Ausgabe 
8.1.1901 Zweites Blatt
 
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einzelne Standeserhöhungen stattfinden. Einzelne besondere Auszeichnungen werden auch Gemeinden und Kor­porationen, die Beziehungen zu der Krönung vor 200 Jahren gehabt haben, zu Teil werden. Die Deputation der Stadt Königsberg zur Ueberreichung der Votivtafel wird der Kaiser am 18. Januar im Berliner Schlosse empfangen. Wie die Rhein.-Westf. Ztg." zuverlässig erfahren haben will, sollen zwei westfälische Adelsgeschlechter in den F ü r st e n st a n d erhoben werden. Ausdrücklich nennt das Blatt das gräfliche Haus Landsberg-Velen und Gemen. Als Standesherr der Herrschaft Gemen gehört Graf Landsberg dem preußischen Herrenhause als erb­liches Mitglied an. Das Haus ist eines der reichsten lin Westfalen, der befestigte Grundbesitz, der zwei Fideikommisse in Personal-Union umfaßt, dürfte mehr als 8000 Hektar be- tragen. Als das zweite zu fürstende Geschlecht dürfte das gräflich Drofte-Vischering sche in Betracht kommen. Es gilt als eines der ältesten adeligen Geschlechter der Roten Erde und verfügt über fideikommissarischen Grundbesitz, der dein gräflich Landsbergschen kaum nachsteht. Beide Häuser gehören dem katholischen Bekenntnisse an.

Auf das an den Kaiser aus Anlaß des Unterganges der Gneisen au gerichtete Beileidschreiben des Bremer Senats ist folgendes Antwortschreiben Sr. Majestät einge- gangen:

Die Teilnahme des Senats der freien Hansastadt Bremen an dem Untergange Meines Schulschiffes Gneisenau, die Mir in dem gefälligen Schreiben vom 18. Dezember in so warmen Worten ausgedrückt worden ist, hat Mein Herz sehr wohlthuend berührt. Mit Meinem ganzen Volke bin Ich durch die so traurigen Folgen eines so verhängnisvollen Naturereignisses auf das schmerz­lichste getroffen worden. Ich danke dem Senat aufrichtig dafür, daß er die Gefühle wahrer Trauer um den Verlust treuer und tüchtiger, zum Teil noch so jugendlicher Menschenleben mit Mir teilt, und zwar umsomehr, als Ich aus diesem Schreiben zu Meiner Genugthuung er­fahren Habe, wie die Stadt Bremen Meine landesväterliche Fürsorge für die deutsche Marine und ihre Zukunft an­erkennt. Ich bitte zu Gott, dem Allmächtigen, daß Deutsch­land in Zukunft vor solch herbem Schlage bewahrt bleibe. Betrübten Herzens, aber gern benutze Ich auch diesen Anlaß, um die freie Stadt Bremen Meiner ihr allezeit gewidmeten wohlwollenden Gesinnung zu versichern."

Der Leibarzt des Großherzogs von Olden­burg, Dr. Theobald, giebt folgenden Krankheits­bericht : Das Leiden des Großherzogs ist, wie alsbald nach der Rückkehr aus Holstein festgestellt wurde, ein Klappenfehler des linken Herzens. Zudem hatte sich durch momentane Ueberanstrengung eine bedeutende Er­weiterung des Herzens in akuter Weise herausgebildet, Ent­haltung von Geschäften die strengste Kur gebot. Diese ist mit der Aussicht auf guten Erfolg von Geheimrat Dr. v. Reyber in Dresden durch eine mechanische Behandlung schon eingeleitet, wird jedoch viele Wochen erfordern.

Dem Bundesrat ist ein am 28. d. Mts. unter­zeichneter Zusatzvertrag zu dem Auslieferungsver­trag e zwischen dem Deutschen Reiche und Belgien vom 24. Dezember 1874 zugegangen. Ferner ist dem Bundesrat der Entwurf zum Schaumweinsteuergesetz, der 29 Paragraphen enthält, zugegangen.

Nach demBrest. Generalanz." sind die Verhand­lungen zwischen der Verwaltung der staatlichen Gruben und den privaten o b e rsch l e s i s ch en Grubenbesitzern so weit gediehen, daß eine prinzipielle Einigung in der Frage der Syndikatsbildung bereits gesichert ist.

