Neueste Meldungen.
Angehörigen des
Mitkämpfer aus
Herrn veranlaßt, in diesem Apparat
Offenbacher Eisenbahn-Unglück hat den leine Erfahrungen im praktischen Dienst zu verwerten.
bcchnzug durch auf ,tne Schienen gelegte Stämme zum Entgleisen gebracht. Der Heizer wurde schwer verletzt. — In Gijow begannen 2000 Arbeiter verschiedenen Geschäftszweige den Ausstand. Die Arbeitgeber drohen mit Schließen der Fabriken.
London, 13. August. Dem Hofbericht zufolge, empfing König Eduard in Homburg den Grafen Walderfeei und verlieh ihm das Großkreuz des Bath-Ordens.
gestern zwei junge Leute schwer verletzt. — Infolge aus dem Vierwaldstättersee
Paris, 13. August.
Für Kühne setzt- der Gerichtshof wegen de» Verbrechens der Miß- Lndlung eines Untergebenen in d .i Jällm, für den ersten 14 Tage UZitteletreft, für die beiden anderen je 10 Tage Mittelarrest tn Anrechnung und sprach eine Gesamtstrafe von 4 W o ch e n Mittel- Arrest gegen idn aus.
Sofia, 12. Am.ust. Dor dem Schwurgericht begann heute der Bro>e6 gegen Sarasow und Genossen. Angeklagt find Sara- ow und Stojanow weg'N M tschuld an der Ermordung FtlowSky» ind Kowatschrw, sowie Prolew wegen Mitschuld an der Ermordung
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sie bäten um Nachricht, welcher Tag dazu wohl der ge-ig uetste wäre Der Brief wurde dahin beantwortet, daß der 2. September, an welchem Tage Worms seit fast 30 Jahren das deutsche Fest zu feiern gewohnt sei, den Kameraden nur empfohlen werden könne. Die alten Soldaten, vom Regi ment 115 werden nun mit ihren damaligen Offizieren bereits am 1. September nach Worms, ihrer früheren Garnison, kommen, um alte Eriancrungen zu feiern und allen lieben Bckanntsn die Hand zu schütteln.
" Neue Münzsorte? Durch die württembergischen Zeitungen geht die Mitteilung, die Handelskammer von Heilbronn, der ersten Handelsstadt Württembergs, habe ausführliche Erhebungen über die Wirkung des Gesetzes vom 1. Juni 1900 angestellt, das die Zwanzigpfennigstücke dem Geld- Verkehr entzogen hat. Nach Ansicht der Handelskammer hat diese Zurückziehung eine empfindliche Lücke im Gebrauch des Kleingeldes geschaffen, und es liegt ein Bedürfnis vor, zwischen dem Zehn- und Fünfzigpfennigstück wieder eine Münze zu schaffen. Diese Münze müffe wieder ein Zwanzigpseunigstück sein, wenn anch Prägung und Größe anders sein müßten als bei den bisherigen Stücken in Silber oder Nickel. Für die bisherigen Fünfzigpfennigstücke, die so oft zur Verwechslung mit den Zehnpfennigstücken führen, schlägt die Heilbronner Handelskammer eine gleichfalls silberne Münze, aber in kleinerer und dickerer Form vor. Wie die Handelskammer durch Rundfrage festgestellt hat, finden ihre Vorschläge auch in anderen HandelSkammerbezirken Anklang.
*• Zum Schutz gegen Eisenbahn-Unfälle ist dem Stationsvorsteher Rückeis in Bischofsheim bei Mainz ein von ihm konstruierter Apparat zur Sicherung von Blockstationen patentiert worden. Sobald nämlich der Lokomotivführer bei Nebel u. s. w. das Hauptsignal überfährt, zeigt der Apparat durch selbstthätige Abgabe mehrerer Schüsse dem Personal an, daß die Einfahrt bezw. Durchfahrt nicht frei ist. Das
einbüßen. Bei einbcechender Dunkelheit vom Felde heim kehrend, wollte er sich im Wasierfaß (Brunnen ober Leitung^ wasser hat der Hof nicht) einen Trunk Wasser nehmen, als c-et Karren aufschnappte und dem Armen den Schädel eirv drückte. Der Tod trat nach 6 Stunden ein. — Der Dach Zecker Michel, der am SamStag aufl Uebermut ouf die Thürme des Eisernen StegS in Frankfurt a. M. kletterte und abstürzte, ist heute an seinen Verletzungen gestorben. — In der Hafenstraße wurde das 2jährige Mäochcn des Bäckers Wimmer von einem Bierwagen der Henninger'schen Brauerei überfahren und blieb sofort tot. — In der Nacht vom Sonntag zum Montag gingen in Rheinheffcn schwere Gewitter nieder, die vielfach Schaden anrichteten. In Wies Oppenheim schlug der Blitz in die Wirtschaftsgebäude des Landwirts Lohr und tötete zwei Kühe. In Großniedesheim schlug der Blitz in die Scheune des Landwirts Fischer und zündete. Zwei Scheunen brannten nieder. — Der Wittwe des bei dem Offeybacher Eisenbahnunglück um's Leben gekommenen Kaufmanns Klein von Mainz wurde von der Eisenbahnverwaltung eine Entschädigungssumme von 210 000 Mk., dem bei demselben Unglück schwer verwundeten Kaufmann Ebert eine solche von 50 000 Mk. ausbezahlt.
