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Ausland.
Stockholm, 6. Febr. Die Königin muß fortdauernd wegen ihres Halsleidens und Influenza das Bett hüten. Fieber ist vorhanden, die Kräfte sind schwach.
Kopenhagen, 6. Febr. Der Finanzminister Scharling brachte heute im Folkething einen Gesetzentwurf ein, betr. Aufnahme einer 3^/zprozentigeu Staatsanleihe von 25 Millionen Kronen im Auslande, sowie von 20 Millionen Kronen, die zur Konvertierung älterer Staats- Obligationen dienen sollen. Die 25-Millionen Anleihe soll ausschließlich für Eisenbahnbauten und sonstige Eisenbahn zwecke, sowie für Deckung der gesetzmäßigen Staatszuschüsse an Landarbeiter zur Erwerbung von Grundstücken verwendet werden.
London, 6. Febr. Hier herrscht große Aufregung über einen Zwischenfall, der sich gestern kurz vor der Abreise des Königs der Belgier abspielte. Ein in den mittleren Jahre» stehender Mann, der später als schwachsinnig befunden wurde, suchte sich an den königlichen Wagen Heraw -«drängen, wurde aber im letzten Augenbl'ck verhaftet. Man glaubt hier, daß er ein Attentat beabsichtigte.
Amsterdam, 6. Febr. Das „Handelsblad" meldet aus Batavia: Bon der Expedition gegen Samalanga (Stchin) ist die atchinefische Festung Batu Flik eingenommen.
die höchste Auszeichnung, bie her Kaiser zu vergeben yat. Man wird zunächst abzuwarten haben, ob die Mitteilung zutreffend rst.)
— Die „Braunschw. Neuest. Nachr.", die sich in jüngster Zeit zu einem waschechten Welfenblatte herausgemausert haben, in welfischen Fragen also als ziemlich kompetent gelten können, lassen sich aus Wien telegraphieren: „Wie ich aris zuverlässigster Öuelle höre, hat das Fern bleiben des Herzogs von Cumberland von der Beisetzung der Königin Viktoria von England eine tiefere Bedeutung. Es wird offiziell mit einer Unpäßlichkeit des Herzogs Ernst August entschuldigt, in Wirklichkeit aber ist der Grund ein anderer: Ter Herzog wollte nicht mit Kaiser Wilhelm II. Zusammentreffen, was bei dem Erscheinen in Cowes unvermeidlich gewesen wäre. Zwischen dem Herzog von Cumberland und König Eduard VII. ist indessen ein Zusammentreffen Ende Mai auf Schloß Bernstorfs geplant."
— In derBudgetkommissiondesReichstags beantragte Graf O r i o l a als Berichterstatter, den Entwurf eines Gesetzes wegen Versorgung der Teilnehmer an der ost asiatischen Expedition und ihrer Hinterbliebenen abzulehnen, und zwar mit Rücksicht auf die Erklärung des Reichskanzlers vom 24. Januar und in Erwägung, daß der Weg einer allgemeinen einheitlichen Neuregelung des Militärversorgungswesens offen bleiben müsse. Die Budgetkommission stimmte dem Anträge Lriola zu.
— Im Reichstage brachten Schlumberger, Paasche und Genossen eine Resolution ein, den Reichskanzler zu ersuchen, daß in den Reichslanden thunlichft bald ein Gesetz über Kleinbahnen und Privatanschlußbabnen eingeführt, und der Reichs-Eisenbahnverwaltung zur Pflicht gemacht werde, die Anschlüsse an die bestehenden Reichseisenbahnen, sowie die lieber - und Unterführungen möglichst zu erleichtern.
— In Kreisen, die für gut unterrichtet gelten dürfen, spricht man davon, daß der preußische Handelsminister Arefeld im Begriff stände zu gehen, und daß besonders auch das' nachträglich bekannt gewordene Attest, oas ihm Herr Bueck dem Zentralverband deutscher Industrieller gegenüber schriftlich ausgestellt hat, dazu beitragen dürfte, den Abschied leichter zu machen. Unter denen, die als "Nachfolger Brefelds in Betracht kommen dürften, wird bet Wirkt. Geb. Ober-Regierungsrat Neuhaus, Direktor der Gewerbeaoteilung des Handelsministeriums, genannt.
