Ausgabe 
16.1.1901 Erstes Blatt
 
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Dorf ist die Errichtung einer weiteren Bäckerei schon längst ein Bedürfnis gewesen. Bei den vorhandenen großen Zigarren- fabriken werden täglich Backwaren von Gießen, ja selbst von Wetzlar zugefahrerg

L. Friedberg, 13. Jan. Der Bürgermeister und der Rechner tun Fauerbach erhalten nach der Einge­meindung Fauerbachs bis zum Ablauf ihrer Wahlzeit eine jährliche Lergütung von 600 Mk. bezw. 300 Mk. Außerdem wird dec Bürgermeister von Fauerbach nach Vollzug der Eingemeindung hier die Funktionen eines Beigeordneten ansüben.

ko. Friedberg, 13. Jan. Der Neubau unseres Gymnasiums ist seit einiger Zeit im Rohbau vollendet, auch die roheren Weißbinderarbeiten im Innern sind soweit fertig gestellt. Gegenwärtig stehen die Arbeiten still, doch sollen sie, sobald es das Wetter gestattet, wieder eifrig fort­gesetzt werden, um das Gebäude mit Beginn des neuen Schuljahres, also nach Ostern einweihen und beziehen zu können.

Grünberg, 14. Jan. Auf Veranlassung des hiesigen Gewerbevereins hielt gestern nachmittag Oberlehrer Ko ob von Gießen im Gasthauszum Rappen" hier, einen Vortrag über dieSonne". In anregender und fesseln­der Weise verbreitete sich der Redner über Entfernung, Größe, Temperatur und Kraft der Sonne, über die Be­deutung des Sonnenlrchtes für die organischen Wesen, so­wie über die Sonnenflecken und deren Einfluß auf das Wetter der Erde. Die interessanten Ausführungen wurden durch wohlgelungene Lichtbilder veranschaulicht. Namens der 'sehr zahlreichen Versammlung sprach der Vorsitzende des Ortsgewerbevereins Grünberg, Spenglermeister Kaiser, dem Vortragenden den Tank aus und gab der Hoffnung Ausdruck, daß Oberlehrer Koob im nächsten Jahre über ein ähnliches Thema sprechen möge. Unter sehr zahl­reicher Beteiligung fand am Samstag die Beerdigung des infolge eines Hirnschlages so unerwartet dahin­geschiedenen Kaufmannes Ph. Kropp statt. Dem Leichen- zuge voraus schritt der Turnverein Grünberg, um den sich der Verblichene als langjähriger Kassewart großes Verdienst erworben hat. Ter Sprecher des Vereins, K. H. Jöckel, widmete denn auch nach der zu Herzen gehenden Trauerrede des Pfarrers Koch dem dahingeschiedenen Freunde und Kameraden tiefempfundene Abschiedsworte und legte einen prachtvollen Kranz am Grabe nieder.

-h- Sichenhausen (Kreis Schotten), 14. Jan. Etwa eine Viertelstunde vom hiesigen Dorfe entfernt hat das Tiefbauamt der Stadt Frankfurt a. M. von mehreren Privaten Wiesen, die ziemlich eben liegen, auf mehrere Jahre ge­pachtet. Nun wird auf diesem Platze ein Bassin erbaut, dos etwa 6 Meter breit, 17 Meter lang und 1,50 Meter tief ist. Mit starken tannenen Bohlen wird ausgeschachtet und erhält einen Zu- und Abflußgraben. Durch eine unmittelbar an dem Bassin eingerichtete Zugschleuse soll das Wasser auö einem Hauptarm der Nidder eingeleitet und zeitlich gemessen werden.

