Francs nominal und Gold, ferner eine Vorlage betreffend Kvnzessionserteilung an die bulgarische Tabakregiegescllschaft unter Leitung eines bulgarischen Präsidenten mit einem Kapital von zehn Millionen Francs in Silber. Ter Anleihevertrag basiert auf den Ertragnissen des Tabakverschleißes, der Tabakpvoduktiousteuer und der Staatsanteile am Reinerträge der Tabakregie. Der Uebernahrnekurs beträgt 82 einhalb Prozent. Tie Anleihe soll zu Rückkäufen der schwebenden Anleihe von 1892, zur Bezahlung von Schatzbonds, sowie Vorschüsse des Bankensyndikats, der Nationalbank, der Agrarkassen, zur Bezahlung der Tributrückstände an die Dette Publique, zusammen 89 Millionen, dienen, sodaß der der Regierung zur Verfügung bleibende Rest nur gering ist. Tie Konzession der Tabakregiegesellschaft läuft 50 Jahre. Ter Anteil des Staates am Reinertrag beträgt 65 Prozent, der Anteil der Gesellschaft 35 Prozent. Ter Vertrag muß am 18. Dezember von der Sobranje ratifiziert sein.
Petersburg, 6. Dez. In der Audienz, die Marquis Ito am 28. Viotiember hatte, überreichte ihm der Kaiser persönlich den Alexander Newski-Orden in Brillanten.
Bombay, 6. Dez. Wie berichtet wird, sind nahe bei -oheia in fernen in einem Ge fecht gegen die Stämme, die sich gegen die übermäßige Besteuerung erhoben hatten, 40 türkische Soldaten getötet worden.
Aus Stadt und Zand.
(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen L riginal-Nachrichten ist nur unter genau er Qu e ll e n anga be: „Gieß. Auz." gestattet.)
Gießen, den 7. Dezember 1901.
• * Aus der Bürgermeisterei. An Stelle des zum Standesamts-Sekretär ernannten Beamten Nau ist der bisherige Bureaugehilfe beim Gas- und Wasserwerk Loh zum Bürgermeistereigehilfen ernannt worden.
* • Handelskammerwahleu. Bei der Handelskammerwahl für den Kreis Lauterbach, die unter dem Vorsitz des Mitglieds der Handelskammer Gießen, C. Grünewald von Alsfeld, im Rathaus stattfand, wurden die seitherigen Handelskammermitglieder, Hermann Dürbeck und Leonhard Hoos, einstimmig mit 19 Stimmen wiedergewählt. — Bei der Handelskammerwahl für den Kreis Büdingen wurde Ludwig Hanner mit 17 Stimmen wiedergewählt.
* * Chemische Untersuchungen durch die Polizei. In den letzten Tagen wurden durch die Polizei in hiesigen Geschäftsläden und auf dem Markte Proben verschiedener Lebensrnittel in größerem Umfange entnommen und an das chemische Untersuchungsamt abgegeben.
* * Suggestion. Bereits im Jahre 1892 gab der bekannte Suggestor Albert Krause hier vor ausverkausten Häusern im Cafe Leib 3 Vorstellungen. Die Leistungen des Herrn Krause bildeten damals das Tagesgespräch unserer Stadt. Jetzt ist er nach mehrjähriger Abwesenheit im Auslande zurückgekehrt, bereichert mit den neuesten Errungenschaften auf dem merkwürdigen Gebiete der sogen, „reinen" Suggestion (Schwester-Erscheinung der Hypnose), die er uns in einer einmaligen Soiree barbieten will. Seine vielen Freunde von damals werden sich diese seltene Gelegenheit nicht entgehen -lassen, den beliebten Künstler abermals zu bewundern und die Fortschritte auf dem immerhin noch dunklen Gebiete dieses Tells des menschlichen Seelenlebens kennen zu lernen. Die Eintrittspreise sind wiederum billigst gehalten, sodaß sich Jedermann den seltenen Genuß dieser Vorstellung ge- •ftatten kann.
