ihm weniger Worte und mehr Thaten lieber wären, denn das wirksamste Mittel zur Beendigung des Krieges bleibt nach -ihm die u n e r m ü d l i ch e V e r f o l g u n g der Buren. Auch „Daily Chronicle", bekanntlich ein Organ der Opposition, sieht in der unablässigen Thätigkeit der Truppen und ferner in der Ausdehnung des Gebietes, wo Landwirtschaft und Industrie wieder ausgenommen werden könnten, die sicherste Garantie, bald zum Ende zu kommen. Am verständlichsten erscheint nichtenglischen, unvoreingenommenen Lesern das Urteil der „Daily News" und der „Westminster Gazette": die erstere Zeitung nennt die Proklamation ganz ehrlich eine Verletzung der anerkannten Kriegsregeln, denn wenn ein Recht von den Bestimmungen der tpaager Konvention einer Nation gesichert sei, so sei es das, sich bis zum äußersten zu verteidigen. Lächerlich sei die Annahme, daß die Männer, die dem Tod in jeder Gestalt ins Auge gesehen, deren Farmen zerstört und deren Familien „konzentriert" seien, die nur das Bestreben hätten, auf eigenem Boden als freie Männer zu leben, die Verbannung scheuen würden. Die meisten von ihnen hätten schon erklärt, daß sie das Land verlassen würden, falls England gewinnen sollte. Die Proklamation bedeute weder Krieg noch Frieden. Die „Westminster Gazette" legt die Worte über den Unterhalt dar Burenfamilien dahin aus, daß die Regierung die kämpfenden «Buren für den Unterhalt ihrer Familien verantwortlich machen wolle, und findet das in der Ordnung, wobei sie allerdings vergißt, daß die englische Regierung, wo sie den Burenfamilien durch Internierung die Möglichkeit genommen hat, sich aus eigenen Mitteln zu verpflegen, auch verpflichtet sei, sie zu ernähren. Sie bezeichnet jedoch weiter die Proklamation als eine papierene Maßregel ohne jeden praktischen Wert. Sie bezweifelt, daß die Proklamation die kämpfenden Buren überhaupt erreichen und daß sie im Falle des Bekanntwerdens für die Buren irgend welche Schrecken haben werde. Auch die Drohung mit der Verbannungl der Führer würde keinen größeren Einfluß ausüben.
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Telegramme des Gießener Anzeigers.
Middelburg, 12. Augusts Kruitzinger wurde nach, dem Nordwesten verdrängt. Er ließ hierbei 100 Pferde zurück. Oberst Crabbe war mit ihm in ein zweistündiges Gefecht verwickelt und verfolgte ihn alsdann heftig.
London, 13. August. Kitchen er meldet aus Pretoria vom 12. August, er könne die größte Verlustliste der Buren mitteilen, die sie bis jetzt in einer Woche gehabt hätten. Seit dem 5. August hätten die Truppen gemeldet, daß 39 Buren gefallen, 20 verwundet, und 685 gefangen genommen seien, während sich 85 ergeben hätten. Ferner seren 244 000 Patronen, 754 Wagen, 5580 Pferde, 33 000 Stück Rindvieh und eine große Anzahl andere Tiere erbeutet. Der größere Teil dieser Beute entfalle auf den Oranje-Freistaat. — Ferner meldet Kitchener, in der Nähe von Naboomspruit, an der Linie nach Pietersburg, sei von den Buren am 10. August ein Zug zum Entgleisen gebracht worden, wobei zwei Engländer leicht verletzt, ein gefangener Bur getötet, sowie zwei englische Flüchtlinge verletzt seien. Ein Panzerzug sei alsdann eingetroffen, worauf der Feind angegriffen sei, und 8 Tote, sowie 2 Verwundete gehabt habe. Oberst Kekewick habe bei Magalies- berg 40 Gefangene gemacht, darunter befinde sich F. W ol- m ar ans, der frühere Präsident des ersten Volksraad. Die Truppen des Generals French in der Kapkolonie drängten die Haufen des Feindes allmählich gegen Norden zurück und zerstreuten sie.
