Unkten behandelt, zunächst der Fall Tesche. Der Kauf.
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die Chöre in einer Empfehlung als leicht bezeichnet werden, so machen ße, wenn sie schön und rein vorgetragen werden sollen, einem Sängerchor auf dem Lande in ihrer moderne« Art viel Schwierigkeit. Es freut uns, konstatieren zu können, daß der Beuerner, ca. 60 Mitglieder zählende Kirchengesang. verein sich seiner Aufgabe ganz gewachsen zeigte, und insbesondere den ersten und letzten (schwierigen) Chor vortrefflich zur Wiedergabe brachte. Wenn man bedenkt, daß der Beu- erner Verein von dem Grundsätze ausgeht, alles möglichst nur mit eigenen Kräften auszuführen, so verdienen auch
Aus Statt und Kund.
Gießen, den 12. April 1901
** Person aln achrichten. Der Großherzog ernannte den ständigen Hilfsarbeiter im Ministerium des
Schimmel untersucht und mit dem Befunde „Erweiterungen der Blutadern und Herzfehler" abgewiesen. Am 26. Juni 1895 wurde er bei der Aushebung in Suhl abermals von Tr. Schimmel untersucht und wegen Herzfehlers ausgemustert. — Der Fall Stöcker umfaßt Vater und zwei Söhne. Vorsitzender: Wie sind Sie nach Erfurt gekommen? Adolf Stöcker: Ich reise viel und mein Vater sagte, wenn ich auswärts mustern lassen könnte, könnte ich die Reise nach Solingen sparen. Bors.: Das ist merkwürdig, Sie gehen von Solingen nach Erfurt und werden da wegen eines bis dahin unentdeckt gebliebenen Herzfehlers frei. Wer hat Sie abgemeldet? Stöcker: Mein Vater. Der zweite Sohn, Kaufmann Karl Rudolf Stöcker aus Gräfrath, wurde 1893 wegen „mäßiger Ausdehnung des Herzens" vom Füsilier-Regiment Nr. 39 entlassen und in demselben Jahre v2zvv^ M t...... ~ .......
beim Oberersatzgeschäft der Ersatzreserve überwiesen. DerISttakennenbaubehörde"für d'cn ^südlichen"Öd"enwald üntcie Vater, Fabrikant Karl Wützelm Stocker aus Grafrath, be- Beleihung des Amtstitels „Bauassistent".
streitet wre )eine beiden Sohne rede Freimachung. — Im > war« w,irden 2191
Fall Zimmermann fragt der Vorsitzende: Wollten Sie Oesfevlliche Lesehalle. Im Marz wuro u
gerne dienen? Zimmermann: Das nicht. Bors.: Wie kamen!Bände auSgeliehen. Davon kommen auf: Illustrierte Zett- Sie nach Erfurt? Zimmermann: Ich. reise viel und be-! schriften 619, Erzählende Litteratur 988, VerSdtchtungeu 24, suchte in der dortigen Gegend Kundschaften. Dors.: Sie Jugendschriften, Märchen, Sagen 318, Kulturgeschichte 23, meinen also, wenn Sie als Militärpflichtiger auf Reisen I Litteraturgeschichte 13, Länder- und Völkerkunde 40, Geschichte sind, werden Sie von selbü überall an- und abgemeldet.! und Biographieen 62, Naturwissenschaft, Technologie* 59, Wenn jemand Geschäftsreisen macht, meldet er sich dann Seewesen 21, Gesundheitslehre 6, Staatswissenschaft 14, bei der Polizei für em paar Wochen ab? Z.: Ja. Vors.: fremdsprachliche Litteratur 4 Bände. ES wurden verliehen an Tas ist mir neu. Der Vater, Fnlenfabrikant Karl Robert Handwerksmeister 340, akademisch Gebildete 49,
Zimmermann aus Wermelskirchen, leugnet wre fern Sohn! 904 m t »q Nnterbeamte 119 Techniker
jede Freimacherei. - Auch im Falle Evert stellen Vater und Kausteut! 284 Beamte 29 , Unterbeamte 119W» Sohen dasselbe in Abrede. - Tie folgenden Falle lassen ^"ftsetzer 135, ^berter,Taglohner58, Diener,«Kellner sich kürzer fassen, da sie den vorausgehenden rn vielen! 118, Lehrlinge, Gehilfen 284, Studenten 70, Rentner 9, zu- Punkten gleichen. Handlungsgehilfe Paul Weyersberg sammen 1495 Bände; an Frauen: Ehefrauen, Witwen,, aus Höhscheid wurde 1896 beim Oberersatzgeschäft Halber- ältere Unverheiratete 250, Gewerbetreibende 115, Dienst» habt, Arzt Tr. Schimmel, wegen Herzfehlers als dauernd mädchen, Lauffrauen 36, Arbeiterinnen 74, Beamtinnen 20, untauglich erklärt. Weyersberg wie sein Vater, der Feder- Pflegerinnen 19, junge Mädchen, Lehrmädchen 182, zusammen messerfabrikant Gustav Weyersberg aus Höhscheid, leugnen 159g Bände. Nach auswärts kamen 98 Bände.
