Ausgabe 
12.9.1901 Erstes Blatt
 
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II

8,81 %

Weizenmehl

konnte."

Werte der:

UlV | U. V V l- U L I VI/, V r

bereits auf ihren Jnnungstagen gegen den Entwurf

Unbearbeiteter Tabak

Mucker .

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ii

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141 t = 1,8

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Wein für 4874943 M Wert

434217 JK, Wert

ii

ii.

führten die Vereinigten

der Gesamteinsuhr

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22874 t 16,5

6036422 jfC

4667142 M

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58524 t

988625 t

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11,4

5,8 16,36

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ii Staaten

3,03 21,9 16,3

2,4

15,6

15,2

6,6

V

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1899

227223

3692 bl

EesamieMuhr

V

V

II

Gesamteinfuhr u

V

0

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Gesamteinfuhr

Holzfobrikate für

Dagegen zu uns aus:

Weizen . . . Weizenmehl . .

v. Miquel mit, 1

Plätzen geehrt wurde. . co

Sodann trat die Versammlung in ^ie(r.^9^0^Tll^n9 ein: Buchdruckereibesitzer Julius Maser, Vorsitzender des

die Abgrenzung von Fabrik und Handwerk. Er schlug folgende Resolution vor: ...

1 Die obersten Reichsbehörden smd ungesäumt zu ersuchen, auf dem Wege der sio '"-"o-"«""

Mais

Taback, unbearbeiteter

1,9 19,3 12,5

7,6 1,4

1900

167479 t = 6,28 °/(

zu 'wollen. Die Versammlung lehnte hierauf mit er­heblicher Majorität alle den Zolltarif be­handelnden Anträge ab.

Hierauf teilte der Vorsitzende mit, daß der Regent des Herzogtums Sachsen-Coburg-Gotha, Erbprinz v o n H ohen- lohe-Schillingsfürst, der Staatsminister Dr. Heu­tig und der Oberbürgermeister Lieb eirau-Gotha ihr Erscheinen für die morgige Hauptversammlung zugesagt hätten. Als Vertreter des Handelsministers ist der Geh. I Regierungsrat Hofmann und Regierungsassessor Dr. v o n Seefeldt-Berlin angemeldet.

Glotha, 9. Sept.

Tie ersteHauptversammlung wurde heute vor- < 1 n iif.v- So«r SRnriihpnhprr Vernarb-

ii ii

der Gesamteinfuhr

Uebearbeiteter Tabak

Mucker ....

Spiritus . . . .

Aus Stadt und Sand.

Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert.

Landmirtsch. Ausfuhr Deutschlands nach den V. St. 51253 388 JC der Ver. Staat, n. Deutschland 182 <44 oJ8 " Gesamtausfuhr der Vereinigt. Staaten 1 444 538 619 ..

Unzweifelhaft hat dieser Gegensatz viel bazu beigetragen,, die Arbeiter von dem Platten Lande itt die Industriezentren zu drängen, und daher liegt seine Beseitigung zugleich .im wohlverstandenen Interesse der ^andwirte selbst. Zu­dem werden sich diese im Hinblick auf die bevorstehende Erhöhung der Kornzölle der Ehrenpflicht nicht entziehen^ können, auch ihre Arbeiter von den errungenen wirtschaft­lichen Vorteilen mitgenießen zu lassen. Ohne^Beziehung auf den Zolltarif und die erhöhten Getreidezolle hat sich schön viel früher der badische Minister Buchenberger über die ländliche Arbeiterfrage klassisch und einfach geäußert: Ter Schwerpunkt der ländlichen Arbeiterfrage liegt in der Herbeiführung solcher Beziehungen zwischen den Arbeit- aebern und Arbeitern, die den Verbleib in dem landwirt­schaftlichen Gewerbe den Letzteren erwünscht scheinen lassen.