Ein albgemeiner deutscher Judentag soll zu stände kommen. Kürzlich har in Berlin eine Vorbesprech­ung von Vertretern des deutsch-israelitischen Gemeinde­bundes und anderer jüdischer Vereine und Korporationen statgefunden. Der Judentag ist als eine Zusammenfassung der bestehenden jüdischen Organisationen, etwa in der Art eines regelmäßig einzuberufenden Delegiertentages, unter Leitung eines geschäftsführenden Ausschusses, geplant. Sie soll, wie ein Delegierter sich ausdrückte,aus freier Ini­tiative für das Judentum das schaffen und leisten, was die Regierung in Preußen für das Judentum sich bisher zu leisten geweigert hat." Ueber die Beschlüsse der Vorkonferenz in ihren Einzelheiten wird vorläufig strenges Geheimnis bewahrt.

Aus Stadt Md Land.

Gießen, 7. Januar 1901.

* Der Großherzog und die Großherzogin von Heffen find, wie aus Petersburg gemeldet wird, am Samstagabend auf der Station Garschina eiugetroffen und vom deutschen Bot­schafter sowie von den Mitgliedern der Botschaft empfangen worden.

Eislauf. Um unliebsamen Erörterungen vorzubeugen, machen wir das schlittschuhlaufende Publikum darauf auf­merksam, daß die Benutzung desFischteichs" in der Ostantage zum Schlittschulaufen und somit auch das Betreten der An lagen nicht gestattet ist.

** Jubiläum. Gestern beging der Prokurist der Firma Carl Emmelius, Wilh. Köser, das 25jährige Jubiläum seiner Thätigkeit in diesem Hause. Eine sinnige Blumen­dekoration, sowie entsprechende Geschenke seitens seiner Prin­zipale sowie der Angestellten wurden dem Jubilar zu Teil. Die Wünsche seiner Freunde und Kollegen gehen dahin, daß es dem Jubilar vergönnt sein möge, noch recht viele Jahre in voller Gesundheit, wie bisher, so auch fernerhin zu wirken.

P. Tätlich verunglückt. In der Nähe von Friedberg wurde am Samstagabend in dem Schnellzuge, der von Frank furt in Gießen um 10 Uhr eintrifft, der in Frankfurt sta­tionierte Lokomotivheizer Keller von einem entgegenkommen­den Zuge gefaßt und getötet. Der Schnellzug 75 mußte auf der Strecke halten, Keller beugte sich mit dem Ober­körper seitwärts zur Lokomotive hinaus und wurde so von dem im selben Augenblick passierenden entgegenkommenden Zuge getötet. Von der hiesigen Betriebsinspektion wurde uns auf unsere Anfrage heute früh der telephonische Be scheid, daß ihr von einem Unglücksfalle nichts bekannt sei.

**D a s i st e i n G e s ch ä f t!" können die Pelz- und sonstigen Winterwarenhändler schmunzelnd ausrufen. Eine solche Kälte haben wir doch seit Jahren nicht gehabt. Heute früh hatten wir wieder minus neun Grad Reaumur. Der Absatz von Winterbedarfsclrtikeln ist natürlich groß, nicht

in letzter Linie sind Schlittschuhe eine begehrte Ware, und mancher Händler dieses Sport-Artikels wird seine ältesten Ladenhüter" vergnügt los. Das Schlittschuhlaufen ist be­kanntlich ein gesunder Sport, wenn man sich unausgesetzt auf dem Eise umhertummelt. Langes Stehen führt leicht Erkältungen nach sich; lästig hängen die Schlittschuhe an den Füßen, der Körper zittert, das Gesicht rötet sich un­natürlich. Am Sonntag wimmelte Alt und Jung auf der Eisbahn des Eisvereins. Zu Hunderten wuchs die Schar der Vasallen des Eiskönigs an. Anfänger, die vor Begeisterung ihn umarmen wollten, indem sie in innige Berührung mit ihm kamen undKünstler ersten Ranges", deren Virtuosität auf der Eisbahn allgemein bewundert wurde. Damen und Herren, oft zu Paaren, die meisten wohl nur für dieEiszeit" gepaart, ob fürs Leben, das liegt im Schoße der Zukunft, bevölkerten die Bahn. Leider mußte das beabsichtigte Konzert wegen des rauhen Windes unter­bleiben. Hoffentlich erfüllt sich der Wunsch der Schlittschiuh- läufer, daß wir vor Tauwetter noch einige Zeit bewahrt bleiben, gemütlicher aber könnte die Temperatur doch wer­den, damit man den winterlichen Schmuck der Erde voll genießen kann. Wir wollen auch der hungernden Vögel gedenken, die im Eis und Schnee vergebens ihr Futter suchen, die elend zu Grunde gehen, wenn mitleidige Seelen sich nicht ihrer erbarmen. Darum: Gedenket der hungrigen Vögel! Setzt ihnen Futterplätze, streuet ihnen Brosamen auf die Fensterbank, und dankbar werden sie es Euch im Frühling durch frohe Lieder vergelten.

