gestern und heute sein 40jähriges Stiftungsfest. Das
nannt.
L. Leihgestern, 8. Juli. Vom herrlichsten Sommerwetter
nachdem er sich erst geistlichen Studien zugewandt hatte/ durchs die Wirren der Freiheitskämpfe in das Heer verschlagen worden. Als Adjutant Bonapartes wurde er vermählt mit einer Nichte Josep hin ens, der Gattin Bonapartes,, dem Fräulein Emilie von Beauharnais. Nach der Errichtung des Kaiserreichs machte Napoleon ihn zum Grafen, ernannte ihn zum Generaldirektor der Posten, seine Frau zur Ehrendame der Kaiserin. Ms der gestürzte Imperator 1815 die Insel Elba verliest und zum zweiten Male die Herrschaft über Frankreich gewann, war Lavalette einer der eifrigsten, ihn zu empfangen und ihm den Boden zu bereiten. Eigenmächtig maßte er sich sein altes Amt der Postverwaltung, das die Rückkehr der Bourbonen ihm genommen hatte, wieder an und benachrichtigte alle Gemeinden des Lnndes durch Eilboten von der bevorstehenden/. Ankunst des Kaisers. Diesem leistete er damit einen unschätzbaren Dienst. Als aber das Kaiserreich auf dem Schlachtfelde von Waterloo abermals zusammengebrochen war, mußte er um so schwerer büßen. Er wurde verhaftet und das Sck)wurgericht sprach die Todesstrafe gegen ihn aus Nun ging die Gräfin Lavalette, die in diesen Schreckens-^ tagen aus einem schwachen, von Natur eher indolenten Werbe zur Heldin -wuchs, an die Ausfichrung eines kichnen Planes. Sie hatte die Erlaubnis, ihn jeden Wend mit
dessen ihm unverständliche Form m der erwähnten ihm anscheinend ganz geläufig gewordenen Weise umgebildet. Ein neuer Beweis, zu welchen Verworrenheiten unverstandene Fremdwörter im Munde des Volkes führen können! (Wir erinnern uns da eines sehr scherzhaften Vorkommnisses in einer Stadtverordneten-Sitzung einer preußischen Stadt. Ein unbesoldetes Mitglied des Magistrats, Stadtrat G., ein reich gewordener ehemaliger Handwerker, nannte fich bei Gelegenheit der Beratung über städtische Wegeverbefferung einen „eifrigen Freund guter Vegetation". Mau sagt diesem meist trefflichen und sehr rührigen Herrn nach, daß er vou „Inventar-Lehren", von „Korseäten - Kapitän" und gar von „Retiraden-Sauce" gesprochen habe. D. Red. d. Gieß. Anz.)
führend, den Kerker verließ. Da er klein von Wuchs war und sich das Taschentuch wre weinend vor das Gesicht hielt, ließen ihn die Wächter und Gendarmen ruhig passieren. Aber auf der Straße mußte er einige qualvolle Minuten warten, bis sein in das Geheimnis einge- weihter Diener die Träger der Sänfte herbeigeholt hatte. Gerade in diesem Augenblick wurde der Betrug bereits dadurch entdeckt, daß der Aufseher die Zelle des Gefangenen revidierte. Aber die Gräfin hielt diesen gewaltsam fest, und wenn er sich auch nach eifern kurzen Ringen^ bei dem sie einen Teil seines Rockes in Händen behielt, losmachen konnte, so hatte der Aufenthalt doch gerade genügt, um den Befreiten entkommen zu lassen.
* Tie Ermordung einer jungen Römerin durch den Advokaten Alfano ist fortgesetzt der Gegenstand des Tagesgespräches in Rom. Alfano lebte zwei Jahre mit dem Mädchen zusammen, zu dem er eine tiefe Zuneigung gefaßt hatte, und die er wohl mit allzu glühender Eifersucht hütete. Tenn eines Tages beschloß das Mädchen, ihm zu entfliehen. Ta im übrigen auch! die pekuniären Verhältnisse des Advokaten derartig waren, daß das Paar in den dürftigsten Umständen leben und oft Hunger leiden mußte, so mag 'dem Mädchen der Entschluß, den Geliebten zu verlassen, besonders leicht geworden sein. Alfano holte jedoch die Fliehende ein und schoß sie unter dem Thorr des Palazzo Scaramella-Manetti nieder. Darauf ließ er sich ohne den leiseshen Widerstand verhaften.