war von co. 300 Delegierten besucht und wurde von dem Obermeister der deutschen Bäcker-Innungen B ernar d- Berlin geleitet. Nach der Begrüßungsansprache des Ober­meisters Burkhardt-Gotha trat die Versammlung in eine ehr eingehende Debatte über die auf die Tagesordnung des morgen früh beginnenden Jnnungstages zu setzenden Verhandlungsgegenstände ein. Der Zoll t a r i s - L n t -- Wurf bildete den Hauptpunkt der Besprechung. Der Vorstand des Zentralausschusses der vereinigten deut­schen Jnnungsverbände, der den Jnnungs- und Handwerler­tag einberufen hat, hat alle Anträge der Einzel- Jnnungen, die eine Stellungnahme zum Zoll­tarif-Entwurf forderten, nicht in die vorläufige Tagesordnung aufgen ommen. Von den Dele­gierten der betreffenden Jnnungsverbände wurde gegen diese Maßnahme Protest erhoben. Obermeister F i scher - Berlin (Goldschmiede-Jnnung), der Vertreter der Berliner Maler- Innung und der Vorsitzende der Plauener Handwerks­kammer Thieme ersuchten in längeren Ausführungen, die I Anträge nachträglich wieder aufzunehmen. Lxigegen wandten sich jedoch sowohl die Vertreter des Zentralaus- chusses, Obermeister Bernard und Dr. Schulz-Berlin,

I wie die Delegierten der Hannoverschen, Breslauer^und Kre­felder Innungen. Dall jow - Hannover führte dazu aus: Er warne den Jnnungstag dringend, sich durch eme Be­sprechung des Entwurfs in Gegensatz zu der Staats- reqierung zu stellen. Dadurch würde man dem deutschen Handwerk nur neue Schwierigkeiten bereiten, ^er Zoll^ tarif-Entwurf gehe die Versammelten nichts an, und sich mit ihm zu beschäftigen, sei nicht ihre Sache. S.alge- IDresden erklärte, er sei auch der Meinung, daß diese Frage nicht auf den allgemeinen Jnnungstag ! g e h ö r e. Ten einzelnen Innungen bliebe es deswegen doch

Organe zu ver,rani>igen, väff gemäß ver W» d« Jnnungsgesetzgebung bei Beurteilung von auS 8 100». Abs 1 entstehenden Streitigkeiten den §§ 127 und 131 a. d. N G ausschlaggebende Bedeutung beizumessen sei. 2. Die Auslegung des § 100 f. der R. G. 0? seitens der Behörden widerspricht der Tendenz der In­nung s g e s e tz e ; sie macht nicht nur die gesmide Bill>mig von Zwangsinnungen unmöglich, sondern, sie muß die Grundlagen der gesamten gewerblichen Erziehung ausdas Tiefste erschüttern. Die Leistungsfähigke^l oes , beutfcöen Handwerks wird hierdurch ebenso gefährdet wie die der deutschen Industrie überhaupt. 3. Beim Bundesrat wie dem Reichstage eine Abänderung des § 100 f. der R. G. O.int Sinne der ersten v. Berlep'schen HandwerkeEnossen. schafts-Borlage zu beantragen, nach welcher ieder, derhä^ werksmäßig ausgebildete Arbeiter in dem gelernten Be­rufe beschäftigt, als zwangsinnungspflichtig zu betrachten ist 4 Soort in die Agitation für die bevov- stehendeu Reichstagswahlen einzutreten und dafür Sorge zu tragen, daß bei denselben die dentschM Handwerker nur die Parteien und Kanditen unterstütze, welche für die im Interesse der Existenz des deutschen

- der We.mW. ' I Ui7 nötig" MnLng''^r Ä UjÄ vA

Aügkmmer hentfdjrr Iliuungs- und fjaiiiiiutrktttng. ^al-Ausschusses der vereinigten Jnnungs-

P GHtha, 8. Sept. 1 - - - -- CO--T-** ****«

252863 t 50447 t

Mais 1149881 t = Tabak, unbearbeiteter . 2o474 t =

Tabaksabrikate sür 525192 Jt Wert Krücbte u. Nüsse 6582435 ult

rüchte u.Nüsse 3938159 JC

' 6063762 M

,, 6352361 JC

674594 jfC

grauen von heute",Heber unfere firaft«, ,,§au3 Rosenhagen",Die Macht der Finsternis',D^ Sieger , Der Hochzeitstag",Die rote Robe",Die Dame von

Der Handelsverkehr zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten.!