** Mainz, 14. Jan. Am Afften Januar gab der Kar­neval-Verein sein erstes, von Tausenden besuchtes kar­nevalistisches Konzert in der prächtig geschmückten Stadt­halle, und durch feurige Chorlieder wurde die Eröffnung der Saison gefeiert. Das gleiche Bild hat sich seitdem, allerdings stets mit neuem Programm, schon öfters wieder­holt, ohne seine.Anziehungskraft einzubüßen; im Gegen- lei l, sie ist mit jeder neuen Veranstaltung intensiver ge­worden. Und doch war das alles bisher nur Geplänkel, die Hcnlptschlacht beginnt jetzt erst. Am nächsten Samstag, der im Kalender als 19. verzeichnet ist, vereinigen sich alle Karnevalbegeisterten in einem großen Maskenballe bei der Wirtin vomWeißen Röß'l", die zu diesem Zwecke die gute Stube der Stadthalle gemietet hat, und mit ihren sämtlichen Gästen und Bedienungspersonal selbst am Platze fein wird. Die erste große Herrensitzung, zu der die be­währtesten Kauze auf dem Felde der Narrethei ihre Mit­wirkung zugesagt haben, findet Freitag den 25. Januar statt. Außerdem sorgen internationale Maskenbälle am 2. Februar und an den beiden Fastnachtstagen,. sowie eine mächtig vorbereitete .Dumen- und Fremdensitzung am 10. Februar dafür, daß der karnevalistische Geist in Mainz feine rege Bethätigung findet. Veranstaltungen der Ranzen- «nd Prinzengarde an verschiedenen Sonntagen sollen in das Programm verwoben werden.

Mainz, 14. Jan. Dec Norddeutsche Lloyd in Bremen hat hier eine Geschäftsstelle eingerichtet. So erfreulich das ist, so unerfreulich ist die Art, wie diese nach außen gekennzeichnet wird. Man traut seinen Augen kaum, wenn man ein von weitem wahrnehmbares Wappenzeichen der Bereinigten Staaten von Nordamerika sieht etwa in vierfacher Größe wie das vom hiesigen Konsulat ver­wandte und dann die Unterschrift liest: The North German Lloyd, Ticket Office! Der Norddeutsche Lloyd ist ein rein deutsches Unternehmen, das durch seine Größe, seine Tüchtigkeit, feine Zuverlässigkeit ein glänzendes Ansehen in aller Welt genießt. Um so bedauerlicher ist es, wenn seine Leitung es für richtig hält, in einer deutschen Stadt in englischer Sprache und amerikanischem Wappen Zeichen ihre Geschäftsstelle kenntlich zu machen. Merkt sie nicht, wie sie dadurch dem Ansehen ihres Volkes schadet und was sie dem eigenen Ansehen allen Fremden gegenüber damit vergiebt? Wir meinen, der Ruf des Norddeutschen Lloyd, gegründet auf die Trefflichkeit feiner deutschen Offiziere und Mannschaften und die Zuverlässigkeit feiner deutschen Ver­waltung ist so weit verbreitet, daß selbst der eingebildetste Engländer und Amerikaner versteht, wasNorddeutscher Lloyd- heißt, und daß nicht die Uebersetzung in .North German Lloyd dazu nötig ist. Das Beschämendste aber erscheint uns, daß der Norddeutsche Lloyd, dessen Wahrzeichen bekanntlich ein anderes ist, auf deutschem Boden das ameri kanische Staatswappen zu seiner Empfehlung benützt.

-k- Mainz, 13. Jan Die Bevölkerungszahl der Provinz Rheiuhffsen beträgt nach der letzten Volkszählung 348525 Personen, wovon auf den Kreis Mainz 138429, auf den Kreis Worms 83424, auf den Kreis Oppenheim 46401. auf den Kreis Bingen 40486 und auf den Kreis Alzei 39785 entfallen. Zur Erinnerung des 200jährigen Bestehens des Königreichs Preußen wird auch die hiesige Garnison den 18. Januar mit einer großen militärischen

Feier begehen. Am Vormittag findet Festgottesdienst statt, dem sich eine große Parade anreiht, nach der Festessen der Offiziere und Bewirtung der Mannschaften in den ver­schiedenen Kasernen folgen wird.

