Darstellung der „Anforderungen" in einer Form gehalten, die nicht klar erkennen läßt, ob unter allen Umständen die angegebene Vorbildung nacbzuweisen ist. So heißt es in der betr. Spalte jener Belanntm-chung verschiedentlich: „Bewerber welche das Examen für Bureauvorsteher 2c. bestanden haben, erhalten den Vorzug." Hierher gehört offenbar auch der in Ihrem Artikel erwähnte Posten, denn im Vakanzausschreiben vom 11. Oktober er. ist bezüglich der Ansiclluugsbedingungen eben diese Form zur Anwendung gekommen. Wenn daher in fraglichem Falle die Stelle nicht mit einem Militäranwärter besetzt worden ist, so scheint einerseits unzweifelhaft festzustehen, daß oorzugsberechtlgte MilüLranwärter nicht vorhanden waren; anderseits aber ist die Festhaltung an den seinerzeit ver- öfsentllchten Bcdingrrngen auch bezüglich solcher Stellen dokumentiert, bei denen man über ihre Anwenoung tm Zweifel sein konnte. Und darin liegt ,vohl das Bemerkenswerte des betr. Beschlusses der Stadtverordneten-Versammlung.
Neueste Meldungen.
Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.
6. Darmstadt, 7. Dez. Zwischen der Stadt Darmstadt und der Süddeutschen Eisenbahn Gesellschaft wurde ein Vertrag, betreffend die Vorortbahnen Darmstadts, dahin abgeschloffen, daß das Konsortium um Erteilung der Konzessionen für die Bahnlinien Gernsheim—Pfungstadt—Eberstadt, Griesheim—Krumstadt—Pfungstadt, Darmstad t—66 e r- stadt—Seeheim und Darmstadt—Dornheim—Korn- sand uachfucht. Voraussetzung dafür ist die pachtweise lieber- laffung der Nebenbahnen Eberstadt—Pfungstadt und Birkebach — Seeheim an das Konsortium. Tas Konsortium erwirbt weiter von der Gesellschaft Konzessionen und Eigentum der Bahnlinien von Darmstadt nach Eberstadt, Griesheim und Arheilgen. Die Gesamtverhandlungen find unter Leitung des Fiuanzmiuistcrs Dr. Guaulh provisorisch abgeschloffen und dieser Tage der Stadl- verordneienversammluug vorgelegt worden.
Berlin, 7. Dez. Tie polnische Interpellation betr. die Wrescheuer Schulkrawalle wird am Dienstag im Reichstag von dem Ab'. Fürst Radziwill begründet worden. Zn dec Begründung soll möglichst milde aufgetreten werden, weil dir auswärtige Politik in Mitleidenschaft gezogen wird. Namens des Zentrums wird Abg. Roe reu sprechen. Auch Sozialdemokraten werden in die Debatte eiugreifen.
Breslau, 7. Dez. Wie die „Brest. Ztg." erfährt, ist infolge des Zusterburger Zweikampfes soeben au die Offiziere der Armee eine kaiserliche Kundgebung über das Duellunwesen ergangen. Ueber den genaueren Zuhalt verlautet einstweilen nur, daß sie eine weitere Erschwerung der Zweikampfes enthalte.
München-Gladbach, 7. Dez. Zn der hiesigen Zdioteu- Anstalt wurden seit dem 13. Oktober ein lOjähriger blödsinniger Knabe vermißt; nunmehr ist die Leiche gefunden worden und zwar völlig entkleidet im Speiseaufzug. Offenbar liegt ein Verbrechen vor.
Brüssel, 7. Dez. Der Zustand der Königin von Belgien, die angeblich au Waffersucht leidet, soll ernst sei». Die Beine find, wie es heißt, schon stark augeschwollen.
Paris, 7. Dez. Caffaguac schreibt in der „Autorits" über die Rede Massabuaus, Frankreichs Schwäche bestehe darin, daß es gleichzeitig Englands nnd Deutschland 8 Ge gner sein wolle Tas sei an mö glich. Die Stunde sei gekommen, wo Frankreich wählen müffe, wenn es sich nicht durch übermächtige Ausgaben zu Grunde richten wollte. Von diesem Gesichtspunkt aus dränge sich eine Annäherung an Deutsch- land allen denen auf, die eine praktische Politik befolgten und sich nicht Sentimentalitäten Hingaben. Die Annahme der Mithilfe Deutschlands in der chinesischen Angelegenheit und Walder- fees Oberbefehl sei der erste Schritt dazu gewesen. Ein kombiniertes Einvernehmen mit Rußland und Deutschland wäre eine neue Kontinentalsperre gegen England. Die öffentliche Meinung würde anfangs erstaunt
fern, aber bald diese Politik billigen. Mau müffe sich nur daran erinnern, daß Deutschland nur ein zufälliger, England aber der unerbittliche und beständige Feind Frankreichs sei.
