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Nto. 14. Mai 1901.
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I in eine Gänsehude fuhr mchterstatter meldet, dah Stallung des Landwirtes schlug und 1 Pferd und ieb unversehrt. Ein Lho- nespondent berichtet, den n Lanzenhain (LreiS tz in das Wohnhaus und Pflichtfeuerwehr zur lleb- alb gelöst werden konnte.
Don dem Slip getötet. >lbet, daß bei den Ge- laum in der Nahe bei M Mmr WM it aMicherweise durch vhnerschast bald gelöscht. 16 unser §-Korrespondent 6 Landwirts August Doll, wurde etwas zersplittert MN. Döll fand dte Kuh Lieh füttern wollte, auch h ist In ’rrt. 3« H M S ahrgenomwen. m «
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wozu die Christlich-Sozialen in gemeinsamem Vor- gehen mit dem hessischen Bauernbunde und dem Bund der Landwirte eingeladen hatten. Ter Vor- fihende der Versammlung, Tr. Vogel, leitete die Versammlung ein mit der Mahnung an die Landwirte, nicht mutlos zu werden, namentlich auch sich zu regen und ihre Stimme zu erheben; und bract)te ein Hoch auf den Kaiser und den Landesherrn aus. Ten Hauptvortrag hielt Herr Otto Hirsche!, Schriftführer des hessischen Bauernbundes, über die Getreidezölle. Er führte aus, die Landwirtschaft sei geschädigt durch Mangel an Schutz. Unter der Herrschaft der Handelsverträge habe die Ausfuhr im Vergleich zu der Einfuhr bedeutend abgenommen und die Hypotheken in land- wirtschaft!. Streifen zugenommen. Allerlei Verbesserungen im landwirtschaftlichen Betrieb, so meinte H., helfen allein noch nicht, auch staatlicher Schuh müsse der Landwirtschaft gewährt werden. Tie Städte hätten alle Ursache, nicht gegen Getreidezölle zu agitieren, komme doch ihnen die Kaufkraft des Bauernstandes zu gute. Es sollten die sozialdemokratischen Arbeiter, die höhere Löhne haben wollen, dem Bauern und seiner schweren Arbeit Schutz durch mäßigen Zoll gönnen. Brotwucher sei das nicht, der komme von ganz anderer Seite. Nach Herrn Hirsche! sprach Pfarrer Fritsch von Ruppertsburg, kräftig betonend, wie wichtig die Erhaltung der Landwirtschaft sei. Bürgermeister Jochem von Laubach mahnte die Landwirte zu vereintem Eintreten für die Interessen ihres Standes und zeigte, an ergreifenden Beispielen die Schwierigkeit der Lage der Landwirtschaft. Fabrikant R ö m h e l d warnte die Negierung, mit der Anlegung von Ackerland zu Wald nicht noch weiter vorzugehen, worauf Herr Jochem Beispiele gab, wie viel Land zu Wald angelegt werde. Einstimmig beschloß die Versammlung die Absendung einer Petition zu Gunsten der landwirtschaftlichen Zölle. Tie Versammlung verlief sehr einmütig, etwa acht Orte der Umgegend waren vertreten.
Schlitz, 13. Mai. Am 10. d. M. verstarb im 79. Lebensjahre infolge eines Schlaganfalls, von dem er am Mittagstisch plötzlich betroffen wurde, der in seiner Gemeinde als treuer Seelsorger beliebte und durch seine Schriften weithin bekannte Geheime Kirchenrat Tr. Christian Tieffen- b ach. Am bekanntesten dürften unter seinen vielen Schriften die „Hausagende" und die unübertrefflichen „Kinderlieber" sein, durch die sich der Verewigte in den Herzen der Kinder und Jugendbildner einen bleibenden Denkstein gefetzt hat.
