deutsch - amerikanischen Beziehungen verdient gemacht, und es ist ihm mehrfach! gelungen - Derstunmungen zu b fettigen. Wenn seit längerem zwischen ^rlm herrscht ton ein durchaus befriedigendes Ernverneh so ist das nicht zulctzt Mr. Mtlte «ta» en^b für seine Ueberzeugung von der unbedmg deutsch- keit der deutschen Politik em getreten - - Presse"
feindliche Gebühren der amerikanischen ,^g s^erbru^ em= wurde von dem Botschafter mit ^bhaf entschieden Pfunden. Noch vor kurzem äußerte er fich
gegen das wüste Treiben, das dann auch merklich nachge^ lassen hat. ________
Deutsches Reich.
Berlin 11. Juli. Aus O d d e wird gemeldet ^Kaiser Wilhelm unternahm heute zu früher Stunde mit zahlreicher Begleitung eine Wagensahrt nach ^^efossen. Um einhalb 12 Uhr kehrte der Kaiser von dem Ausflug rurück beaab sich zunächü auf den „Sletpner" und nach ff eitchüudchen Aufenthalt daselbst an Bord der Soh!nzollern". E>ne große Menschenmenge begrüßte den Kaiser bei seiner Rückkehr von der Wagensahrt ' Kinder überreichten ,hm Blumen Das Mtter ist sehr warm — Ter Kaiser legte am Denkmal des am 11. -öult 1897 verunalückten Leutnants zur See v. Hahnke einen Kranz nieder Das Frühstück wurde im Freien eingenommen. Am Nachmittag nahm Se. Majestät Borträge entgegen.
— Der „Reichsanz." veröffentlicht die Konzession zum Bergbau im Hinterlande des Hüongolfs im Kaiser Wil- Helmsland an ein unter Führung der Diskonto-Gesell- schaft zu Berlin gebildetes Syndikat.
Königsberg i. Pr., 11. Juli. Zum Krosigk- Prozeß erfährt die „Hart. Ztg.", daß die Nachricht, die Verhandlungen würden am 18. Juli zu Gumbinnen beginnen, nickst zutreffend ift Am 18. Juli und den folgenden Tagen finden in Gumbinnen lediglich rommissarl- sche Vernehmungen statt. Der Tag der Hauptverhandlung ist noch nicht festgestellt
Tilsit, 11. Juli. Der „T. A. Z." zufolge ist gestern da« Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses, Vertreter des Wahlkreises Tilsit, Rittergutsbesitzer Kos sack, gestorben.
Stu11gart, 11. Juli, lieber die gestrige Handels- Kammer-Sitzung, die sich mit der preußisch- hessisch en Eisenbahngemeinschaft beschäftigte, wird gemeldet: Zur Debatte stand der Antrag Franck, dahingehend, die Kammer wolle sich! aussprechen, daß eine Vereinheitlichung des deutschen Eisenbahnwesens' für das Reicks wie namentlich für Württemberg wirtschaftlich, finanziell und Politisch vorteilhaft und dringend wünschenswert ist, und sich' mit den anderen Kammern Württembergs und der Bundesstaaten ins Benehmen setzen, um ein" gemeinsames Vorgehen anzubahnen. Zunächst rekapitulierte Prof. Dr. Huber die Motivierungen dieses Antrags, der durch ein Aufgeben einer formalen Scheinselbftändig- keit Württemberg eine finanzielle Selbständigkeit und ein Mitbestimmungsrecht sichern wolle. Für den Antrag sprachen noch mehrere Redner, die darin übereinstimmten, daß unsere wirtschaftlichen Interessen eine Vereinheitlichung des deutschen Eisenbahnwesens erheischten, ob diese nun auf der Grundlage des Art. 42 der Bundesstaatenordnung oder auf einer anderen Basis erfolge. Mehrere der Herren Plädierten für die Schaffung einer 4. Wagenklasse. Gegen den Antrag wandte sich! Abg. Käs, der die Vorteile eines Zu- sammenschllusses zwar nicht verkannte, von der preußischen Leitung aber ein Ignorieren der lokalen Wünsche besorgte, dafür vielmehr eine wirkliche Tarifverbilligung und eine bayrischt-badisch-württembergi- sche Gemeinschaft nach dem Mittnacht'schen Projekt befürwortete. Gegen diese eine Stimme stmrde det Antrag Franck sodann angenommen.
