wie es heißt, Gewaltmaßregeln geqen die Holländer, die sich weigern, sich ihnen anzuschtießen. Ihre Zahl wird jetzt bereits auf 18000 geschätzt. Sie sind mit guten Pferden versehen und haben große Vorräte an Kriegs Munition.
China.
Der „TempS" veröffentlicht ein langes Interview des Bischofs Favier, der die ganze Schuld an dem Boxer aufstand auf die Deutschen schiebt. Nach Favier fand Prinz Tuan keinen größeren Anhang als in Schantung, wo das Volk, durch die Niederlassung der Deutschen in Kiautschou, gereizt war und wo schon ein Jahr vorher Unruhen aus gebrochen waren. Auf den Ruf des Geheimbundes marschierten die Boxer sofort und zuerst aus Schantung nach Peking.
Die „Köln. Ztg." veröffentlicht einen Artikel eines höheren Offiziers aus Tientsin, der sich gegen die Anschuldigungen verwahrt, daß deutsche Soldaten durch besondere Grausamkeiten und barbarische Kriegführung sich hervorthäten. Wer einen friedlichen Chinesen ohne Ursache niederschieße, werde vom dortigen Kriegsgericht als gemeiner Mörder bestraft. Es fehle zwar im Kriege nicht an grausamer, indessen unvermeidlicher Härte So mußten vor der Ankunft der deutschen Truppen auf der gesamten Strecke zwischen Tongku und Peking sämtliche Städte und Dörfer zerstört, die Bevölkerung vertrieben werden. Die verbündeten Truppen waren auch nach Ansicht der Missionare zu diesem Radikalmittel gezwungen, um zu verhüten, daß die hinter- li rtigen Chinesen den verbündeten Truppen in den Rücken fallen. Die Chinesen könnten nur durch Furcht und Schrecken zur Unterwerfung gebracht werden. Waldersee lasse im Lande verbreiten, daß die deutschen Truppen die Einwohner gegen die Bedrückung der Boxer und Räuber schützen werden, weshalb zahlreiche Gesuche um deutsche Besatzungen kämen; wo aber die Einwohner die Räuber unterstützten, würden sie in Strafe verfallen. Jeder bewaff neter Widerstand, jede Hinterlist und Verrat werden naturgemäß mit der größten Strenge geahndet. Mit den Orts- behöcden, die den Christenmord nachweislich begünstigen, werde nach Kriegsrecht verfahren.
Aus Peking wird gemeldet, daß Graf Waldersee sich weigert, die Expeditionen gegen die Boxer einzu- stellen. Er erklärte, diese Expeditionen seien keine Kriegsoperationen; es seien einfach Schutzmaßregeln, die bezweckten, das Eigentum und das Leben der bedrohten Fremden und Christen zu schützen.
Eine deutsche RekognoSzierungS-Abteilung traf im nördlichen Distrikt bei Szehatkoo, 20 Mellen nordwestlich der Kreuzung der Großen Mauer, auf dreitausend Chinesen. Die Deutschen zogen sich auf Luipinpu zu rück, wo sie durch eine Expedition verstärkt wurden, die am 29. Dezember von Peking aufgebrochen ist, und deren Ziel, wie man annahm, der Distrikt von Paotingfu sein soyte. Die Gegend ist außerordentlich bergig. Das Dorf liegt in einem Thale, dessen Eingang befestigt ist. Die Deutschen gingen zum Angriff vor. Die Chinesen verteidigten den Befeftigungs- wall, auf dem 10 Geschütze aufgefahren waren. Nachdem die Gebirgsbatterie eine Stunde gefeuert -hatte, wurde die Stellung mit dem Bajounet genommen, worauf noch ein dreistündiger Kampf folgte, bis der Feind aus dem Thale vertrieben war. Auf deutscher Seite wurde ein Mann getötet, vier verwundet. Aus den erbeuteten Flaggen geht hervor, daß der Feind aus Milizsoldaten bestand.
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Telegramme des Oietzeuer Anzeigers.
London, 9. Jan. Nach einer Meldung aus Peking erhielten die chinesischen Bevollmächtigten ein kaiserliches Dekret, die Kollektivnote nicht zu unterzeichnen, es sei denn nach Streichung der Bedingung bezüglich der Schleifung der Taku-Forts, der Etablierung ständiger Militärposten, der bewaffneten Gesandtschaftswachen und des Waffen Einfuhrverbots. Die Bevollmächtigten beschlossen, die Note dessen ungeachtet zu unterzeichnen. Sie telegraphierten zurück, falls sie die Annahme revoziereu würden, würden die Feindseligkeiten wieder eröffnet werden. Jeder Widerstand Chinas sei unmöglich.
