Ausgabe 
11.10.1901 Drittes Blatt
 
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sdt. Darmstadt, 9. Okt. Der seit Mai wegen Verdachts

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Politische Tagesschau.

In der bayerischen Abgeordnetenkammer

hat diese Unredlichkeiten nicht lange getrieben, sie stellten sich in der Beweisaufnahme als sogen. Schiebungen dar. Er hat nämlich mit eingezahlten Postanweisungsbeträgen früher unter­schlagene nach einigen Tagen gedeckt und, wenn auch ver­spätet, zur Absendung gebracht. Es war einmal mehr Geld in der Kasse, als Heberer bei Ablieferung derselben haben konnte. Der Vorsteher meldete dies der Oberpostdirektion, nachdem er Unregelmäßigkeiten festgestellt hatte, und bei der Revision der Eintragungen kam man hinter die Unredlich­keiten des Beamten. Dieser erklärte gestern vor Gericht, er

die vorgesetzte Behörde sei dahinter gekommen und er habe dieser eine Aufstellung seiner Schulden einreichen müssen,

ungen, unter denen diese Notwendigkeit allein zur Mög­lichkeit werden kann. Aber in allen diesen Schwierig­keiten bleibt uns ein Trost. Je mehr anfechtbare Bestreb­ungen sich in dem einen Werke zusammenhäufen, destp mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, daß das ganzeWerk scheitert. Der Minderheit wird man das Recht nicht verkümmern können, jeden einzelnen Vorschlag einer sach­gemäßen Prüfung zu unterziehen, und ohne daß man zu dem Mittel einer gewaltthätigen Obstruktion greift, wird diese sachgemäße Prüfung um so mehr Zeit erfordern, je mehr neuen Stoff man ihr zusührt. Wir glauben, daß man im Reichsschatzamt sich der Einsicht nicht ver­schließt, daß die bayerischen Vorschläge geeignet sind, den Abschluß der gesamten Tarifrevifion auf das äußerste zu erschweren."

leidiger die Geschworenenbank gebildet.

Es wurde zuerst gegen den in Darmstadt geborenen, 23 Jahre alten Postassistenten Friedrich Wilhelm Heberer, zuletzt beim Postanlt Homberg a. d.O., wegen Verbrechens im Amt verhandelt. Die Anklage vertrat Assessor Dr. Hetzel. Die Verteidigung führte Rechtsanwalt Raab. Der Angeklagte ist geständig, daß er zu Homberg in mehreren Fällen ca. 500 Mk. Postanweisungsbeträge unterschlagen und, um das zu ver­decken, die Register, die zur Kontrolle dienten, unrichtig ge­führt d. h. die vorgeschriebenen Eintragungen der eingezahlten Beträge unterlassen, sowie unrichtige Abschlüsse aufgestellt und vorgelegt und die bezüglichen Posteinzahlungskarten unter­drückt hat. Heberer gesteht weiter zu, daß er am 30. Juli einen Brief eröffnet und unterdrückt hat. Der Angeklagte

sei in guten Verhältnissen groß geworden und habe später einmal über ein Vermögen von 12 000 Mk. zu verfügen. Ehe er nach Homberg kam, sei er bei dem Postamt Gießen thätig gewesen. Er habe Schulden gehabt,

Fabrikant Haubach verkündet, fiel den diesen Anträgen entsprechend aus. Der Angeklagte wird zu 9 Monaten

Aus Stadt und Kaiid.

Nachrichten von allgemeinem Interesse finD uns stets willkommen und werden angemessen honoriert.

Gießen, den 10. Oktober.

