Ausgabe 
13.3.1901 Zweites Blatt
 
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^gemeldet: Nachrichten aus Berbera teilen mit, die Abes-

Eingesandt.

Bürgermeister R e u s ch bezweifelt, ob man der >vom-

Zimmermann zu unterstützen verspricht, da im vorliegenden Falle selbst die Minimalstrafe von 6 Monaten Gefängnis in Anbetracht der Umstände als zu hart betrach'et werden muß.

stände zugebilligt worden. Die Angeklagte Drescher erhält eine Gesamtstrafe von 3 Jahren Zuchthaus. Allen

der Sack soll, wie die Geschworenen einstimmig beschlossen haben, ein Gesuch um Straferlaß an das Großh. Ministe­rium der Justiz eingereicht werden, das der Staatsanwalt

Schmidt. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmer­mann; Verteidiger für Minna Bill ist Rechtsanwalt Dr. Spohr, für Elise Sack Rechtsanwalt Rosenberg und für Frau. Konrad Drescher Rechtsanwalt Dr. Jung. Nach Bildung der Geschworenenbank werden die Angeklagten, der Sachverständige und die Zeugen vernommen. Es tritt sodann eine Pause ein. Nach Wiederherstellung der Oeffent- lichkeit wird das Urteil verkündet.

Die Angeklagte Sack erhält unter Zubilligung mil­dernder Umstände die zulässig niedrigste Strafe von sechs Monaten Gefängnis. Die Angeklagte Bill erhält 9 Monate Gefängnis, auch ihr find mildernde Um-

Schwurgericht.

P. Gießen, 12. März.

Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wird heute gegen Minna Bill und Elise Sack und Frau Konrad Drescher wegen Verbrechens gegen dos Leben verhandelt. Den Vorfitz führt Landgerichtsrat Dr. Schäfer, als Beisitzer fungieren die Herren Landgerichisrat Wehner und Amtsrichter

Mission zur Förderung der Lahnkanalisierung ohne weiteres ihre Mandate nehmen könne, die sie in einer größeren Versammlung bekommen habe. Er tritt für eine nochmalige größere Versammlung ein, wo die Kommission zu veranlassen sei, auf Grund des Anschuldigungsmaterials ihr Mandat niederzulegen.

statt. Die Benefiziantiu hat die vieraktige PosseDer jüngste Leutnant- yusgewählt, bekanntlich früher eine Glanzrolle der Ernestine Wagener.

** Deutsche Lehrersahrt nach Italien. Auf Anregung der akademischen Lehrerkreise in den Reichslanden findet während der kommenden Osterferien 31. März bis 12. April eine ge­meinschaftliche Reise deutscher Lehrer nach Rom und Neapel statt, die auch Capri, Sorrento, Pompeji und den Vesuv be­rühren und bis Paestum, dem alten Poseidonia, Ausdehnung finden wird. Die Kosten der ganzen Reise, die am Palm sonntag von Luzern via Gotthardtbahn angetreten wird, be­tragen 360 Mk. einschließlich Hotels, Verpflegung, Führung, Ausflüge rc. Nichtlehrer können unter gewissen Bedingungen zur Teilnahme an dieser Reise zugelassen werden. Alles Nähere teilt auf Anfrage das Akademische Sekretariat in Straßburg i. E., Braudgasse 21, mit.

* Grotzeu-Buseck, 11. März. Am Sonntag sand bei Gastwirt H. Größer eine Versammlung statt, in der die Gründung eines neuen Gesangvereins vorgenommen wurde. Nach Aufsetzen der Statuten, die von 36 Mitgliedern unterschrieben wurde, fand die Vorstandswahl statt. So dann wurde dem Verein rdeNameGesangverein Sänger kranz- beigegeben.

nn. Friedberg, 11. März. Bei der heute abgehaktenen Abgangsprüfung der hiesigen Realschule bestanden sämtliche 14 Prüflinge die Prüfung.

tc. Bingerbrück, 10. März. Gestern mittag brachte der 0-Zug Holland-Basel eine Anzahl Burenfrauen mit Kindern, die teils über Mainz, teils über Münster a. St. die Reise nach Süddeutschland, resp. der Schweiz fortsetzten. Mit peinlichster Sorgfalt bewachten die reisenden Frauen ihr Gepäck und gaben nicht zu, daß dasselbe im Packwagen untergebracht wurde. Den Bitten der Frauen nachgebend, gestattete man ihnen, das ganze Gepäck zu sich in den Waggon zu nehmen.

