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151. Jahrgang
Nr. 85 Zweites Blatt.
Freitag 13. April 1901
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Die französischen Festlichkeiten, in.
Präsident Loubet ist am Mittwoch früh von Nizza «ach Billafranca abgefahren, wo die Ankunft um 6 Uhr 45 Min. erfolgte. Zur Begrüßung hatten sich Marine* Minister Lancffan mit dem Admiral Maigrct und tr russische Admiral Birileff mit seinen Offizieren ein gefunden. Präfidrnt Loubet besuchte auf die Bitte des Admi* rals Birileff das russische Flaggschiff und Überreichte an Bord desselben Birileff das Großoffizierkreuz der Ehrenlegion. Nachdem Präsident Loubet sich von dem Admiral Birileff verabschiedet hatte, schiffie er sich auf dem „Saint LouiS- ein, der um 7 Uhr 30 Min. nach Toulon ging. Das russische unb baß französische Geschwader gaben beim Passieren des „(Saint LouiS- Salutschüsse ab, die Mannschaften riefen Hurra. DaS ganze französische Geschwader schloß sich dann dem „Saint Louis- als Begleitung an. Bon Toulon aus fuhr eine leichte Flottendivifion dem Geschwader, das den Präsidenten Loubet begleitet, entgegen. Auf der Höhe von Tamarat traf die Flottendivision mit dem Geschwader zusammen und vereinigte sich mit diesem, nachdem sie 21 Salutschüsse abgegeben hatte.
Um 1 Uhr 30 Min. traf das französische Ge schwader auf der Rhede von Toulon ein; die Forts, sowie das italienische Geschwader und der „Pelayo- gaben den Salut. Der Panzer „Saint LouiS-, mit dem Präsidenten Loubet an Bord, fuhr zwischen den italienischen Schiffen durch, iberen Mannschaften ben Präsidenten mit Hurras begrüßten, während die Schiffskapellen die Marseillaise spielten. Der Herzog von Genua und fein Stab wechselten von der Brücke ihres Fahrzeuges aus Grüße, mit dem Präsidenten unb den Ministern. Gegen 2 Uhr ging Loubet beim Arsenal an Land. Dom Arsenal begab sich der Präsident durch die Spalier bildenden Truppen nach der Place d'Armes, wo der Präsident die militärischen Auszeichnungen verteilte. Daraus begab sich der Präsident zur Marine-Präfektur.
Der Herzog von Genua verließ den „Lepanto- um 3 Uhr mit seinem Stabe. Vierzig auf der Rhede liegende Schiffe gaben die vorschriftsmäßigen Salutschüsse ab. Bei seiner Ankunft am Arsenal und bei der Martnepräfektur, wohin er sich alsdann zur Begrüßung LoubetS begab, wurden dem Herzog militärische Ehren erwiesen. Die Unterredung deSHerzogS mit dem Präsidenten Loubet, bei dem keine Zeugen zugegen waren, dauerte 20 Minuten. Der Herzog Überreichte hierbei dem Präsidenten die Insignien des Anunziatenordens. Später fand Vorstellung des beiderseitigen Gefolges statt. Die Rückkehr des Herzogs zum tafen erfolgte mit dem gleichen Zeremoniell, wie bei seiner ntunft; die Volksmenge begrüßte ihn Überall lebhaft. Sodann empfing Loubet bie Offiziere beS spanischen Kriegsschiffes „Pelayo-, besten Kommandant Diaz bie Grüße bet Königin-Regentin überbrachte. Loubet gebuchte in seiner Antwort der Beziehungen gegenseitiger Sympathie, bie zwischen Frankreich unb Spanien bestehen, unb bat, ber Königin Regentin seinen Dank für die Entsendung eines Kriegsschiffes, sowie ben Ausdruck seiner Verehrung zu über» Mitteln. Später wurden bie Offiziere bec beiden im Hafer, liegenden russischen Torpedoboote unb der Kommandant eines japanischen Kriegsschiffe- vom Präsidenten empfangen. Kurz nach 4 Uhr begab Loubet sich an Bord des „Lepanto-, um ben Besuch des Herzogs von Genua zu erwidern.
Loubet richtete nachfolgendes Telegramm an den König von Italien:
„Der Herzog von Germs hat mir soeben die Instanten deb öttuncietcnorbenS überreicht. Ich beeile mich, @3. Majckiäi meinen aufrichtigsten Dank für diesen sehr hoben Beweis Ihrer Achtung und Ihrer Freundschaft auszusprechen. Ich bitte Ew. Majestät, meine heißen Wünsche für den Ruhm Ihrer Regierung, für das Glück der Königin, für die glückliche Verwirklichung der nahen Hoffnungen der königlichen Familie und endlich für die Wohlfahrt Italiens, der Frank reich befreundeten Macht, entgegenzunehmen.-
Loubet beauftragte Delcaffä, dem Herzog von Genua da« Großkreuz der Ehrenlegion zu überb-ingsu.