Darmstadt, 13. Mai. Bor einiger Zeit hat die Affaire Wild den Gesprächsstoff der ganzen Residenz gebildet und viel Staub aufgewirbelt. Der Garnisons-Verwaltungs« Direktor Wild, ein Mann von beinahe 70 Jahren, hat 20 längere Zeit verstanden, seine vorgesetzten Behörden über seine Geschäftsführung zu täuschen; er führte ein sehr luxuriöses geben, zu dem selbst sein hoher Gehalt nicht auS- reichte, sodaß er Dienstgelder in bedeutender Höhe unterschlug und auch betrügerische Manipulationen bei den Lieferungen vornahm. Letzteres hatte u. a. auch die Folge, daß acht hiesige Familien vom Kriegsministerium für alle Zeit von Armeelieferungen ausgeschlossen wurden. W. wurde kurz vor seiner beabsichtigten Verhaftung flüchtig und die seltsamsten Gerüchte durchschwirrten die Lust. Wie die „Worms. Ztg.- nun hört, soll W. in Bad Salzschlirf festgenommen worden sein; et soll ohne Aufsehen nach Darmstadt überführt werden. Wenn sich dies bewahrheitet, steht wahrscheinlich ein sensationeller Prozeß in Aussicht.
**M a i n z, 13. Mai. Am Samstag trat hier eine Vertreter-Versammlung des Rhein-Main-Gaues des Alldeutschen Verbandes unter dem Vorsitz des Rechtsanwalts Claß zusammen, die sehr zahlreich aus nahezu sämtlichen Ortsgruppen des Gaues besucht war. Im Geschäftbericht stellte der-Vorsitzende fest, daß der Gau jetzt 15 Ortsgruppen mit rund 1800 Mitgliedern zählt. Zum Vorsitzenden wurde Rechtsanwalt Claß einstimmig für die nächsten zwei Jahre wiedergewählt, wobei ihm Tank und Anerkennung ausgesprochen wurden. Es folgte nunmehr die Besprechung über die weitere Werbethätigkeit: es wurde von allen Seiten betont, daß auch während des Sommers die Arbeit nicht ruhen dürfe und daß insbesondere auf dem flachen Lande bis zur Erntezeit noch zahlreiche S8er*. sammlungen abgehalten werden sollten. Es meldeten sich sofort zehn Herren, die bereit sind, über die wichtigsten politischen Tagesfragen Vorträge zu halten. Den wichtigsten Punkt der Tagesordnung bildete die Besprechung der politischen Lage. Kreisaultmann Tr. Merck legte in eineinhalb- flündigen Ausführungen seine Ansichten dar. Der Redner verstand es, im knappsten Rahmen ein nahezu erschöpfendes Bild aller vom alldeutschen Standpunkt interessierender Fragen zu geben; es wurde ihm für seinen Bericht der lebhafteste Beifall zu teil. An den Bericht schloß sich eine Aussprache, die viel Interessantes bot. An den Verhandlungen beteiligten sich besonders Oberlehrer Gebhard- Friedberg, Oberkonsistorialsetretär Keerl-Wiesbaden, Tr. med. Ruhus-Spre.ndlingen, Rechtsanwalt Dr. Lucius-Mainz, die Oberlehrer A l t e nd o r f-Gießen und Bitsch-Alzev, Amtsrichter Bonhard-WormS und Oberlehrer Tr. Bauwens- tzöchst.
Mainz, 13. Mai. Die Bürgermeisterei hat den Stadt, verordneten als Abschluß der Haushaltungsvoranschläge für das Rechnungsjahr 1901/02, insbesondere Feststellung der Anschlagsziffer für die Gemeindesteuer einen gedruckten Bericht zugehen lassen. Nach diesem ist im ganzen, wie der „Mainz. Anz." meldet, durch Umlagen zu decken der Betrag von 2 415 985.30 Mk. Die Bürgermeisterei beantragt nun, daß die Stadtverordnetenversammlung beschließen wolle, 1. daß lür das Rechnungsjahr 1901/02 als Zuschlag zur staatlichen Einkommensteuer 91,8 Prozent und zu den Grundzahlen für den Ausschlag der Grundsteuer, der Gewerbesteuer und der Kapitalrentensteuer 183,6 Prozent Umlagen erhoben werden; 2. den sich hieraus ergebenden Umlagebetrag von 2 419 786.40 Mk. zur Betriebsrechnung für 1901/02 in Einnahme vorzusehen.
