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ft hat die Preise die wundem batz Fürst Eulenburg ivähr^ die sich in Wien abspie^ :uWand herumzureisen. ?. wüten in der österreickW- dortigen Regierung Politik , der deutsche Botschafter abfi !bien überflüssig sei. M,ii len-Weimar dort gewesen und nburg abwesend. Es mß ,a nheit angesehen werden, daß ia)gi(tig ansieht, ob er selbst tasters übernimmt, oder ein . Aber wenn ein Botschafter n heu zwölf Monaten eines einem Wfifce zuzubringen, erechttgt, ob er da nidjt bcficr überläßt, der mehr Zeit als m Äegir den Mtsgeschästen ist. Bas den Fürsten Eulen- fie zu verlassen, ist der
nt Es scheint jedenfalls mb er sich nur für einen deutscher halt." m .
ilung der hiesigen „W (rat am 27. Juni zusamwer-
.■ ^er Kaiser hat M ausen bei Hannover, die M ;jahr vollendete, e,ne ">n - riltonbiWuritoSwl inem eigenhändigen
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freien epie( der .Kräfte nicht mehr rentiert liefe Er- magung leibet f^n gegenüber der Industrie und der gewerblichen Thäßigkeit an naheliegenden Bedenken; in oer antnenbung auf bie Lanbwirtschaft führt biefetbe O'^.^chtlich ad absurdum. Ter Landwirt ist nicht mehr iuri,tisch an die Scholle, wohl aber thatsächlich fortdauernd an den vaterländischen Boden gefesselt, zu dessen Verteidigung er sein redliches Teil beiträgt/'
Ausland.
Havre, 12. Juni. Das Zuchtpolizeigericht verurteilte heute den Nationalisten Parfait, der am 26. Mai hier mit' einer Apfelsine nach dem Ministerpräsidenten Waldeck-Rousseau geworfen hatte, zu 2 Monaten Gefängnis.
Rom, 12. Juni. (Kammer.) Basfilai führt aus, der Dreibund habe nicht zu Wege aebracht, daß Italien das Gleichgewicht auf dem mittelländischen und adriatischen Meer verbürgt wurde, er habe auch nicht verhindert, daß Rußland unb Oesterreich,Ungarn allen Einfluß auf die Balkanhalb' insel unter einander verteilten. Auch habe er nicht zur Erhöhung des Einflusses Italiens im Orient beigetragen. Er toünfdje zu wissen, ob für die Erhaltung des Territorial, bestandes Italiens noch mehr als der Dreibund ein Ab, kommen mit England nützen würde. Der Redner schließt unter dem Beifall der Linken mit der Erklärung, daß er gegen den Dreibund sei. Bonier erklärt, die große Mehrheit des italienischen Volkes sei für den Dreibund, der, wie durch Thatsachen erwiesen sei, in keiner Weise Italiens Freiheit in Bezug auf die militärische Organisation binde und freundschaftliche Beziehungen zu den anderen Mächten, besonders zu einer Schwesternation, nicht hindere. Vor allem dürfe man nicht vergessen, daß der Dreibund Italien den Frieden gegeben habe. Schließlich spricht Redner die Hoffnung auf das Zustandekommen von Handelsverträgen aus.
Prag, 12. Juni. Beim Einlaufen des kaiserlichen Sonberzuges brach die Menschenmenge in lebhafte Hochrufe aus. Auf die in beiden Landessprachen gehaltene Begrüßungsansprache des Bürgermeisters erwiderte her Kaiser: „Der lebhafte Wunsch, nach langer Zeit wieder einmal inmitten der treuen Bewohner dieses Landes zu weilen, führte mich in mein geliebtes Königreich Böhmen. Nie werde ich ermangeln, mein lebhaftes Interesse meiner königlichen Haupt- stabt Prag zuzuwenben, nie werde ich übersehen, welchen Fortschritt durch die Bemühungen der Bewohner die Stadt io den letzten Dezennien genommen hat. Nach der Ver- pcherung der Liebe und Ergebenheit drücke ich die Ueber- flengung aus, daß diese Gefühle den Bewohnern der Hauptstadt und des ganzen Landes gemeinsam seien. Möge diese Stadt mächtig fortschreiten auf der Bahn wirtschaftlicher und kultureller Entfaltung, möge sie allen Bewohnern stets ein stcherer Hort friedlichen Zusammenlebens und gedeihlicher Entwickelung sein.- — Die „Lese- und Redehalle Deutscher Studenten- schmückte anläßlich des Besuches des Kaisers ihr BereinShauS mit schwarz rot-goldenen Fahnen. Die tschechische Menge schrie: „Herunter mit den preußischen Fahnen!" Einige der Ruhestörer kletterten anf Leitern hinauf und rissen unter Zustimmung der Tschechen bie Fahnen herab. Die Statthalterei erließ hierauf ein verbot der schwarz-rot-goldenen Fahnen. Gegen dieses Verbot wird beim Ministerpräsidenten Beschwerde erhoben.
