Telegramme des Gießener Anzeigers.
London, 6. Juni. Das Unterhaus bewilligte die 'Forderung von 15 779 000 Pfund Sterling für die Be- schaffung von Transportschiffen und Pferde- nraterial. Im Laufe der Debatte behauptete Blundell Maple, die vom Kriegsamte zum Ankäufe von Pferden nach Oesterreich-Ungarn gesandten Offiziere hätten abgetriebene Pferde zu ungeheuerlichen Preisen gekauft. Die Differenz Mischen dem wirklichen Werte der Pferde und dem vom Kriegsamte gezahlten Preise hätten sie mit den bisherigen Eigentümern der Pferde geteilt. Der Finanzsekretär des Kriegsamtes Stanley entgegnete, es wäre eine Untersuchung im Gange, er glaube aber, sie wurde nur dazu führen, die Grundlosigkeit der Beschuldigung darzuthun.
Johannesburg, 7. Juni. Reutermeldung. Bisher find in sieben Minen wieder in Betrieb, jede mit 50 Bohrstampfern, andere bereiten die Wiedereröffnung vor. Einige sind völlig betriebsfertig und warten die Ermächtigung der Militärbehörde ab.
China.
General-Feldinarschall Graf W a l d e r s e e meldet vom 4. Juni aus Tientsin: Habe nunmehr Funktionen als Oberbefehlshaber eingestellt und verlasse auf Weg nach Tokio noch heute Ehina. In Tientsin sind strenge Maßregeln getroffen, um Reibungen zwischen den Kontingenten zu vermeiden. Habe nebst zahlreichen deutschen Anordnungen an dem Begräbnis der französischen Soldaten teilgenommen. In Peking brach in der Nacht zum 4. nach schwerem Gewitter, wahrscheinlich infolge Blitzstrahls, Feuer in einem Namen des westlichen TÄls der »erbotenen Stadt aus. Ein bedeutender Häuserkomplex ist Aiedergebrannt, die Haupitempel scheinen indessen erhalten zu sein.
Eine Pekinger Meldung der „Agence Havas" besagt: Nach den hier aus Tientsin eingegangenen Meldungen über den Krawall am Sonntag abend hat eine englische Patrouille auf einen französischen Soldaten, der im Ueber- mut auf das Dach eines Cafehauses geklettert und dort über sie hergezogen war, geschossen und ihn verwundet.^ Die Kameraden des Soldaten und deutsche Soldaten gingen mit dem Bajonnett gegen die Engländer vor und warfen sie mit Steinen. Tie englische Patrouille feuerte wieder, wobei 3 Franzosen getötet, 4 Franzosen und 4 Deutsche verwundet wurden. Einer der Getöteten war zufällig in einem Wagen an dem Ort des Zusammenstoßes oorüber- Hefahren.
Wir haben gestern schon die gegenwärtigen Zustände in China recht dunkelgrün malen müssen, und alles andere liegt uns näher als frohe Erwartungen für die Zukunft. Besonders bedenklich scheinen noch immer die Verhältnisse in der Mongolei zu fein, wo die berüchtigten Tuan und Tungfuhsian die Bevölkerung gegen die Fremden aufreizen. Dort istes denn auchzuneuenBlutthaten gekommen. Ter italienische Gesandte erhielt von einem italienischen Priester die Mitteilung, daß Pater Bearmin und 14 andere Priester in Ningtiolang in der südlichen Mongolei ermordet wurden; sie gehörten zu der Mission, die kürzlich durch die Rebellen unter Prinz Tuan bedroht war. Alle männlichen chinesischen Christen wurden mit den Priestern ermordet. Die Weiber sollen nach der Mongolei gebracht werden, um für die Truppen des Prinzen Tuan und Tung- suhsians zu arbeiten, die jetzt in Uulin in Nord-Schansi stehen.
