Ausgabe 
11.9.1901 Erstes Blatt
 
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liefen.

KolorriaLpost.

der Weltgeschichte.

ist Tag für Tag aus der Presse zu erfahren. Das ganze. Lulturleben der Zeit ist aus den Zeitungen, und zwar aus dem redaktionellen Text wie aus den Annoncen, drrett ad- zulesen. Die UeberMle des Stoffes erschwert allerdings die Arbeit, aber auf der anderen Seite fällt das mühsame Entziffern und Aussuchen der Quellen selbst weg. Aller­dings sind Zeitungen nicht frei von Partei- und anderen Interessen; aber die alten Quellen der Geschichte früherer Zeiten waren mindestens ebenso stark von Tendenzen durchs zogen Eine völlig objektive Geschichtsschreibung giebt cs ja doch nicht. Das unterhaltendste Geschichtswerk ist stets das, in dem ein starker Geist und Wille sich äußert. Tie Zuverlässigkeit der Zeitung als Gcschichtsguelle laßt sich aber stets an den Organen aus anderen Parteilagern kontrollieren. Dabei legt in unseren Tagen jede Zeitung großen Wert auf den höchsten Grad von Zuverlässigkeit und Gediegenheit. Die Ansprüche der Leserwelt an Form und Inhalt der Beiträge wachsen unaufhörlich, ^ie Zeit­ungen selbst scheuen weder Mühe noch Kosten, die,en Wünschen gerecht zu werden. Aus den Redakteuren und Mitarbeitern werden die befähigsten ausgewählt. Aus allen Gebieten des Wissens und Könnens suchen die besten Kopse die Kinder ihres Geistes und ihrer Atuße in die Zeitung zu bringen. Die Werke der bedeutendsten Schriftsteller erscheinen zuerst in den Zeitungen. Ein besonders treffen­des Beispiel bietet die Vorbereitung der zukünftigen Han­delsverträge. Wer die Geschichte dieser Bewegung schreiben : will, wird in erster Linie zu den Zeitungen greifen müssen. . Die offiziellen Aktenstücke und die parlamentarischen Doku­mente liefern kein Bild von den erregten Kämpfen, dre sich über diese Angelegenheit bei uns abspielen. Und der Mann, der einst den großen, allgemeinen Kampf der ii Geister um das Vorwärts und Rückwärts schreiben will, - muß erst recht dem Vorrücken der Zeit in den Tages- i blättern folgen. Denn die Zeitung ist der Sekundenzeiger

ruhigen Fortgang, und der deutsche Vertreter, Hauptmann Herrmann, ist nicht, wie es in der erwähnten Meldung heißt, aus dem Rückwege zur Küste begriffen, sondern an Ort und Stelle verblieben.

mit 1 960 377 Register-Tons waren 277 mit 1 044 798 Reg.-^ Tons deutsche Dampfschiffe; der Tonnage nach also mehr als die Hälfte. Diese Zahlen lassen deutlich erkennen, daß von den deutschen Dampfern überwiegend nur große ^-chMe Southampton anlaufen. Das sind in erster Lime die großen Passagierdampfer des Norddeutschen Lloyd nach New-York, Ostasien, Australien und de.n La Plata, sowie der Hamburg- Amerika-Linie nach New-York und Ostasien. Von den 2 il deutschen Dampfern kamen allein 215 auf die regelmäßigen Linien des Norddeutschen Lloyd und 40 auf die der Hamburg- Amerika-Linie. Von den übrigen deutschen Dampfern waren 20 Frachtdampfer aus der -Ostsee und von anderen Plätzen, während zwei Dampfer den Hafen nur zur Reparatur an-

42* Eenoffeuschaststag des Al-gemeinen Verbandes

Deutscher Erwerbs- vnd Wirtschüsts-Geuoffeuschaften.

ui.