jede Freimacherei. Ter Klempner Albert S t e r n aus Essen m whriT Di- Äufführuna von Rob
wurde 1896 in Eharlottenburg zur Infanterie gemustert Beuern, 10. «prtl. ®te 9 .
und beim Oberersatzgeschäft in Halberstadt, Arzt Dr. Schwalm« Oratorium ^du Jünglmg zu Nam am 1. Oster Schimmel, der Ersatzreserve überwiesen. Stern hat ab-1 tage in der Kirche fand em gefülltes Gotteshaus. Obgleich !wechselnd geleugnet, teilweise gestanden und wieder ge-k" — f" '' /c“*k'c‘cr ~re r“‘x* *****
leugnet. Sein Vater, der Klempnermeister Meyer Stern aus Essen, stellt jede Beteiligung an Freimacherei in Ab-^
|rede. Ter Landwirt Karl Eicken scheidt aus Kray meldete nid) am 12. Mai 1896 als Einjähriger beim Kürassier-Re- I giment Nr. 4 in Münster, wurde von Tr. Lindemann unter* I sucht und mit dem Befunde „Nach Attest des Geheimrats !Tr. Mooren Hemeralopie (Nachtblindheit); für jetzt dienst- I unbrauchbar" abgewiesen. Am 1. Juni 1896 stellte er sich
beim Oberersatzgeschäft in Bochum, Arzt Tr. Schimmel, für dauernd untauglich erklärt. Er und sein Vater, Wer§- zeugfabrikant Albert Hufschmidt aus Remscheid, sind geständig und haben auch bei Baumann ihren Platz erhalten. Baumann erklärt: Ich habe mit Hufschmidt nie etwas derartiges zu thun gehabt. Ich habe Hufschmidt nie nach Bochum geschickt. Ich habe nie von Hufschmidt Geld bekommen. Ich glaube soviel Menschenkenntnis zu haben, um den jüngeren Hufschmidt für verrückt zu halten, das wird man mir zugeben. Vors.: Es ist immer besser, nicht richtig im Kopfe, als ein Verbrecher zu sein. — Der letzte Fall wird wieder geleugnet. Es handelt sich um Vater und zwei Söhne. Ter Handlungsgehilfe Ernst Wester aus Ohligs war 1897 in Solingen zur Fußartillerie ausgehoben worden. Beim Oberersatzgeschäft in Hagen, Arzt Tr. Schimmel, wurde er dem Landsturm überwiesen. Sein Bruder, der Handlungsgehilfe Franz Wester aus Ohligs, meldete sich 1895 als Einjähriger bei den Kürassieren in Münster und wurde von Tr. Lirrdemann als untauglich erklärt. Beide, wie ihr Vater, Fabrikant August Wester aus Ohligs, bestreiten jede Freimacherei.
Tie Anklage weist 15 Fälle der Bestechung und der Freimacherei dem Baumann und vier der Witwe Tieckhoff zu.
