dauernde Anwesenheit eine schädliche und gefährliche Angelegenheit sei, daß sie ferner annehmen,, daß jeder Staat nach dem Völkerrecht berechtigt ist, Fremde auszuweisen, deren Anwesenheit als gefährlich erachtet wird; 3. daß die Mitglieder untersuchen werden, ob von der ausweisenden Behörde in den einzelnen Fällen mit unnötiger Härte verfahren worden ist; 4. die Kommission wird nach der Untersuchung der Entschädigungsansprüche, wenn nötig, sich nach Südafrika begeben, um ihre Erhebungen an Ert und Stelle sortzusetzen; 5. nach Beendigung der Untersuchungen in Südafrika wird die Kommission nach England zurückkehren und nach Aufnahme weiterer Beweise in London, welche etwa noch für notwendig gehalten werden sollten, der Regierung einen Bericht überreichen, worin die zu zahlenden Entschädigungen enthalten sind. Auf eine Anfrage des niederländischen Vertreters Bischopp erklärte der Vertreter des Kriegsamts, General Ardagh, es dürste nicht angenommen werden, daß die Anwesenheitserlaubnis auf Grund des Neutralitätseides unwiderruflich sei; es könne leicht der Fall eintreten, daß die Anwesenheit unerwünscht sei, selbst nach- der Ableistung des Neutralitätseides. Der Vorsitzende trat dieser Ansicht bei.
* «
Telegramm des Giehener Anzeigers.
London, 13. Mai. Aus dem Bankette der Vereinigung der Neuconformisten und Unionisten hielt Lord Salisbury eine Rede, in der er auf die unerwarteten Schwierigkeiten hinwies, die das letzte Jahr für England gebraclst habe; er beklagte das vergossene Blut und rühmte den Mut der Soldaten und die Tüchtigkeit der Generale. Ein Rückblick zeige, daß dem Reiche jeder Gedanke eines Unrechts freilag. Der Krieg in Südafrika beweise, welche Macht England noch ausübe. Die Sache des Friedens sei jetzt sicherer als zuvor. Die gebrachten Opfer hätten das Ergebnis gehabt, daß es jetzt keine Macht in der Welt gebe, die nicht wisse, daß, wenn sie die Macht Englands herausfordere, sie einen der furchtbarsten Feinde herausfordere, dem man begegnen kann.
Deutsches Keich.
Berlin, 13. Mai. Aus M o n t i g n y bei Metz wird gemeldet: Die Ankunft des Kaiserpaares erfolgte um 1 Uhr bei dem Wärterhäuschen von Tournebride, wohin beide Majestäten, ohne Metz zu berühren, direkt von Straßburg gekommen waren. In Tournebride stiegen die Majestäten^ zu Pferde und nahmen zunächst die Parade über das 145. Infanterie-Regiment ab. Die militärischen Ueb- ungen auf dem UebungSplatze von Frescaty spielten sich in folgender Weise ab: Zunächst fand Parade über das 145. Infanterie-Regiment statt, dann Einzelexerzieren in Bataillonen und zum Schluß eine größere Gefechtsübung, an der noch andere Infanterie-Regimenter, die beiden Metzer Dragoner-Regimenter und vier Batterien teilnahmen. Das Manöver schloß mit einem Angriff auf Frescaty und den Wald von Frescaty und endete um 6 Uhr. Um 6 Uhr 40 Min. rückte der Kaiser an der Spitze des 145. Infanterie-Regiments, begrüßt von dem Jubel einer zahllosen Menschenmenge, durch den festlich geschmückten Sablon in die Kaserne des 145. Infanterie-Regiments. Tie Kaiserin war schon um halb 4 Uhr direkt von Tournebride per Eisenbahn nach Schloß Urville gefahren. Tas Torf Mon- tigny war reich geschmückt. Eine zahlreiche Menschenmenge brach bei der Ankunft der Kaiserin in brausende Hochrufe aus. — Nach Eintreffen des Kaisers in der Kaserne des 145. Infanterie-Regiments fand nochmals Vorbeimarsch der Truppen in Sektionen vor dem Kaiser statt. Tann begab sich der Monarch nach dem Offizierskasino, um im Kreise des Offizierkorps zu speisen. Um 10 Uhr abends reiste der Kaiser nach Urville.