Wenn trotz derartiger Vorkommnisse China von den Mächten geräumt wird, so ist daraus klar ersichtlich, daß man eingesehen hat, daß sich dort doch nichts erreichen läßt und daß die gewaltigen Aufwendungen Europas zum größeren Teile nutzlos gewesen sind.
Nach der Statistik der chinesischen Seezollverwaltung hat sich entgegen der vielleicht allgemeinen Annahme, eine Schädigung oder bedeutende Abnahme des Außenhandels Chinas infolge der Unruhen durchaus nicht em- psindlich fühlbar gemacht. Nur in 9wrdchina zeigte sich der unheilvolle Einfluß der Aufstände für den Handel in größerem Maße. Hinsichtlich der übrigen Provinzen gestaltete sich sowohl Ein- wie Ausfuhr so günstig, daß, soweit es die Einfuhr angeht, diese noch die Ergebnisse des! sehr günstigen Handelsjahres 1898 übertraf. Die Einfuhr nach China erreichte im Jahre 1900 einen Wert von
211070 422 Haikman-Taels, das heißt (den Haikman-Tael zu 3,16 Mk. berechnet) 666 982 534 Mk. Diee Ausfuhr belief sich auf einen Gesamtwert von 158996 752 Taels, um 3678 800 Taels weniger als im Jahre 1899, oder in Mark umgesetzt: auf 502 429 736 Mk., mit einem Weniger von 11625008 Mk. gegen das Jahr 1899. Die Zolleinnahmen beziffern sich für das Jahr 1900 auf 22873 896; sie waren gegen das Jahr 1899 um 3 787 476 Taels zurückgegangen, also 72281511 Mk., oder ein Weniger von 1216852 Mk. Höchst interessant ist die Statistik des Schiffsverkehrs der europäischen und außereuropäischen Nationen. Nachstehende Tabelle möge zugleich auch den steigenden Wettbewerb der Nationen untereinander im Handel mit China veranschaulichen, und zu welck)em Erfolg dieses Ringen innerhalb 10 Jahren geführt hat:
Ueberseeischer Verkehr
Küsten schiffahrt
14
6
Tie Tabelle, geordnet in
Flagge Britische Japanische Deutsche Französische
Portugiesische Schwedisch-Norwegische Amerikanische Russische Oesterreichifche Koreanische Holländische Dänische Belgische Spanische
Tie Tabelle geordnet in der Beteiligung der Mächte im Handelsverkehr mit China nach der Zunahme des lieber» seeverkehrs, laßt die überraschende Thatsaä)e erkennen, daß Portugal verhältnismäßig die größten Anstrengungen innerhalb der letzten 10 Jahre entwickelt hat, daß dagegen Dänemark und Spanien auf den Wettbeiverb in Ckyna völlig zu verzichten scheinen.
1890
1900
1890
1900
1836
3335
6633
8080
267
751
46
1712
393
433
677
1334
63
376
24
115
—
306
—
—:
12
93
12
69
20
69
58
584
21
57
8
167
—
17
51
5
—
11
—
4
3
9
1
1
101
2
45
22
—
1
—
1
Deutsches Keich.
Berlin, 6. Juni. Der Kaiser begab sich gestern abend nach dem Reichskanzlerpalais zum Diner, das beim Reichs kanzler Grafen v. Bülow zu Ehren der in zo llp o lt tisch en Angelegenheiten hier anwesendenStaatSminifter und Ministerialräte deutscher Bundesstaaten stattfand. Vor der Tafel ließ sich der Kaiser die auswärtigen Teilnehmer vorstelleu und unterhielt sich mit den Ministern der Bundesstaaten. Bei Tische saß der Kaiser zwischen der Gräfin v. Bülow und dem bayrischen Staatsminister Freiherrn v. Riedel. Gegenüber dem Kaiser saß der Reichskanzler zwischen dem sächsischen Staatsminister v. Metzsch und dem würtlembergischen Ministerpräsident Freiherrn v. Breitling. Nach Tisch wurde der Kaffee im Garten des Reichskanzlerpalais eingenommen und später Bier gereicht. Der Kaiser zog viele Teilnehmer au dem Kongreß in ein längeres Gespräch und verließ die Gesellschaft erst um 1 Uhr. Der Kaiser soll über den Verlauf der Zollkonfereuz sehr befriedigt sein.