mann, er hat gelogen bis an sein Ende? Wollen Sie das! oder wollen Sie für die Jahre, die Sie noch auf Erden zu leben haben, Ihr Gewissen erleichtern und ein reuiges, Geständnis ablegen? Ueberlegen Sie sich das. Jetzt frage I ich Sie: Bekennen Sie sich schuldig in den einen oder! allen Fällen? Baumann: Nein. Vors.: Geben Sie nicht zu, einem jungen Manne auf. verbotene Weise geholfen zu haben, daß er militärfrei wird? B.: Nein. Vors.: Machen Sie keinen Unterschied zwischen Leuten, die hier sind, und andern Leuten, bei denen die Fälle verjährt, sind? B.: Nein. Ich habe bei der Untersuchung gesagt: ich habe nur Rat gegeben, und da habe ich gewußt,! daß der Mann einen Fehler hat oder nicht an den Platz paßt. Ich bin selbst vier Jahre Soldat gewesen und konnte das sehen. Vors.: Haben Sie sich nicht dafür bezahlen lassen? B.: Nein. Vors.: Von keinem haben Sie Geld bekommen? B.: Nein. Vors.: Sie werden die Folgen dieses Ihres Verhaltens zu tragen haben. Schon 1872 haben Sie zu Militärpflichtigen gesagt, Sie hätten Beziehungen! zu Militärärzten, und haben Geld dafür genommen. B: Ich habe niemals Beziehungen zu Militärärzten gehabt, und niemals Geld dafür empfangen. Vors.: Wo haben Sie den Ernst Dieckhoff kennen gelernt? B.: 1884 in Bochum auf dem Pferdemarkt. Vors.: Was hatten Sie da zu thun? B.: Ich habe das Pferd gekauft. Vors.: Tieckhofs soll dasselbe Gewerbe getrieben haben, dessen Sie heute angeklagt sind. B.: Tas weiß ich nicht. Vors.: Mußten Sie nicht, als Sie Tieckhoff kennen lernten, daß dieser schon in Bochum drei Jahre Gefängnis wegen Freimacherei bekommen hatte? B.: Das wußte ich nicht.! Ich habe mit Dieckhoff nie über Militärangelegenheiten gesprochen. Vors.: Geben Sie zu, daß Sie mit Militärärzten irgend einmal Beziehungen hatten? B.: Niemals. Vors.: Haben Sie auch nicht zu anderen Leuten gesagt, Sie ständen mit Militärärzten in Verbindung? B.: Nein, niemals. Vors.: Sie stellen also das alles in Abrede und sagen, Sie hätten höchstens einem oder dem anderen | nicht mehr als einen guten Rat gegeben. — Der Vorsitzende wendet sich nunmehr zu der Witwe Dieckhoff: ©ie sollen dem Baumann geholfen und dann auch in vier Fällen selbständig sich der Freimacherei schuldig gemacht haben. D.: Ich habe nie so etwas gethan, niemals. Vors.: Auch nicht im Falle Kirchhoff? Kirchhoff soll durch Sie zu Militärärzten dirigiert worden sein. D.: Ich kenne gar keinen Kirchhoff. Nur aus den Akten meines Mannes habe ich den Namen eines Kirchhoff erfahren. Das -muß aber ein alter Mann fein. Bors.: ---------— — D-----........ - , ..
Wußten Sie nicht, daß Ihr Mann mit Gefängnis wegen der Oberersatzkommission in Wernigerode, zu der Dr. Freimacherei bestraft worden ist? D.: Das habe ich ge- Schimmel gehörte, und wurde wegen Herzfehlers für — ... , -
lesen. Vors.: Ist Baumann nicht mit dem Ansinnen an dauernd unbrauchbar erklärt. Hier bemerkt der Vorsitzende, sämtliche Solofänger volles Lob, vor allem ole «sopran-
Sie herangetreten, ihm behülflich zu fein? D.: Nein, der Vater Eickenscheidts fei in eine Freimacherei verwickelt sängerin und der Bassist. Man kann nur staunen vor der
Er hat mit mir vielleicht einmal davon gesprochen, daß! gewesen, und ein Bruder Eickensck-eidtS habe sich Ende ber I gj^e/ foic sich bet verdiente Dirigent deS BereinS mit der
ein Bekannter besser daran wäre, wenn er statt da dort 70er Jahre der Freimacherei verdächtig gemacht. Eicken- (g^buna foiefcr Solopartieen giebt. Harmonium und ein
