ßtben 1. Klasse überreichen mit einer Kabinettsordre, in der er seine Anerkennung für die Erfolge mit dem lenkbaren Luftschiff ausspricht und die Luftschiffer-Abteilung «nweist, die Versuche zu unterstützen.
— Ter Ausschuß für die Errichtung einer Reichshandelsstelle trat heute zu einer erweiterten Sitzung zusammen, wobei fast sämtliche Handelskammern, die sich bisher für den Plan erklärten, vertreten waren. Tie Versammlung sprach ihre Zustimmung zu der dem deutschen Handelstag in der Vollversammlung vorzulegenden Resolution aus, die die Errichtung eines zentralen Auskunftsamtes für den Außenhandel unter der Oberleitung des Reiches im Interesse!der Erhaltung und Ausdehnung unserer Ausfuhr für wünschenswert hält. Nach der Vorlegung der Denkschrift durch Generalsekretär Wendlandt wurde der Antrag des Kommerzienrates Goldberger angenommen, betr. die Unterbreitung einer Denkschrift an den Staatssekretär des Innern. Ter Zweck und die Aufgabe der Reichshandelsstelle war im Organisations- und Finanz- Plan dargelegt.
™ Die „Köln. Ztg." schreibt gegenüber der Erklärung des Tr. Liman, sie werde den Verfasser des gegen Dr. Liman gerichteten Briefes nur dem zuständigen Richter nennen und im übrigen aber an dem Prinzip der Ano- 'nymrtät sesthalten. Sollte indes Tr. Liman seine Absicht, eine Klage zu erheben, von der Bedingung, den Namen des Verfassers zu nennen, abhängig machen, so kennzeichne dies sein Verhalten als eine neue Ausflucht, sein Gebühren dem Urteil des Richters zu entziehen. — bezüglich des geheimen Semesterberichtes sei Liman ent- schieden getäuscht worden. Nach Erkundigungen an Stellen, die es wissen müßten, gebe es keine solchen geheimen Halbjahrsberichte, insbesondere einen solchen für das zweite Semester 1899 nicht. Auch der Bericht über das verflossene Geschäftsjahr enthalte nicht den von Liman veröffentlichten Posten Köln-Berlin.
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v _ . . _ „ . fc. Dutenhofen, 6. Jan. Gutem Vernehmen nach ist die
semitismus und Philosemitismus, führen zu einer bedauer-,Güterverladestelle für den hiesigen Bahnhof feiten« der
Ausland.
Kopenhagen, 7. Januar. Die Frage des Verkaufs der westindischen Inseln findet beim Könige und der dortigen Bevölkerung einen so lebhaften Widerstand, daß der Verkauf als aufgegeben gilt.
Doze«, 7. Jan. Bei den heutigen Reichsratswahlen ist der bisherige klerikale Abg. Baron Dipauli nicht wieder gewählt worden.
lr 3an' Der Senator Fiualj wurde zum Schatzminister ernannt.
« Petersburg, 7. Jan. Der Groß Herzog und die Herzogin von Hessen, die von der Grenze ab im kaiserlich russischen Hofzug reisten, trafen am Samstag dem
. d- nachmittags 6 Uhr, wohlbehalten in Zarskoje Selo em, nachdem sie der Kaiserin-Mutter einen Besuch in Gatschina abgestattet hatten.
— Zum Empfang des Zaren werden noch nie dagewesene Ovationen und Festlichkeiten vorbereitet. Da beim Einzug des Zaren aus der Krim ein gewaltiger Zudrang aus der Provinz erwartet wird, worunter ifich verdächtige Elemente befinden, wurden die strengsten polizeilichen Maß nahmen ergriffen. Die geistliche Partei schreibt die Genesnng des Zaren der Wirkung des wunderthätigen Heiligenbildes zu, das aus der Krim an das Krankenbett des Zaren ge braty wurde. Zufällig fiel mit diesem Moment die Krisis zusammen.; '
— In israelitischen Kreisen erregt der Charakter der Juden Mission iu Beffarabien Bedenken. Der dortige als Judenmissionar auch in Deutschland bekannte Propst Faltin benutzt die Armut der Juden zur Gewinnung von Proselyten. Auch die örtlichen russischen Priester protestieren gegen eine derartige Judenmisfion, die Zwietracht und Feind- schäft unter der Bevölkerung erregt.
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WM. HtMt e lereif« ermiiinte Komrlim zu 9216 pSt. übernehmen.
