Deutsches Reich-
Berlin, 9. Aug. Aus Homburg v- b. Höhe wird gemeldet: Ter Kaiser fjört.1 heute vormittag den Vortrag bes Reichskanzlers Grafen v. Bülow. Gr verweilte heute bett Tag über zumeist im Arbeitszimmer und erging sich «m späten nachmittag in Begleitung des Reichskanzlers im Schlosspark.
— Tie „Nordd. Ällg. Ztg." schreibt: In der Presse wurde eine Mitteilung des „Manchester Guardian" erörtert, nach welchcr^der Kaiser mit der Abfassung einer Schrift über die Erstürmung der Takuforts sich beschäftige. Wir sind zu der Feststellung ermächtigt, baß die Meldung des englischen Blattes unbegründet ist.
— Herr v. Miquel hat nach Osnabrück die Nachricht gelangen lassen, seine durch Uebermaß von Arbeit sehr geschwächta Gesundheit habe sich bis jetzt wenig gebessert, wozu noch die Spuren des Alters träten. Deshalb könne er über Reisen rc. noch gar nicht disponieren.
M — In Dessau hat sichern allgemein^Me^^t»er Wl r bei t g e b e r b u n d gebildet, der fämt iN^B^^Jnette unb gewerbliche Arbeitgeberverbände ge
meinsamer Interessenvertretung zusammenschließen soll.
— Die „Konserv. Korr." beschäftigt sich mit dem Vorgehen des offiziösen Wolffschen Telegraphenbureaus in Dingen des Zolltarifs und kommt zu dem Ergebnisse, daß es sich nicht um ein bloßes Versehen handle, sondern um absichtliche Besorgung der Geschäfte dos Auslandes. Das genannte Parteiorgan schreibt am Schlüsse eines Artikels wörtlich folgendes:
„Es ist unseres Erachtens nicht etwa als bloßes Versehen oder als Leichtfertigkeit zu erachten, daß das Wolffsche TelegrHvhenbureau mit seinem Nachrichtendienst bezüglich des Mlltarifs die Geschäfte des Auslandes besorgt; die Sache verdient weit ernstzer genommen zu werden. Man wirb sich wohl noch erinnern, baß das Wolffsche Bureau gelegentlich der Breslauer Kaisermanöver ebenfalls gefälschte Mitteilungen publiziert hat, die für unsere auswärtigen Beziehungen, insonderheit für unsere Beziehungen mit Rußland schon fast verhängnisvolle Wirkung ausübten. Damals schickte man ben_ „nervösen" Berichterstatter als Sündenbock in die Wüste und — die Sache war erledigt. Heute muß daran erinnert und angesichts des analogen Vorfalls die Frage aufgeworfen werden: cui böno?"
Bremerhaven, 9. Aug. Mit dem Lloyddampfev „Rhein" trafen 2100 abgelöste Marinemannschaften aus Ostasien hier ein.
Bremen, 9. Aug. Für den ermordeten deutschen Gesandten in Peking, Freiherrn v. Ketteler, fand in Der Lloydhalle in Bremerhaven eine weihevolle Trauer- feier statt. An derselben nahm als Vertreter des Kaisers ber Chef der Nordseestgtion, Admiral Thomsen, teil, sowie andere hervorragende Persönlichkeiten. Nach Beendigung der Feier und Weihe nach dem Ritus der katholischen Kirche ivurbe der Sarg zum Bahnzuge gebracht, der die Leiche in die Heimat bringen wird.
Altona^ 9. Aug. Graf Walbersee traf heute vormittag vor dem hiesigen Rathause ein, und wurde im Rathaussaale vom Oberbürgermeister mit einer Ansprache begrüßt. Hieran schloß sich ein Frühstück. Gegen 11 Uhb fuhr ber Feldmarschall nach Hamburg zurück, wo er kurz nach 12 Uhr mit seiner Gemahlin eintraf. Um 12.9 Uhr erfolgte unter lebhaften Hochrufen ber zahlreichen Menge die Abreise nach Frankfurt a. M.
