Ausgabe 
9.8.1901 Erstes Blatt
 
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auffälligere Krankheitserscheinungen an ihnen wahr ge­nommen wurden. Bei genauerer Untersuchung i]t. aver naa; dem Auftreten der ersten Todesfälle zu bemerken, daß einige Tiere mal und traurig sind, gesträubtes Gefieder be]i£cn und an stinkendem Durchfall leiden. Ter entleerte Kot ig zuerst breiig und von weißgelber Farbe, spater fchleirnig und wässerig und von grüner Farbe.

Tie Krankheit greift in den angesteckten Beständen rasch

Line Behandlung des erkrankten Geflügels mit Arznei­mitteln ist in der Regel ohne Erfolg und deshalb nicht zu empfehlen. ,

Zweckmäßiger ish die unverzügliche Trenn­ung der noch vollkommen gesund erscheinen­den Tiere von den kranken. Tie gesunden Tiere müssen in vollständig abgesonderten Räumen untergebracht werden und besondere Futter- und Tränkgeschirre erhalten. Ferner empfiehlt sich die sofortige Tötung und unschädliche Beseitigung der erkrankten Tiere, da eine Genesung der­selben nur ausnahmsweise zu erwarten ist. Das getötete kranke wird ebenso wie das krepierte Geflügel am - besten durch Verbrennen unschädlich, gemacht Wo diese nicht durch­führbar ist, ist eine Verscharrung der mi Aetzkalk über­streuten Kadaver in mindestens einen halben Meter tiefen Gruben vorzunehmen. Düngerstätten eignen sich zur Be­seitigung der Kadaver nicht, weil sich der Ansteckungsstoff der Geflügelcholera im Dünger lange Zeit erhält und durch letzteren verschleppt werden kann.

Nachdem sämtliche erkrankten Tiere krepiert oder ge­tötet sind, empfiehlt es sich, die Oertlichkeiten, in n>elchen das kranke Geflügel untergebracht war, und alle Gegen­stände, mit welchen dasselbe in Berührung kam, gründlich von dem Ansteckungsstoffe zu befreien. Dieses geschieht am besten auf folgende Weise:

a) Verbrennen des Kotes, der Futterreste und des zusammengekehrten Schmutzes;

6) gründliche Reinigung des Bodens, der Thüren, Wände, Sitzstangen, Futter - und Tränkgeschirre mit heißer Sodalauge (3 Kilogramm käufliche Waschsoda auf 100 Liter Wasser).

Schwimmbassins müssen abgelassen und ebenfalls gründlich gereinigt werden.

Schadhafte und geringwertige Holzgegenstände werden am zweckmäßigsten verbrannt. Erd- und Sandböden sollen, wenn möglich, mindestens 10 Zentimeter tief ausgehoben und mit den Kadavern und dem Kote unschädlich beseitigt werden.

c) Lüftung und Trocknung der gereinigten Ställe und hierauf

d) Hebertünchen der Böden, Wände, Thüren u. s. w. mit Kalkmilch (5 Kilogramm Aetzkalk auf 100 Liter Wasser).

Aus der Art der Verschleppung der Geflügelcholera (1) ergiebt sich, daß ein Schutz gegen die Einschleppung der Seuche durch Beachtung folgender Vorsichtsmaßregeln er­zielt werden kann:

a) Vermeidung des Zukaufs von fremdem, namentlich aus dem Auslande importierten Geflügel.

b) Unschädliche Beseiigung der Abgänge bei Ver­wendung von fremdem Schlachtgeflügel im Haushalt.

c) Fernhaltung des Geflügels von solchen Straßen und Weiden u. s. w., welche von fremden Gänseherden betreten- (aber befahren werden.

d) Fernhaltung der Geflügelhändter von den Gehöften.