**Flachsmann als Erzieher", das hier am Mittwoch, den 9. ds. zum ersten Male aufgeführt wird, ging im Berliner Lessingtheater am 25. Dezember 1900 in Szene; am gleichen Tage in Leipzig, Kiel usw. das Stück hatte an sämtlichen Bühnen einen sensationellen Erfolg. Namentlich in Berlin jubelte das enthusiasmierte Festttags-Publikum dem anwesenden Dichter laut ent­gegen. Die Hervorrufe wollten kein Ende nehmen. Es war ein voller, durchschlagender Erfolg, der die Novität zum Schlager allerersten Ranges stempelt. Man schreibt uns im Anschluß daran:Man kann unserer Theater- Direktion die Anerkennung nicht versagen, daß sie sich beeilt, markantere Novitäten sofort für ihre Bühne zu erwerben. Daß derartige Neuaufführungen nur mit großen Opfern seitens der Direktion zu ermöglichen sind, teht für jeden fest, der eine Ahnung hat, bis zu welcher ungewöhnlichen Höhe jetzt die Autorenhonorare geschraubt ind. In dieser Saison ist es für jeden Theaterleiter ungemein schwer, das Verlangen des Publikums nach neuen Stücken zu befriedigen, da es an zugkräftigen No­vitäten mangelt, und man muß gestehen, daß die hiesige Bühnenleitung sich beeilt hat, alle einigermaßen aus- ichtsvollen Novitäten zu bringen wir nennen nurdie trengen Herren",Johannisfeuer"'. Daß es hier, nur mit geringem pekuniären Erfolge geschah, lag wahrlich nicht an der Direktion Kruse und Helm oder der Dar- tellung. Die letztere war bei den genannten Stücken gewiß einwandfrei.

fc. Hessischer Organistenverein. Man schreibt uns: In der letzten Zeit haben einige Lehrer die An? regung zur Bildung eines Organistenvereins gegeben. Daß die Aufforderung zur Gründung eines solchen Vereins bei einem großen Teil der hessischen Lehrer aus Widerstand gestoßen ist, läßt sich erklären. Hat sich doch in Hessen chon seit einer Reihe von Jahren das Bestreben geltend gemacht, den Organistendienst vom Schuldienst zu trennen; denn eine Bezahlung von 100 oder 200 Mark ist nicht den Leistungen eines Organisten entsprechend, der jahraus, jahr­ein jeden Sonn- und Feiertag zur Kirche pilgert, um >urch seine Kunst den Gottesdienst verherrlichen zu helfen. Am übelsten sind die katholischen Lehrer daran, die; nicht nur an Sonn- und Feiertagen, sondern auch noch des Oefteren an Werktagen die Orgel spielen müssen ü'nd die an manchen Orten nach ungefährer Berechnung für einen Gang in die Kirchss ca;. 40 bis 50 Pfg. bekommen.

** Reue Kursbuch-Ausgabe. Die neue Ausgabe (Januar- April) vonStorms Kursbuch fürs Reich" liegt uns vor. Dieselbe zeigt wiederum eine Vermehrung der Fahr )läne von Kleinbahnen und enthält sämtliche Fahrzeit­änderungen, welche seitens der Staatsbahnen bis Ende des vorigen Jahres vorgenommen wurden, u. a. auch Aender- ungen in den Fahrtagen des Nord-ExpreßzugeS. Ebenso ist der neu eingelegte Riviera-Expreß (HamburgBerlinBebra Frankfurt a. M.StraßburgMülhausenLyonMar- eilleNizzaMentone) in den einzelnen Fahrplänen des Buches vermerkt.

K- Klein-Linden, 6. Jan. Die hiesige Biehver- icherungSkasse hielt am Donnerstagabend bei Gastwirt Hinterlang ihre Generalversammlung ab. Als Vorsitzender wurde wieder L. Weigel, als Rechner I. Luh, zu Taxatoren L. Lenz, PH. Jung und Wilh. Jung gewählt.

O Alleudorf a. d. Lahn, 5. Jan. Zu der hiesigen Messeraffaire sei noch berichtet, daß sich das Befinden des schwerverletzten Mandler bedeutend gebessert hat, sodaß er zeitweise das Bett verlassen kann und Lebensgefahr aus­geschlossen ist. Der leichtyerletzte Schreinergeselle ist fast vollständig hergestellt. Der Thäter befindet sich noch in Untersuchungshaft zu Gießen.