Ölefitti, 8. Januar. Aochmmarkt kosteten.- Butter «t. 8-9 2 6L 00-00
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Aus Stadl rmd Kmrd.
Gießen, 8. Januar 1901.
** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverorduete» IZersammlung am 10. Januar nachmittags 4 Uhr: 1. Auslosung von Schuldverschreibungen des 1896er Anlehens zur Rückzahlung. 2. Baugesuch des Karl Haas V. für die Frankfurterstraße; hier: Dispens. 3. Baugesuch des Heinrich Winn für die Hofmannstraße; hier: Dispens. 4. Baugesuch >eS Fritz Leuning für die Wolkengasse; hier: Dispens. 5. Baugesuch deS Adolf Bieler für die Marktstraße; hier: Geländeabtretung zur Marktstraße. 6. Umgestaltung der Baumpflanzung sowie der Bürgersteige in der Grünberger- kraße von der Wieseckbrücke am LudwigSplatz bis zur Moltke- kraße. 7. Erbauung einer Privatstraße vom Seltersweg lach der Westanlage; hier: die Einführung der GaS- und Wafferleitung in dieselbe. 8. Vermehrung der Gartenhydranten in den städtischen Anlagen. 9. Entwässerung der Straße Neuenweg. 10. Verbreiterung der Klinikstraße. 11. Abtretung einer Wegparzelle an die Allgemeine Deutsche Klein- lahngesellschast. 12. Die Beleuchtung deS Weges in den Eichgärten. 13. Verbesserung der Beleuchtung am Riegel ;fad. 14. Die Oktroierheberstelle am Neustädter Thor; fier: Vergrößerung des Wieghäuschens. 15. Errichtung von ; wei neuen Schulstellen für die Stadlmädchenschule und einer reuen Schulstelle für die Stadtknabenschule. 16. Einführung »er Wasserleitung in die Dienerwohnung der Stadtmädchen- chule. 17. Dekretur von Rechnungen. 18. DaS Eigentumsrecht an Gelände iu der Nähe des sog. Fürstenbrunnen. 19. Festsetzung von Fluchtlinien an der Rodheimerstraße; ier: Geländeerwerb. 20. Den Erlaß von Bestimmungen über die Unterhaltung und Benützung der Dienst- und Mietwohnungen. 21. Die AbortgrubenEntleerung und Tonnen lbfuhr. 22. Errichtung eines Elektrizitätswerkes. 23. Ver auf von Bauplätzen an der Moltkestraße. 24. Berkaus von Bauplätzen an der Liebigstraße und am Riegelpfad.
•• Das Adreßbuch der Proviuzialhauptstadt Gießen für 1901 ist soeben erschienen. Zur Zierde gereicht ihm ein bei gegebenes Porträt unseres Ehrenbürgers FinanzmiuisterS Gnauth.
Eisvereiu. DaS am Sonntag ausgefallene Konzert auf der Eisbahn findet am Mittwoch nachmittag zwischen Vi3 und ya5 Uhr statt.
•* Fr. Berg's Menagerie ist heute in Oswalds Garten eingetroffen. Nach Berichten von auswärtigen Zeitungen soll sie bedeutende Exemplare aus der Tierwelt ausweisen. In dem gut geheizten über 1000 Quadratmeter großeu Zelte findet Mittwoch abend die Eröffnungsvorstellung statt. (Bgl. Inserat.)
lichen Zersplitterung. Die Kräfte der Studentenschaft müssen in den Dienst wichtigerer Aufgaben gestellt werden.
Cand. Sch lohm an n -Charlottenburg sprach sein Bedauern aus über die Selbstüberhebung und den Egoismus der deutschen Studentenschaft. Der Jurist dünke sich mehr als der Mediziner, dieser höher als der Zahnarzt usw. Ebenso stehe es mit der Wertschätzung der verschiedenen Hochschulen. (Beifall.) Die maßgebenden Faktoren hätten noch nicht begriffen, worauf es ankomme. (Beifall.) Die Couleurabzeichen dienten heute leider im wesentlichen nur dazu, die Wände auszustaffieren. Sie repräsentieren aber nicht die Studentenschaft, da sie in der Minderheit sind, ja, dienen vielmehr eher dazu, die bestehenden Unterschiede auch noch äußerlich zu kennzeichnen. Es sei ein Irrtum, wenn man annehme, die Finkenschaft sei etwa hervorgegangen aus der Anti-Tuellbewegung. Die Finken verlangten nur Achtung der Studenten untereinander. Sie wollen, daß alle Ansichten zu Worte kommen sollen und nicht Duell-Gegner und -Freunde sich gegenseitig als „ehrlos" ansehen. Keineswegs will also die Finkenschaft gegen das Duell vorgehen; ja, sie will sogar späterhin eigene Waffen anschaffen, um solchen Finken, die auf die Mensur gehen wollen, innerhalb der Finkenschaft dazu Gelegenheit zu bieten. (Heiterkeit.) Zur Zeit haben die Finkenschaften noch sehr zu leiden unter dem Jndifferentismus. Möge es in Zukunft mehr Studenten geben, die interessiert sind an der Wohlfahrt der deutschen Nation.
