Ausgabe 
9.8.1901 Erstes Blatt
 
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-man kann sagen, technische Arbeit wird uni so leichter, je mehr frühere Borstellungsmassen vorhanden sind, an die angeknüpft werden kann.Wer da hat, dem wird ge­geben", das gilt hier ganz besonders. Hat das erste Tertial des Schuljahres seine Schuldigkeit gethan, so wird die Arbeit der beiden folgenden wesentlich erleichtert. Bringt der Schüler dagegen aus dieser Zeit nur eine Reihe un­klarer und lose verbundener neuer Erkenntnisse mit, die durch längere Ferien des Weiteren verwirrt und getrübt werden, dann wird die fernere Arbeit durch solchen Geistes- besitz nicht gefördert, sondern erschwert, und zwar oft so sehr, daß. das gewünschte Ziel überhaupt nicht erreicht wird. Tie vierzehntägigen Herbstferien, zu denen man durch die Juliferien genötigt wird, machen durch Zerstückel­ung auch des zweiten Tertials die Sache nur noch schlimmer. , .

Beginnt dagegen das Schuljahr um den lo. bis 20. September, dann fällt der schwierigste und wichtigste Ab­schnitt der unterrichtlichen Arbeit in eine Jahreszeit, die sich auch wirklich zum Arbeiten eignet. Die Hindernisse, deren gedacht wurde, fallen weg. Ter Unterricht kann ohne Unterbrechung bis Weihnachten so weit geführt werden, daß die kurzen Weihnachtsferien eine willkommene Erholung bieten, ohne den Unterricht zu schädigen. Tas bis Ostern folgende Tertial wird eine wohlgeordnete, gut befestigte Dorstellungsmasse vorfinden, ein Fundament, auf dem sich iveiter bauen läßt, und, um im Bilde zu bleiben, zu Ostern wird der Rohbau im wesentlichen fertig dastehen, sodaß dem Sommer die leichtere, von der Witterung we­niger abhängige Aufgabe der häuslichen, inneren Einricht­ung bleibt. 'Ter erworbene Besitz, wird durch Verknüpf­ungen und Repetitionen aller Art so gefestigt werden, daß ihm auch längere Ferien nichts mehr anhaben können, son­dern nur dazu dienen, die Kraft zu neuem Beginnen zu verleihen. Auch für unsere Abiturienten könnte die Ver­legung des Maturitätsexamens etwa in den Juni nur von Nutzen sein. Tie Oberprima würde ebenso wie die übrigen Klassen zwei gute Tertiale ernster Arbeit widmen können; die Prüfung, die bei der heutigen Praxis ja überhaupt micht mehr so schwer in die Wagschale fällt, würde als naturgemäßer Abschluß des Unterrichts in den Frühjahrs- «nonaten keine Schwierigkeiten bereiten, während unter Den jetzigen Verhältnissen, wo die schriftliche Prüfung häufig schon im Januar oder Anfang Februar stattfindet, über­haupt nur e i n Tertial zu strammer Arbeit bleibt und et- roaige Lücken durch krampfhaftes Einpauken während der letzten Wochen ausgefüllt werden müssen.

In der richtigen Würdigung solcher Erwägungen, die jedem Pädagogen geläufig sind, hat man denn auch in fcer ganzen zivilisierten We l t '(die Vereinigten Staaten von Amerika mit einbegriffen) den Beginn des Schuljahres auf den Herbst gelegt, und dieFerien ungefähr in der angegebenen Weise verteilt. Nur in Preußen, Sachsen und Hessen beginnt das Schuljahr meist an Ostern; nur in diesen Staaten findet sich daher auch >öie unrationelle Ferienverteilung, unter der der Unterricht schwer leidet. Will man wirklich ernsthaft eine Reform unserer Ferienordnung, dann gilt es hier einzusetzen: der Beginn des Schuljahres muß verlegt werden. Tie großen Ferien zu Ende desselben können dann, je nachdem Ostern fällt, und je nach lokalen Verhältnissen (klimatischen und anderen) früher oder später beginnen; die Grenzen, innerhalb deren sie sich bewegen, werden nm richtigsten etwa der 15. Juli und 15. September sein. Was in ganz Süddeutschland möglich ist, wird wohl auch bei uns angehen, zumal schon Herbstanstalten vorhanden sind. Ter Uebergang zu dem neuen System wird vielleicht Schwierigkeiten machen, aber bei einigem guten Willen lassen sie sich wohl überwinden. Am meisten Anstoß er­regen wird es, daß bei Umwandelung einer Oster- in eine Fierbstanstalt unsere Sck)üler um drei Monate länger in der Klasse, der sie gerade angehören, bleiben müßten, ein einmaliger Zeitverlust, der für die davon Betroffenen durch die segensreichen Folgen der neuen Einrichtung reich­lich ausgewogen würde. Und allen folgenden Generationen würde eine solche Reform zu Gute kommen. Wenn man, wie verlautet, im Ministerium eine Aenderung unserer Ferienordnung beabsichtigt, so wird man der Frage des! Schuljahrbeginns sicherlich! nicht aus dem Wege gehen Tonnen noch wollen. St.

