Ausgabe 
12.10.1901 Zweites Blatt
 
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ist ein neuer Pestfall vorgekommen.

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wieder mit Glanz herausgezogen und macht den Engländern eine lange Nase, die inzwischen in ihren drakonischen Maß­regeln fortfahren und ein Schreckensregiment ohne gleichen führen. Als Beleg dafür wird neuerdings aus Cradock vom >9. ds. gemeldet: 50 Aufständische aus der Kapkolonie, die mit Lotters Kommando gefangen genommen waren, wurden heute in Gegenwart der Truppen auf dem Marktplatz auf-

In Hilversum feierte man am 10. Oktober Krügers 76. Geburtstag im engsten Familienkreise mit Eloff, dessen drei Töchtern, dem südafrikanischen Dreimännerkolleg und dem Unterstaatssekretär Grobler. Hunderte von Telegrammen und Briefen trafen ein.

Kolonialpost.

U etzew eine neue Blutthat auf den Admirali- tats-Inseln wird aus Herbertshähe (Deutsch-Neuguinea) Folgendes berichtet: Ein dort befindlicher Händler Caolban, ein Engländer, befand sich auf einem kleinen Segelkutter und trieb mit den Eingeborenen Tauschhandel. Er war im Be­griff, abzusegeln; als er sich auf die Kette bückte, hoben ihn ein paar noch an Bord befindliche Eingeborene hoch und warfen ihn ins Wasier. Die in den Kanoes um den Kutter sich herumtreibenden Bestien in Menschengestalt machten dem Aermsten den Garaus und plünderten dann den Kutter aus.

,-gestellt, um den Urteilsspruch, der sie zum Tode durch Er- chängen verurteilte, anzuhören. Die Strafe wurde jedoch ;von Kitchener in lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt. Auch recht hübscht

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Offenbach, 10. Okt. Der flüchtige Sparkassen­rechner Maier hatte bekanntlich von dem mitgenomnrenen

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Sein Hoch! galt dem Kreis Erbach. Der Nachfolger deS Scheidenden, Kreisrat Schliephake, führte sich hiernach mit kernigen Worten ein und toastete auf das deutsche Vater­land.

" Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten. Die Eisenbahndirektion zu Frankfurt hatte beabsichtigt, die Beleuchtung des Bahnhofsplatzes dort, die ihr jährlich 10,000 Mk. kostet, einzustellen. Der Polizeipräsident Frhr. v. Müffling machte ihr jedoch die Auflage, die Beleuchtung auf ihre Kosten wie bisher weiter zu besorgen. Die gegen diese Berfügunö erhobene Klage des Eisenbahnsiskus wurde vom Bezirksausschuß kostenfällig abgewiesen.

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nichts gemeldet wird. Das Nähere wwd wohl nur bte na englische Verlustliste mitteilen.

Lord Kitchener meldet aus Prätoria vom

zweierlei: 1) Die Südafrikapolizei hat ein Srebenpfünder-

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Aus Stadt und Zand.

(Der Älbdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe:Gieß. Auz." gestattet.)

Gießen, den 11. Oktober 1901.

** Kunstverständige unserer Stadt wird es interessieren, daß an dem Mettenheimerschen Hause am Kreuzplatz sich beim Abnehmen des Verputzes schöne Holzarchitek- ur an dem Eichenfachwerk gezeigt hat, die eine bemerkens­werte Kunst älterer Zeit aufweist, und zwar sowohl Holzbild­hauerarbeiten an den Pfosten, als eine interessante Verwen­dung von Holzkonstruktion am Fachwerkbau. Es ist zu hoffen, daß diese herrliche Architektur nicht wieder durch Verputz ver­hüllt wird, sondern freigelegt bleibt. Es wird damit ein weiterer Schritt auf dem "seit einiger Zeit in verheißungsvoller Weise hier beschrittenen Wege zur Wiederherstellung künst­lerischer Baudenkmäler, insbesondere aus dem Gebiete des Fachwerkbaues, gethan werden.