— Eine Organisation der Gesellen-Aus- schüsse sämtlicher Handwerkskammern Deutschlands ist im Entstehen begriffen. Sie wird sich! an die örtlichen Gewerkschaftskartelle, welche auch die entstehenden Kosten aufbringen sollen, anlehnen. Ein 11 Paragraphen umfassendes Organisationsstatut liegt bereits vor. Nach demselben ist darauf zu achten, daß zukünftig sowohl von den Zwangsinnungen als auch! von den freien Innungen nur solche Delegierte in die Gesellenausschüsse gewählt werden, welche eine Garantie bieten, daß sie die Interessen der Arbeitnehmer vor den Handwerkskammern und den Jnnungsausschüssen wahrnehmen können. Der Gesellenausschuß jeder Handwerkskammer hat dann aus seiner Mitte eine dreigliederige Kommission zu wählen, welcher die Leitung der Geschäfte obliegt. Diese Kommissionen korrespondieren auch' mit dem Ausschüsse der Handwerkskammer, leiten die Wahl* zu denselben, erteilen Auskünfte jeder Art, erstatten Gutachten usw. Alle Jahre soll später eine Konferenz der Gesellenausschüsse statt- finben.
— Aus der Tischrede, die Graf von Schwerin-Löwitz jüngst in Königsberg auf der Konferenz der preußischen LandwirtschaftskamMern gehalten hat, hebt die „Kreuzzeitung" folgende Stelle hervor, welche mit besonders lebhaftem Beifall ausgenommen wurde: „Eine zweite Entmutigung wie diejenige, welchle die deutsche Landwirtschaft bei dem Abschluß der gegenwärtigen Handelsverträge erfahren hat, kann die deutsche Landwirtschaft nicht ertragen. Eine solche abermalige Enttäuschung würde nicht nur weit mehr als eine einmalige ungünstige Ernte, wie wir sie gegenwärtig für große Teile unserer Monarchie zu beklagen haben, einen ungeheuren Rückgang des ganzen Gewerbes und der Landeskultur zur Folge haben, sie würde nicht nur die drohende industrielle Krisis sofort zum Ausbruch bringen, und durch geringere Aufnahmefähigkeit der Landwirtschaft für industrielle Erzeugnisse wesentlich verschärfen; sie müßte auch ganz unabweisbar zu den allerbedenklichsten sozialen K n b politischen Verschiebungen führen". Die „Kreuzzeitung" bemerkt hierzu: „Wir meinen, daß diese von den gesetzlich berufenen Vertretern der preußisch^ Landwirtschaft mit fo lebhafter Zustimmung aufgenommene Ausführung des Grafen von Schwerin die Beachtung nicht ?ur ver königl. preußischen Staatsregierung, sondern auch der ReickHregierung im vollsten Maße verdienen dürfte."
-Zre Freis. Ztg." schreibt:
Als der vornehmste Rock ist der Rock des ersten Garderegiments au Fuß am Sonntag bezeichnet Verden. Tas erste Garde-Regiment zu Fuß zeichnet sich dadurch aus, daß es -msMietzttch adlige Offiziere ni einen Reihen zahlt, darunter 11 Prinzen und 17 Grasen. Zu den Eigentümlichkeiten dieses Ossizierkorps S^°rt es, daß es allem in der ganzen tanee nehm der Besoldung, WohnungszuMlk Servis usw. auch noch cmen Meidergeldzuschuß erhalt. Dieser Meiderqeldzch schuß betragt 15 Mark monatlich für den Offizier. Außer
dem beziehen die Offiziere dieses Regiments ein höheres Tischgeld; während sonst nur die Subalteru-Osfiziere Ti chgeld beziehen, und zwar für jedes Bataillon zusammen 90 Mk monatlich, erhält im ersten Garde-Regiment der Stabsoffizier monatlich 120 Mk. Tischgeld, der Hauptmann 60 Mk, der Leutnant 36 Mk., der Feldwebel 12,o0 Mark, der Fähnrich 18 Mk. Tie Unteroffiziere haben eine um 3 Mk. höhere Löhnung, die Gefreiten und Gemeinen eine um 1.50 Mk. höhere Löhnung. Noch eine andere Eigentümlichkeit des Regiments besteht dann, daß e« statt 12 13 Hauptleute zählt. Ter dreizehnte Hauptmann wird im Etat geführt, ist aber in Wirklichkeit nicht vorhanden und niemals vorhanden gewesen. Gleichwohl wird für diesen jahraus, jahrei n die Besoldung, Wohn- wird für diesen jahraus, jahrein die Besoldung, Wohn- ungsgeldzuschuß, Servis, Kleidergeldzuschuß und Tischgeld, verausgabt. Bei einer Etatsdebatte im Reichstage wurde dieser £>auptmann als der „ausgestopfte Hauptmann" bezeichnet. Dabei stellte sich heraus, daß die Einkünfte dieses papiernen Hauptmanns zu einem besonderen Dispositionsfonds fließen, der unter die Angehörige n dieses Regiments verteilt wird. ___________
Ausland.