.Ist der Ankauf von fremdem Geflügel nicht zu umgehen, so ift|r es ratsam, dasselbe 3 Tage in einem besonderen Raume abzusperren und erst dann zu dem alten Bestände zu bringen, wenn sich während der angegebenen Zeit Krankheitserscheinungen nicht gezeigt haben. Diese Vor­schriftsmaßregel ist geboten, weil bereits angesteckte Tiere noch 2448 Stunden nach Aufnahme des Seuchenstoffs den Eindruck gesunder machen können.________________

Bekanntmachung.

Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß der Ehefrau des Schreinermeisters Karl Tränkner dahier laut Beschluß des KreiSauSschuffeS vom 20. Juli 1901 die Er laubnis zur Ausübung des Gewerbebetriebs als Gefinde- vermieterin erteilt worden ist.

Nach dem von ihr ausgestellten Gebührentarif beansprucht sie für Vermittelung eines Dienstboten

a) an eine Herrschaft in Gießen 5 Mk.,

b) an eine Herrschaft nach auswärts 7 Mk., wovon der Dienstbote jeweils 2 Mk. zu entrichten hat.

Gießen, den 6. August 1901.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Hechler.

Bekanntmachung,

Betr.: Gesuch des Johannes Bach von Lang-GönS um Ge nehmigung zur Errichtung eines Schlachthauses in seiner Hofraite, Hundstadenstraße Nr. 40.

Der Johannes Bach beabsichtigt auf dem Grundstück Flur I Nr 524 der Gemarkung Lang-GönS ein Schlachthaus zu errichten.

Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen dieses in der Darmstädter Zeitung an ge­rechnet auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Lang- GönS zur Einsicht der Interessenten offen. Etwaige Ein­wendungen sind binnen dieser Frist bei Meldung deS Aus­schlusses bei Großh. Bürgermeisterei Lang-GönS vorzubringen.

Gießen, den 6. August 1901.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.-

I. V.: Boeckmann. 5474

Unsere Schulferien.*)

Gießen, 5. August.

Es ist gerade in letzter Zeit in unserer Stadt viel über die Ferien der höheren Lehranstalten geredet und die Frage erörtert worden, ob eine Aendernng des seit­herigen Zustandes wünschenswert sei. Insbesondere waren die Sommerferien, ihre Dauer und Lage, Gegenstand des Streites. Auch in Nr. 167 dieses Blattes sowie in unserer Stadtverordnetenversammlung wurde die Frage berührt. Es dürfte von Interesse sein, sie einmal in dem Zu­sammenhang zu betrachten, in den sie gehört. Es handelt jid) darum, festzustellen: Welche Verteilung der Ferien wird durch das geistige und leibliche Wohl unserer Kinder und durch die Zwecke des Unterrichts gefordert?

Tie Ferien sollen zur Erholung der Schüler dienen, d. h. sie sollen vor Uebermüdung schützen und eine Er­neuerung verbrauchter Kräfte bewirken. Der Unterricht soll durch sie nicht geschädigt, sondern gefördert werden. Un­nötige Ferien sind ebenso schädlich als ein bis zur Er­schöpfung fortgesetzter Unterricht. Im allgemeinen hält man und damit trifft Man wohl das Richtige eine Ferienzeit von 1012 Wochen für hinreichend (in Hessen 11 Wochen). Da erfahrungsgemäß ein länger als 1215 Wochen an­haltend fortgesetzter Unterricht leicht zur Uebermüdung führt, unter Umständen sogar das körperliche Wachstum schädigt, würde die Gesamtzahl der Ferien so auf das Jahr zu verteilen sein, daß auf 1314 Schulwochen immer eine Ferienpause von 34 Wochen folgte. Gegen eine derartige gleichmäßige Verteilung der Schulferien auf das Schul­jahr lassen sich aber berechtigte Einwände machen. Einmal bedürfen viele Kinder zur Kräftigung ihrer Gesundheit eines längeren Aufenthaltes auf dem Lande, an der See oder im Gebirge, und dann sind die Jahreszeiten nicht in gleicher Weise zur Arbeit und zur Erholung geeignet.