Arbeiterbewegung.
New-Uork, 12. Aug Die Generalstreik-Ordre hat einen Mißerfolg erlitten, da in Trustwerken von Chicago, Milwaukee, Joliet kein Streik ist, obwohl die „Amalgamated Association" dort sehr stark ist. Die Carnegie-Werke sind in vollem Betrieb, ebenso die Rührenwerke in Mckeesport. Die Gesamtzahl der neuen Streiker beträgt höchstens 30 000.
Gerichtssaal.
D. «testen, 12. August. Heute fand wiederum nach I Inger er Peuse eine K r t e g S g e r t ch t S s t tz u n g statt. OberkrtegSgertchtsrat H a s e m a n n au« Frankfurt a. M. leitete die Verhandlungen. Die Anklagebehörde war vertreten durch Krtegsgertchtsrat Obenauer. Die Verteidigung lag tn den Händen deS Justizrat» Metz und des Rechtsanwalt» R ö m h e l d. Zu verantworten hatten sich der wegen Mißhandlung eines Untergebenen bereit» mit fünf Wochen mittleren Arrests vorbestrafte Unterosfizter Kühne und der Musketier Wtp« p er t, beide von der 2. Komoagnte des Jnf -RegtS. Nr. 116, der erstere wiederum wegen Mißhandlung eine» Untergebenen, der letztere wegen Achtungsoerletzung, Gehorsam«Verweigerung und thütltchen Vergreifens «n einem Vorgesetzten. Die Beweisaufnahme beruhte hauptsächlich auf den zeugenetdltchen Aussagen der Unteroffiziere Keßler, Schuhmacher und Stoffel. Doch wiesen die Aussagen der drei mancherlei nicht unbedeutende Differenzen auf, so daß man kein völlig klare» BUd von den Vorgängen gewinnen konnte. Der Sachverhalt war »ach ihren Angaben etwa folgender: Der Angeklagte Lippert kam am 12. Juni zwischen 8 und 9 Uhr vormittag» auf die Stube Nr. 25, um dem Unteroffizier Kühne die auf deffen Befehl gekaufte neue Fußbekleidung zu zeigen. Kühne ließ hierbei den Wippert seine Stiefel auSziehen und machte die in dem Zimmer mit anwesenden vorhin genannten drei Unteroffiziere auf die überaus mangelhafte Fußbekleidung deS Wippert aufmerksam. Wippen machte dabei fortgesetzt unruhige Bewegungen, ballte die Hände und knirschte mit den Zähnen und hörte auch trotz des mehrfachen Befehls seines Vorgesetzten damit nicht auf. Gleichzeitig faßte der Unteroffizier in die Drillichjacke deS Wippert, wohl um seinem Befehl größeren Nachdruck zu geben. Wippert griff nun nach dem Arm deS Unteroffiziers, worauf ihm dieser eine Ohrfeige gab. Unmittelbar darauf hob der Geschlagene einen seiner Stiefel auf, wie um den anderen damit zu schlagen. Kühne suchte diesem Schlag zu begegnen, indem er den Arm seines Gegners ausfing und ihn einige Schritte zurückdrängte. Währenddem fiel der Stiefel zu Boden. Nun drängte Wippert den Kühne nach der isette d:S Zimmers zurück, wo sich Waschtisch und Thüre befanden, indem er ihn mit auSgestreckten Armen anfaßte. Dabei fiel der Unteroffizier hin. Wippert kniete mit einem Fuße auf ihn, während er mit der linken Hand die Thürklinke faßte. Die im Zimmer anwesenden Unteroffiziere halten merkwürdigerweise bis dahin sich völlig passiv verhalten, jetzt endlich fühlten sie sich bewogen, einzugreifm. Sie rissen den Wippert von Kühne hinweg. Wieder aufgestanden, raßte dieser den Wippert beim Arm und drängte ihn gegen ein Bett. Dabei kam er halb über Wippert zu liegen. Dieser schrie „HUse" und gab außerdem noch dumpfe Laute von sich. Da