Der Kaiser über das Duell.
begab sich am Sonntag, den 1. Dezember, nach dem Gottes- stücke keine Anwendung findet, erläßt das hessische Finanz < • . r, .' - , ZT. ' -k._____ :...... Szifi Stz» (Vtnl nlnMfr 1tn<
Scheuet keine Mühe
dienst» nach dem Regimentshausc des 1. Garderegiments zu Fuß, wohin sämtliche Offiziere des Regiments befohlen und auch Kriegsminister v. Goßler und Generalleutnant v. Kessel zugegen waren- Der Kaiser trug die Unisorm der Gardehusaren. Es luar, so heißt es, dem Kaiser bekannt geworden, daß die Söhne des Miegsministers und des Generalleutnants v. Kessel, welche beim 1- Garde-Negt. als Unterleutnants Dienst thun, bei einein Licbesniahl über das Duell sich dahin ausgesprochen hätten, sie würden trotz des kaiserlichen Dnellbcrbots sich schlagen, luenn ihre Ehre angegriffen würde. Dieses Gespräch der beiden Unterleutnants hatte ein Vorgesetzter gehört und weiter gemeldet. Der Kaiser versammelte nach dem Frühstück sämtliche Offiziere des Regiments um sich und ließ ihnen durch den Mund des Obersten v. Plettenberg sein „T u c l l v e r b o t"
werden, die Verpflichtung zur Annahme und zum Umtausch aber auf durchlöcherte und anders als durch den gewöhnlichen Umlauf im Gewicht verringerte, sowie auf verfälschte ^Münz-
der Küche der Frau Rath wurde Gerät und Geschirr vervollständigt. Auch das Goethemuseum erfuhr eine reiche Vermehrung. Eine Anzahl wertvoller Handschriften wurde durch Ankauf erworben, und noch mehr wurden die Sammlungen durch Schenkungen und Vermächtnisse bereichert. So ist insbesondere der in der Familie Schönemann-Jügel bisher verwahrte handschriftliche Nachlaß von Elisabeth v. Türckheim, geb. Schönemann, Goethes Llli, in den Besitz de§ Museums gelangt. Es sind dies unschätzbare Handschriften, zahlreiche Briefe Lilis und ihres Gatten an ihren Bruder, sowie Familienpapiere und Aufzeichnungen. Sodann hat der Verband alter Korpsstudenten zu Frankfurt die Urhandschrift von Goethes vielgesungenem Liede „Ergo bibamus" erworben und dem Museum gestiftet. Außer dem Goethehause selbst war die Thätigkeit der Kommission noch einer anderen Gedenkstätte zugewendet, dem alten Weinberghäuschen am Hühnerwege, wo der greise Dichter mit Marianne Willemer stillfrohe Stunden verlebte, und das als ehrwürdige Erinnerung an die Tage, in denen das Buch „Suleika des westöstlichen Divans" entstand, den Goethefteunden lieb und wert ist. Nachdem das Häuschen im vorigen Jahr von der Stadt angekauft ivorden war, ist jetzt seine innere Wiedercinrichtung durch das Hochstift erfolgt. Es konnte dabei eine ganze Anzahl alter Einrichtungsstücke aus Willcmcr'schem Besitz verwendet ivcrden, und zur Ergänzung wurden passende Möbel aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts erworben. Die
lieber eine Ansprache des Kaisers in Bezug auf das Duell berichtet die „Potsdamer Ztg.": Der Kaiser
troffen. Letzten Freitag sollte von Mitgliedern unserer Hofbühne in Pforzheim Goethes „Lasso" aufgeführt werden. Kurz vor der Aufführung that Wagner auf der Treppe einen Fehltritt, glitt aus und zog sich eine ernste Verletzung des Kniegelenkes zu. Die Rolle des Herrn Wagner mußte von Herrn Knispel gelesen werden. Wagner befindet sich im Pforzheimer Krankenhaus.