Hannover, 9. Aug. Generalfeldmarschall' Graf Waldersee ist auf der Fahrt von Hamburg nach Homburg heute nachmittag hier ein getroffen. Auf dem Bahnhof waren der Stadtdirektor Tramm, der kommandierende General v. Stüntzner, Polizeipräsident Graf Schwerin und eine große Menschenmenge zur Begrüßung erschienen. Nach kurzem Aufenthalte setzte der Graf die Fahrt fort.
Frankfurt a. M.-, 9. Aug. Graf Waldersee traf heute abend 10.30 Uhr auf dem hiesigen Hauptbahnhof ein, wo er von einer vieltausendköpfigen Menschenmenge mit Hochrufen lebhaft begrüßt wurde. Seitens der Generalität mnb des Offizierkorps wurde ihm im Fürstzenzimmer des Bahnhofes ein festlicher Empfang bereitet; nach etwä 20 Minuten war dieser militärische Begrüßungsakt beendet, worauf sich Graf Waldersee in das Hotel „Russischer Hof" begab. Die Abreise nach Homburg erfolgt morgen früh; ber Andrang des Publikums innerhalb des Bahnhofs war so erheblich, daß ein größeres Aufgebot von Polizeibeamten notwendig war, um Verkehrsftotfungen zu verhindern.
München, 9. Aug. Prinzregent Luitpold richtete aus den bayerischen Bergen an den Grafen Waldersee einen Willkommengruß zur glücklichen Rückkehr in die Heimat.
Straßburg, 9. Aug. Wie dem klerikalen „Elsässer" von glaubwürdiger Seite berichtet wird, hat auf die Weigerung des Straßburger Weihbischvfs Dr. Marbach hin, nach Metz zu gehen, Prälat ZornvonBulach zum dritten Male den Kaiser gebeten, von seiner Ernennung abzusehen, weil es ihm überaus peinlich wäre, unter den vorliegenden Umständen Weihbischof in Straßburg zu werden. Infolgedessen dürfte auch die Ernennung des Llbtes Benzler rückgängig gemacht und die ganze Kombination fallen gelassen werden
Ausland.
Haag, 9. Aug. Bei der Königin Wilhelmina steht ein freudiges Familienereignis zu erwarten.
— Eine amtliche Depesche aus Batavia meldet: Die Frau des Prätendenten auf das Sultanat von Atschin hat sich dem Gouverneur von Atschin unterworfen. Der Zu- ffuchtsort des Prätendenten ist entdeckt worden; der letztere, welcher verwundet ist, entkam jedoch.
Budapest, 9. Aug. In Oerkeny, wo ein gvoßer Ar- tilleriemanöverplatz sich befindet, wurde auf die Anzeige eines Feuerwerkers hin ein angeblicher russischerSpion verhaftet. Derselbe soll ein russischer Artillerieoffizier namens Kretinszky fein. Er hielt sich dort unter falschem Namen auf .und versuchte, mehreren Soldaten durch Geldgeschenke Geheimnisse zu entlocken.
r?-e r r 9' 9. Aug. Tie Vermählung der Großfürstin ~ I g a mit dem Prinzen Peter von Oldenburg tjat beute unter dem üblichen Zeremoniell in Gegen- wart des Kaiserpaares, der Kaiserin-Mutter, der Königin Olga rc. stattgefunden.