Lichtenstein-München bemerkte: Die finkenschaft- liche Bewegung fei, als ein Protest aufzufassen gegen die plutokratischen Uebe'rgriffe, die in den letzten Jahrzehnten sich als die Ueberbleibsel aus der Feudalzeit wieder besonders stark breit gemacht hätten. Für die Zukunft wird es darauf ankommen, diese rückständige Bewegung, die dem Satz huldigt: „Macht geht vor Recht" umzukehren und dagegen dem Satz Gelang zu verschaffen: Recht geht vor Macht. (Stürmischer, anhaltender Beifall.) Es müsse auch der Zustand aufhören, daß viele Volkskreise sich den deutschen Studenten nach den Fliegenden Blätter- und Simplizissimus-Witzen vorstellten.
Klostermann-Berlin führte u. a. aus, der Zweck ber Bewegung sei wesentlich der, die studentische Jugend aus dem heutigen kulturellen Tiefstand zu einer kulturellen Blüte zu führen. Noch gegen den Anfang des vorigen Jahrhunderts gemessen sei dieser Rückstand ein ganz entsetzlicher. Die Korporationen seien das konservative Element insofern, als ie meinen, was früher gut und nützlich war, müsse nun auch für alle Ewigkeit gut sein. Was das Verhältnis der reien Studenten zu den Korporationen betrifft, so ist die Bewegung der freien Studentenschaften zunächst hervorgegangen aus dem Gefühl der Zurücksetzung gegenüber den Korporierten. Sicher ist der Kampf bei der ungeheuren Macht der Korporation nicht leicht, aber eines Tages muß das Ziel erreicht sein. Die heutigen Korporationen erziehen zur Unfreiheit -und hindern die individuelle Entwickelung.
Von anderen Rednern wurde diesen Ausführungen entgegengetreten und auch die Vorzüge der Korporationen ins Licht gerückt.
Zum Schluß wurde folgender Antrag angenommen: „Der Freie Studententag zu Weimar verlangt volle Gleichberechtigung aller Kommilitonen und hofft von der Bewegung der Deutschen Freien Studentenschaft unter einer weiteren Verbreitung ihrer Ideen eine organische Erneuerung der deutschen Studentenschaft im Sinne einer erhöhten geistigen Kultur der deutschen Nation."
Damit waren die Beratungen beendet.
K°m Krnskkß drr Nk-tschk» Fikikll Sfniitakufifjaft wird aus Weimar, den 5. ds. berichtet: Unter dem baren Eindruck der Trauerbotschaft von dem 6 Uhr 20 Minuten nachmittags erfolgten Ableben des Großherzogs wurde heute abend in die Hauptverhandlungen eingetreten. Unter allgemeiner Bewegung wurde die Drahtantwort des eben verstorbenen Groß- Herzogs auf das gestern abend abgesandte Ergebenheitstelegramm verlesen, das sich zugleich als seine letzte Regierungshandlung darstellen dürfte. Tas Telegramm lautet: S. K. H. der Großherzog lassen für die treue Huldigung herzlich danken. I. A.: Kabinettsfekretär Egloff- stein. Zum Zeichen der Trauer erhob sich die Versammlung von ihren Plätzen. Aus den vormittags und nachmittags abgehaltenen Abteilungssitzungen ist hervorzuheben: Es wurde insbesondere beschlossen, darauf hinzuwirken, daß das sogenannte Vertreterprinzip auf allen Hochschulen anerkannt wird. Weiterhin wurde beschlossen, ein Finkenschaftsorgan unter Ausbauung der bisherigen Finkenblätter in Dresden ins Leben zu rufen. Als V o r st an d sch a s t wurde für das folgende Geschäftsjahr die C h a r l o 11 e n b u r g e r Wilden schäft berufen, die vertreten wird durch die Herren cand. ing. Behrend, Meßmer und Wagner. In der Hauptversammlung entrollte zunächst der Vorsitzende cand. T r e u g e - Berlin ein Bild von den Zielen, die sich die "Deutsche Freie Studentenschaft" gesteckt hat. Er kennzeich- nete dabei die bei uns innerhalb der Studentenschaft herrschende Zersplitterung, die er als geradezu beschämend bezeichnete. Im Auslande liegen die Verhältnisse meist außerordentlich Mel günstiger, so z. B. in dem behördlich fo streng kontrollierten Rußland, wo