Marburg, 9. Dez. Die hiesige israelitische Gemeinde beging vom 6. bis 8. d. M. die Feier des 25jährigen Amtsjubiläums des Provinzialrabbiners Dr. Munck. — Der hoffnungsvolle Sohn eines hiesigen geachteten Bürgers wurde am Sonntagmorgen, nachdem er am Samstagabend in Gesellschaft geivesen war, in einem Zimmer auf dem Sopha sitzend tot aufgefunden. Man nimmt an, daß ein Schlaganfall dem Leben des jungen Mannes ein Ende gemacht hat. |
Frankfurt, 9. Dez. Im Goeth e-Hause wurden im, abgelaufenen Verwaltungsjahre 1901 nach dem Bericht, den die Goethehaus-Kommission über ihre Thätigkeit veröffentlicht, die Einrichtung der wichtigsten Räume zu einem gewissen Abschluß gebracht, indem bisher noch fehlende Einzelheiten ergänzt wurden. Im Mansardzimmer wurden die lebensgroßen Silhouetten Lottens und der Gebrüder Stolberg wieder an ihrem alten Platze, neben der Thür und über dem Schreibtisch wieder angebracht, in dem kleinen Bücherbrett des jungen Goethe erstand seine Handbibliothek wieder, während die Bilderreihe des Gemäldekabinets sich um einige kleine Nothnagel-Bildchen vermehrte und für das Speisezimmer die Herstellung des Tisches nach einer mit Zugrundelegung eines alten Modells entworfenen Zeichnung begonnen wurde. In
auf dem Bahnhof in Butzbach gemacht; auch hier hat man dasselbe günstige Ergebnis erzielt. In Butzbach hatte man bereits ftüher probeweise Spiritus-Glühlicht verwendet; doch war der Erfolg, den man damit zeitigte, wenn auch nicht gerade ungünstig, so doch keineswegs so günstig wie mit Petroleumgas-Glühlicht, ganz abgesehen davon, daß sich das erstere weit teurer stellte als das letztere.
** Außerkurssetzung der Zwanzigpfennigstücke aus Silber. Im Anschluß an die Bestimmungen des Bundesrats, wonach bie Zwanzigpfennigstücke aus Silber vom 1. Januar 1902 ab nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel gelten und von diesem Zeitpunkt ab außer den mit der Einlösung beauftragten Kassen niemand verpflichtet ist, diese Münzen in Zahlung zu nehmen, wonach sie indes noch bis zum 31. Dezember 1902 bei den Reichs- und Landeskassen zu ihrem gesetzlichen Wert .sowohl in Zahlung als auch zur Umwechslung angenommen
Stühle wurden nach altem Modell nachgearbeitet. Das Innere des Häuschens bietet jetzt wieder das Bild anspruchs- loser Behagllchkeit jener Zeit, in der Goethe hier wellte.
Aus Atadt und Land.
(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten rstmrr unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestattet.) Gießen, den 10. Dezember 1901.
L U. Die Universität zählt in diesem Semester 947 immatrikulierte Studenten, und zwar 63 in der theologischen, 197 in der juristischen, 316 in der medizinischen, 371 in der philosophischen Fakultät. 565 Studenten sind Hessen, 382 Nichthessen, Da noch 2 Hospitantinnen und 48 sonstige Hörerer hinzukommen, beläuft sich die Gesamtfrequenz auf 997. Die Mehrung der immatrikulierten Studenten beträgt 31 gegenüber dem letzten Sommersemester, 100 gegenüber dem Wintersemester 1900/01.
•• Titclverleihuugen. Der Großherzog hat am 7. Dezember dem Sekretär bei der Hofbibliothek Dr. Ludwig Boltz den Charakter als Bibliothekar, uud dem Kreisbauinspektor des Kreises Alzey Eduard Langgässer den Charakter als Baurat erteilt.
•* Prrsonalveraudernngen im Bezirk der Kaiserl. Ober- Postdirektion Darmstadt. Versetzt sind: der Ober-Postassistent Habicht von Michelstadt nach Butzbach, Born von Gießen nach Waldmichelbach. Angenommen ist als Postgehilfe der Gymnasiast Vogel in Eberstadt.
*• Erlaubnis-Erteilung. Der Kaiser hat die Erlaubnis zur Anlegung ihnen verliehener hessischer Orden erteilt und zwar des Komturkreuzes 1. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Generalmajor Frhrn. v. Gall, Inspekteur der Kriegsschulen; des Ehrenkreuzes desselben Ordens: dem Geheimen Kriegsrat Wolf, Äbteilungschef im.Kriegs- ministerium.
