Zur Verhandlung steht heute die Strafsache gegen den ; Maurer Karl Georg Oppel, von Mansfelden, Kreis Limburg, zuletzt Dienstknecht auf Hof Hasselheck wegen Notzucht in drei und Notzuchtsversuch in zwei Fällen begangen im Juni v. I. in der Umgegend von Friedberg und Bad- 1 Nauheim. Um 9*/4 Uhr eröffnet der Vorsitzende die Sitzung. Der Gerichtshof ist wie folgt besetzt: Vorsitzender ist Landgerichtsrat Dr. Schäfer, Beisitzer sind Landgerichtsrat Schmeckenbecher und Amtsrichter Schmidt, Vertreter der Staatsanwaltschaft ist Oberstaatsanwalt Dr. G üngerich, als Gerichtsschreiber fungiert Gerichts-Assesior Deibel. Geschworene für die heutige Sitzung find: Karl Hadermann II. Butzbach, Konrad Schepp VHI.-Pohl-Göns, Karl Hoffmann- Hof-Güll, Heinrich Schutt II-Muschenheim, Anton Schmidt- Großen-Buseck, August Frees-Gießen, Georg Dechert-Heblos, Ludwig Schreiner-Lollar, Heinrich Lung V.-Wohnbach, Franz Senner Gießen, Johannes Weil-Münzenberg und Heinrich Georg III.-Rainrod. Die weitere Verhandlung findet hinter geschloffenen Thüren statt.
Um lli/g Uhr verkündet nach Wiederherstellung der Oeff^ntlichkeit der Präsident das Urteil des Gerichtshofes dahin, daß der Angeklagte wegen Verbrechen gegen § 177 des Strafgesetzbuchs in drei Fällen und wegen des versuchten Verbrechens gegen die §§ 177, 43 und 44 in zwei Fällen »zu einer Gesamtzuchthausftrafe von 15 Jahren verurteilt wird, daß ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren aberkannt und ihm die Kosten des Verfahrens auferlegt werden. Mildernde Umstände werden ihm nicht zuerkannt.
Protestrufe bei den Tschechischradikalen.) Der Präsident versichert, daß er unparteiisch und gerecht seines Amtes walten werde. (Beifall und Händeklatschen, Protestrufe bei den Tschechischradikalen, wiederholtes, demonstratives Händeklatschen im ganzen Hause. Der Präsident führt aus, er werde mit seinen bescheidenen Kräften dazu beitragen, daß das Haus einer besseren Zukunft entgegengehe, daß die parlamentarische Einrichtung, die ein Sinnbild der staatlichen Kraft und Macht sei, auch in Oesterreich aus dem Zustand der Erstarrung zu neuem fruchtbaren Leben erwache; er erbitte hierbei die Unterstützung des Hauses. (Erneuter lebhafter Beifall. Widerspruch bei den Tschechischradikalen.)
New-York, 8. März. Auf Kuba fällt die Export- abgabe auf Tabak mit Ende des Monats weg.
Der Angeklagte ist übrigen« auch verdächtig, in den an die Kreise Friedberg und Bad-Nauheim angrenzenden Bezirken Verbrechen gegen die §§* 177, 43 und 44 des Strafgesetzbuchs begangen zu habe».
Wie wir hören, haben die Angeklagten Walther und Lösch Horn die Rechtskraft des Urteils vom Donnerstag abend anerkannt.
Die Montagsitzung fällt aus, da die Angeklagte derart erkrankt ist, daß sie in der Verhandlung nicht erscheinen kann.
Schwurgericht.
K. Steten, 9. März.
Aus Stadt und Sand.
Sieben, 9. März 1901.
** Eine große haudelSvertragöfreurrdliche Kundgebung wird am Sonntag in Darmstadt im Anschluß au die Bestrebungen des Handelsvertragsvereins stattfinden. Das Vorgehen der Handelsvertragsfreunde wird, wie man uns aus Handelsreisen schreibt, im ganzen Großherzogtum auf das freudigste legrüßt. Offizielle und private Zustimmungen liegen schon etzt vor von den hessischen Handelskammern Bingen, Darm tadt, Friedberg, Gießen, Mainz und Offenbach. Die Ver ammlung wird den Charakter einer hessischen Landes Versammlung tragen, da aus allen Teilen des Hessen landes der Besuch angekündigt ist.