in der Studenten- lchaft die denkbar einheitlichste Organisation herrscht. Es bestehen dajelbst studentische Unterstützungskassen unter studentischer Verwaltung, ferner allgemein anerkannte Ehrengerichte. Ebenso bedeutsam ist die Pariser „affociation" und der einheitliche Zusammenschluß der Studentenschaft in den skandinavischen Ländern. Ter „Verein deutscher Studenten", der Kyffhäuserverband, beweise deutlich daß eine einigende Bewegung, die sich einseitig auf nationalem Boden aufbaut, nicht mehr einer einheitlichen Organisation bienen könne. Ebenso verfehlt sind deshalb auch einseitig politische Tendenzen, so z. B. der einseitige Antisemitismus, wie der einseitige Philosemitismus. Nach den gemachten Erfahrungen kann eben eine Parteipolitik nicht mehr als einigendes Prinzip gelten. Politische Fragen, wie Anti-
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Bahnverwaltung genehmigt. Auch sollen bereits Fabrikanten von auswärts Schritte zur Erwerbung von Gelände zur Anlage von Fabriken geihan haben.
L Dutenhofen, 8. Jan. (Tel-Meld. d. „Gieß. Anz.") H^ute Nacht ist im hiesigen Restaurant „Jagdschlößchen" ein schwerer Einbruchsdiebstahl verübt woroen. Der Ein- orecher hat den Schreibtisch erbrochen, und alles, was er finden konnte, an sich genommen. Er muß sich während ienrr That verletzt haben, denn man fand heute früh ei» Tischtuch halb zerrissen, mit dem er sich offenbar feine Wunde verbunden hat. Seine Beute ist gering gewesen, da nur unbedeutende Geldbeträge sich in dem Schreibtisch befanden. Oer Besitzer des »Jagdjchlötzchen" hat eine bestimmte Person im Verdacht.
§ Butzbach, 7. Jan. Der hiesige Tierschutzverei» hat eine große Anzahl Exemplare des Tierschutzkalenders für 1901 in unseren Schulen gratis verteilt.
S. Darmstadt, 7. Jan. Heute vormittag wurde m Kaisersaale hier derVortragskursus für praktische L a n d wirte, der von ca. 100 Teilnehmern aus allen Teile» Hessens besucht ist, durch den Vorsitzenden des Landwirtschaftsrates, Geh. Regierungsrat Haas, mit einer Begrüßungsansprache eröffnet. Als Ehrengäste waren anwesend: Se. Exz. Obersthofmarschall General v. Wester- Weller, Vors. des Hess. Pferdezuchtvereins, Landesökonomierat Müller, Landeskulturrat Dr. A. Klaas, Oberregierungsrat Nover, Landesökonomierat Dettweiler, Beigeordneter Schliephake, die Vorsitzenden der landw. Provinzialvereine usw. usw. Der Vorsitzende dankte den Erschienenen für ihre lebhafte Beteiligung, die den besten Beweis für das außerordentliche Interesse liefere, das die Landwirte der neue« Einrichtung, die heute zum ersten Male in Kraft trete, ent» gegenbringen; die Landwirte bewiesen damit ferner, daß sie jederzeit bereit seien, neues zu lernen, um vorwärts z» kommen. Er begrüßte auch die Ehrengäste und die Vertreter der Regierung und dankte den Letzteren für das wohlwollende Entgegenkommen. Landesökonomierat Mülle» begrüßte die Versammlung im Auftrag der Regierung^ namens des, durch unaufschiebbare anderweite Geschäfte verhinderten, Vorsitzenden der Ministerialabteilung für Landwirtschaft und Gewerbe und führt aus, daß er beauftragt sei, zu erklären, daß die Regierung den Vorwärtsbestrebungen und der Weiterentwickelung der Landwirtschaft jederzeit ihr Augenmerk schenke ; auch er hoffe, daß es durch die Kurse und die vereinten Bestrebungen gelingen möge, die besten Resultate zu Nutz und Fromme« der Landwirtschaft zu erzielen. Hierauf sprach Geh. Ober- Regierungsrat Dr. Lydtin aus Baden-Baden über Rassenzucht und Züchter auf Leitung in ca. einstündigem Vortrage. Nach kurzer Pause berichtete Dr. Ziegenbein-Alzey über „Erfahrungen beim Bezug fremdländischer Arbeiter". Am Nachmittag schloß sich hieran eine sehr lebhafte Diskussion.