Deutsches Reich-
Berlin, 12. Aug. Der Kaiser besichtigte am Samstag vormittag auf der Saalburg die Statue des Antoninus Pius, die arn Freitag abend in Gegenwart des Künstlers Johannes Götz zwischen den Eingangsthoven der Porta Decumana aufgestellt wurde. Wegen des Todesfalles der Kaiserin Friedrich« war von einer feierlichen Enthüllung Abstand genommen worden. Die ganz grün pati- nierte und teilweise vergoldete Statue nahm sich vortrefflich aus und fand die vollste Anerkennung des Kaisers, der dem Künstler eine mit Saphiren und Brillanten geschmückte Busennadel überreichen liest
Berlin, 12. Aug. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Der Reichskanzler nahm im Laufe des Vormittags den Vortrag des hier anwesenden Chefs der Reichsämter entgegen und hatte darauf mit dem russischen Botschafter eine längere Besprechung. Nachmittags empfing der Reichskanzler den Präsidenten des Reichstags und den lothringischen Reichstags- abgeordneten Baron de Schmid. — Die „Nordd. Allg. Ztg." ist zu der Feststellung ermächtigt, daß die in der Presie erörterten, auf den angeblich bevorstehenden Rücktritt des Statthalters von Glsaß-Lothringen bezüglichen Gerüchte jeder Begründung entbehren.
Zur Landestrauer schreibt man uns: Es ist von mehreren Seiten angeregt worden, daß bie durch die achttägige Landestrauer in ihrem (Ä:- werb beschränkten Mitglieder von Sommertheatern, Musiker, Artisten usw. eine staatliche Unterstützung als Entschädigung für den entgangenen Verdienst erhalten. Schritte zur Herbeiführung einer solchen einmaligen Subvention werden dem Vernehmen nach vorbereitet. Es ist aber wohl kaum wahrscheinlich, daß sie von Erfolg begleitet sein werden, und zwar wegen der ziemlich beträchtlichen Konsequenzen einer solchen Hilfsaktion. Einen ähnlichen Anspruch wie die Mnstzler hätten z. B. auch die Unternehmer von theatralischen und Vergnügungs-Veranstaltungen, viele Wirte, Kellner u. a. Wird doch allein die Zahl der in Betracht kommenden Bühnen-An gehört gen auf zehntausend berechnet. Zu gönnen wäre ja sicherlich« den Betroffenen die staatliche Unterstützung. Aber es wird ihnen am ehesten damit geholfen sein, wenn das Publikum die Stätten der Erholung nach Wiedereröffnung, dem guten Zweck zuliebe, doppelt eifrig besucht, und zumal die Veranstaltungen zum Besten der Künsller und Angestellten.
— Mitteilungen des Kriegsministeriums über die Fahrt der Truppentransportschiffe: Auf dem Dampfer „König Albert" fahren der Stab des Korpskommandos, der Stab der ersten und vierten Abteilung, die dritte Eskadron und die zweite Pionierkompagnie heim. Transportführer ist Rittmeister Prieß. — Ein Transport mit 18 Offizieren und 425 Unteroffiziere» und Mannschaften ist am 9. August von Taku nach Shanghai abgegangen.
Der internationale Zoologenkongreß wurde heute vormittag unter Teilnahme zahlreicher Vertreter der Wiffenschaft, der Reichs-, Staats- und städtischen Behörden,
einer großen Zahl offizieller Vertreter auswärtiger Regierungen eröffnet. Nachdem Geh. Rat Möbius den Kongreß für ei öffnet erklärt hatte, beantragte er, dem Kaiser sowie dem Protektor des Kongreffes, dem Kronprinzen, den Schmerz über den Verlust der Kaiserin Friedrich auszudrücken. Nachdem der französische Delegierte Professor Perrier die aufrichtige Anteilnahme an dem Schmerze der deutschen Nation seitens der ausländischen Delegierten versicherte, wurde dem Anträge des Vorsitzenden entsprochen. Hierauf begrüßte Unterftaatssekretär Rothe den Kongreß namens des Reiches, Oberbürgermeister Kirschner namens der Stadt, Professor Harnack namens der Universität Berlin, Professor Perrier namens der französischen Delegierten und übrigen Vertreter anderer Länder. Darauf wurde in die Tagesordnung ein getreten.
— Für den sozialdemokratischen Parteitag, der am 22. September in Lübeck beginnt, giebt der Parteivorstand die Tagesordnung bekannt. Danach wird lief) än den Geschäftsbericht des Vorstandes der Bericht der Kontrollkommission und der von Wurm erstattete Bericht über die parlamentarische Thättgkeit auschließen. Th. Metzner berichtet über die Maifeier und A. Südekum über die Wohnungsfrage. Danach folgen Anträge zum Programm und sonsttge Anträge, über die noch nichts mitgeteilt wird.
Kiel, 12. Aug. Prinzessin Heinrich traf heute vormittag halb elf Uhr ein und wurde auf dem Bahnhof vom Prinzen Heinrich empfangen. Nachmittags 3 Uhr reisten die Hoheiten nach Potsdam ab.