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Da- mit den militärischen Kreisen engere Fühlung haltende „Echo de Paris- schreibt zu der Abreise unb der Rückkehr ber Russen: Wie biefe Dummheit gemacht wurde, damit verhält es sich so: Gut unterrichtete Leute versichern, daß Admiral Birilew das russische Mittelmeergeschwader ein wenig überall hinführen sollte, wie dies gewöhnlich der Fall ist. ohne den besonderen Auftrag zu haben, im gegenwärtigen Augenblick Toulon anzulaufen. Admiral Birilew aber, von forsche« Charakter und von Gesinnung sehr franzosenfteundlich, sei an Kundgebungen solcher Art gewöhnt unb, unter ähnlichen Verhältnissen zum Bürger von Brest ernannt, sei er auch jetzt nach Toulon gegangen, um dort auf eigene Faust eine seinem Sinn entsprechende Kundgebung zu veranstalten. Daraufhin sei von Petersburg der Befehl zur Abreise gekommen, nm ben Charakter ber französisch- italienischen Feste nicht zu stören. Als aber auswärtige
Blätter biefe Abreise mifjbeuteten, sei von dort ber weitere Befehl ergangen, nach Villasravca zurückzukehren unb den Präsidenten ber Republik in Nizza zu begrüßen. Dies. Charakterzeichnung bes russischen Admirals findet allerdings eine gewisse Bestätigung in der abermaligen Begrüßung bce Präsidenten Loubet in Billafranca, wobei der Admiral mit den Offizieren des Geschwaders, oem Herkommen zuwider, am Lande Ausstellung nahm und Loubet zur Besichtigung bes GeschwaberS einlub. Auffällig aber bleibt es immerhin, baß der Admiral erst in letzter Stunde in Toulon den Befehl zur Abreise erhielt. Bei diesem Besuch auf dem russischen Admiralschiff brachte nach Ueberreichung der Orden nach ber „Patrie", beten Berichterstatter, wie er versichert, den An sprachen beiwohnte, Präsident Loubet im Speisesaal des Schiffes folgenden Trink sprach auS:
„Admiral I Ich bin glücklich, daß S M. Kaiser Nikolaus II. das unter Ihrer Flagge segelnde Geschwader gesandt hat, um den Präsidenten der französischen Republik zu begrüßen. Ich bin für dies Zeichen der Zuneigung sehr dankbar und erhebe mein Glas auf das Wohl Sr Majestät des Kaisers, Ew. Majestät der Kaiserin, der befreundeten und ver- bündeten russischen Nation und auf das Gedeihen der russischen Marine."
Admiral Birilew erwiderte darauf wörtlich:
„Ich erhebe mein Glas auf das Wohl des Präsidenten der Republik, auf daS Gedeihen des schönen Frankretchtz, meines zweiten Vaterlandes, und auf den Ruf der französischen Marine und Armee. Ich bin glücklich, die Ehre gehabt zu haben, von meiner Regierung auserwählt zu sein, Se. Majestät und die russische Nation zu vertreten, um Ihnen deren Huldigungen darzubringen, nachdem ich den Präsidenten der Republik bei seiner Ankunft in Billafranca habe begrüßen dürfen."
Engländer »nd Buren.
Kapstadt, 10. April abends. Nach den letzten Meldungen ist B o t h a bereit, als Vertreter sämtlicher Streitkräfte der Buren über denFrieden zuverhandeln. Während der kürzlichen Verhandlung mit De Wet wurde Botha klar, daß De Wet sich weigere, sich zu ergeben; allein Botha soll überzeugt (?) sein, daß De Wet moralisch unzurechnungsfähig sei, und da er das einzige Hindernis bisher für den Abschluß des Friedens gebildet habe, wünsche Botha die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Man ist der Ansicht, wenn Botha sich ergebe, werde man mit De Wet rasch fertig, weil seine Streitmacht immer mehr abnimmt. (??)
Chiua.