Ueber den Umfang derEin- undAusfuhr land­wirtschaftlicher Erzeugnisse zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten berichtet der landwirtschaftliche Sach­verständige in New-York in der Beilager zu Stuck 33 der Mittheilungen der Deutschen Landwiftschafts-Gesellschaft . Danach wurden: ,

aus Deutschland emgefuhrt:

1900

148 t== 1,40 °/( 355420 20,8 Spiritus 4471 hl 6,3 Wein sür 32461599 M Wert 16,7 tzolzsabrikate für 1054290 M Wert = 5,25

1899

. - . - - . v, -nhier Weise ITäbaksabrikate für 456023 Wert

schmerzlichen Verlusten, aber dochE Früchte -

die große Deutsche ^uterenen &ant()oh

heute noch Deuffche geben ine den Ausgang taÄmefWn etammU Wirren nicht als einen idealen betrachten, auch 0rese mit |öohfabrifate E vbWcnden Umststnien erreicht werden

Früchte u.Nüssc

Kantholz

Stammbolz -------- 5R

Holzfabrikate 649 268 M t .

Insgesamt betrugen die dabei m Betracht kommenden

Gießen, 11. September 1901.

* Gießener Stadttheater. Das Mitgliederverzeich­nis unseres Stadttheaters für die Spielzeit 19011902 (1 Oktober 1901 bis 21. März 1902) wird demnächst er­scheinen Wir veröffentlichen daraus nachstehende Angaben: Regisseure des Schau- und Lustspiels sind die Herren Heinrich Gerlach von Zürich (1. Liebhaber) und Hans Ramsey er (wieder engagieU), der Posse Herr Otto Woisch von Berlin (Eharakterkomiker). Als darstellende Mitglieder sind ferner engagiert die Herren: Paul Gemmek^. m

Flensburg), Jaques Sandor (Bremen, Twolltheater), Karl Schneider (Hoftheater Sigmaringen), Karl de Giorgi (Stadttheater Hanau), Julius Rubens (Stadttheater Liegmtz), Hans Zoder (Schillertheater Kiel), August Ruff von Nuim- berg Julius Feist (Stadttheater Frankfurt a. d. O^); die Damen: Helene Brand au (Stadttheater Reval), Martha v Aspernburg (Stadttheater Guben), Helene Hohenfels (fürstl. Theater Arnstadt), Margarethe ^et9e von.Breslau Marie Jenny und Franziska Krebs von: Schwenn Aara Barny (TivolitheaterNordhausen), Marie Unger und Ml

- Z- l (Zürich, II. Theater), Else Feist (Stadt- Hofmann-Berlin überbrachte die Gruße oes 5 d O.). - An Neuheiten'.sind m

spkach in Vertretung des Ltaatsministers Dr. e n tr g , der Ämu=r

später mit dem Regenten erscheinen werde, den Wülkom- Menß-Gruß iber herzoglichen Stäatsregierung, /aus.

Oberbürgermeister Liebetraut begrüßte den ^n- mungstag im Namen der Stadt. Er glaube, daß Nicht nur die landschaftliche Schönheit Thüringens bei der Ortswahl ausschlaggebend gewesen sei, sondern daß hierbei die Ueberzeugung mitgesprochen habe, daß Gotha und feine Einwohnerschaft dem deutschen Handwerk ganz besondere Sympathien entgegenbringe. Tas deutsche Handwerk ruhe I heute auf der breiten Basis der vollzogenen sozialen Um- (bilbung als eine unentbehrliche Tragsäule für die Ehre unb Größe des beutschen Vaertlaubes. Die praktffche unb sitt­liche Durchbilbung des Heranwachsenden Geschlechtes, der Idas Handwerk gerecht werden wolle, bilde dessen vornehmste Aufgabe. Das Handwerk habe erkannt, daß dem bie Zu­kunft gehöre, welchem die Jugend zu eigen sei. Er Wunsche Iden Arbeiten des Jnnungstages reichen lwfolg.