er sich nicht anders zu helfen wußte, weil ihm schwach wurde, biß er Kühne in den Finger. Beim Hilferuf rief Unteroffizier Keßler dem Kühne zu: „Kühne lasten Sie das." Letzterer ließ nunmehr von seinem Untergebenen ab und befahl ihm, nachdem er ebenfalls aufgestanden war, still zu stehen und sich die Stiefel anzuziehen. Nach der Darstellung de» Wippert spielte sich die Sache bei weitem ander« ab. Er will ohne Grund zweimal mehrere Ohrfeigen bekommen haben: nicht er habe den Stiefel angefatzt und erhoben, sondern der Unteroffizier habe ihm damit auf den Kopf geschlagen, außerdem sei ihm mit der Faust gegen die Zähne geschlagen worden. Wippert vetfiel, auf seiner Stube angekommen, in einen Zustand hochgradiger, krampfartiger Erregung. Er warf sich hin, sprang wieder auf, warf sich aufs Bett, schlug mit Händen und Füßen um sich, stieß unverständliche Aeußerungen au» und wollte ohne Grund sogar ein Seitengewehr gegen einen Kameraden brauchen. Erst nach V* bis 1/t Stunde beruhigte er sich. Außer einigen Hautfchrammen halte er keine Verletzungen aufzuweisen. Dem Kühne wurde von sämtlichen Vorgesetzten das Zeugnis eines sehr tüchtigen, fähigen, keineswegs zum Jähzorn neigenden Soldaten ausgestellt, während Wippert als unfähiger, geistig wenig veranlagter, zur Faulheit neigender Menfch geschlldert wurde. Das Urteil der ärztlichen Gutachter über den Geisteszustand des letzteren ging dahin, daß er bei feinem schwachen, minderwertigen Geisteszustand in einen schwachsinnigen Erregungs- und Dämmerzustand geraten sei, dessen AnfangSgrenze sich allerdings nicht genau feststellen lasse. Doch könne er nicht verantwortlich gemacht werden. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft berücksichtigte dieses Gutachten zu Gunsten des Angeklagten und beantragte Freisprechung. Dem Unteroffizier Kühne wurden noch zwei wettere Mißhandlungen deS Wippert zur Last gelegt. Die eine hat er sich vor der Kompagniebesichttgung, die andere vor der ökonomischen Musterung zu Schulden kommen Uff en. Im ersten Falle gab er Wippert einige kräftige Ohrfeigen, im zweiten hat er ihm gegen Ohr und Unterkiefer 'gestoßen. Durch die Zeugenaussagen wurde die Schuld deS Kühne in diesen beiden Fällen völlig erwiesen. Der Vertreter der Anklagebehörde beantragte im ersten Falle gegen ihn 10 Tage gelinden Arrest«, wobei er in Betracht zog, daß er größtenteils tn berechtigter Notwehr gegenüber den thätltchen Angriffen eines Untergebenen gehandelt habe, für die beiden anderen Fälle, die viel gröber seien, weiter je 10 Tage Mittelarrest Der Gerichtshof schloß sich in der Sache gegen Wippert dem Anträge des Vertreters der Staatsanwaltschaft an und sprach Wippert frei.
Wetzlar, 13. Aug. Die früheren 88. Infanterie-Regiments, größtenteils 1870/71 feierten am Sonntag hier im Hotel Keffel den Jahrestag der Schlacht bei Wörth. Die Versammlung beschloß, alljährlich in Wetzlar am Sonntag nach dem Jahrestag (6. August) eine Wörthfeier abzuhalten.
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Aür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Urtrkel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber ____ keinerlei Verantwortung.)
Gießen, 12. Aug.
