Ausgabe 
11.7.1901 Erstes Blatt
 
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9 Uhr eröffnet. »«. K.-s KsZ Seb )itgittU0g^^ ernannt Ksz ndderD' ,irj(6 . Dr. vM dn lw Dr- LfisSls- 5%S *<*« ibltothkiU Mio- -Ss

«3 derselben Bibliothek, der bisherige HtlfS-Btbliothekar an der Uni- versttätsbibliothek zu Berlin Dr. Karl Pretzsch zum Bibliothekar an der Königlichen und UntoersttätsBtbliothek zu Breslau und der bis­herige Hilfs-Bibliothekar an der Paulintschcn Bibliothek zu Münster i. W. Dr. Aloys B ö m e r zum Bibliothekar an derselben Bibliothek ernannt worden. Professor Edmund Hellmer wurde zum Rektor und Professor Georg Niemann zum Prorektor der Akademie der bil­denden Künste in Wien für die Dauer der Studienjahre 1901/02 und 1902/03 gewählt.

Aufruf

wegen Errichtung eines Scheffel-Denkmals z« Reichelsheim im Odeuwalde.

Es ist beabsichtigt, einem Lteblingsdichter des deutschen VolkeS: Joseph Viktor o. Scheffel, ein Denkmal zu Reichelsheim im Odenwalde mit Rücksicht auf die Beziehungen des Dichters zu diesem Orte und dessen Umgebung zu setzen.

Joseph Viktor v. Scheffel hat sich für alle Zeiten nicht nur die Bewunderung, sondern auch die begeisterte Verehrung der Deutschen erworben, denn ihm, dem liebenswürdigen Humoristen, ist es vor allen ge ungen, die Eigenart in Sitten und Gebräuchen, im Denken und Fühlen seiner Stammesgenoffen mit lebensvoller Frische poetisch dar­zustellen. Seinen: stark ausgeprägten Naturstnn, seiner gemü-ltchen Versenkung in die Schönheit seines Heimatlandes, seiner Neigung, von der Landschaft die Anregung zu dichterischem Schaffen zu empfangen, seiner Vorliebe für die poetische Wiedergabe lokaler (Sagen und Ueber- Ueferungen verdanken wir seine besten Werke, verdanken wir seine herrlichen Lieder, die ihre Bedeutung nicht verlieren werden, so lange in unserem Vaterlande und insbesondere in der deutschen Jugend ein gesunder Sinn für heitere und poesievolle Lebevsauffaffung eine Stätte hat.

Wenn auch Scheffel seine hauptsächlichsten Anregungen vondm wildbachdurchrauschten Thälern des Schwarzwaldes, dem träumerischen Verwetten in zerfallenen Bergvesten und oerlaffenen Klosterhöfen" seiner engeren Heimat empfing, so ist doch auch der Odenwald und

vorzugsweise die Gegend von Reichelsheim auf seine dichterische Schöpf­ung in hervorragendem Maße von Einfluß gewesen. Sie hat ihm den Anlaß und Stoff zu einer Reihe von Liedern gegeben, in denen ein unübertrefflicher Humor Herz und Gemüt erfreut, in denen aber auch ein gutes Stück Lebensweisheit verborgen liegt. Es werden die Lieder vom Rodenstein, diese in sich ppllendeten Meisterwerke der humoristischen Kunst wie Johannes Proelß, der ausgezeichnete Biograph des Dichter«, heroorhebt ihren Wert und ihre Wirkung nie einbüßen.

Nachdem Scheffels erstes LiedDas wilde Heer" in Heidelberg mächtigen Anklang und ungeahnten Beifall gesunden, hat dieser Erfolg auf den Dichter so ermunternd gewirkt, daß er nach einer Wanderung durch den Odenwald im Sommer 1857 dieselben humorvollen Töne erklingen ließ und die Lieder von ben drei Dörfern schuf, die zu den Perlen der humoristischen Weltlitteratur gezählt werden.

Durch diese und die daran anknüpfenden Dichtungen hat Scheffel die Gegend von Reichelsheim und insbesondereReichelsheim das treue" wett über die Grenzen Hessens hinaus bekannt gemacht. An der Stätte, an welcher der Dichter in seinem echten Sinn für volks­tümliches Wesen, mit seinem urwüchsigen kerndeutschen Humor be­sonderes Interesse genommen, die er in schöpferischer Kraft für alle Zeiten mit seinem Ruhm verknüpft hat, ihm ein ehrendes Zeichen der Erinnerung zu widmen, ist gewiß ein Akt dankbarer Huldigung.

Das unterzeichnete Komitee für die Errichtung eines Scheffel« Denkmals zu Reichelsheim glaubt daher, die so zahlreichen Freunde drs Dichters in Nah und Fern zu Beiträgen für das Denkmal auf« fordern zu dürfen.

Reichelsheim, im Juli 1899.

DaS Komitee.

KreiSrat Fey, Erbach i.O. RealschuldirektorDr.Gerhard, Michelstadt. (Vorsitzender.) (Schriftführer.)

Kreisschulinspektor Kleinschmidt, Erbach i. O.

(Rechner.)