Für den Winter ist die Lage der Ferien bestimmt durch Weihnachten und Ostern; vierzehntägige Ferien, in deren Mitte das betreffende Fest fiele, würden zur Erholung für Lehrer und Schüler völlig ausreichen. Auch! entspricht der Zwischenraum zwischen beiden Festen ungefähr der oben gestellten Forderung. Für die größeren Ferien würde, falls man als Tag des durchschnittlichen Schulbeginns den 15. April annimmt, die Zeit vom 15. Juli bis zum 15. Sep­

*) Wie lebhaft zurzeit die Ferienftage in Gießen ven­tiliert wird, geht daraus hervor, daß wir innerhalb we­niger Tage, nachdem wir auf Grund von Informationen an zuständiger Stelle in einem Lokalartikel in unserer Nr. 167 uns darüber geäußert hatten, zwei längere Zu­schriften erhielten, von denen wir die erste in unseren Nummern 183 und 184 zum Abdruck brachten. Noch vor dem Erscheinen der erften Hälfte dieses Aufsatzes ging uns der obige Artikel zu, der also auf die Ausführungen des mito gezeichneten Artikels noch keinen Bezug nehmen konnte. Enolich ertjalten wir heute noch eine dritte, kürzere Zuschrift, die wir dem obigen längeren Aufsatze anfügen. D. Red.

tember übrig bleiben, um eine ziemlich gleichmäßige Teilung des Schuljahres in drei Tertiale zu erreichen.. Die heißeste Zeit des Jahres würde so schulfrei sein. In Bayern und Oesterreich besteht denn auch thatsächlich diese Ferien-Ein­teilung, nur daß die Oster- bezw. Weihnachtsferien etwas gekürzt sind. Von den in Hessen üblichen 11 Wochen wären unter den obigen Voraussetzungen 7 für den Som­mer übrig. Wenn man für Pfingsten, wo ein eigentlick)es Bedürfnis für Ferien nicht vorliegt, eine halbe Woche rechnet, wie vielfach im Lande üblich, so bleiben für die großen Ferien 6 einhalb Wochen. Sie könnten in Heber» einstimmung mit Württemberg und Baden auf die Zeit vom 1. August bis etwa 15. September gelegt werden.. Speziell hier in Gießen läßt sich die Julitemperatur, zu­mal bet den starken nächtlichen Abkühlungen, noch gut ertragen. Tie erschlaffende Wirkung der Hitze kommt hier meist im August infolge der geringeren Niederschläge und der längeren Dauer hoher Temperaturen viel mehr zur Geltung. Auch eine gewisse Rücksichtnahme auf die Ferien der Universität ist in einer Staot, wo so viele Familien durch Eltern, Söhne, Verwandte, Pensionäre und Mieter Zusammenhang mit der Universität haben, und sich nach deren Ferien in Vielem richten müssen, durchaus an­gebracht.