Griesheim a. M., 13. Mai. Die AufräumungS- ar beit en auf der chemischen Fabrik schreiten nur langsam vorwärts, da im Auftrage der beteiligten VerficherungS-Gesell- Ichaften sehr vorsichtig zu Werke gegangen wird. In den Laufälligen Gebäulichkeiten befinden sich nämlich noch Apparate und Maschinen, die noch ziemlich gut erhalten sein dürften und einen Wert von weit über 100,000 Mk. repräsentieren. Ein HerauSschaffen ist nicht angängig, da die Bauten
einzustürzeu drohen und auch ein Absprießen ist wegen der Gefahr des Einsturzes nicht ratsam Man beabsichtigt, die Pfeiler, die den Bau noch notdürftig halten, mit der Dampf spritze zu bearbeiten, um so das Mauerwerk zu lockern. Bei den AbbruchSarbeiteu ereignete sich ein bedauerlicher Unfall, indem der 24 Jahre alte Zimmergeselle Martin Sprey von Seligenstadt aus Stockhöhe infolge Ausgleitens in die Tiefe stürzte und einen schweren Bruch des linken Ellenbogen- gelenkes erlitt.
Frankfurt, 13. Mai. Ein neues Frankfurter Theaterprojekt wurde vor einigen Tagen von einem bekannten Berliner Theaterleiter, der sich zu diesem Zweck in Frankfurt aufhält, im Journalisten- und Schriftsteller-Verein erörtert. Der Betreffende beabsichtigt in Frankfurt ein drittes Theater zu bauen, auf dem in erster Linie daS humoristische Genre zur Geltung kommen soll. Dann ver spricht er sich große Erfolge von glänzend inszenierten klassischen Volksvorstellungen bei möglichst geringem Entree, ferner soll die litterarische Produktion des In- und Auslandes auf der neuen Bühne eine künstlerische Pflege ge meßen, besonders auch Stücke, die ihrer Tendenz nach sich nicht zur Aufführung im städtischen Schauspielhause eignen. Eine anserer größten Baufirmen trug sich längere Zeit mit dem gleichen Projekt und verfügt über fertig ausgearbeitete Pläne, mit dieser will sich der Unternehmer in Verbindung setzen und da er bereits im Besitz einer Konzession ist, und die Finanzfrage auch bereits genügend geklärt ist, so dürfte eS wohl der Fall sein, daß Frankfurt vielleicht schon sehr bald ein drittes kleineres Theater erhält. Die zu erwartenden Schwierigkeiten seitens der Stadt glauben die Interessenten dadurch zu beheben, daß sie von vornherein jede Konkurrenz mit dem Schauspielhause vermeiden und nach einer ganz anderen Richtung als dieses marschiern wollen. Von fach männischer und journalistischer Seite wurde dem neuen Projekt wirksame Unterstützung in Aussicht gestellt.
• Wiesbaden, 13. Mai. Als der gestern nachmittag 6.43 Uhr von Wiesbaden nach Frankfurt abgehende Personenzug bei Kastel an dem von Frankfurt kommenden Schnellzug vorbeifuhr, gingen unter schußähnlichem Geräusch die Scheiben in mehreren Abteilungen des Personenzuges in Trümmer und einige Paffagiere trugen mehr oder minder schwere Verletzungen davon. Die Ursache des Unfalles soll darin liegen, daß ein Wagenwärter des Frankfurter Schnellzuges, während er auf dem Trittbrett stand, eine Thüre des Wagens offen stehen ließ. Er wurde am Arm so schwer verletzt, daß der Arm heute vormittag amputiert werden mußte.