Nachdrm man vor acht- Tagen in den „Alldeutschrn «llttan- anter der Spltzmatt- „Deutsche, und Undeutschc," hat lesen können, daß ein hicfioes G schäft für Herrendttleidunasstucke Stroh- Hute sich enfettigen lasse mit dem mehrfachen Eindruck: „Expreeeely made for « (zu deutsch: „Besonders gemacht für"), also nicht einmal au» England, al» für Engländer bestimmt, bezogen, und man
Recht über den Mangel an deutschem Gefühl, der darau» ^.»."ufhielt, jedoch hoffte, daß der Hinweis für die Firma, die ttSbald davon Kenntnis eibtelt, genüge, in Zukunft etwa« mehr Rück- Pia deutsches Empfmden zu nehmen, so hat man sich doch grünte lid) getauscht. Heute ist da» eine Ladenfenster jener Firma ganz englisch. »THE STAR MAKE MANUFAKTURING CO.' feiert oatin seinen Triumph und der Eigora Eiavatten'Stoff. Man meint oor einem rein englischen Laden zu stehen, wenn man nicht in dem 5u*ter Jtt»eter®inben den Namen der Gießener Firma wahrnähma, unter sieben Plakaten eins tn deutscher Sprache, aber über englische« Stoff, und an zwei Binden folgende Aufschriften läse: .CROWN PRINCE WILHELM CRAVATTEN“ und .CROWN PR INCE EITEL FRITZ CRAVATTEN-. Diese Aufschriften beweise», daß sie für Deutschland bestimmt find, denn e» beißt „Eravatten', ist also das bekannte Fremdwort mit deutscher Endung, demnach nicht für englischen Sprachgebrauch gebildet. Und auf ein für deutsche» Publikum bestimmtes Rekiameblatt über eine Binde, die den 9tamen deutscher Hohenzollern-Prinzen trägt, setzt man die deutsch, Bezeichnung der deutschen Prinzen in oerenglischtern Kauderwelsch !! Und diese Karte legt man in Deutschland den Deutschen vor die Nase! Da behaupten die Leute noch, die Deutschen hätten fich oor allzu heißspornigern Chauvinismus zu hüten! Hätten wir doch ein paar Intolerante von der Sorte! Ich glaube, für die Beseitigung derartiger nationaler „Eigentümlichkeiten" wären sie nicht oh^ Nutzen.
N. N.
Vermischte».
• Medaillen der Pariser Weltausstellung. Die Aussteller find ungeduldig, daß sie noch immer nicht die ihnen verliehenen Medaillen erhalten können. Die Medaillen werden in der Pariser Münze fertiggestellt. Der „Confekt." hat Über die Verzögerung Nachfragen laffen und den Bescheid erhalten, daß man schon seit mehreren Wochen mit der Fertigstellung der Medaillen beschäftigt ist. Bis jetzt sind 11 000 Exemplare abgeliefert und zur Verteilung gelangt, es find aber im ganzen 60 000 Medaillen zu prägen. Die Fertigstellung ist deshalb so schwierig, weil diese Medaillen zweimal geprägt werden müffen, da auf der Rückseite der Name des Ausstellers eingeprägt wird. Die Aussteller werden fich also noch ein paar Wochen gedulden müffen, bevor es möglich ist, die ihnen verliehene Auszeichnung abzuliefern.
* Luzern, 12. Aug. Gestern abend ist während eines Orkans auf dem Vierwaldstättersee nahe bei Stansstad ein Boot untergegangen, wobei vier Personen ertranken.
* B a k u , 12. Aug. Gestern brach zu S a b u n t s ch i au: dem Grundstück der Bakner Naphthagesellschaft Feuer aus, durch das 52 Bohrgruben verschiedener Raphthagesell- schaften und mehrere Wohnhäuser zerstört wurden, lieber Menschenverluste liegen bisher keine Meldungen vor.
