zum
aus
China.
Graf Waldersee meldet unterm 5. dS. aus Peking: Die Kolonne Trotha hat gestern ihren Vormarsch auf Tschatau, 63 Kilometer nordwestlich von Peking, fortgesetzt. Die Gegend von Sankiation Aangfang ist ruhig. Die heliographische Verbindung von Peking ist zunächst bis Dangfang hergestellt. — Die Heilung Usedoms schreitet langsam, aber sicher und günstig fort.
Die „Times" berichtet' auS Peking vom 4. dS.: Die sinefische Regierung genehmigte gestern, daß in London die Summen ausbezahlt werden, die den fälligen Betrag )er auf die kaiserlich-chinesischen Nordbahnen gegründeten Anleihe von 1898 ausmachen. Nach den Bestimmungen des Anleihevertrages hätte, wenn diese Zahlung hinauSgeschoben worden wäre, sich die englisch-chinesische Gesellschaft der ganzen Bahnlinie Peking —Schanhaikwan bemächtigen können. Oie englische Regierung aber brachte, da sie keine neue Verantwortlichkeit in Nord-China auf sich nehmen wollte, ihre Ansprüche zur Geltung, worauf die Zahlung erfolgte. Der Berichterstatter der „Times" bemerkt, diese Maßnahme sei »edauerlich, da sie die Engländer der Eisenbahn beraube, die hnen erlaubt hätte, ihre Stellung in Nord-China zu be- ist gen.
Eine Depesche aus Peking vom 5. Februar meldet: In der heute morgen abgehaltenen Besprechung der fremden Gesandten mit den chinesischen Bevollmächtigten wurden diesen die Namen von zwölf hervorragenden chinesischen Beamten unterbreitet, deren Bestrafung verlangt wird. Die Bevoll mächtigten erwiderten, China habe die ernste Absicht, bk Forderungen der Mächte ganz zu erfüllen, doch treten sie gleichzeitig dafür ein, daß in gewissen Fällen die Verbannung an Stelle der Todesstrafe trete, weil es sich um Personen andle, die nahe mit dem Thron verwandt seien. Nach langer Debatte wurde beschlossen, daß die fremden Gesandten eine vollständige Liste der zu bestrafenden Beamten aufstellen sollen und diese den Chinesen als endgiltige unterbreitet werden soll. ')ie Gesandten sind von dem Wunsch erfüllt, daß die beiden chinesischen Bevollmächtigten endlich nachgeben. Prinz Tiching ragte an, ob die fremde* Truppen Peking verlassen würden, wenn China zeige, daß es die Absicht habe, die Bedingungen der Kollektiv-Note zu erfüllen. Die Gesandten lehnten es aber ab, über diesen Gegenstand in die Debatte einzutreten. Die Bevollmächtigten wünschten auch näheres zu erfahren iber die Plätze, an denen fremde Wachen stationiert werden ollen, um die Verbindung mit dem Meer aufrecht zu erhalten und fragten weiter, ob die Zerstörung der Fons notwendig sei.
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Telegramme des Gießener Anzeigers.
Ls noch nötig haben sollte, daß sie wirklich der Liebling ihres Volkes ist, das sie anbetet yni> bewundert, das ihr aber auch von ganzem Herzen dankbar ist. Denn der Entschluß der Königin, sich schon jetzt einen Lebensgefährten zu wühlen, mit dem sie wahre Liebesbande verknüpfen, hat für das Volk eine weitere Bedeutung als die eines bloßen Familienfestes. Der Nation ist es gestattet, weiter zu denken, und was die Dynastie für die Nation zu bedeuten hat, braucht hier nicht erörtert zu werden. Das Haus Nassau-Oranien hat ja seit Jahrhunderten mit dem Volke Freude und Leid getragen, alle Wechselfälle der geschichtlichen Entwicklung haben beide gemeinsam getragen, die Not des Volks war die Not der Dynastie, die Erhebung des Volkes auch ihre Erhebung, die Entwickelung des Volksstammes zur Nation auch die Entwickelung des Geschlechts jur Dynastie, Glück und Unglück war das gleiche, ,'und «ls eine Zeit lang die Anschwemmungen des Rheines, der Maas und der Schelde französische Provinz waren, da verschwand auch das Haus Oranien, um mit der Erhebung wiederzukehren und weiter in Schmerz und Hoffnung, wie es das Leben nist sich brachte, mit seinem Volke vereint KU sein.