♦ * Konzert. Morgen findet in der Südanlage Promenadenmusik mit folgendem Programm statt: 1. Ouvertüre z. Op. Stradella von Flotow. 2. Melodie celebre von Rubinstein. 3. Indra-Walzer von Linckel. 4. Finale a. d. Op. Lohengrin von Wagner.
* * Ein schönes Gebäude ist an der Ecke der Kaplansgasse und der Bahnhofstraße entstanden, in dem sich die altbekannte Wirtschaft „Zum Schipka-Paß" befindet. Der im mittelalterlichen Sttl gehaltene, dem Brauereibesitzer Jhring gehörige Bau ist auch im Inneren völlig neu eingerichtet und mit allen Bequemlichkeiten der Neuzeit ausgestattet worden. Gleichzeitig ist durch den Umbau eine wesentliche Verbreiterung der Kaplansgasse erzielt worden, was dem dort herrschenden starken Verkehr vom Bahnhof nach dem Seltersweg sehr zu statten kommt.
• • Vier Jahreszeiten. Am morgigen Sonntag finden in den „Vier Jahreszeiten" zwei große Vorstellungen des süddeutschen Ensembles „Monachia“ aus München, das unter der Direkion des Salonkomikers Adolfi steht, statt. .(Siehe Inserat.)
* * Allgemeine Sterbekaffe. Wie schon durch Inserat bekannt gegeben wurde, findet morgen, Sonntag, nachmittags 4 Uhr, auf Lönys Bierkeller die ordentliche Generalversammlung der Allgemeinen Sterbekaffe statt, woraus wir hierdurch nochmals Hinweisen.
* * In Amerika verstorbene Hessen. Christina Diehl geb. Hilzheimer aus Lampertheim, geft Chillicothe (O.); 68 Jahre alt. — Jakob Jung aus Nackenheim, gest. in Brooklyn (N.-Y.); 86 Jahre alt. — Georg Feuring aus Calden, Kr. Büdingen, gest. in Binghamton (N.-Y.); 77 Jahre alt. — F. W. Fehling, geft. in Indianapolis (Jnd.); 91 Jahre alt. — Heinrich Lenz, geft. in Allegheny (Pa.); 67 Jahre alt.
u. Großkarbeu, 6. Dez. Bahnhofsrestaurateur Karl Müller-Marchand ist im Alter von 79 Jahren hier gestorben. Er war eine in oberhessischen Jägerkreisen sehr bekannte Persönlichkeit. Erwähnt mag noch sein, daß Müller- Marchand vor Jahren die Quelle des heute weithin berühmten Taunusbrunnens erbohrte.
Schotteu, 6. Dez. Im nächsten Frühjahre läuft die Pachtzeit der fiskalischen Jagden im höheren Vogelsberg wieder ab. Sie kommen diesmal nicht mehr zum öffentlichen Gebot, sondern sollen von der Forstbehörde in Selbstverwaltung genommen werden. Grund zu dieser Maßnahme ist die überhand nehmende Zahl an Rotwild. Letzteres hat in den letzten Jahren unberechenbaren Schaden in jungen Beständen (besonders Eschen) durch Schälen der Stämmchen an- gerichtet. Es sollen für die Folge Polizeijagden, veranstalten von der betreffenden Dberförfterei unter Hinzuziehung der Forstwarte und geübten Schützen, abgehalten werden. Die (fiskalischen Jagden warfen seither hohe Pachtsummen ab, so iaS Revier „Oberwald" 2000 Mk.
+ Grebenhain, 6. Dez. Nach langen Bohrversuchen hat man in der Nähe des Bahnhofs endlich eine Quelle ; gefunden, hie genügend Wasser für die Maschine der hiesigen
Station gievt. An dem 25au oc5 DaynyosZgevauoes rotro eifrig gearbeitet. Man hofft, es bis Ende Januar fertig zu teilen.