London, 11. Juli. Wie es heißt, soll sich Lord Rosebery mit der Herzogin von Albany verlobt haben. (Tie Herzogin von Älbany ist eine geborene Prinzessin zu Waldeck und Pyrmont. Sie war mit dem jüngsten Bruder des Königs Eduard, dem Prinzen Leopold, vermählt, aus welcher Ehe der junge Herzog Leopold Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha entstammt.) ?
Paris, 11. Juli. Entsprechend dem Voranschläge im Budget wird die 1898 ausgehobene Reservedivision des M i 11 e l m e e r g e s ch w a d e rs am 10. August wieder gebildet.
Konstantinopel, 11. Juli. Kais er Wilhelm wendete dem deutschen Hospital in Konstantinopel eine außerordentliche Spende im Betrage von 33 000 Mk. zu.
Aus Stadt und Land.
Nacheichten von allgemeinem Jntereffe sind uns stets willkommen und werden arigtmeffen honoriert.
Hessische Landeslotterie. In der heutigen Ziehung fielen 2 Gewinne ä 10 000 Mk. auf Nr. 3906 (Mainz), 22 735 (Darmstadt). — 4 L 5000 Mk. auf Nr. 12 474 (Mainz), 20 027 (Nauheim und Büdingen), 27 010 (Offenbach), 42 131 (Mainz). — 17 L 3000 Mk. auf Nr. 592, 2093, 2465, 3238, 4698, 8791, 13 036, 14 881, 15 012,
22 677, 24 958, 26 776, 29 484, 32 682, 34 335, 38 410,
40 300. — 14 ä 2000 Mk. auf Nr. 2531, 2929, 6780,
7688, 18 632, 23 453, 24 071, 24 760, 24 968, 29 233,
29 537, 33 909, 37 058, 41 087. — 30 L 1000 Mk. auf Nr. 157, 305, 1478, 2803, 3729, 4939, 6473, 6838, 7227, 8087, 12 782. 12 887, 19 827, 20 805, 21 206, 26 442,
26 526, 26 675, 29 707, 31 163, 31 782, 31 802, 35 150,
36 546, 38 023, $8 745, 39 018, 41 248, 42 458, 43 799.
58 ä 500 Mk. auf Nr. 663, 2136, 2324, 3573, 4717,
5352, 6327, 7680, 8005, 8094, 10 182, 11294, 12 591, 14 420, 15 531, 15 602, 15 901, 17 487, 18 064, 18 698,
18 748, 19 232, 19 628, 20 392, 20 457, 22 096, 23 271,
24 106, 24 325, 24 900, 27 163, 27 252, 28 629, 31 622,
33 267, 34 430, 34 950, 36 630, 36 679, 36 687, 37 140,
37 827, 37 918, 37 927, 38 318, 38 597, 39 289, 39 335,
39 478, 40 372, 40 387, 40 586, 40 627, 41 718, 41 783,
42 893, 43 567, 44 552. (Ohne Gewähr.
** Konferenz der Geistlichen Oberhessens. Die diesjährige Konferenz der Geistlichen Oberhessens wird am Donnerstag, dem 1. August, hier in Steins Garten abgehalten-werden. Hauptgegenstand der Verhandlungen wird sein: Ratschläge für den Bau, die Wiederherstellung und Erhaltung evangelischer Kirchen. Das Referat hat Architekt L. Hofmann in Herborn übernommen.
* * Prüfung für Schulamtsaspirantinneu. Das Großh. Ministerium Abteilung für Schulangelegenheiten hat die diesjährige erste Prüfung der Schulamtsaspirantinnen auf die Tage des 16. bis 18. September festgesetzt. Die Prüfung selbst soll diesmal in dem Schullehrerseminar in Friedberg stattfinden.