** Vorboten des Winters. Gestern abend zog eine Schar Schneegänse über unsere Stadt.

** Todesfall. In der hiesigen Klinik starb dieser Tage der Schutzmann G. P. Klinkerfuß aus Bad Nauheim im Alter von 30 Jahren.

4- Crainfeld, 10. Okt. Der seitherige Bürgermeister und Landtags-Abg. Schmalbach wurde mit 98 Stimmen einstimmig wiedergewählt. Stimmberechtigt waren 116. Die Wahl verlief sehr ruhig. Dem Wiedergewählten wurde ein sogen. Maien gesetzt. Am Abend fand ein Festmahl im Gast-

Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Kassel, 10. Okt. Wie derHann. Cour." aus ourch- aus zuverlässiger Quelle erfahren haben will, haben die Vergleich sverhandlungen zwischen der Leipziger Bank und der Kasseler Trebergesellschaft einerseits und dem Rechtsbeistand des Herrn Schulze-Dellwig andererseits wegen Abwendung des Konkurses über das Vermögen des letz­teren Erfolg gehabt. Ter Antrag aus Eröffnung des Kon-, kursverfahrens, welcher bereits bei dem zuständigen Ge­richte, dem Amtsgericht in Hörde, gestellt war, ist seitens der Gläubiger wieder zurückgenommen worden. "Me Ver­wandten des Herrn Schulze-Dellwig sind zu größeren Opfern bereit, sie haben sich auf siebeneinhalb Prozent festlegen lassen. Im Hinblick aus dieses immerhin günstige Angebot sind die Vergleichsverhandlungen zu einem erfolgreichen Abschlüsse gekommen, denn bei einem Konkursverfahren würden aus der Schulze-Dellwigschen Masse höchstens zwei bis drei Prozent herausbommen. Zur Bestreitung der Ver­bindlichkeiten, die sich aus dem Arrangement von sieben­einhalb Prozent ergeben, ist, da die Forderungen etwa 78 Millionen Mark betragen, die Summe von 58 Millionen Mark notwendig. Die letzte Schwierigkeit, welche sich dem völligen Abschluß der Arrangementsverhandlungen ent- geqenstellt, liegt in einer Forderung des Aussichtsratsmit- aliedes Otto in Höhe von 150 000 Mk., doch ist kaum anzu­nehmen, daß wegen dieser Forderung, die vom Rechtsbei- stande Schulze-Dellwigs bestritten wird, das Arrangement in Frage gestellt wird.

In der Angelegenheit der Mecklenburg« Strelitzschen Hypothek en bank wird ein Bericht verössentlicht, den die seitens des neuen Aussichtsrats und der staatlichen Aufsichtsbehörde erwählte Vertrauensperson Regierungsrat a. D. Guttmann erstattete- Der Bericht deckt Schiebungen und Transaktionen auf, welche bie ^-irettoren Romeick und Schultz mit der Mecklenburg-Streich,chen Hypo­thekenbank und der Pommerschen Hypothekenbank mit der Immobilien-Verkehrs und der Firma Schuhmacher u. Co. vorgenommen haben. Der Bericht crgrebt eme unter* bilanz von rund zehn Millionen bei zwölf Millionen Aktienkapital und einen Ei n n ah m e au s f a l l an Hypo- tbekenzinsen von 794000 Mk. Der Bericht empfiehlt L>mnd- . ung der Hypothekenzinsen in Höhe von zwei Dritteln und be­spricht die Reorganisation in dem Sinne, daß die Pfand- briefgläubiger einen Teil ihrer Forderungen «(zehn Prozent oder mehr) in Borzugsaktien^umwandeln.

burger Quelle zugegcmgene Information, wonach der Zar mit Lousiet vereinbart haben soll, daß der Zweibund aus seiner Reserve heraustreten und wegen der Zoll- pvlit.ik Deutschlands, sowie wegen der Balkan- und südafrikanischen Frage intervenieren Al-üsse.

