Kaiser in Audienz empfangen worden und war dann -mit dem neuen Gouverneur des Kiautschou-Gebietes, Kapitän Truppel, zur Frühstückstafel geladen. Bei dieser Gelegenheit ließ sich der Kaiser von dem Kapitän Lans über den Angriff auf die Taku-Forts, wie über die ganze Gefechtsthätigkeit des „Iltis" eingehenden Vortrag halten. Der Kaiser hat sich über jene Gefechtsaktion auf Grund der bisherigen Berichte und Depeschen eine eigene Ausarbeitung gemacht, die durch die Ausführungen des Kapitäns Lans Erläuterungen und Zusätze erhalten hat.
— Eine Meldung der „Staatsbürgerztg.", daß ein preußischer Landtagsabgeordneter und Kammerherr vomHofmarschallamt in einem Schreiben aufgefordert sei, mitzuteilen, wie er sich zur Kanalvorlage stelle, hat der „Voss. Ztg." Veranlassung gegeben, sich an zuständiger Stelle zu erkundigen. Ihr ist der Bescheid erteilt worden, daß von dem Hofmarschallamt Schreiben dieses oder ähnlichen Inhalts an Kammerherren, die Landtagsabgeordnete sind, nicht ergangen sei.
- Friede ist in den Spatien des Detmolder Fürsten- schtosses. Graf Leopold zur Lippe-Biesterfeld, geb. am 30. Mai 1871, hat sich gestern mit der Prinzessin Bertha von Hessen-Philippsthal-B ar chfehd verlobt. Er ist der älteste Sohn des Graf-Regenten Ernst und somit, falls sich die dynastischen Streitigkeiten zwischen Schaumburg-Lippe und Lippe-Biesterfeld nicht erneuern, der Erbe des lippischen Fürstenhutes.
— Der Reichskanzler Graf Bülow, der bekanntlich mit seiner Familie das Osterfest in Venedig verlebt hat, wird von dort aus am Freitag wieder abreisen. Die Fahrt geht über den Comersee ohne weiteren Aufenthalt umh Berlin. Hier wird der Reichskanzler dem Vernehmen nach sofort vom Kaiser zur Vortragsaudienz empfangen werden.
— Ter Unterstaatssekretär im Reichsschptzamt, Dr. Äschenborn, ist um seine Pensionierung einge- tommen. Das Gesuch ist auch bereits genehmigt worden. Dr. Aschenborn gehörte dem Reichsamte seit dessen Begründung im Jahre 1879 au; er war Vortragender Rat bezw. Ministerialdirektor und Unterstaatssekretär unter den Staatssekretären von Scholz, Burck)ard, Jacobi, Frhr. von Maltzahn, Graf Posadowski und Frhr. v. Tielmann.
Bremen, 10. April. Der Attentäter Weiland ist, nachdem sich die Geistesgestörtheit Weilands klar ergeben hat, aus bet Irrenanstalt wieder ins Untersuchungsgefängnis übergeführt worden. Vor einigen Tagen begab sich der vom Senat dem Weiland bestellte Verteidiger Dr. Dreier in die Zelle des Irrenhauses, wo sein Klient interniert war, um mit ihm zu konferieren. Beim Eintritt des Dr. Dreier fing Weiland sofort laut an zu.schimpfen. Dr. Dreier solle machen, daß er fortkomme, man solle ihn nicht einsperren. Nachdem der Verteidiger seinen Klienten vergeblich zu beruhigen versucht hatte, wandte er sich an die Jrrenwärter und sagte, es schiene ihm besser, wenn er an einem anderen Tage wi.ederkäme, da der Gefangene heute besonders aufgeregt sei. In dem Augenblick hatte Weiland aber schon einen Stuhl erhoben in der Absicht, auf Dr. Dreier einzuschlagen. Tie drei in der Zelle befindlichen Jrrenwärter sprangen sofort hinzu, entrissen ihm den Stuhl, konnten aber den ^Tobenden kaum bändigen. Drei andere Wärter mußten noch herbei geholt werden, solche enorme Kräfte entfaltete der an sich sehr schwächliche Weiland. Nachdem er so eine zeitlang getobt, verfiel er in epileptische Krämpfe und Dann in einen schweren dreistündigen Schlaf. Als er erwacht war, wußte e r s i ch z u n ä ch st auf nichts zu besinnen. Allmählich kam ihm eine trübe Erinnerung an das, was geschehen. Er erzählte dem Arzt, er glaube zu wissen, daß man ihn wegen Kaiser- rnordes zu Zuchthaus verurteilt habe und darauf habe ab- sühren wollen; dem habe er sich widersetzt. Er war ganx ruhig wieder, nur sehr niedergeschlagen. Die Aerzte sino auf Grund dieses Ereignisses und ähnlicher Vorfälle, die sich vor dem Attentat im elterlichen Hause abgespielt haben, zu dem abschließenden Urteil über den Geisteszustand des Weiland gekommen.