Am 7. September wurden die Verhandlungen der Dele- aierten der Baugenossenschaften fortgesetzt. Land­rat B e r t h o l d - Blumenthal besprach das E r b b a u r e ch t als ein Mittel zur Bekämpfung der Arbeiterwohnungs- rwt Er sprach den Wunsch aus, daß die Gemeinden Ge­lände auf bestimmte Zeiten an die Baugenossenschaften zur Herstellung von Wohnungen hergeben, wie es in

Die Aelteren unter der jetzt lebenden Generation er- i innern sich noch alle, daß ihr Geschichtsunterricht in der Schule mit den Befreiungskriegen abschloß. Was nach 1815 ' kam, existierte für die Schulen nicht mehr. Um so gründ­licher wurde man in römischer,. griechischer und mittelalter­licher Geschichte gedrillt; auch in Babylonien und Egypten war man heimisch, Das ist in den letzten zehn Jahren anders geworden. Nicht junge Griechen und Römer, son­dern Deutsche sollen auf unseren Schulen erzogen werden, so rief der Kaiser aus. Dieses Prinzip hat auf den Geschichtsunterricht in den Schulen einen starken Einfluß genommen. Der Unterricht in der alten und ausländischen Geschichte ist zurückgetreten; der vaterländische Geschichts­unterricht nimmt einen breiten Raum ein. Die Heran­wachsenden lernen die Heldenthaten des Krieges 1870/71 gründlich kennen. Unlängst hieß es sogar, auch die Dar­stellung der Ereignisse des chinesischen Feldzugs soNe in den Geschichtsunterricht gezogen werden.

Ein Geschichtsunterricht, der die neuesten Vorgänge in feinen Kreis ziehen will, mu& natürlich! auch entsprechende Lehrbücher benutzen. Aus welchen Quellen sollen aber die Verfasser derartiger Bücher schöpfen? Die Archive werden ihnen nur zum allergeringsten Teile geöffnet werden. Selbst ein Sybel durfte für seineBegründung des Deut­schen Reiches" die Geheimnisse der Archive nur mit Aus­wahl benutzen. Fürst Bismarck beklagte nach feinem Rück­tritt, daß ihm die Archive zu litterarischeu, historischen Arbeiten nicht zur Verfügung stünden. In den Bibliotheken bieten namentlich die Parlamentsakten reiches Material. Wer kein Geschichtsschreiber, weder in der Gegenwart nochl in der Zukunft, wird eine Geschichte unserer Zeit ohne aus­giebige Benutzung der Zeitungen schreiben können. Schon ältere Historiker haben sich die Zeitungen nicht entgehen lassen; wir erinnern beispielsweise an Treitschke. In Zu­kunft aber wird die Zeitung eine der Hauptquellen der Geschichtsschreibung bilden.

In den Zeitungen strömt dem Geschichtsschreiber eine Fülle von Stoff entgegen, wie sie keine Periode der Ver­gangenheit aufzuweisen hat. Innere und äußere Politik soziale Zustände, Litteratur, Theater, Alles, was der Schrift-

In der Erörterung zeigte sich eine seltene Einstimmig­keit mit den Anschauungen des Referenten.

Geh. Jusftzrat Dr. Lesse (Berlin) stimmt dem Re­ferenten durchaus zu. Es sei durchaus unrichtig, was Lr Justizminister hinsichtlich des Anwaltstandes in dar Denkschrift geäußert habe. Der letztere sei gänzlich un­parteiisch. (Beifall). , , r.

Justizrat Stern I. (Berlin) ist der Meinung, daß eine Notwendigkeit zu einer so schwerwiegenden Aender- una nicht bestand. Es sei heute nicht inehr möglich, eine Mobiliarvollstreckung mit Sicherheit auf Erfolg durchtzu- iühren. Wenn man den Anwaltsstand vorher gefragt hätte, so tvürde sich nicht eine Stimme für die Neuordnung ge» I ^^Rei^stag^ Justizrat Beckh (Nürnberg)

hofft, daß eine so einstimmige Verurteilung aus die ^it- schlichungen des Justizministers nicht ohne Einfluß bleiben werde. Häufig griffen die Gerichtsvollzieher sogar rn die Gebührenrechte der Anwälte ein; das sei ein unwürdiger | f Nachdem nochmals Geh. Oberjustizrat Vier Haus be-^ merkt, die Uebelstände lägen nicht im System, sondern; nur in der Ausführung, werden die Anträge des Refe­renten einstimmig unter stürmischen Beifallsbezeugungcn angenommen, hierauf wurden die Verhandlungen auf

Feuilleton.