Allerdings stellt sich einer solchen Ferienverteilung sofort ein gewichtiges Bedenken entgegen: unser Schul­jahr beginnt zu Ostern; unter größeren Ferien in der Mitte oder gar nach dem ersten Drittel würde der Unter­richt leicht Not leiden. So hat man in vielen hessischen Schulen nach preußischem Muster den Ausweg gewählt, 4 Wochen int Juli zu schließen, und 14 Tage im Herbst nachfolgen zu lassen. Im Interesse des Unterrtchts liegt auch dies nicht. Man mache sich nur einmal klar, wie schwierig die Aufgaben sind, die der Unterricht gerade zu Beginn des Schuljahres zu bewältigen hat. In allen Klassen setzen neue Fächer oder neue Pensen ein; fremde Sprachen werden neu begonnen, neue Schriftsteller wer­den gelesen, neue Gebiete der mathematischen und natur­wissenschaftlichen Fächer eröffnen sich Mler Anfang ist schwer, auch int Unterricht. Es ist durchaus nötig, daß gerade im ersten Tertial des Schuljahres solid und gründ­lich gearbeitet wird. Auf der Grundlage, die in diesen Monaten gelegt wird, baut sich der Unterricht des ganzen Jahres auf; von ihrer größeren oder geringeren Festig­keit wird vielfach das Endergebnis, sowohl der einzelnen Klasse, als der ganzen Schule, abhängen. Der Unterricht wird, um diese Festigkeit zu erreichen, nur langsam fort­schreiten dürfen; jede Uebereilung, jede oberflächliche Ar­beit gerade während dieser Zeit rächt sich aufs Bitterste. Beginnt nun das Schuljahr etnxi mit dem 15. April, so fällt die langsame und intensive Arbeit des Anfangs in die gute Jahreszeit, wo sie naturgemäß am allerschwierig- sten zu leisten ist. Gerade die Monate, in denen unserer Jugend Bewegung im Freien, körperliche Hebungen alter Art, Spiele und Spaziergänge am zuträglichsten sind, ge­rade sie werden in Anspruch genommen, um die Grund­lage für das Schuljahr zu legen. Die Ferien, die auf ein solches! Tertial folgen, erfüllen zwar den Zweck der Er­holung, schädigen aber den Hnterricht aufs Empfindlichste. Vollends schlimm wird die Sache bei früherem Einsetzen größerer Ferien. Setzen wir z. B- den oft genua vorkom­menden Fall, das Schuljahr beginne Ende April. In der ersten Zeit wird der Hnterricht noch etwas darunter leiden, daß Lehrer und Schüler einander nicht kennen; nach sechs Wochen, also etwa Anfang Juni, kommen die Pfingsv- ferien, und nachdem diese kaum zu Ende sind, folgest in einem etwa dreiwöchentlichen Zwischenraum die Juli- ferien mit einer Dauer von 4 Wochen. Während der wenigen Hnterrichtswochen erfährt die Lemzeit und Lern­lust eine beträchtliche Einbuße durch den berechtigten Wunsch der Jugend, sich in der freien Luft zu bewegen. Tas Wenige, was der Hnterricht mühsam aufbauen konnte, wird dann in der langen Ferienpause wieder einstürzen, sodaß der Lehrer bei Wiederbeginn des Hnterrichts in einet schlimmeren Sage ist- als zu Beginn des Schuljahres: er hat erst noch den entstandenen Schutt wegzuräumen. Denn dem Ausrichten eines Hauses gleicht in der That vielfach der Hnterricht. Es handelt sich darum, während des Schul­jahres einen soliden geistigen Bau unter Dach zu bringen, d. h. die neuen Vorstellungen und Vorstellungsreihen so in einander zu fügen, und vielfach mit einander zu ver­binden, daß sie zu möglichst dauerndem Besitz werden. Diese,

formten Häuptern der Kalkgebiete. Vielleicht gerade dieser malerischen Form wegen scheint es, daß der künstlerisch em- psindende Landschaftsphotograph mit Vorliebe sich diesen Geniestreichen der Natur zuivendet, denn mit den Doppel­blättern der Sella- und der Langftofelgruppe hat er sich selbst übertroffen. Freundlich laden in der Zeit der Hunds­tage die glitzernden Firnfelder zum Besuch ein und unsere Leser werden es uns Tank wissen, daß wir sie auf diese alpinen Monatshefte hingewiesen haben. Sie werden gerade jetzltz,! vor der Reife, Nutzen und Genuß daraus ziehen können.

Theater, Kunst und Wissenschaft.