Petersburg, 10. Okt. Rußland ish, wie verlautet, entschlossen, auf dem Balkan es nicht zu Unruhen und ernsten Verwickelungen kommen zu lassen. Wenn von französischer Seite erklärt wird, Rußland sei bereit, mit feinen Truppen Frankreichs Forderung auch' in einem fran­zösisch-türkischen Konflikt zu unterstützen, so ist hiervon an hiesiger maßgebender Stelle nur so viel bekannt, daß Frank- reick) wohl ein derartiges Ansinnen an die befreundete und verbündete Macht gestellt hat, daß russischerseits aber nur eine wohlwollende Stellungnahme in dieser Frage zuge­sagt wurde. Darüber hinaus aber denkt man auch an der Newa nicht daran, in diesen Konflikt einzugreifen. Man nimmt vielmehr an, daß durch; beiderseitiges Entgegen­kommen eine befriedigende Lösung gefunden werden wird.

Manila, 10. Okt. Eine Abteilung amerikanischer In­fanterie stieß mit einer 300 Mann starken Schar von Auf­ständischen zusammen, die in der Nähe von Lipa stark ver­schanzt war. Auf amerikanischer Seite fiel ein Leut­nant; ein Mami wurde verwundet. Nach einem zwei­stündigen Gefecht zogen sich die Amerikaner zurück, um Verstärkungen zu erwarten. Eine Pvlizei- truppe von Catanag in der Provinz Tayabas, 11 Mann stark, wurde von Insurgenten aufgehoben.

New-York, 10. Okt. Die New-York Tribüne" meldet Mts La Guayra: Venezuela plant einen neuen Ein­fall in Columbien. Truppen werden bei Maracaibo zusammengezogen, offenbar in der Absicht, 3000 Mann auf der Insel Pajaro (in der Nähe von Riohacha) zu landen, die Präsident Castro nehmen will, damit sie ihm als Opera­tionsbasis an der bolumbischen Küste biene. Aus ver- schiebenen Orten werden Auf stände gegen Castro gemeldet. Man glaubt, daß Castro genötigt fein wird, feine aggressive Politik aufzugeben.

Der hier angelangte britische DampferEden" bringt aus Port os Spain die Nachricht, daß ftinfzig Seeleute des KreuzersVineta" in Porto Cabello (Hafenstadt Vene­zuelas) einen schlimmen Kampf mit der Bevölkerung zu bestehen hatten . Es wurden Schüsse gewechselt und ver­schiedene Teilnehmer des Kampfes trugen Verletzungen davon.

Melbourne, 10. Okt. Der Ausschuß der Freihan­delspartei beschloßt daß der Führer der Opposition, Reid, dem Bundesparlament einen Antrag gegen den neuen Zolltarif unterbreiten soll.

Vermischtes.

* Eisfeld, 10. Okt. Bei den Erdarbeiten für die Wasserleitung fand eine Dy na mit explosiv n statt, wo­durch zwei Arbeiter getötet, zwei schwer und zwei, leicht verletzt wurden. Die Arbeiter hatten, um die Zund- chnüre der in einer Blechbüchse aufbewahrten Dynamit-» mtronen, die infolge der Kälte steif geworden, wieder geschmeidig zu machen, die Büchse an der Bauhütte an ein offenes Feuer gestellt; hierbei erfolgte die Explosion. Die Bauhütte ist vom Erdboden verschwunden. Einer der Schwerverletzten hat das Gehör verloren.