•* Kleine Mitteilungen ans Hesien und den Nachbar-aateu. Wegen Lohndifferenzen hat die Arbeiterschaft in der ©üb/ deutschen Waggonfabrik - Aktiengesellschaft in Kelsterbach Sperre über die Fabrik verhängt, sodaß der größte Teil des Werkes stillsteht. — In der Nähe von WormS wurde die Leiche des Schiffers Krauß von Altlußheim, der bei dem bekannten Bootsunglück in Mannheim ertrunken ist, gelandet. — In Mainz wurde ein Soldat des 87. Jnf.-Regts. von einer Anzahl Personen auf dem Nachhauseweg überfallen und uiedergestochen. Der Soldat, der sehr schwer verletzt worden ist, hat drei Mefferstiche erhalten. — Der Schulvorstand in Mainz hat beschlossen, den Fortbildungsschulunierricht, der seither nur im Winter erteilt wurde, auf das ganze Jahr auszudehnen und dieser Beschluß hat die Zustimmung des Ministeriums, Abteilung für Unterrichtswesen, erhalten. Während der Sommermonate soll der Unterricht wöchentlich einmal und während der Wintermonate zweimal alle Woche erteilt werden. — Die Stadtverordneten in Wetzlar haben entsprechend dem Kommissionsantrag mit allen gegen zwei Stimmen die Herabsetzung des Bürgerrechtsgeldes von 15 auf 3 Mark beschloffen, für gänzliche Abschaffung hatte vorher eine Mnderheit von 6 Stimmen sich ausgesprochen. — Bei Bingerbrück wurde die Leiche eines Mädchens von ca. 20 Jahren im Rhein gelandet. Es ist sehr wahrscheinlich, daß es die Leiche eines Mädchens aus Waldalgesheim ist, die schon eine Woche von ihren Anverwandten vermißt wird.
Vermischtes.
* Mannheim, 13. Mai. In der vergangenen Nacht ist hier ein Mordversuch und Selb st mord verübt worden. Der 22 jährige ledige Sattler Philipp Weber feuerte aus noch unbekannten Gründen in der Wohnung seiner Geliebten, der 32 Jahre alten Witwe Elise Möllinger geb. Krause aus Berlin, einer früheren Kellnerin, drei Revolverschüsse ab, von denen zwei trafen Als die Möllinger um Hilfe schrie, richtete Weber die Waffe auf sich, und brachte sich einen Schuß in die rechte Schläfe bei. Er wurde in das Krankenhaus gebracht und starb dort bald nach seiner Einlieferung. Tie Verletzungen der Möllinger sind nicht lebens- gefährlicki
Gerichtssaat.
Elberfeld, 13. Mai. Gegen bas Urteil im Militärbefreiungsprozeß legten die Hauptangeklagten Baumann, Wittwe Dieckhoff und mehrere andere Revision ein.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.!
Angesicht« der ILeberschwemmung der tiefer liegenden Stadtteile durch den Gewitterregen am Sonntag möchte ich ans Einiges aufmerksam machen, was diese Uebelstände mit verursacht hat. Der Hauptgrund liegt in der Stauung der Wieseck, deren neugegrabenes Bett bei der Anlegung der Hammstraße nicht tief genug auSgegraben wurde. Erhöht wird diese S'auung noch durch ein vollständiges Wehr, das in dem Bett des Flüßchens liegt bei der neugebauten Brücke an der Hammstraße. Hier scheinen weder die bei drm Bau der Brücke in den Flußlauf gefallenen Steine, noch die überflüssig gewordenen Rammpfähle entfernt worden zu sein, wodurch der Wasserspiegel bedeutend erhöht worden ist. Der untere Trll deS Stadt- bachrS glich bei früheren starken!Regevgüssen einem reißenden Strome, und gerade diese starken Regengüsse waren eS, die das Bett des Baches sowohl, wie daS der unteren Wieseck reinigten. Heule fließt der Stadt- dach langsam und träge zur Wieseck, sein eigentliches Bett ist mit Schlamm angefüllt, der sich durch daS Stauwasser ablagert. Bei großem Andrang von Wassec ist daS Gewölbe bei der unteren Schleuse (GerbrrhäuSchen) nicht im Stande, das Wasier abzuführev, weil der Hohlraum durch die Ablagerung von Schlamm kleiner ge