•* Weitere Klagen von Eisenbahn-Uuterbeamten. Man chreibt unS: In Nr. 55 Ihres geschätzten Blattes unter: „Berechtigte Klagen der Eisenbahn-Unterbeamten" brachten Sie u. a. auch das Wohnungsgeld zur Sprache, aber nui das eines Zugführers. Da nun der Zugführer bei den Eisenbahn Unterbeamten fast noch zu den bestgestellten gerechnet werden darf, so würde es sich empfehlen, auch einmal das der Bremser, Schaffner und Packmeister in Ihrem geschätzten Blatte zu veröffentlichen, damit nicht etwa die Herren Hausbesitzer denken, das Wohnungsgeld sei für alle gleich. Das Wohnungsgeld, wie schon in Nr. 55 erwähnt, beträgt für Zugführer 360 Mark für Gießen, Bremser, Schaffner und Packmeister dürsten auch nicht eine einzige Wohnung in ganz Gießen finden für ihr WohnungSgeld von 144 Mark. Diese Beamten müssen fast sämtlich noch bis zu 200 Mark zulegen, um eine entsprechende Wohnung zu erhalten. Da« Gehalt eines Zugführers beträgt nach 21 Jahren 1800 Mk. (Höchstgehalt), das eines Bremsers oder Schaffners nach 21 Jahren 1200 Mark. Nun erhält der Zugführer aber auch 200 bis 300 Mark Kilometergeld jährlich mehr als Bremser und Schaffner und gewinnt am Wohnungsgeld den andern gegenüber 200 Mark Was die früheren Verhältnisse in Weilburg anbetrifft, so dürfte noch zu erwähnen fein, daß das in Weilburg übernachtende Personal abermals für ein Unterkommen des Nachts (für ein Bett) 30 Pfennig bezahlen mußte, wogegen das Kilometergeld nur 28 Pfennig betrug.
** Tötlicher Unfall. Gestern nachmittag verunglückte der 32 Jahre alle Erdarbeiter Ludwig Bechlinger aus Rod heim a. d. B. an dem Brückenbau des hiesigen Bahnhofes dadurch, daß et bei der Arbeit von einer nachgerutschten größeren Erbmasse überschüttet wurde. Trotz sofortiger Befreiung aus seiner kritischen Lage, verstarb er schon auf Dem Wege zur Klinik.
*' Kaufmännischer Derei». Der für Montag, 11. März angekündigie Vortrag des Dozenten Franz Fürstenberg über „Die Photographie im Dienste der Rechtspflege", findet erst am Donnerstag, 14. dieses Monats, statt.
** 80- Geburtslag. Der Gesangverein „Harmonie" I brachte am Freitag abend seinem Ehrenmitgliede Herrn Karl
München, 8. März. Zum 80. Geburtstage des Prinzregenten hat die Stadt schon heute Festesschmuck angelegt. Es ist bestimmt worden, daß vom 12. d. Mts., bie Generale auf dem Kragen und den Aufschlägen der Drenstwaffenröcke Stickerei zu tragen Haden. — Heute vormittag wurden dem Prinzregenten die gesamten Beträge der Prinz-Regent Lu i t p o l d -L a n d e s -S ti f t u n q in Höhe von 1 1 7 0 0 00 Mark übergeben. — Die Ordens- Iifte ist erschienen. Die Standesherren und erblichen Reichsrate Graf Karl Castel zu Eastel-Castel, Graf Wolf- -ang Eaftel-Budenhausen und Graf Bertram- ~*,u ar?-<ol)Jrabt^5§nt) sind in den erblichen Fürstenstand, Oberstallmeister Freiherr von Wolfskeel und Ministerpräsident Dr. Freiherr von Crailsheim in den erblichen Grasenstand versetzt worden. Den Ktonenorden, mit dem her persönliche Adel verbunden ist, erhielten u. a. die Zentrumsführer Dr. Ort er er und Dr. T aller sowie Prof.- Hauberisser.
jetzt die ersten sechs Kompagnien des Regiments liegen, wird gleich nach dem Umzuge abgebrochen. An ihrer Stelle wird eine kleinere Kaserne gebaut werden, die nur das Füsilierbataillon, das jetzt in der.Gitschinerstraße in der alten Garde-Kürassierkaserne liegt, aufnehmen soll. Die Alexanderstraße wird hierbei um fünf, die kleine Alexander- straße um drei Meter verbreitert. Was aus dem Grundstück am Königsaraben werden wird, ist noch nicht bestimmt.