Vom oberen Vogelsberg, 6. Dez. In einer Anzahl von Dörfern unseres Gebirges haben sich Genossenschaften infolge belehrender Vorträge gebildet zwecks Gründung von Dampfmolkereien. Dieses fortschrittliche Unternehmen erscheint gerade für unsere Gegend wohl geeignet, da bekanntlich die Viehzucht hier in weit ausgedehntem Maße betrieben und den Landwirten zur guten Verwertung der Milch ein schöner Weg angebahnt wird. In einem Dorfe traten sofort 40 Mitglieder der Genossenschaft bei.
M. Darmstadt, 6. Dez. Das Leichenbegängnis des Generaladjudanten des Großherzogs, Paul Wern her, das, wie wir telegraphisch bereits mitteiltcn, heute vormittag lli/, Uhr mit dem größten militärischen Pomp erfolgte, gfr* ftaltetc sich zu einer hochernsten Feier, für die die Persönlichkeit des Verstorbenen die beste Erklärung bietet. Er gehörte zu den militärischen Würdenträgern, welche mit dem Großh. Hause eng verwachsen sind. Der jetzige regierende Landesherr, der ihm m aufrichtiger Zuneigung ergeben war, schätzte überdies Wernher als einen der treuesten Ratgebeber seines Vaters, Ludwigs IV. Als die Prinzessin Alix als Braut des russischen Großfürsten Nikolaus ihre Reise in die neue Heimat antrat, mußte sie, auf ihren ganz speziellen Wunsch, General Wernher begleiten. Eine Woche vor seinem Tode prachen der Großherzog und Prinzessin Heinrich persönlich bei dem Kranken vor. Telegraphisch sprachen der Familie ihr Beileid aus die Schwester des Großherzogs, die Kaiserin von Rußland, die Großfürstin Sergius, die Prinzessin Viktoria v. Battenberg; Prinzessin Irene, die hier weilt, sandte sofort ein Schreiben. Auch die Großherzogin schickte von Nizza ein Beileidstelegramm. Als Vertreter des Kaisers wohnte der Trauerfeier Exzellenz v. Scholl und als Vertreter der Prinzessin Heinrich Kammerherr Graf v. Hahn bei. — Im Gocth ebund sprach heute in 1 i/zstündigem Vortrag Prof. Dr. Sauer aus Gießen über das Thema: „Kunst und Mode", das er auf Grund der Kunstschätze der Vergangen- hett und mit Hinzuziehung reicher Anschauungsmittel (Skiop- tikonbilder) behandelte. Drei leitende Gesichtspunkte traten in dem Vortrage hervor. Zunächst ging der Redner auf die Epochen und Kulturabschnitte ein, in denen die Kunst sich als gefällige Dienerin der Mode gezeigt. Dann erläuterte er das allerdings nur bei sehr günstigen Konstellationen eintretenbe Zusammenarbeiten von Kunst und Mode, wobei sich erstere natürlich als die gebietende Herrin erweist; und zum dritten kamen die Fälle an die Reihe, ivo die Kunst sich in direkt feindseliger Stellung zu der Nachbarin stellt, wofür diese denn wieder auch die entsprechende Rache nimmt. Zum Schluffe seiner feinsinnigen, von tiefstem ästhetischen Verständnis zeugenden Darlegungen, sprach Prof. Dr. Sauer seine persönliche Ansicht über die Gegenwart dahin aus, daß wir uns jetzt wieder im Aufstieg befänden, im Anfänge eines originalen Kunstschaffens. Auf Einzelheiten des Vortrags, der ein zahlreiches Publikum gefunden hatte, kommen wir noch in unseren Darmstädter Briefen zurück.
** KleiueMitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaateu. In Babenhausen ist eine große Anzahl von Pferden der 4. Batt. Feldartillerieregiments Nr. 61 an der Brust.ssuche erkrankt. — Dem Regierungsasseffor Rosenbaum in Frankfurt a. M. ist die Stelle eines Mitgliedes der kgl. Eisenbahndirektion daselbst verliehen worden.
Vermischtes.