.r Saigon, 9. Aug. Prinz Heinrich von Orleans ist heute nachmittag geworben. Er war der älteste Sohn »des noch lebenden Herzogs von Chartres, des Bruders des verstorbenen Grafen von Paris, und diese wieder die Söbne des ältesten Sohnes Louis Philipps, des Kronprinzen Fer
dinand, der 1842 durch einen Sturz aus dem Wagen tätlich verunglückte. Ter Prinz war am 16. Oktober 1867 geboren- Er hat den Prätendenten gespielt, aber ebenso erfolglos wie der wirkliche Prätendent, Prinz Philipp von Orleans, der mit einer österreichischen Erzherzogin verheiratet und aus Frankreich verbannt ist Prinz Heinrich war etn leichtsinniger Jüngling; er war so verschwenderisch, daß ihn seine Familie' unter Kuratel stellte. Tann suchte er um jeden Preis von sich reden zu machen und drängte sich überall vor. Er umarmte öffentlich den Esterhazy, als dieser vom Kriegsgericht ffeigesprochen worden war; er beleidigte das italienische Offizierskorps nach dem unglücklichen Ausgang des Feldzugs in Abefsynien, was ihm ein Duell mit dem Grafen von Turin und eine Wunde einbrachte u. s. w- Seit etwa zehn Jahren hat er sogenannte Forschungsreisen gemacht, die ihm die Ehrenlegion eingetragen haben; er war in Ostasien, am oberen Nil, in Äbessynien u. s. w- Die Wissenschaft hat er durch seine Reisen nicht besonders bereichert, aber jedenfalls sind sie für seine Familie billiger gewesen, als wenn der Prinz stets in Paris gelebt hätte. In Cochinchina hat er sich eine schwere Krankheit geholt, der er jetzt erlegen ist
Aus Stadt und Iand.
LU. Jahreschrouik der Laudesuniverfität. Die akademische Festrede, die der zeitige Rektor Geh. Justtzrat Dr. Arthur B. Schmidt am 1. Juli bei der Feier des Jahresfestes der Universität gehalten hat: „Das Bürgerliche Gesetzbuch als Erzieher unseres Volkes", ist soeben erschienen. Beigegeben ist ihr ein Bericht über das „äußere Leben unserer Hochschule" in der Zeit vom 1. Juli 1900 bis 30. Juni 1901. Wir ersehen daraus, daß aus dem akademischen Lehrkörper in dieser Zeit ausgeschieden find: durch Tod der Privatdozent der Medizin Dr. Baur, durch Versetzung in den Ruhestand der ordentliche Profeffor der Theologie Dr. Heinr. Ad. Köstlin, der a.-ordentl. Profeffor der Medizin Dr. Ferd. Fuhr und der zweite Lehrer der Tierheilkunde Prof. Dr. Ludwig Winckler. Dagegen find neu eingfr treten: als ordentlicher Professor der Theologie Dr. P. DrewS, als a.-ordentl. Profeffor der Veterinärmedizin Dr. Franz Preusse, als Privatdozevten Dr. W. Köhler (für Kirchengeschichte), Dr. K. Bötticher (für Chirurgie), Dr. R. Siefmann (für Nationalökonomie), Dr. W. Horn (für englische Philologie). Promotionen wurden im Ganzen 60 vollzogen, 2 von der theologischen, 6 von der juristischen — darunter die Ehrenpromotion des Wirkl. Geh.-Rats Heinrich Kn orr von Rosenroth, des früheren Ministerial-Referenten für die Univerfität —, 35 von der vereinigten medizinischen, 17 von der philosophischen Fakultät. Drei Studierende sind gestorben.
** Schlägerei. Gestern nachmittag gegen 2 Uhr gerieten zwei Weißbinder, die stark angetrunken waren, in der Drei- häusergaffe in Streit, der in eine Prügelei ausartete. Sie wurden zur Anzeige gebracht.
•• Messerheld. Gestern abend bedrohte ein eben erst aus dem Zuchthaus entlaßener Mann ein in einem Hause der Neustadt wohnendes Dienstmädchen mit offenem Meffer. Als ein Schutzmann zu Hilfe gerufen wurde, verduftete der Thäter, so daß der Schutzmann ihn nicht mehr faßen konnte. Doch ist fein Name bekannt.
•• Ausreißer. Einem 9jährigen Jungen aus Berlin, der bei seinem in der Nähe von Koblenz wohnenden Onkel zum Besuch war, hat es dort so gut gefallen, daß er am Donnerstag auf der Rückreise nach Berlin auf dem hiesigen Bahnhofe seine Reisegesellschaft böswillig verließ, um wieder zu seinem Onkel zurückzukehren. Da er ohne Mittel war, wurde er von dem Stationsvorsteher aufgegriffen und der Polizei übergeben, die ihn heute morgen seinen Eltern auf ihre Kosten zuschickte.