Beflisset Skala* heißt etn neueB Unternehmen, des, wie men unS aus Berlin schreibt, im Herbst eröffnet wird und den Zweck het, allen Komponisten und dramatischen Schriftstellern die künstlerisch vollendete Aufführung ihrer Werke gegen Erstattung der Unkosten zu ermöglichen. Die Direktion übernimmt und garantiert die tadellose Aufführung von Opern, Operetten, Lustspielen, Schauspielen u. s. w. durch tüchtige BerusSkünstler unter fachmännischer Leitung. Die Aufführungen sinken auf dem der Direktion gehörigen Grund stück, Berlin 8., Luckauerstraße 15, statt. Ein großer gegen 1500 Per­sonen fassender Theatersaal mit Bühne ist für die Produktionen bereit gestellt. Für die Aufführungen von Opern und Operetten hat die Direktion baS Berliner Tonkünstler-Orchester (60 Künstler) mit seinem Dirigenten Franz o. Blon, welcher lange Jahre am Stadttheater in Hamburg Operndirigent war, verpstichtet. Außerdem werden als Kapellmeister für Opern Professor Karl Manisch von der kaiserlichen Oper in Petersburg, für Operetten Max Federmann vomFrtebrtch- Wilhelmstädtischen Xbeeter' und Bruno Gellert vomZentradTheater" in Berlin thätig sein. DieBerliner Skala" stellt den gesamten Bühnenapparat nebst Theater auch den dramatischen Schriftstellern P.b ®aKtfm«Herinnen zur Aufführung ihrer Werke zur Disposition. Die Bühnendichter können dadurch die Gelegenheit zur öffentlichen Beurteilmrg erhalten. Sämtliche Bühnenaufführungen die unter 2^*"^ Brrantwortung der Autoren geschehen werden nur von BerufSkünstlern dargeftellt. Zu diesem Zwecke hat dieBerliner Skala" mit hervorragenden Mitgliedern derBerliner Theater" be­zügliche Abmachungen getroffen. Als Regisseure werden fungieren: Herr Oberregiffeur Berthold @ltfki0er vomZentral-Theater", Herr Paul Pauly vomSchiller,Theater", Herr Leonhard Ottomeyer vom Jroing-Place-Theater in New York, Herr Wilhelm Hock, vormals am Stadttheater in Hamburg-Altona, und Herr I. F. van Hell vormals entDeutschen Theater" thätig. Außerdem übernimmt dieBerliner Skala", vermöge des ihr zur Beifügung stehendm großen musikalischen

Apparats, die Aufführung von symphonischen Werken, Chorwerken, Liedern rc. und stellt ihren Saal nebst Orchester den Lieder', Ora- toriensängern und -Sängerinnen, Instrumental-Künstlern und »Künst­lerinnen (Pianisten, Violinisten, Cellisten rc.) zur Verfügung. Ein kleiner, wundervoll akustischer Saal (Musensaal"), der etwa 400 Personen Raum bietet, ist für Kammermusik-Abende, Rezitationen, Vorlesungen rc. bestimmt.

Wettbewerb fürMSbelzeichsrisssgess. DerRheinische Verein zur Förderung b A r b e i t e r w o b n u n g s- wesenS in Düffeldorf und die Firma Krupp in Esten erlaffen gemeinsam ein Preisausschreiben zur Erlangung von Zeichnungen zweckdienlicher Arbeiter-Wohnungseinrichtungen. Zur Beteiligung be­rechtigt find alle in Deutschland ansässigen Künstler (Maler, Techniker, Möbelzeichner rc) und Möbelfabrikanten. Verlangt werden Entwürfe der Etnrichtungsgegenstände für drei Räume (Küche gleichzeitig Wohnraum, Schlafzimmer, Wohnzimmer wenn außer Küche besonderes Wohnzimmer vorhanden ist), sowie je eine farbige Jnnenperspekttoe und der zugehörige MöbelverteilungSplan. Es werden ausgesetzt je etn Preis zu 1000 Mk., 750 und 600 Mk., sowie zwei Preise zu je 300 Mk. Der Ankauf weiterer Entwürfe bleibt Vor­behalten. Von den preisgekrönten bezw. angekauften Entwürfen sollen nach Auswahl der Preisausschretbenden auf deren Kosten mehrere außgeführt und auf der im Jahre 1902 in Düsseldorf stattstndenden Ausstellung in besonders erbauten Arbeiterbäusern zur Schau gestellt roerben. Zweck der Ausstellung ist, den Möbelfabrikanten und den Arbeitern Wohnungseinrichtungen zu zeigen, die ohne allen überflüsstgen Zierrat und ohne Imitation feinerer Holzarten behaglich, zweckmäßig und schön find und gleichwohl nicht mehr Mittel zur Anschaffung er­fordern, alB die bisher gebräuchlichen Einrichtungen. Das Preis- rtchteramt haben übernommen: Lanbesrat Brandts, Profestor Schill und Rentner Brüggemann in Düsseldorf, Baurat Schmohl in Esten, Stadtbauinspektor Schilling und Direktor des Kunstgewerbemuseums Dr. v. Falke in Köln und Schlosser Schroeder in Köln-Nippes. Die Wettbewerbsbedingungen können vom Büreau beS Rheinischen Verckns in Düstelborf bezogen werben. Die Entwürfe sind bis zum 15. Ok­tober beim Direktor beS Kunstgewerbemuseums in Düsteldors einzu­reichen und bleiben bort nach Schluß beS Preisgerichts 14 Tage lang ausgestellt.