Vorsitzender Bernard-Berlin teilte der Versawmlmig I bie Trauerkunde vorn Ableben des Staatsministers Dr.

ivrecken 5 Mit der Durchführung dieser Beschlüsse ben Vorstand des Zentral-Ausschusses der v^einigten Jnnungs- .verbände Deutschlands zu Berlin zu betrauen und dem-

Tie heutige Vorversammlung zum Jnnungstage|jcI()Cn anheim zu geben, sich ^^^^raumspersonen v - -1--- r.-r..-c.4. tm.rho «nrr hpm p < verschiedenen deutschen Gauen zu verstärken.

Tie Resolution wurde einsdimmig angenommen.

Um elf Uhr erschien in Begleitung des Staat^ministers Dr frartia der Regent des Herzogtums Sachsen-^burg- G01lia Er b P r i n z v 0 n H 0 h e n l 0 h e - L a n g e n b u r g der vom Vorsitzenden Bernard im Namen des Jnnungs- taaes ehrfurchtsvoll begrüßt wurde. Ter Regentwo^ite dem Referat des Abgeordneten Baumeisters Aelisch-Ber° li^über die Organisation des deutschen Hand­werks nach Handwerkskammern/ ^nnungs- verbänden und Jnnungsausschüssen" beu Die Versammlung nahm nach Schluß des oft vvn Berfall unter­brochenen Vortraaes folgende Resolution emstimmig an.

Das Gesetz vom 26. Juli 1897 hat die Wun^e des Handwerks keineswegs voll befriedigt, man kamt das Ge­setz vielmehr nur als den Anfang für eine deutsche Hcmd- werksaesetzaebung betrachten. Weder der Befähigungsnach­weis ^noch die alleinige Berechtigung des Meisters zur Ausbildung von Lehrlingen ist erreicht vwrden. Dw In n - nnaen sind kaum noch Trager des Handwerks, da -denselben nur Berp slichtnngen aber^^k-rne Rechte gegeben worben ftnb. Selbst bie wenigen Rechte, welche sie früher besaßen, smd ihnen genommen worden. Auch die Jnnungsverbände, welche als berechtigte Vertretung der Fachinnungen über ganz Deutschland anzu sehen sind, wie auch die Jnnungsausschlisse vereinigter Innungen zur Wahrnehmung der gemeinsamen lokalen ge- werblichen Interessen, werben wegen, rhres rem fäkülta- tiveu Charakters und, weil He ebenfalls keine Rechte be­sitzen, starke Einbuße ihres Ansehens erleiden. Nur l>ie Handwerkskammern, welche die Vertretung aller fymb- werklichen Gewerbe in begrenzten Bezirken darstellen, haben durch das Gesetz vom 26. Juli 1897 Rechte erlangt. Es liegt daher im Interesse des beutschen Handwerks, daß die H a n d w e r k s k a m m e r n i h r e M a ch t b e f u g n i s s e nur in engster Fühlung undHand 1 n Hand mit b?n Jnnungsverbänden und Innungs-Aus- schössen bei Regelung der handwerklichen Aufgaben au-, üben weil sonst die Einheitlichkeit der zu tres,enden Matz- nahmen in Frage gestellt wird."_____________

Ter Zweiten Kammer ging der Bericht des iroeiten Ausschusses zu übrr di- Regierungsvorlage, betreffend den Gesetzentwurf über den Denkmalschutz. Berichteritatter t|t Abg. 0. Brentano. Der Ausschuß schlägt m Ueberemstemmung mit Großh. Regierung eine neue Fassung des Gesetzes zur Annahme vor. Des weiteren brachte Abg. Köhler einen Antrag ein, betr. die Schächtsrage; ferner -men solcher, betr. die Sonntagsrückfahrkarten un früheren G-bt-t- der Hessischen Ludwigsbahn di- Abbg. Haas (Mamz). und Dr. David. Ein- Vorstellung des Großh. Bezwkskassttts SÄMSÄÄäS.

oUbleben des Staatsministers $£I«« der am stattge.