Aus Stadt und Land.
(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist HUt unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Arrz." gestaltet.)
** Falsches Gerücht. Heute morgen wurde davon gesprochen, daß sich der zum Tode verurteilte Raubmörder Ermer in seiner Zelle erhängt hätte. Nach von uns so. fort eingezogenen Erkundigungen befindet fich der Verurteilte ganz wohl und spaziert singend und pfeifend in seiner Zelle umher, seine Hoffnung auf die Gnade unseres Landes- Herrn setzend. Wie wir erfahren, wird weder von Seiten des SchwurgerichtSpräfidenten, noch von den Geschworenen eine Eingabe an den Großherzog zu Gunsten des Ermer gemacht werden.
Eisenbahn Verein. Als Ziel des diesjährigen Sommer- auSflugS des Eisenbahn-Vereins war Marburg vorgesehen. Wie in früheren Jahren, so war auch diesmal die Beteiligung sehr stark. Es mochten gegen 1200 Personen in dem Sxirazug sich befinden, der am Mittag gegen 1 Uhr den hiesigen Bahnhof verließ. Nach Besichtigung der Sehenswürdigkeiten Marburgs fetzte sich der Zug unter Vorantritt des Musikkorps nach der Spiegelslust, dem schönsten, von herrlichem Wald umgebenen Aussichtspunkt mit dem hohen Kaiser Wilhelm Turm in Bewegung. Das dort vorbereitete Waldfest bot Jung und Alt Vergnügen aller Art. Die Jugend ergötzte sich an Spielen und heimsten mit Vergnügen hübsche Preise ein. Gegen 9/t10 Uhr abends kehrten bie Ausflügler zurück. Die zweite Abteilung des Eisenbahn. Vereins hält am 19. Juni ihren Sommerausflug nach demselben Ziele und mit dem gleichen Programm.
•• Durchgehendes Pferd. Tin hiesiger Offizier fuhr gestern nachmittag gegen 4 Uhr die Grünbergerstraße herunter. Au der neuen Kaserne scheute plötzlich das Pferd und ging durch. Der Offizier wurde in der Nähe der Kaserne vom Wagen heruntergeschleudert, das Pferd raste weiter über den LadwigSplatz und durch die Ludwigstraße, während die ge- ämgftigte Dame fortwährend den Leuten zurief, das Pferd auf. ziihalten. Nachdem auch sie abgeworfen worden war, ging ber Wagen gegenüber dem Universitätsgebäude in Trümmer. Eine große Menschenmenge hatte sich hier angesammelt. Das Pferd wurde alsbald darauf aufgefangen. Wie man bert, haben die beiden Insassen des Gefährtes bei dem Sturz glücklicherweise nur leichte Verletzungen davon getragen.
n. Kleinlinden, 12. Juni. Dieser Tage ist auch unser Ort mit Gießen und den Nachbarorten durch Telephon- Ititung verbunden worden. Die Fernsprechstelle ist im y»ause des Altbürgermeisters Germer, wo sich auch die Post-
Hilfsstelle befindet. Für unser Dorf, deffen Einwohnerzahl von 1895 bis zur letzten Volkszählung von 1297 auf 1531 Seelen gestiegen ist, bedeutet dies einen nicht zu unter- schätzenden Fortschritt. — Nächsten Freitag werden wir hier für dieses Jahr die erste (Einquartierung erhalten.
§ Groß-Rechtenbach, 12. Juni. Das diesjährige Ver- bandsfest des Kriegerverbandes „Hüttenberg-, dessen Präsident Kreisbürgermeister Hardt von hier ist, wird demnächst hier abgehalten. Mit dieser Feier wird zugleich der hiesige Kriegerverein sein Fahnenweihfest verbinden.
X Dornaffenheim bei Friedberg, 12. Juni. Unser SchulhauSneubau ist in diesem Frühjahr begonnen wordcn, hat jedoch bis jetzt noch keine großen Fortschritte gemacht. Der Neubau, der einen Schulsaal und eine Lehrer Wohnung enthalten wird, soll im nächsten Sommer seiner Bestimmung übergeben werden.