E.Ch. KonzertVerein. (Weihnachts - Mysterium nm Sonntag den 15. Dez. und Montag den 16. Dezember in der Turnhalle.) lieber die Lebenden Bild er, bezw. Pantomimen, die bei dem Weihnachts-Mysterium geboten werden, sind vielfach irrige Ansichten verbreitet. Wir glauben nicht aus der Schule zu plaudern, wenn wir heute eine kurz gefaßte Erklärung bringen. Die große Bühne im Tumsaa wird vollkommen von Chor und Orchester eingenommen, mit den Solisten sind dort fast 200 Personen versammelt. Die Bühne ist vom Zuschauerraum durch einen vollständig abschließenden Stoffvorhang getrennt, der ganze Klangkörper für die Hörer also unsichtbar. Auf einer Vorbühne, die durch eine Gardine geöffnet und geschlossen werden kann, vollzieht 'sich der pantomimische Teil. Die Darsteller auf der Vorbühne, die selbstredend in Kostümen auftreten, verkörpern die Worte, die von der Hinterbühne teils in Soli teils in Chören deutlich, aber doch geheimnisvoll hervorklingen. Es sind nicht starre, „Lebende Bilder" sondern es erscheinen Personen, vereinigen sich zu Gruppen, treten zum teil wieder ab, Alles in weihevoll, gemeßener Weise.
- Versuche mit Petroleumgas Glühlicht. Auf dem Bahnhof Lollar sind seit kurzem Versuche mit Petroleumgas-Glühlicht Fog. Washingtonlicht) gemacht worden. Dieses Licht übertrifft an Leuchtkraft das elektrische Bogenlicht. Wie wir hören, sind zwar die Anlagekosten ziemlich teuer, doch stellen sich dafür die Betriebskosten verhältnismäßig billig. Die Betriebsstunde kommt bei einer Lichtstärke von etwa 500 Hefenerkerzen auf ca. 4x/8 Pfennig zu stehen. Das Licht zeichnet sich durch außerordentliche Ruhe und Gleichmäßigkeit aus. Den gleichen Versuch hat man vor etwa einem Vierteljahr
Ministerium eine Bekanntmachung, daß die Einlösung und Umwechslung der mit Wirkung vom 1. Januar 1902 außer I Kurs gesetzten Zwanzigpfennigstücke aus Silber bis zum 31. Dezember 1902 bei der Großh. HauptsraatSkasse, den Großh. Bezirkskassen und Untererhebstellen slattfinden kann.
j:( Große n-Buseck, 9. Dez- Heute feierte der hiesige K r i e g e r v e r e i n „Concordia" sein dreißigjähriges Stiftungsfest, wobei die vom Kaiser dein Verein verliehene F a h n e n s ch l e i f c überreicht wurde. Tic Feier wurde cingeleitet durch einen Gottesdienst, in dem Pfarrer Deich er t eine ergreifende patriotische Rede an den um den Altar versammelten Verein hielt. Um 3 Uhr nachmittags fand die Aufstellung des Vereins am Kriegerdenkmal statt, wo Regierungsrat Dr. Wagner nach einer [ernigcn Ansprache die Fahnenschleifc an die Fahne befestigte. Hierauf stattete der Vorsitzende des Vereins Dr. G e n g n a g e l den Dank ab und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser. Mit klingendem Spiel zog sodann der Verein nach seinem Vereinslokale, wo bald die richtige Feststtmmung sich entwickelte. Nach Toasten auf den Großherzog und das Vaterland, die von Bürgermeister Schwalb und Pfarrer D e i ch e r t ausgebracht wurden, wurden Dank- und Huldigungstelegramme an den Kaiser und den Großherzog unter großem Jubel abgesandt. Noch während des Kommerses lief bei dem Vor- itzenden folgendes Telegramm ein: „Herzlichen Dank für den Ausdruck der bewährten treuen Gesinnung. Ernst Ludwig." Das Telegramm wurde mit stürmischem Hurra ausgenommen. Die Festesstimmung erhöhte sich noch, als Regierungsrat Dr. Wagner erklärte, noch einige Stunden im Kreise der Kameraden verweilen zu wollen. Ihm wie Pfarrer Deichert stattete das Vorstandsmitglied Größer Danis für ihr liebenswürdiges Entgegenkommen ab. Bei den Klängen der Musik, Erzählung von Kriegserinnerungen und weiteren Toasten, u. a- auf die Feldzugskameraden und auf das Ehrenmitglied Freifrau A. von Nordeck zur Rabenau, | verflog rasch die Zeit, und man ging mit dem Bewußtsein! nach Hause, Stunden in echter und rechter Kameradschaftlich^ kett verlebt zu haben.