London, 9. Jan. Eine Newyorker Meldung vom 8. Jan. besagt, der russische Botschafter habe in seiner Zuschrift an den Staatssekretär Hay die bestimmte Versicherung seiner Regierung abgegeben, daß kein russischer Vertrag mit China besteht, der die Erklärung, Rußland beabsichtige nicht, irgend einen Teil der Mandschurei zu erhalten, ändere. Dem Vernehmen nach gab der russische Botschafter diese Erklärung freiwillig ab.
Washington, 9. Jan. Amtlich wird hier zugestanden, daß die Vereinigten Staaten den formellen Vorschlag an die Mächte erlassen haben, eine Konferenz über die Frage der Handelsverträge mit China und Auszahlung der Ent schädtgungsgelder an die Christen und sonstigen Personen einzuberufen.
Deutsches Reich.
. in, 8. Jan. Der Kaiser nahm heute vormittag
dalarsden Vortrag des Chefs des Militärkabinetts v. Hahnke, des Chefs des Admiralstabes der Marine v. Die- derichs und des Chefs des Marinekabinetts Freiberrn von Senden-Bibran entgegen. Um 12 Uhr erteilte der Kaiser dem Herrn Antonius Proust in Gegenwart des Chefs des Civilkabinetts v. Lucanus, des Staatssekretärs des Auswärtigen Amts Freiherrn v. Richthofen und des Ministers Dr. Studt eine Audienz.
i— Tie Erkrankung des Kaisers ist recht unbedeutend; er hat sich etwas erkältet und deshalb das Neue Palais nicht verlassen. Die Thatsache, daß er lang aus
gedehnte Konferenezn mit den leitenden Personen unserer Marine usw. gehabt hat, ist wohl der beste Beweis, daß die Unpäßlichkeit ganz geringfügiger Natur ist. Der Kaiser hofft ganz bestimmt, in der Lage zu sein, an den Beerdigungs-
seierlichkeiten für den von ihm so hochverehrten Großherzog Karl Alexander in Weimar tellnehmen zu können. Sollte die Unpäßlichkeit nicht gehoben sein, so ward wahrscheinlich der Kronprinz seinen Vater vertreten. Der neue Großherzog ist nur Oberleutnant; selbstverständlich wird er demnächst vom Kaiser einen weit höheren militärischen Rang erhalten; irren wir nicht, so lag amf) ein ähnlicher Fall bei dem Großherzog Ern t Ludwig von Hessen vor; derselbe tvurde vom Oberleutnant sofort zum Oberst befördert, übersprang so die Chargen eines Hauptmanns, Majors und Oberstleutnants. Der neue Großherzog Wilhelm Ernst ist mit *£eib und Seele Soldat, dabei natürlich auch als weimarischer Prinz den Dingen der Kunst und der Litteratur volles Verständnis entgegenbringend. Sehr lebhaft interessieren ihn auch die landwirtschaftlichen Angelegenheiten.
— Ein Handschreiben des Kaisers an den Grafen Zeppelin lautet:
Nachdem Mir über die Aufstiege mit dem von Ihnen erfundenen Luftschiff berichtet worden ist, gereicht es Mir zur Freude, Ihnen Meine Anerkennung für die Ausdauer und Mühe aussprechen, mit der Sie trotz mannigfacher Hindernisse die selbstgestellte Aufgabe erfolgreich durch- gesührt haben. Die Vorzüge Ihres Systems: Teilung des langgestreckten Ballons in Kammern, gleichmäßige Verteilung der Last durch zwei getrennt arbeitende Maschinen, ein in vertikaler Richtung zum ersten Male erfolgreich thätiges Steuer, haben Ihrem Luftschiff die bisher größte Eigengeschwindigkeit sowie Steuerbarkeit verliehen. Die erreichten Resultate bedeuten einen epochemachenden>Fort- schritt in der Konstruktion von Luftschiffen und haben eine wertvolle Grundlage für weitere Versuche, mit dem vorhandenen Material geschaffen — solchen Versuchen will Ich Meine Unterstützung dadurch gewähren, daß Ihnen der Rat und die Erfahrung der Luftschifferabtellung jeder Zeit zur Verfügung stehen sollen. Ich habe daher befohlen, daß die Luftschisserabteilung, so oft es nützlich sein sollte, einen Offizier zu Ihren weiteren Versuchen zu entsenden hat. Um Ihnen aber auch äußerlich einen Beweis Meiner Anerkennung zu geben, verleihe Ich Ihnen hiermit den Roten Adlerorden 1. Klasse. Neues Palais, den 7. Januar 1901. Wilhelm.