— Tie Sozialdemokraten wollen eine Massenpetition gegen die im Zolltarifentwurf vorgesehene Erhöhung der Getreide- und Lebensmittel- Zölle an den Reichstag richten. Am Sonntag wurde in Berlin und den Vororten über eine Million Listen zur Unterschrift verteilt. Die Listen wurden in Restaurationen, Eafehäusern usw. ausgelegt: außerdem gingen am Vormittag Hunderte von Männern und Frauen von Wohnung zu Wohnung, um Unterschriften einzusammeln. Nur in seltenen Fällen wurden ihnen Abweisungen zu Teil. Die Petition hat folgenden Wortlaut: „Die Nachricht, daß die verbündeten Regierungen in dem Entwurf eines Zolltarifgesetzes eine abermalige und sehr erhebliche Erhöhung der Getreidezölle und dementsprechend eine Erhöhung der übrigen Lebensmittel Vorschlägen, hat bei den ergebenst Unterzeichneten die lebhafteste Entrüstung hervorgerufen. Die Brot- und Lebensmittelsteuer ist die ungerechteste, die Interessen der Arbeiter und Gewerbetteibenden ain chwersten schädigende Steuer. Unter der hereingebrock),e- nen Krise hat die Arbeiterschaft bereits schwer zu leiden. Diese Notlage wird verschärft durch die Verteuerung der Lebensmittel unter dem Druck der Zollerhöhung. Die Erhöhung der Getreide- und Lebensmittelzölle bringt nur einer kleinen Gruppe — den Großgrundbesitzern — Vorteil. Diese kleine Gruppe hat durch die Liebesgabenpolitik des Reichs und der Einzelstaaten schon eine Bevorzugung er- ahren, die nur dazu beigetragen hat, die Forderungen dieser kleinen Gruppe ins Ungemessene zu steigern. Das Vorhandensein und die Erhöhung der Getreidezölle stellt ich auch als eine Schädigung weiter Kreise der bäuerlichen Bevölkerung dar. Der zu erwartende geringe Erttag der diesjährigen Ernte bedingt eine gesteigerte Getreideinfuhr und ein Emporschnellen der Preise über die geplanten Zollsätze hinaus. Von der Preissteigerung wird der größte Teil der Landbevölkerung betroffen, am schwersten die Arbeiter und die Besitzer der bäuerlichen Anwesen, die zu klein sind, um das Jahresbedürfnis der Familie zu decken. Die ergebenst Unterzeichneten ersuchen deshalb den hohen Reichstag, bei Beratung des Entwurfs die Getreide- und Lebensmittelzölle gänzlich beseitigen zu wollen, unter keinen Umständen aber irgend einer Erhöhung derselben eine Zusttmmung geben zu wollens
Nürnberg, 12. Aug. Die Mittelfränkische Handwerkskammer erklärte sich einstimmig gegen jede Zollerhöhung. Die Wagnerinnung will gegen Erhöhung der Holzzölle vorstellig werden.
München, 12. Aug. General-Feldmarschall Graf Waldersee sandte aus Hamburg an Se. Kgl. Hoheit den Prinz-Regenten folgendes Danktelegramm:
„Eure Königliche Hoheit haben mich durch das überaus gnädige Telegramm und die Verleihung des Ordens vom hl. Hubertus, die im hiesigen Rathause durch Eurer Königlichen Hoheit Abgesandten feierlich vollzogen wurde, hoch beglückt und mit Stolz erfüllt und lege ich meinen ehrfurchtsvollen Dank zu Füßen. Tapfere, hervorragend tüchtige bayerische Truppen befehligt zu haben, werde ich allezeit mir zur höchsten Ehre anrechnen, (gez.) Feldmarschall Graf v. Waldersee."
Aachen, 12. Aug. Oberbürgermeister Weltmann erhielt vom Obermarschallamt des Kaisers die Mitteilung, der kaiser könne wegen des tiefen Trauerfalles die Enthüllung res Kaiser-Wilhelm-Denkmals in Aachen am 16. Oktober nicht vornehmen, er habe aber den Kronprinzen mit seiner Vertretung beauftragt. Der Kaiser hoffe in den nächsten Jahren der Stadt einen Besuch abzustatten; er könne in diesem Jahre nur der Enthüllung des Kaiser Friedrich-Denk malS in Cronberg beiwohnen.
Ausland.