* Fremdwort im BolkSmunde. Ein biederer Bergführer in der Hohen Tatra machte jüngst einen deutschen Reisenden bei einer Bergbesteigung mit gewissenhaftem Eifer auf eine Stelle des Weges besonders aufmerksam, weil da, wie er verständnisvoll verficherte, eine sehr schöne Wege- Station sei. Mit vieler Mühe brachte der Reisende endlich durch Fragen aus ihm heraus, daß er darunter einen Ort mit reichlichem Wuchs von Alpenpflanzen verstand! Offenbar, fügt die „Zeitschrift des Deutschen Sprachvereins" dieser lustigen Mitteilung hinzu, war ihm also in der Bergsührerschule, die er hatte besuchen müssen, von Vegetation gesprochen worden, und statt dafür Pflanzenwuchs oder Pflanzenwelt zu sagen,, hatte er aus scheuer Achtung vor dem feinen, gelehrten Worte
armst Ztg" meldet, ihrer dreizehnjährigen Tochter aus emrge Stunden zu be- > evb von Batten- suchen und benutzte hierzu eine Sanfte. Ermge Tage ... y . nnn Mi/nntertc aro heute erschien sie, wie gewöhnlich, bei ihrem Manne und versuchte mze,pn Xenra von...tont g y $ längerem Widerstreben dazu zu bewegen, daß
er ihr^Kl/ider anzog und, seine Tochter am Arme
erforderlich ist. Tjäß dieses doppelte „Muß" nickt nur! ~ A!/«Vund Brin'essin Fr^anz^Joseph von'B a t ten
theoretisch in meinem Kopfe vagabundiert, sondern " l P "nd P i a von M o n t e n e " o beut,
verum natura vorhanden ist, ergiebt ftch daraus, daß berg, i esorrtt
es schon im ersten Jahre hier seine «^££9 8™ esn und"Leisten'nach gemeinsam
ge/ttgf hat. A ahn? Aufsi-A wurde weiter Aagdschl^W vlfs g ° rten ern^und r^EstnZ "zurück. -
gearbeitet, selbst während der Ernte bedurfte es nicht an Angenommenem per der die 301 Kilometer betreibender ober verweisender Worte. nunm/br traqcnbe Entfernung zwischen Tarmstadt und Basel m der
nachdem die Eewiunbcteillgung zum ersten .N°le nunmehr tragende e.nti rn g » n rädIegen werd, kursiert dem Einzelnen als Realität angenehm entgegengetreten turzen vkrift von a-xviclbe verläßt Tarmstadt um 1 Uhr ist, nicht abschwäihen, sondern eher verstarten werden, liegt »om . . ix ... n. - I Schwetzingen bereits um
-erste Jahr hat nichts gebracht, was den eingeschlagenen Weg s Basel aulangende Gegeuzug. Mit
als verkehrten erkennen laste» konnte. in Karlsruhe und Freiburg an-
ZT s jr x I haltenden und nur erste und zweite Klasse führenden Zugen
Aus Stadt und Land. list die rascheste Verbind 9 9 sa hip atiri npti i
1. eine Uebersicht der von dem Ministerium des Innern fMbrQXen6fllft g Juli. Die Kon ferenz der soziales Etatsjahr 1901/02 genehmigten Umlagen der Kommunal- L m o'f'r^^schen Gemeindevertreter des Groß- bedürfnisse in den Gemeinden deS Kreises Dieburg und in ber,ogtum§ Hessen, die am Sonntag hier tagte, war von den Landgemeinden deS Kreises Gießen; 2. Ordensverleihungen/; ca ' 100 Vertretern und Vertrauensleuten derjenigen Orte, 3. folgende Sonturr enger Öffnungen: Erledigt find: die mit noch keine sozialdemokratischen Gemeinderate haben, einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der besucht. Der Zweck der Konferenz roa^bie Aufstellung eme» Gemeindeschule zu ReinhardSbain im Kreise Gießen; Kommunalprogramms, das der am l.