Oldenburg, 10. Okt. Der Dampfer derOlden- burgischs-Portugiesischen Dampfschiffs-Rhederei", ,Huelva", von Setubal nach Rotterdam unterwegs, ist feit dem 25. September überfällig. 'Das Schiff gilt nach Auslage der Rhederei mit der gesamten, aus 11 Mann bestehenden Besatzung für verloren. DieHuelva" war ein neues, erst Januar d. I. in Dienst gestelltes Schliff. ,

* Belgrad, 10. Okt. In Kruschevatz explodierte durch die Unvorsichtigkeit eines Kaufmanns des,en Pulver und Dynamit-Vorrat. 12 Häuser wurden infolge des hierdurch^ ausgebrochenen Brandes ein gäas cher t. TLei Personen sind ums Leben gekommen, 14, darunter zwei Gendarmen, gefährlich verletzt.

* Neapel, 9. Okt. Die letzthin erkrankten Personen, ein Arbeiter und ein junges Mädchen, sind im Lazaret von Nisida an der Pest gestorben. Die Leichen sind unter Be­obachtung aller Vorsichtsmaßregeln bestattet worden. Dw übrigen Kranken, sowie die übrigen Isolierten befinden sich, wohl. 80 Isolierte sind nach sorgfältiger Desinfektion, nach­dem ihnen eine neue Kleidung angelegt worden war, entlassen worden. Weder in der Stadt noch in der Provinz Neapel

Eisenbahn-Zeitung.

Karlsruhe, 10. Okt. TieBad. Landesztg." meldet: Die Meldung, daß nach einem Beschluß der m Baden-Baden tagenden Konferenz preußischer, hessischer und badpcher Mnnfterraldelearerter vorbehaltlich der Zustimnmng der betr. Landtage der Eintritt der Main -Neckarbahn in die preußisch-hessische Eisenbahngemem- schast am 1. April n. I. erfolgen soll ist in dieser ^orni nicht richtca. In der Konferenz wurde lediglich darüber verhandelt, ob und wie die komplizierte Verwaltung der kleinen Strecke zu ver­einfachen sei. Von der Einbeziehung des badischen T e i l s i n d i e p r e il ß i s ch-h e s s i s ch e Eis e n b ah n g m eili­sch aft war nicht die Rede, eme solche wurde ia , mrck un Landtag dem heftigen Widerspruch begegnen. Die osflzroseNeue Reichskorrespondenz" hingegen will wißen, daß laut emer Ver ständiaung der beteiligten Regierungen em v o lli a er U e b er- gang der Verwaltung der Bahn auf die preußi,ch-hessische El,en- bahnäemeinschaft thatsachlich erfolgen solle, und daß auch die Be­dingungen bereits festgestellt seien. Man rechne dabei bestimmt auf die volle ZuftimmiNig der betr. Landesvertretungen.

Die Erklärung des Kriegsrechts m der ganzen Kap- Kolonie macht in London, nach Meldungen von dort, tiefen und beunruhigenden Eindruck, trotz der Bemühungen der Jingopresse, den Schrill als eine heilsame und vorübergehende Maßregel hinzustellen. In besonnenen politischen Kreisen hebt man hervor, daß hierdurch am Ende des zweiten Kriegsjahres ganz Südafrka seiner konstitutionellen Freiheit beraubt ist, anstatt, wie es beim Ausbruch des Krieges hieß, binnen kurzer Zeit von dem sogenanntenBurenjoch" befreit zu werden. Selbst die imperialistischeDaily Mail" bezeichnet den Schritt als ominös. Viel schärfer spricht dieDaily Mail" über die Lage. Die Regierung ist jetzt, so sagt das Blatt, damit in eine neue Phase des südafrikanischen 2lben- teuer s eingetreten. Dieser Schrill bedeutet ein totales Fiasco der englischen Herrschaft in Südafrika.