worden ist. Die zufließenden Wasiermasim stauen sich und füllen das Lett bis oben hin an, wodurch die einmündend-n Kanäle ebenfalls da» Wasser nicht abführen können, da? dann in kurzer ZeU die Straß« ansülll und seinen Weg in die tief angelegten Kellerlöcher nimmt, v-ß meine Behauptung bett, de» WteseckbetteS richtig ist, beweise ich )amtt, daß sich die Wieseck in einer langen Stromschnclle zur Lahn ergießt. Hier hat das Wasser nach und nach das Erdreich auSge- waschen. Die Stauung des Wassers oberhalb der Elfenbahnbrücke ist fast bis zur Brücke an der Goetbestraße bemerkbar. Durch diese Stauung lagert sich auch hier eine Mmge Schlamm ab, der besonder» im Sommer und bei geringem Wasserstond in sanitärer Beziehung geiahiltch sein dürfte. Soweit mir bekannt ist, hat die Eisenbahn- Verwaltung die Verlegung der Wtescck oorgenommen, und ist dem- >ach auch verpflichtet, deren Bett genau auf das Niveau von früher zu bringen, und alle nicht in dasselbe gehörenden Steine und Holzteile, vom Bau der Brücke herrührend, zu entfernen. k.
Eisenbahn Zeitung.
Karlsruhe, 13. Mai. Vom 1. Juni an werden Kilometerhefte zu SCO Kilometer für 12.50 Mt. ausgegeben mit Jahreügiltigkeit und Rückersatz von 50 Pfg. bei Ablieferung des abgenützten HesteS.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Gießen, 14. Mai. Marktbericht. Auf dem heutig« Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. JC 1.10—1.25, Hühnereier per St. 0—0 «), 2 St. 10—11 <$, Enteneier 2 St. 12—18 $, Gänse» eier per St. 10—11 Käse 1 St. b—8 Käsematte 2 St. 5—8
Erbsen per Liter 22 4, Linsen per Liter 34 4, Tauben per Paar JC 0.80—1.00, Hühner per St. JM, 1.20—1.70, Hahnen per Stück vtt. 1.30-2.00, Enten per St. JC 2.U0—2.30, Gänse per Psd. 0.00 bi» 0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 , Kuh. und Rindfleisch per Pfund
60—64 Schweinefleisch per Pfd. 64—74 4, Schweinefleisch, gesalzen,
per Pfd. 78 , Kalbfleisch per Pfd, 60—66 , Hammelfleisch per Psd.
50—70 Kartoffeln per 100 Kilo 6.00—7.00 JO, Weißkraut per St. 00—00 4, Zwiebeln per Ctr. JC 8.00—8.50, Milch per Liter 18 4.
Dauer der Marktzeit von 7 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags.
Kirchliche Nachrichten.
Katholische Gemeinde.
Mittwoch, den 15. Mai.
Nachmittags um 4</i Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Donnerstag den 16. Mai. Christi Himmelfahrt. Vormittags von 6*/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
„ um 7 Uhr: Die erste heil. Meffe;
vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.
* um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. MilitärgottrSdieust mit Predigt.
w um 9 Vs Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Ubr: Fest-Andacht mit Segen.
Krieskasten der Redaktion.
L. lieber die Hunde-Ausstellung beabsichtigen wir nicht zu berichten. Die Veranstalter scheinen es für überflüssig gehalten zu haben, die Preffe dazu zu laden, nachdem sie sie vorher in erheblicher Weise zu Reklamezwecken ausgenützt hatten.
Neueste Meldungen.
(Telephon-Meldungen des „Gießener Anzeigers".)