^oeptember stattfinden- “tt ist S- 5ib Mtotbienn verbunden!IdenLande^ ÄÄ tS Sine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende^Lehrerstelle ß^^n B^schl^ßf ^^^^^9 Programmentwurf an der Gemeindeschule zu Lollar im Kreise Gießen; mit ^^leat der sich dem schon für den Kreis Offenbach- der Stelle ist Organisten- und Lektordienst verbunden. Dieburg ' geltenden Kommunalprogramm eng anschließt;
"Personalnachrichten. Der Großherzog hat dem außerdem hatte aber „Gen." Friedberg aus Mainz ebenfalls Gräflich Solms-Laubachschen Oberverwalter August Berl- ^inen Entwurf eingereicht, der eine noch eingehendere De- stein zu Laubach! das Silberne Kreuz des Verdienstordens ^^lierung des ersten Entwurfes darbot. „Genosse" Ulrich Philipps des Großmütigen mit der Krone zum 1. Smit). ^rwäbnte in seinem Referat über das Programm, daß beim und dem Weinbergsarbeiter Nikolaus Frankot zu Rum- ^^beZkomitee das Vorhandensein von 7 sozialdemokrati- melsheim, Kreis Kreuznach', in Diensten des .Weinguts- Gemeindevertretern aus dem-Kreise Mainz, 2 0 aus Besitzers A. I. Soherr zu Bingen, das Mlgemecne Ehren- K'm Preise Gießen, 39 aus dem Kreise Darmstadt Zeichen mit der Inschrift „Für treue Arbech verliehen. I b ß6 au§ bcm Kreise Offenbach angemeldet worden sei. Ter Großherzog hat den vortragenden Rat bei dem Mim- betonte er, daß das aufzustellende Programm keine sterium der Finanzen, Abteilung für Finanzwirtschaft und $ ' loni«erunfl pes Verhaltens der sozialdemokratischen Eisenbahnwesen, Geheimen Oberbaurat Gustav M a h e r von Gemeindevertreter bezwecken könne, sondern nur eineRicht- der Stelle eines Mitglieds der Prüfungskommission für da^ bi(ben fof(e für das Wirken derselben im allgS-
Finanz- und technssche Fach mit Wirkung vom 1. ^uli ent- um bl'€r unb ba vorhandene Unklarheiten zu be
hoben und nnt Wirkung vom gleichen Tage an den vor- feiti ' unb Äißhelligkeiten vorzubeugen. Unmöglich sei tragenden Rat bei der genannten Mteckung, Oberbaurat H Verschiedenheit der Verhältnisse in den Stadt-
Franz Coulmann, zum Mitglied dieser Kommifswn er- ontlbacmeil ben für alle Fälle Vorsorge zu treffen. Auf
Lttteratur, Wissenschaft und Kunst.
Preisausschreiben des Unterbrettts i« Wie«. Im Gegensatz zum ^Ueberbrettl" hat sich in Wien eine „Unterbrettl"»Gesellschaft ge- bUdet, die gegenwärtig im Englischen Garten ihre Vorstellungen abhült. Die „Unterbrettl"-„Unter"nehmer „unterfangen sich jetzt, eine Preiskonkurrenz zu erlassen für die besten litterarischen und musikalischen Vortragstücke. Als Preise sind insgesamt 2600 Kronen ausgesetzt. Selbstver- tändlich ist eine „Unterbrettl-Kommission" eingesetzt, um die eingehendm Liedertexte, Kouplets, Gedichte, Duette, Terzette und dramatischen Szenen zu prüfen.
Unioersttäts-Uachrichteu.