Dresden, 10. April. Bei dem apostolischen Vikariat ist „unter Hinweis auf die Gewissensbedrängnis der zahlreichen nicht unabhängigen katholischen Arbeiter, Handwerker und Angestellten" die Abschaffung der sieben besonderenkatholischenFeiertage angeregt worden. Das apostolische Vikariat hat darauf eine Anzahl von Pfarrämtern mit zahlreiche katholischer Industrie- oder Arbeiterbevölkerung um Meinungsäußerung ersucht, ob die Einziehung einiger Feiertage nach dem Vorgänge anderer deutscher Diözesen thunlich sei.
Leipzig, 10. April. Nachdem 155 Kassenärzte ihre Thätigkeit bei der Ortskrankenkasse eingestellt haben, haben nunmehr auch die Direktoren von Universitätspolikliniken gegen dieOrtskrankenkasse Stellung genommen. Sie haben beschlossen, bei der obersten Aufsichtsbehörde der Ortskrankenkasse, dem Ministerium des Innern zu beantragen, „daß der Vorstand der Ortskrankenkasse angewiesen werde, den bisher bestandenen, von ihm widerrechtlich bei Seite gesetzten Vertrag einzuhalten, und darnach wie bisher mit der Vertrauenskommission der ärztlichen Bezirksvereine zu verkehren und etwaige von der Ortskrankenkasse begehrte Aenderungen im ordentlichen Rechtswege durch die höheren Instanzen regeln zu lassen. Kein Vorstand eines Universitätsinstituts werde mit der Ortskrankenkasse in direkte Verhandlung treten." Ter Vorstand der Ortskrankenkasse hat nun mit 90 Aerzten aus Berlin und aus anderen Großstädten Verhandlungen zwecks Uebersiedelung nach Leipzig eingeleitet Es sollen 90 Distriktärzte als Ersatz für die streikenden 157 Kassenärzte angestellt werden. Ferner hat der Vorstand die Gründung eines eigenen Organs beschlossen, dessen Zweck ist, die Kassenmitglieder über die Vorgänge während der Lauer der mit den Kassenärzten bestehenden Differenzen zu unterrichten und aus dem Laufenden zu erhalten.
Cron berg, Iv April. Di- Königin von Eng° »and trasstcute mit der P rinze, s in Ar i ed r i ch Carl ü on $ e f f e n , tue fid), ihr in Frankfurt angeschlossen halte, hier ein. Jnm Empfange waren auf dem Bahnhof anwesend Prinzessin Viktoria zu Schaumburg-Lippe Oberhofmeister Graf v. Seckendorfs und Hofmarschall Baron von Reischack). Die Königin gedenkt bis Freitag hier zu verweilen.
Abstand.
Madrid, 10. April. Nach Meldungen cnw OPorto veranstaltete eine Volksmenge vor dem Kloster der
Ortschaft Paramos in der Nähe von Oporto feindselige Kundgebungen. Die Mönche antworteten mit Gewehrschüssen, worauf die Menge das Kloster mit Steinen bombardierte. Einige Personen wurden verletzt
Mailand, 10. April. Der „Lombardia" zufolge erhielt der Graf von Turin eine Einladung des Zaren zu den großen russischen Herbstrnanövern, ! reuen er mit Erlaubnis des Königs beizuwohnen beab- ichtigt.
Konstantinopel, 10. April. Die Pforte hat der russischen Botschaft mitgeteilt, daß sie die von dieser reklamierten R ü ck st ä n d e der Kriegsschuld im Betrage von 50000 Pfund am 1. Mai bezahlen werde. Die Bot- chaft erklärte sich hiermit einverstanden. — Ferner wird gemeldet, daß die Pforte heute mit der Ottomanbank eine Anleihe von 200 000 Pfund abgeschlossen hat, aus welcher Summe verschiedene, längst fällige Forderungen auslän- )ischer Gläubiger beglichen werden sollen.