** Am BootSplatz der Gießener Rudergesellschast findet, wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, Sonntag nachmittag ein Sommerfest statt, deßen Programm den Mitgliedern und Freunden des schönen Rudersports eine ganze Anzahl interessanter und erheiternder Nummern bieten wird. Drei Junior-Merer-Mannschasten werden, was den sportlichen Teil anlangt, einige interne Rennen fahren, zu denen der Vorstand zwei schöne Erinnerungspreise gestiftet hat. Außerdem wird seit langen Jahren zum erstenmale wieder dne Anzahl humoristischer Wasserspiele stattfinden, als Entenjagd, Grönländer-Rennen mit Hindernißen, Balkenlaufen, Schifferstechen rc. sodaß wohl den Besuchern des Sommerfestes einige fröhliche genußreiche Stunden in Aussicht stehen. Konzert, Beleuchtung der Lahnufer und des Bootsplatzes, schwimmendes lebendes Bild, Gondelfahrten u. s. w. dürften zur angenehmen Unterhaltung noch besonders beitragen.
** Feuer. Gestern abend kurz nach 7 Uhr ertönte die Feuerglocke in unserer Stadt. In der Hof- raithe des Formers Jakob Ott am Schiffen- berger Weg war Feuer ausgebrochen, das sich von der mit Heu und Stroh gefüllten Scheune rasch über das ganze Gehöft verbreitete. Das darin befindliche Vieh wurde gerettet. Arbeiter der Maschinenfabrik und Eisengießerei Hey- ligenstaedt u. Co. waren zuerst am Platze und leisteten die erste Hilfe. In die übrige Arbeit teilten sich die Mitglieder der Gailschen und der ffeiwilligen Feuerwehr. Das Gebäude mußte abgedeckt und teilweise niedergerissen werden. Wie man hört, sollen Kinder neben dem Gehöft mit Streichhölzern gespielt und die Scheune in Brand gesteckt haben.
** Sommerfest. Auf der Liebigshöhe findet morgen Sommerfest statt. Der Wirt hat für die Gäste mancherlei Ueberraschungen vorbereitet. Auch an den üblichen Volksbelustigungsmitteln fehlt es nicht.
** Der Gießener Zitherklub veranstaltet morgen, Sonntag, auf der Schönen Aussicht sein 2. Sommer- f e st. Mancherlei Volksbelustigungen sind für den Tag vor-, gesehen. In Anbetracht des wohlthätigen Zweckes des Vereins, der jährlich einer größeren Anzahl von armen Kindern eine Weihnachtsffeube bereitet, ist seinem Fest ein guter Besuch zu wünschen.
Biebetthalbahu. Der „Franks. Ztg." wird aus Gießen geschrieben, daß die Allg. Deutsche Kleinbahn Berlin, der auch die Strecke Gießen—Bieber gehört, vor einigen Tagen auf den Stationen Heuchelheim und Rodheim a. d. Bieber die Beamten entlasten, die Stationsbuden und die Güterschuppen geschlossen habe. Die Maßregel solle aus Sparsamkeitsrücksichten erfolgt sein. Wer in den beiden Dörfern, die je über 2000 Einwohner zählen und stark entwickelte Zigarrenindustrie haben, Frachtgut abseuden oder in Empfang zu
nehmen habe, müsse sich zurzeit dec Ankunft der Züge hierzu einfinden und der Zugbegleiter besorge dann das Nötige. Fahrkarten würden vom Schaffner während der Fahrt verkauft. Der Ortsoorstand in beiden Dörfern wolle sich die Hintansetzung seiner Verkehrsinteressen nicht gefallen lasten und bei der Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. al» Aufsichtsbehörde Beschwerde führen. — Nach den von uns eingezogenen Erkundigungen ist diese Notiz zum größeren Teile unrichtig. Von einer Beamtenentlassung ist keine Rede. Der Beamte, der bisher auf Station Heuchelheim war, ist nach Bieber versetzt worden. Auf seine Stelle ist allerdings kein neuer Beamte gesetzt worden. Der Güter« schuppen in Heuchelheim ist infolgedessen geschloffen, die» Wartehalle dagegen ist nach wie vor geöffnet. Diese Maßregel ist einmal aus Sparsamkeitsrücksichten erfolgt, dann aber auch deshalb, weil der Beamte in Heuchelheim keine ausreichende Beschäftigung hatte. Auch davon» daß die Ortsverwaltung in Heuchelheim Beschwerde führen wolle, ist bis jetzt nichts bekannt geworden. Die Zigarrenindustrie wird durch diese Maßnahme so gut wie gar nicht getroffen, da diese, um das Umladen zu ersparen, größtenteils das Rohmaterial per Wagen an Ort und Stelle schafft und aus diesem Grunde auch die fertiggeftellte Ware per Wagen nach Gießen bringt, wo sie zum Versandt fertig gemacht wird. Auf der Station Rodheim aber ist zurzeit noch alles beim Alten, und auch die Beamtenbesetzung ist. noch dieselbe wie bisher.