10 000 Mk.; Nr. 60 289, 74 063, und 60 409 mit 1000 Mk.

ein: iöuaiDructereiDe|iver ^unu» yjcui cx, r< Alsfeld, 11. Sept, ^^enwartig ie hi

Annungsansschussses zu Leipzig, ^ielt^ ernten Vortrag Gnskfnble des fürstlichen Au^hrung

... , . nKlanaen^aiwtsächlich Novitäten moderner Bühnenschnftsteller.

Darstellung der emzelnen Eharakterrolle.

1900

Landmirtsch. Ausfuhr Deutschlands nach den B. St 105 648 325 M der Ver. Staat, n. Deutschland 137 208 uu.4

" Gefamtaussuhr der Vereinigt. Staaten 1^410 790

Die rechtliche Lage der Landarbeiter.

Neben bem heißen Kamps um bie Getr^ezölle nimmt

Lüche Arbeiterftage bie forgenbe ttifmerffamleit ber deutschen Agrarpolitik in erfter Lime in Anspruch. Die Leutenot" bildet ein stänbiges Kapitel in den Ver- harMungen ber meisten parlamentarischen Körperschaften ber deutschen 'Bundesstaaten. Man glaubt vielfach, die! übliche Arbeiterftage durch gesetzliche Regelung des Rechtsverhältnisses zwischen ländlichen Arbeitern und Ar- beitgebern, vor allem durch die Besftafung de» Vertrags- ^^^erö deutsche^ Landwirtschaftsrat hat sich eine Reihe von Jahren hindurch mit diesem Problem beschäftigt und ein Eingreifen der Reichsgesetzgebung, die sich doch gegen bie ländlichen Arbeiter kchren würde, schwerlich zu ge­winnen wäre, ftihrten einzelne Bundesstaaten wie Herzog-1 tum Anhalt, Reich j. L. und Braunschweig den KoutrE- bmchsparagraphen durch partikulare Gesetze em. Wie wenigs diese dem erwarteten Erfolg entsprechen und wie notwendig eine Anbahnung der Klärung über die recht­lichen Verhältnisse der Landarbeiter sni Interesse der ^.and- wirffchaft selbst ist, versucht eine srngehende Studie ick>er diese Frage von Dr. A. Nußbaum in dem Schmoller scheu Jahrbuchs (bei Duncker u. Humblot, Leipzig) darzulegen. Darin wiro ausgeführt: c, ,, . m c.

Für die ländlichen Dienstboten, die nach der Berufs­zählung vom Jahre 1895 1719179 KnechteundDienst- mäade betrugen, also fast ebensoviel wie die Zahl aller I Taglöhner mit unb ohne Land (1828 550h verlangt der Verfasser Befreiung aus ben Fesseln des Geflnberechts und Gleichstellung mit ben eigentlichen Land arbeit erm, bie m zivilrechtlicher Beziehung ben Vorschriften bes burgerMien Gesetzbuches über den Dienstvertrag unterliegen; aber den zivilrechtlichen Fragen kommt mir eine unter­geordnete Bebeutung zu. Im Vorbergrunde des Interesses steht mit Recht die Läge der Landarbeiter auf straf- und polizeirechtlichem Gebiete, beson­ders die Bestrafung des Kontraktbruches. Hierbei ist nun zu erwägen, baß im Gebiete ber Jnbustrie unb des Han­dels bie Strafbarkeit bes Kontraktbruches nicht an-1 erkannt ist und eine gesetzliche Anwendung ber Strafe auf die Landarbeiter jedenfalls bas Abströmen ber letzteren in die Stäbte vermehren unb badurch die Leutenot nur noch steigern würde. Namhafte Sozialpolitiker und Nativ- nalükonomen wie z. Y. Pro essor Freiherr von der Goltz warnen daher vor der Besftaftng des Kontraktbruchs: geholfen wird badurch, wie die Erfahrung gelehrt hat, sehr wenig." Aus einer Haftstrafe macht sich ber Arbeiter nichts, unb eine Geldstrafe kann er nicht v _.u o.... .