„Weitgehende Uebereinstimmung" zwischen England und Deutschland hinsichtlich der Behandlung der von China zu fordernden Entschädigungen soll, wie jetzt berichtet wird, das Ergebnis der R e i se des Kolouial- direkwrs Dr. Stuebel nach London sein. Infolgedessen sei eine volle Verständigung beider Regierungen sehr wahrscheinlich. Desto weniger scheint aber eine Verständigung mit Rußland in Sicht. Dieses will, nach einer Petersburger Meldung, für sich allein die Summe von 18 Mill. Lftr. fordern und meint, daß alles in allem nahe an 100 Millionen zu entrichten sein dürften, die nur durch Auslands-Anleihe aufgebracht werden könnten. Die Vorliebe Rußlands für den letzteren Weg zur Beschaffung des Geldes berührt eigentümlich. Warum sollen nicht die eigenen Einnahmequellen Chinas herhalten, die nach der Schätzung von sachverständiger Seite zum mindesten 30 Mill, glatt zu liefern im stunde sind. Es ist doch ungleich besser, die Schadenersatz-Ansprüche werden durchweg herabgesetzt, aber alsbald bar beglichen, anstatt daß eine Auslands- Anleihe konttahiert wird, die Mächte also das Geld aufbringen und auf lange» Jahre in finanziellen Beziehungen zum Reich der Mitte stehen. Der Sperling in der Hand ist der Taube auf dem Tuche vorzuziehen. Doch Rußland will die Tuube, und das bleibt verdächtig.
Generalfeldmarschull Graf W a l d e r s e e meldet am 8. aus Peking: Eine Räuberbande, die am 2. April Tangshan (25 Kilometer nördlich Peking) überfallen harre, ist durch Hauptmann Meister (vom 2. Ostasiatischen Infanterie-Regiment) von Tschangpingtschou (30 Kilometer nördlich Peking) aus verfolgt und zersprengt worden, wobei 20 Räuber getötet wurden.
Wie der „Lokalanz." aus Peking meldet, sandte Prinz T s ch i n g dem Feldmurschall Grafen W a l d e r s e e zum Geburtstag ein Glückwunschschreiben, sowie kostbare Seidenstoffe. Prinz Tschun, der Bruder des Kaisers von China, machte dem Grafen gleichfalls wertvolle Geschenke, darunter eine prächtige Tabaksdose. Prinz Tschun äußerte auch den Wunsch, mit seinen jüngeren Brüdern dem Grafen persönlich zu gratulieren.
Tie „Berl. Korr." schreibt: „Welche Mittel ein gewisser Teil der Presse anwendet, um der Beruhigung der öffentlichen Meinung entgegenzuurbeiten, die auf Grund der amtlichen Erklärungen über die behaupteten Ausschreit- uugen unserer Truppen in Ostasien eingetreten ist, dafür sei auf ein charakteristisches Beispiel hingewiesen. Zu dem ausgesprochenen Zwecke, durch angeblich einwandfreie Thutsachen Diejenigen zu widerlegen, welche die sogenannten Hunnenbriefe als Uebertreibungen und Unwahrheiten erklären, dringt ein sozialdemokratisches Blatt als Beilage eine die Leichname Hingerichteter Chinesen darstellende Abbildung mit der Ueberschrift: „Christliche Kultur in China." Die unterhalb der Abbildung befindliche Erläuterung ist in ihrem Wortlaute darauf berechnet, die Vorstellung zu erwecken, das dargestellte Ereignis stehe mit
der Thätigkeit unserer Truppen in Beziehung. In WirNich- keit befindet sich dasselbe Bild mit der Bezeichnung: „Chinesische Köpfe und englische Zuschauer" auf Seite 125 des Werkes: „Meine Wanderungen im Innern Chinas", in dem Eugen Wolf seine Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1896 und 1897 veröffentlichte."
In einem Teil der deutschen Presse '.vurden heftige Angriffe gegen den Generalmajor v. Kettler, den Befehlshaber der deutschen Besatzung von Paotintzfu, erhoben. Die „Post" ist nun in der Lage, durch einen ihr zugänglich gemachten Privatbrief des Generals v. Kettler mitteilen zu können, daß es sich hier in der That um vollständig haltlose Angriffe handelt, die nur auf Fahrlässigkeit oder Böswilligkeit zurückzuführen sein können. Generalmajor v. Kettler schreibt:
„Leider werde ich, wie ich höre, daheim in der Presse sehr angegriffen. Was ich davon gehört habe, ist aber alles erlogen. So die Nachricht, daß ich den Brief- Verkehr beschränkt hätte. Ich habe keinerlei derartigen Befehl erlassen. Ebenso hatte der Korrespondent deL deutschen Flottenvereins meine Thätigkeit bei Patschou auf Grund gänzlich erfundener Thatsachen angegriffen, und ebenso hatte er bezüglich der Hinrichtung des hiesigen Fant'ai und Genossen falsch berichtet. Der Konflikt mit dem französischen General und meine vergebliche Anrufung des Feldmarsäfalls in dieser Saclse ist gänzlich erfunden. Der „Vorwärts" l)at sich telegraphieren lassen, daß ich 22 Boxer lediglich! auf Angabe eines Knaben hätte aburteilen lassen. Das ist natürlich auch nicht wahr' Ich bin über die Leichtfertigkeit, mit der alle diese Anlagen gestellt werden, natürlich entrüstet. Der eine wirft mir „Humanitätsduselei" vor, der andere „barbarische Grausamkeit."