Petersburg, 10. April. Die von einem Londoner Blatt verbreitete Nachricht von einem durch einen Gardeoffizier auf den Zaren verübten Attentat ist völlig aus der Luft gegriffen. Ueberhaupt sind alle die verschiedenen, in der letzten Zeit aufgetretenen Gerüchte von Anschlägen auf die Person des Kaisers oder hochgestellte Staatsbeamte mit der größten Vorsicht aufzunehmen. Es kann auf das Bestimmteste verfick)ert werden, daß niemals ein Attentat auf den Minister des Innern versucht wurde. Im allgemeinen konnte bei einigen ausländischen Blättern die Neigung zu tendenziöser Berichterstattung von hier beobachtet werden, die nur geeignet ist, die Gemüter zu beunruhigen und dem Ausland von der wahren Lage ein völlig falsches Bild zu geben.
— Tie hiesige Gerichtskammer verhandelte gestern unter Teilnahme der Stände gegen den Statistiker der Samarer Landesverwaltung, Lagowsky, wegen vorsätzlichen Mordversuchs gegen den Oberprokurator des heiligen Synods Pobjedonoszew. Der Angeklagte wurde zum Verlust seiner Standesrechte und zu sechsjähriger Zwangsarbeit verurteilt.
DaS Ausbleiben des „großen Sprudel" zu Bad-Nauheim vom 2. bis 4. April.
(Originalartikel des „Gießener Anzeigers".)
W. N a u h e i m, 10. April.
Bad Nauheim besitzt in seinem „großen Sprudel" eine Quelle von 31 Grad Celsius Wärme, 3,03 Prozent Salzgehalt und einen Kohlensäurereichtum wie keine andere Quelle der Welt. Die Quelle, Nr. 7 genannt, wurde 1839 bis 1841 erbohrt, anscheinend ohne Erfolg, denn man verkopfte das Bohrloch und deckte es mit Erde und Balken zu. Am 22. Dezember 1846 in einer stürmischen Nacht bahnte ich die Quelle durch die Mächtigkeit ihrer Kohlensäure von selbst einen Weg zum Tageslicht und sprudelt seit sieser Zeit als kräftige, blendend weiße Schau rnsonta ine hoch in die Lust. Doch schon am 2^ März 1855 blieb diese herrliche Quelle zum erstenmale aus. Das eiserne Steigerohr war verrostet. Als man ein kupfernes Rohr in die Quelle senkte, erschien sie wieder, am 16. April 1855, also nach 6 Wochen. Auch, 1882 streikte der „große Sprudel" einen halben Tag lang; ein hiesiger, jetzt viel beschäftigter Arzt, Professor Dr. Schott, hatte allerlei Proben mit bet Quelle vorgenommen. Diese beiden Ereignisse hatte man in Nauheim längst vergessen und dachte, die Quelle i önne überhaupt nicht ausbleiben. Man kann sich deshalb wähl vorstellen, in welche Bestürzung die hiesigen Bewohner gerieten, als am 2. April vormittags 9 Uhr der Ruf durch Nauheim drang: „Der große Sprudel ist fort!" Sofort ruhte alle Arbeit und jedermann eilte zur Quelle. Der „große Sprudel" (Quelle 7) und der „Friedrich - Wilhelm - Sprudel (Quelle 12) sind bekanntlich in dem großen Bassin vereinigt. Das Bassin wurde gleich abgesperrt und von unten ah man nur, wie mehrere Badewärter eifrigst pumpten. Die umstehenden Nauheimer besprachen in großer Be- lürzung das Ereignis und deuteten es auf mancherlei Weise. Tas plötzliche Ausbleiben des „großen Sprudel" hat das Interesse gesteigert, welches dieser durch die Pracht seiner äußeren Erscheinung, wie durch die bewährte Heilkraft einer außerordentlich kohlensäurereichen Soole gleich ausgezeichnete Sprudelquelle in der ganzen Welt besitzt. In Nauheim sind die Heilquellen im wahrsten Sinne des Wortes als die Quellen allen Wohlstandes und als die Basis aller Unternehmungen zu betrachten. Millionen hängen hier von der Existenz der Quellen ab. Mit Ungeduld sah man deshalb den Maßregeln entgegen, welche die hiesige Badebehörde zur Wiedererlangung des verlorenen Kleinods» traf, besonders da