-ä. WeiterShain, 12. Juni. Die Heuernte, die nun in den nächsten Tagen beginnt, läßt für die Landleute viel zu wünschen übrig. Infolge der lang anhaltenden Trocken» heil, die während des ganzen Monats Mai nicht durch einen einzig kräftigen Regen unterbrochen worden ist, ist der Stand des Grases allgemein mangelhaft. Auch die Kleeernte ist dieses Jahr nicht sehr reichlich, sodaß gerade kein Ueberfluß an grünem Futter herrscht. — In Bernsfeld findet am 7. und 8. Juli ein großes Sängerfest statt, an dem wohl sämtliche Vereine des Sängerbundes teiluehmcn. Zugleich erhält der Verein „Frohsinn" zu Bernsfeld auch eine neue Fahne, die nur von ben Jungfrauen gestiftet worden ist.
Darmstadt, 12. Juni. Das Zarenpaar wird hier mit aller Bestimmtheit zu längerem Aufenthalt erwartet, so bald die Acrzte der Kaiserin Alexandra die Reise gestatten. Der Termin ist also abhängig von dem Verlaufe eines freudigen Ereignisses, das in der zweiten Hälfte dieses Monats in Peterhof in Aussicht steht.
Darmstadt, 12. Juni. Gestern ist Geh. Hofrat Prof. Dr. A. M. Nell im Alter von 77 Jahren aus diesem Leben geschieden. Der Verstorbene, der vor einigen Jahren in den Ruhestand trat, gehörte Jahrzehnte lang dem Lehrkörper der Technischen Hochschule (er laS in den Fächern der Geo däsie, Trigonometrie, Praktischen Geometrie usw.) und vordem der Gewerbeschule an, und eine große Zahl Techniker rc. zählt zu den Schülern des verdienstvollen, durch die besten Charaktereigenschaften ausgezeichneten Mannes, deffen Heimgang betrauernd.
Darmstadt, 12. Juni. Auf die jüngst erfolgte Anregung, weitere Liebesgaben an unsere in China verbleibenden Truppen zu senden, hat der Vorstand des Hess. Landes Vereins vom Roten Kreuz von dem Reichtum unseres Landes an trefflichem Mineralwasser Gebrauch gemacht und 6000 Flaschen Selzerwasser an die Sammelstelle in Bremen gesandt, damit sie mit dem nächsten von da aus laufenden Transportschiffe nach Oftasien gehen.
fc. Mainz, 12. Juni. Bei dem Brand der Schmitt'schen Dampfmuhle sind ca. 60 000 Zentner Getreide verbrannt.
-k- Mainz, 12. Juni. Mit einem Festakt findet Samstag, 22. Juni, vormittag 11 Uhr im Akademiesaal des Kur- ürstlichen Schlöffe» hier die Eröffnung des Gutenberg- Museums statt. Es werden zu diesem Festakte die Mitglieder der Kommissionen, die im vorigen Jahre zur Vorbereitung der Gutenbergfeier thätig waren, die Stadtverordneten und sonstigen Behörden, sowie die auswärtigen Herren eingeladen werden, die berufen sind, mit der städtischen Schul- und Bibliothekkommission die Verwaltung des Guten- bzrgmufcumfl zu führen.
—T— Mainz, 11. Juni. Bei Anlage einer Wasserleitung ist man jüngst auf einen Teil der Fundamente der bei dem letzten Bombardement von Mainz durch die Franzosen in der Nacht vom 28. auf 29. Juni 1793 zer- torten, an der Ostseite des hiesigen Tomes gelegenen Liebfrauenkirche gefloßen. Tie mit prachtvollen Bilderwerken versehenen Thüren der zerstörten Liebfrauenkirche befinden si ch eben an dem Haupteingang des hiesigen Tomes. Neben den Fundamenten in derselben Tiefe schloß man auch auf Gräber aus dem f r ü h e n M itt e la l t er. Tiefe Begräbnisstätte,, regellos in den Boden eingesenkte Steinsärge, dürften vor die Zeit des Neubaues der letzten Liebfrauenkirche — 14. Jahrhundert — zu fetzen sein und gehörten wohl einer der älteren Marienkirchen an dieser Stelle an. — Ter große Brand, der, wie der „Gieß. Anz." schon ausführlich meldete, in der Nacht von Freitag auf Samstag die Schmitt'sche Tampfmühle hier in Asche legte, ist heute noch nicht vollständig gelöscht, und immer entsteigen den Schuttmassen dichte Rauchwolken. Fenerwehrposten werfen ab und zu noch Wassermassen auf die Brandstätte, um das Wiederauflodern von Flammen zu verhüten. Es ist jetzt schon als feststehend zu betrachten, raß die Mühle an der bisherigen Stelle nicht mehr zum Ausbau kommt.