Das ist wenigstens aufrichtig. In der Thai bedeutet die Erklärung des Kriegsrechtes nichts weniger als das Ein­geständnis, daß die ganze Kapkolonie von England ab gefallen ist, und daß die englische Herrschaft selbst in den Küstenstädten nur noch mit Gewalt aufrecht zu erhalten ist. Natürlich haben ja nicht alle Kapholländer gegen Eng­land die Waffen ergriffen, das hat vielmehr auch jetzt noch nur ein kleiner Teil von ihnen gethan. ^Aber der ganze Rest sympathisiert mit den Buren und läßt chnen jede mögliche Unterstützung zukommen. Daß infolgedessen die ganze eng­lische Kriegführung jetzt, bei Beginn des dritten Kriegsjahres, gelähmt fein muß, kann keinem Zweifel unterliegen. Trotz­dem haben die Briten die Stirn, durch dasReutersche Bu- reau" die Meldung zu verbreiten, daß Sch eep ers Kommando schluß,die Kammer wolle die ^gierung eriucyen, oie infolge wiederholter Angriffe zweier britischer Kolonnen ent- dem Baumann verlustig gegangenen 3 0^0 Mark als xen- mullgt sei und sich in T ' ~ in den Schluchten und Verschanzungen bet Wüteberge ver­bergen. Sie würden, so heißt es weiter, noch fortwährend von den Briten verfolgt.

Am 8-d.M. tz-t «Mefttae8 und an emen H-rrn hi« di- Betrag-

Berg Rwer^stattgesimden, f f 9 9 1200 unb 600 Mk. gesandt, um damit früher gemachte

Darlehen zu begleichen. Wre dieOffb. Ztg." hört, haben

9. ds. Mts. beide Firmen das Geld der Stadt zur Verfügung gestellt.

' In. Erbach i.O., 9. Okt. Zu Ehren des von hier nach »Wih- bei H°utkop weggen worden war im "m°sich"L

gemeinschaftlichen Vorgehen mit Oberst Hicks bei Venterskroon Beamte, Bürgermeister und Bürger des Kreises beteiligten, wiedererobert; 2) General Botha hat die Brücke über oen Mrchdem Bezirks-Kommandeur Major von Alvensleben den Fluß Bevaan auf dem Wege nach Norden überschritten. Trinkspruch auf Kaiser und Großherzog ausgebracht hatte, So hat sich denn Botha aus der geplanten Umzingelung ergriff Kreisamtmann Tr. Bernbeck das Wort und schilderte

< hie trefflichen Eigenschaften des Scheidenden und seine segensreiche Wirksamkeit während seiner vierjährigen Thällgkeit als erster Verwaltungsbeamter des Kreises Erbach Wenn auch das Scheiden des Herrn Kreisrats zu bedauern sei, so müsse man sich doch freuen, daß er nun an die Spitze des wirtschaftlich so hoch entwickelten Kreises Friedberg gestellt worden sei. Das stürmisch auf­genommene Hoch! des Redners galt den: scheidenden Kreis- rat. Bürgermeister Stegmüller von hier dankte d^m Kreis­rat Feh namens der Bürgermeister des Kreisel für die denselben bewiesene Fürsorge und Nachsicht. Kreisrat Fey erwiderte mit DcmkeSworteu für das ihm gespendete Lob,

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(:) Grebenhain, 10. Okt. Bei dem Bau des Wohnhauses des Gendarmen Brück von hier erlitt der Maurer Sebastian Da hm er II. von Bermuthshain einen Unfall. Es wurde ihm durch einen unglücklichen Zufall ein Stein gegen das Gesicht geschleudert, ivodurch er mehrere Verletzungen erlitt. Er mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Man be­fürchtet, daß er das eine Auge verlieren wird.

I. B a d S a l z h a u s e n, 10. Okt. Der gestrige Sturm hat leider auch an unserer schönen Kastanienallee Schaden angerichtet. Einer dieser prächtigen Bäume wurde un­mittelbar unter der Krone abgebrochen. Eine schöne Akazie wurde umgeworfen. In den angrenzenden Obststücken wur­den verschiedene Obstbäume abgebrochen oder umgeworfen.