fei. (Die Angeklagte stellt im einzelnen jede Schuld bei scheidt nimmt beide in Schutz und bestreitet auch für sich Orchester begleiteten die Chor- und Einzelgesänge,, allen chr zur Last gelegten Fällen in Abrede und behauptet, jede Schuld. Ter Landwirt Johann Wilhelm Hußm annl , « . Vosaunenckor die Gemeindeaesänae begleitet»
dte melften Falle erst aus den Akten kennen gelernt zu aus Kray meldete sich 1895 als Einjähriger beim Feld- , „„HhrcApnhp die ftcicr emleitete und auS-
haben.) Vors.: Sie sollen eine umfangreiche Korrespou- artillerie-Regiment Nr. 4 in Magdeburg, wurde von Dr. und durch entsprechende StücktE"ttte un US denz geführt haben? T.-. Tas ist nick>t wahr. Vors.: Schimmel untersucht und wegen Spitzenkatarrh abge-!klingen ließ. An demselben Tage wurde auch tn Burr- Seit wann wohnen Sie in Elberfeld mit Baumann zu-!wiesen Er stellt Freimacherei in Abrede. Auch der Laud-lhardSfelden daS gleiche Oratorium von dem dortigen sammen? T.: Seit Oktober 1898. Vors.: Sind Sie auch wirt Franz L>einrich Kirchhofs aus Rüttenscheid meldete Kirchengesangverciu aufgeführt. Ein seltenes Zusammen- rnit Baumann verreist? D.. Jawohl, einen Tag über,! sich 1896 als Einjähriger beim Feldartillerie-Regiment Treffen, daß 2 Gesangvereine, die nur 1 f/2 Stunden von aber nicht länger. Vors.: Was hat Sie an Baumann ge- l Nr. 4 in Magdeburg und wurde von Tr. S ch i m m e l megeu | efnanber entfernt sind, dasselbe größere Werk wiedergebcnk kettet? T.: Das kann ich nicht sagen. Vors.: Sie sollen!Schwerhörigkeit für untauglich erklärt, ebenso der Stauf*Idoch viele Kirckenaesanavereine ans dem Lande dem das Geschäft Ihres Mannes mit Baumann fortgesetzt haben? mann Alexander Wüster Ls Cronenberg. Wüsters Vater,Werke 5>.: Man sagt fo vieles, was mcht wahr ckt. der Fabritant Julins Wüster ans Cronenberg, bestreitet wie 8°,g-b°n-° Beispiel- m der »uMYnlNg gr°s-r-r wer»
Es werden nun die einzelnen Falle nach allgemeinen I sein Sohn jede Freimacherei. folgen! Die Früchte zeigten sich gleich in der regeren «n
Punkten behandelt, zunächst der Fall Tesche Ler Kauf* Ter Kluppenschmied Hermann L>ufschmidt aus Rem-!teilnahme der Mitglieder, auch in ihrer wachsenden Ljayt. mann Karl Wilhelm Tesche aus Remscheid meldete sich am! scheid, der zur Infanterie ausgehoben mar, wurde 1897 s Wie dankbar die Gemeinden sind, beweist die große »nziey-
Jnnem Regierunasrat Tr. Karl U s i n g e r zum Vortragenden Rat im Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, mit dem Amtstitel al5* „Oberregierungsrat", den Lehramtsassessor Eduard Decker aus Heubach zum Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Lauterbach, den Lehramtsassessor Otto Weißgerber aus Angersbach zum Oberlehrer an ber höheren Bürgerschule zu Dieburg, ben Lehramtsassessor Georg Wißmann aus Tarmstabt zum Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Langen, ben Lehramtsassessor Dr. Wilhelm L o o s. aus Gießen zum Oberlehrer an ber höheren Bürgerschule zu Wörrstabt unb zum Leiter dieser Anstalt mit dem Amtstitel „Rektor", ben Lehramtsassessor Dr. Wilhelm Wettermann aus Darmstabt zum Oberlehrer an ber höherer» Bürgerschule zu Grost-Gerau, ben Leyramtsassessor Dr. Gg. Krausmückler aus Zell (Kreis Alsfelb) zum Ober^ lehrer an ber höheren Bürgerschule zu Homberg unb zu:» Leiter dieser Anstalt mit dem Amtstitel „Rektor", dem Lehramtsassessor Ludwig Buxbaum aus Raunheim zürn Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Rüsselsheim und zum Leiter dieser Anstalt mit dem Amtstitel „Rektor", ben Lanbgestütsdiener in Pension Lubwig Lohr in Tarmstabt zum Kanzleidiener beim Großherzoglichen Minifteriumi des Jnrrern, den Kanzleigehilfen Vizewachtmeister Ludwig