* • Verschüttet. Gestern vormittag wurde der 25 Jahre alte ledige Arbeiter Johannes Heyer von Leydenhofen, der auf dem Vraunsteinbergwerk in Großen-Linden beschäftigt war, von einer sich loSlöseuden Erbmasse verschüttet und sofort getötet.
* * Das 6. und letzte Abonnementskonzert der Regiments kapelle in Steins Garten findet nicht am Donnerstag, sondern schon am Dienstag, den 16. Juli, statt.
* * Uff! Nein, was zu viel ist, ist zu viel! Selbst der Langmütigste verliert in diesen Tagen der Aequatorial- Bärenhitze die Geduld. Es ist wirklich fast zum Toll werden. Wo nur zwei Personen zusammenkommen, hört man immer denselben Stoßseufzer: „WaS sagen Sie nur zu der Hitze!" Ströme Schweiß werden vergossen, Strohhüte, weiße Hosen und federleichte JakettS feiern Triumphe. Selbst ein Flußbad thut kaum seine Wirkung mehr. Das Wasser der Lahn hatte gestern nachmittag eine Temperatur von 20 Grad Reaumur. Das ift ungemütlich. Und nun unsere schöne Stadtluft! Anrüchig ist sie ja immer, aber jetzt ist sie schauderhaft. Entsetzlicher Gestank weht aus den Gossen. Die Sehnsucht nach der Kanalisation wird immer schmerzlicher. Bis ins innere der Wohnungen erstreckt sich die Hitze, auch hier ist die Luft häßlich, das Mauerwerk durchglüht. Nachts wälzt man sich schlaflos von einer Seite auf die andere. Und erst der Durst.....
** Auf der nenerbantm Eisenbahnstrecke Friedberg-Homburg soll, wie bereits gemeldet, am 15. Juli der regelmäßige Betrieb aufgenommen werden. Die neue Bahn stellt für uns Gießener eine wesentliche Verkürzung des Reisewegs her. Der Umweg über Frankfurt a. M. beträgt von Friedberg ab 53, der direkte Weg von Friedberg nach Homburg nur 22 Kilometer. Auch der Verkehr zwischen Homburg und Nauheim wird durch diese Verbindung sehr vereinfacht. — Zweckmäßiger wäre es u. E. gewesen, wenn man die Eröffnung der Bahnstrecke auf den nächsten Sonntag, und nicht auf einen Montag gelegt hätte. In diesem Falle wäre zweifellos am ersten Tage gleich der Verkehr außerordentlich lebhaft geworden, und die Eisenbahnverwaltung hätte eine nicht zu verachtende Mehreinnahme erzielt.
** Kriegerkameradfchast „Hasfia". Aus dem Protokoll
über den Delegiertentag der Kriegerkameradschaft „Hasfia^ in Wimpfen am 9. Juni teilen wir folgendes mit:
Der 1 Vorsitzende, Kam. Oberstleutnant Er am ol int, eröffnete die Sitzung, indem er die Anw. finden begrüßte und aufforderte, dem Kaiser und dem Großherzog ein dreifaches Hurra au«zubringm. Alsdann verlas er ein Telegramm, welches an den letzteren gerichtet wird. Man trat dann sofort in die Drrbi-ndlungm ein. Sämtliche 38 Be- zirke waren mit 45 700 akt vrn Mitgliedern uixb 1392 Stimmen vertreten. Im laufenden J«hre find bis heute 18
500 Mitgliedern der „H-tsia" N'U beigetreten. Der Schriftführer gi-bt den Delegierten Nachstehendes zur Vormerkung für die Zukunft bekannt: Kam. Major Beck habe das gesamte Unttrftützuntzswes.'n unter sich. Gesuche um Formulare find bei den Bezirksvorsteh^n anzu- bringen, welche stets Vorrat von Kam. Beck erhalten. Unte-.fiutzungs- gesuche sind ebenfalls nur durch Vermittelung des Bezittsvorst^er- an denselben zu richten. Der Termin für Fahnengesuche tü seit„vorigem Jahre der 1. Januar, Endtermin der 15. Januar. soll m den Bezirken keiri Vortrag gehalten werden ohne vorherige rechtzeitige ve- nachrtchtigung des Bezirksvorstehers. Buch Beschwerden aller Art dürfen nur durch Vermittelung der Bezirke an das Präsidium^euv gereicht werden. Zu Punkt 4 der Tagesordnung, „Providentiabericht, zugleich