Arthur, Graf zu Erbach. Museumsinspek/or Dr. Back, Darmstadt. Kaufmann Bauer, Reichelsheim. Provinzialdirektor v. Bechtold, Gießen. Hofkammerrat Brckelhaupt, Erbach. Oberlehrer B ormuth, Reichelsheim. Eisenbahndirekttonspräsident

B r e i t e n b a ch, Mainz. Ministerialrat Braun, Vorsitzender deS Odenwald-Klubs, Darmstadt. KreiS-Bauinsp.ktor Die hm, Erbach. Bürgermeister Din gelb ein, Reichelsheim. Lehrer Fritz, Vor­sitzender der Odenwold-Klubsektio-i Reichelsheim. Oberstleutnavt z. D. Gab, Vorsitzender des Journalisten- und SchriststrllervereinS Tarm- stadt. Generalmajor Freiherr v. Gemmingen, Fränktfch- Erumbach. Provinzialdirektor Freiherr v. Gagern, Mainz. Rechtsanwalt H a l l w a ck s, Da: mstadt. ReichStagsadgkordneter Ge­heimer Regierungsrat Haas, Offenbach. Landtagsabgcorbntter Häusel, Michelstadt. Freiherr M. v. Heyl, Darmstadt. Oekonom Jost, Reichelsheim. Geh. Hofrat Professor Dr. K i t t l e r, Darmstadt. Geh. Hofrat Profeffor Dr. LepsiuS, Darmstadt. Dr. med. Lipp, Reichelsheim. Geh. Medizinalrat Profeffor Dr. L ö b- lein, Rektor der Universität Gießen. Obeipostdirektor Maier, Darmstadt. Rentner Marburg, Michelstadt. Geheimrat v. Ri a r- quardt, Großh. Provinzialdtrektor, Darmstadt. Postverwalter Mergelt, Reichelsheim. Dr. W. Merck, Darmstadt. Karl Müller, Ehrenvo,sitzender des Odenwald Klubs, Darmstadt. Re­gierungsrat N o a ck, Vorsitzender der Zentralstelle für Gewerbe, Darm­stadt. Landtagsabgeordneter Ripp er, Pfaffen-Beerfurth. Bürger­meister Ripp er, Gersprenz. Kabinetsrat Röm Held, Darmstadt. Karl Schäfer, Schriftsteller, Darmstadt. Landtagsabgeordncler Rechtsanwalt Schmeel I., Darmstadt. Pfarrer Schneider, Reichelsheim. Beigeordneter Werner, Reichelsheim. RegierungSrot Wick, Erbach. Karl Wittich, Darmstadt. Hauptmann L la suite Zernin, Schriftsteller, Darmstadt.

Gerichtssaal.

Nürnberg, 9. Juli. Das Landgericht verurteilte ben Korn- merzienrat Julius Reißbarth wegen Einkommensteuer-Hinter« ziehuna zu 1630 Mk. Geldstrafe.

Nürnberg, 9.lJuli. Das Kriegsgericht verurteilte den Refirvr- leutnent Postadjunlt Bezzel (Ansbach) rot gen eines Pistolen- duellS, das am 30. April mit einem unbekannt gebliebenen Gegner auSgefochten wurde, zu 3 Monaten Festungshaft.

Versteigerung.

Dourrerstag den 11. Juli d. IS., nachmittags 1 Uhr anfangend, wird der Nachlaß des verstorbenen Lehrer- Philipp Sellin zu Allendorf a. Lda. in deffen Hause daselbst gegen gleich bare Zahlung versteigert und zwar:

1 noch gutes Tafelklavier, 2 Sofas, mehrere ein- und zweithür. Kleiderschränke, mehrere Kom­moden, mehrere vollständige Betten und Bettzeug, Tische und Stühle, 1 Schreibpult, 1 Bücher­gestell mit div. Bücher», Bilder und Spiegel, 2 Nachttische, 1 ganz neuer Petroleumkocher, mehrere Koffer und Kisten, 1 Küchenschrank mit Glas- auffatz, Porzellan und Glas, etwas neuer Ztangeschirr, Wärmeflasche, div. Küchengeschirr, eine große Partie Weißzeug, Herren« und Damenkleider, eine Partie Brennholz u. s. w.

An demselben Tage, nach beendigter Mobiliarversteigerung, wird das zu dem obigen Nachlaß gehörige zweistöckige Wohnhaus mit Keller, Stallung und Gärtchen zu Allendorf a. Lda., hinter den Linden gelegen, an Ort und Stelle unter den vor der Versteigerung bekannt zu gebenden Bedingungen öffentlich meistbietend versteigert.

Im Auftrag Großherzoglichen Amtsgerichts Gießen: Schneider. 4815

Vergebung von Kauarbeiten.

Die zur Erneuerung von Fußböden durch Buchen- riemeuparkett erforder­liche Schreiuerarbeit im Gerichtsgebäude zu Gießen, so­wie die zur Erneuerung von Oel- und Leimfarbeanstrichen in diesem Gebäude und in dem Provinzial Arresthaus erforder­lichen Weißbiuderarbeiteu sollen auf dem Wege des schriftlichen Angebots vergeben werden.

Die bezüglichen Unterlagen liegen in unserem Amtslokale zur Einficht offen.

Angebote find bis Freitag den 12. Juli l. I., vormittags 10 Uhr, mit entsprechender Aufschrift versehen, portofrei an uns einzusenden.

Zuschlagssrist 8 Tage.

Gießen, den 6. Juli 1901. Großh. Hochbauamt Gießen.

Neuling. 4752

Landwirtschaftliches Versuchsfeld.

Die Crescenz von 3 Morgen obigen Versuchsfeldes und zwar 1 Morgen Gerste, 1 Morgen Hafer und 1 Morgen Sommer- Roggen soll Samstag deu 18. Juli l. I., nachmittags 3*/, Uhr, in einzelnen Morgen auf dem Halm an Ort und Stelle an den Meistbietenden versteigert werden. Flurschlütz Wenzel wird nähere Auskunft erteilen.

Gießen, den 6. Juli 1901. Großh. Universitäts-Rentamt.

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