Kleine Mitteilungen au8 Hesse« und den Nachbarstaaten. In Friedberg ist einer der ältesten Bürger, Herr Huber, verschieden. Der Verstorbene hat lange Jahre als Gemeinderat, Kirchenvorsteher und Rechner des Gustav AdolfiFrauenvereins gewirkt, bis ihn die Hinfälligkeit des Alters zwang, sich von allen Geschäften zurückzuziehen. Der Dialektdichter Tier­arzt Peter Geibel ist in Höchst a. M. gestorben. Unsere Gegend verdankt dem Verstorbenen 2 Bändchen Gedichte in Wetterauer Mundart.

Gcrichtssaal.

P. Gießen, 11. Mürz. Gewerbegericht. In der heutigen Sitzung, die um 11 Uhr unter Vorsitz des Beigeordneten Wolff und Bei- sitzung des Bäckermeisters Hennings und des Weißbinders Schäfer be­ginnt, wird zum zweiten Mal die Klage des Cchloffers Weidenhaus gegen den Schloffermeister Wolf wegen einer Lohnforderung von 68 Mk. zur Verhandlung gebracht. Der Schlaffer Weidenhautz ist fett Montag den 28. Januar bei dem Schloffermeister Wolf thätig, bekam aber feiner Aussage nach keine Arbeit und auch kein Material zur Arbeit. Den Lohn er­hielt er abschläglich, statt des vereinbarten Betrages von 18 Mk. wöchent­lich nur 5 Mk. Diese Zustände haben den Kläger bewogen, zu kündigen, für die Kündigungsfrist von 2 Wochen verlangt er Lohn und noch den Rückstand des verdienten Lohnes. Der Vorsitzende strebt wiederholt einen Vergleich an, da der Kläger mit einer Summe von 15 Mk. als Ent­schädigung sich begnügen will. Der Beklagte will erst 10 Mk., dann 11 Mk. usw. bis 14 Mk., aber keinen Pfennig mehr zahlen. Da der Kläger auf seiner Forderung von 15 M. besteht, wurde wegen der Differenz von nur einer Mk. ein Vergleich nicht zu stände gebracht. Zur Feststellung weiterer Thatiachen wurde ein neuer Termin anberaumt. Ebenfalls zum zweiten Mal kommt die Klage des Werkmeisters Sauer gegen die Firma Plank u. Schneider wegen Lohnforde ung von 38 Mk. zur Ver­handlung. Es find diesmal fünf Zeugen geladen. Die Beweisaufnahme ergab verschiedene Widersprüche und sollen zur Klärung der Thatsachen neue Zeugen geladen werde«.

kanalisatron Auskunft zu geben und Rendant Frohwein aus Diez hatte es übernommen, das Referat zu erstatten. Er erteilte Herrn F r o h w e i n das Wort. Dieser erklärte, daß er an der Hand des Materials wie aus dem Gang der Verhandlungen, die in der Kommission in den letzten Jahren gepflogen wurden, die jetzige Lage darthun wolle. Er führte aus, man wisse, daß die Lahn früher durch Wehre gestaut war und durch die darin gelassenen Lücken die Schiffe ihren Weg finden. In den Jahren 1840 oder 41 ist man all­mählich zum Bau von Schleusen übergegangen. So kam am 14. Oktober 1844 zwischen den Staaten Preußen und Hessen-Nassau ein Vertrag zu stände, wonach Schleusen und Schleusen gebaut worden. ^Abe^r bilfe genügen nich^mehr I Proseff^r "ttteilt^ den heutigen Verhältnissen. Die Störungen, die durch zu droflsior erteilt. ot, m o * m ,