* Reiseersparniffe. Uns geht, auf kleinem Umwege, fol­gende dankenswerte Zuschrift zu: Im Anschluß an die in Nr. 235 Ihres Blattes aufgeführten Sonntagskarten der Eisenbahnen und der damit verbundenen Hinweise auf mög­liche Ersparnisse von Fahrgeld möchte ich ebenfalls auf eine solche Hinweisen. Sonntags- und auch Rückfahr­karten von Gießen nach Braunfels sind nämlich auch zur Fahrt nach und von Ehringshausen a. d. Dill gültig. Auf den Sonntagskarten von Wetzlar nach Braunfels ist das vermerkt. Die Stationsbeamten von Ehringshausen lasien deshalb jeden Besitzer einer Fahrkarte nach Braunfels auch die Station Ehringshausen ungehindert passiren. Dies scheint in Gießen nicht bekannt zu sein. Die Ersparnis liegt nun darin, daß Jemand, der z. B. Braunfels, die Dianaburg und event. Watdhof Elgershausen und Greifenstein in einem Tage besuchen will was von Gießen aus sehr häufig geschieht nur eine Sonntags- oder Rückfahrkarte nach Braunfels zu lösen hat. Hierauf kann er dann nach Belieben beide Eisen­bahnstrecken einmal bis und von Braunfels und Ehrings-

Schwurgericht.

m. Gießen, 10. Oktober.

Gestern wurde zuerst für beide anstehende Verhandlungen im Einverständnis mit beiden Angeklagten und deren Ver-

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^Dasselbe trifft natürlich für die Straßenlokomotrven au. Es waren beim 17. Armeekorps zwei Fowlersche oom Malta-Muster von je 6 Tonnen Dienstgewicht (Gewicht einschließlich! Wasser und Heizstoff) in Gebrauch genommen, die " drei beladene gewöhnliche Wagen schwerer Art zogen. Aus den Straßen ging das trotz gelegentlicher Schlamm- entwickelung und Lachenbildung alcttt von statten, und auch kürzere Strecken über freies Feld wurden im allgemeinen crut überwunden. Dagegen entstanden einige Schwierigkeiten, wenn es' galt, die Wagen mit dem Biwaksbedarf auf die zum Teil aufgeweichten Biwaksplätze zu schaffen. Hier halfen sich die Straßenlokomotiven in der Weise, daß sie allein aus den Platz, fuhren und die Wagen mittelst des Draht­seiles einzeln an sich zogen. Bei der Sicherheit und Leist­ungsfähigkeit dieses in England zu hoher Vollkommenheit .gelangten Zugmittels wird das militärische Tranportwesen voraussichtlich noch manchen Vorteil aus ihm ziehen. Weniger | erfolgreich zeigte sich! der SoottescheTrakteur", der gleich-1 falls im Kaisermanöver einer Probe unterzogen wurde. Im Französischen Heere, in das er bekanntlich, eingesuhrt ist, scheint man mit ihm zufrieden zu sein. Die Mängel dürften aber nicht in der gerade hier zum Versuch gelangten Maschine, sondern in der allgemeinen Konstruktion zu suchen sein. _ .

Jedenfalls bedeuten die letzten Karsermanover eine neue 'Etappe auf dem Wege, der zu einer fruchtbringenden Nutzung des Automobilismus für unser Herr führen soll.

Dazu schreibt dieVoss .Ztg.":

Tie Erhöhung des Hopfenzolls ,ganz für sich ve-I trachtet, gäbe Stoff zur Diskussion für Wochen, und die Erhöhung des Tabakzolls, ganz für sich betrachtet, sogar auf Monate. Und nun sollen Diese beiden Maßregeln gleichzeitig Vvrgenommen werden, und es soll von ihnen so wenig wie möglich gesprochen werden, weil sie beide untertauchen in einer viel umfassenderen Maßregel, in der gründlichen Umgestaltung des gesamten Zolltarifs. Sßir | geben uns keiner Täuschung über die Gefahren der Lage hin .Die agrarisch-fchutzzöllnerischen Bestrebungen des Tarifentwurfes finden bei den Mitgliedern des B u n d e s- rats keinen Widerstand, sondern diese sind ge­neigt, diese Bestrebungen noch zu verschärfen. Und bei der ÄAchrheft des Reichstags wird es, kaum anders sein.

