Ausgabe 
11.12.1901 Erstes Blatt
 
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Bekanntmachung,

6efr.: Tie Ausführung des Reichsgcsetzes über Die Invaliden­versicherung, insbesondere die An- und Abmeldung ver­sicherungspflichtiger Personen.

Da in jüngster Zeit wieder mehrfach gegen die Meldc- vorschriften gefehlt worden ist, bringen wir hiermit wiederholt in Erinnerung, daß btc Arbeitgeber verpflichtet sind, jede von ihnen nicht blos vorübergehend (unter einer Woche) be­schäftigte versicherungspflichtige Person, welche nicht der hiesigen Ortskrankenkasse oder einer Jnnungs- oder Fabrik-Kranken- kasie angehört, spätestens am dritten Tage nach Beginn der Beschäftigung bei uns anzumelden und spätestens am dritten Tage nach Beendigung des Arbeitsver- HLLtnisses wieder abzumelden.

Ebenso ist jede während der Dauer des Arbeitsverhält- nifses eintretende, das Versicherungsoerhältnis beeinflußende Aenderung, (wie z. B. Krankheit, zeitweise Einstellung der Arbeit oder militärische Dienstleistung rc.) binnen 3 Tagen nach deren Eintritt bei uns anzuzeigen.

Zuwiderhandlungen werden nach § 179 des Reichs­gesetzes vom 13. Juli 1899 mit Geldstrafe bis zu 20 Mk. geahndet.

Die Meldungen haben schriftlich auf dem hierfür vor­geschriebenen Formular, welches auf unserem Bureau, Zim­mer 9lr. 14, auf dem Meldebureau Großh. Polizeiamts da­hier, sowie bei dem Kasseboten Schwan erhältlich sind, durch den Arbeitgeber zu erfolgen.

Im Besonderen machen mir noch darauf aufmerksam, daß durch die An- und Abmeldungen bei dem Polizeiamt der vorbezeichneten Meldepflicht nicht genügt ist; diese Meldungen sind ganz unabhängig von denjenigen zur Versicherung.

Gießen, den 4. Dezember 1901. 8036

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

__I. V.: Wolff.__________________

Bekanntmachung.

136 Mk. Zinsen aus der Stiftung der dahier ver­storbenen Elisabethc Schmidt sind zu gleichen Teilen an vier bedürftige, unbescholtene, ledige, in Gießen lebende Dienst­mädchen im Alter von über 50 Jahren und vier arme Wit­wen aus Gießen nach der Auswahl des Stadtvorstandes zu vergeben.

Anmeldungen zum Bezüge derselben haben bis Mon­tag den 16. Dezember er. unter Erbringung des erforderlichen Nachweises bei der unterzeichneten Stelle zu geschehen.

Gießen, am 7. Dezember 1901. 8037

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

___________________I. V.: Wolff.___________________

Bekanntmamuug

Es wird hierdurch zur öffenllichen Kenntnis gebracht, daß im Monat Dezember l. I. außer an den feststehenden Zahltagen Mittwochs und Samstags auch noch Dienstags und Donnerstags Geschäftstage bei unserer Kasse abgehalten werden. Die Einleger werden im beider­seitigen Interesse ersucht, ihre Einlagebücher vorzulegen und entweder die Zinsen in Empfang zu nehmen oder beischreiben zu lassen. Sollten die Zinsen im Monat Dezember nicht erhoben und auch nicht beigeschrieben werden, so kann dies ohne Verlust auch später geschehen, weil am 1. Januar 1902 die nicht erhobenen Zinsen in den Geschäftsbüchern der Kasse den Einlegern gut geschrieben werden.

Gießen, den 29. November 1901. 7834

Der Direktor der Spar- und Leihkaffe Gießen. Wiener.

Verdingung.

Es soll die Herstellung von 435 lfd. m Bahnsteigeinfassung aus Bahnhof Gießen aus Eement- bordsteinevergeben werden. Inter­essenten erhalten die Unterlagen gegen gebührenfreie Einsendung von 0,50 Mark und können ihre Angebote bis zum 20. Dezember 1901, nachm. 3i/, Uhr, post- und bestellgeldrrei unter der Aufschrift: .Angeool auf Herstellung von Bahnsteigeinsassung in Gießen" verschlossen bei der Unterzeich­neten einreichen. Eröffnungs­termin, zu dem die Bieter an­wesend sein können, 20. Dezember 1901, nachm. 3*/, Uhr. 8033

Zufchlagsfrist 4 Wochen.

Gießen, den 7. Dezbr. 1901.

Großh. Hess.

Eifenbahn-Betriebsinfpektion 1.

Versteigerung.

Mittwoch den LL. Mts., vormittags 11 Uhr, versteigere ich im Hofe des Gasthauseszum Löwen" dahier im Auftrage den es angeht, gentäfc § 383 B. G.-B. eine als Wagenpferd geeignete, gesunde Fuchsstute (Bandmaß 1,62 Mtr.) unter den bei der Der- Özning bekannt gemacht roer=

en Bedingungen. 8016 Versteigerung voraussichtlich bestimmt.

Gießen, 7. Dezember 1901.

Seipel, Gerichtsvollzieher.

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Dem gegenüber erklärt der Verein Deutscher Nähmaschinen- Fabrikanten, daß sich Kunststickereien auf allen guten deut­schen Nähmaschinen ebenso gut Herstellen lassen, als auf ameri- kanischen. Man hat deswegen nicht nötig von Amerika zu holen, was man besser und billiger in Deutschland haben kann, ganz abgesehen davon, daß sich Amerika gegen die Ginfuhr deutscher Nähmaschinen durch ungeheure Zölle verschlossen hält.

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