niedrigen oder zu hohen Wasserstand der Lahn entstehen Großh. Regierungsblatt Nr. 18 enthalt: Bekannt-

sind sehr bedeutend. Nach Mitteilungen der Wasserbau- machung, die Einführung der Städteordnung in Inspektion Diez kann man nur mit 150 Schiffahrtstagen im der Kreisstadt Friedberg betreffend.

Jahr rechnen. Referent giebt hier noch eine Uebersicht* Die Prüfungs-Konzerte von Frl. Körner finden am über die auf der Lahn beförderten Erze rc., welche kaum Sonntag, den 17. und Montag, den 18. d. M. statt.

K Proz^ des Versandes betragen. Dies wären die Verhält- f0. Todesfall. Der Großh. Hess. Geh. Oberbaurat und 70er'ober anflngs M^Jah^en wurdet auf Lott.a9c"!)e Rat im kgl. preuß. Ministerium für ->ff-nlliche gearbeitet, der die Vervollständigung der Lahnkanalisation ^^en, Arthur Wetz, ist in Berlin plötzlich an Rippenfell- von Wetzlar bis zum Rhein nach den bestehenden Anlagen Entzündung gestorben. Wetz hat erst em Alter von ins Auge faßte, und zwar sollte der Fluß von Wetzlar bis Jahren erreicht. Er gehörte einer ans Griedel in Weilburg für kleinere oder andere Lahnfahrzeuge, von dort Oberheffen stammenden Familie an.

bis zum Rhein für größere Schiffe fahrbar gemacht werden. I ** Aus dem Theaterburean. Morgen Mittwoch, wird als ?ilAAAAkten hierfür betrugen von Wetzlar bis Weilburg volkstümliche Vorstellung zu kleinen Preisen die noAA AAA m?-0u dort bis zuni Rhein 5800000, zusammen Treptow'sche OperettenposseUnsere Don In ans ", Musik inn??00f0 dieser Entwurf zur Ausführung gelangt von Franz Roth aufgeführt. Am nächsten Freitag findet daö>

Vergleich zum Verkehr nur eine Benes ij für bie erste Soubrette Frl Mari a Eicheuwalb

Uermischtes.

* München, 11. März. Nach derKorrespondenz Hofmann" istDr. Sigl, der Herausgeber desBaye- uziei-en. xue ner,ammiung sollte nun in Der Hauptsache I .....öuiuuu»«-»»««», uuu »uuv «nc|rif(|eit Vaterlands", wegen einer psychischen De-

en Zweck verfolgen, über ben jetzigen Skanb bcr Lahn- sw" 4 bis 8 ftcrren ernannt werben, bie Mit Pression in bie Kuranstalt Thalkirchen gebracht worben,

hause unsere Angelegenheit besprechen soll. p .S ; 8i Ä. ffC" k

Der Sekretär derGießener Handelskammer fragt an, « 1 Astern und vorgestern

ob es erlaubt sei, wenn es seiner Handelskammer angebracht I Wurden die südlichen und westlichen Staaten der Union von scheine, einen Vertreter in die Kommission zu ent» ctnci?1 schweren Sturme heimgesucht, der die Eisenbahn­senden. Dieses wird bejaht und mit Freuden b eVerbindungen, den telegraphischen und telephonischen Verkehr grüßt. I störte. In Willspoint (Texas) kamen acht Personen um, in

' anderen Teilen des Landes sollen gegen 100 Obdachlose

Aus Stadt und Land. um9.ef° fn- ,

c I , New-Jork, 11. März. Erne Explosion demo-

Gießen, den 12. März 1901. liierte Doremus' Dampfwäscherei in Chicago. ES wurden r,? c-. ** Auszeichnung. Der Großherzog hat am 9. März 25 Pexsonen getötet und 50 verletzt.