Das Glück hat dir gelächelt, kleines Mädchen, als du ins Leben tratest, es ist dir treu geblieben, als du das Prinzeßchen und das „Koninginnetje" warst, um dessen Leben man bangte, auf dessen Zukunft man hoffte, — möge es auch auf dem hohen Posten, auf den die Geburt dich gestellt hat, nie von deiner Seite weichen! Sei dem Thron eine Zierde, benrt du kannst vierzig Millionen Menschen, von denen es viele, viele sehr nötig haben, auf eine höhere Stufe führen helfen — und mögest du Lohn und Dank und Glück auf deinem Lebenswege finden?
Cs ist ja and), für andere ein Glück, zu sehen, daß es reines, wahres Glück in der Welt giebt?
Politische Tagesschau.
Aus Berlin, 6. Febr., wird uns geschrieben:
Der Kampf gegen die Weinpantschern ist des Beifalls aller Freunde des edlen Rebensaftes sicher. Bon diesem Standpunkte aus wird da8 neue Weingesetz, dessen Entwurf dem Reichstage zugegangen ist, mit Befriedigung ausgenommen werden. Was alles in dies Getränk von findigen Mischern hineingethan wird, um nach Möglichkeit den kostbaren Saft der Traube zu sparen, geht aus der Aufzählung der Stoffe hervor, die nach dem (schon jetzt geltenden) Gesetz nicht zur Weinherstellung verwendet werden dürfen. Der bloße Gedanke ist Peinlich, daß man den einen oder anderen dieser wenig appetitlichen Stoffe, Säuren, Farbstoffe u. s. w., arglos im „festlichen Pokale" geschlürft haben könnte. Bemerkenswert ist übrigens, daß zwar technisch reiner Rohr-, Rübevoder Invertzucker, sowie ebensolcher Slärkezucker in einem gewissen Prozentsatz dem Weine zugesetzt werden darf, daß aber der Zusatz künstlicher Süßstoffe, obgleich diese bekanntermaßen in der Nahrungsmittelindustrie bereits eine ziemlich große Rolle spielen, in dem Entwürfe nicht ausdrücklich ver boten ist. Am meistin anfechtbar, weil die Gefahr der Be lästigung, unter Umständen der Chikane sehr nahe liegt, find die neuen Bestimmungen über die sogenannte Kellerkontrolle. Das „Mädchen für alles", die hohe Polizei, der fast von jedem modernen Gesetz weitere Aufgaben zu
Herzog Heinrich, der bisher als Hauptmann a la suite öes Garde-Jägerbataillons und des mecklenburgischen Füsilier-Regiments Nr. 90 stand, ist vom Kaiser Generalmajor ernannt worden.
Haag, 7. Febr. In der ganzen Stadt herrscht Anlaß der bevorstehenden Vermählung der Königin freu» dige Erregung. Große Menschenmassen' durchziehen, patriotische Lieder singend, die Straßen. — Mehrere Blätter veröffentlichen Festausgaben mit Gedichten und Bildern der Verlobten.
Deutsches Reich.
Berlin, 6. Febr. Aus V l i s s i n g e n wird gemeldet: Die „Hohenzollern" mit dem Kaiser Wilhelm und dem Kronprinzen Wilhelm an Bord traf gegen 1 dreiviertel Uhr auf der hiesigen Rhede ein. Die niederländischen Kriegsschiffe „Zeeland" und „Noordbrabant" gaben den Salut ab.
— Die Kaiserin ist gestern abend von Karlsruhe nach Homburg zurückgekehrt. Heute nachmittag stattete ie einen Besuch bei der K a i s e r i n F r i e d r i ch in Fried- richshos ab.
— Kaiser Wilhelm soll nach einer Meldung der Preß-Assoziation dem Feldmarschall Lord Roberts de» Schwarzen Adler-Orden verliehen haben. (Da§ wäre
Haag, 6. Februar.
Heute mittag zogen 50 Vereine und Arbeiterinnungen, nn ganzen etwa 3900 Personen, mit Fahnen, Musik und 5 Ehren wag en aus dem Fischerdorfe Scheveningen vor dem königlichen Palais vorüber, von dessen Balkon aus trotz der kalten Witterung die Königin und Herzog Heinrich den Zug einige Zeit in Augenschein nahmen. Die'Teilnehmer -an dem Zuge brachten der Königin und dem Herzog Heinrich lebhafte Kundgebungen dar. Vor dem Palais hatte tich eine überaus große Volksmenge angesammelt. Um halb rrei Uhr nachmittags machten die Königin, die Königin- Mutter und Herzog Heinrich eine Wagenfahrt nach Scheveningen u nd dem Dorfe Loosduinen, überall von der die Straßen füllenden Menge enthusiastisch begrüßt.