st. L a u t e r b a ch, 8- Dez. Zu unserer Notiz in Nr. 283, der zufolge der Pfarrer eines benachbarten Dorfes einem Brautpaar auf das Standesamt (Schulhaus) nachgegangen und dem Bräutigam den Strauß und der Braut den Kranz mit der Begründung abgerissen hat, daß das Brautpaar sich vergangen habe, wird uns mitgeteilt, daß es in dem betr. Kirchspiel überlieferte, ununterbrochene Sitte ist, daß deflorierte Brautpaare sich nicht wie ehrbare schmücken dürfen. Nun hatte es aber doch ein solches Brautpaar gewagt, mit Strauß und Kranz den Weg nach dem Schulhaus, wo die Ziviltrauung stattfinden sollte, anzutreten. Der Pfarrer, der in demselben Schulhause sein Absteigequartter hat, sah dies, betrat den Schulsaal, in dem man auf den noch nicht erschienenen Bürgermeister wartete, und machte dem Brautpaar bezüglich ihres aller eingebürgerten Sitte zuwiderlaufenden Verhaltens Vorstellungen, woraufhin das Brautpaar die freiwillige Erklärung abgab, zur kirchlichen Trauung, der Sitte gemäß, ohne Strauß und Kranz erscheinen zu wollen, was auch ohne weitere Beeinflussung geschah.
Darmstadt, 8. Dez. Da§ geschätzte und beliebte Mllglied unseres Schauspiels, Hofschauspieler Ludwig Wagner, wurde von einem sehr bedauerlichen und ernsten Unfall be-
Universitlits-Nachi'ichten.
Stockholm, 9. Dez. Die Professoren Röntgen und Behring sind zur Nobelfeier hier eingetroffen.
Leipzig, 9. Dez. Wie das „Leipz. Taqebl." meldet, wird vom Rektor der hiesigen Universität durch Anschlag veröffentlicht, daß auf Grund einer Verordnung des Kultusministeriums das Rei,e- Zeugnis von russischenMädchengymnasie n ausnahms° tos nicht mehr als genügende Grundlage für Erlangung des Hörerjcheins für die bieiige Universität angesehen wird.
New-York, 9. Dez. Carnegie plant die Stiftung einer nationalen U n.i versitat in Washington und hat da- fur 10 Millionen zur Verfügung gestellt.
um Eure Kinder kräftig und gesund zu erhalten. Zwar ist es leichter, denselben morgens nur Kaffee und Brot zu geben, aber Kraft und Gesundheit sind sicherer entwickelt, wenn sie auch einen Brei aus „Quäker Oats“ bekommen. Das Rezept „Für den Frühstückstisch“ steht auf jedem Packet.
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Litterarische Neuerscheinungen.
(Besprechung Vorbehalten).
Achleitner, Prof. Arthilr, C clsissimus. Salzburger Roman. (345 S-) Berlin, Alfred Schall. 3.50 Mk. (Für Mitglieder des Vereins der Bücherfreunde 1.85 Mk.)
Kinderlusl. Ein Jahrbuch für Knaben und Mädchen von 8 bis 12 Jahren herausgegeben von Frieda Schanz. 7. Jahrg. (200 S. mit 12 bunten Vollbildern). Bielefeld, Velhagen u.Klasing. Gebunden.
Harder, A., Im Wunderlande Italien. Reisen und Studien deutscher Junglinge. (454 S. mit einem bunten Titelbilde, 8 Einschaltbildern und 214 Abbildungen.) Ebenda. Geb.
Rosenberg, Adolf, Handbuch der Kunstgeschichte. (629 S. mit 885 Abbildungen im Text und 4 Beilagen.) Ebenda. Geb. 12.00 Mk. r Ä ,
Die Arche Noah. Reime von Fritz und Emily Kögel. (32 S. mit Bildern.) Leipzig, B. G. Teubner. 2.80 Mk.
noch einmal auf das Strengste einprägen und unbedingten 'Gehorsam fordern. Hierauf ließ der Kaiser die beiden Unterleutnants noch besonders vortreten, und während die Väter hinter ihnen standen, sprach er zu den beiden mit erhobener Stimme:
„. . . . Und wenn auch der Papa des einen mir lieb und wert und der Vater des andern mein verdienstvollster General wäre, ich würde die Söhne derselben ebenso mit schlichtem Abschied aus dem Heere entfernen, wie ich dies mit jedem anderen Offizier halten würde, welcher mein Duellverbot nicht beachtet. Ich trage auch dieserhalb heute nicht die Uniform meines Regiments, weil ich Ursache gehabt habe, aus diesem Vorkommnis mit demselben nicht eines Sinnes zu sein und leider gerade solche jungen Leute Anlaß zu diesem Aerger- nis gegeben haben."