— Aus Anlaß des Todes des Generalleutnants Frhrn. v. Bülow, kommandierenden Generals des 7. Armeekorps, hat der Kaiser folgenden Armeebefehl erlassen:
„Um das Andenken des verstorbenen Generalleutnants Frhrn. v. Bülow, kommandierenden Generals des 7. Armeekorps, welcher sich in allen Tienstleistungen im Kriege wie im Frieden hohe Verdienste erworben hat, zu ehren, bestimme Ich hierdurch, daß sämtliche Offiziere des Armeekorps drei Tage lang Trauer — Flor um den linken Unterarm — anzulegen haben. Ich beauftrage Sie, vorstehendes der Armee bekannt zu machen."
— Veränderungen in hohen militärischen Kommando- stcllen stehen voraussichtlich schon nach der Frühjahrsparade bevor. Wie in militärischen Kreisen verlautet, wird der Kommandeur des Garde-Drps, General von Bockund P o l a ch , den Chef des Großen Generalstabes Graf von S ch l i e f f e n in dieser Stellung ersetzen. Das Kommando des Gardekorps wird dann aus den Generalleutnant von Kessel, Führer der 2. Garde-Jnfanterie-Tivision übergehen.
— Die vielen unrichtigen Mitteilungen über den Hergang beim Scheiden des Ministers Tr. v. Miquel aus seinem Amte werden jetzt von berufener Seite dahin rektifiziert, daß, nachdem Ministerpräsident Graf Bülow am 2. d. Mts. den Ministern Kenntnis gegeben hatte von der beabsichtigten Schließung des Landtages, Herr v. Miquel sofort erklärte, der Augenblick sei jetzt für ihn gekommen, seinen Abschied zu nehmen. Geheimrat v. Wilmowski ist nicht zu Herrn v. Miquel gegangen, um diesem, wie vielfach behauptet worden ist, sein Rücktrittsgesuch nahezulegen, sondern er sollte im Auftrage des Grafen Bülow nur feststellen, ob Herr v. Miquel auf seinem Vorsatz beharre. Alle anderen über den Hergang gebrachten Versionen entbehren der Begründung.
— Tie Reichstagskommission zur Vorberatung der Ost- asrrkanischen Eisenbahnvorlage erledigte die 4.orlage in General- und Spezialdebatte. Die den Bahn- ^-^M^bnde Teutsche Bank gesteht dem Reiche das Rück- raussrecht in 40 bis 50 Jahren nach Eröffnung des Betriebes zu Ate Kommission nahm die Anträge Müller-Fulda an, daß der Reichszinszuschuß frühestens 1903 statt 1902 begonnen habe von dem Gewinne über fünf Prozent das ltl\ öu erhalten habe und im Falle des Ruckkaufs nur das Zwanzigsache statt deo Fünfundzwanziq- fachen des durchschnittlichen Jahresertrages als Abfinduna an die Aktionäre gezahlt werden soll.
— In der Presse ist unter Bezugnahme auf den dem Kaiser erstatteten Bericht über die „V e r w a l c u n g d e r öffentlichen Arbeiten" in Preußen von 1890 bis 1900 behauptet worden, daß für den Bau evangelischer Kirchen 20 378 100 Mark, für den Bau k a t h o l i s ch e r K i r ch e n aber nur 1 044 900 Mark aus Staatsmitteln
aufgewendet sei. Tiese Nachricht ist, der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge, unzutreffend. Der Bericht giebt nur die Höhe der Anschlags- und Ausführungskosten an. Die letzteren sind aber, abgesehen von den Kosten des neuen Toms in Berlin, nur zum verhältnismäßig geringen Teil aus Staatsfonds aufgebracht worden. Tie Aufbringung des größeren Teils der Baukosten ist durch Beträge der beteiligten Gemeinden erfolgt. Außerdem sind die Erträge von Prämienkollekten beteiligt, wie sie auch für den Kölner Tom veranstaltet wurden und für den in Paderborn in Aussicht genommen sind. Außerdem sind die als evangelisch genannten Kirchen in Huckerdc und Wormditt thatsächlich katholisch.