Berlin, 13. August. Der „Lok.-Anz." meldet: Den 60jährige Arbeiter Reiske brachte infolge Erbschaft^- streitigkeiten seiner verheirateten Stieftochter einen Stich in die Herzgegend bei, und stürzte sich, als er zu seiner! Verhaftung kommende Schutzleute sah, aus dem Fenster in den Hof. Beide wurden schwerverletzt ins Krankenhaus! geschafft. — Dasselbe Blatt .meldet aus Graz: Tesla richtete wie er einem Freunde schreibt, die drahtlose Telegraphie zwischen Amerika und Europa mit dem Sender auf New- ?)erfetj und dem Empfänger bei Lissabon ein. — Die „Voss. Ztg." meldet aus Bern: Beim Edelweißsuchen stürzten ab; einer ist tot, der andere eines Gewittersturmes kenterte ein Kahn. 6 Personen ertranfen. Bei der heute in der deutsch- der Rue Blanche ftattfinbenben
§ Butzbach, 12. Aug. Das für gestern im Nachbarorte N Leder-Weisel angesetzte JahreSfest des hiesigen G u st a v- Ädolf'ZweigvereinS mußte wegen Ausbruchs epidemischer Kinderkrankheiten ausfallen.
Darmstadt, 12. Aug. Der Großherzog und die Großherzogin, die Herzogin Marie von Sachsen- Loburg und Gotha und die Prinzessin Victoria zu Schleswig-Holstein wohnten gestern der Trauerfeierlichkeit für die Kaiserin Friedrich in der Kirche zu Cronberg bet und kehrten gegen Abend nach Wolfsgarten zurück.
Darmstadt, 12. Aug. Finanzminister Gnauth hat eine mehrwöchige Urlaubsreise angetreten.
Hanau, 12. Aug. Am Sonntag ist der zweite Beigeordnete unserer Stadt, Karl Pannot, infolge eines Schlaganfalles verschieden. Paunot gehörte seit 1879 dem Gemeindeausschusse, seit 1884 dem Stadtrate als Mitglied au.
fc Offenbach, 10. Aug. Gestern abend wurde der bei Oberrad verunglückte Eisenbahuschaffner Jeck el unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Er hinterläßt eine Witwe, welche in Bälde ihrer Niederkunft entgegeufieht, sowie ein Kind. Wohlthätige Menschen, zwei Bereiue iu der Stadt Taste! haben für sie eine Sammlung veranstaltet, die 200 Mk. ergab. Jeckel ist gebürtig aus Diebach am Haag (Kreis Büdingen).
fc. Frankfurt a. M, 12. Aug. Gestern abend versuchte eine ganze „Zelle- von 12 meist schweren Jungens, aus dem Untersuchungsgefängnis „Klapperfeld- auSzubrecheu. Die Herrschaften hatten ein Eisengitter auSgebrochen und sich au zusammengebundenen 'Betttüchern herabgelassen. Mitten in der Arbeit wurden sie jedoch gestört, so daß es daher nur ungefähr der Hälfte gelang, auf einige Augenblicke fich der goldenen Freiheit zu erfreuen. Alsbald begann ein großes Jagen in der Friedberger Anlage, an dem sich Soldaten, Gefängnisbeamte, Schutzleute und Zivilisten beteiligten. Die Verbrecher, die nur in Hemd und Hose waren, wurden bis auf zwei, die über die Turnhalle der Klingerschule wegvoltigierten, wieder dingfest gemacht. Zwei hatten bei dem verwegenen Fluchtversuche Verletzungen erlitten und mußten ins Krankenhaus gebracht werden.
*’ Kleine Mitteilungen au» Hessen und den Nachbarstaaten. In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist der Backofenbauer Scheuern von der Mitte der Ernst Ludwigs-Brücke in Mainz in den Rhein gesprungen und zwar in Gegenwart des Schreiners Johann Köllner. Beide gingen miteinander über die Straßenbrücke. Nach etwa 5 Minuten kam Köllner allein zurück und meldete dem Brückenaufseher Kiffel, sein Begleiter sei in den Rhein gesprungen, er habe nur noch den Schirm treiben sehen. Die Leiche ist noch nicht geborgen. — Geringfügiger Ursache wegen vergriff fich ein Handwerksmeister in Homberg am 7. August an seinem Gesellen, einem verheirateten Mann und Vater mehrerer Kinder. Nachdem man dem Wütenden gewaltsam eine Barte entwunden hatte, ergriff er ein Beil und brachte dem unglücklichen Manu derartige Verletzungen am Kopfe bei, daß an seinem Auskommen ernstlich gezweifelt wird. — AuS dem Arbeitshaus Dieburg find während des Monats Juli zwölf Personen, die daselbst zur Verbüßung korrektioneller Nachhaft uutergebracht waren, entlassen worden. Die längste Dauer der Nachhaft betrug bei einer Person 660 Tage, die kürzeste Dauer 180 Tage. — Während eines Ausflugs der Schüler des Dieburger bischöflichen Convikts wurde in der Anstalt ein Einbruchsdiebstahl ausgeführt. Dem Dieb fielen zirka 500 Mk. in Silber in die Hände. — Auf der Station Bestrig sprang ein Soldat des 11. Artillerieregi- meins aus dem nur kurze Zeit haltenden Extrazuge, um sich einen kühlen Trunk Wasser zu holen. Als der Artillerist vom Brunnen zurückkehrte, hatte fich der Zug schon wieder in Bewegung gesetzt,- der Mann versuchte aufzuspringen, geriet unter die Räder und wurde getötet. — Ein auf dem ThauffeehauS bei Marienborn (Mainz) bediensteter achtzehnjähriger Knecht mußte auf eine traurige Art sein Leben
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Kandel nud UerKrhr. Volkswirtschaft.