— Der Kaiser hatte in Aussicht genommen, die 15. Wanderausstellung der Deutschen Landwirt. schaftS.Gesellschaft vom 13. bis 18. Juni in Halle a. d. S. zu besuchen. Leider ist Seine Majestät aber ver- hindert und hat den Prinzen Friedrich Heinrich von Preußen, der im vorigen Jahre bas Präsidium der Gesellschaft führte und in diesem Jahre als Ehren-Bize.Präfident fungiert, beauftragt, ihn bet der Eröffnungsfeier zu vertreten.
— Der Kaiser erließ unter dem 9. April eine Ber- ordnung, betreffend die Ehrengerichte der Sanitäts. ofsiziere, die am 1. ds. MtS. in Kraft getreten ist. In der Einleitung bemerkt der Kaiser, er erblicke in diesen Ehrengerichten das wirksamste Mittel, durch Erziehung der Standes- geuoffen zur Wahrung der StandeSpflichten und Bethätigung der Gemeinsamkeit der StandeSiutereffeu den Geist treuester Pflichterfüllung und lauterster Wahrhaftigkeit im SanitätS- offizierkorps für alle Zeit wach und rege zu erhalten.
— Der ^Reichsanz." veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung vom 23. Mai wegen Abänderung der Ergänzung zur Verordnung vom 9, August 1896, betr. die Rechtsverhältnisse der Landesbeamten in den Schutzgebieten. Die Verordnung regelt die Ansprüche dieser Beamten auf Pension und Wartegeld.
— Ueber den Militärdienst der Volksschullehrer nach den am 1. April v. IS. in Kraft getretenen Bestimmungen hat die von den Lehrervereinen der Provinz Hannover eingesetzte Kommission interessante Feststellungen gemacht. Sie hat sich an eine größere Anzahl Lehrer gewandt, die einjährig freiwillig, und auch an solche, die als StaatSeiujährige gedient haben, und von diesen über die im abgelaufenen Dienstjahre gesammelten Erfahrungen den Bescheid erhalten, daß jedem Lehrer dringend zu raten sei, mit Schnüren, also als Einjährig-Freiwilliger, zu dienen. Die- enigen, welche in anderer Weise ihrer Militärpflicht genügten, icdauern lebhaft, nicht rechtzeitig unterrichtet gewesen zu sein über die Vorzüge des Einjährig-Freiwilligen-Dienstes und über den Kostenpnnkt des Dienens auf Staatskosten. Die Beförderung am Ende des Einjährig-Freiwilligen-Dienfies ist ür die Lehrer sehr günstig gewesen. So wurden im Hannov. Jnfanterie-Regiment Nr. 15 bei der Entlassung zum 1. April von 23 einjährig-freiwillig eingetreteuen Lehrern 19 zu Ge- reiten oder Unteroffizieren befördert; das Offiziers- Aspirauten-Examen haben neun bestanden. Allen wurden bei der Entlassung von einem Vorgesetzten besondere Anerkennung für ihre Leistungen gezollt. Auch die Beför- >eruug der StaatS-Einjährigen war günstig. Bon den 19, die bei dem genannten Regiment gedient, find 15 befördert.
Memel, 6. Juni. Eine Versammlung von Konservativen in ProckulS stellte einstimmig den Litthauer Matschull- Mitzken als Kandidaten der vereinigten konservativen Parteien ür die Reich Stags Wahl im Streife Memel-Heydekrug auf.