Hausen befahren.

x Großen-Linden, 9. Okt. Gestern fand hier die Bürgermeister wähl statt. Einziger Kandidat war der seitherige Bürgermeister Leun, der mit 245 Stimmen ein» stimmig wiedergewählt wurde. Am Abend brachten sämtliche Vereine dem Neugewählten mit Musik und Fahnen einen stattlichen Fackelzug, der die Hauptstraßen unseres Ortes durch­zog. Am Ziele fangen die beiden Gesangvereine und Lehrer Bach hielt eine Ansprache, in der er heroorhob, daß heute Alle für Einen waren, weil auch der Eine schon 18 Jahre lang erfolgreich seine Kraft für Alle eingesetzt habe. Bürger­meister Leun dankte in längerer Rede und seinHoch" galt unserem Landesfürsten. Die Vereine zogen in ihre Lokale und feierten in schöner Geselligkeit den Wahltag, der dem Gewählten wie den Wählern zu gleicher Ehre gereicht.

Altenbuseck, 9. Okt. Der Pächter der Jagd in der hiesigen Gemarkung erklärt uns unter Bezug auf dasEin­gesandt" in Nr. 236 mündlich und schriftlich, daß auf seiner Gemarkung niemals Singvögel geschossen worden seien.

4- Herbstein, 9. Oktober. Hier fand intDeutschen Haus" (Gustav Ganß) die ordentliche General-Versammlung der Spar- und Leihkasse statt. Der Direktor, Ober­amtsrichter Weiffenbach, eröffnete die Versammlung. Rechen­schaftsbericht und Rechnungslegung fanden keinen Wider­spruch. Eine besttmmte Summe wurde zu gemeinnützigen Zwecken bewilligt. Eine kleine Debatte entspann sich bei den Gehalten des Rechners und des Kontrolleurs. In Aner- Zwecke habe der Bruder ihm 500 Mk. übergeben. Von Innung der Tüchtigkeit des Rechners Waitz wurde dessen dieser Summe seien aber zirka 70 Mk. nicht zur Schulden- Gehalt von 2400 Mk. auf 2800 Mk. jährlich einstimmig er» tilgung verwendet. Er hat auch seiner Behörde nicht alle un^ der Gehalt des Kontrolleurs von 700 auf 800 Mk.

Gläubiger angegeben, und diese drängten nun auf Bestie- Feier seines 25jährigen Dienst-Jubiläums als Spar-

digung, als er in Homberg war. So sei er, weil er in der | kasstnrechner spendete Herr Waitz sämtlichen Aktionären Furcht lebte, die Gläubiger würden sich, wenn sie keine Hektoliter Bier. Nach dem Rechnungsabschluß pro 1900 Zahlung erhalten, an seine vorgesetzte Behörde wenden, zu l^^tzt die Kasse ein reines Vermögen von 89 856 Mk. 70 Pfg. den Unterschlagungen gekommen. Heberer gesteht zu, daß er I Beteiligt sind 140 Aktionäre.

mit seinen 1200 Mk. Jahresgehalt in Homberg a. d. O. als e Bad-Nauheim, 9. Ott. Der feit 18 Jahren hier im lediger Mensch nicht nur gut hätte auskommen können, son- Dienst besinliche Bürgermeister Jean Wörner wurde heute dern bei bescheidenen Ansprüchen noch hätte sparen können. I Q^g j0(^cr auf weitere 9 Jahre mit großer Majorität ge- Er habe, ehe er nach Homberg gekommen, leichtsinnig gelebt @in Gegenkandidat war nicht aufgestellt Nach der

und auch einmal Beträge, die über feine Verhältnisse ge->Wahl brachte man vierspännig mächtige Tannenbäume Her­gängen, verjubelt. , bei und pflanzte sie dem Bürgermeister vor das Haus. Auch

Die Beweisaufnahme gestaltete sich sehr einfach. andere Weise zeigten die Anhänger des Bürgermeisters

wurden den Geschworenen drei Fragen vorgelegt und zwar| ^ce F^ude über die Wiederwahl.