Der Polterabend, der heute in aller Intimität gefeiert wurde, brachte nach deutscher Weise in den Aufführungen Anspielungen an das Jugendleben der Braut, an deren Vorbereitung sich die Königin-Mutter beteiligt hatte. Viktor de Stuers, der Dezernent für bildende Kunst, arrangierte lebende Bilder.
Die Königin verlieh ihrem künftigen Gemahl den Titel „Prinz der Niederland€".
gewiesen werden, soll auch hier nach dem Rechten sehen. Don 4 Uhr morgens an im Sommer, 6 Uhr morgens im Winter, s ll hie Polizei oder deren Beauftragter in gewerbliche Wein- : keller und Weinverkaufsräume cmtreten, Besichtigungen vor.
nehmen, Bücher em ehen und Proben zum Zwecke der Untersuchung entnehmen können. Bei Strafe find die Inhaber jener Räume zu allen möglichen Auskünften den fiühen Besuchern gegenüber verpflichtet. Es ist kaum zu viel gesagt, raß mit diesen Paragraphen der Weinproduzent und Wem- oändler in aller Form unter Polizeiaufsicht gestellt wird. Gegen diese Art „Fürsorge" hat sich in den Inte essenten- kreisen mit Recht starker Widerspruch erhoben. Es genügt wohl, daß in Weinbavgkgenden Vertrauensmänner hrenamtlich eine gewiffe Aufsicht ausüben über den Verkehr mit Wein und duffen Herstellung; im übrigen hat es ja die Polizei in der Hand, Wein verdächtiger Art aufzukaufen, untersuchen zu lassen und den Panischer der Ahndung des Gesetzes auszuliefern. Biel mehr als mit der Kellerkontrolle könnte man fich mit einer Erhöhung der Strafen wegen Weiu- verfälschung einverstanden erklären.
Wir finden in dem nationalliberalen „Rh. .Kur." folgende Korrespondenz aus Darmstadt über hessische Kammer- und Parteiverhältnisse:
„Der Zweiten Kammer, die in Kürze zusammentritt, wartet ein recht erheblicher Beratungsstoff: das Budget, einige Gesetzentwürfe, sowie eine sich jedenfalls noch vergrößernde Menge von Anträgen und Vorstellungen. In letzterer Hinsicht sind namentlich Sozialdemokraten unS Antisemiten sehr fruchtbar und durch sie sind schon ganze Beratungstage mit der Durchbrechung von Anträgen mehr oder weniger problematischer Natur zugebracht worden, mit welchem Erfolge, das läßt sich denken. Hatten doch im Vorjahre die Sozialdemokraten die Unverfrorenheit, zu dem damals verabschiedeten Gesetzentwurf über die direkten Steuern, sowie von der Erhebung von Stempelabgaben inanziell tiefeinschneidende Abänderungsanträge zu stellen, ohne nur einmal die Erfahrungen eines gewissen Zeitraumes mit diesen Gesetzen in der Praxis abzuwarten l^Das ging elbst den Meisten zu weit und die Antragsteller bleiben in der eigenen Minorität. Ob sie daraus eine Lehre ziehen werden? Wesentlich gefestigteren Parteiverhältniffen im Landtag stand man noch vor einigen Jahren gegenüber, als die nationalliberale Mittelpartei die Mehrheit auf sich vereinigte und „centrifugale" Elemente durcy Mehrheitsvotat leichter in Schranken zu bannen waren. Daß sie diese Vorherrschaft abgab, liegt allerdings zum größten Teil an den veränderten Verhältnissen, die auch in Bezug auf Partei-
Cngländer und Buren.