*

Die dritte Zuschrift lautet:

Als Antwort auf eine Frage in dem Artikel unter gleicher Ueberschrift, der sich so sichtlich bemüht, eine Grundlage für die obige Frage zu legen, sei mitgeteilt, daß am Großh. Gymnasium schon bis jetzt über vierzig Familien für ihre Söhne um Badeurlaub nachgesucht haben, eine Zahl, die erheblich verstärtt gedacht werden muß durch die vielen, welche in der wirklich brauchbaren Badezeit reisen möchten, aber bei früherem Weggehen für ihre Kin­der Nachteile im Lernen befürchten. Die Zahl in der höheren Mädchenschule müßte ceteris paribue analog sein. Uebrigens sind unter diesen vierzig Familienvätern nur fünf Universitätsprofessoren, ein numerisch geringer Teil unserer Professorenföhne, die übrigen Väter sind Offiziere, Juristen, Industrielle, Kaufleute, Privatleute. Daß aber am altengymnasium illustre academicum zu Gießen besonders starke Beziehungen zu dereinzelnen Bevölker­ungsklasse der Professoren" obwalten und von Rechtswegen 311 berücksichtigen sind, liegt freilich auf der Hand. L. S.

Politische Tagesschau.

Man schreibt uns aus Berlin, 7. August:

Die Mitglieder der Regierung dürften in der nächsten Woche, anläßlich der Beisetzung der Kaiserin Fried rich, sich vollzählich in Berlin zusammensinden. Es ist an­zunehmen, daß die Herren später die innerpolitische Lage, die Aufnahme des Zolltarifentwurfs in der Oeffentlichkeit u. s. w., zum Gegenstand einer Besprechung machen werden. Wenn man von der Diskussion über den Zolltarif absieht, ist der erste politische Sommer unter der Aera Bülow so still verlaufen, wie nur irgend einer zurzeit des Fürsten Hohenlohe. Das entspricht den Wünschen des Grafen Bülow. Er ist kein Freund aufgeregter Zeiten, zumal au dem Gebiete der inneren Politik. Darum empfahl er die Umbildung des preußischen Ministeriums und kurz darau die Vertagung der Parlamente. Alsbald senkte sich Ruhe cuf die politischen Gefilde, nur vorübergehend beeinträchtigt durch die Kombinationen, die Graf Bülows freimütige Rede Lei der Einweihung des Bismarck-Denkmals hervorrief. Die Krisenluft ist gewichen; ruhigen Herzens konnten Staats­sekretäre und Minister in die Sommerfrische ziehen oder Informationsreisen in die notleidenden Bezirke des Ostens

antreten, so der Handelsminister Möller nach Altpreußen, und sein Kollege von der Landwirtschaft, v. Podbielski, nach Schlesien und Posen. DasStillleben" der Regierungs« Mitglieder wird vor Wiedereröffnung der Parlamente kaum gestört werden.

Aus Stadt und Land.

Nachrichten von allgemeinem Jntereffe sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert.

* Sonntagskarten. Eine sehr praktische und anerkennens werte Bestimmung hat die kgl. Eisenbahn.Direktion in Köln getroffen. Um nämlich den Wünschen des Publikums ent» gegenzukommen, hat sie angeordnet, daß an den Fahrkarten- chaltern der Stationen Köln, Hauptbahnhof, West, Süd und Deutz Sonntagskarten schon am Tage vor Sonn- und Feiertagen gelöst werden können. Die Karten werden mit dem Datum des Ausgabetages abgestempelt, sie dürfen jedoch nur an dem darauffolgenden Sonn- oder Feiertage benutzt werden.