Darmstadt, 7. Jan. Heute konstituierte sich in einer aus allen Teilen des Großherzogtums zahlreich besuchten Versammlung, der Vertreter der Großherzogin und der Regierung beiwohnten, der Viktoria- Melitta -Verein (hessischer Zentralverein für Errichtung billiger Woh- nun gen). Bet der Beratung über die Satzungen regte Ministerialrat Dr. Breiderl an, die lokalen Bereinigungen, die zur Ausführung der Bauten gebildet werden fallen, unter voller Wahrung ihrer Selbständigkeit in einen organischen Zusammenhang mit dem Zentralverein zu bringen. Ober- »Ürgermeister Morneweg, Frhr. v. H eyl und andere spräche» ich dagegen aus, da schon der vorliegende Wortlaut der Statutenvereine gemeinsame Arbeit ermögliche, ein anderer Zusammenschluß aber nicht notwendig und wünschenswert er- cheiue. Es wurde von einem organischen Zusammenschluß, abgesehen. Ministerialrat Braun schlug eine Aenderung der Statuten dahin vor, daß von hypothekarischen Darlehen bei JnvalidenversicherungSkassen und beim Staat abgesehen »erbe, und zwar im Hinblick auf die den Ständen vorliegende» Regierungsvorlagen über eine Umformung der Landeskredit- affe. Nach diesen Vorschlägen sollen künftig von der Kasse hypothekarische Darlehen an Einzelpersonen überhaupt nicht mehr geleistet, vielmehr Darlehen nur noch an politische Ge» meindeverbände abgegeben werden, die dann diese Mittel nach )em lokalen Bedürfnissen verwenden könnten. Nach kurzer Diskussion wurde der betreffende Passus in den Statuten gestrichen. Die Mitgliedschaft des Vereins soll, entgegen dem Statutenentwurf nach den heutigen Beschlüssen nicht von der hessischen Staatsangehörigkeit abhängen. Mitglieder dürfe» vielmehr alle geschäftsfähigen Personen, sowie Behörden, Gemeinden, Körperschaften und Handelsfirmen werden. Der Jahresbeitrag wird herabgesetzt. Er soll für Cinzelperfoue» mindestens 2 Mark für Gemeinnden, Vereine rc. mindesten» 20 Mark betragen. Wer einen einmaligen Beitrag vo». mindestens 300 Mark zahlt, erwirbt die dauernde Mitglied- chaft. Sonst wurden die Satzungen im Wesentlichen nach )cn Entwürfen angenommen. In den Vorstand wurde» au» den drei Provinzen des Großherzogtums je drei Vertreter gewählt und zwar für Starkenburg: Regierungsrat Dr. Dietz» Oberbürgermeister Morneweg, Stadtverordnete Otto Wolfs- ehl sämtlich in Darmstadt; für Rheinhessen: Oberbürgermeister Dr. Gaßner-Mainz, Oberbürgermeister Köhler-Worms» Freiherrn v. Heyl zu Herrnsheim WormS; für Oberhessen: Justizrat Dr. Gutfleifch. Gießen, Kommerzienrat EnneliuS-Gießen, Kommerzienrat Langsdorf-Friedberg.
fc. Fra»kfurt a. M., 7. Jan. Die Kohleneinkaufs^ gefellfchaft für das Main- und Rheingebiet hat sich ,»u- mehr als Gesellschaft mit beschränkter Haftung endgiltig konstituiert. Zirka 40 Kohlenkaffen und Konsumvereine find bis jetzt beigetreteu.
Vermischtes.
• Newyork, 7. Jan. Die echten schwarzen Pocke» find in den letzten Wochen in größerer Anzahl von Fällen aufgetreten. Zahlreiche Bewohner NewyorkS haben bereits die Schutzimpfung an sich vornehmen lassen. DaS Gesundheitsamt trifft einerseits energische Vorsichtsmaßregeln, sucht aber andererseits das Vorhandensein der Infektionskrankheit z» verheimlichen.