Nach der „Intern. Revue" besteht das englische Hkeer in Südafrika gegenwärtig aus 84 Bataillonen Infanterie, 21 Bataillonen berittener Infanterie (zu 4 Kompagnien), 17 Reiter-Regimentern, 9 Batterien reitender Artillerie, 45 Batterien Feld-, 2 Batterien Gebirgs- und 3 Kompagnien Fußartillerie, 10 Feld-, 7 Festungskompag- Kten Genietruppen, einer berittenen Geniekompagnie, 2 Kompagnien Pontonniere, 20 Bataillonen Miliz und 20 Bataillonen Yeomanry. Außerdem ist noch eine Anzahl nicht fechtender Truppen vorhanden. Bei der Berechnung der Stärke nehmen wir bei der Infanterie für das Bataillon 600 Gewehre an, eine Zahl, die erfahrungsgemäß nur oei den Gardetruppen überschritten worden ist. Sämtliche andere Bataillone der Fußtruppen betraten während des «sten Abschnitts des Krieges die Grenzen der Burenstaaten mit weniger als 600 Gewehren. Bei der Reiterei war in dieser Zeit der Pferdebestand sogar auf 200 für das Regiment herabgefunken. Wenn wir hier also 400 annehmen, ko wird das das Höchstmaß bedeuten. Wir gelangen bann ju folgenden Ziffern: 84 Bataillone Infanterie, 50 400 Gewehre; 21 Bataillone reitende Infanterie, 8400 Gewehre; 20 Genie-Kompagnien, 3000 Gewehre; zusammen 61 800 Gewehre Gefechtsstärke; ferner 17 Reiter-Regimenter, 6800 (Säbel; 56 Batterien, 336 Geschütze. Hinzuzufügen ist noch die Miliz und die Yeomanry; letztere als Reiterei verwandt, ergabt etwa 8000 Säbel, die Miliz gegen 10000 Gewehre, -rechnet man noch choa 5000 Gewehre der Freiwilligentrup- pen hinzu, so erhalten wir als Höchstzahl der Gefechtsstärke der gegenwärtig in Südafrika stehenden englischen Trup- ETV Gewehre, 14 800 Säbel und 336 Geschütze. Von dieser Ziffer finb selbstverständlich die Verluste burd) Krcmk- Jjeitcrt und Gefechte in Abzug zu bringen, lieber die Wiflen© rcitfräftc der Buren, ihre Waffen und chren Kriegsvorrat fehlen Angaben, die eine auch nur annähernd §uoerla))ige Schätzung ermöglichten. Vergeqenwär- kigt man sich die ungeheure Ausdehnung des ttriegsschau- platzes und bie Mensch und Tier aufreibende Thütiakeit die einen starken Prozentsatz der englischen Massen in Inner Zeit abnutzt, so wartet, da die Buren weiter fechten wollen und können, der Engländer eine Aufgabe, die zu lösen ihnen Dohr erhebliche Schwierigkeiten machen wird.
Das englische Zkriegsamt veröffentlicht die Liste übet SieVerluste der britischen Truppen seit dem Anfang des Krieges. Die allgemeinen Verluste betragen bis zum 31. Januar 54 724 Mann. Da hiervon aber mehr als die Hälfte den Dienst wieder aufgenommen haben, reduziert
sich diese Zahl auf 15929 Mann, die von den Buren während des Krieges gemachten 9030 Gefangenen sind zum größten Teil zur Armee wieder zurückgekehrt. Die englischen Verluste in dem zwischen Knox und De Wet nahe bei Welcome stattgehabten Gefechte, das am 31. Januar gemeldet wurde, betrugen: 1 Offizier gefallen, 4 verwundet, 5 Mann gefallen, 38 verwundet. D-er Kampf war also recht heiß und, wie es scheint, für Knox verlustreicher als für De Wet.
Ein Telegramm Kitcheners aus Pretoria vom 5. d. M. meldet: General French treibt den Feind nach Amsterdam zurück. Dewet steht noch immer nördlich von Thabanchu, seine Leute beschädigten einen Transportzug bei Pornpey Siding.
Dem „Reuterschen Bureau" wird aus Bloemfontein ge» meldet, Piet Dewet, der Präsident der Friedenskom- misfion, habe an Christian Dewet die inständige Bitte gerichtet, sich zu ergeben. Er wird damit zweifellos wenig Glück haben, und macht feinem Namen wenig Ehre.
Die Eisenbahn ist 53 Kilometer von Lourenzo Marques hier von den Buren abgeschnitten.
Krüger wurde am 6. d. M. in Utrecht an dem rechten Auge operiert. * Die Operation gelang vollkommen.
Telegramm deS Gießener Anzeigers.