Staatsanwaltsrat Dr. Romen vom Landgericht I, der, wie erinnerlich sein dürfte, im ersten S t e r n b e r g-P r o- z e h die Anklage erhob, ist zum Geh. Kriegsrat und Vortragenden Rat im Kriegsministerium ernannt worden.
— Der Deutsche La n d wi r t s ch a f t s r a t nahm eine Aenderung der Statuten, sowie eine Resolution an, in der der Reichskanzler ersucht wird, dahin wirken zu wollen, /»daß dem deutschen Landwirtschaftsrat die Stellung einer öffentlich-rechtlichen Korporation und eines ständigen Beirats des Reichskanzlers, insbesondere des Reichsamts des Innern verliehen werde, sowie daß die Reichsbehörden angewiesen tverden, in allen landwirtschaftlichen Angelegenheiten, welche durch die Reichs-Gesetzgebung oder durch Anordnungen und Maßregeln der Reichsverwaltung geordnet werden, den deutschen Landwirtschaftsrat als bie berufene Vertretung der gesamten bcutfdjen Landwirtschaft zur gutachtlichen Aeußerung zu Rate zu ziehen, und mit seinen Anträgen zu hören." Die Errichtung der Landwirtschaftskammern wird zur Zeit in Erwäguna gezogen in Baden, Hessen, Braun- Dhtveig, Sachsen-Weimar, und Sachsen-Altenburg.
— Der Vorstand und die Repräsentantenversammlung 8er Synagogengemeinde zu Königsberg i. P. haben eine Eingabe an den Grafen Bülow beschlossen, in der Verwahrung gegen die Erklärung des preuß. Justizministers betr. die Anstellung von Jüden im Gtaatsdienst eingelegt wird.
— Die deutschen Zahnkünstlerverdine haben •ine Petition an den Reichstag gerichtet, in der sie folgende Grundsätze für bie Ausbildung der Zahnkünstler auf- Sellen: Als Vorbildung dürfte der Berechtigungsschein für oen einjährig-freiwilligen Dienst ausreichend sein. Leder, der sich der Zahnkunst widmet, soll eine dreijährige: Lehrzeit, nach dieser ein zweisemestriges Studium an einem Technikum oder an einer Universität und hierauf eine mindestens zwei- bis dreijährige Gehilfenzeit nachweisen. Nach dem Abschlüsse dieser Vorbildung würde die zur selbständigen Ausübung der Zahnkunst notwendige Prüfung abzulegen sein.
— Den „Berl. Neuest. Nachr." zufolge sind von amtlicher Seite von hier aus über eine besondere Frage mit England Verhandlungen angeknüpft worden. Der Be- »ölkerung des britischen Indiens ist es gestattet, nach gewissen Ländern auszuwandern. Zu diesen Gebieten ge-
aber D e u t s ch - O st a f r i ka nicht. Jetzt soll nun Me englische Regierung angegangen werden, bie Aus- tOanberung nach dem deutschen Schutzgebiete jn gestatten.
Holländische Verluste: 6 Mann tot, 4 Offiziere, 36 Mann verwundet. Die Verluste der Atchinesen betragen 70 Mann.
Rom, 6. Febr. Margen findet in Neapel die Hächzen >eS Marchese Gaetano di Jannace mit der Prin Zessin Maria von Solms-Braunfels statt.
— Die Deputiertenkammer nahm mit 318 gegen 102 Stimmen, bei 6 Stimmenthaltungen, eine Tagesordnung an, in der das Verhalten der Regierung anläßlich der Auflösung der Arbeitskammern in Genua mißbilligt wird
Sofia, 6. Febr. Die Zeitungen berichten, daß aus Anlaß her Wahlbewegung zwei Todtschläge vor gekommen seien.
Das 10jährige Stiftungsfest des^V. d. St. r-
P- Gießen, 7. Februar.
Die Feierlichkeiten aus Anlaß des zehnjährigen Be stehens des „Vereins deutscher Studenten" nahrnen am Mittwochabend mit einem Kommers im Hotel „Einhorn" ihren Anfang. Um 8 einhalb Uhr wurden die sehr zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste des Vereins vom stud. theol. Reichert herzlich begrüßt.