Danzig, 6. Juni. Auf der Schichanwerft fand heute mittag im Beisein des Prinzen und der Prinzessin Johann Georg von Sachsen der Stapellauf des Liuieu- chiffeS „D“ statt. Die Prinzessin Johann Georg taufte ras Schiff auf den Namen „Wettln". Die Taufrede hielt der Prinz und führte darin aus:
„ES war der Wunsch Sr. Majestät des Kaisers, daß mein Allergnädigster König und Onkel zur heutigen Feier persönlich erscheinen möchte. Der König, welcher für die Marine das lebhafteste Interesse hegt, fühlt sich zu seinem großen Bedauern nicht wohl genug, um die Reise hierher zu unternehmen. Darum hat er meine Frau und mich beauftragt, ihn und di« Königin bet der Taufe zu vertreten, ein Auftrag, der mich mit hoher Freude erfüllt. In unserer Zett blüht unsere Marine immer mächtiger empor, nimmt dte Bedeutung, die ihr innewohnt stetig zu, weht ihre Flagge auf allen Meeren, wmdet sich ihr daS allgemeine Interesse zu. Daß zu einer solchen Zett ein mächtiges Kriegsschiff den Namen .Weltin" fürderhin aus daS weite Meer htnauötragen soll, erfüllt uns — ich kann daS im Namen unserer Familie versichern — mit Stolz. Möge das Schiff diesen Namen, den unsere Familie seit fast 900 Jahren führt, immer mit Ehren tragen! Möge eS sich seinem Schwesterschiff „Wittelsbach" würdig gesellen! Möge es der Kaiserlichen Marine stets Ruhm bringen! Das walte Gott!"
Kiel, 6. Juni. Die englische Torpedoboots« flottille ist heute nachmittag durch den Kaiser-Wilhelm- Kanal kommend, in den hiesigen Hafen eingelansen.
Hannover, 6. Juni. Der Kaiser hat dem Hannoverschen Männergesangverein zu deffen fünfzigjährigem Jubiläum sein lebensgroßes von Profeffor Lenbach gemaltes Bild mit eigenhändiger Unterschrift zum Geschenk gemacht.
Köln, 6. Juni. In einer fünfstündigen Versammlung des Bundes der Landwirte kam es zu heftigen, zeitweise sehr scharfen Auseinandersetzungen zwischen den Abgeordneten des Zentrums und den erschienenen Vertretern des Bundes, den Abgg. Plettenberg, Hahn, Roesicke und Wangenheim, welch letztere ihr Erscheinen am Rhein damit begründeten, daß sie gemeinsam mit den rheinischen Zentrumsagrariern bestimmte Zollsätze aufstellen wollten. Nach Informationen, die der Bund erhalten, seien die süddeutschen Regierungen nicht geneigt, eine Erhöhung der Zölle auf landwirtschaftliche Produkte zu gewähren. Unter tosendem Beifall erklärte Hahn, der Bund wolle den rheinischen Bauern helfen und möglichst viele landwirtschaftS- und mittelstandsfreundliche I Herren in das Zentrum hineinbringen. Abg. v. Wangenheim
begründete als die Forderung des Bundes einen Mindestzoll von 7.50 Mk. Man würde herabgehen, wenn die übrigen Getreidearten mit demselben Zoll wie das Brot« Betreibe bedacht würden. Zu einer bestimmten Erklärung waren die anwesenden Zentrumsabgeordneten nicht zu bewegen.
Stuttgart, 6. Juni. Die dem Landtage vorgelegte Gemeindesteuer-Reform sieht insbesondere eine stärkere Heranziehung der Bauplätze unter Zugrundelegung ihre- Wertes und der Warenhäuser nach Maßgabe ihres jährlichen Umsatzes vor. Den Gemeinden mit hoher Umlage soll ferner die Erhebung einer Abgabe von Lustbarkeiten, einschließlich musikalischer und deklamatorischer Borträge, sowie von Schau- stellungen umberziehender Künstler g-stattet werden.