Mainz, 14. Jan. Der Mittelrheinische Fabri- 'jantenVerein hält am nächsten Donnerstag hier seine Generalversammlung ab. Außer einigen Geschäftsangelegen­heiten steht ein Vortrag des Professors Dr. Biermer auß Gjießen überdie Getreidezölle- auf der Tagesordnung. Im Anschluß an die Versammlung findet ein gemeinschaftliches Mittagessen statt.

** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Der Vorsitzende der Handelskammer in Hanau, F. Canthal, feierte das Jubiläum feiner 25jährigen Wirksamkeit in dieser Korporation. In Fulda wurde der Schaffner Litzinger überfahren und getötet. Bei einer Kaffenrevifiou ver­schiedener Bahnstaiionen wurde in Bodenheim ein Defizit in der Höhe von 1400 Mk. entdeckt. Der erst feit einiger Zeit aus Preußen nach Bodenheim versetzte Beamte gestand sofort die Unterschlagung ein, die er aus Not verübt hat.

Die Errichtung einer Irrenanstalt in Gießen.

In das Staatsbudget für 1901 find an Geländeerwerbs kosten für eine dritte Irrenanstalt im Großherzogtum Hessen 150000 Mk. eingestellt. Es ist hierzu folgende Erläuterung gegeben:

Die vornehmste Aufgabe jeder geordneten Jrrenfürsorge, die Förderung der alsbaldigen Ausnahme der akuten Fälle von Geistesstörung, mußte seit Jahren im Großherzogtun unerfüllt bleiben, da in den beiden Irrenanstalten meist nur alte, jeder Besserung unfähige Fälle zur Ausnahme gelangten und in der Bevölkerung sowohl wie bei den Lokalbehörden allmählich die Ansicht zur Herrschaft gelangte, daß nur die allerdringlichsten Fälle auf eine sofortige Berücksichtigung zu rechnen hätten. Dieser bedauerliche Zustand war die Folge einer unausgesetzten UeberfüDung der beiden Irrenanstalten Die heute noch nicht vollendete bauliche Erweiterung des Großh. Landeshospitals hat zunächst für die männlichen Kranken Raum geschafft, aber sämtliche Plätze der Abteilung find heute bereits besetzt, ja sogar überbesetzt, indem der von vornherein für jeden Kranken festgesetzte Luftkubus bereits etwas überschritten wurde. Die Abteilung für weibliche Kranke ist in geradezu extremem Grade überfüllt, aber auch die Fertigstellung der projektierten Neubauten wird nur eine geringe Vermehrung der Krankenzahl gestatten, da der größte Teil der zu schaffenden Räume durch die Evakuation inner­halb der Abteilung von den in den überfüllten Räumlich­keiten untergebrachten Kranken und von den in provi syrischen Bauten verpflegten Irren sofort wieder in Beschlag genommen werden wird. Der erste Ausschuß der Zweiten Kammer des 30. Landtags hat nach seinen an Ort und Stelle eingeholten Informationen und feine, an das Plenum der Kammer erstatteten Bericht (Beilage Nr. 414) die Uebel- stäude der in Hofheim herrschenden UeberfüHung betont und bereits eingesehen,daß nach Vollendung und Bezug der zur Zeit in Ausführung begriffenen Neubauten nur wenig mehr als dem augenblicklichen Bedürfnisse genügt fein werde."

Die Großh. LandeS-Jrrenanftalt ist mit 420 Kranken gleichfalls als überfüllt anzusehen und zur Lösung ihrer Hauptaufgabe, heilbaren und besserungsfähigen Kranken zu bienen, nachweisbar unfähig, eine Thatfache, welche in der Minderung der Zahl derjenigen Aufnahmegefuche, welche akut Erkrankte überhaupt und inländische Kranke der gebildeten und vermögenden Klaffen insbesondere betreffen, ihren Aus druck findet. Nach den seinerzeit seitens des Großherzogi. Ministeriums des Innern für die Verpflegung der Irren in Staatsanstalten vorgeschriebenen Raumeinheiten würde die Zahl der in Heppenheim untergebrachten Pfleglinge von 420 auf 270 herabgesetzt werden müssen.