Berlin, 7. Dez. Tie englische Zensur in Kapstadt hat auch die Einführung des „Vorwärts", wie das Blatt selbst mitteilt, verboten. — Marquis Ito ist gestern abend vom Reichskanzler Grasen Bülow empfangen worden. Vorher hatte er abermals eine längere Unterredung mit dem Staatssekretär Frhrn. v. Richthofen.
Eh r istiania, 7. Tez. In der gestrigen Staatsrats- Sitzung unter dem Vorsitz des Königs wurde beschlossen, dem Parlament einen Gesetzentwurf über Verausgabung einer neuen Staats-Anleihe von 35 Mill. Kronen einzubringen.
London, 7. Tez. Wie aus Melbourne gemeldet wird, hat der australische Senat einen Gesetzentwurf angenommen, welcher bezweckt, die Einwanderung einzuschränken. — Die Pocken sind neuerdings wieder mit großer Heftigkeit ausgebrochen. Die Epidemie giebt augenblicklich Anlaß zu ernsten Besorgnissen. Gestern wurden 15 neue Fälle festgestellt. — Zwischen der Post-Verwaltung und dem Telephon-Syndikat haben Verl-audlungen ftattgefunden, die zu einer Äereinbarung zwecks Rückkaufs des Telephon- Monopols durch den Staat geführt haben. Die That- sache, daß das Telephon bisher nicht im staatlichen Besitz war, hat große Unzuträglichteiten zur Folge gehabt. Der Rückkauf wird im llnterhause Gegenstand einer Debatte bilden.
London, 7. Dez. Tie Nachricht, daß Miß Hobhouse einen Protest wegen Mißbrauchs der Amtsgewalt gegen Milner, Kttchener und andere Offiziere angestrengt hat, die sie mit Gewalt an Bord des Dampfers, welcher sie in Kapstadt landen sollte, zurückhielten, erregt hier großes Aufsehen. Ein Teil der liberalen Presse tadelt die Haltung der englischen Militär- und Zivilbehörden^ welche den Begriff der persönlichen Freiheit anscheinend vollständig verloren hätten.
Paris, 7. Dez. Ter akademische Disziplinarrat, der heute unter dem Vorsitze des Unterrichtsministers tagte, kassierte das vom Disziplinarrat in Dijon gegen den Mittelschulprofessor Herve gefällte Strafurteil wegen Formfehlers. Ein Antrag des Verteidigers, die Angelegenheit vor einen anderen Disziplinarrat zu verweisen, lehnte der Ober- disziplinarrat ab und verhängte sodann über Herve die Strafe der Amtsentsetzung.
Rom, 7. Dez. Die in China geschädigten italienischen Missionare erhielten 17 Mill. Lire En tschäd i gun g. Die Blätter beglückwünschen die Regierung zu diesem Erfolge, der hinsichtlich des Prinzips der Protektoratsfrage von großer Bedeutung ist.
Wien, 7. Dez. Nach Meldungen polnischer Blätter wird Graf Anton Wodzicki demnächst zum Ackerbauminister ernannt werden.
Wien, 7. Dez. Die vom Ministerpräsidenten v. Körber angekündigte Aussprache zwischen Deutschen und Tschechen hat begonnen. Am Dienstag versammetten sich die deutschen und am Donnerstag die tschechischen Parteiführer bei Körber. Es wurde beschlossen, durch ein gemischtes Komite eine Formel für die gesetzliche Festlegung der deutschen Sprache als Vermittelungssprache und der inneren tschechischen Dienstsprache in tschechischen Bezirken feststellen zu lassen. Alle anderen sttittigen nationalen Fragen sotten vorläufig zurückgestellt werden und die Aussprachen vor Erledigung des Budgets beendet sein.
Saaz, 7. Dez. Ter reisende Getreidehändler Hottek aus Gerten wurde im Walde bei Podersunke ermordet und seiner großen Barschaft beraubt.