** Ueberuachtuugslokal. Der im vorigen Jahre be» gonnene Bau des Uebernachtungslokals für auswärtige Bahu- beamte, das gegenüber der Lenz'schen Holzhandlung an der Frankfurterstraße steht, wird am 1. Oktober in Benutzung genommen werden. Hausverwalter wird, wie wir früher bereits mitteilten, Ludwig Schnabel, ein im Juli pensionierter Bahnbeamter, der schon im Neubau wohnt. Der Bau ent» hält außer den Wohnräumeu für ihn ein Unterhaltung«- und Lesezimmer, ein Ausruhezimmer, einen Wirtschafts» und Speisesaal, Schlafzimmer mit ungefähr 90 Betten und im Erdgeschoß Badeeinrichtungen. Der Stadtrat hat dem Haus­verwalter auf seinen Antrag die beschränkte Wirtschafts­konzession genehmigt. Der Neubau ist auch in seinem äußeren eine Zierde der Frankfurterstraße. An Wohn- ungSgebäuden für Eisenbahnbeamte werden in diesem Jahre in der Nähe der Riemer'schen Wirtschaft wieder zwei neue gebaut, die voraussichtlich am 1. Oktober bezogen wer­den. Gegenwärtig stehen sie im Rohbau fertig da. Im vorigen Jahre wurden dort ebenfalls zwei zweistöckige Wohn gebaute errichtet, deren jedes von 8 Familien bewohnt wird. Die beiden . Neubauten sind dreistöckig; jedes soll zwöl Familien aufnehmen können.

R. Rodheim a. d. Bieber, 7. Aug. Von schönstem Wetter begünstigt, wurde am Sonntag hier das Missionsfest gefeiert. Um 11 Uhr begann der Hauptgottesdienst in der hiesigen Kirche, der auch von MissionSfteunden aus den Nachbarorten zahlreich besucht war. Am Nachmittag fand im nahen Walde eine Nachfeier statt. Außer dem Ortsgeistlichen sprachen noch Pfarrer Wieber aus Garbenheim und Pfarrer Enler aus Gießen. Der Kirchenvorstand hatte den Posaunenchor aus Kleinlinden eingeladen, der unter Leitung seines Diri­genten L. Weigel die Choräle und geistlichen Volkslieder begleitete.

§ Butzbach, 6. Aug. Ein seit zehn Jahren als ver­schollen betrachteter, seinerzeit nach Amerika gewanderter hiesiger Einwohner entging kürzlich seiner Todeserklärung dadurch, daß er zufällig in seiner ausländischen Heimat burd) eine deutsch-amerikanische Zeitung von dem gerichtlichen Auf­gebote Kenntnis erhielt, alsbald die Reise nach Deutschland antrat und sich persönlich bei dem Amtsgerichte meldete.

(!) Friedberg, 7. Aug. Im Schlafhause des hiesigen Lehrerseminars werden gegenwärtig bauliche Veränder­ungen ausgesührl, durch die mehr Raum für die toefentlidi verstärkten Klassen geschaffen werden soll. Die Sommer­ferien des Seminars, die am verflossenen Sonntag zu Ende gingen, mußten, da der Neubau noch nicht fertig ist, um 14 Tage verlängert werden.

Schotten, 6. Aug. Das hiesige Rathaus, ein altehr­würdiges Gebäude in jetzt fast unscheinbarem Gewände, aus Holz- und Fachbau mit schönen Erkern und Säulen auf- gesührt, soll in nächster Zeit einer gründlichen Renovation unterworfen werden. Der hessische Staat leistet einen Beitrag.

Mainz, 7. Aug. Der durch das Duell bekannt ge­wordene Oberleutnant Richter wurde von dem 88. Inf- Regt, nunmehr in das 96. Regiment versetzt, während fein Gegner, Leutnant Vogt, aus dem OfsizierSstand auSscheiden mußte. Die beiden Brüder der Gattin des Oberleutnants Richter haben sich gleichfalls von hier versetzen lasten.