Die Presse als Geschichtsquelle.

freiheit der Arbeiter dadurch beeinträchtigt nx. d . . 8 P;l-rntfirf'c Thätigkeit freie Zeit behielten. TaS Ver-

hold-Blumenthal hält cs für geboten, daß man mij Gerichtsvollzieher des Amtsgerichts I Berlin

dem Erbbaurecht einen Versuch mache, um die Kommunen zu a,i i den drei Monaten des Bestehens der neuen veranlassen, ihr Gelände zur Bebauung für minderbemittelte 9 . L;cgcrorbnung von etwa 120 Gerichtsvollziehern, Klassen herzugeben. Von einer Beschlußfassung wurd- ab-1 frä3-t^e Männer im besten Lebensalter sind, nicht

|3CfC®?3üglitf) d°r Stellungnahme zu dcn Beschlüssen des wen.ger a^ e-K°'E smd auBcrorbentii$,

letzten Hausbesitzertages m Hannover beantragt ^r Berliner Anwaltsverein sah sich bei dieser Sach- Landrat Berthold Uebergang zur Tagesordnung; denn so uno oersammeln. Der Anwaltsverein lange die Hausbesitzer auf dem Standpunkt stunden, daß «Ae veraniam 23 Februar einen Bericht es in Deutschland kaum Wohnungsnot gebe, seien sie - - ^nd hat von demselben eine Antwort

nicht ernst zu nehmen. Seinem Anträge wird stai.tgegeben. K 9 1901 erhalten.

I An diese Verhandlungen schließt ftch unmittelbar die FEzminister geht davon aus, daß es sich nur

Der Schantung-Eisenbahngesellschaft ist letzte allgemeine H aupt v e r s a m m l u n g des Genossen-Ueberaanasbeschwerden handelt, daß im Laufe der Zeit die Nachricht zugegangen, daß die Eröffnung der 26 Kilo- schaftstages, in der eine Reihe von inneren geschäftlichen wesentliche Besserung eintreten werde. Bemerkenswert meter langen Teilstrecke Kiautscho u-Caumi am 8. Angelegenheiten erledigt wurden. Rechtsanwalt xr. Al- die Antwort auch dadurch, daß der Minister anzunehmen September erfolgte. Es sind damit 100 Kilometer berti begründete folgenden Antrag des Vor;chußvereinsbar die ^iechtsanwälte aus irgend welchen per- der ersten deutschen Eisenbahn in China voll- Wiesbaden:In Erwägung: 1. daß die Verbreitung ' örünbcn der Neuordnung feindlich gegenüber- endet. Die Arbeiten auf der weiteren Strecke schreiten so guter und die Unterdrückung schlechter Bucher bws ist durchaus nicht der Fall. Auch die Mein-

riiftia vorwärts, daß die Direktion hoffe, zu Anfang 1902 für die sittliche und damit auch die wirtschaftliche Ent- bc§ Herrn Ministers, daß im Laufe der Zeit eine die Bahn bis an die großen Flüsse Wei-Ho und Yucn-5)o Wickelung unseres Volkes von der größten Bedeutung ^Besserung cintrctcn werde, hat ßch msher nicht

und im Mai desselben Jahres bis nach Weihsicn eröffnen 2. daß die Wiesbadener Volksbücher sich für dwien Zweck bestätigt. Es wird hiernach der Antrag gestellt: zu können. In dieser Stadt laufen die großen, den nörd- in hervorragender Weise eignen, 3. daß den Genoss ii,chaften i.DerDeutscheAnwaltstaghaltdiePreußftcheGerichts- licben Teil der Provinz Schantung durchziehenden Straßen pie Verbreitung dieser Bücher ohne Belasttmg mih'Arbeit vollzieher-Ordnung vom 31. März 1900 für ^me zitstmimen. Zehn Kilometer südlich von Weihsicn wird das und Risiko möglich ist, empfiehlt der Genossenschaftstag schlechteruug der Rechtspflege in Beziehuna auf ZUMl- erfte bedeutende Kohlenzelt durchfahren, von wo aus alfo, den Genossenschaften, die Verbreitung dieser Schriften im ungs- und Vollstreckungswesen und empfiehlt oayer oeren Mitte nächsten Jcchrcs, die erste Schantungkohle in Tsingtau Kreise ihrer Mitglieder thatkrästig zu fördern." Aufhebung und Wiederherstellung der Ordnung vom ^o.

eintreffen kann, welche Thatsache für die Bahn, sowie für Ter Antrag wurde ohne Debatte angenommen. Februar 1885.

hie Hebung des Hafens von hervorragender Wichtigkeit Auf Einladung des Verbandsdirektors Klin k ert wurde 2. Der Deutsche Anwältstag halt