Worms, 12. Juni. Wie die „Worms. Volksztg." meldet, oll Montag morgen im Busch zwischen zwei Offizieren der Garnison ein Pistolenduell stattgefunden haben. Hebet die Ursache des Zweikampfes verlautet nichts bestimmtes.
Frankfurt a. M., 13. Juni. Im Zoologischen Garten sieht man bereits die Vorbereitungen für die Samoaner Schaustellung, die dort am 20. Juni eröffnet werden und bis zum 8. Juli dauern wird. Das Arrangement wird diesmal ein ganz anderes, wie bei früheren Schaustellungen sein. Die Truppe, die jetzt im Dresdener Zoologischen Garten weilt, ist anders zusammengesetzt, wie )iejenige, die vor 4 und 5 Jahren hier war, auch die Art der Vorführungen ist anders und so wird auch die Placierung im Garten eine andere sein. Die große Bretterwand, hinter ber nur gegen besonderes Eintrittsgeld alle seitherigen Schau tcQungen von Dölkertruppen zu sehen waren, bleibt weg, an den Ufern des großen Weihers wird das Volk seine Hütten aufschlagen, an geeigneten Stellen werden Est'. aden für die einzelnen Vorführungen errichtet; die Besucher des Gartens werden von verschiedenen Stellen aus, frei im Garten verkehrend, bald dies, bald jenes mitanzusehen Ge- egenheit haben; nach einer Seite hin wird bie natürliche Szenerie bmch ein Tropenbilb von ungeheuren Dimensionen abgeschloffen werben unb so mitten im Garten eine Sübsee-
lanbschast entstehen, in der das Leben und Treiben in unseren Kolonien recht anschaulich vor Au en geführt wirb.
F Frankfurt a. M., 12. Juni. Bereits vor mehreren Jahren tauchite hier wieberholt das Gerücht auf, daß inr Westen der Stadt, bezw. in der Bahnhofgegend, ein großes Variete eröffnet, oder vielmehr erbaut werden sott, es wurden hiermit vielfach Namen von großen Unternehmern in Perbindunff gebradtf; jedoch die Ausführung ließ stets auf sich warten. Wie nun aus dem heutigen Inseratenteil unseres Blattes zu ersehen, ist die Idee, ivenn auch nicht in der ursprünglichen Form, endlich aber dennoch einer Veyvirklichung cntgcgengcgaugcn, da am Samstag den 15. Juni, der über 3000 Personen fassende große Saal des prächtigen Hippodroms an der Forsthausstraße feine gastlichen Pforten, vorerst für die Sommersaison, zu obigem Zwecke öffnen wird. Tas Unternehmen wird geleitet von dem bekannten Tirektor B. Tieber, der mit dem s. Zt. von ihm eröffneten „Colosseum" in Wien großartige Erfolge erzielte. Es Tft ja einerseits sicherlich als ein Wagstücks besonderer Art zu bezeichnen, daß Herr Tieber es gerade zur Sommerzeit unternimmt, dieses großartige Etablissement zu eröffnen; aber es zeigt anderseits wieder, daß Herr Tieber einen großen Unternehmungsgeist besitzt und zweifellos den Besuchern etwas so Apartes zu bieten beabsichtigt, wie es überhaupt in dieser Weise in Frankfurt noch nickst gezeigt wurde, und dies ist um so mehr ganz besonders zli betonen und freudig zu begrüßen, als Herr lieber sich dessen bewußt ist, daß das kunstverständige Publikum hier zu Lande sehr stark verwöhnt ist und schpn etwas Hochsensationelles geboten werden muß, wenn man sich Zu neigung und Unterstützung erwerben will. Zur Abhaltung dieser Vorstellungen ist nun der Saal des Hippodroms einer vollständigen Umgestaltung unterzogen und mit einer dem Raume entsprechenden sehr umfangreichen, hocheleganten Bühne versehen worden. Messungen, wie stark die Ventilation des Hippodroms die Temperatur herabzusetzen vermag, haben ergeben, daß im großen Saale gegenüber der Außentemperatur von 29 Grad Celsius, eine Verminderung auf 20 Grad Celsius erfolgte, wonach "ber Aufenthalt im Saale nicht nur sehr angenehm, sondern auch vollkommen erfrischend fein wird. Tirektor B. Tieber hat zu der Gala- Eröffnuugsvorstellung ein interessantes Programm ausgestellt, das Darbietungen erster Künstler enthält.