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Giesse«, 13. August. Marktbericht. Aus dem heuttg« Lochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. A 1.00—1.20, Hühnereier per St. 7 2 St. 00-00 Enteneier 1 St. 7—8 4, Gänse-
eiet per St. 11—12 Käse 1 St. b—8 Käsematte 2 St. 6—8 g, Erbsen per Ltter 22 4, Linsen per Liter 84 4, Tauben per Paar M 0.75—0.90, Hühner per St. jfC 1.00—1.50, Hahnen per Stück Jt 0.70—1.20, Enten per St. JK, 2.00—2.20, Gänse per Pfd. 0.00 bi» 0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 66—76 , Kuh« und Rindfleisch per Pfund
60—64 4 Schweinefleisch per Pfd. 64—80 A, Schweinefleisch, gefallen, per Pfd. 84 , Kalbfleisch per Pfd, 60—66 4, Hammelfleisch per Pfd.
50—70 4, Kartoffeln per 100 Kilo 6.00—8.00 X, Weißkraut per St. 00—00 Zwiebeln per ;®tr. X 7.00—8.00, Milch per Liter 18
Dauer der Marktzeit von 7 Uhr vormittag» bi» 1 Uhr mittag».
Striegan, 12. Aug. Am 2. September wird hier eine von bet Reichsbankstelle m Schweidnitz abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränttem Giroverkehr eröffnet werden.
Ludwigshafe«, 12. Aug. Die Unterbilanz des Vorschubvereins Landstuhl, hervorgerufen durch dessen flüchtigen Direttor Herrle, beläuft sich nach den bisherigen Feststellungen auf 200—250 000 Mk. E» wird versucht, den Verein durch Hinzuzahlung von je Mk. 1000 über Wasser zu hatten.
protest.antisck)«n Kirche in Trauer feier für die Kaiserin Friedrich wird Präsident Loubet durch den Oberstteutnant Maux Saint Marc vertreten sein. Das Ministerium, die englische und» deutsche Botschaft, sowie das ganze diplomatische KorpA sind an der Feier, in dem würdig ausgestatteten Gottes" hause beteiligt. Äe Mitglieder der deutschen Botschaft erscheinen in Unifann. Die Trauerrede hält Pfarrer Anthes.
Nancy, 13. August. Der Kommandant des FortH Frouard ließ ein Individuum verhaften, welches sich in der Nahe der neuen Deckungsanlage für die Infanterie zu schaffen machte. Der Verhaftete gaü an, er sei Engländer, 25 Jahre alt, stamme aus Liverpool und heiße Wellington. Man glaubt jedoch in Nancy Grund zu der! Annahme zu haben, daß er ein Deutscher sei, welcher die Deckungsanlage auszukundschasten unternommen habe.
London, 12. August. (Unterhaus.) Bm Erörterung des Berichts über die Fa b r i k-und Wer k stä t t en - V 0 r- läge bringt Renshaw einen Zusatzantrag ein, wonach Samstags die Arbeitszeit bis 1 Uhr nachmittags statt bis Mittag dauern solle. Uitterstaatssekretär Ritschie befürwortet die Annahme des Antrags. Derselbe wird mit 163 gegen 141 Stimmen verworfen. Die Opposition bricht bei Bekanntwerden des Ergebnisses der Absttmmung in Beifall aus. Die Iren rufen: „Demission". Rischie erklärt hierauf, die Regierung schließe sich dem Beschluß des Hauses an. — Der Beschluß bezieht sich nur auf Frauen und Kinder.
Bilbao, 12. August. In Galalames wurde ein Eisen-