Bleicheubach, 6. Jan. Die Bevölkerung unseres Ortes ist in stetem Rückgang begriffen. Im Jahre 1890 zählten wir 756 Einwohner, im Jahre 1895 748 und die letzte Zählung, Dezember 1900, verzeichnete nur 737 Seelen. Die HLuserzahl beträgt jetzt 147, während in 1895 deren 148 vorhanden waren. An Vieh wurden in 1900 gezählt: 32 Pferde, 490 Kühe, 159 Schafe, 490 Schweine, 102 Ziegen, 1694 Stück Federvieh und 31 Bienenstöcke. Die Gemeinde besitzt 1500 Normalmorgen Wald und 1143 Normalmorgen Feld. Die Jagd ist wegen der zusammenhängenden großen Waldkomplexe sehr ergiebig.

O Alsfeld, 7. Jan. Gestern Morgen 5X[2 Uhr wurden die hiesigen Bewohner durch den RufFeuer" aus dem Schlaf aufgeweckt. In dem, an der Straße nach Altenburg gelegenen Sägewerk des Heinrich Specht II ist durch ols jetzt noch völlig unaufgeklärte Weise ein Großfeuer ent standen, das in kurzer Zeit sämtliche zum Sägewerk ge­hörenden Arbeitsgebäude einäscherte. Dem Eifer bei Alsfelder Feuerwehr ist es zu verdanken, daß das Wohn­haus nur mit einem kleinen Schaden davon gekommen ist. Wie wir hören, soll das Sägewerk gut versichert gewesen sein.

B- Mainz, 6. Jan. Während der Rhein gestern noch an der lmkcN Stromseite nur ganz dünnes Treibeis mit sich führte, sah man heute Morgen ein vollständig veränderte- Bild. Der Fluß brachte in seiner ganzen Breite schwere. E smaffen, durch die nut langsam die kleinen Trajektboote fahren. Sie sind die einzigen Fahrzeuge, die man auf dem ganzen Strom sieht. Die vciflosfine Nacht dürfte mit zu den kältesten in diesem Winter gehören, da 1415 Grad R. unter Null beobachtet worden sind. Die allgemeine Ge- schäftSkrisis wirft immer mehr Schatten Um zu ver­hüten, daß verheiratete Arbeiter außer Verdienst kommen, hat man in der Waggonfabrik der Gebrüder Gastell hier im Einverständnis mit der ganzen Arbeiterschaft zu dem AuS- hilfsmittel gegriffen, eine größere Verkürzung der Arbeits­zeit eintreten zu lassen, wodurch es möglich ist, dauernd eine größere Arbeiterzahl zu beschäftigen.

fc. B i n g e n, 5. Jan. Aufsehen erregt das Verschwinden des hiesigen Weinhändlers und Bahnhofrestaura­teurs Heinrich Frank, einer bisher in allen Kreisen hochgeachteten Persönlichkeit, die als Vorstandsmitglied ver­schiedener Vereine, als Stadtverordneten-Kandidat usw. eine Rolle gespielt hat. Der Mann muß auf bisher noch un­bekannte Weise große finanzielle Verluste erlitten haben. Der Konkurs über sein Vermögen und die Firma Schnabel und Frank hier, deren Teilhaber er war, nimmt infolge der Verschuldungen Franks ganz be­deutende Dimensionen an. Namentlich der Teilhaber Schnabel, der in seiner Vertrauensseligkeit von der be­vorstehenden Gefahr nichts ahnte, wird von dem Ereignis schwer betroffen. Durch die furchtbare Aufregung erlitt er gestern abend einen.Schlaganfall und liegt auf den Tod darnieder. Die Rheinschiffahrt ist völlig ein­gestellt. Sämtliche Schiffe und Fahrzeuge sind bereits in die Winterhäfen eingelaufen.

fc. Ober-Ingelheim, 5.Jan. In Nieder-Jngelheim wurde heute die Leiche eines neugeborenen Kindes in der Pfuhlgrube des Altbürgermeisters Weitzel vorgefunden. Als der That verdächtig wurde eine Witwe von dort in das hiesige Haftlokal geliefert.