Pos. 13, Lebensversicherung, teilt Referent Kam. Lahr mit, daß der Mehrbetrag gegenüber 1899 3858 Mk. betrage und dadmch der seitherige Höchstbetrag mit 18 987,77 Mk. Bonifikation erreUst worden sei. Leider habe es sich ergeben, daß der vom Präsidium im vorigen Jahre angenommene Rcvisionsbeamte seinen Auftrag sehr lässig erfüllt habe. Eine Folg« davon seien die diese« Mal sehr stink beanstandeten Listen, die jetzt den Vereinen zur gründlichen Berichtigung empfohlen würden. Reklamationen find an den Kam. Lahr zu richten. Die Vereinsvorsteher sollen jetzt alle beanstandeten Verfichc. rungen auf ObigeS nachprüfen. Mitglieder, welche bei anderen Ge» sellschaften versichert sind, und bei der „Providentia" versichern wollm, sollen 3 Monate vor Ablauf mittelst eingeschriebenen Briefes an die Direktion der bilr. Versicherungsgesellschaft kündigens Eine Beschwerde des Bezirks Friedberg, well in Assenheim eine Versichert»« zmückgewiesen wurde, beantwortet Inspektor Schultheis dahin: m traulichem Komplex sei daS VrrsicherungSmaximum der Gtt-llfchaft schon bedeutend überschritten und deshalb prinzipiell weitere Versiche» rung ausgeschlossen, außerdem sei die Gesellschaft vertragsmäßig nicht gehalten, alle Anträge anzunehmen. Daß fie nicht ohne Not Anttage abweisen werde, sei doch sübstverstäudltch. Prästdialmitglied Kam. Lahr teilt ferner mit, daß das Präsidium den LebenSversicherungS- oertrag mit der „Providentia" am 1. Januar gekündigt bat, da dieser Vertrag sich als wenig beachtet erwiesen habe, offenbar weil den Kameraden nicht genug Vorteile geboten worden seien. Für einen neuen Vertrag wurde unter 8 Bewerbern der „Deutsche Anker in Berlin, eine reichlich fundierte Aktiengesellschaft, newäblt. Zu Punkts „Jahrbuch", berichtet Prästdialmitglied Kam. Minnich, daß pro 1900 35500 Exemplare abgesetzt wurden mit einem Reingewinn von etwa 6000 Mk. Mit den Verlegern, Gebr. Reichel in Augsburg, wurde ein neuer Vertrag abgeschlossen, nach welchem gegen seitherige 18 Pfg. pro Exemplar in Zukunft nur noch 13Vr Vfg. Tantiöme ausgezablt werden. Ein Versuch, daS Jahrbuch in Hessen drucken zu lassen, sei mißlungen. DaS Jahrbuch wird in Zukunft nicht mehr von Augsburg, sondern von Oppenheim auS versandt. Die Vereine müßtm punk'licher bezahlen wie seither, damit eine rechtzeitige Abrechnung mit der Verbandskasse stattfinden könne. Die seitherigen Prästdial-Mit» glieder Kam. Auler, Minnich und Korell werden wiedergewählt. Der nächste Delegiertentag wird 1902 in Grünberg obgehalten werden. An den Grafen Ortola wird ein Danktelegramm für seine Bemühungen um das Zustandekommen der Invaliden' und Veteranenversorgung abaesandt. Präsidialmitglied Kam. Mayrr berichtet über die Sterbekasse deS deutschen K.iegerburibes, und bittet um Beitritt der Kameraden und Vereine. DaS Institut nimmt einen sebr erfreulichen Aufschwung; die Sicherheit fei eine absolute. Zum Vortragswesen giebt Schriftführer Kam. Vogt seiner Freude darüber Ausdruck, daß dasselbe im letzten Jahre so schöne Fortschritte gemacht habe. Kam. Raust, Bez. Grünberg, bittet, daß die Bezirksoorsteher jedesmal benachrichtigt werben, wann Vorträge in den Vereinen abgebalten werden. Zum Voranschlag führt Kam. Vogt auS: Die „Hasst»" zahle von allen deutschen Verbänden die höchsten UnterstützungSbeträge durchschnittlich im Etnzelfalle. Wir seien aber fast gänzlich auf unsere VcrtragS- einnahmen hingewiesen und diese konnten einmal auSfallen oder niedriger werden, daher müßtm