Darmstadt, 10. Okt. Von dem am Dienstag nach^ mittag von Reinheim abgelaffenen Zuge Nr. 6 der Rein­heimReichelsheimer Eisenbahn entgleiste, wie amtlich berichtet föirb, vor Brensbach die Lokomotive und je die vordere Achse des Packwagens und des kombinierten Per­sonen- und Postwagens. Die Ursache der Entgleisung hat noch nicht festgestellt werden können. Personen sind bei dem Unfall nicht verletzt und auch der entstandene Mate­rialschaden ist nur unbedeutend. Die Strecke ist seit Mitt­woch mittag wieder fahrbar. Der Petitionsausschu der Zweiten Ständekammer ist heute zusammengetreten um über die Petition des Oberlehrers a. D. Baumann zu beraten. Der Petent war lange Jahre Oberlehrer in Lam­pertheim und kam dort mit zwei ihm unterteilten Lehrern, die außerdem mit ihm verschwägert waren, in sehr ernste Familienkonflikte. Die Abteilung für Schul-Ange­legenheiten hatte es für gut befunden, um Frieden zu stiften, alte drei Lehrer zu versetzen, unter der ausdrück­lichen Betonung, daß diese Versetzung keine Strafe fein solle. Die beiden Lehrer wurden an Stellen mit gleichen Gehaltsstufen versetzt, während Baumann unter Vertu t seines Gehaltszuschusses als Oberlehrer von 300 Mark nach Hirschhorn i. O. versetzt werden sollte. Er weigerte sich trotz wiederholter Aufforderung feiner vorgesetzten Behörde, die Stelle anzutreten, da er diese Versetzung als eine Strafe ansah. Aus diesem Anlaß entwickelte sich ein unliebsamer Konflikt mit der Kreisschulkommission zu Bensheim. In zwei Flugschriften, die Baumann erscheinen ließ, hatte er sich Beleidigungen der Kreisschulkommission und des Kreis­schulinspektors Karg zu Schulden kommen lassen. Ein Dis­ziplinarverfahren mit dem Ausgang einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes und einer strafrechtlichen Ver­folgung und Verurteilung vor der Strafkammer mit drei Monat Gefängnis war sodann die Folge des Vorgehens von Baumann. Der Petitionsausschuß erkannte die Verurteil­ung sowohl wie die Bestrafung des Baumann einstimmig als vollkommen zu Recht bestehend an, verkannte jedoch , nicht die Thatsache, daß Baumanns Versetzung und den . damit verbundenen Verlust von 300 Mark jährlicher Zu- ' tage und der Oberlehrerstelle eine Bestrafung im vollsten : Sinne des Wortes bedeute. Es blieb dem Petillonsaus- : schuß fernerhin nicht verschlossen, daß Baumann durch die geschilderten Vorgänge in Erbitterung geriet, die ihn schließ­lich zu dem ungesetzlichen Vorgehen verleiteten. Nichts­destoweniger kam der Ausschuß zu dem einstimmigen Be- ' 'die Kammer wolle die Regierung ersuchen, die

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Gerichtssaal.

Limbnra, 10. Okt. Vor der hiesigen Strafkammer hatten sich wegen Verbrechens geoen § 218 Abs. 1 des Sll°G.-B. (Verbrechen gegen das keimende Leven) zu verantworten. Aae un­verehelichte 20 Jahre alte Veckäuferin Anna Marra Kr Iran aus Koblenz, die Gattin des Oberleutnants a. D. Frhr. von Reitze n- st c i n aus München und der 28jährige Kaupnann Nathan Woy- lhaler aus 5ioblenz wegen Anstiftung z".dem Verbrechen, -rre Ver­handlung, die unter "Ausschluß der Oeffentlichkeü geführt wurde, endete mit Verrrrteilimg der K. zu 1 Jahr und der Frelfrail v. R. zu 10 Monaten Gefängnis. Woythaler wurde! wegen mangelnden Peweises freiaesprochen. Gegen die Hauptbeschuldigte Ehefrau des Steuereinnehmers Leschek, eine friihere Heboimne Zldterzu .Ems, wird dem Vernehmeri nach vor dem nächsten Schwurgerichte hier verhandüi werben.