— Tem Reichskanzler liegt der Entwurf einer neuen Verordnung zur weiteren Entschließung vor, durch welche die kaiserliche Verordnung vom 27. Januar 1890 über die dem ausschließlichen Vertrieb in den Apotheken vorbehaltenen Arzneizubereitungen, T r o g en und chemischen Präparate abgeändert itnb ergänzt werden soll. Es handelt sich dabei um eine Neuregelung der Rechtsverhältnisse der Drogisten, insbesondere um die Freigabe von unschädlichen Heilmitteln für den Trogenkleinhandel. Der Entwurf ist im Jahre 1899 auf Grund des Ergebnisses von Sachverständigen-Beratungen, die zuvor unter Teilnahme von Vertretern des Apotheker- und Trogistenstandes im kaiserlichen Gesundheitsamt stattgefunden hatten, ausgearbeitet und dann später auf Grund mannigfacher Abänder- ungs- und Ergänzungsvorschläge seitens der Einzelregierungen und auch der Interessentenkreise, namentlich der Fachpresse, erheblich umgearbeitet worden.
Braunschweig, 13. Mai. Tie Landessynode lehnte durch Uebergang zur Tagesordnung den Antrag der welfischen Vereinigungen auf Aufnahme einer Fürbitte für den Herzog von Cumberland in das allgemeine Kirchengebet fast einstimmig ab.
Köln, 13. Mai. Heute wurde der zweite deutsche Kongreß für gewerblichen Rechtsschutz eröffnet. Nach einer kurzen Begrüßung des Vorsitzenden, Direktor von Schutz-Berlin und einer Ansprache des Oberbürgermeisters Becker, nahm Oberlandesgerichtspräsident Hamm au einer Begrüßung im Namen der rheinischen Juristen das Wort. Man ging alsdann zur Besprechung des ersten Punktes der Tagesordnung über: Reform des Patentrechts. Dr. Osterrieth aus Berlin besprach die Frage des Patentgerichtshofes. Der Kongreß sprach sich für die Schaffung eines aus Juristen und Technikern zusammengesetzten Patentgerichtshofes und die Errichtung besonderer Lehrstühle für gewerbliches Urheberrecht an den deutschen Universitäten aus. Ferner erklärte der Kongreß es für wünschenswert, daß schon jetzt bei allen Gerichten die den gewerblichen Rechtsschutz betreffenden Rechtsstreitigkeiten bestimmten Kammern zugewiesen werden, und das Dezernat in Strafsachen aus dem gewerblichen Schutzrecht bestimmten Staatsanwälten zugewiesen werde.
Osnabrück, 13. Mai. Nach» Gutheißung des Bischofs von Osnabrück steht nunmehr fest, daß die diesjährige General-Versammlung der Katholiken Deutschlands in Osnabrück in der Zeit vom 25. bis 29. August tagen wird.
Cronberg, 13. Mai. Tie Kaiserin Friedrich hat gestern und auch heute wieder größere Spazierfahrten unternehmen können. Prinz Adolf von Schäumburg-Lippe traf gestern hier ein, und reiste heute abend nach Berlin. — Tie Erbprinzessin von Sachsen-Meiningen trifft morgen auf einige Tage hier ein.
Wiesbaden, 13. Mai. Generalmajor a. D. Pestel eierte heute in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlaß sandte der Kaiser folgendes Telegramm: Straßburg-Elsaß, Kaiserpalast. Ich sende Ihnen zum heutigen Tage, an dem Sie Ihr 80. Lebensjahr vollenden, Meinen herzlichsten Glückwunsch, indem Ich hierbei Ihrer rühmlichen Teilnahme an dem letzten großen Kriege gedenke. Wilhelm R. — Auch der Großherzog von Baden sandte ein Telegramm.
Straßburg i. Els., 13. Mai. Sicherem Vernehmen nach hat der Kaiser den Geh. Regierungsrat Graf Zeppelin, bisher Vorsteher des Bureaus des Kaiserlichen Statthalters zum Bezirkspräsidenten von Lothringen ernannt.
Ausland.
Stockholm, 13. Mai. Die erste Kammer nahm heute die Regierungsvorlage betreffend die Einführung der alL gemeinen Wehrpflicht und eine durchgreifende Neu. organifation des Heeres und der Flotte an.