L 7nün7'L 'N Frankfurt a°L. b°u Charakter"-----------------------------------

^unvollständige gewesen und die angestrebten Erfolge wahr-j lcheinlich ausgeblieben. Die Kanalisierung mußte vielmehr so durchgesührt werden, daß nirgends eine Umladung statt- zufmden brauchte und die mittelgroßen Rheinkähne bis herauf zur hessischen Grenze geschleust werden konnten. Von diesem Gesichtspunkte aus muß an die Ausarbeitung des Projekts herangegangen und ausgemessen werden, ob eine derartige Kanalisierung bei der Lahn durchführbar ist. Nach diesem Plan würden die Kosten bis Weilburg 9 Millionen, von Weilburg bis zur Mündung 22 Millionen betragen. Die Kosten auf der oberen Strecke stellen sich trotz der günstigen Bodenverhältnisse für den Kilometer um 16 000 Mark höher als unterhalb Weilburg, dies wird durch die Eisenbahn bedingt, welche Brückenbauten rc. erforderlich macht. Die Kommission hat nun diesen von einer bedeuten­den Firma ausgearbeiteten Plan nebst Zeichnungen und Kostenvoranschlägen an Baurat Röder in Diez zur Nachf- prüfung übersandt. Nach Eingang des Gutachtens sollte in einer allgemeinen Versammlung die Bildung eines Lahn­kanalvereins herbeigeführt werden, dessen Mitglieder aus einzelnen Personen, sowie den Städten und Ortschaften, die an der Kanalisation interessiert sind, bestehen sollte und die zu leistenden Beiträge festsetzen sollte. Die Versamm­lung konnte nicht einberufen werden, da trotz öfteren Er­suchens noch kein Gutachten eingelaufen ist. Daß die Staats­regierung sich für das Projekt interessiert, geht daraus hervor, daß sie sich eine Abschrift hat unfertigen lassen, wenn auch nicht offiziell. Der Referent erwähnt noch, daß seiner­zeit 4 Herren nach Berlin entsandt wurden, um bei dem Minister vorstellig zu werden. Ten vier Herren, die die verschiedenen Minister aufsuchten, wurde von diesen be­deutet, Kostenvoranschläge vorzulegen und Rentabilitäts­berechnungen beizubringen. Tie Kostenvoranschläge liegen vor, aber die Kommission war durch die Verzögerung der Obergutachten bis jetzt noch nicht in der Lage, weitere .Schritte zu unternehmen.

Bürgermeister R e u s ch - Oberlahnstein meint, früher Yabe man auf dem Provinziallandtag beschlossen, die Kana­lisierung der Mosel, Saar und Lahn mit einander zu ver­binden. Auf der Versammlung in -.'Netz habe man die Lahn vollständig beiseite gelassen, und die Vertreter der Lahn- gegend aar nicht zur Aussprache kommen lassen.

-.^"otagsabgeordneter Cahensly sagte, ohne daß ein Drittel der Kosten gesichert sei, sei für den Kanal bei der Negierung gar keine Aussicht vorhanden.

s. ^echtsanwalt Dr. Dahlcn erklärt, die Handelskammer, ?,l.e nCk ^Eroslentengriippen, sowie der Kanal-Verein \ '$cr0\ und Hüttenmännische Verein in

Wetzlar mochten je zwei Herren delegieren, die die weiteren schritte zu beraten hatten. Tann sollten diese unsere Ab­geordneten m Berlin veranlassen, in. Plenum des Abgeord­netenhauses die Erklärung abzugeben,für Die Lahnkanali- fierung die nötigen Summen in die Vorlage ein zustellen oder sie würden gegen die ganze Vorlage stimmen." Kommerzienrat Koch-Wiesbaden teilt mit, daß von den Interessenten des Moselkanals schon jetzt Rücklagen ge ^nacht würden, um gegebenenfalls die nötigen Summen auf- weisen zu können.

sinier hätten vor zehn Tagen den Scheikh Abdul­lah! in Harardighet vollständig geschlagen. Die So­malis hätten viele Tote geljabt, doch seien auch die Verluste der Abessinier beträchtlich gewesen; die Abessinier hätten eine große Anzahl Gefangener gemacht. Abdullahi soll in der Richtung auf Bohodle geflohen sein, verfolgt ton den Abessiniern.