leisten Mit beiden ist auch dem Landwirt nicht getnent. I unbenommen, sich zu dem Entwurf zu stellen. ~er Ver- Er muß deii Arbeiter zu einer ganz bestimmten Zeit haben; ^er der Berliner Maler-Innung verwies daraus, oaß bekommt er ihn nicht zu dieser Zeit, so ist der ent- ^e süddeutschen Innungen und Haiidwerkerkammern stcmdene Schaden nicht wieder gut zu machen." Gerecht- bereits auf ihren Jnnungstagen gegen d^n Entwurf fertigt dagegen ist die Bestrafung der Verleit- Stellung genommen hätten, er bitte feie ^cr^amm^ung, uua zum Vertragsbruch, wie sie vom preußischen Abgeord- ^^ch nicf)t hinter den süddeutschen Kollegen zuruckstehen net^ihaus verlangt wurde. . fpTltlfe hterauf mit er#

Die meisten gesetzlichen Bestimmungen in der Materie . ber länblichen Arbeiterfrage kehren sich gegen ben Ar­beitnehmer unb toenben sich nur ui geringem Maße an ben Arbeitgeber. Hierin liegt ein Gegensatz zwischen ben gewerblichen unb länblichen Arbeiterverhaltnissen. Es hat sich in unserer deutschen Sozialpolitik ein auffälliges und der Landwirtschaft schädliches Mißverhältnis heraus- aebildet. Während den Fabrikanten in der Arbeiterschutz- aesetzgebung eine wahre Dornenhecke von Gesetzesparagra­phen entgegenstarrt, ist für die ländlichen Arbeiter m dieser Hinsicht fast noch gar nichts geschehen. (Der von dem Verfasser übersehene Grund dafür durfte Hauptfach- x,tc. - - o - » ,

M darin liegen, daß das Verhältnis zwischen Arbeitgeberdreiviertel 10 Uhr von dem Vorsitzenden Ber n ar b. unb Arbeitnehmer auf bem Laube auch viel enger unb ftg^rlin imSchützenhause" eröffnet. Ueber 500 Delegierte familiärer ist, als in ber Fabrikstabt unb baft badurch I au§ allen Gauen Deutschlands waren anwesend. Herr Ber- ! vielfach gesetzliche Bestimmungen bei nicht patria^ali- Laib wies in kurzer Ansprache darauf hm, daß der Zü­scher Gesinnung des Arbeitgebers überflüsftg werden. D. R-) unngstag zusammengetreten fet, um über das Wohl des hnnt -hPinpirnaen.Ibeut-^en ^anbh)erfe§ §u beraten. Ehrenvorsitzender Fas- ber - Berlin hieß die Versammlung herzlich willkommen und begrüßte die Vertreter der staatlichen und stadtiichen Behörden. Es waren anwesend: als Vertreter des preußi­schen Ministers für Handel und Gewerbe Geheimer Regier- ungsrat Hofmann, Regierungsassessor Dr. v. Seefeld, als Vertreter der herzoglichen Staatsregierung Geh. Reg.-Nat >Tr. Dietsch, als Vertreter der Stadt Gotha Oberbürger­meister Dr. Liebetraut, Oberbaurat Bergfeld, Assessor xr. Zeiß und Senator Hahn. Herr Fasber schloß mit einem Hoch auf ben Kaiser unb bie Bunbesfürsten. ^heimrat ,(( 15 - Berlin üb-rbracht- di- Grüße des Ministers H-llbronn