- De^Kaiser hatte beabsichtigt, nach München zu ^sen und dem Prinzregenten zum 80. Geburtstage persönlich seine Glückwünsche darzubringen. Mit Rücksicht auf die Schonung, die ihm die Aerzte auferlegt haben, hat er nun auf die Reise verzichtet.
. ~ Kai'ser Wilhelm wünschte den mit der „Anda- lusia" nach China ausreisenden Offizieren und Mann scl-aften telegraphisch glückliche Fahrt. Die Depesche wurde den Truppen kurz vor der Abreise mitgeteilt.
_ . ~ der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde die Vorlage, betr. die Herstellung einer Eisenbahn von Dar-es-Salaam nach Mrogoro zur Kenntnis genommen. Die Vorlagen, betr.: a) die Einführung des IPfennig-Tarifs auf Eisenbahnen f ü r Militär-Urlauber und b) den Entwurf eines Süßstoff- g e s e tz e s wurde den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Dem,Ausschußantrag, betr. Ausführungsbestimmungen zum Wechselstempelsteuergesetze wurde die Zustimmung erteilt, desgleichen dem Ausschußberichte, betr. Ergänzungen zu dem Gesetzentwürfe wegen Feststellung des Reichshaushalts-Etats für das Rechnungsjahr 1901 und zu dem Reichshaushalts- Ctat; ebenso wurde dem Ausschußbericht, betr. den Entwurf eines Gesetzes für Elsaß-Lothringen über die Gehalts- und Pensionsverhältnisse der protestantischen Pfarrer und die Fürsorge für deren Witwen und Waisen zugestimmt.
Gera, 8. März. Die von der Regierung des Fürstentums Reuß j. L. in Aussicht genommene Geburtssteuer, die zur Erhaltung der Hebammenunterstützungskassen in Höhe von 50 Pfg. von denen entrichtet werden sollte, bei denen sich ein neuer Weltbürger gemeldet, hat beim Landtag keine Gegenliebe gefunden. Er lehnte in seiner Schluß- sitzung die Vorlage ab, erklärte sich jedoch damit einver- fianden, daß zur Gründung von zwei Hebammenunterstütz- ungskassen 3000 Mark aus Staatsmitteln bewilligt werden. Die Unterhaltung der Kasse erfolgt sowohl aus Staatsmitteln, als aus Beiträgen der Hebammen. Bei jedem Ge- ^Es/all, zu dem eine Hebamme zugezogen wird, wird eine ?bbuhr von 50 Pfg. an die Kasse abgeführt, wovon die Halste die Bezirkskasse, die andere Hälfte die Hebamme trägt.
Ausland.
London, 8. März. Wie das „Reutersche Büreau" srsahrt, wird ein Heer des Kaisers Menelik mit den britischen Truppen bei der bevorstehenden Ex- redition gegen den Mullah im nördlichen Somaliland o o p e r i e r e n. Zwei britische Offiziere haben sich von. London nach Adis Abebe begeben, um dem Befehlshaber der abcsshnischen Truppen Ras Makonnen Rat zu erteilen. Sofort nach der Ankunft der britischen Offiziere in Adis Abeba wird von Abessynien aus der Vormarsch begonnen, während gleichzeitig die britischen Truppen von ihrem Stützpunkt bei Berbera vorrücken werden. Wie gemeldet wird, wird Menelik 20000 Mann stellen. Die treugebliebenen Somalitruppen werden durch indische Truppen verstärkt werden.
A m st e r d a m, 8. März. Heute vormittag besuchten die Königin, die Königin-Mutter, Prinz Heinrich und der Her- zog-Regent von Mecklenburg-Schwerin die Werft, wo die Königin ein n e u e s P a n z e r s ch i f f „H e r z o g H e i n- «ich" taufte und dabei eine kurze Ansprache hielt, in der sie dem Wunsche Ausdruck gab, daß das neue Schiff dem Namen ihres Gemahls zum Heile des Vaterlandes Ehre mache.