die Saison vor der Thüre steht und sich schon etwa 80 Kurgäste hier befinden. Bergrat Professor Dr. Chelius ließ ofort ein Blechrohr in die Quelle senken und dieses an eine einfache Pumpe anschließen. Ter Sprudel war nicht vollständig ausgeblieben oder gar versiegt, er stand nur 1—2 Meter unfer dem Ausflußrohr und sprudelte nicht mehr über; Sprudelbäder, welche unterhalb des Bassins aus einer Leitung abgehen, konnten während der ganzen kritischen Zeit gegeben werden. Am 4. April, nachmittags halb sieben Uhr sprudelte die Quelle wieder von selbst über und blieb auch so; sie hat an Kraft und Schönheit nichts verloren. Das Ausbleiben des „großen Sprudel" ist in mehreren Ursachen zu suchen. Zunächst dürfte eine Neubohrung von sogenannten Gashäuschen die meiste Schuld tragen. Dort toar früher eine Quelle, von der man genau wußte, daß sie mit dem „großen Sprudel" in Verbindung stand. Trotzdem und gegen den Willen der Nauheimer Badedirektion und der gesamten Einwohnerschaft ließ Geh. Oberbergrat Professor Dr. Lepsius, der im vorigen Jahre die neue Quelle, den „Ernst Ludwig-Sprudel" erbohrte und deshalb zum Ehrenbürger der Stadt Bad Nauheim ernannt wurde, am Gashäuschen bohren. Der Erfolg blieb aus, aber aus dem Bohrloch entwichen während drei Wochen große Mengen Kohlensäure — zum Schaden des„großenSprude 1", der zuletzt nicht mehr die Kraft hatte, frei auszusprudeln. Ter Beweis dafür ist gewonnen, denn als man das neue Bohrloch zustopfte, erholte sich der „große Sprudel" bald und kam nach einigem Pumpen am 4. April wieder zutage. Ein weiterer Mißstand ist, daß man seit einem Jahre das Sprudelwasser, auf Anordnung von Darmstadt, durch zwei eiserne Kessel leitet. Tarin erfüllet sich das stehende
Wasser und tritt wieder in das Steigerohr der Quelle x 'altes Wasser aber drängt die Kohlensäure, die treibende Kraft der Quelle, zurück und verhindert das Uebersprudeln. Zuletzt aber und in nicht geringstem Maße, hat der Stand des Grundwassers beim Ausbleiben des „großen Sprudel" mitgespielt. An der Quelle 14 wird seit sechs Wochen an einem etwa 6—8 Meter tiefen und sehr großen Bassin gebaut. Um diese Arbeiten vollenden zu können, ljat inan Tag und Nacht das Grundwasser herausgepumpt, solange, bis zuletzt Salzwasser und Kohlensäure kam. Die Soolquellen iverden aber durch den Stand des Grundwassers beeinflußt. DoL Grundwasser ist der Deckel für die Soolquellen, es ist nod- wendig, um den hydrostatischen Druck hervor zu bringen. Hier aber hat man das Grundwasser abgepumpt! Ju rüheren Jahren war man vorsichtiger. Es liegt ein Bericht aus dem Jahre 1805 vor. Man wollte damals einen Brunnen in der Nähe der früheren Quellen graben und das Wasser aus dem nur sechs Fuß tiefen Schachte pumpen, aber die kurhessische Regierung ließ den Brunnen verstürzen, um andere im Betrieb stehende Quellen nicht abzugrabew und zu schädigen. Man wünscht in Nauheim keine Kunststücke mehr an den Quellen und auch keine Neubohrungen in der Nähe der alten Quellen, da diese nur zum Schaden der alten Quellen ausfallen. Die Regierung hat bisher fast nichts zur Beruhigung der hie- igen Bevölkerung gethan; Geh. Oberbergrat Pro- essor Dr. Lepsius war am 2. April einige Stunden hier und oll nun über Ostern in Urlaub gegangen sein. Heute wurde >er hiesige Arzt, Professor Dr. Grvedel zu einem Vortrag über die Sprudel-Angelegenheit zum Minister G n a u t h nach Darmstadt gebeten. Die Saison steht hart vor der Thüre und das Wohl einer ganzen Stadt sollte von keiner Seite eicht aufgefaßt werden.
Aus Stadt und Land.