— Roch einmal die PreiSanfaabe« der UniverfttLte«. Der „Köln. Volksztg." wird geschrieben: Seit mehreren Jahren hat die Beobachtung, daß die jährlich von den Universitäten gestellten Preisaufgaben keine Lösung finden, nun in Amt und Würde befindliche frühere Studenten beschäftigt. Sie sind auch zu dem Resultate gekommen, daß die gestellten Aufgaben häufig zu schwierig und zu umfaffend sind. Der Studiosus wird, falls er seiner Pflicht, die ihm zum Studium bestimmten Semester zum Studieren zu benutzen, gerecht werden will, um zum Schluffe ein gutes Examen zu bestehen, durch Bearbeitung der Aufgabe zu wett und zu lange von seinen Arbeiten abgelenkt. Ausnahmen hiervon könnten allerdings die Studierenden machen, die ihr ganzes Heil im Repetttorium in den zwei letzten Semestern suchen. Sie hätten Zeit, die Semester, die ie mit Nichtsthun ausfüllen, zur Lösung zu benutzen, doch fallen sie aus. da sie ja deshalb die sogenannten Paukanten aussuchen, um die größte Zeit ihrer akademischen Laufbahn frei vom Studium zu sein. Auch dürfte das finanzielle Entgelt für all die Mühe und Arbeit ein zu geringes Aeqmvalent bieten, und könnte der Versuch von feiten der Regierungen, um beffere Resultate zu erzielen, durch Erhöhung der Prämie gemacht werden. Weshalb sollte der Versuch nicht von Erfolg fein? Hat doch eine seit einigen Jahren bestehende Einrichtung, denselben Zweck verfolgend, chöne Früchte erzielt. Philister des katholischen Studentenvereins Arminia in Bonn haben vor nunmehr acht bis neun Jahren den Beschluß gefaßt und sührm denselben auch aus, daß demjenigen aktiven Arminen, der eine der eigentlichen Preisaufgaben der Universität Bonn löst und den Universitätspreis erhält; daß, in zweiter Linie, dem, der eine lobende Erwähnung erhält, und, treffen diese zwei Fälle nicht ein, demjenigen, der eine der Bonner Stipendium-Preisaufgaben löst, eine Summe von 100 Mk. ausbezahlt wird. Lösen mehrere Arminen Preisaufgaben u. s. w. so wird die auszuzahlende Summe erhöht. Vielleicht geben diese Zeilm Veranlaffung, ähnliche Einrichtungen für die Studierenden zu treffen oder mögen die Philister anderer Korporationen Beschlüffe dieser Art treffen, es werden gewiß manche arbeitsame Studenten fich bemühen, Preisauf- gaben zu lösen. '
Eisenach, 9. Juli. Der Verbandstag der technischen Hochschulen Deutschlands wurde heute vormittag um 9 Uhr eröffnet. Benz-Darmstadt führt den Vorsitz. Die Beratungen sind interner Natur.
— AuS Erlangen wird berichtet: 3um Prorektor der Universität für das Studienjahr 1901/02 wurde d»
Wilhüm ®ei8et gewühlt.
? S/n„b=r H°«-duIe ein Ferienkurs für etw. IOC mittelfrünklsche Volkslchullehrer statt, der acht Tage dauert und National- 0t0l’0™le und Zoologie umiaßt. - Der bisherige «. o. Prolchor für D? Nie'd^ ???.",Un'°«stM Berlin, Geh. Regierungirat Dr. Friedrich D t etc riet ist zum o. Honorar-Profeffor ernannt
b“ Universitätsbibliothek ,u m Seelmann und der Bibliothekar an der P«uli»ischen Bibliothek zu M ü n st e r t. W. Dr. P-ul Hirsch 10<nÄfuin die Königliche Bibliothek zu Berlttr, der ^ dliothekar an der Königlichen Bibliothek zu Berlin Dr. Max BI u- SbHntVpf n Ä.A?LHenschaft «m die Berliner UniverfitLts- Li? Bibliothekar an der Königlichen Bibliothek zu ?erfiIt?t8MNin?F°fannt8Ai f e in sleicher Eigenschaft an die Uni» 8U ^"ngen versetzt wordm. Die btshertgm
Königlichen Bibliothek zu Berlin Dr.
udt8i und Dr. Oskar Mann, sowie der bisherige HUfS- Bibliothekar an der Königlichen und Universitäts-Bibliothek zu BreSlau.
