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151« Jahrgang.
Mittwoch 14. August 1901
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GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen
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gmUicher Teil.
Bekanntmachung.
Wegen Vornahme von Erdarbeiter wird die Bahnhof straße zwischen Liebigstraße und Westanlage am 14. I. MtS. für den Fuhrwerksverkehr gesperrt.
Gießen, den 13. August 1901.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Hechler.
Graf Waldersee in Hannover.
Hannover, 12. Ang.
Graf Waldersee wurde bei seiner Ankunft auf dem Bahnhof feierlich begrüßt. In dem Fürstenzimmer, durch welches Graf Waldersee seinen Weg nahm, war ein herrliches Blumen-Arrangement aufgestellt, das die Stadt ihrem Ehrenbürger darreichen ließ. Der Bahnhof selbst war reich mit Blumen geschmückt und mit rot- und gold- bordiertem Tuche behängt. Auf dem Bahnhofe hatten die Spitzen der Verwaltungsbehörden und das gesamte Ofsizierkorps Aufstellung genommen, unter Führung des Generalleutnants v. Rosenberg, für den beurlaubten kommaridiercnden General v. Stünzner. Ferner waren zur Begrüßung erschienen: der Chef des Generalstabes v. Soden, General z. D. v. Knobelsdorfs und der Chef des Militär-Reitinstituts v. Mitzlafs. Bon den Verwaltungsbehörden waren Polizei-Präsident Graf Schwerin u. a. erschienen. Kurz nach 1 Uhr erschien Gräfin Waldersee in Begleitung der Frau v. Wächter. Offiziersdamen in schtvarzer Toilette hatten auf der linken Seite des Fürstenzimmers auf dem Bahnhofe Aufstellung genommen. Mit einer Verspätung von 20 Minuten traf der von Frankfurt kommende Zug auf dem Bahnhofe ein. Da die Absperrung durch die Polizeibehörde mit größter Milde vorgenommen wurde, war dem größten Teil des Publikums die Möglichkeit gegeben, am Empfange des Grafen Waldersee teilzunehmen. Graf Waldersee wurde beim Einfahren des Zuges mit lautem Jubel und brausenden Hurrarufen willkommen geheißen. Einen herrlichen Blumenstrauß in der Hand, begrüßte er zunächst seine Gemahlin und trat dann an das Offizierkorps heran. General-Leutnant v. Rosenberg hieß den Grafen willkommen und schloß mit einem Hurra auf den Feldmarschall. Graf Waldersee erwiderte:
Es ging mir ausgezeichnet gut, ich bin frisch an die Arbeit gegangen und gesund wiederaekehrt. Wenn mir einiges gelungen ist, so ist es allein dem Umstande zuzuschreiben, daß ich den Kai ser h in t er mir h att e un d nach seinen Intentionen handeln konnte. Was in China geschaffen worden ist für Deutschland, wird lwffentlich recht bald an den Tag kommen. Wir danken jalles allein dem Kaiser. Nochmals herzlichen Dank für die schöne Begrüßung. Unsere Truppen hielten sich ausgezeichnet bei alten Gelegenheiten. Es wurde viel von ihnen verlangt; es gab zwar keine großen Schlachten, aber es war viel zu thun unter den schwierigsten Umständen. Die jungen Herren von der berittenen Artillerie vollbrachten Leistungen, wie solche noch nicht dagewesen sind. Patrouillenritte wurden ausgeführt, wie sie im letzten Kriege kaum vorgekonlmen sind. Wir können sicher sein, daß unsere Freunde uns fetzt noch mehr cuhten werden als vorher. Unsere Feinde aber kennen uns jetzt ganz genau. Denen haben wir gründlich Achtung boigebracht. Sie wissen, daß mit Deutschland schlecht anzubinden ist, und daß der Kaiser eine starke Macht hinter sich hat.
Darauf betrat Graf Waldersee das Fürstenzimmer, wo vberpräsident Fürst von Stolberg-Wernigerode ihn be- tzrüßte. Graf Waldersee dankte und fuhr darauf tnit feiner Gattin nach der „Villa Waldersee, wo die Stadt eine Ehrenpforte hatte errichten lassen.