Bernhard aus Zwingenberg zum Kanzlisten bei ber Ober-Rechnungskammer, oen Schreibgehilfen bei dem Amtsgericht Butzbach Ernst Rumpf zum Schreibgehilfen bei bem Amtsgericht in Gießen, ben Forstassistenten Karl Urft ab t zu Darmstabt zum Oberförster unb Revisionsbeamten bei dem Forstvermessungs- und Taxationsbureau, den Forste assessor Wolf Kutsch aus Lich zum Forstassistenten, den Bauauffeheraspiranten Lubwig Ham mann aus Wolfskehlen zum Bureauassistenten bei dem Hybrograpbischen Bureau der Ministerialabteilung für Bauwesen unb die Finanzaspiranten Wilhelm M a r k o l f aus Darmstadt unS ! Heinrich Pfannmüller aus Homberg a. d. Ohm zu Buchhaltern bei der Hauptstaatskasse, ben Kreisstraßen- Imelfter Georg Häufel zu Michelstadt zum Assistenten ber
fflhtrfrihrt Wililgrllklttisvas-Vrarrß 12. August 1893 als Einjähriger beim Kürassier-Regiment I -er W eioerlkioer SJk 4«j Münster, touTbe DDn Dr. Linbemann untersucht
U. - !und wegen Herzleidens für untauglich befunben. Tesche Sohn
r Elberfeld, 11. April. und Vater waren sck-on in bem Strucksdergschen Prozesse
Der Angeklagte Baumann ist eine behäbige Gestalt mit! verwickelt, aber mangels jeher Belastung außer Verfolgung grauem Vollbart. Ernst, ja mürrisch unb etwas heftig gesetzt worden. Heute erklärte Tesche Sohn, ber unmittelbar antwortet er bem Vorsitzenben in kurzen Sätzen. Während neben Baumann au ber Spitze ber Anklagebänke sitzt: Ich der Vernehmung ber übrigen Angeklagten sitzt er an- bekenne mich schulbig, mit Baumann zu thun gehabt zu icheinenb teilnahmlos mit geschlossenen Augen da. Tie haben. Tie Korrespondenz mit Baumann hat mein Vater Witwe Tieckhoff ist eine stattliche Frau in der Mitte der geführt. — Kaufmann Karl Wilhelm Tesche ) en. aus vierziger Jahre. Mit größter Ruhe nimmt sie ihren Remscheid giebt zu, baß er mit Baumann in Verbrnbung Platz hinter Baumann in ber entgegengesetzten Ecke ein; getreten sei unb ihm Gelb gegeben habe. — Der Vorsitzende jede Verstänbigung zwischen beiben ist baburch vollstänbig hält Baumann biefe Geständnisse vor. Baumann erklärt ausgeschlossen. Sehr rasch und bestimmt giebt Witwe Dieckhoff! in heftiger Weise: Ich kenne bie beiben nicht. Ich habe auf alle Fragen Auskunft, unb jebes Vorhalten einer Schulb von ihnen nie Gelb erhalten. Ich kann mich überhaupt weist sie energisch in rasch sprubelnber Rede zurück. Bei nicht auf ben Namen Tesche besinnen. — Es folgt der Fall Beginn der allgemeinen Vernehmung richtet der V o r - l F e l b e. Der Fabrikant Heinrich Felde aus Remscheid- sitzende an Baiumann folgende Worte: „Ihr bis- 5)asten meldete sich am 4. August 1893 als Einjähriger beim heriges Verhalten war ein sehr eigenartiges. Sie wissen, Feldartillerie-Regiment Nr. 4 in Magdeburg, wurde von daß eine sehr große Menge von Beweisen gegen Sie vor- Tr. Schimmel untersucht und wegen Bruchanlage abgewiesen. liegt, die Sie dringend verdächtig machen, ja, überführen, Am 5. Juni stellte er sich bei der Oberersatzkommission in jungen Leuten gewerbsmäßig Beistand zur Freimachung Erfurt, wurde abermals von Tr. Schimmel unterjudyt geleistet zu haben. Sie wissen, daß junge Leute, die neben und mit demselben Befuiide wie in Magdeburg zum Land- Jhnen sitzen, und noch eine Reihe anderer erklärt haben: sturm geschrieben. Felde Sohn und Vater haben lange ihre! . Ja, wir haben dem Baumann Geld gegeben, und er hat Verbindung mit Baumann geleugnet, dann aber bekannt, uns Mittel und Wege gezeigt, wie wir frei kommen können. Sie haben Baumann 3000 Mark gezahlt. — Im Fall Gar- Das ist eine so große Anzahl Leute, die das sagen, daß schagen hatte der Drogist Albert Garschagen von Reckgar kein Grund vorhanden ist, daran zu zweifeln. Trotz- linghausen sich am 22. Februar 1896 als Einjähriger bei