1. wegen Verbrechens im Amt, 2. ob mildernde Umstände g^. Darmstadt, 9. Okt. Der seit Mai wegen Verdachts

vorliegen, 3. ob der Angeklagte einen Brief widerrechtlich ge-1 Diebstahls und wiederholter Brandstiftung in Unter­

öffnet und unterdrückt hat. Assessor Dr. Hetzel plaidiert aufi^^^^aft befindliche Gärtnereibesitzer Bös en berg aus Bejahung aller »drei Fragen. Die Thal des jungen An-1 Idenheim a. d. B. hat nunmehr nach erdrückendem Beweis­geklagten fei nicht geeignet, ihn mit Zuchthaus zu beftrafen; materia[ die Strafthaten vollständig einverstanden und dürste er habe zwar leichtsinnig gehandelt, sei aber schon hart be-I^x dem nächsten Schwurgericht zur Aburteilung erscheinen, ftraft, indem er sich feine Stellung verscherzt hat. Deshalb Herborn, 9. Okt. Am Sonntag veranstaltete der Her-

I bitte er mildernde Umstände zuzubilligen. barner Altertums - Verein eine Aus stellung zum

Rechtsanwalt Raab schloß sich der Ansicht des Staats-! 659jährigen Jubiläum der Stadt. Das Rathaus füllte eine I anwalts an. Nur daß man seinem Klienten die Briefunter-i Etliche Menge von Besuchern. Ein Flor junger Damen, schlagung und Oeffnung als besondere Strasthat anrechne, anmuttg als Ritterfräulein undHessenkäthchen" gekleidet, gehe nicht an, denn diese That beruhe auf demselben ver- ^chte die Honneurs. Neben prähistorischen Funden seltenster brecherischen Entschluß, mit denen das Verbrechen im Amt dem Skelett einer Pfahlhausbewohnerin, die vor 4000 überhaupt begangen sei. Die Briefunterschlagung habe der I Fahren etwa, zur Zeit des ältesten Egyptenreiches, 1000 Jahre Angeklagte nur begangen, um nicht entdeckt zu werden. I (ieDor ersten Teile Europas der Schauplatz der Geschichte'

Nach der Rechtsbelehrung und kurzer Beratung verkündet I routben, am Fuße des Hombergs gehaust haben mag, neben I der Obmann Kommerzienrat Gail den Spruch der Geschwo-1 Waffen, Gebrauchs- oder Schmuckstücken der Stein- und der renen, der auf schuldig lautet, jedoch unter Verneinung derl^^'^en sich Fundstücke aus Kelten- und Germanen- I Frage wegen widerrechtlicher Oeffnung nnd Unterdrückung I qrßbem ältesten Datums, großenteils aus dem Boden unseres Ides Briefes. Assessor Dr. Hetzel hält eine GefängsnisstraseIengeren Heimatskreises stammend, finden sich Reste aus der Ivon 10 Monaten für ausreichend und bittet, 1 Monat berl sj^ömerjeit, aus den meisten Jahrhunderten des christlichen verbüßten Untersuchungshaft in Anrechnung zu bringen. Der Msttelalters. Und die Zahl der Gegenstände wächst noch, Verteidiger ist der Ansicht, daß die Minimalstrafe von 6 Mo- Leäher wir unserer Zeit kommen und nimmt allmählich I naten genüge und bittet, 2 Monate der Untersuchungshaft I c^nen immer bunteren, mannigfaltigeren, auch dem Laien 4aufzurechnen. Es ergeht Urteil auf 8 Monate Gefäng-Iverständlicher werdenden Eharakter an, bis wir freudig über» nis, auf welche als verbüßt 1 Monat der Untersuchungshaft un§ wieder in unserer Zeit und in unserer Umgebung I abzurechnen seien. _______ I daheim befinden. Der Vorstand des Vereins, I. H. Hoff-