Vor der Billa Waldersee hielt Stadtdirektor Tramm eine Ansprache an Graf Waldersee, welcher dankend erwiderte. Stadtdirektor Tramm sagte folgendes: „Hochgeehrter Herr Graf! Durch die allgemeine Trauer, -welche infolge des Ablebens Ihrer Majestät der edlen Kaiserin Friedrich im ganzen Lande herrscht, sind die städtischen Kollegien und mit ihnen die gesamte Bürgerschaft zurückgehalten, Ew. Exzellenz denjenigen festlichen Empfang zu bereiten, welchen dieselben für diesen Tag sich gewünscht hatten. Aus der allgemeinen Teilnahme aber der Bevölkerung, aus der stürmischen und warmen Begrüßung der vielen Tausende, welche zusammengeströmt sind, um Eure Erzellenz beim Wiederbetreten der Heimatstadt zu beigrüßen, mögen Ew. Exzellenz die Ueberzeugung entnehmen, daß Sie ein Denkmal sich, errichtet haben in dem Herzen und der Liebe der Bevölkerung, welches lauter und köstlicher redet als alle festlichen Veranstaltungen. Bor Jahres- fnst sind Ew. Exzellenz hinausgezogen, beauftragt mit der Währung der internationalen Armee im fernen Asien zur Mederschlagung unübersehbarer Wirren, also mit einer Aufgabe, wie solche in dieser Form wohl einzig dasteht in der Geschichte. Alle unsere Wünsche aber und Hoffnungen, welchen wir am Tage des Abschiedes Ausdruck gegeben Haden, sind unter Gott^ gnädigem Beistand in glänzendster Weise erfüllt. Militärisch und diplomatisch ist die schwierige Aufgabe gelöst worden in einer Weise, daß dieselbe nicht nur die lebhafteste Zustimmung und Anerkennung unseres Kaisers und Königs, sondern mit ihm auch aller Urigen Souveräne der beteiligten Mächte gefunden hat. Daneben aber empfinden wir, wenn wir heute Ew. Ex- tzellenz in elastischer Frische des Geistes und Körpers wieder «unter uns sehen, lebhafte Befriedigung über die Ausführungen, welche Ew. Exzellenz selbst über das ganze Vor
gehen und Auftreten der deutschen KrtMer gemacht hüben, und wir find dankbar, daß ein guterVoden vorgearbeitet ist und Verhältnisse angebahnt wurden, auf denen weiter bauend bei entsprechender Thatkraft und Initiative unseren Kaufleuten und Industriellen demnächst ein reiches Absatzgebiet für unsere Produktion erschlossen werden kann. Ew. Exzellenzaber, der uns dieses Arbeitsfeld in erster Linie gewonnen hat, reichen wir beim Betreten des deutschen Bodens bei der Rückkehr in die Heimat einen herzlichen Will kommen grüß entgegen, indem wir einstimmen in den Ruf: Seine Exzellenz, Herr Generalseldmarschall Graf Waldersee, unser hochverehrter Ehrenbürger, er lebe hoch! hoch! hoch!"
Zolltarif-Notizen.
Das Direktorium des „Zentralverbandes deutscher Industrieller" hat mit seiner Erklärung gegen die „Feststellung von Mindestzöllen nur für Getreide" im Zolltarifentwurf den Politikern etwas zu raten aufgegeben. Was heißt dies „nur?" Das ist die Frage. Ein Teil der Presse neigt sich zu der Auffassung hin, daß der Zentralverband solche Mindestzölle ebenso für industrielle Erzeugnisse verlange; die „National Ztg." dagegen hält das Wort „nur" für ein Versehen in der Formulierung. Wir möchten der ersteren Annahme Recht geben. Es sei daran erinnert, daß bereits vor längerer Zeit, als die Doppeltarif-Idee auftauchte, der Vorstand der nordwestlichen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller, also eine dem Zentralverband sehr nahestehende Vereinigung, den Beschluß faßte: Sollte für einen Teil der einheimischen Produktion der Doppeltarif aufgestellt werden, dann verlangt diesen Tarif die Eisen- und Stahl-Industrie auch' für ihre Erzeugnisse. Darnach ist mindstens wahrscheinliche daß die Großindustrie, soweit si^ im „Zentralverband"- vereinigt ist, die gleiche Forderung erheben wird. Der Entwurf des Zolltarifs, der den Beratungen des „Wirt- schaftlicyen Ausschusses" zu Grunde lag, soll durchiveg ein Doppeltarif gewesen sein. Späterhin wurde daraus, nachdem sich viele Stimmen gegen dies System geäußert hatten, der Einheitstarif in der jetzigen Form, jedoch mit Beibehaltung der Mrndestzollsätze für die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte. Beharren nun größere Teile der Industrie auf gleicher Behandlung von Landwirtschaft und Industrie im Zolltarif, so würde also die Regierung zu ihrer „ersten Liebe", dem allgemeinen Doppeltarif, zurückkehren, oder aber die landwirtschaftlichen Mindestzölle opfern müssen. Denn was dem einen recht, ist dem anderen billig. Bekannt ist, daß im Reichsamt des Inneren (Graf Posadowsky) von Anfang an Neigung für ein Tarif- systzem mit Mindest- und Höchstzöllen herrschte, und daß die rechtsstehenden Parteien diese Neigung unterstützten. Bon links ist der Doppeltarif stets bekämpft worden, schon im Hinblick auf die ungünstigen Erfahrungen, die Frankreich mit dem Doppeltarif gemacht hat. Der Doppeltarif erschwere das Zustandekommen von Handelsverträgen, beschwöre Zollkriege herauf. Zahlreiche Handelskammern haben sich gegen den Doppeltarif erklärt. Die Industrie wird es sich nach alledem nody sehr zu überlegen haben, ob sie auch für die Jndustriezölle den Doppeltarif verlangt, der den Vertragsverhandlungen nur geringen Spielraum läßt.