Frankfurt, 6. Jan. Gestern mittag um lUhr 20 Minuten wurden beide Feuerwehren durch das SignalGroßfeuer- nach derHöchsterstraße alarmiert, wo in der Baum' s chen Be11 - federnfabrik im Parterrestock des dreistöckigen, etwa 25 Meter langen Gebäudes an der Westseite Feuer auöge- brochen war, dessen Stichflammen sich durch einen Luftschacht bis in den dritten Stock erstreckten und die Lagervorräte von Bettsedern, sowie Maschinerien in den einzelnen Stockwerken und einen Teil des Dachstuhles in Brand gesetzt hatten. Da das Fabrikgebäude ziemlich isoliert von anderen Gebäuden gelegen ist und der Wind von Osten herkam, so konnte daL Feuer auf der EntfiehungSseite lokalisiert weiden. Die Bett­federballen mußten mit Haken auf einen dort gelegenen freien Bauplatz geschafft, auseinandergerissen und dann abgelöscht werden. Es wird angenommen, daß das Feuer in unge­reinigten ungarischen Bettfedern durch Selbstentzündung ent? 'tauben ist.

fc. Eronberg, 6. Jan. Kaiserin Friedrich hat in den letzten Tagen etwas an Appetitlosigkeit z«t leiden gehabt, was selbstverständlich nicht ohne Einfluß auf den Kräftezustand bleiben konnte. Auch fühlte sich )ie Kranke nicht frei von Schmerzen. Dies mag zu den Besorgnis erregenden Gerüchten Veranlassung gegeben haben. Abgesehen von den mitgeteilten Begleiterschein­ungen des Mundübels ist das Allgemeinbefinden der hohen Frau als befriedigend zu bezeichnen. Sie ließ sich dieser Tage, in Pelz gehüllt, im Rollstuhl durch den Park fahren.

** Kleine Mitteilungen ans Heffen und den Nachbarstaaten. Dem Notar, Juftizrat Aldefeld in Wetzlar ist die nach­gesuchte Entlassung aus dem Amte erteilt und zugleich der Rote Adler-Orden 4. Klasse verliehen worden.

die seit gestern herrscht, machte sich abends bei heftigem Nordwind besonders empfindlich geltend. Die Boulevards sind trotz des Nenjahrsmarkts menschenleer. Zahlreiche Todesfälle Obdachloser werden gemeldet. In ©üb»

MoSt u. Chandon White Star Pale Sherry

Hannover, 5. Jan. Gestern abend hat sich der BankierBollingerschossen. Man vermutet als Motiv )er That finanzielle Schwierigkeiten infolge des jüngsten Bankkraches.

* Kattowitz, 6. Jan. Auf der Schlackenhalde der Ferdinandgrube verbrannten zwei Personen, die dort Schutz vor der großen Kalte gesucht hatten und eingeschlasen waren. Die Leichen sind vollständig verkohlt.

* Allen st ein (Ostpreußen), 6. Jan. Auf einer Jagd in dem Sensburger Forst wurde der Arzt Dr. Ernst Tornan aus Korschen erschossen.

Für Freunde einer guten Tafel wird die Speisenfolge des Lunch und des DmerS, welche bei Anwesen­heit des Kaisers in Hamburg stattfanben, von Inter­esse sein. Die Speisenfolge beim Lunch war folgenbe:

Caviar in Eisblock Alter Sherry

KSnigin-Suppe Pommery u. Greno

Geröstete Lachsstücke auf Hofmeisterart 1884er Rüdesheimer Berg Auslefe Rehrücken auf Jägerart 1887er 6bAt. Latour de Mon.

Hamburger Kücken, Kompot u. Salat 1878er ChLt. Haut vaily Magnum Fürst Pückler EiS MoSt u. Chandon

Früchte, Deffert 1854er Packetfahrt Portwein.

Die Mittagstafel hatte nachstehende Speisenfolge: Austern Schildkröten-Bouillon Engl. Hammelrücken

Seezungen, mit Hummer« garniert Parfait von GänseleLer Französ. Masthühner

Artischoken, Mais,frische Champignons 1884er Marcobrunn. Kabinett Auslese Eis Clicquot RosL

Deffert 1854er Packetfahrt-Portwei«

* Die Gefahren bes hohen 0 erlebte ein fideler Sänger, ihm blieb beim schönsten Jodler der Mund wett offen stehen; er hatte sich die Kiefer ausgerenkt. Ein Arzt richtete die Kiefer wieder ein.

* Paris, 5. Jan. Die ungewöhnliche Kälte,

1889« ChLt. La Haye

1895er Moximiner Grünhäuser

1886er Oestricher Magdal.-Garten

1893er ChLt. Dquem

1878er ChLt. La Grange DuchLtel, Schloß-Abzug,

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