London, 12. August. Die „Times" meldet aus Peking: Der Aufschub der Unterzeichnung des Protokolls ist hauptsächlich England zuzuschreiben, welches Einspruch erhebt, daß die Mächte, die nur ganz geringe kommerzielle Interessen in China haben, in der vorgeschlagenen internationalen Kommission für Revision des Zolltarifs gleiche Stimme wie England haben sollen. — Reuter meldet aus Peking vom 10. August: Die letzte V e r- ammlung der Gesandte n war durch einen versöhnlichen Geist gekennzeichnet. Tie Gesandten hoffen in einigen Tagen, nachdem sie sich mit ihren Regierungen telegraphisch in Verbindung gesetzt haben, das Protokoll zu unterzeichnen. Der Tarif wird zwei Monate nach der Unterzeichnung zur Anwendung kommen. Man kam heute darüber überein, daß die in den zehn Tagen nach Unterzeichnung des Tarifs ausgeführten Verladungen vom Tarif nicht betroffen werden sollen, ohne Rücksicht auf das Datum der Ankunft. Der Zoll wird 5 Prozent vom Werte nut wenigen Ausnahmen betragen, da die Mehrheit Nahrungsmittel, wie Mehl und Mais bilden. Di« Frage eines zehnpro^entigen Zolles, sowie die Abschaffung der Likinabgabe wird voraussichtlich Gegenstand künftiger Verhandlungen sein. (Nach einem Kabeltelegramm der „Frkf. Ztg." aus New-York hat der amerikanische Gesandte Rock Hill telegraphisch gemeldet, das Protokoll sei unterzeichnet. Die fünfprozentigen Wertzölle würden Mitte Oktober in Kraft treten.)
Antwerpen, 12. Aug. Nach den Berichten, die der heute angekommene Kongodampfer der deutsch-belgischen Linie mitgebracht hat, ist der A u f st a n d d e r B a t c t e l a durchaus noch nicht niedergeschlagen. Diese Aufständischen ziehen in dem Gebiete des Uellesttomes im Norden der Kolonie umher und richten viel Schaden an. Sie sollen einen Weißen ermordet haben. Eine Truppe ist zu ihrer Verfolgung ausgesandt, lieber das im Süden am Lualaba und am Tanganjikasee fortgesetzte Kesseltreiben gegen die meuterischen Bangalasoldaten vernimmt man nur, daß mehrere Gefechte stattgefundeu haben.
Paris, 12. Aug. Der Leichnam des Prinzen Heinrich von Orleans wird nach Marseille gebracht und in. der Familiengruft in Dreux beigesetzt werden.
Belgrad, 12. Aug. Nachdem nunmehr die Stichwahlen vollzogen sind, besteht die nächste Stupschtina aus 110 Anhängern der Regierung, 14 unabhängigen Radialen und 6 Liberalen. Unter den Regierungsanhängern befinden sich 84 Radikale.
Belgrad, 12. Aug. Es ist eine M i n i st e r k r i s e aus- gebrochen, die jedoch heute oder morgen ihre Erledigung finden dürfte. Ter Polizeiminister und der Kultusminister erklärten wegen des Ausfalles der Wahlen, die zu wenig Fortschrittler gebracht Hütten, ihren Austritt aus dem Kabinett, der Kriegsminister wegen Geldknappheit und der Unmöglichkeit, die geplanten Aenderungen und die Verminderung der Friedensstärke durchzuführen.
Konstantinopel, 12. August. In der Audienz des Botschafters Constans beim Sultan wurde die Quai- affaire vorläufig in befriedigender Weise geregelt. Ter Sultan verpflichtete sich, im Verlaufe von acht Tagen die Gesellschaft unverkürzt in sämtliche ihr zustehende Rechte einzusetzen, wozu in erster Linie die Auslieferung der Terrain-Besitztttel gehört. Constans gab auf Wunsch des Sultans die Zusicherung, die Gesellschaft werde während sechs Monaten keinen Besitztitel veräußern, da in diesem Zeiträume der Rückkauf bethätigt werden soll. Außer den gemeldeten kleineren Anleiheverhandlungen entrierte die Pforte gestern Unterhandlungen mit der Ottomanbank betr. einer eventuell zu emittterenden Anleihe von zwei bis zweieinhalb Millionen Pfund auf der Basis der zur Hälfte freigewordenen 1898 an Rußland für Rückstände einer Indemnität gegebenen Pfänder. Trotz der dringenden Auf- forderungerr des Palastes an die Provinz-Valis, alles Verfügbare nach Konstanttnopel zu senden, konnte dieselbe insgesamt nur eiuen Betrag von 40 000 Pfund abführen. — In der gestrigen Konferenz der Botschafter wurde auf Antrag C a l i e e unter lebhafter Unterstützung des englischen Botschafters in der Angelegenheit der vom Sultan selbständig verdoppelten Quarantäne gegen Egyp- ten beschlossen, zur Wahrung der Autorität des intern nattonalen Sanitätsrats eine Note an die Pforte zu richten, worin nachgewiesen werden soll, daß der Sanitätsrat bei Ergreifung seiner Maßregeln von den besten Intentionen gegenüber der Türkei geleitet war. Gleichzeitig wurde beschlossen, daß die Botschafter von ihren Regierungen Kredite verlangen sollen zur Errichtung eigener Pestbaracken in Konstiantinopel. — Die gestrige endliche Audienz Con- stons' beim Sultan währte anderthalb Stunden. Vorläufig verlautet, der Sultan beobachte eine nachgiebigere Haltung. Der Generaldirektor der Tabakregie Rambert ist nach Wien gereist, um das dorttge Komite, welches gegen die Anleihe an die Pforte entschieden Stellung nimmt, umzusttmmen.