Ausland.
L o n d v n, 6. Juni. Ter Bericht der Kommission, welche die Organisation des Kriegsamtes zu prüfen hatte, besagt, die Haupt schwäche des gegenwärtigen Heeresverwaltungssystems liege in dem Fehlen einer klaren Feststellung, inwieweit die den Oberbefehl führenden Offiziere einerseits für die Verwaltung, andererseits für die Befehlsführung verantwortlich sind. Als Abhilfe gegen diesen Mißstand empsiehlt der Bericht eine Dezentralisierung, durch die itt erheblichem Umfange Autorität un> Verantwortlichkeit auf die Tistriktsofsiziere übertragen wird; ferner wird vorgeschlagen, daß eine ständige Kriegsamtsbehörde mit dem Staatssekretär als Vorsitzenden und zivilen sowie militärischen Tepartementschefs unter eventueller Heranziehung von Distriktskommandeuren eingesetzt werde. Sodann wird empfohlen, die Geld- ausgabebefugnis des Staatssekretärs sowie der Oberoffiziere zu erhöhen, indem ihnen jährlich ein Betrag zur Deckung kleinerer unvorhergesehener Ausgaben überwiesen wird. In den militärischen Tepartements sollen an die Stelle der gegenwärtig vorhandenen Zivilbeamten Militärs treten, und die Ausgabenkontrolle seitens des Schatzamts soll auf ein Minimum, soweit es parlamentarisch zulässig ist, eingeschränkt werden.
Portsmouth, 6. Juni. Die marokkanische Gesandtschaft, die den König zu seiner Thronbesteigung beglückwünschen soll, ist heute früh auf dem britischen Kriegsschiff „Diadem" hier eingetroffen und bei der Landung von den Regierungsbehörden und einer Ehrenwache empfangen worden.
Brüssel, 6. Juni. Im Senat erklärte der Minister des Aeußern de Favereau auf eine Anfrage, die Garantie der Neutralität Belgiens sei in einem Sonder- vertrage zwischen Belgien und den fünf Garantiemächten niedergelegt. Nach den Bestimmungen dieses Vertrages ständen die Mächte für die Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit des belgischen Territoriums ein. Die Garantie- mächte hätten besonders in Auge gehabt, zu verhindern^ daß Belgien den europäischen Nationen als Kriegsschauplatz diene. Belgien müsse also jeden Einfall, von welcher Seite er auch komme, zurückweisen und habe deshalb die Pflicht^ sich mit der Möglichkeit einer Invasion zu befassen. Der Minister schloß, es sei zweifellos, daß die Garantiemächte die Neutralität, Unverletzlichkeit und Unabhängigkeit Belgiens für alle Zeiten sichern wollten. Im weiteren Verlaufe der Beratung über das Budget des Auswärtigen agte Selys-Longcharnp, er werde gegen dasselbe stimmen wegen der Haltung der belgischen Regierung gegenüber Englandund Transvaal. Dieses Verhalten rufe feine Entrüstung hervor. Wenn der Minister des Auswärtigen hier England lobe, so glaube man eher einen englischen als belgischen Minister zu hören. Fleche erhebt Einspruch gegen die gestern für die Wiederherstellung der weltlichen Macht des Papstes gehaltenen Reden. Redner beantragt die Streichung des Kredits für die vatikanische Gesandtschaft. Dieser Antrag wird abgelehnt. Hierauf wird das Budget des Auswärtigen angenommen.