u l tz find zu Bibliothekaren an der Königlichen Biblio- der bisherige HilsS-BibUothekar an der UnioersitätS- bibltothek zu Berlin Dr. Gotthold NätebuS ist zum Bibliothekar
und Laudgemeiuden für alle Fälle Vorsorge zu treffen. Auf Grund des zu erlassenden Programms müßten dann die t 4 'Genossen" selbst ihre Thätigkeit in den Gemeinderäten
begünstigt, feierte der hiesige Gesangverein „Eintracht" einrichten. Abgesehen von der Besprechung einzelner For- gestern und heute sein 40jähriges Stiftungsfest. DaS berungen des Entwurfs dreht sich in der Hauptsache die Dorf hatte reichen Festschmuck angelegt. Mehrere Ehren-1 Aussprache um folgenden (gestern bereits von uns kurz er- pforten begrüßten die erschienenen auswärtigen Gesangver-1 wähnten) Antrag des Genossen Cramer-Tarmstadt: eine. Gegen 4 Uhr bewegte sich ein langer Festzug mit zwei! „Tie sozialdemokratisckie Partei des Landes hat keine Musikkapellen durch die OrtSstraßen, welche Fichtenalleen Ursache mehr, sich! der Ausübung des Wahlrechts zu dem
glichen. Der Festplatz war ebenfalls reich geschmückt; be- Bürgermeister- und Beigeordnetenamt zu enthalten. Es
sonders sckön nabm fick der Sänaervavillon auS Der aroste deshalb mt Entwurf die Beteiligung an diesen Wahlen ET" WK MA» unter der Voraussetzung, daß nur tüchtige prinzipienfeste
Festplatz war bald dicht besetzt. Der hiesige Pfarrer, Dekan Männer zum Kandidaten bestimmt werden, auszusprechen
Strack, hielt die BegrußungS- und Festrede. In trefflichen I und bei der nächsten Landeskonferenz die Aufhebung Worten schilderte er den Wert des Volksgesangs und die des sog. Mainzer Beschlusses zu beantragen." Bedeutung deS deutschen LiedeS, dem auch sein Hoch galt. Der Antragsteller betonte, daß sich die Partei bei Herr Seipp gedachte sodann der noch lebenden Gründer des ihrer zunehmenden Ausdehnung auch weitere Ziele zu Vereins, denen zum Andenken an das 40. Jubiläumsfest stecken habe und daß man, wie es im Berichte des „Bor- Ehrendiplome überreicht wurden. Die hiesigen Jungfrauen wärts" heißt, die Regierung einmal ernstlich vor und der Kriegerverein Übergaben nunmehr je eine mit Wid-Pie Altern ative der Destätigung eines sozral- mung versehene Fahnenschleife. Nach einem Gesana deS demokratischen Bürgermeisters oder feiernbtm Verein« trnnpn nnA hip iifirMon ßUfntmhLtktt» geordneten stellen solle. Vor allem wurde auch durch -«waren Übrigen'Gesangvereine - ^ie Aufhebung des Mainzer Beschlusses, der die Beteilig-
M r a- Nunmehr au diesen Wahlen und die offizielle Agitation für diesen
entwickelte sich bet Tanz und sonstigen Volksbelusttgungen ein ober jenen Kandidaten wegen der voraussichtlichen Nicht- regeS Treiben auf dem Fefiplatze. Küche und Keller der bestätigung des Gewählten von Partei wegen untersagte und beiden Festwirte Faber und Arnold leisteten vorzügliches. I es den einzelnen Genossen überließ, ob sie sich privatim Tanz, Gesaugsvorträge und sonstige Volksbelustigungen hielten an den Wahlen beteiligen wollen oder nicht, viel Hader die Festteünehmer noch manche Stunde in fröhlichster Stim- und sogar Organisationsstörungen in Parteikreisen ver- mung beisammen. I hindert. Mit wenigen Ausnahmen sprach man sich für den
§ Butzbach, 9. Juli. Anläßlich der für unsere Cramer'schen Antrag aus, der dann auch angenommen Wasserleitung erfolgten Mhrlegung im Bauwald der wurde. Erwähnt sei aus der Debatte die Mitteilung eines Gemarkung Pohl-Göns mußte unsere Stadt einen Prozeß „Genossen", daß in Kelsterbach ein ausgesproche- ausfoch-ten. Tie Gemeinde Pohl-Göns verlangte nämlich für \n er Sozialdemokrat dre Bestätigung seitens den durch die fragliche Anlage verursachten und etwa noch ber Regierung erhalten habe. Während der Ent- entstehenden Schpden eine Vergütung von 600 Mk ein Wurf Friedbergs wenig Gegenliebe fand, wurde dem Ent- Betrag, den Butzbach! als zu hoch zu zahlen sich weigerte Wurf des Landeskomitees mit einigen Zusätzen resp. Aender- Vor der Zivilkammer des Landgerichts Gießen kam nun ungen, die vom „Genossen" Tiefel im Auftrage der Mainzer zwischen den Streitenden ein Vergleich dahin zu stände Genossen beantragt und begründet worden waren, zuge- daß Butzbach zur Abfindung der Gemeinde Pohl-Göns eine stimmt. Im großen und ganzen enthält dieser Entwurf Entschädigung von 300 Mk. zahlt, die Hälfte der Gerichts- bie schon in anderen süddeutschen Landesteilen aufge- kosftn und die eigenen Anwaltskosten trägt, während^Pohl- stellten Forderungen.