- - ' r - ächsti übrig en Nersammtunasorc ge- des Zustellungs- und Vollstreckungswesens durcheinzelne,

unter eigener Verantwortung handelnde, für den Limd- gerichtsbezirk angestellte Gerichtsvollzieher, die an dem Erfolge ihrer Thätigkeit interessiert ff^und deren Au^ wähl dem Publikum frei steht, für zweckmäßiger, als durch Gerichtsvollzieherämter (wie solche in Hamburg emgeführt

ist. Die endgiltigen Vorarbeiten auf der Strecke Weisien- Breslau zum Tsinanfu sind bis in die Ebene des Mi-Ho, 40 Kilometer I wählt. ,

westlich von Weihsien, gelangt. Die sämtlichen Arbeiten Nach den vorgenommenen Ergänzungswahlen zum werden unter Unterstützung der chinesischen Kreis- und engeren Ausschuß wurde der Genossenschaftstag unter den Lokalbehörden auf das eifrigste gefördert und sind durch Üblichen Dankesbezeugungen geschlossen, keine Unruhen unterbrochen worden. i

I» den letzten Tagen gingen Mitteilu^ndurch die 15. Deutscher Anwaltstag.

Pxefse, wonach im deutschen Kilimandscharo-Gebiet aufl U

Grund von Missiomrrberichten ein allgemeiner Aufstand * Dwn^iq, 7. Sept.

I , rrzx«.sWi-ix I lunocicr eingehender Debatte über die Frage

datiert waren und in den seither verflossenen drei Mo- Gründung einer R^u hegehalts-, Witwen- und naten von dortigen Unruhen uMs bekannt geworden, dc deutsche^ Rechtsanwälte erklärte sich

schien uns die Wiedergabe der vlarmistrschen Meldungen! ^^^^st.^l^^^v.r^oeutfcye^^cy^^^^ ^^it 'im Weifflussig. Jetzt bringt dieNordd. Allg. Ztg. folgende Prinzip für die Errichtung einer Kasse mit Zw an gsb eiJ Mitteilung: _.f stritt. Es wurde weiterhin beschlossen, aus jeder An-

Die Berichte von enter angeblichen ^lstandsgefahr ^Eskammer ein Mitglied zu wählen, und diese zu einem im KUimandscharo-Gebiet, die die;er Tage durch die Presse vereinigen, der die Angelegenheit weiter vor-

gingen, haben der Kown^abteilung desInXfle jur Beschluß. Amtes zu einer telegraphischen Ansrage bei dem kaiser-I S^^ vorzulegen bat.

lichen Gouvernement von Deutsch-Ostafrika Anlaß gegeben. Sodann wurde über die Ordnung' des Gerichts- .Gouverneur Graf.Götzen^antwortet darauf unter dem^^tlzieherwesens im Deutschen Reiche ver-> September aus Dar-es-Salaam, daß am Kilimandfcharo Das Referat hierzu erstattete Justizrat Jacob-

Ulles ruhig ser"^ sohn (Berlin). Er verbreitete sich eingehend über die

Durch die Blatter macht ^me Meldung der ,,^eut;ch-I ucue Gerichtsvollzieherordnung, die in Preußen am

Ostafrikanischen Zeitung vom 3. August die Runde, ber L Oktober 1900 eingeführt ist. Diese Gerichtsvollzieher­zufolge !die Kiv n gr enzk^o mmif frio J en bor | orb)niniq selber und die Denkschrift dazu find vorher weder

kurzem beendet haben soll. Nach den von derN. L. K. ber Oeffentlichkcit noch den Anwaltskammern oder An-

eingezogenen Erkundigungen ist diese Meldungstnzu-l Esvereinen mitgeteilt worden. Wäre dies geschehen, so treffend. Die Thätigkeit der Komnnssion nimmt ihren!. r-c( bie preußische Justizverwaltung vielleicht doch;

giprh-pt-PT frmmtmaTin I Kritik von berufener Seite veranlaßt gesehen,

auf dieser Neuordnung nicht zu bestehen. Trotzdem die ^uaenommen, yieraur wuroen vie ;ot:ivu4ununvjv»i m.**v Anwaltschaft nicht gefragt war hat fie doch, sobald» sie L> P^ttag vertagt.

von den Plänen Kenntnis erhalten hatte, ftöcrpf 1 r^tet September begann die Berhpii^uin^ Mit dev

gehalten, ihre wärmende Stimme zu erheben. Der Vorstand « die Susvensidn als ehr en gericht- oer Anwaltskammer zu Berlm hat unterm 2L Fbruar Frage. Ist e ten? Der Referent, Geh.