Madrid, 12. Aug. Die Meldung, die Regierung beabsichtige eine Anleihe im Betrage von 50 Millionen auf*, zunehmen, die zu außerordentlichen Ausgaben des Kriegsund Marineministeriums verwendet werden sollen, wird von ministerieller Seite für unbegründet erklärt.
New-York, 12. Aug. General Urib el erließ ein Manifest, das andeutet, daß Krieg zwischen Venezuela und jlo lumbia besteht. Die Columbische Gesandtschaft verließe Caracas.
Peking, 12. August. Die helgische Mission in der Westmongolei wurde von regulären chinesischen Truppen befreit.
Aus Klatt and Kand.
(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist uut unter genauer Quellenangabe: „Gieß. «»1/ gestattet.)
* * Ehrung. Der Ausschuß des LandeSgewerbe- v er eins hat den Geh. Kommerzienrat Jul. Röm Held in Mainz in Anbetracht seiner hervorragenden Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt.
• * Telephoubefitzer, die sich in die Sommerfrische begeben und in ihrer Wohnung niemand zurücklaffen, sollten nicht versäumen, die Beamten des Fernsprechamts hiervon zu verständigen. Den Anrufenden werden dadurch viele vergebliche Anfragen, Zeitverlust und Aerger erspart.
• • Leicheufund. Am Sonntag vormittag wurde unweit der „Dicken Eiche" bei Bubenrod eine Leiche gefunden. Nach den „Wetzl. Nachr." wurde in dem Toten der seit einiger Zeit vermißte Ludwig Bill vom Hof Bubenrod erkannt.
• * Der Jahrestag der Schlacht von Gravelotte, der 18. August, wird auch in diesem Jahre von den Gießener Militäroereinen gefeiert werden. Nach dem Kirchgang am Sonntag, 18. August findet die Schmückung der Kriegergräber auf dem Friedhöfe statt. Der Veteranenvereia veranstaltet am Nachmittag und Abend auf BichlerS Terrasse eine Gravelottefeier, die nach den bisherigen Vorbereituugea eine recht unterhaltende zu werden verspricht.
• • Eriunerungsfeier der 115er. Im Jahre 1871, nach glücklich beendigtem Feldzuge anf seinem Marsche in die Heimat, bezog daS Infanterie.Regiment Nr. 115 sei» letztes Quartier in Mannheim. Als es am nächsten Morgen antrat, um in seine Garnison WormS zurückzukehren, wurde dem Regiment bekannt gegeben, daß der Großherzog da» Regiment nach Darmstadt verlegt, jedoch die Erlaubnis erteilt habe, daß das Regiment, bevor eS an dem allgemeinen Einzug der hessischen Truppen in Darmstadt teilnehme, in seine alte Garnison eivziehen könne. WormS und seine Bürger bereiteten dem beliebten Regiment einen herzlichen Empfang, und al» eS damals nach einem Ruhetage au» Scheiden für immer ging, da gelobten die Soldaten, nach 30 Jahren einen großen Regimentsappell in WormS abzuhalten, zu dem sie alle, soweit sie noch nicht zur großen Armee abberufen seien, erscheinen würden. — Diese dreißig Jahre find nun um und im Frühjahre lief bei dem geschäftsführenden Ausschuß des „Hassia"-BezirkS WormS eia Schreiben ein, worin die alten Hundertfünfzehner mitteilte«, daß dieser Appell in diesem Jahre abgehalten werde, und