G- Darmstadt, 14. Mai. 1 Uhr 45 Min. Die Zweite Kammer der Stände setzte heute morgen 9 Uhr die Beratung fort. Das Haus erklärt die Wiederwahl des Abg. Heusel für gütig und wählt ihn per Acclamation in den Finanzausschuß. Der Antrag der Abg. Ulrich, die Dienstverhältnisse der Staatsbeamten betreffend, wird für erledigt erklärt. Tie Errichtung einer technischen Mittelh 0 ch- schule zu Offenbach wird, nachdem Ministerialrat Braun erklärt hat, daß eine Reorganisation der Gewerbeschule zu Offenbach vorgenommen werden würde, a b g e l e h n t. Desgleichen die Anträge der Abga. Frenay u. Gen. um Vermehrung der Aufsichtsbezirke der Gewerbeinspektionen. Tas Gesuch der Kreisamtsgehilfen um Erhöhung ihrer Gehälter wird abgelehnt. Tie Vorstellung der Volksschul- lehrer um Aufbesserung ihrer Gehälter kommt nicht zur Beratung, es wird vielmehr zur Tagesordnung übergegangen. Schluß der Beratung 1 Uhr.
W. Zasamarskaja (Rußland), 14. Mai. Hier trat eine große Ue b e r s ch w e m m u n g ein; gleichzeitig brach ein Großfeuer aus, das viele Häuser vernichtete. 7 Menschen sind in den Flammen und im Wasser um- gekommen.
Berlin, 14. Mai. Die Morgenblätter melden: In Podgorz erkrankten zahlreiche Personen an Trichinöses, einige lebensgefährlich. — Der aus Hamburg gekommene Arbeiter Krüger versuchte in Martendorf die Frau seines dort wohnenden Bruders zu erm0rden. Der Thäter wurde festgenommen. Er scheint geisteskrank zu sein.
London, 14. Mai. Den Blättern wird aus Peking; gemeldet, die chinesischen Bevollmächtigten arbeiten eine Denkschrift an den .Hof aus, worin vl)rgeschlagen wird, die Entschädigung in 30 Jahresraten in 15 Mill. Taels abzutragen. Für die Jahresraten sollen verwendet werden^ Die 10 Mill. Taels betragenen Einnahmen aus der Salr- steuer, ferner 3 Milt, aus den inneren Zöllen, und 2 Mitt, aus den Likinabgaben. Um den Ausfall der Einnahmen für den Staat zu decken, wird die Erhöhung des Zolltarifs vorgeschlagen, die jährlich 7 Mill. Taels einbringen wird.
Brüssel, 13. Mai. Tas hiesige Unionssyndikat hatte, für abends eine öffentliche Versammlung einberufen zur Besprechung der Kongofrage. Tie zahlreich besuchte Versammlung nahm einen Beschlußantrag gegen den vom Ministerpräsidenten der Repräsentantenkammer vorgelegten Gesetzentwurf an. Der Beschlußantrag verlangt die s o - fortige Annexion des Kongo st aates mit deu Maßgabe, daß dem König-Souverain die Verwaltung Vorbehalten bleibt
Brest, 14. Mai. Hier sind etwa 500 Häuser, darunter das Postamt und Militärgefängnis, abgebrannt. Ein Hilfskomite hat sich gebildet.
Petersburg, 14. Mai. Baron Rothschild hat fid). nach Zarskoje-Sselo begeben. — Ter Kaiser empfing den Ingenieur Boris L 0 u tz k y, Erfinder der vom Marine Ministerium angeschafften Art Motottvagen.
Astrachan, 14. Mai. In einem Naphta-Transporte auf der Wolga brach, gestern Feuer aus. Ter starke Wind trug brennende Holzstücke auf Naphtaschiffe, brennendes. Masut bedeckte 1>as Wasser. Von der Mannschaft verlassene Barken schwimmen auf dem Wasser. Durch das Feuer wurde Holz im Werte von etwa 200 000 Rubel vernichtet Man vermutet Brandsttftnng Da-5 Feuer ist jetzt gelöscht.