Die Normalzahl der gleichzeitig zu verpflegenden Kranken beträgt demnach 270 für Heppenheim und 958 für Hofheim nach Fertigstellung der Neubauten für die Frauen.

Von sachverständiger Seite werden neuerdings überall für je 1000 Köpfe der Bevölkerung 2 Plätze in den An­stalten für Geisteskranke gefordert. Nimmt man die Be völkerung des Großherzogtums zu rund einer Million an, so wäre für 2000 Kranke Anstaltsbehandlung zu fordern. In den beiden Landesanstalten können 270 -j- 958 1228 Kranke verpflegt werden; rechnet man hierzu noch die mit 70 Kranken belegte psychiatrische Klinik in Gießen, dann wären immer noch zirka 700 anstaltsbedürftige Kranke vor­handen, welche der Anstaltsverpflegung entbehren müssen.

Erscheint hierdurch schon die Notwendigkeit, weitere Für torge zu treffen, begründet, so ist weiterhin auch daß Be dürfnis der psychiatrischen Klinik in Gießen in Rechnung zu ziehen. Die Fortdauer der UeberfüHung der Landesirrenanstalten wird für die Entwicklung der genannten Anstalt ernste Ge­fahren im Gefolge haben. Die bekannte Thatfache, daß man es in weiten Kreisen der Bevölkerung vorzieht, einen akuten Geisteskranken oder einen in plötzlichen Erregungszustand ver­fallenen chronischen Irren in die psychiatrische Klinik aufnehmen zu laffen, hat sich auch für die Anstalt in Gießen bestätigt Dieselbe erscheint sür das ganze Land als beliebte Aufnahme­stätte für frische Fälle und als wichtiger Faktor bei der Be kämpfung der Ueberfüöung der Landesanstalten, einesteils da durch, daß sie einen größeren Teil dieser frischen Fälle ge heilt ober gebessert entläßt, andernteils durch die bessere Vor­bildung der Studierenden und damit der zukünftigen praktischen Aerzte in der Erkennung und Behandlung der Geisteskrank heilen. Die psychiatrische Klinik muß aber, um ihre Funktionen vollständig erfüllen zu können, jederzeit im vollsten Maße auf nahmesähig bleiben, d. h. sie muß jederzeit diejenigen Pfleg­linge zu entlaßen in der Lage fein, welche dem Lehrzwcck der Klinik nicht mehr dienen können, gleichwohl aber noch brr fortgesetzten Pflege in einer Anstalt bedürfen.

In reiflicher Ueberlegung bet erörterten Verhältnisse er qiebt sich, ba ber Gedanke an die Erweiterung einer bei bestehenden Irrenanstalten aus sachlichen Gründen von ber £anb gewiesen werben muß, das bringende Bedürfnis Der Errichtung einer dritten Irrenanstalt.

Wird dieses Bedürfnis anerkannt, bann fleht zunächst die Wahl beß Platzes zur Erwägung. Die bestehenbeu An­stalten befinben sich beibe in ber Provinz Starkenburg. Da sie beide im westl'chen Teile ber Provinz belegen ftnb und gute Bahnverbinbungen habe«, so stößt auch bie Verbringung ber Anstaltsbedürftigen aus ber Provinz Rheinhessen in jede ber beiden Anstalten auf keine allzugroßen Schwierigkeiten. Dies trifft insbesondere für den nördlichen Teil ber Provinz Oberhessen weniger zu. Wenn schon dieser Umstand auf letztere Provinz hinw;ist, so muß für die Wahl eines Platzes in ber Nähe von Gießen bie baburch herbeigeführte Erleich­terung ber durch bie topographischen Verhältnisse beß Landes zurzeit sehr erschwert n Evakuation der psychiatrischen Klinik ebenfalls in die Wagschale fallen. Zu den Aufgaben beß klinischen Instituts gehört aber nicht nur bie Vorführung frischer Fälle von Geistesstörung, fonbern auch an möglichst zahlreichen chronisch Kranken ben weiteren Verlauf und den Ausgang der Krankheit ebenso zu demonstrieren, wie etwaige Beziehungen zum Bürgerlichen Gesetzbuch, zum Strafgesetz und zur Strafvollstreckung, sodaß auch dieser Umstand heran- zuziehen ist, um für die neue Anstalt einschließlich einer Ab teilung für kriminelle Irre einen Platz in ber Nähe ber Klinik als ben passendsten zu erachten.