I (Für Form und Jnblllt aller unter dieser Rubrik stehenden I Artikel übernimmt bie Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

In seinem gestrigen Eingesandt sagt Herr Oekonomierat S ch l e n l e, bie Eingabe der hiesigen Handelskammer bezeichn- auch die Besitzer kleinster landwirtschaftlicher Flächen alsLandwirte". Dies ist vollständig un­richtig. Die erwähnte Eingabe spricht nicht vonLandwirten", sondern vonlandwirtschaftlichen Betrieben", d. h. von den landwirtschaftlichen Wirtschaftseinheiten und deren Inhabern, und sieht ganz davon ab, ob diese letzteren eigentlicheLandwirte", d. h. im Hauptberuf in der Landwirtschaft thätige Personen, sind oder nicht. Dies ist deshalb, weil das Jntereffe an den Brotgetreidezöllen sich keineswegs auf diejenigen Personen beschränkt, die hauptberufllich in der Landwirtschaft thätig sind, sich vielmehr auch auf solche Personen erstreckt, die im Hauptberuf etwas andere« als Land- wirte find. So sind z. B. von den Inhabern der Betriebe mit einer Fläche von 100 und mehr Hektaren nicht wmiger als rund 25 Prozent I tm Hauptberufe etwas anderes als Landwirte. Trotzdem haben diese Lrute, ; wie Herr Schlenke kaum bestreiten dürfte, ein großes Jntereffe an den Brotgetreidezdllen. Es kommt also augenscheinlich für daS Interesse an diesen Zöllen lediglich auf die Größe des betreffenden Betriebs und speziell die Größe der mit Brotgetreide bestellten Fläche im Verhältnis zum Eigenbedarf dieses Betriebs an Brotgetreide für menschliche Nahrung und Viehfütterung an, wäh­rend gleichgiltig ist, was der Inhaber des Betriebs im Hauptberufe ist, ob Landwirt oder sonst etwas. Die Eingabe der Handelskammer konnte deshalb nicht von denLand- wirten^ ausgehen, sondern ging mit vollem Recht von denlandwirt­schaftlichen Betrieben" aus. Sie hat aber die Inhaber dieser Betriebe darum keineswegs alsLandwirte" angesehen oder bezeichnet I

Will man aber durchaus die Frage stellen, inwieweit speziell die­jenigen Inhaber der hessischen Landwirtschaftsbetriebe, die eigent­liche Landwirte sind, Jntereffe an den Brotgetreidezöllen haben, fe gab es in Hessen 1895 genau 35 920 selbständige Landwirte im Hauptberuf, die weniger als 5 Hektar Gesamtfläche (b. h. mit Getreide, Hülsenfrüchten, Hackfrüchten, Handelsgewächsen und Futterpflanzen bebaute oder als Wiesen und Weide oder Wemb.rge benutzte Fläche) be­saßen. Es sind dies 60 Prozent aller selbständigen Landwirte Hessens. Nun hatte die Eingabe der hiesigen Handelskammer ausge­führt, daß die landwirtschaftlichen Betriebe mit weniger als 5 Hektar Gesamtfläche im allgemeinen durch die Zollerhöhung geschädigt werden würden. (Selbst Herr Schlenke wird von seinem Standpunkt aus zugeben müffen, daß diese Betriebe von denen selbst die größten mit 4 618 unter 5 Hektar Gesamtfläche im allgemeinen allerhöchstens 1 Hektar mit Brotgetreide bestellt haben dürften von der Erhöhung der Zölle auf Brotgetreide im allgemeinen wenigstens keinen Borteil, aller­mindestens keinen nennenswerten Vorteil haben würden). Da nun diese Betriebe 80 Vrozent aller hessischen Landwirtschaftsbetriebe dar­stellen, so wird also durch die von Herrn Schl geforderte Einschränkung der Untersuchung auf diejenigen Betriebe, deren Inhaber eigenUiche Land­wirte find, die Sachlage für dieheimische" Landwirtschaft zwar um 2u Prozent bester, als wenn mau wie dies von der hiesigen Handels­kammer korrekterweise geschehen ist die Frage für alle hessischen land­wirtschaftlichen Betriebe überhaupt stellt, es sind aber auch so doch 60 Prozent der hessischenLandwirte", die von der Erhöhung der Brtzt- kornzölle keinen Nutzen und zum weitaus größten TrU direkten Schaden haben.