Brüssel, 8. März. Buffet erklärt, ein Duell mit Deroulede sei unabwendbar. Sollte er, Buffet, indes in diesem durch eine persönliche Beleidigung hervorgerufenen Duell eine Kugel oder einen Degenstoß erhalten, so wäre dadurch der politische Zwischenfall noch nicht aus der Welt geschafft. Teroulede habe die royalistische Partei ver leit mb et unb werde auch dafür später Rechenschaft ablegen müssen. Er werde gezwungen werden, den angeblichen Verräter mit Namen zu bezeichnen, der ihn in der „historischen Nacht" im Auftrage der royalistischen Partei ausgesucht ^5^"^olle Buffet beschwört auf sein Ehrenwort, daß kein
■V royalistischen Partei Auftrag erhalten habe,
mit Dermilede wegen eines Bündnisses zu unterhandeln. w.. rr ,Repräsentantenkammer nahm die hnfr ^^L9ac Vorlage mit einem Zusatz an, der besagt, Wnbet hierfür h• diejenigen Zeitungen Anwendung
8 m « d^Schelhauser im Auslande Reklame machen.
0 L„M°rz. In der Deputiertenkammer Erneueruug des
i e n, 8. März. Kaiser Franz Josef beaiebt sieb «'N Montag früh na» MtiAchen, um den Prin?r?aentcn -um 80. Geburtstage zu beglückwünschen. V 5 9 nt
— Abgeordnetenhaus. ?lbg. Ratai erklärt Vie Tschechischradikalen betrachteten dös Präsidium als Tschechen fein blich und würden an der endgiltigen Wahl des Präsidiums nicht teilnehmen. Für die Wahl des Präsidenten werden alsdann 237 Stimmzettel abgegeben, ton denen 47 teer sind. Graf Vetter v. d Lilie ist mit 189 Stimmen wiedergewäblt. (Bravorufe und Händeklatschen,
Kranz zu beffen achtzigsten Geburtstage ein Ständchen, das dem alten Herrn große Freude bereitete, der noch lange Jahre dem Verein erhalten bleiben möge.
** Silberne Hochzeit. Am Montag feiern Küfermeister Karl Klemmrath und Frau das Fest ihrer silbernen Hochzeit.
-o Gastspiel der Irene Triesch. Am Montag abend werden wir Gelegenheit haben, Frl. Irene Triesch auf unfern Brettern wiederzusehen. Daß dieses Wiedersehen nicht das letzte sein wird, hoffen wir zuversichtlich, daß aber ein nächstes in weiter Ferne steht, ist leider außer Zweifel. Frl. Tr. wird sich als Claia in Hebbels „Maria Magdalena" von uns verabschieden. Dieses tragische Familien- vrama gehört zu den erschütterndsten Dichtungen der Welt- litteratur und ist von höchstem künstlerischen Wert. Es ist eine der genialsten Schöpfungen, die Friedrich Hebbel seinem hohen Dichtergeiste abgerungen hat. Die selbstbewußte Größe Hebbels freilich tritt hier kaum in die Erscheinung, um so mehr aber seine in den tiefsten Tiefen schürfende unvergleichliche Kunst der Seelenzerfaserung, der herbe Ernst seines Denkens, seine gewaltige Gestaltungskraft. Seine dichterische Eigenart führtihufaft immer zu Außergewöhnlichem, Seltsamem, Bizarrem. Mit merkwürdigerVorliebe bewegt er sich in Ex ttemen, zieht er derKunst neue Schönheitsgrenzen, schafft er neue künstlerische Harmonieen. Seine vergrübelte Natur läßt ihn Stoffe wählen, die ihn zu den schwierigsten seelischen Problemen ziehen und denen er den Stempel seiner eigenen ungewöhnlichen, schwierigen Seele aufdrückt. Mit koloffaler Energie packt er seine Stoffe an. Seine schöpferische Kraft ist von höchster Originalität, sein Kunfiverstand von äußerster Schärfe, 'seine Intentionen von bewundernswerter Größe und Kühnheit. Dabei ist er ein Meister in der Kunst des dramatischen Aufbaus, indem er sich zumeist der schlichtesten Mittel bedient. — Frl. Triesch bedarf unserer Empfehlung wahrlich nicht. Sie ist nach unserer Ueberzeugung eines der größten Talente unserer heutigen Bühnenkunst. Daß ihr das Gießener Theaterpublikum an ihrem auf absehbare Zeit letzten Gastspiel einmütig herzlichste Ovationen darbringen wird, steht außer Frage.