Mit der allen amtlichen Verfügungen in China üblichen Weitschweifigkeit geht diese jüngste Kundgebung des Kaisers in der Einleitung aus die früheren zwischen China und den Mächten abgeschlossenen Verträge zurück, worin den Fremden das Reisen und der Aufenthalt im Innern des Reiches gestattet und Schutz zugesagt worden sei. Trotz wiederholtem kaiserlichsr Befehle seien aber immer wieder Belästigungen: von wissenschaftlichen Reisenden, Kaufleuten und Missionaren, die „über die Meere und Berge gekommen seien, um die Leute zum Guten zu mahnen, in allen Teilen des. Reiches vorgekommen, da die Ortsbehörden im Innern zn dumm oder zu nachlässig seien. „Es lag an unseren geringen Fähigkeiten.", heißt es dann wörtlich mit löblicher Selbsterkenntnis, „daß wir nicht im stände waren, die unwissende Bevölkerung auf den rickstigen Pfad zu leiten, weshalb wir ungeheuere Fehler verschuldet haben". So könne es nicht mehr weitergehen, und da Hunderttausende von chinesischen Auswanderern über See ihr Leben und de« Erfolg ihrer Arbeit nur dem Schutze der Mächte dankten, „und da China sich rühmt, ein zivilisiertes Land zu sein, so muß es gegen die hier lebenden Ausländer die Pflichten des Wirtes gegen seine Gäste erfüllen." Daher exgehe noch einmal an alle bürgerlichen und militärischen Behörden, der Provinzen der Befehl des Kaisers, bei allen Belästigungen oder Schädigungen der Fremden sofort strengstens, einzugreifen, die Schuldigen ohne Rückficht zu bestrafen, unbeirrt durch den mißbräuchlicl)en Vorwand der Schuldigen, aus Vaterlandsliebe gehandelt zu haben, und diesen neuen Befehl durch Anschlag und Drucklegung dem Volke bekannt zu geben. Beamte, die nicht nach dieser Vorschrift handeln, sollen abgesetzt werden und der Möglichkeit verlustig gehen, jemals wieder Anstellung im Staatsdienste zu finden.
Deutsches Keich.
Berlin, 10. April. Heute morgen um halb 11 Uhr hatte der Kaiser die Herren der englischen Spezialmission nach der neuen Kaserne des Alexander-Regiments geladen. Es fand ein Einzelexerzieren und Parademarsch von Teilen des Regiments statt, woran sich eine Besichtigung des Kasernements und ein kurzer Aufendhalt im Offizierkasino schloß.
— Um 11 Uhr 47 Min. traf auf dem Anhalter Bahnhof der Großherzog von Sachsen ein. Znm Empfang waren erschienen der Kaiser, der Kronprinz und die übrigen hier anwesenden Prinzen des Königlichen Hauses, ferner das gesamte Hauptquartier, die Generalität und. Admiralität. Das vierte Garderegiment hatte eine Ehreu- kompagnie mit Fahne und Musik gestellt, die nach. de« Einlaufen des Zuges die Honneurs erwies. Nach herzlicher Begrüßung und der Aufstellung der Gefolge schritt der Kaiser mit seinem Gast die Front ab und ließ die Kompagnie vorbeimarschieren. Hierauf begab sich der Kaiser, der mit dem Großherzig im offenen Wagen Platz genommen hatte, nach dem königlichen Schloß, wo der Gaoßherzog Wohnung nimmt.
— Vier Berliner Kriminalbeamte sollten, wie mehrere Zeitungen mitteilten, dieser Tage auf ministerielle Anordnung nach Bonn entsandt werden, um den besonderen; Sicherheitsdienst beim Kronprinzen zu übernehmen. Diese Nachricht ist nicht richtig; eine derarttge Anordnung hak der Minister des Innern nicht getroffen. Die Bonner Polizei ist im Laufe der letzten Monate im Hinblick auf die demnach st igeUebersiedeluug des Kronprinzen nach Bonn reorganisiert und verstärkt worden, und dürfte allen Anforderungen genügen.
— Der ehemalige Kommandeur des Kanonenboots. „Iltis", Korvettenkapitän Laus, ist dieser Tage vom.