Hierauf wird in die Verhandlung gegen den 25 Jahre mann, ist der eigentliche Baier d-z Unternehmens

alten weaen Diebstahls vorbestraften Schreinergescllen Her. » Kleine Mitteüungen aus Heff-N und den Nachbarst-Lten. m°7n Stahl aus Halle °. S. wegen Verl'uchs der Notzucht Der geschätzte und vielbegehrt- aber wegen nnes erll. eingetretcn. Di- Anklage vertritt Staatsanwalt Reuß, du schiedenen, aller Schönthucre, -b^^n und °st M ba^ch Verteidigung wird von Rechtsanwalt Dr. Spohr geführt. Wesens auch gefürchtete Arzt Dr. K-.- w Fulda wurde <tspy ofnacflaate Wecker -mlekt in Wreseck gearbeitet und erst eines Tages zu einer vermögenden ledigen Dame von altem, 8 Wachen in unsere? Gegend sich aufhielt, ist geständig, die freiherrlichem Adel gerufen, bw °uf ehre Abkunft mcht w-mg Absicht gehabt zu haben, am Rande deS PhilosophenwaldeS stolz war und ,w. Verkehr mft dem Publ'kum nn

»in Wöhcbpn ni Deraeroattiaen Stabl entschuldigt seine That Heck die herkömmliche Anrede:Gnädiges Fraulem m <an» h »ahm Dr. K. begrüßte fw be^ -m-m » ms Das Mädchen erklärt, sie habe sich kräftig gewehrt und dem Z.mmer m s°w°r gewohnten herzlichen W°'s°mtt Burschen die Hände und das Gesicht zerkratzt. Erst als st- Nun, wem liebes Fraul-'N, wo f-h NN?

1im 2r.-p rief fei der Mensch geflüchtet. Die . Kratzwunden Kalt und stolz erhob sich hierauf die 2lng mit öen in7Lt w!lrLn mn S-r pdkn Angeklagten Rechts. Worten:Erlauben Sie, D°

anwalt wie Staatsanwalt treten für mildernde Umstande em. - Davon kann ich Sre in.ch kur>°r°n - -rw eoene

^nhrfnruch der Geschworenen durch deren Obmann kalt Dr. K. und empfahl sich alsvaw roieoer. ju

»SSTm d-n^ diesen Anträgen Griesheim wurden 5 '°-w-b-w°kraüsch° Kandidaen und 2 Gegner gewählt, wahrend m Micyelstaol unter b y>e<

Zwar wird die Redewendung wiederholt, daß man an Gefängnis verurteilt, und die Höhe der Strafe Mrrer her Notwendigkeit, Handelsverträge abzuschließen, fest- motiviert, daß der Angeklagte mit feiner That die Sicherheit halte, aber man macht sich blind gegen die Voraussetz- frer Wege gefährdete.

Ist, wie wir bereits in unserer Nr. 237 mitteilten, regierungs­seitig versprochen worden, daß Bayern für eine Erhöhung das Tabake und HopsenzolleS eintreten werde.

Begreiflicherweise hat die Verwendung des mechani­schen Zuges im eben beendeten Kaisermanöver die allge­meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen: es wäre von bet' »größten Tragweite, wenn sich die Hoffnungen, die für; ►einen zukünftigen Krieg auf ihn gesetzt werden, verwirk­lichen sollten. Tie guten Aussichten hierauf sind nun durch! Liesen neuesten, dem Ernstfälle sich nähernden Versuche auieberum gestärkt/worden, und diese ,Thatsache ist fein Haupt­ergebnis. Ganz und gar neue Erfahrungen dürften da­gegen, sofern wir den allgemeinen Stand der Selbstfahrer- iftage zu Grunde legen, kaum gesammelt sein.

' Es waren in Dienst gestellt: Selbstfahrer für Personen- Leförderung, selbstfahrende Lastwagen und Straßenloöomo- ftiven.