dem haben Sie in der Voruntersuchung nicht nur be- dem Feldartillerie-Regiment Nr. 4 in Magdeburg gemeldet, stritten, daß Sie diesen Leuten Beistand geleistet haben, wurde von Dr. Schimmel untersucht und mit dem Befördern Sie haben auch bezüglich dieser Leute gesagt, funde „Bruchanlaae beiderseits" abgewiesen. Am 20. Mai
Sie kennen sie nichf. Wenn man sich nun vor Augen 1896 stellte er sich bei der Oberersatzkommission in Halberhält, wie Sie trotz dieser erdrückenden Macht von Be- stadt, wurde abermals von Dr. Schimmel untersucht und weisen leugnen, wie Sie trotzdem diese lange Unter- mit dem Befunde „ausgebildete Unterleibsbrüche" abge- fuchungshaft ertragen haben, ohne mit der Sprache her- wiesen. Garschagen hat nach anfänglichem Leugnen teilauszurücken, so muß man sich sagen: wie viel Schweres weise gestanden. Ter Vater dieses Angeklagten, Spezereimuß dieser Mann zu verheimlichen haben, der so leugnet I Warenhändler Albert Garschagen von Remscheid-Büchel, will Da giebt es nur eine Erklärung: Das ist der Baumann, von der Befreiung nichts wissen; er habe seinem Sohn der Beziehungen hat zu den großen Militärbefreiungs-! Geld gegeben für Kleider und um Schulden zu bezahlen, skandaleii der 70 er und 80 er Jahre; der Baumann, der! — Vorsitzender zu Baumann : Sie hören, daß hier immer Verbindung mit Militärbeamten gesucht hat, wird die gesagt wird, Sie hätten 3000 Mk. bekommen. Baumann: Tausendmarkscheine auf dem Tische dieser Beamten haben Ich habe schon dem Untersuchungsrichter erklärt, daß ich liegen lassen. Das wäre die Schlußfolgerung, die man Garschagen gar nicht gekannt habe. Ich habe von niemand daraus ziehen müßte. So viele Leute sind da in Mit-1 Geld bekommen.
leidenschaft gezogen worden, die bis dahin ihre Ehre rein I Im Falle Schmidt bestreitet ber Kaufmann Ernst gehalten hatten. Heute ist festzustellen: Sinb biefe Leute! Emil Friebrich Schmibt aus Delstern, ben Baumann ge- wirklich so schulbig, ist ihre Ehre so befleckt? Deshalb fannt zu haben. Jetzt beginnen bie Fälle, in denen bie sollen biese Verhanblungen bazu beitragen, bie Schulbigen Anklage bestritten wirb. Die Geständigen sitzen bicht um herauszufinben unb bie Unschulbigen reinzuwaschen. Wenn Baumann herum, bie jebe Schulb Bestreitenben auf der Sie in Ihrer bisherigen Haltung fortfahren, bann muß anbern Seite bes Saales, Baumann gegenüber. Schmibt man die schlimmste Befürchtung hegen, baß bas, was melbete sich am 23. April 1895 als Einjähriger beim Felb- man vermutet, wahr ist. Sie stehen jetzt an einem Wende- artillerie-Regiment Nr. 4 in Magbeburg, würbe von Tr. punkte: Wollen Sie, daß *man von Ihnen sagen wirb: Das war ber große berüchtigte Militärfreimacher Bau-
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Sotiel al» m ®i' ober nut o#”"'1 janbibattn hielt c. obetflen NtchtudthStd« stabt eine Ansprache ul fich ein gemeinsames später ein geselliges Zus
-f- Grebenhain, SermutShain kam e nach der Lanzmufil zwi bei btntn einem ein Är: wntbe mb ärztliche H mußte. Die Sache tvi finden.
0 Lrainfelb, 11. hier in bem geräumge Oechler VII. Witwe bc Sängerbundes jt( bereitungen im Gange, teilnehmen. Man hi großes Fest für unse von F. Silckelt: „Auf
Krmkfnrt a. M., Mineralwasserfab lammlmg ab, in tucl lauteten Wettbewerb bi »äffet angenommen a schon untersagt worben iMche- müjfc bei bin W Wässer seien n«r Fachingen.
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