Montevideo, 6. Mai: Kaum ist die Verschwörung entdeckt worden, die gegen das Leben des Präsidenten Cuestas gerichtet war, so kommt auch schon die Nachricht von einer bevorstehenden Revolution, die, wie man versichert, gleichzeitig und im ganzen Lande ausbrechen soll, sobald das der Kammer vorliegende Projekt der Wahlreform angenommen wird. Laut dem bekannt gewordenen angeblichen Plan sollen zuerst sämtliche Polizeikommissarien angegriffen und überwältigt werden, dann will man sich an einem bestimmten Ort vereinen und einen regelrechten Feldzug gegen das Heer eröffnen, soweit sich dasselbe nicht zu den Revolutionären geschlagen hat. Schließlich wird als wahr- cheinlicher Konzentrierungspunkt für die Revolutionäre der Distrikt Florida, Minas Turaszno, San Jose, Flores und Treinta y Tres, die durch große Wälder geschützte Umgebung von Mansovillagra genannt
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 6. Juni 1901.
• * Ordensverleihung. Dem Oberstleutnant Regenauer beim Stabe des 8. Rheinischen Infanterieregiments Nr. 70, seither Bataillonskommandeur im 5. Großh. Infanterieregiment Nr. 168 wurde die Krone zum Ritterkreuz 1. Klaffe mit Schwertern und dem Major v. Bauer, Abteilungskommandeur im 1. Badischen Feld-Artillerie-Regiment Nr. 14, seither beim Stabe des 2. Großh. Feld-Artillerie-Regiments Nr. 61, das Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstorden- Philipps des Großmütigen verliehen.
* • Persoualuachrichten. Ernannt wurden die Finanz- accessisten August Löffler aus Nieder-Seemen, Georg Sehrt aus Ilsdorf, Peter Treiber aus Kirchheim und Bernhard Zang aus BeuSheim zu RegiernngSaffefforen; der Gefangenaufseher am LandeSzuchthauS Johanne- Schließer zum GefangenwLrter am Haftlokale in Ortenberg, der Hilfsgefangenwärter am Haftlokal in Offenbach Heinrich Wilhelm SameS zum Gefangenaufseher an dieser Anstalt.
• • Au die Gartenbesitzer. In jüngster Zeit wird häufig darüber Beschwerde geführt, daß in manchen Straßen die über die Einfriedigungen hervorragenden Zweige der in den Vorgärten stehenden Gewächse die Paffanten Der Straßen belästigen. Auf Grund der Bestimmungen des § 910 des Bürgerlichen Gesetzbuches und auf Grund straßevpolizeilicher Bestimmungen kann Äe Stadt die Beseitigung dieser hervorragenden Zweige verlangen. Wir glauben, daß dieser Hin-
««*
i8 ©arten u' -trtt-l-st gilben und 5 ffbofolabe, De allerlei Sp^ a. s. w" fcrB Zu Garten Postkarten ut «erden.
AegimentSkaP schast beitrage haften Darfte Photograph »' Leit zuZett k Wisse für Lolksf« ms Mt der technischer u Sektor und e lebtet, Malle sind Preußen, tragscyclus, Frühjahr sta nehmern roiri Vorträge w zu hören. Ar Konzert wah wäre sehr zi Zukunft rege " Pers rektionsbezirk kretäre Gomb ^oftfefretär, fladt, die Pos Lest von £ffe: lRhein) nach 3 die Postassisten Aielel von larnisladt nac «milly. Ange schulabiturient rnimirift Fried Wilhelm Amenl Philipp Marqu als Telegraphen Fritsch und Fr Lastwirt Taube Kann in Geirn Postpraktikantei (Schlesien), Ec Ms Alsfeld in Berlin.
" Beur' herige Lehreri Volksschule toi: urlauben taffen der feitijer in " Die h> und Naldeä o) den Stand de das Fuldaer Tangl-Berlin eine erfreulich Winnen vermo geschlossen hat Tr. Aagau-M die Chroniken Diemar die & ”llr9 bis zum1 ^ndgrasenrem Mit beginnet 5? Urkund sodaß n Sommer begou Friedberae k"r das Urkui der Vorstand o -Archivar Dr. fr E Geschichte MHfeit. Die *«!• Bmü> (e LE°be bi Klipps im Q »«tataw A «nes hif
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