Den Einladungen des Vereins hatten viele Folge geleistet. Es waren u. a. erschienen: S. Magn. der Rektor Geh. Justizrat Prof. Tr. Schmidt, die Professoren Geheimrat Heß, Geheimrat Kattenbusch, Heimburger, Biermann und Privatdozent Greimer; ferner Abordnungen vom Gießener Alldeutschen Verbände, vom Gießener deutsch-nat. Handlungs-Gehilfen-Berbande und von den Bruder-Vereinen aus Bonn, Darmstadt, Göttingen, Heidelberg und Marburg u. a. m.
Das Hoch auf Kaiser und Großherzog brachte der Vorsitzende aus. Nachdem einige treffliche Vereinslieder gesungen, ergriff das Wort zu der Festrede Gerichtsassessor Dr. Mahr aus Offenbach. Der Redner schloß seine groß angelegte patriotische Rede mit einem Hoch auf den „Verein deutscher Studenten". St. jur. Bergmann bewillkommnete die Gäste des Vereins und ließ ihnen zu Ehren einen kräftigen Salamander reiben. Stud. jur. Becker begrüßte die zahlreich erschienenen A. H. A. H. des Vereins und ließ ebenfalls ihnen zu Ehren einen Salamander reiben. Namens des Professoren-Kollegiums dankte S. Magn. der Rektor der Universität. Seine mit lebhaftem Trampeln aufgenommene Rede endete mit einem Hoch auf den V. d. St. Die Vertreter des Alldeutschen Verbandes und des deutsch-nat. Handlungs-Gehilfen-Vereins dankten für die Einladung und wiesen auf ihre dem V. d. St. verwandten Ziele hin. Zum Schluß brachten die Vertreter der Brudervereine ihre Glückwünsche zum zehnjährigen Stiftungsfest dar. Von zahlreichen Brudervereinen und Mitgliedern kamen Glückwunschdeveschen an, so aus Braunschweig, Char- lottenburg, Tarmstaot, Königsberg, Leipzig, Tübingen rc. Nachdem noch einige Lieder gesungen und frohe Reden geschwungen waren, ging der offizielle Teil zu Ende. Tie Fidelitas hielt noch lange die Erschienenen zusammen.
Heute vormittag fand ein Frühschoppen statt und um 2 Uhr folgte ein Festessen im Hotel Schütz.
Viele Hauser der Stadt haben aus Anlaß des Festes Flaggenschmuck angelegt.
Aus Stadt und Kand.
Gießen, den 7. Februar 1901.
PersonalNachricht. Der Großherzog hat am 2. Februar den Kreisassistenzarzt bei dem KreiSgesundheitSaml Bensheim Dr. Nikolaus Schmitt in Lindenfels auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 16. Februar d. IS. aus dem Staatsdienste entlassen und den praktischen Arzt Dr. med. Otto FreseniuS in Roßdorf zum Kreisassistenzarzt bei dem KreisgesundheitSamte WormS mit Wirkung vom 16. Februar l. IS. ernannt.
*♦ Personal • Veränderungen im Ober • Psstdirektionsbezirk Darmstadt. Versetzt sind die Poftassistenten Henuige von Haigerloch nach Wöllstein (Hesien) und Rothermel von Nidda nach Steinen. Uebertragen ist die Wahrnehmung einer Stelle für Ober-Postsekretäre: dem Postsekretär Baxmann in Mainz. Angenommen find zum Postgehilfen: der Real- aymnasiast Diehl in Mainz und der Realschüler Pfeifer in Kelsterbach; zu Telegraphengehülfinnen: Elisabeth Giver und Anna Quenzlein in Mainz. Bestanden haben die Sekretär- Prüfung: der Posteleve Reinhardt in Offenbach; die Poft sekretärprüfung: der Ober-Postasfistent Lauckhardt in Butzbach und der Posteleve Geist in Mainz; die Asfistentenprüfung: die Postgehilfen Beckenhaub in Schotten, Horn in Babenhausen und Ohly in Niederwöllstadk. Freiwillig auS- geschieden ist: der Postgehilfe Höhmann in Gaualgesheim. Gestorben ist: der Postdirektor a. D. Euler in WormS.