Mit der Verwirklichung dieses Projekts würde in Hinsicht der staatlichen Fürsorge für Irre im Großherzogtum eine Situation geschaffen fein, welche sich in gleicher Vollkommen, heit kaum in einem anderen Staate Deutschlands wieder finden dürfte.

Ein im Hinblick auf die Verbindung mit der psychia­trischen Klinik günstig gelegener Platz ist in der Nähe von Gießen gefunden. Bei der Bemessung der Terrainforderuvg ist einmal auf die Notwendigkeit der Beschäftigung gewisser Kategorien chronisch Geisterkranker im Garten und im land­wirtschaftlichen Betriebe, im weiteren auch auf die Schaffung einer neutralen Zone um die Anstalt, deren Ruhe durch das Naherücken von zu anderen Zwecken dienenden Gebäuden und Anlagen nicht gestört werben darf, gebührende Rücksicht genommen worden. Die Forderung von 50 Hektaren dürfte demnach und nach dem Vorgänge bei Errichtung anderer derartiger Anstalten in anderen deutschen Staaten nicht zu hoch erscheinen.

Vermischtes.

*EineDiamantengejchichte. Aus Fulda wird demHan. Anz." geschrieben: Gestatten Sie einen hübschen Beitrag zu der Geschichte Derer, die nicht alle werden. Zu Weihnachten wollten sich Schlosser in der hiesigen Kgl. Eisenbahn-Hauptwerkstätte zur Ausschmückung des Kripp- chens schillernde Schlacken gießen und warfen daher aller­lei farbige Glasscherben und Kiesel in die Feuerung, was sich mit den Kohlen verschmolz und in Gebilde verwandelte, die in allen Farben glänzten. Der Schlosser R., ein vor Jahren aus dem fernen Osten angewalzter, jetzt verhei­rateter Geselle, wollte seinen Kollegen nicht glauben, oaß sie die Schlacken auf die beschriebene Weise gewonnen Hütten, sondern versteifte sich auf die fixe Idee: es seien Diamanten, die in den Kohlen gefunden wurden. Der unbeteiligte Schlosser W. von Bachrain merkte, was da los ist, bestärkte Den R. in seinem Glauben und kaufte vor dessen Augen einen solchenEdelstein" von den Findern für 30 Mk., die er sofort bar bezahlte. W. gilt als ein erfahrener, vielgereister schlauer Mann, der nichts über seinen Wert erwerbe, daher glaubte R. nun erst recht, daß hier um echte Sachen gehandelt tverde, kaufte auch einenStein" für 25 Mark und zahlte die Hälfte, von W. geborgt, gleich bar an. Als R. außer Sichtweite war, erhielt W. natürlich seine 30 Mart zurück, denn sie hatten die Wirkung nicht verfehlt. R. hielt sich bereits im Stillen ür einensteinreichen" Mann, der seinen Kollegen ein Schnippchen geschlagen hat, und hütete seinen Schatz so ängstlich, daß' er ihn niemand mehr sehen ließ. Soweit an einem Vormittag; nach dem Essen trat der Schlosser F., der gleich andern in den Vorgang eingeweiht war, zu ber Schatzgräbergruppe und berichtete: er wäre mit einigen dieser Fundstücke bei zwei Juwelieren gewesen, und diese hätten übereinstimmend erklärt, daß es zwar keine Dia­manten, wohl aber andereechte Steine" wären. R. hielt dies Urteil für stümperhaft und reiste, um ganz schlau zu fein, heimlich am nächsten Morgen nach Hanau, wo es eine Menge unfehlbarer Tiamantenkenner giebt. Was ihm dort gesagt worden ist, oder ob man über seinenEdelstein" nur gelacht, hat R. nicht verraten; nur forderte er am nächsten Morgen die von ihm angezahlten 10 Mark wieder zurück mit dem schmerzlichen Bemerken, daß er ganz eklich angeführt worden sei. DerSpaß" wurde ruchbar und kam auch dem Werkmeister H. zu Ohren, der darauf eine olch donnernde Philippika hielt, daß sie dem Mann mit dem falschen Diamant weher that, als alle spitzen Stichel­reden seiner 400 Kollegen .'n der Königl. Eisenoahn-Haupt- werkstätte zu Fulda.