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jEtwas spät wird die Aufsehen erregende Nachricht dementiert, daß Rußland die Vorarbeiten für den russischen Handelsvertrag einstellen lasse. Nach einer vom offiziösen Draht weiter gegebenen Meldung bezeichnet die „Petersb. Ztg," dies als unwahrscheinlich. Es nimmt allerdings Wunder, daß eine solche Feststellung durch Vermittlung unserer amtlichen Vertretungen in Petersburg nicht viel früher erfolgt ist! Die Aufgabe war doch, nicht gar so schivierig. Die konservative „Kreuzztg." erbebt heute abend erneut die Forderung, daß das Wolfsche Bureau auch die der deutschen Regierungspolitik günstigen Urteile (über den Zolltarifentwurf) nicht verschweige.
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Von einem raschen „Abflauen" der Zolltarif-Diskussion, worauf man hier und da in der Regierung in Anbetracht der heißen Jahreszeit still gehofft haben soll, ist nichts zu bemerken. Im Gegenteil, mit wachsendem Eifer wird die Erörterung geführt. Nur die Offiziösen halten sich zurück, entsprechend der von der Regierung ausgegebenen Parole.
Zum Tode Crispis.
Den Nachrufen, die die reichshauptstädtische Presse dem von seinem langen Todeskampf endlich erlösten Franzesco Crispi widmet, ist eine lebhafte Anerkennung der Leistungen des Staatsmannes für sein italienisches Vaterland gemeinsam.
So schreibt die „Kreuzztg.", die Erhebung Italiens zu einer europäischen'Großmacht sei Crispis dauerndes Verdienst. Durch seinen Tod habe die glänzendste Epoche der neueren italienischen Geschichte ihren Abschluß gefunden. — Die „Nordd. Allg. Ztg." gedenkt der einer ehrlichen Ueberzeugung entsprungenen Freundschaft Crispis für Deutschland. — Die „National-Ztg." weist darauf hin, daß er ein Muster in der Tugend der politischen Selbstbeherrschung war. Nur wenn Italien an den Crispi'schen Traditionen festhalte, werde es eine große staatliche Zukunft haben.
Die römische Preße widmet dem Andenken Crispis ernste Betrachtungen. „Popolo Romano" nennt ihn einen der Großen Italiens, der das Vaterland mit seiner Liebe zu kraftvollen sieghaften Thaten anfeuerte. Das Volks-
blatt Messagero erkennt seine historische Bedeutung an: "Tie kommenden Geschlechter würden ihn gerechter beurteilen als die, die mitten im Kampfe um oder gegen ihn standen, deicht viele sahen die zukünftigen Schicksale des Vaterlandes so klar vor Augen wie er. Er scheiterte an dem Gegensatz zwischen feinen großen Plänen und der Kargheit der zu ihrer Ausführung verfügbaren Mittels noch viel mehr scheiterte er an Kleinlichkeit der Männer, die ihn umgaben und (nicht verstanden. — Interessant ist, daß die italienische Presse mit der deutschen in der Erkenntnis überein stimmt, Crispi habe bei seinen politischen Plänen die wirtschaftliche Kraft Italiens zu hoch eingeschätzt. Daß ihm nicht alles geglückt ist, daran trägt ohne Zweifel die Unzulänglichkeit der finanziellen Mittel des Landes ebenso Schuld wie die Gesinnung der Männer, die ihn umgaben. Materiellen Gewinn hat Crispi das halbe Jahrhundert von Arbeit im Dienste des Vaterlandes nicht eingebracht. —
Ebenso widmen auch die englischen Blätter Crispi sympathische Nachrufe. „Standard" erklärt: Obwohl kaum mit so großen Eigenschaften begabt wie seine berühmteren Kameraden Mazzini, Cavour, Garibaldi und Victor Emanuel wird seiner als einer hervorragenden kühnen und erfolgreichen Figur unter den modernen Staatsmännern gedacht werden.