** Stadttheater. Man schreibt uns: Am Freitag kommen Heinrich Laubes „Karlsschüler" zur Aufführung. Dieses Stück des großen Wiener Hofburgtheaterdirektors ist fast klassisch geworden, wie eS sein Held ist mit fernen unsterblichen Werken: Friedrich Schiller. Sein Jugendleben schildert es, wie auf der hohen KarlSschule zu Stuttgart unter despotisch m Drucke seine „Räuber" entstanden, deren tragische Schicksale wir dort an ihm selbst und seinen Getreuen erleben. Seine Laura verhilft ihm zu rettender Flucht, und seine „Räuber" erobern sich die Welt. Unseres größten Volksdichters Jugendschicksale — wem dürfen sie uftoekaunt sein? Wohl ein Genuß, mit ihm einige Stunden verleben. — Am Montag gastiert in Sudermanns „Ehre" der auch hier sehr beliebte Kölner Schauspieler Herr Oskar Bohnä in der Rolle des Grafen Traft.
** Die Generalversammlung de8 katholische» Lehrervereius im Großherzogtum Heffen wird in Gau-AlgeSheim stattfinden.
O Alleudorf a. d. Sah», 5. Febr. Der hiesige Gesangverein begeht im Laufe dieses Jahres daS Fest seines zwanzigjährigen Bestehens; aus diesem Anlaß soll hier ein größeres Sängerfest statt finden.
fo. Wetzlar, 5. Febr. Ein Arbeiter auf der Georgs Hütte wurde heute morgen von einem Güterwagen über fahren und getötet. Der Mann hinterläßt eine Frau und sieben Sinder.
sd. Darmstadt, 6. Febr. Der gestern plötzlich verstorbene
Landtagsabgeordnete Jakob Brunner aus Stockheim i. O. gehörte der zweiten Kammer feit 14. Oktober 1896 an und wurde seinerzeit als Nachfolger des Abg. Mühlberger-Erbach gewählt. — B. gehörte der nationalliberalcn Partei, die hierdurch wieder einen unangenehmen Verlust erleidet, an. — Der erste (Finanz )AuSschuß, der seine Beratungen einige Tage ausgesetzt hatte, nimmt am Donnerstag seine Sitzungen wieder auf. Der Zusammentritt der Kammer dürfte schwerlich vor Ende d. MtS. zu erwarten sein, da der Präsident und eine weitere Anzahl Mitglieder zurzeit an den Rtichs- tagSverhandlungen in Berlin teilnehmen. — Der Großherzog ist von London von den BersetzungSfeierlichkciten mittelst Sonderzug ab Mainz um 4 20 Uhr hrer etngetriffen und wurde am Bahnhof von Flügeladjutant Röder von Diersburg empfangen. In seiner Begleitung befand sich Flügeladjutant Krämer. Voraussichtlich dürfte der Groß- Herzog nur einige Tage zur Erledigung wichtiger Geschäfte hier Aufenthalt nehmen und schon Ende dieser Woche wieder nach Petersburg reifen.
() Mainz, 6. Febr. Reges karnevalistisches Leben herrscht gegenwärtig in Mognntias Manern und findet feinen Ausdruck in Maskenbällen und Sitzungen aller möglichen Vereine und Gesellschaften. An der Spitze marschiert natürlich der von jeher leitende Mainzer Karneval- Verein, der bei seinem letzten Maskenballe am 2. Februar in der Stadthalle ein vieltausendköpfiges Publikum unter feinem närrischen Paniere vereinigte. Mit großev Spannung sieht man nach dem durchschlagenden Erfolge, der namentlich auch mit der Herrensitzung zu verzeichnen war, der nächsten Sonntag, den 10. Februar, nachmittags 5 Uhr 11 Min. ftattfinbenben Fremdensitzung entgegen, umsomehr, als sie die einzige in dieser Saison bleiben wird. Die besten Redner und Liederdichter haben ihre Zusage zur Mitwirkung in dieser Sitzung gegeben, welche somit einen in jeder Hinsicht hochinteressanten Verlauf zu nehmen verspricht.
- k- Mainz, 6. Febr. Als Antwort auf die Bestrebungen des Landwirtschaftlichen Provinzialvereins von Rheinhessen, einen Schutzzoll gegen frisches auswärtiges Obst zu erhalten, haben die hiesigen Konservenfabriken uad Obsthändler beschlossen, an geeigneter Stelle im entgegengesetzten Sinne vorstellig zu werden. Bei den ohnedies sehr hohen Obftpreisen in hiesiger Gegend glauben die Fabrikanten und Händler, daß es nicht angänglich, oie ausländischen Produkte noch durch einen Schutzzoll zu verteuern.