* Verden a. Aller (Provinz Hannover), 6. Dez. Eine komische Szene hat sich hier gestern Vormittag abgespielt. Ein 76jähriger Mann aus der Gegend von Syke redete auf der Straße einen Herrn mit den Worten an: „Könnt Semi nid) seggen, wo hier een wohnt, de am Gericht is?" Auf mehrfaches Befragen stellte sich schließlich heraus, daß der Greis einen Rechtsanwalt meinte. Als man ihn weiter fragte, n>a§ er bei dem Rechtsanwälte wollte, erwiderte der bejahrte Mann: „Man soll' et nich glöben, mien Fru is mi utfnepen. Se is nu all 72 Johr und kriegt nu noch o'n Jnfall. Aber her sall se wedder! her soll se wedder!" Schließlich wurde dem Greis die Adresse eines Rechtsanwalts aufgegeben. Hoffentlich wird er seine „Alte" auch wieder erhalten und die alte Liebe wieder jung aufleben.
* Brüssel, 6. Dez. Dem Großindustriellen Erwin Solvay ist vom König der Titel „Baron" verliehen worden.
Bordeaux, 6. Dez. Von zwei Dieben die in der Wohnung eines Kaufmanns Geld gestohlen hatten und von den Hausbewohnern verfolgt wurden, erschoß sich einer, während es dem anderen gelang, zu entkommen.
* Port Said, 6. Dez. An Bord des den Messageries Maritimes gehörigen Dampfers „Tonkin" ist ein pestverdächtiger Krankheitsfall festgestellt worden.
UmversttAs Nachrichten.
— Dem o. Professor in der philosophischen Fakultät zu Göttingen, Dr. F-riedrich L e o, ist der Charakter als Geheimer Regierungsrar verliehen worden.
— Mommsen antwortete auf die Adresse der Innsbruck e r U n i v e r s i t ä t s p r o s e s s o r en : „Wo die deuyche Nationalität Verteidiger findet, da fielen diese zusammen. Ob wir hier, die wir uns aufbäumen gegen die Unterjochung durch das Zentrum, oder ob die Tyroler Deutschen sich der Fremden mit Erfolg erwehren werden, das stebt nicht bei uns, wohl aber fleht bei uns, daß wir uns wehren, uno das wird geschehen.
Arbeiterbewegung.
Charleroi, 6. Tez. Ein neuer Glasarbeiter- Au s st a n d steht bevor, nachdem ein Teil der Arbeiter eine Lohnerhöhung von 10 pCt. gefordert hatte. Die Direktion der Glasfabriken erklärte, den Betrieb lieber gänzlich einzustellen als nach- zugeben.________________________________________
Gerichtssaal.
I. Gießen, 6. Dez. (Gewerbegericht.) Unter dem Vorsitze des Beigeordneten Wolff kamen heute fün Klagen zur Verhandlung. — Der Erdarbeiter Stefan Kreiling zu Wieseck verlangt von dem Unternehmer Ludwig Weimer zu Waldgirmes 3.91 Mk- Restforderung. Der LeÜagtc beträtet, item Kläger noch, etwas schllldiL #1 jein.