Marburg, 7. Aug. Auch in diesem Jahre haben die ehemaligen Offiziere, Oberjäger und Jäger ihrer auf dem Tchlachtfelde von Wörth gefallenen Kameraden gedacht. Am gestrigen Tage (6. August), dem Jahrestage der Schlacht be Wörth, wurde nämlich am dortigen Jägerdenkmal von dem Krieger-Verein zu Wörth a. d. S. im Auftrage der ehe­maligen Offiziere, Oberjäger und Jäger des hiesigen Ba­taillons ein aus zwei Palmzweigen zum Kranz gewundenes Arrangement mit Lorbeeren und prachtvollem Nosen- bouquet, sowie einer seidenen schwarz-weiß-roten Schleife mit dem Aufdruck:Den gefallenen braven Kameraden zum ehrenden Andenken, gewidmet von den ehemaligen Offizieren, Oberjägern und Jägern des Hessischen Jägerbataillons Nr. 11. Marburg, 6. August 1901-, bei dem Denkmal niedergelegt.

Gedenkmünze für die China Kämpfer.

Die Gedenkmünze für die Teilnehmer an der China- Expedition, die wir unseren Lesern hier im Bilde vor­führen, ist nach dem vom Kaiser genehmigten. Entwürfe des Professors Schott ausgeführt worden. Auf der Vorder­

seite trägt sie das Monogramm des Kaisers mit der Kaiser­krone und der Inschrift: ,,Ten siegreichen Streitern, China 19001901", auf der Rückseite den deutschen Adler, der in seinen Krallen den chinesischen Drachen hält. Die 9)lc» daille wird an einem Bande getragen, das in der Mitte einen schmalen gelben Streifen zeigt, der zu beiden Seiten von einem schwarz-weiß-roten Streifen eingefaßt wird. Tie Medaille für Kombattanten ist aus Bronze, die für Nicht- Kombattanten aus Stahl gefertigt.

Vermischtes.

* Berlin, 7. August. Wie ein Berliner Blatt mit. teilt, hat Kaiser Wilhelm II. seit feiner Thronbesteigung im Jahre 1888 nicht weniger als 916 Reden und Än» sprachen gehalten, davon 22 in französischer Sprache bei Besuchen auswärtiger Souveräne, 18 in englischer, 3 in russischer und die übrigen in deutscher Sprache. ES ist wahrscheinlich, daß sämtliche Monarchen der ganzen Welt zusammengenommen noch nicht so viel gesprochen haben.

* Berlin, 7. Aug. Beim Präsentieren eines ChekS wurde heute Vormittag in bet Filiale der DreSbener Bank ein angeblicher Amerikaner verhaftet. Der Chek ist seinerzeit in Paris mit anbeten Wertpapieren, zusammen etwa 45 000 Mk., gestohlen worben.

* Osnabrück, 7. Aug. Bei Fürstenau wütet ein großer Waldbr anb. Bisher warben 1000 Morgen ver- nichtet.

Paris, \4. Aug. In Garnigon bei Villenenve- sur-Lot ist eine 71jährige Frauensperson entbeckt worben, bie seit 46 Jahren von ihren Verwanbten in einem bunklen und vergitterten Zimmer eingesperrt worben war. Die Be» bauemSwerte ist seit vielen Jahren vollstänbig nackt unb hat nach und nach alle geistigen Fähigkeiten eingebüßt. Die Entrüstung bet Bewohner der Gegend gegen die unmensch­lichen Verwandten ist eine derartige, daß Gendarmen zu deren Schutz aufgeboten werden mußten.

* Innsbruck, 7. Aug. Bei derBesteigung der hohen Munde bei TelfS (Oberinnthal) ist der Sohn des dortigen Müllermeisters Schennach, Schüler am hiesigen Pädagogium, der mit zwei Kameraden Edelweiß suchte, an der gelben Wand ab gestürzt. Die Leiche befindet sich an schwer erreich, barer Stelle und ist noch nicht geborgen.

* WitebSk, 7. Aug. Gestern mittag brach an drei Punkten der Stadt, deren Bevölkerung zu den ärmsten ge- hört, Feuer aus, wodurch zwei Vorstädte vernichtet wurden. Das Feuer ist noch nicht gelöscht. Aus Smolensk wurde die Feuerwehr berufen. Der Gouverneur leitete die Hilfs­aktion ein.