Hierauf verabschiedete sich der Kaiser mit höflichem Gruß. Nach einer anderen Mitteilung, die die „Potsd- Zeitung" bringt, soll der Kaiser sogar von jungen Leuten, die hinter den Ohren noch nicht trocken sind, gesprochen haben. — Wqs in diesem Bericht der „Potsd. Ztg." „Duellverbot" genannt wird, ist die bekannte, nur auf Einschränkung der Duelle abzielende Ordre von 1897.
Köndwirtschaft.
Berlin, 9. Dez. 'Die „Statist. Storr." veröffentlicht die Ernteschätzung in Preußen im Jahre 1901 wie folgt: Winterweizen 1025916 Tonnen (2245515 Tonnen), Sommerweizen 395504 (145064), Winterspelz 20088 (20588), Wintcrroggeu 5719324 (6313121), Sommerroggen 93874 (57868), Sommergerste 1931981 (1649982), Hafer4 746 536 (4 631648), Kartoffeln 33 997 923 (27 564 406), Kleeheu 3533388 (3505428), Luzerne-Heu 407676 (462923), Wiesen- heu 10430493 (10934739).
gpidplan der vereinigten Frankfurter Ztadttheater. Opernhaus.
Mittwoch den 11. Dezember, nachmittags 3 Uhr: Volks- (Schüler-)Vorstellung: „Wilhelm Tell." (Schauspiel.) Donnerstag den 12. Dezember'): „Undine". Freitag den 13. Dezember geschlossen. Samstag den 14. Dezember: „Feuersnot". Vorher: „Die Maienkönigin." Sonntag den 15. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: „Der Postillon von Lonjumeau"; abends 7 Uhr: „Tannhäuser und der öängertrieg auf Wartburg." Montag den 16. Dezember geschlossen.
Schauspielhaus.
Mittwoch den 11. Dezember: „Die Grille". Donnerstag den 12. Dezember: „Hofgunst". Freitag den 13. Dezember: „lieber unsere Kraft." 1. Teil. Samstag den 14. Dezember: „pofginytt Sonntag den 15. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: „Hof- gunst." Abends 7 Uhr: „Das Glück.." Montag den 16. Dezember: „Was Ihr wollt."
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, den 10. Dezember 1901.
„An der Frankfurterstraße zwischen der Jrrenklinik und der Kahl'schen Wirtschaft werden täglich Schlammbäder frei verabreicht", so könnte man annoncieren. Ein Schrei der Entrüstung geht durch die Anwohner dieses Stadtteils, denn die Straße befindet sich in einem derartigen verwahrlosten Zustande, daß man sich nach China verletzt glaubt. Ist etwa der Straßenwart gestorben oder ist demselben das Werkzeug zur Reinigung abhanden gekommen? Durch Legung eines Kabels, und zwar in der Mitte des Bürgersteiges, ist der Zustand geradezu unerträglich geworden. Frauen und Kinder die Straße passieren zu lassen, ist lebensgefährlich, denn diese würden in dem Schlainme und Morast sicherlich stecken bleiben, da imr noch mit Stelzen durchzukommen ist. Abhllse ist dringend notig, wenn die Straße nicht verkommen und den Anwohnern der Zugang zu ihren Wohnungen erhalten bleiben soll. Auch leben wir in einem Zeitalter, wo solche vorsintflutlichen Zustände zu beseitigen ein dürften. Hoffentlich tragen diese Zeilen hierzu bei.
Einer für Ordnungsliebe und Reinlichkeit.
Und doch!
Wann wird das tiefe Dunkel fliehen, Das unser Leben eingehüllt? — Ach, kleine Krüppel nie des Weges ziehen, Im Erdenstaub ein Jammerbild. —
Und doch — wir hoffen auch auf Trost und Freude.
Wir Aermsten, die hinieden wohnen — Mit uns nur Arbeit, Sorg' und Last! Wer sieht es denn, wer wird es lohnen, Wenn Du Erbarmen mit uns hast? —
Und doch — der Herr ist Dir ein gnäd'ger Vergelter.
Unsere 120 verkrüppelte Kinder, uns aus allen Provinzen zugeführt, die hier aus Barmherzigkeit ganz unentgeltlich I verpflegt werden, harren des Weihnachtslrostes und der Weihnachts- fieude. — Die alten Anstaltshäuser (26 800 Mk. Grundschuldeii) sind überfüllt. Tas neue große Haus (60 000 Mk. Baukosten), tm Roh- I bau fertig, bedarf der Mittel zur Vollendung. — Edle Wohlthäter werben um freundliche Liebesgaben herzlichst gebeten. Geringste Gabe willkommen.
Krüppelheim «ngerburg i. Ostpreußen.
Braun, Superintendent.