Loudon, 13. Mai. Der UnterfeLetär des Krieges, Brodrick, bringt im Unterhause eine Resolution ein, welche die Zustimmung des Hauses zu den militärischen Vorschlägen der Regierung, wie sie im Militärbudget enthalten find, ausspricht. Campbell-Bannerman bringt dagegen einen An- trag ein, worin erklärt wird, daß das Haus zwar die Maßnahmen zur Erhöhung der Schlagfertigkeit des Heeres zu unterstützen wünsche, aber zugleich der Meinung sei, daß die Vorschläge der Regierung in vieler Hinsicht den besonderen Bedürfnissen des Reiches und den stark angewachsenen Lasten, welche die Nation zu tragen habe, nicht angemessen seien, während sie deren militärische Stärke nicht wesentlich er- weitern. Campbell-Bannerman bemerkte, die Unterhaltung von drei für den Dienst im Auslande bestimmten Armeekorps sei unnötig und politisch unerwünscht. Wenn England seine Rüstungen über Gebühr erhöhe, könne dies die Politik des Landes in hohem Maße beeinflusien und es könnten sich dadurch Englands Nachbarn herausgefordert fühlen, sowie die ehrgeizigen zu Angriffen geneigten Elemente im englischen Volke dadurch zur Verfolgung ihrer Bestrebungen angestachelt werden. Campbell-Bannerman betont am Schluffe seiner Rede: Die Vorschläge der Regierung beweisen den Wunsch, die Politik des FrieÄns und der Freundschaft, worauf die Stärke und Wohlfahrt des Reiches beruhen, zu verlaffen. Der Lordkanzler von Irland, Wyndham, führt dagegen aus, wenn die vorgeschlagenen Aenderungen nicht durchgeführt werden, werde England die Mängel des bestehenden Systems nie los werden und nie aus den Erfahrungen des gegenwärtigen Krieges Vorteil ziehen können. Daß für den auswärtigen Dienst ein Armeekorps verlangt sei, rühre daher, daß in diesem Kriege au das Land die Forderung nach einer noch stärkeren Streitmacht für den gedachten Zweck herangetreten sei.
Brüffel, 13. Mai. Heute gesteht Esterhazy in den Enthüllungen der „Jndependance" selbst ein, das Bordereau geschrieben zu haben. Er habe es persönlich nach der deutschen Gesandtschaft getragen und in den Briefkasten SchwarzkoppenS geworfen.
Abbazia, 13. Mai. Heute nachmittag begab sich ber König von Rumänien an Bord der „Psara", um den König von Griechenland zu begrüßen. Beim Erscheinen des Königs an Bord spielte die Schiffskapelle die rumänische Hymne, während die Geschütze Salut feuerten.
Wien, 13. Mai. Im Abgeordfietenhause wurden die Notstandsanträge verhandelt. Abg. DaSzynSki (Soz.) greift die Schlachzizen heftig an und verweist auf die ungeheuerlichen Diebstähle, die in Galizien von den Priestern, Fürsten und Grafen verübt werden. Redner nennt den Abg. Wieloweyski einen Lumpen im Poleuklub, der am Fürsten SapiSha Erpreffung versuchte. Die stehlenden und betrügenden Lumpen, wie Graf Potocki und Baron BruNicki, seien meist straflos der Justiz entronnen. Graf Potocki habe in einer Nacht einige Hunderttansende im Jockeyklub verspielt. Ein bekannter Schwindler und Gauner, Graf Scipjo, erhalte bei der polnischen Landesstelle täglich 10 fl. dafür, daß er im Bureau Zigaretten raucht. Dieses Schlachzizentum könne nicht länger bestehen bleiben. Der Präsident erteilt DaSzynski einen Ordnungsruf wegen Beleidigung des Abg. Wieloweyski. Dieser, sodann Abg. GniewoSz und CzaykowSki widersprechen DaSzynski, der replizierte, womit die Affaire erledigt war. Die Notstandsanträge wurden angenommen.
Aus Stadt und Land.
Sieben, 14. Mai 1901.
* * Für die Verunglückten in Griesheim gingen noch ein von Frau H. in Gießen Mk. 10.00 und Ungenannt Mk. 2.00. Im ganzen hat unsere Expedition Mk. 101.35 gesammelt und wird 102 Mk. der Bürgermeisterei in Griesheim übersenden.