1900 eine Petition dem ^dseordnetenhause ubemercht. ^zi c- L e s s e- Berlin^ begründete unter Hinweis auf

die!°r^ Petition wird^ darauf L N Lander den Antrag. Es empfehlr

für die Umgestaltung des ^rrEsvollzreh^esens m ) i den im 8 63 der Rechtsanwaltsordnung vorgesehenen stichhaltig seren, und Latz d«^ Folgen schädlich » itweise'Kspenfron, und zwar läng-

werden'dürfe. Justizrat Sala m° N-Pos°n will

Epoche zu schildern und deren treibende Ideen zu erkennen,, zmge^^r

I über Welt und Schicksal, über Volk und Kunst mitgeteilt hat. Von diesen seien hier einige wiedergegeben: DaÄ Schicksal kann ganz im Men, gänz leise,leise, viel grausamer und erbarmungslos er sern, als rn dem Oonner, mit welchem es dann und wann über die Welt Hinfahrt. Es kann sogar grausam sein in der Hilfe, welche cs in der letzten höchsten Not darbietet, oder von ferne zeigt. Schuld haben sie beide nicht, weder der Mensch noch das Schicksal; sie passen nur immer ganz genau auf­einander. langsam, Schritt für Schritt die Treppe jretter hinauf! Wahrlich, die Welt bietet Nicht solch em Ueber- maß von Genüssen, daß man sie in Sprüngen 'lberfliegen. dürfte. Und ist nicht jede Swfe die man augenblicklich aufwärtssteigend betritt, em Gluck? Und ist nicht der Treppenabsatz, auf dem mau emen Moment still halt^ und sich nochmals faßt'und alles zusammenfaßt, eme W. (eit? Was man von der Mutter hat, das sitztfest und läßt sich nicht ausreden, das behält man, und es ist auch gut so, denn jeder Keim der sittlichen Fortentwickel-, ung des Menschengeschlechts liegt darin verborgen. O welch ein Wunder hat unser .Herrgott m der Frauen Herz aelegt, wenn sie blos von der richtigen Art find! Wie ein Druckfehlerverzeichnis hat er sie an 1 ein großes Weltbuch, in welches ihm oer Teufel so viel Unvcritandlich- keiten und falsche Wörter und Zahlen gesäet hat, an­gehängt! Einen Gesamtstolz auf sein Geschlecht kennt das Weib nicht. - Man spricht viel zu leichtfertig vom Lachen in der Welt; ich hatte es für eine der ernsthaftesten Angelegenheiten der Menschheit. Gott sei daß der Spaß nicht tot zu kriegen in dieser so sehr mürrischen W^t. Es kommt für alle Menschen eine Zeit, wo sie sich vor nichts mehr fürchten, als vor dem, was man in der Welt Vergnügen zu neunen Pflegt. Das »e|£, was der Mensch aus der Welt mit nach Hau,e bringen kann, ist doch nur seine Bekanntschaft mit ihr. Man muß den Leuten nur ein bischen verrückt Vorkommen, dann kommt

man schon weiter. Das Genie macht dw Fuß,tapsen, und das nachfolgende Talent lrttt rn ^dieselben hrneiN, tritt sie aber schief. Des Menschen Dasern auf Erden baut sich immer von neuem auf, doch nicht von dem änsers'en Umkreis her, sondern stets aus der Mitte. In unsrem deutschen Volke weiß man das auch eigentlich im Grunde gar nicht anders. ____e

Eine interessante Festgabe zum 70. Ge­burtstag Wilhelm Raabes hat Hans von Wol- zogen dem Dichter und seinen Verehrern dargebracht, indem er eine Sammlung seiner in all' seinen Werken ir, verstreutenAussprüche der Lebensweisheit" veranstaltete ,,v... . ....., <VV1_ Schrift-! und unter dem TitelRaabenwcisheit" veröffentlichte (Ver-

steller bedarf, um die Zustände und Entwicklung einer! lag von Otto Jayke, Berlin). Er willRaabe den Denker"