— Zu der heute im Architektenhause begonnenen Vollversammlung des deutschen Handelstages waren die Delegierten der deutschen Handelskammern, kaufmänni- chen Korporationen und wirtschaftlichen Vereine außerordentlich zahlreich eingetroffen. Geheimrat Frentzel eröffnete die Versammlung mit einem Hoch auf den Kaiser. Hierauf hielt Staatssekretär Graf Posadowsky die Begrüßungsansprache, in der er u. a. hervorhob, daß man mit einiger Sicherheit annehmen könne, es werde auch in diesem Jahrhundert der Wissenschaft gelingen, sich zum Besten der Menschheit die Kräfte der Natur immer mehr dienstbar zu machen und damit der Industrie und dem Handel fortgesetzt neue Gebiete der Tl)ätigkeit zu eröffnen. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: Zolltarifgesetz und Handelsverträge, empfahl der Berichterstatter, Generalsekretär Dr. Soethbeer- Berlin eine Resolution, die sich für langfristige Handelsverträge und gegen Erhöhung der Zoll- ätze ausspricht. Heller diese Resolution entspinnt sich eine lebhafte, teilweise erregte Debatte. Schließlich wurde die Resolution mit einer Reihe von Abänderungen angenommen. Ein Zusatzantrag, wonach der Handelstag sich entschieden gegen jede Erhöhung der Zölle auf Lebensmittel aussprichl, wurde mit 147 gegen 143 Stimmen angenommen. Stadtrat Kämpf-Berlin befürwortete einen Antrag, in dem eine Aenderung des Börsengesetzes für erforderlich erachtet wird, namentlich nach der Richtung hin, daß der Verletzung der Vertrauenstreue bei Börsentermingeschäften in allen Fällen der gesetzliche Schutz entzogen, das Börsenregister beseitigt und die Untersagung des Terminhandels in Getreide- und Mühlenfabrikaten und in Anteilen von Bergwerks- und Fabrikunternehmungen wieder aufgehoben wird. Dieser Antrag gelangte zur Annahme, worauf die Weiterverhandlung auf morgen vormittag vertagt wurde.
,— Dem Londoner Korrespondenten der „Dresd. N. N." ist von dem Vorsitzenden der De Beers Company folgende Erklärung zugegangen: Tie ganze Bestechungsgeschichte ist rein erfunden. Die De Beers-Gesell- chaft hat niemals einer Zeitung direkt oder indirekt irgend welche Zuwendungen gemacht, besonders aber keinem deutschen Blatte und die Gesellschaft ist erfreut, daß die „Köln. Ztg." durch die Anstrengung des Prozesses des! Dr. Liman in die Lage gesetzt ist, die Grundlosigkeit des falschen Gerüchtes öffentlich darzulegen. — In ähnlichem Sinne äußert sich eine längere Korrespondenz des „Hann. Couriers".
Weimar, 8. Jan. Gestern abend fand unter großer Beteiligung der Bürgerschaft die Uebersührung der Leiche des Großherzogs vom Schlosse nach der Garnisonkirche statt. Militär bildete bis zur Garnisonkirche Spalier. Feuerkandelaber und dazwischen aufgestellte Pechfackeln beleuchteten die Straßen, die der Zug passierte. Vor dem Sarge schritten die Dienerschaft, die Hofbeamten, Teputationeu und Vereine. Dem Sarge folgten der Großherzog, der Herzog Johann Albrecht, Regent von Mecklenburg-Schwerin, die beiden Prinzen Reuß, der Landtagsvorstand, das Ministerium und Abordnungen der Militärvereine mit den Fahnen. Am Kircheneingang empfing der Oberhofprediger den Sarg, der sodann auf dem .int Kirchenschiff befindlichen Hochplatz aufgebahrt wurde. Zu beiden Seiten nahmen die Ehrenwachen Aufstellung. Nach einem kurzen Gebet der Geistlichen verließ das TrauLrt- gefolge die Kirche.