An Selbstfahrern für Personenbeförderung wurden im Ganzen zehn Stück verschiedenartigster Konstruktion und verschiedenartigsten Aussehens verwandt, wovon sieben mili­tärisches Eigentum und drei von einer Elsässisch--Franzöfi- schQi Firma probeweise geliefert waren. Von letzteren hatte ^in Fahrzeug bereits die Wettfahrt ParisBerlin mit- aemacht. Die Geschwindigkeit der zehn Automobilwagen schwankte zwischen 40 und 65 Kilometer in der Stunde. -Einer von ihnen zeichnete sich, durch seine elegante Aus­stattung aus: er war für den persönlichen Gebrauch- des »Kaisers beftimmt.

-Diese Selbstfahrer, die sämtlich mit Benzinmotoren ver­gehen und für die Beförderung von drei bis sechs Personen Eingerichtet waren, fuhren flink zwischen den vordersten Truppen und den EisenbahnendMnkten, sowie zwischen «einzelnen Stäben zur Befehls- und Nachrichtenübermittelung hin und her. Von ihrer Geschwindigkeit und ihrerguten

wir aber nicht genug haben. Dieser göttliche Hauche wird aber sicher nicht auf Der Schulbank erworben, auch nicht auf der Schulbank allerneuester Konstruktion eines Mädchen- gymnasiums mit dem denkbar vernünftigsten Lehrplan, fauch nicht im Hörsaal der Universitäten; wir wissen nicht, woher er kommt, er muß wohl höheren Ursprungs sein. Mögen diese Frauen also, die Führerinnen und die, die stark genug sind, ihnen zu folgen, ihre Wege gehen, mögen sie akademische Grade erwerben und, wenn sie durchaus tttollen, auch politische Rechte und hohe Staatsämter, mögen es recht viele werden, aber das deutsche Volk bleibe bewahrt vor Männern, die diese Frauen ihre Mütter nennen, es ginge sonst seiner Entartung entgegen.

Leidstsahm uud Slraßenlolwuwtiveu im Saiftrnmuiietr.

-Lunge" machten sie auf den durchweg gut gehaltenen Straßen des Manövergeländes trotz recht ungünstigen Wetters einen ergiebigen Gebrauch. Gerade der Umstand, daß sie während derselben Zeit, während welcher ein mit Pferden bespannter Wagen eine bestimmte Strecke knapp 'einmal hin und zurück zu fahren im stände gewesen wäre, Mehrere 'Male hin und her fuhren, macht diese Selbst- ffahrer für militärische Zwecke wertvoll. Bon den versuchten Mustern haben sich verschiedene als durchaus! kriegsbrauchbar ! erwiesen. Das Beste auszusuchen, und dann ein anerkanntes Muster für Heereszwecke zu schaffen, kann nicht schwer fallen., , ~ . - . , , - v

tor beii Kriegsfall wird übrigens auf Jahre hinaus noch worauf man ihn nach Homberg versetzte, als er nachweifen feine bunte Musterkarte an Selbstfahrern zu erwarten sein, konnte, daß er die Schulden habe tilgen können. Zu diesem denn es wird fürs erste kaum angehen, den ganzen oder ~ " L m auch- nur den größten Teil des Kriegsbedarfs in Friedens­depots bereit zu halten. Das wäre schon nut Rücksicht auf ine wetter zu erwartenden Verbesserungen kaum rätlich.^ Man wird sich im Kriegsfälle mit raschen Ankäufen bezw.

mit Beitreibung zu helfen haben.

An Lastselbstfahrern, das sind Fahrzeuge, bie den zur Fortschaffung der Last bestimmten Wagen und den Motor miteinanoer bereinigt haben, waren beim 1. Arme^ loritoi zwei Thornyeroftsche Dampfrollwagen in Gebrauch, aenommen, die den Truppen den Verpflegungsbedarf aus den Magazinen nachführten, trotzdem sie mit mancherlei Schwierigkeiten Ungunst der Witterung, schlechten Wege­stellen re. zu kämpfen hatten. Im übrigen kann es aber .keinem Zweifel unterliegen, daß die Lastselbstfahrer noch weiterer Verbesserungen bedürfen, bevor sie als em brauch­bares Kriegsfahrzeug angesehen werden können. Bemerkens­wert ist, daß/ die erprobten Muster sämtlich Dampfheizung