•• „Zweierlei Maß". Die „Frkf. Ztg." halte kürzlich einen Bericht veröffentlicht über die letzte hiesige Stadtver- ordnetenfitzung, in der u. a. unseres Erachtens nicht ganz unberechtigte Klagen über das System der Polizeiverwaltung geführt worden waren. Beigeordneter Georgi hatte beantragt, Beschwerde bei der höheren Behörde zu führen. Nun erklärt der Bürgermeister in einem Schreiben an die „Frkf. Ztg.":
„Nach Ausweis des Protokollbuches ist nicht beschlossen worden, 6ei der vorgesetzten Behörde der Polizei, dem Kreisamt oder nötigenfalls dem Ministerium Beschwerde zu führen, sondern bei der maßgebenden Behörde, als welche ich in erster Linie den Polizeiamtmann ansehe. An Letzteren habe ich infolgedeflen auch die Beschwerde gerichtet, welcher durch ent» sprechende Anweisung der Schutzleute sofort Folge gegeben wurde. Klagen darüber, daß die Schutzleute an gewisser Stelle den nötigen Rückhalt nicht finden, oder daß mit zweierlei Maß gemessen werde, sind mir bisher nicht vorgebracht worden. Im Gegenteil ist mir bekannt, daß noch in letzter Zeit mehrere, den sogenannten höheren Klassen angehörende Personen auf die Anzeigen des Polizeiamtmanns hin wegen nächtlicher Ruhestörung und Sachbeschädigung vor Gericht gestellt wurden und u. a. in einem dieser Fälle auf Gefängnisstrafe errannt wurde."
Die „Frkf. Ztg." bemerkt dazu:
„Daß dem Herrn Oberbürgermeister selbst Klagen über dav System der Polizeiverwaltung noch nicht oorgetragen worden sind, be* weist unseres Erachtens sehr wenig, und was das zweierlei Matz anlaugt, so erhalten wir zufällig eben eine Korrespondenz, die sich »war nicht auf Girtzen, aber auf ganz ähnliche Verhältnisse bezieht. Es wird darin auSgeführt: „In einer Stadt, die «ine technische Hochschule besitzt, traf vor einigen Tagen ein Schutzmann nachts einen Studenten, dec eine brennende Laterne in der Hand trug. Auf die Frage des Schutzmannes, woher die Laterne sei, gab der Student die Auskunft, daß er dieselbe an einem Neubau abgehängt habe und fie nunmehr mit nach Hause nehmen wolle, um sich zu leuchten. Der Schutzmann verstand aber keinen Spaß und brachte den Studenten wegen Diebstahls zur Anzeige, da dieser eine „fremde bewegliche Sache" an sich genommen hatte. Als das Protokoll zur weiteren Untersuchung der Staatsbehörde unterbreitet worden war, fand sich, daß das Wort „Diebstahl" gestrichen und durch die Bezeichnung „Grober Unfug" ersetzt worden war." Daß sich bei so zarter Rückstcvtnahme die Anschauung herauSbUden kann, eS werde mit zweierlei Maß gemessen. ist doch nicht verwunderlich."