Lemberg, 7. Dez. Die Beamten des Landes- Ausschusses beschlossen, ein Prozent ihres Gehalts für die Dauer von zwei Jahren zur Bekämpfung des Vereins zur „Förderung der O st m a r k e n" und zum Ankauf von Bindereien in Polen zu opfern.
Graz, 7. Dez. Tiefe Woche ging aus Fiume ein englischer Dampfer mit 756 Pferden ab. Bisher wurden aus Fiume 23304 Pferde auf 31 Schiffen nach Südafrika befördert.
Warschau, 7. Tez. Ein Blatt verbreitet die Nachricht, daß der in Berlin ansässige polnische Maler Kossak, obwohl er die Gunst des Kaisers besitze, und die deutsche Reichshauptstadt ihm materielle Vorteile biete, diese für immer verlassen und nach Galizien zurückkehren wolle.
Philadelphia, 7. Tez. Der Schwede Miller, der die Worte ausgerufen hatte: Roosevelt müsse ebenso st erben wie Mac Kinley, wurde in Freiheit gesetzt, weil das bloße Aussprechen dieser Worte noch kein Verbrechen sei.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Dezember
Barometer auf 0° reduziert
Temperatur der Luft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
6.
6.
7.
2“
9”
7“
754,4
755,4
754,2
2,2
1,8
1,0
3,6
3,8
3,9
94
94
90
NW.
8.
8.
1
1
2
Bed. Himmel
• w
Höchste
Temp
erahn
am
5. bis
6. D
ez. + :
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Niedrigste
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5. ,
6.
— 7,2° 0.
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In der Zeit vom 1. bis 7. Dezember 1901 wurden in hiesiger Stadt
gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, verloren: 2 Pottemonnaies mit Inhalt und 1 Geld
täschchen.
Der Empfangsberechtigte des gefundenen Pottemonnaies beliebe seinen Anspruch alsbald bei uns geltend ju machen.
Gießen, den 7. Dezember 1901.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Hechler.
Gießens
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Bekanntmachung.
Das im Beuerner Gemeindewald für 1901/02 gefällte und noch zur Fällung kommende Stamm- und Stangenholz, als: ca. 40 fm Eichen-, 175 tm Nadel-Stammholz, 168 fm Nadel-Derbstangen, soll im Submissionsweg vergeben werden. Offerten sind bis zum 10. d. Dcks., nachm. 2 Uhr, an unterzeichnete Bürgermeisterei einzureichen.
Nähere Auskunft erteilt Forstwatt Koch.
Beuern, den 4. Dez. 1901. Großh. Bürgermeisterei Beuern
Otto. 7967
Schwellenverkauf.
Am 11. d. Mts., vormittags 10 Uhr sollen auf Bahnhof Reiskirchen 80 Stück und um 2 Uhr nachmittags 140 Stück,auf Bahnhof Großen-Bufeck und am 12. d. Mts., nachmittags 3 Uhr bei Wärterposten Nr. 2 der Strecke Gießen—Fulda bei Gießen am Schijjendergerweg 200 Spick
alte Holzschwellen öffentlich versteigert roerben. 8007
Großh. Etfenbahn-Betriebs- inspektion 1 Gießen.
Versteigerung.
Mittwoch den 11. ds. MtS., vormittags 11 Uhr, versteigere ich im Hofe des Gasthauses „zum Löwen" dahier im Auftrage den es angeht, gemäß 8 383 B. G.-B. eine als Wagenpferd geeignete, gesunde Fuchssrute tLandmaß 1,62 Mtr.) unter den bei der Ver- ftcigenmg bekannt gemacht werdenden Bedingungen. 8016
Versteigerung voraussichtlich bestimmt.
Gießen, 7. Dezember 1901.
Seipel, Gerichtsvollzieher.
Versteigerung.
Donnerstag den 12. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich gegen Barzahlung:
1. Im Geschäftslokal Mäus- burg 10 einen gut erhaltenen Kassaschrank.
2. Um 3 Uhr im Pfandlokal 1 Vettikow u. 1 Regulateur.
Versteigerung Abs. 1 ganz be- beftimmt 8012
Gießen den 7. Dezember 1901.
Mulch, Psandmeister.
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Der Beste aller Liqueure.
Man achte immer darauf, dass sich am Fasse
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schrift des General - Direktors befinde.
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