- k- Mainz, 6. Febr. Der hiesigen Handelskammer war bekanntlich von Düsseldorf aus der Vorschlag unterbreitet worden, gelegentlich der im Jabre 1902 in Düsseldorf stattfindenden Industrie- und Gewerbeausstellurg, zu der Aussteller aus dem Großherzogtum Hessen im Allgemeinen nicht zugelaffen werden, eine Sonderausstellung für rhein- hessische Weine zu veranstalten. In ihrer letzten S tzung hat die Handelskammer diesen Vorschlag abgelehnt, weil sie sich einen nennenswerten Erfolg von einer solchen Ausstellung für den hessischen Weinbau und Weinhandel nicht zu versprechen vermag.
- k- Niedersaulheim, 6. Febr. Hier machte man beim Abbruch einer alten Scheuer einen wertvollen Fund alter Kirchengeräte. In einer Tiefe von etwa zwei Meter stieß man auf einige zu einem Art Kasten geformten Platten, worin sich ein massiv goldener Leuchter, mehrere goldene Kännchen wie sonstige Kirchengeräthe befanden. Die Gegenstände scheinen von einem vor langen Jahren verübten Diebstahl herzurühren und an der Fundstelle vergraben worbe» zu sein.
fo. Frankfurt a. M., 6. Febr. (Burew Begeisterung.) Ein Schüler der Klingerschule machte sich dieser Tage auf den Weg nach Südafrika, „um den Buren zu helfen". Vorher entnahm er der väterlichen Kaffe 100 Mk. In Antwerpen, von wo er thörichter Weise eine Ansichtspostkarte losließ, wurde der Jüngling feftgenommen. — Die Einnahme» bei der vorgestern abend im Hyppodrom abgehaltenen Versammlung zu gnnsten der Buren belaufen sich auf 3200 Mk. Kommandant De Wet, der in der Versammlung noch frisch und gesund war, ist gefährlich an Blinddarmentzündung erkrankt.
Hamburg, 6. Febr. Der Reichskanzler traf heute Abend hier ein. Der Kaiser wird morgen früh 8 llhr erwartet.
fo. Königstein i. Taunur, 6. Febr. Nicht 2, sondern 3 Brüder Kraus in Hornau wurden als des Mordes a» eem auf der Königsteiner Straße tot aufgefundenen Arbeiter Schmitt verdächtig festgenommen. Am Tage der Thal hatte vor dem Gericht in Wiesbaden in einem Prozeß, den die 3 Brüder gegen Schmitt führten, Termin stattgefunden. Die Vermutung, daß es sich um einen Racheakt handelt, ist also nicht abzuweisen, zumal die drei Brüder den Schmitt als Zeugen in einem gegen sie schwebenden Brandstiftungsprozeß fürchteten. Ferner fahndet man noch als der That verdächtig auf den zu Halberscheidt, Kreis Westerburg geborenen 17 Jahre allen Knecht Jakob Klaus und nach dem zu Dutenhofen geborenen Taglöhner Heinrich Wettroth.
Klei»e Mitteilungen auS Heffen und den Nachbarstaaten. Im neuen Jahrhundert werden den Damen immer mehr Berufszweige eröffnet. So ist jetzt eine junge Mainzerin, Fil. Adolphine Rauch, bei einer größeren Tageszeitung Norddeutschlands als Redaktrice thälig und hat sich dadurch eine ganz schöne Position geschaffen.
Vermischtes.
* Eiu Ballon des Vereins zurFörderung der Luftschiffahrt in Berlin landete nach guter Fahrt unweit deS Wyschethiner Waldes bei Reustadt in Westpreußen. Bemannt war der Ballon mit dem Ingenieur Andreas uud dem Leutnant Walter vom Fuß Artillerie-Regiment Nr. 9. Der Ballon hatte die 400 Kilometer weite Strecke in vier Stunden zurückgelegt und war bei einer Höhe von 5000 Meter in eine Luftschicht von 27 Grad Kälte geraten. Bei der Landung verwickelte sich ein Tau in eine Kiefer, wobei der Ballon hin und hergeworfen wurde und die Luftschlffer kleine Abschürfungen davontrugen.