Das mißtrauische Bäuerlein. DerPfälz. Pr." entnehmen wir folgendes drollige Geschichtchen, das zwar nicht den Reiz der Neuheit für sich hat, indeß auf Aktualität Anspruch erheben darf. Kurz nach dem Leipziger Krach wars, da kam ein biederes pfälzisches Bäuerlein auf die Bank, bei der es feine Ersparnisse anzulegen pflegte, unb eS entwickelte sich folgendes Zwiegespräch: Bauer:Ich hun do Geld bei Euch schteh', 1600 Mark muß 'zamme mache." Kassierer:Ich werbe gleich nachsehen lasten; (nach einer Weile) 1608 Mark 50 Pfg. beträgtS mit den Zinsen bis heute, wollen Sie das Geld erheben?" Bauer:Des haw' ich g'rad net wolle, awwer wann ich'S emol sehe könnt, wär merS angenehm." Der Kassierer legte lachend sechzehn Hundertmarkscheine auf den Tisch. Das Bäuerlein betrachtete sie schmunzelnd und entfernte sich mit den Worten:Dank ach scheen, ich hab not bloS 'mol sehe wolle, ob mein Geld noch do iS. AdjeS!"

VomHasenstab". Genau 150 Jahre sind eS her, daß sich eine Verordnung des Kurfürsten von Mainz in herzbeweglichen Worten an die Amtakellerei in Lohr richtete, die sich gegen denErtzwilbeter" Johann Adam Hasenstab wendet, der damals den Spestart unsicher machte. Für bie Kühnheit bieseS Mannes spricht solgenbe authentische Geschichte: Einst hörte Hasenstab, baß eine Dame be« kur­fürstlichen Gefolges ben Wunsch geäußert habe, ben ge. fürchteten Wilbbieb einmal zu sehen. Die Dame spazierte kurze Zeit barauf mit zwei Freunbinnen in ber Nähe von Rothenbuch, wobei ihnen ein alter verkrüppelter Bettler be- gegnete. Kaum war biefer bet Damen ansichtig geworben, als er plötzlich zu schreien anfing:DaS finb ja bie brei Engel, die mir heute Nacht im Traume erschienen find!" Die Damen, durch diesen AuSrnf neugierig geworden, for­derten ben Greis auf, feinen Traum zu erzählen. Nach langem Zögern erklärte biefer, ihm feien im Traum drei Engel erfchienen, die völlig den drei Damen glichen; einer von ihnen, der just der eingangs erwähnten Damen ähnlich sah, habe ihm einen Kuß gegeben, und fiehe da, alle seine Leiden unb Gebrechen wären verschwunben gewesen. Die Dame, gerührt burch bie Erzählung, entschloß sich, ben Traum auf feine Wahrheit zu prüfen, in ber Hoffnung, ben Bettlet von seinen Leiben zu befreien. Sie beugte sich zn ihm nieber und küßte ihn; im gleichen Augenblick gab ihr ber vermeintliche Bettlet ben Kuß zurück, warf seine Bet. kleidung ab unb entfloh mit ben Worten:Jetzt hast Du ben Hasenstab nicht nur gesehen, sondern auch geküßt!" Der kühne Wilbbieb ist später verschollen, bafür setzte ber Sohn da«Gewerbe" beS Vaters fort.

Umversitats Nachrichten.

Man schreibt aus Freiburg L 58.: I» diesem Sommer- Semester sind im Ganze« 5 Berufungen von auswärts an Mitglieds des Lehrkörpers unserer Hochschule ergangen: Die Professoren F u ch s, Rosin und Richard Schmidt erhielten Rufe, lehnten aber ab, Prof. Dr Thumb geht nach Marburg, Prof. Dr. S ch r 0 e r erhielt eine Berufung an die Handelshochschule in Köln. AuS Marburg wird geschrieben: Der a. 0. Professor der Rechte an ber hiesigen Unt- versttät Karl S a r t 0 r t u S hat einen Ruf als 0. Professor nach Greifswald erhalten und angenommen. Wie aus Heidelberg geschrieben wird, promovierte dort Miß N e e n a auS New-York mit dem Prädikat cum laude zum Dr. phil. Ihre PrüfungSgegeostäod« waren neuere Kunstgeschichte als Hauptfach, Archäologie und deutsche Lttteraturgeschichte als Nebenfächer. Die Dissertation behandeltDie Anbetung der Könige in der toSkatschen Malerei".

Handel Md Verkehr. Volkswirtschaft.

Jakob Sanbau Nachfolger. Die Angelegen­heit der Breslauer Firma Jakob Landau Nachfolger kann als erledigt bezeichnet werden. Generalkonsul Eugen Landrni, der eine Inhaber der Firma, hat eine sehr umfangreiche