Aus Stadt und Land.
lZuschristen über lokale Vorgänge find uns stets sehr erwünscht und werden auf Wunsch gut houoriert.)
Gießen, 9. Januar 1901.
* • Militärisches. Frhr. v. Starck, charakt. Major und persönlicher Adjutant weiland des Prinzen Heinrich von Hessen und bei Rhein Gcoßherzogl. Hoheit, wurde zum Major ohne Patent befördert.
• • Patenterteilung. Der hiesigen Firma Rudolf WelkoborSky wurden Patente erteilt: 1) auf eine Bor Achtung zum Messen von Flüssigkeiten, bestehend ans einem halbmondförmigen, Kammern bildenden Flügelrade und einem durch die Welle deS letzteren abgetriebenen Zählwerke, W. 10571; 2) auf einen Rohrauslauf o. dgl. mit Schnell
Verschluß nach Gebrauchsmuster 142 326, mit dem jede FlÜ sigkeit mit einem Handgriff zum A'-sloufen oder zum Ltillnchen gebracht werden kann, W. 10156; 3) auf einen Verschluß für Behälter mit GaS, Wasser, Säuren u. dgl., bestehend aus Excenter, Scherenhalter und Berschlußhakeu, W. 10330.
* * Vom Landtag. Wie man hört, wird im Laufe der Wintertagung dem Landtag einGesetzentwurfirber die Rechts;verhältnisse der nicht richterlichen Beamten zugehen. Gelegentlich der Fälle des vorvergangenen Jahres hat sich eine Revision der bisher geltenden Bestimmungen als unerläßlich erwiesen.
* * Varietee. Aas seiner Reise durch Deutschland giebt Herr Leo Arnim in Gießen im Restaurant zu Den „Vier Jahreszeiten" diese Woche jeden Aden) Große Elite Vorstellungen. A. ist Instrumental Künstler und Damen- Jmitator.
** VI. Vortrag im kaufmännischen Verein. Am Dienstagabend sprach Realgymnasiallehrer N. Ko ob über „Unsere Planeten, insbesondere den Mar s". Ter kleine Saal im Hotel „Einhorn" war gut besetzt, leider herrschte eine bittere Kälte, sodaß die Anwesenden gezwungen waren, in Mantel und Pelz gehüllt, dem Vortrag zuzuhören. Man kann es der fesselnden Vortragsweise des Redners verdanken, wenn nicht laute Klagen über diese gesundheitschädliche Temperatur hörbar wurden. An Hand einiger vorzüglich ausgeführter Lichtbilder zeigte uns Herr Koob zuerst den Planeten Merkur und wies nach, daß auf ihm die Existenz von menschlichen Wesen unmöglich sei. Auch sei der Merkur wegen seiner schnellen Bewegung sehr schwer zu beobachten, unter den Astronomen führe er den Beinamen „Quecksilber". Nachdem der Vortragende die Venus in Bildern vorgeführt, ging er zu. dem, uns am meisten interessierenden Planeten, dem Mars über. Unterstützt durch klare und wohlgelungene Lichtbilder erklärte er den Fortschritt der Astronomie, zeigte, wie sich von Jahr zu Jahr unsere Kenntnisse über den Mars erweiterten und meinte, daß menschenähnliche Lebewesen ihn wohl bevölkern könnten. Ter Planet, dessen Entfernung von uns ca. 33 Millionen Meilen ist, kommt im Jahre 1907 um ca. 6 Millionen Meilen der Erde näher. Er ist dann „nur" noch 27 Millionen Meilen entfernt. Man hofft 1907 viele bisherigen Hypothesen aufklären und das Dunkel, das noch in der Astronomie betr. des Mars herrscht, lichten zu können. Mit dem Wunsche, uns nach 6 Jahren Wiedersehen und uns von neuen Erforschungen, berichten zu können, schloß der Redner seinen eineinhalbstündigen Vortrag. Reicher Applaus belohnte Realgymnasiallehrer Koob für die belehrende Unterhaltung, trotz der bitteren Kälte waren die Hände der beifallspendendew Anwesenden nicht steif gefroren.