In: Gegensatz^ zu den anerkennenden Worten, die die übrige Presse dem Verstorbenen widmet, hat in der Pariser; Presse sein Tod nochmals den ganzen grimmigen Haß aufleben lassen, den sein Name seit Jahrzehnten, insbesondere seit der Gründung des Dreibundes, in Frankreich erweckte. Man sucht in allen Nekrologen vergebens nach einem einzigen herzlichen Wort.
Ter „Figaro" meint, Crispi sei allerdings von großem Patriotismus beseelt gewesen. Aber selbst diesen Patriotismus habe er bis zum Widersinn übertrieben. — Der „Matin" findet, daß Crispi ein kleiner Geist war, der Bismarck wie ein Affe nachahmte, ohne eine einzige der großen Eigenschaften des großen Staatsmannes zu besitzen. — Die „Libre Parole" schildert Crispi als Politiker wie als Privatmann in den abscheulichsten Farben. Er war für das fromme Blatt der vollendetste Typus des Freimaurers. Der „Eclair" wirft Crispi vor, die französischen Republikaner, mit denen er Freundschaft unterhielt, nach dem Sturz des Kaiserreiches im Stich gelassen zu haben, als sie sich nach Italien wandten, um Hilfe gegen Deutschland zu erhalten. Das Blatt druckt den Brief ab, den Crispi am 18. September 1870 an Jules Favre schrieb. Der Italiener habe damals den besten'Rat gegeben, den man dem Franzosen erteilen konnte, nämlich so schnell wie möglich Frieden zu schließen, anstatt das von Napoleon begonnene Blutvergießen fortzusetzen.
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Telegramme des Gießener Anzeiger-.
Rom, 13. Aug. Crispis Beisetzung ist auf den 15. ds. festgesetzt. Die Leiche wird auf dem Kreuzer „Varese" nach Palermo überführt.
Neapel, 13. Aug. Der König sprach telegraphisch der Gemahlin Crispis seine und der Königin Teilnahme aus. In dem Telegramm heißt es: Der verewigte tapfere Patriot werde stets als einer der Schöpfer der Einheit Italiens genannt werden, der ein so beträchtlicher Teil seines Lebens gewidmet getvesen sei.
Engländer und Buren.
Eine eigentümliche Nachricht, die, wenn sie sich bestätigen sollte, ein drastisches Licht auf die Verhältnisse in Südafrika werfen würde, kommt vom Kriegsschauplatz. Dem „Standard" wird aus Pretoria vom 11. August gemeldet :
Zwölf Buren, welche sich ergeben und von den Engländern Gewehre erhalten hatten, um ihr Vieh zu beschützen, wurden in einer Farm nördlich von Volksrust von Burentruppen umzingelt und ergaben sich, nachdem einer von ihnen getötet worden war. Fünf derselben wurden vor ein Kriegsgericht unter dem Vorsitz Christian Bothas gestellt, auf dessen Urteilsspruch, wie es heißt, vier erschossen worden sind.
Es ist dies der erste Fall dieser Art, der gemeldet wird. Sollte er eine Folge der neuesten englischen Kriegführung sein, oder ein Zeichen der zunehmenden Ver^ Milderung, welche beide krieg führenden Parteien Leben und Eigentum immer geringer achten läßt?
Die englische Presse stellt sich überwiegend zu der bereits von uns mitgeteilten Kitchenerschen Proklamation günstig. Manche Blätter sind dabei ganz kritiklos. So findet der „Globe", selbst die rvildesten Burenfreunde könnten der Proklamation keine Unmenschlichkeit vorwerfen, und „Daily Graphic" meint gar, die Proklamation schmälere die Rechte der Buren als Kriegführender in keiner Weife. Selbst in diesem Teile der englischen Presse finden sich jedoch Aeußerungen, die in irgend einer Weise Unzufriedenheit mit der Proklamation durchblicken lassen. „Daily Mail", die .Hauptscharfmacherin, vermißt in der Proklamation einen Hinweis darauf, daß die Burenführer die Kontrolle über ihre Leute verloren hätten, und daß letztere sich infolge dessen in vermehrtem Maße unmenschliche Handlungen zu Schulden kommen ließen. Das sieht beinahe danach aus, als ob die Zeitung doch eine leise Vorstellung davon hätte, daß die Pro kl ama t i o n einer genauen Begründung dringend bedürfe. Tas hält sie natürlich nicht ab, ihr den Vorwurf zu großer Milde zu machen, und nach noch schärferen Proklamationen zu schreien. „Daily Akail" har eben die Fähigkeit, die Dinge vorurteilslos zu beurteilen, längst eingebüßt. „Daily Telegraph" läßt durchblicken, daß