London, 7. Febr. Amtlich wird bekannt gemacht: Die Regierung entschloß sich, Lord Kitcheuer außer den bereilS in der Kapkolonie gelandeten Mannschaften weitere Ver- tärkungen von 30,000 Mann berittener Truppen zu enden. Man rechnet, daß 10,000 Mann Aeomanry dafür verfügbar sein werden, daß ferner die berittene Polizeitruppe ür Südafrika unter Einrechnung der in den Kolonien angeworbenen Mannschaften aus 8000 Mann bestehen und die neuen von den Kolonien gestellten Kontingente 5000 Manu betragen werden. Der Rest der erforderlichen Mannschaften oll aus Kavallerie und berittener Infanterie des Mutterlandes aufgebracht werden. Der erste Transport geht am Samstag ab.
Haag, 7. Febr. Zu Rittern des Großkreuzes des Or- dens von Oranien-Nassau -wurden ernannt der deutsche Gesandte. Graf P o u r t a l e s, der österreichische Gesandte Okolicsangi und der serbische Gesandte Lozanitsch.
wesen einer Spezialisierung zuneigen und extreme Parteien von vielen bevorzugen lassen; es liegt aber auch xum teil — das kann nicht verschwiegen werden — an oem lersönlichen Verhalten einzelner. Schon mehrfach fehlte eS >a auch an dem nötigen Zusammengehen innerhalb de* Fraktion — zur Freude der Gegnerschaft. Diese Freude erreichte namentlich in der auswärtigen demokratischen Presse neulich einen gewissen Höhepunkt, als der Abg. Schmeel, der leidend ist, sein Mandat niedergelegt hatte un8 im Anschluß daran über den Verfall der nationaHiberalen Partei orakelt wurde. Wir find überzeugt, daß gewisse Pe- ioben tieferen Standes im Leben einer Partei von so ge- unber Grundlage, wie diese, jedesmal auch ihre Grenze haben werden, und zweifeln nicht, daß es der Partei gelingen wird, unter Heranziehung zahlreicher jüngerer, zielbewußte* Kräfte fich wieder größeren Einfluß und intensiveres Leben zu sichern. Daß wir heute mehr denn je der die breiten Schichten des Volks besonnen vertretenden Mittelpartei bedürfen, angesichts der Zersplitterung in viele Fraktiöncken und Parteischattierunaen und damit zusammenhängende» chärferer und zahlreicherer Gegensätze und Divergenzen aucfl
Dingen, bie früher solche nicht hexvorriefen, bedarf keinHD Beweises."
Ein Amsterdamer Blatt „Het Nieuws van den Dag^ chreibt: In keinem der großen britisck)en Blätter wird die Mitteilung gemacht, wie der Deutsche Kaiser übe» die Nordsee gekommen ist. Sie fühlen die Erniedrigung zu tief, daß keinSchiff des großenenglische» Kanalgefchwaders im stände war, den Kaiser von Vlis singen abzuholen, und die Mitteilung, daß Ihrer M. S. „Minerva" Sturmes wegen nicht über See : onnte, ruft überall Ausrufe der Entrüstung hervor. Daß auf einem niederländischen Passagierdampfer, auf dem neben der niederländischen Flagge die Kaiserstandarbe tatterte, der Deutsche Kaiser — der britischer Admiral L! — nach England übersetzen mußte, wird in den Londorwr Klubs und an der dortigen Börse als eine Schande empfunden. Der „Daily Graphic", so regierungsfreundlich er auch ist, schreibt über Die allgemeine Stimmung: „Man teilt uns mit, daß I. M. S. „Minerva" des schlechten Wetters wegen den Kaiser von Vlissingen nick)t abholen onnte — als ob die .Kreuzer der britischen Flotte nicht im stände wären, gegen Sturm zu fahren! Dies ist ein Geständnis, das unserer Flotte zu Schimpf und Schande gereicht, und wogegen unsere Marine nichk chars genug protestieren kann. Ist es wahr, daß kein Schiff chnell genug in Stand gesetzt werden konnte? Welch eine Beleuchtung des Zustandes unserer Flotte, daß nicht ein einziger Kreuzer im stände war, in See zu gehen? ES ist unglaublich, zu vernehmen, daß unsere besten und neuesten Kreuzer nicht seeklar seien, ohne daß jemand nachlässig gewesen wäre!" — Die Dampfkessel, d)reibt hierzu das genannte Amsterdamer Handelsblatt, cheinen bei Den meisten Schiffen der englischen Kanalflotte defekt zu fein.