wir für größere gesicherte Reserven sorgen. In diesem Sinne wird beschlossm, d. h. 10,000 Mk. Kapitalanlagen eingestellt. Der Antrag Butzbach, betr. säumige BezirkstagSabhaltung, wird vom Schriftführer Kam. Dr. Vogt begründet. Kam. Minnich teilt mit, daß daS Piästdium den Antrag zu dem feintgen ge« macht habe. Der Antrag Butzbach wird angenommen. — Zu dem Antrag deS Mlitärverems Darmstadt, betreffend Gründung einer besonderen Zeitung für die Hasfia betont Schriftführer Kam. Dr. Vogt, daß das gesamte Präsidium nicht gegen dir Gründung einer eigenen Zeitung an sich sei, aber die Verhältnisse hierzu lägen zurzeit zu ungünstig. Im geeigneten Moment würde das Präsidium schon zu dieser Maßnahme schreiten. Er müsse aber sagen, daß daS Präsidium die Art der Agitation wie sie in der Zeitung des Kam. Köhler (Vertreter des MilitärvereinS Darmstadt) stattfinde und die auf eine Hetze sozialdemokratischer Art gegen die Regierung hinauslaufe, entschieden mißbillige. Dr. Vogt referiert alsdann über die gesetzlichen Bestimmungen für Ehrensalven in Hinblick auf die Alzeyer Vorkommnisse und teilt mit, daß das Präsidium sich durchaus auf keinen ablehnenden Standpunkt stelle, wenn Veteranen, welche keine Mitglieder der Hasfia sind, auf diele Weise beim Ableben geehrt würden. Das Präsidium wird in diesem Sinne eine Eingabe auf Abänderung deS Ministerial-Erlaffes vom Juni 1892 bei Großh. Ministerium einbringen. Die Versammlung bezeugt ihren Beifall zu diesem Vorgehen. Der Präsident schließt die Versammlung mit einem abermaligen Hoch auf den Kaiser und den Großherzog.
** Eine für Landwirte wichtige Entscheidung ist durch daS hiesige Landgericht gefällt worden und wenig bekannt geworden. Ein Landwirt hatte seine mit einem Teil an einen öffentlichen Weg stoßende Wiese vor der allgemeinen Heuernte zu Dörrfutter abgemäht, ohne dem Wiesenvorstand und den Nachbarn vorher von seiner Absicht Kenntnis zu geben. Er wurde deshalb zur Anzeige gebracht, und in Strafe genommen. Gegen den Strafbefehl erhob er Widerspruch. DaS zuständige Amtsgericht verurteilte den Angeklagten auf Grund des Art. 20 der Str.-P.-O. und des Art. 69 des F.-Str.-G.-B. Auch gegen dieses Urteil legte er Berufung ein, worauf ihn das Landgericht kostenlos freisprach.
(:) Lichs, 11. Juli. Unsere städtische Badeanstalt ist nunmehr vollendet und heute dem Gebrauch übergeben worden.
Langd, 11. Juli. Wie wir bereits kurz mitteilten, begeht am Sonntag dem 14. und Montag dem 15. Juli der hiesige Bauern-Verein sein lOjähriges Stiftungsfest, verbunden mit großem Volksfest. Sonntag Mittag 2 Uhr wird ein Festzug nach dem Festplatze veranstaltet. Hier wird Reichstagsabgeordneter Dr. Böckel die Festrede halten. Auch verschiedene Bundesredner werden sprechen. Volksbelustigung, Tanz rc. bilden den heiteren Teil des Festprogramms.
K. Bad-Nauheim, 11. Juli. Am 21. Juli wir8 der Männergesangverein „Kölner Liederkranz" unter Mitwirkung der Kur-Kapelle auf per Terrasse des Kurgartens ein großes Doppel-Konzert veranstalten. DaS Konzert beginnt nachmittags um 4 Uhr und abends um 8 Uhr. Ter Verein, ein in Bad-Nauheim gerne gesehener Gastp der zu den besten Männergesangvereineri Deutschlands zählt, wird in einer Stärke von über 100 Sängern seine Konzertreise nach Karlsruhe-Zürich'-Luzern ausdehnen. Er steht unter der Leitung seines Dirigenten Dr. Max Burkhardt.
Darmstadt, 11. Juli. Der Großherzo g und die Großherzogin trafen heute um halb zwölf Uhr mit Gefolge in Auerbach ein und nahmen an der Feiep