Gons die weiteren Unkosten bestreitet. ------------ ----- -
m. Schwalheim bei Friedberg, 9. Juli. Unser Krieger- NerMischteZ.
verein feierte am 6., 7. und 8. Juli sein Fabnenweib-
fest. Dorf und Festplatz waren auf- schönste ^mit tabuen BE in e b erühm t e Fr a u. Ter ftanzösische Historiker
Kränzen, Guirlandeu^ undFleury behandelt in einem jüngst erschienenen Buche mebre» ffZE“ ^uch bie berühmten Frauen während der Revolution und unter
n*/(S«?!?*ttCnari?ÖQkCk bnichtet. Die Festlichkeiten dem Kaiserreich. Das interessanteste Kapitel des Werkes ist am Sam-tag Abend durch einen Umzug durchs Dorf desjenige, welches sich mit einer Frau beschäftigt, der Na- zum rpestplatze, der fich am Ufer der Wetter befand, ein- Poleon I. auf St. Helena den Beinamen „die Heldin des geleitet. Darau schloß fich eine Vorfeier mit Kommers. Kaiserreichs" gab, der Gräfin Lavalette, der es durch Sonntag früh wurde Tagreveille geschlagen. Um 91/» Uhr heroische Aufopferung gelang, ihren von der Restauration versammelte fich der Kriegerverein zum Gottesdienste Etwa §UIn ^°be verurteilten Gatten, sozusagen am Fuße des 20 auswärtige Vereine waren zur Teilnabme an der fteier Schafßotts, zu retten. Antoine Chamans de Lavalette war, erschienen. Nachmittag- 2 Uhr wurde v°m Festplatz?°Ü- Prrt
ein Umzug durch das Dorf veranstaltet, an dem außer den fremden Vereinen die Schuljugend, die Gemeindevertretung, die Veteranen, der hiesige Pfeifeuklub und der Gesangverein, w ?e^bnmen' die die neue Fahne trugen, tettnahmeu.
anf dem Festplatze angekommen war, hielt Pfarrer Schäfer die Festrede, die mit einem 8" d-utlch- Reich schloß. Hiernach wurde die Fahne überreicht Der Fahnenträger legte da- Gelöbnis >»' Pcrein,W"« zu stehen und sie in Ehre»
.G-sangverem sang ein Fest, und Weihelied. m; L?nh* ,8i h$a6n\i!l9 ma1i bet «nen Seite die Germania, wahrend aus der anderen Seite der Wahlspruch steht: .Gleich ^ung-° mit dem Schwert, ist Friedenhalten hach und wert- An den Weiheakt schlossen sich ein Sonxcrt srnm ««s CnnfiiA» «alkSbeluftigungen^ welche^den Lhme?n 'die be °nde?S au- Friedberg und Nauheim zahlreich eingetrasten waren nach manche vergnügte Stande bereiteten. Mautaa Var nrittafl fanb ein Frühschoppen mit Frühlanzert statt Nach, mittag« wurde abermals ein Umzug durch das Dari ver. anstaltet, daran schloß sich ein «auzert aus dem Festplatze