Die Ausreise der Deutschen Südpolar- Ex­pedition ist nunmehr auf Sonntag, den 11. August, festgesetzt. Wegen der Flutverhältnisse auf der Hnter-Ewe findet die amtliche Entlassung der Expedition durch den Vertreter des Reichsamts des Innern um 7 Hhr morgens im Kieler Hafen statt. Von der in Aussicht genommenen 'Abschiedsfeier muß wegen des Todes Ihrer Maiestat der Kaiserin Friedrich abgesehen werden.

Eine Sonderausstellung aller Verteidig­ungsmittel gegen die Seekrankheit sind et Ende August und im September d. I. in Ostende statt- Sie um­faßt folgende Gruppen: 1. Hängeapparate oder andere Vor­richtungen zur Verminderung der Schiffsfchwankungen und ihrer Einflüsse, 2. Pläne für besondere Schiffe gegen die Seekrankheit, 3. Apparate, um die Bewegung und Erregung der Hnterleibsorgane infolge der Schiffsschwankungen zu verhüten, 4. Stiftung und Sufterzeugung der Kajüten, 5. Sauerfftoffbehandlung der Kranken, 6. Befreiung der Schiffsräume von Gerüchen, 6. Ausstellung aller Erfind­ungen, die sich auf die vorbeugende Behandlung der See­krankheit beziehen (verschiedene Arten von Sitzgelegenheiten, Apparate zur Abhärtung, Angaben über geeignete Speisen und Getränke), 8. Medikamente und andere Verfahren Wr Heilung der Seekrankheit, 9. Schriften über die Seekrankheit bei Mensch und Tier. Während der Ausstellung sollenEx­perimente" auf Schiffen an Menschen gemacht tverden. Ob sich wohl jemand finden wird? Jedenfalls wieder ein neuer Spezialberuf mehr! (Mitteilung des Patent-Bureau Reichan u. Schilling, Berlin 8.)

Einen Preis von 20 000 Franken hat der sian- zösische Finanzminister der Kammer vorgeschlagen für die Erfindung eines Branntwein-Denaturierungsmittels, das in der Verwendung vorteilhafter ist, als die jetzt ver­wendeten Chemikalien. (Mitteilung des Patent-Bureau Reichau u. Schilling, Berlin 8.)

Genf, 7. Aug. Heute fand hier die Eröffnung des internationalen Botanikerkongresses statt, wozu Ver­treter aus Deutschland, Oesterreich-Hngarn, der SchaveiK sowie den übrigen europäischen Staaten und aus Amerika! erschienen sind. Professor Göbel-München wurde zum Bei­sitzer gewählt.

Humoristisches.

- «iss nsr-essehsner «liesst. (Vater fein« Sohn plügckndft Ha, LauSbua mistiger, hob t Di beßweg u auf a Aboikalea stnbies < last'n, baß D' Dein Vatern feine Pr-zest' verlierst?

(Simpl. )