Sietzeu, 11. April 1901,
-i-1 Kreistag. Die Tagesordnung der Mittwochssitzung umfaßte 4 Punkte, deren' erster die Wahl zweier Sachverständiger für die Abschätzung der durch Truppenübungen veranlaßten Flurschäden betraf. ES waren durch Tod zwei Sachverständige ausgeschieden, an deren Stelle entsprechend^ dem Vorschläge des KreisauSschusies Bürgermeister Heller von Lich und Bürgermeister Zimmer von Grünberg gewählt wurden. Alsdann wurde als Mitglied der Genossenschaftsversammlung der land- und forstwirtschaftlichen BerufS- genosfenschaft anstelle des aus dem Kreise verzogenen Gutspachters von Oven Oekonomierat Hofmann zu Hof-Güll, welcher seither Ersatzmitglied war, gewählt und für diesen Gutspachter Klein zu Albacher Hof als Ersatzmitglied. Darauf erfolgte die Vorlage der KreiSkasserechnung für 1899/1900 und die Erkaltung des VerwaltungsberichtS: die Einnahme beträgt 406800.29 Mk., die Ausgabe 372902.31 Mk., eS bleibt also ein Rest von 33897.98 Mk. Bei der Feststellung deS Voranschlags für 1901/02, welcher übrigens in allen Punkten angenommen wurde, entspann sich eine lebhafte Debatte über die Kreisstraße von Langsdorf nach Nieder - Bessingen und Nonnenroth. Hierzu ;atte Bürgermeister Heller-Lich den Antrag gestellt, einen Plan für eine Kreisstraße von Lich nach Nonnenroth für ras nächstjährige Budget auszuarbeiten, welcher jedoch ein- kimmig abgelehnt wurde, da der Kreis an der Erbauung neser Straße kein Interesse hat. Der Voranschlag schließt ab mit einer^Summe von 511955.31 Mk. für Einnahmen wie für AuSgaoen, gegenüber dem Betrag von je481497.01Mk., welcher für den Voranschlag von 1900/01 eingestellt war.
•• Der Plan zur Gründung eiueS Lehrer OrganisteuvereiuS st ausgegeben worden.
b. Friedberg, 10. April. An den Gebäuden deS hie- igen Lehrerseminars, besonders dem Schlashausbau, werden im Laufe dieses Jahres größere bauliche Ver- ändernngen vorgenommen, um Räumlichkeiten für eine größere Anzahl von Seminaristen zu schaffen.
x Bleichenbach, 10. April. Eine hiesige Frau ging heute morgen mit einem 15 jährigen Mädchen die Bleiche entlang. In einem Anfalle geistiger Umnachtung stürzte sich die Frau an einer der tiefsten Stelle des Baches in ws Wasser. Das Mädchen schrie um Hilfe, ein in der Nähe arbeitender Mann eilte herbei und vollzog die Rettung.
Q Stockheim, 10. April. Eine Quellwasserleitung wird nun auch, wie in Bleichenbach, für unser Dorf angelegt, und man hofft, sie bis zum Sommer fertigzustellen. Die Arbeiten werden von der Firma Becker-Darmstadt auS- geführt.
Sch. Darmstadt, 10. April. Der Großherzog be- fichtigte heute nachmittag mit dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich von Preußen unter Führung deS Professors Olbrich seine epochemachende Schöpfung: die hiesige Künstler-Kolonie, die ihrer Vollendung immer mehr entgegengeht. Sind auch bis zur desinitiven Fertigstellung am 11. Mai noch bedeutende Schwierigkeiten zu überwinden, so sprachen sich doch die Herrschaften über die Fortschritte und den Eifer mit dem an dem bedeutenden Werke gearbeitet wird, anerkennend aus. Besonderes Jntereffe erweckte das Olberichshaus und der Ernst-LudwigSbau, doch wurden auch die übrigen Baulichkeiten: das Theater, Gemäldehalle, RestauratiouSgebäude, Blumeu- tempel re. eingehend besichtigt. — Unter allgemeinem Beifall des Hauses widmete vor Schluß der letzten Sammer-Tagung der Abg. Köhler (Langsdorf) der Sammer eine hübsch gerahmte Photographie der Prinzessin Elisabeth von Heffen in der Tracht der Gegend von Großenlinden und Langgöns. Aus besonderer Zuneigung und Verehrung der ländlichen Abgeordneten hatte L. daS Bild mit der Aufschrift „Unser Hesseländer LiSbethche" versehen. Das Prinzeßchen sieht in der hübschen bäuerlichen Tracht allerliebst aus.
Darmstadt, 10. April. Wie den „N. Heff. Vbl." aus Jugenheim gemeldet wird, ist Prinz Waldemar von Preußen gestern abend mit seinem Erzieher Dr. Petra nach Kiel abgereist, um seine Studien wieder auszunehmen, way-
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-k- Mmi 10. A üb Neckar Stillstand getreten ist, hat der l Nacht einen Teil des U fyinipwerf ist in volle zu halten. Seit heute noch sehr langsam; die, Tages beträgt nur etwa hier 3,62 Meter. Die oberhalb lauten: Waldl Stillstand, Mannheim: - Heute nachmittag ist des Gewitter, das r der hiesigen Gegend nie siat/sindenöen ßtratung durch den Bcrichterstatte Lewohner erfreuliche D Mehraufwandes vvn er Gemeindeumlagen nicht der Stenern den Mehr
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