** Wohlthätigkeitskonzert des Kronbauerscheu Quartett- Vereins am Sonntag, 20. Januar. Im Februar v. I. nab der Kronbauersche Quartettverein auf Anregung unseres früheren Oberbürgermeisters ein Wohlthätigkeitskonzert, dessen Reinertrag (800 Mk.) der städtischen Verwaltung zur Verfügung gestellt wurde zur Bestreitung eines Teiles der Kosten, die durch Verabreichung warmen Frühstückes an bedürftige Schulkinder hiesiger Stadt entstehen. Die Stadt war durch diese Spende in die Lage versetzt, nicht nur im vergangenen Winter einer stattlichen Anzahl von Kindern die Wohlthat ^es Frühstückes zu gewähren, sondern auch besonders schwäch' lichen Kindern wahrend der Sommermonate dieses Frühstück zu Teil werden zu lassen. Das Frühstück besteht aus einem halben Schoppen abgekochter warmer Mich und einem Brötchen; die Auswahl der Kinder, die bedacht werden sollen, erfolgt auf rationelle Weise, indem bei den periodischen Unter- >uchungen durch den Schularzt die schwächlichsten und kränklichsten Kinder unter Mitwirkung der Lehrer ausgesucht werden. Der Schularzt, wie die Lehrer sind über die guten Wirkungen der Gewährung des Frühstückes einer Ansicht.— In diesem Winter werden 154 Schulkinder feit Anfang November mit diesem Frühstück bedacht. Die zur Ber- fügung stehenden Mittel — der Rest aus dem Ertrag des - rwähnten Wohlthätigkeitskonzertes und die Zinsen der Konrad Koch Stiftung — sind nahezu verbraucht und eS werden weitere Mittel benötigt, soll nicht die gute Einrichtung grabe jetzt in den kalten Monaten abgebrochen werden. In dankenswerter Weise hat sich, wie wir erfahren, der Kron- nauersche Quartettverein bereit erklärt, auch in diesem Jahre seine künstlerischen Leistungen in den Dienst der Wohlthätig- keit zu stellen, und ein Konzert zu veranstalten, beffen Reinerlös wie im Vorjahre Berwenbung finben soll. Angesichts bes Erfolges, ben baS letzte Konzert in jeber Beziehung zu verzeichnen hatte, steht zu erhoffen, baß auch durch Veranstaltung des diesjährigen Konzertes die Mittel geschaffen werden für Fortführung einer Einrichtung, die für einen großen Teil unserer armen Schulkinder so wohlthätig sich in ihren Folgen gezeigt hat. Allen Freunden unserer Schuljugend sei der Besuch der geplanten Veranstaltung schon um ihres schönen Zweckes willen recht warm empfohlen, ganz abgesehen von dem hohen musikalischen Genuß, den die Darbietungen des Quartettvereins gewährleisten.
* * Trauer. Aus Anlaß des Ablebens des Großherzogs von Sachsen-Weimar haben sämtliche Offiziere der Armee einer kaiserlichen Armee-Verordnung zufolge auf 3 Tage Trauer angelegt.
- k. Lollar, 8. Jan. Die Bürgermeifterwahl steht n unserer Gemeinde unmittelbar bevor und eS liegt im Interesse jedes Bürgers, nur eine wirklich geeignete Persönlichkeit, die im Stande ist, dem ziemlich schwierigen Posten in jeder Weise gerecht zu werden, zu wählen, Es wäre sehr bedauerlich, wenn eine Zersplitterung der Stimmen statt- finden würde und dadurch vielleicht schließlich eine ganz ungeeignete Persönlichkeit durch Zufall aus der Urne als gewählt hervorginge. Die Stimmung ist, wie man vernimmt, nach reiflicher Ueberlegung einer größeren Anzahl Bürger für Gewerbcbank-Direktor Hermann Nies und aus zuverlässiger Quelle erfährt man, daß Herr N. nicht abgeneigt ist, bei einer event. Wahl das Amt anzunehmen. Wir halteu ihn für die geeignetste Person für dieses Amt.
Darmstadt, 8. Jan. Der Präsident des Großherzogl. Verwaltungsgerichtshofs, Wirk!. Geheimerat Dr. v. Knorr, Exz., feierte heute fein 50jährigeS Dienstjubiläum.
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•k- Mainz, 7, Jan. Nacht mehrere Grad zuri peilte noch größere Massen »war meistens in ganz gro1 <-in Witterungsumschlag ei Stiottti an den Krümmui 2it utiltrljalb her Strafa *i hier und Safte/ m tK$ Eisganges eingestellt tuet Nolt oberhalb der Straßen -usiecht erM. Der Main ii hein noch in Bewegung, Wenn Stellen festgesetzt1
Mainz, 8. Jan. In ^senbahndireltivn stattaesm
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