irtoer Die DefDerfettigen Behauptungen ?orten ytuyen nommen werden. — Erdarbeiter Heinrich Leinberger hier klagt gegen den vorigen Beklagten auf Zahlung von 24 Mk. Entschädigung wegen unbefugter kündigungsloser Entlassung. Beklagter wendet ein, daß Kläger freiwillig ausgetreten sei, daß er ihn aber auch gröblich beleidigt habe. Kläger bestreitet die Vorbringungen des Beklagten. Beide Teile benennen Zeugen für ihre Behauptungen. Tas Gericht erläßt Beweisbeschluß. Danach sollen drei Zeugen vernommen werden. — Wegen kündigungsloser Entlassung klagt auch der Arbeiter Kaspar Zindel hier gegen den Kohlenhändler Georg Schäfer hier auf Zahlung von 12 Mk. Entschädigung. Durch die Verhandlung ergiebt sich, daß Zindel seinen Arbeitgeber und dessen Sohn gröblich beleidigt hat. Tie Sache findet dadurch ihre Erledigung, daß Schifter dem Zindel drei Mark zahlt, ohne jedoch eine rechtliche Verpflichtung hierzu anzuertennen. Der Kläger zieht eine Klage zurück. — Die Klage der Erdarbeiter Wilhelm und Ludwig Kreiling von Heuchelheim gegen den Pflasterermeister Johannes Nickel hier, die auf Zahlung von 10.26 Mk- Akkordlohn gerichtet ist, wird auf Antrag des Beklagten kostenfällig abgewiesen, weil die Kläger trotz ordnungsmäßiger Ladung zum heutigen Termin nicht er- chienen sind. — Der Werkmeister Karl Balser zu Burb hardsfelden klagt gegen Den Kaufmann Peter Safte in. hier, auf Zahlung von 144 Mk. Entschädigung, weil er als Werkmeister für die beklagte Zigarrenfabrik in Kesselbach engagiert, aber nicht eingestellt worden sei. Ta er inzwischen 36 Mk. Lohn für zwei Wochen erhalten hat, den Schaden für die, für sechs Wochen entgangene freie Wohnung auch auf 9 Mk. herabfetzt, ermäßigt sich fein Anspruch auf 81 Mk- Die Parteien einigen sich dahin, daß Beklagter dem Kläger die verlangten 81 Mk. in Wochenraten mit 20 Mk- auszahlt. Der Kläger verpflichtet sich dagegen, denjenigen Verdienst, den er bis zum 31. Dezember erzielt, auf die Vergleichs- fuinnte anrechnen zu lassen. Der Beklagte behält sich das Recht vor, diesen Vergleich binnen 14 Tagen widerrufen zu dürfen.
Berlin, 6. Tez. In dem Prozeß de§ Justizrats Wagner gegen den Eisenbahnfiskus, über den roir berichteten — es handelte sich um die UeberfüHung eines Eisenbahnwagens — hat das Landgericht 1 in Abänderung des Urteils des Amtsgerichts die K 1 a g e a b g e w i e s e n. Tas Landgericht hat die UeberfüHung zwar auch nicht für ordnungsmäßig erklärt, jedoch aus rechtlichen Gründen entschieden, daß daraus ein Anspruch aus Rückzahlung des Fahrgeldes nicht hergeleitet werben kann.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Mainz, 6. Dez. Ter Aufsichtsrat der Aktiengesellfchaft v o f Bierbrauerei Schöfferhoi beschloß in seiner heutigenKcr- anunlunq nach reichlichen Abschreibungei« eine Dividende oo» 12pCt. (Vorjahr 12^, pCt.) in Vorschlag zu bringen.
Märkte.
Gießen, 7. Dezember. Marktbericht. Ans bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfund 1,20—1,30 Mk., Hühnereier pr. Stück 8—10 Pf., 2 Stück 00.00 Pft Käse pr. Stück 5—8 Pf., Käsematte 2 Stück 0—0 Psa., Erbsen pr. Liter 20 Pfg., Linsen per Liter 30 Pfa., Tauben pr. Paar 0,70—1,00 Mk., Hühner pr. Stuck 1,00—1,30 All., bahnen pr. Stück 0,70—1,30 Mk., Enten pr. Stück 1)80—2,40 Mk., Gänse pr. Pfd. 52—66 Pfg., Ochscnflcisch pr. Pfund 66—76 Psa-, Kuh- uird Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., ^chweine- leisch pr. Pfund 70—80 Pfg., -Schweinefleisch, gesalzen, pr. Piund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 60—66 Psg., Hanunelslcisch pr. Pfund 50—70 Psg., Kartoffeln pr. 100 Kar. 3,20—3,50 Alk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfa., Zwiebeln pr. Zentner 4,00—5,00 Pit., 'Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 9—15 Pfg., in Körben 12—15 Pfg. Trauben 35—50 Pfg., Tomaten per Pfd. 18—20 Pfg.