Ich schließe hiermit memerseits die Diskussion. Dr. K.

Abg. Cahensly meint, daß es nicht gut sei, die An­nahme der ganzen Kanaloorlage von dem Bau des Lahn- , kanals abhängig zu machen, glaubt auch nicht, daß das Lahnkanalisierung. geschehen wird. Bevor nicht ein Drittel der verlangten

Am Samstagnachmitlag tagte in Wetzlar eine Ver- Millionen als IMrantie varhanben sei, werbe sich bie fammlung bet Interessenten bet Lahn-Kanalisietung, bicPlC!?IgIu0a1!1 .... k

von ca. 30 Setten (teils Betitelet von tzanbelslammern) .. M Cahensly fragt, wie snk» det Berg, unb Hntien. besucht war rnannrsche Verein xu der Frage der Lahnkanansierung stelle.

Generaldirektor Kaiser eröffnete die Versammlung . Bergassessor Bellinger glaubt, daß der Verein bie^

Ein ladun / an ^die" Handel Kammer n^ G?c"ß e?n ^Wiesbaden d?ach einigen Bemerkungen verschiedener Herren stellt I £rci ^ngdlagten Wirb "^Rücksicht darauf, bag sie geständig Limburg,^Dillenburg, sowie an das Komitee für die Kanali' ^"eraldirektor Kaiser den Antrag, die aus 9 ^itg^ie^>ern|pott aufgerechnet. Bezüglich sierung der Lahn in Diez und ferner an den Berg- und bestehende Kommrsston aus der Versammlung auf 15 zu Hüttenmännischen Verein für die Lahn-, Dill- und benach- ^boyen.

barten Reviere in Wetzlar gerichtet habe. Dieser Ein- NachdemHerr Rechtsanwalt Dahlenl seinen Antrag ladung ist, lautWetzl. Nachr.", von allen Seiten entsprochen pu Insten dieses zuruckgezogen, wird derselbe etnfhmmtg worden, mit Ausnahme der Handelskammer Dillenburg. angenommen.

Der Vorsitzende wies darauf hin, daß es im gegen- L folgende Herren werden aus der heutigen Versamm- roärtigen Augenblicke besonders angebracht sei, die Frage gewählt: Dahlen - Niederlahnstein, S ch m idt - bcr Lahnkanalisierung wieder in Fluß zu bringen, weil von Nwderlahnstein, K a i s er - Wetzlar, Neumann-Wetzlar, interessierter Seite Anstrengungen gemacht würden, die a he ns l y - Limburg, St a d e l m an n-Oberlahnstein. , Mosel- und Saar-Kanalisation, ohne Berücksichtigung der L $le'.e ^^"öte Kommission wird eine Denkschrift nebst Lahn, noch in die erwähnte große Kanalvorlage hinein- ^£6 statistischen Unterlagen ausarbeiten und in 8

zuziehen. Die Versammlung sollte nun in der Hauptsache! bis 10 Tagen in Lim bur g zusammentreten; dort wird eine! ben Zweck verfolgen, über den ietnaen Stand her Lalm