihrem Vorspiele, die Künstlerkolonie und der Goethebund, die lex Heintze und der Normalmensch neben Gerhart Hauptmann und den Dichtern derModerne" den Hauptstoss liefern mußten, wurde unter der Regie des Hofschauspielers V i e b e g von den Herren Harres (Meister Heinrich"), Buchner (Sein Weib"), Stud. Fink (ein liebreizendesRautendelein), Den­tist Lipps (Quorax") und Stud. Nothnagel (Die alte Witticheu") prächtig bargestellt und entfesselte größte Heiterkeit. Es folgteDiePeripaulingeparsie", ein L-ratorium-Mixtum-Kompositum, vertont Den Musikdirektor

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