• * Das letzte Unwetter und feine Folgen. Die ganze Provinz Oberheffen scheint von dem schweren Gewitter am Sonntag heimgesucht worden zu sein. Man meldet uns jetzt von vielen Schäden an Haus, Hof und Vieh aus allen Gegenden. So berichtet unser t^.-Korrespondent auS Dauernheim, daß dort ein Blitz in eine Gäaseherde fuhr und 6 Gänse tötete. Unser ^.-Berichterstatter meldet, daß ber Blitz in eine Scheuer und Stallung des Landwirtes Phil. Spitznagel zu Heegheim schlug und 1 Pferd und 2 Kühe tötete. Das Wohnhaus blieb unversehrt. Ein ähnliches Unglück traf, wie unser § Korrespondent berichtet, den Maurer und Landwirt Schaub in Lanzenhain (Kreis Lauterbach). Dort schlug der Blitz in das Wohnhaus und zündete. Glücklicherweise war die Pflichtfeuerwehr zur Hebung versammelt, sodaß das Feuer bald gelöscht werden konnte. Eine Kuh im Stall wurde jedoch von dem Blitz getötet. ÄuS Nieder-Weisel wird gemeldet, daß bei den Gewittern der Blitz außer in einen Baum in der Nähe deS Ortes, in die Scheuer deS Jakob Zimmer einschlug und zündete. Das Feuer wurde glücklicherweise durch daS rasche Eingreifen der Einwohnerschaft bald gelöscht. In Grebenhain schlug, wie uns unser Korrespondent meldet, der Blitz in den Stall des Landwirts August Döll, ohne zu zünden. Ein Eckpfosten wurde etwas zersplittert und die beste Kuh im Stall erschlagen. Döll fand die Kuh erst tot, als er um Vi6 Uhr sein Vieh füttern wollte, auch die Kette war zerschlagen. Das Vieh ist in einer Versicherung gegen Feuer und Blitzschlag versichert. Im Hause selbst hat man den Blitzschlag gar nicht wahrgenommen. Auch in Rheinhessen wütete heftig das Gewitter. In Gonsen- cheim schlug der Blitz in den Wald ein und ein furchtbarer von Hagel untermischter wolkenbruchartiger Regen ging nieder. In Mainz wurde der 10jährige H. Glöckle, der während oefl Gewitters auf dem Sockel des LenibergturmeS Schutz vor den niedergehenden Regenmaffen suchte, vom Blitz getroffen. Der Blitzstrahl ging an einer eisernen Stange deS Thurmes herunter, sprang aus den Fuß deS Knaben über, zerschlug diesen am Knöchel und fuhr in daS Thurmzimmer, wo er größeren Schaden anrichtete. Schuhe und Strümpfe des Knaben sahen später aus, als ob sie von Hunderten von Schrotkörnern durchlöchert worden wären. Der Junge erfreut sich heute verhältnismäßig guten Wohlseins. Der Blitz hat ein kanalförmiges Loch in dem Fuß hinterlassen, doch sind die Knochen in keinerlei Weise verletzt, sodaß der Kleine bald wieder hergestellt sein wird. Sogar in Löwen (Belgien) trat das Unwetter auf. Bei A er schot wurden zwei Arbeiter, die sich in einen Tannenschlag geflüchtet hatten, vom Blitz erschlagen.
• * Die Steinhaufen, die den rechtsseitigen Fußsteig der Rodheimer Straße feit Langem sperrten, find beseitigt. Das Eindecken der Straße ist so rasch vor sich gegangen, oaß demnächst die Straße wieder ohne Gefahr für Fußgänger, Fuhrwerke und Fahrräder benutzt werden kann. Hoffentlich kommt auch die geplante, durch die Anlage der Bieberthalbahn notwendig gewordene Verbreiterung dieser Straße bald zur Ausführung.
fo. Eisenbahn Laubach—Mucke. Zur Uebernahme der Erbauung der Eisenbahnstrecke Laubach—Mücke find dem hiesigen Baubureau zahlreiche Bewerbungen zugegangen. Dem Vernehmen nach werden die Strecke 1 zunächst Laubach an den Bauunternehmer Busch (Homberg a. d. Ohm), die Strecken 2 und 3 über Freienseen (Tunnel) nach Mücke an die Firma Kunz (Wiesbaden) zum Bau übergeben werden. Die Fertigstellung hat bis zum 1. August 1902 zu erfolgen.
fc. Laubach, 13. Mai. Der Kaiser hat dem hiesigen Kriegerverein aus Anlaß seines 25jährigen Bestehens die Fahnenschleife mit silbernem Nagel verliehen. DaS Geschenk wird den Kriegern am 19. Mai durch den KreiSrat des Kreises Schotten, Geh. Regierungsrat Schönfeld, überreicht werden.
i. £ au bad), 13. Mai. Am Sonntag fand im Schützen- hvf eine gut besuchte Wählerversammlung sbatt>