Dauer der Marktzeit von morgens 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr, während der ersten Drei Stunden der Marllzeil darf nicht im Umherziehen feilgeboten werden.
Tabak.
Im Lause der Berichtswoche wurden in Seckenheim noch einige hundert Zentner 1901er Tabake in der Preislage von 24 bis 26 Mk. teilweise zu Rollendeckzwecken verkauft. In den Lrten Bellheim und Herxheim konnte auch in der abgelaufeneu Woche wegen zu hoher Forderungen sich ein Geschäft nicht entwickeln. Die Händler warten ruhig ab, bis abgehängt ist, da viel fauler Tabak sich vorfinden soll, und die Beschaffenheit der bis jetzt empfangenen Tabake der Grundsvrte Vorsicht im ferneren Ankauf von Tabaken gebietet. Im Laufe der kommenden Woche wird mit dem Empfang der Neckartabake begonnen, man erwartet allgemein das Resultat des Ausfalls dieser Ware. In alten Tabaken ist es sehr ruhig, und sind uns nennenswerte Umsätze nicht bekannt geworden. In losen psälzer Rippen geschäftslos, lose feine 8,50 bis 9 9)lf., gebündelte seine 10 bis 11 Mk.
Biehmarkt.
Die Viehmärkte waren während der Berichtswoche fast allenthalben nur mittelmäßig frequentiert, aber auch der Handel konnte sich in keiner Weise beleben. An fast allen einschlägigen Markten blieb ziemlich Ucberftanb, während überall Kälber wenig, Mit garnicht, gehandelt wurden. Fette Schweine, sanden an eituclneii Plätzen ettpas bessere Beachtung. Die Preise sind immer noch sehr hohe, weswegen auch im Allgemeinen die Umsätze hierin nicht besonders belangreich sind.
Getreide.
Das Getreidegeschäft verlief in dieser Woche in sehr fester Stimmung. Außer der aufwärts gerichteten Bergung der amerikanischen Märkte kamen für uns als befestigende Momente noch die Meldung über starke Regen- fälle in Argentinien, welche wohl das zu erwartende, ohnehin schon reduzierte Ernteergebnis noch weiter zu schmälern geeignet waren, sowie das in Deutschland herrschende trockene kalte Wetter ohne schützende Schneedecke in Betracht, -vte Weizenpreise konnten im Wochenlaufe Mk. 5 per Tonne gewinnen. Roggen fest- Gerste ebenfalls fester. Hafer bleibt fest auf Preis gehalten. Mais neuerdings höher- xie heutigen Notierungen sind: Redwinter 2 Mk. 136, Kansas - Mk. 136, Südruss- Weizen Mk. 126-135, Rufs. Roggen Mk. 104, Russische Futtergerste Mk- 100, Nuss. Hafer Mk. 127—140, Mixed Mais Mk. 121, Laplata Mais rye term» Mk. 112, cif Rotterdam-
Gingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, 6. Dezember 1901. Geehrter Herr Redakteur!
Gestatten Sie nachträglich einige Bemerkungen zu bem trätet in Nr. 279 Ihres Blattes vom 27. v. Mts. „Aus der Bürgermeisterei". Darnach könnte es scheinen, als sei in der besprochenen Stabwerorbneten-Sitzung ein Grunbsatz aufgestellt worben, naa) welchem bie Anstellung ber MilitäranwäAer im GernembebienN der Stadt Gießen erfolgt. In dieser Beziehung war bereits „GM- scheidung" getroffen; wenigstens laßt die Bekanntmachung Der Großh. Bürgermeisterei Gießen in Nr. 169 des „Gieß. ^3. 00 22. Juli 1900 darauf schließen, obgleich dann der ausdrucklime Hinweis auf einen Beschluß der Stadtverordneten-Veriammluntz, welcher die veröffentlichten, an die Bewerber um bic W Millitäranwärter zu richtenden Anforderungen oorid)reibt, man» enthalten ist. Für manche der dort perzeichntten stellen yt ore