** Im Stadttheater wird am Sonntag Sudermanns Komödie „Die Schmetterlings schlacht" gegeben werden. Wir haben dieses Werk gelegentlich der Frankfurter Neueinstudierung besprochen und können daher heute auf jeden weiteren Hinweis verzichten.
-K- Die Bevölkerung des Grobherzogtums Hessen betrug iei der Volkszählung am 1. Dezember 1900 1,120,426 Personen und zwar 558,962 männliche und 561,464 weibliche, mithin 2502 mehr weibliche als männliche. Am 1. Dezember 1895 waren die entsprechenden Zahlen 1,030,020 )ezw. 516,516 und 522,504. Die Zunahme der Bevölkerung in den letzten fünf Jahren beträgt somit überhaupt 81,406 Personen, 'oder 7,83 Prozent.
Sch. Darmstadt, 8. März. Ein außerordentlich schwerer InglückSfall ereignete sich heute nachmittag 3 Uhr Ecke ter Rhein- und Grafenstraße nächst dem Postgebäude. Der 6jährige Sohn und das 3i/zjährige Mädchen des in der Rheinstraße wohnenden Schuhmachers Walter wollten beim Passieren der Rheinstraße dem vom Louisenplatz kommenden elektrischen Wagen ausweichen, vergaßen aber dabei, auf de» von der entgegenkommenden Richtung kommenden Zug der Dampfstraßenbahn zu achten und wurde das Mädchen vo» der Maschine erfaßt und ihm der Kopf vom Rumpfe getrennt, sowie das Körperchen schwer verletzt. Anscheinend trifft den Zugführer der Dampfbahn keine besondere Schuld.
ko. Mainz, 8. März. Wegen eines schweren Sittlichkeitsverbrechens wurde gestern abend der 22 Jahre alte Kaufmann A. L. Schaffner aus Darmstadt dahier verhaftet.
Mainz, 9. März. Ein blutiger Exzeß hat in ver- lossener Nacht in der Rentengaffe ftattgefunden. In e ner Wirtschaft war ein Streit entstanven, an dem sich besonders Ant. Fatho aus Oppenheim beteiligte. Auf der Straße zog er ein Messer und stieß um sich. Der Schiffer Mart. Hanaus TrechtlingShausen erhielt einen Stich in den Unterleib, o daß er schwer ver letzt zusammenstürzte. Fatho flüchtete, wurde aber eingeholt. Die Polizei nahm den Thäter fest, während sie gleichzeitig für die Verbringung des Schwerverletzten in das Spital Sorge trug. Medizinalrat Reisinger onstatierte, daß die Därme durchschnitten waren, so daß noch in der Nacht zu einer Operation geschritten werden mußte. Heute Morgen befand sich der Verletzte noch am Leben.
(„M. N. Anz.")
Frankfurt, 8. März. Der junge Burenkommandant De We t, der längere Zeit im hiesigen Rote-Kreuz Hospital krank darniederlag und sich einer Operation unterziehen mußte, ist wieder soweit her gestellt, daß er demnächst seine unterbrochene Bortragstournee fortsetzen kann.
ko. Frankfurt, 8. März. Der 50 Jahre alte Hausmeister Philipp Joseph Glock stürzte gestern abend in der Dunkelheit die Kellertreppe im Hause Weserstraße 22 hinab, und blieb sofort tot. Er hatte einen Schädelbruch erlitte»
•* Kleine Mitteilungen auS Hesieu und den Rachbarstaate«. Gefunden wurde Donnerstag nachmittag an her Starkenweide in Wetzlar die vom Hochwasser ans Land geschwemmte tarb verweste Leiche der 15Jahre alten Tochter des Chauffe- aussehers Maus in Leun.
Vermischtes.
Triest, 8. März. Heute vormittag brach in eine« mit Jute und Kaffee gefüllten Lagerhause ein Brand aus, der nach kurzer Zeit auf seinen Herb beschränkt werbe« konnte. Vier Personen würben verletzt.
Leipzig, streikenden Arbeitgeber ab verharren.
Arbeiterbewegung.
8. März. Eine große Versammlung d«e Kürschner lehnte bie Forberungen der unb beschloß, weiter im Ge^pralstretk