* Ein fürstliches Pelzkostünz. Für die Schwester unseres Großherzogs, Prinzessin Elisabeth von Hessen, jetzt Großfürstin Jelissaweta von Ruß­land, ist soeben von einer Pariser Kürschnerfirma, deren Kundschaft sich nur auö den Vertretern der eleganten Welt rekrutiert, ein wahrhaft königlicher Zobelmantel nebst Muff tinb Toque angefertigt unb nach St. Petersburg gesandt worben. Der die Form eines Sackpaletots aufweifende Mantel reicht eigentlich nur bis zu ben Knieen, doch ist eie tiefer, faltiger Volant von demselben kostbaren Pelz angefetzt und dieser bedeckt daß Kleid biß zum Saum. Die einzelnen Felle sind bei dem oberen Teil diagonal zusammengenäht, während man sie unten horizontal aneinanbergefügt hat. Nach vorne zu wirb der Volant allmählich schmaler und alß drei Zoll breiter Besatz steigt er biß zur Brusthöhe em­por, wo er einen breiten Revers bildet unb sich dann z» einem hochstehenden Stuartkragen erweitert. Daß KleidungS- siück wird mit einer einzigen großen Goldagraffe in der Taillenlinie seitwärts geschloffen. Die Heimel sind ebenso hübsch wie für einen Pelz originell. Ein kurzer Aermel von Zobel fällt nur bis zur Mitte beß Oberarmes, wo ein großer Puff von schwarzen Chantillyspitzen über Goldbrocat zu« Vorschein kommt. Am Hmdgelenk hält eine Pelzmanschettc den Pludcrärmel zusammen. Der zu dem prächtigen Mantel

S'L-S ÄS nUt

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Schiffsjungen die letz" fjoje zu und vorher ha in Gefahr bei Ertrinken Rach bem Sinken bei einem in ber Takellag M unb längere Zeil ! überspült, versagten JW Mandant würbe durch fortgerissen. Ma°M in Heck befindlichen Gig bedeckt von der Kriegs! iber ihn geworfen hatte,

Bromberg, 13. schwarzen Pocken aut

* Tie gottlosest dito stand bisher in ein wahres Paradies schlimmsten Sorte zu sei aus dem Süden von von der Goldstadt im den Schatten. Tarnack auf benRuhm", da heißen. Diese Stadt Spielhölle. Nacht für überfüllt mit Spielern entflohenen Verbrecher ihren Dirnen, Raufbolt dieses Gesindels zusa jungen Leute, denen auf der Straße aufla Vorwande in eine bei bann erbarmungtfoä ai haten unb Wanfangefte sonders raffinierte Wei sie das erste Mal einig« animiert sie zum Wiede späterhin nicht mehr, i glücklichen so weit, daß luste wieder einzubrina Summen entnehmen, i wierten greifen in Evlver, und dieselbe neuem ab. Seit der ore zur Rekonvaleszent wundeten ein Bild, bei fine Zeitung, die eifrin Mlsamleit'anfdk LWW« Stabt9 rWte eines Krieaer-

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