Wetzlar, 11. Juni. Gestern abend suchte ein fein« gekleideter Schwindler falsches Geld — 2 Markstücke — au den Mann zu bringen. Er ging von einem Laden und einer Wirtschaft in die andere, überall eine Kleinigkeit kaufend, und jedesmal bezahlte er mit neuen 2-Mark- stücken. Schließlich ereilte den Gauner sein Schicksal. Ein Friseur erkannte nämlich das ihm zur Bezahlung angebotene Geld als falsch und benachrichtigte die Polizei. Inzwischen hatte der saubere Patron in seinen Bemühungen , sein falsches Geld unter die Leute zu bringen, fortgefahren Als er merkte, daß Ihm die Polizei auf, den Fersen war, verduftete er sich. Bald wurde er auf- gehalten. Nach der Oiegenüberstellung eines der Betrogenen wurde der Schwindler geschlossen und ihm das Geld abgenommen- Auf der Lahninsel soll er ein Paketchen weggeworfen haben. Ter Gauner muß, wie die „Wetzl. Nachr." melden, auch an anderen Plätzen das falsche Geld ausgegeben haben. — Tas falsche Geld zeigt als Bild den Großherzog von Baden und die Jahreszahl 1896; es fühlt sich fettig an und ist etwas leichter als die richtigen Zweimarkstücke.
Kleine Mitteilungen auS Hessen und den Nachbarstaaten. Die Operettensängeriu Anna Preuß, die ftüher große Triumphe feierte, ist dieser Tage auf ihrer Besitzung in Berg en bei Frankfurt a. M. nach langem, schwerem Leiden gestorben. — In Kassel geriet beim Abspringen von einem Motorwagen der Straßenbahn der GeneralkommisfionSbeamte Baum unter die Räder und wurde auf der Stelle getötet. — In Mainz ist der Oberpostsekretär Schmidtgen seit einigen Tagen spurlos verschwunden. — Der Gesamtwert des Schloßfreiheit-Geländes, das der Stadt Mainz nunmehr für den Verkauf zur Verfügung steht, wurde von dem Sachverständigen-Ausschuß auf Mk. 4644000 geschätzt. — Der in Bin gerb rück stationierte Maschinist Wilhelm Bollmann wurde von dem Frankfurt- Pariser Schnellzug Überfahren und gelötet.
. Vermischtes.
* Berlin, 12. Juni. Heute Nachmittag ist August Sternberg, deffen Ehe gestern gerichtlich geschieden worden ist, aus dem Untersuchungsgefängnis nach dem Zuchthause Übergeführt worden. Noch zuletzt hatte Sternberg den Antrag gestellt, ihn bis zur Erledigung des noch gegen ihn an» jängigen Strafverfahrens — Fall Rienk — im Untersuchungsgefängnis zu belassen. Dieser Antrag wurde indeffen abgelehnt. ,
* Eisenach, 12. Juni. Der Student Willy Wohl- ahr t aus Leipzig wurde heute Vormittag nahe bei ber Villa Reuter tobt aufgefunben. Er hat sich durch einen Revolverschuß bas Leben genommen.
♦ Zu bem Stanb der TyPhuSepibemie bei bem zweiten Bataillon des achten Infanterieregiments in Metz chreibt die „Korrespondenz Hoffmann". Ende vorigen MonakS erkrankte ein bei der Pflege von Typhuskranken verwendeter SanilätSgefteiter, vom Bataillon selbst ist seit dem 1. Mai kein Typhuskranker mehr hinzugekommen. Am 1. Juni starb noch ein Mann, der sich seit bem 30. März wegen Typhus in Behandlung befand. Durch Entlastung von 30 Genesenen aus bem Lazaret hat fich ber Kranker, staub auf 247 vermin- >ert, unter biesen befinben fich noch acht mit Fiebererscheinungen.
Univrrsitäts Nachrichten.
Glasgow, 12. 3uni. Die Feier bei 450jährigen Be- kehenS ber hirfigen Universität würbe heute in Anwesenheit von Vertretern ber bebcutenbften Universitäten der Welt eröffnet.
Rewyork, 12. Juni. Sin unbekannter Gönner gab ber Columbia-Universität 100,000 Dollars für bie Einrichtung eine! Lch'ffubls für bie ckinesisebe Frage.
Kunst und Wilsenschast.
Leipzig, 12. Juni. Der Verleger-Kongreß beschloß, eine Denkschrift in französischer Sprache herzuftellen auf Grunb der AuS- ührungen Otto Mühlbrechts über die Stellung Hollanbs zu einem Lttterarverttag mit Deutschland, bezw. zur Berner Konorntion und