Gegen die erste Bemerkung des Frankfurter Blattes läßt sich u. E. kaum etwas einwenden. Die daran angeknüpfte Exemplifikation aber scheint uns nicht besonders geschickt zw fein. Die Verhältnisse der deutschen Hochschulfiädte lasten sich selbstverständlich nicht alle über einen Kamm scheeren.
fc. Heuchelheim, 10. Aug. Auch die Turner, die der hiesige Turnverein am 4. und 5. August nach Schlitz auf die Gauturnfahrt des Gaues Hessen schickte, gingen nicht leer aus. Sie erhielten vier Preise. August Adolph erhielt mit 31i/2 Punkt den 9. Preis, Otto Adolph mit 29 Punkten den 14. Preis, Friedrich Sack mit 25 72 Punkten ben|21. Preis unb Lovis Christ mit 24</2 Punkten den 23. P eie.
t Treis a. d. Lba., 8. August. Heute kam es hier zu. einem Zusammenstoß zweier Zigeunerbanden Der Führer der einen Bande glaubte bei der anderen ihm entgegenkommenden Gesellschaft einen fahnenflüchtig gewordenen Soldaten aus Rastatt zu erkennen und wollte ihn festhalten. Letzterer jedoch faßte die Sache übel auf und sclstug mit einem sck>arskantigen Stück Holz auf seinen Angreifer los, so daß dieser ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.
e- BadNauheim, 9. Aug. Einem hohen Kunstgenuß sieht man hier entgegen. Am Donnerstag, den 15. August wird Mme. Räjane mit den ersten Künstlern des Baude» ville-Theaters in Paris im Großh. Kurtheater ein einmaliges Gastspiel geben und zwar „La Parisienne" Komödie in 3 Akten von H. Becquel unb „Lolotte" Komödie in 1 Akt von Halevy u. Meilhac. Mme. RSjane gastierte s. Z. mit großem Er- folg in Versaille vor dem Kaiser und der Kaiserin von Rußland.
w- Nidda, 9. Aug. Gestern wurde hier die Dekanats» synode unseres Dekanats abgehalten. Im Gottesdienste predigte Pfarrer Heintze-Gettenau. Bei den im RathauS- saale abgehaltenen Verhandlungen gedachte der Dekanats- Stellvertreter Pfarrer Fischer-Eichelsdorf der Heimgegangenen Synodalmitglieder, insbesondere des Pfarrers Wahl-Hirzenhain und des Dekans Hofmeyer-Nidda. Aus dem Jahresbericht geht hervor, daß Kirchen- und Abendmahlsbesuch sich gleich geblieben find; Verweigerungen kirchlicher Handlungen kamen nicht vor. An Gaben für verschiedene kirchliche Zwecke gingen ein 5396,08 Mk., ungerechnet die von Kollekteuren erhobenen Beträge. Ueber das Thema: „Wie soll die christliche Gemeinde für aus dem Gefängnis Entlassene sorgen, daß sie wieder tüchtige Menschen werden?" referierte gründlich und eingehend Pfarrer Sch re iber-Langd. Sein Referat fand allgemeinen Beifall und Zustimmung. Zum Dekan wurde Pfarrer Fischer- Eichelsdorf, und zu seinem Stellvertreter Pfarrer Hildebrand - Echzell gewählt. Der Abgeordnete zur Landessynode, Oberamtsrichter Römheld-Nidda, wohnte den Verhandlungen und auch dem nachfolgenden Zusammensein im Hotel Traube bei.
() Beichenbach, 9. Aug. Heute fanden hier die Ergänzungswahlen von drei Gem.einoeratsmitalie- d e r n statt. Zwei ältere Mitglieder des GemcinoeratS waren zurückgetreten, Georg Emrich X. und Gasyvirt Hart-
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