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Januar 1901. dtfewlme! ,000,50000,85000 et».
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Bahnhofstrasse 10.
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Rv; 6 Zweites Blatt. Dienstag den 8. Januar 151. Jahrgang 1901
GießenerAnzeiger
General-Anzeiger
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Die Gießener Aamittenvtätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. ,/Blätter für Hess. Volkskunde" «vöchtl. 4 mal beigelegt.
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Amtlicher Heil.
Warnung!
In letzter Zeit wurde des Oefteren in einer hiesigen Zeitung ein auttrhemrratischer und autiarthritischer BlutreiuiguugSthee, als dessen Erfinder ein Apotheker Franz Wilhelm in Neunkirchen, N. Oe., bezeichnet ist, angepriesen. Nach sachverständigem Gutachten besteht der Thee auS einer Mischung von Bitterstoffen verschiedener Art und Zucker.
Weder den eiuzelueu Bestandteile« deS Thees, «och deren Mischung kann irgendwelche heilkräftige Wirkung auf rheumatische oder gichtische Zustände lbeigemesseu werden. Der Thee gehört eben zu den zahlreichen Tchwiudelprodukten, die keine arzneiliche Wirkung aufwetsen, und nur dazu dienen, den Verkäufer zu bereichern, und einen Teil deS Publikums abhalteu, rationelle Hilfe beim Arzte aufzusuchen.
Gießen, den 5. Januar 1901.
Großherzogliches Polizei amt Gießen.
Hechler,
Engländer und Buren.
Der englische Oberst Williams griff am 1. ds. die starke Vurenposition auf den Kopjer, einige Meilen von Middelburg (Kap-Kolonie) an. Die englische Streitmacht rvar nicht genügend, um die Buren aus ihrer starken Stellung zu vertreiben. Die Engländer hatten 5 Verwundete. Die Buren zogen sich während der Nacht zurück und wandten sich nach Bethesda.
Lord Kitchener meldet aus Pretoria vom 4. Januar: Der westliche Teil der Buren scheint sich nach Cal- vinia begeben, der östliche scheint sich in kleinere Gruppen aufgelöst zu haben. Gestern hat wieder eine Burenabteilung westlich von Aliwal-North den Oranjefluß über schritten. — Die Buren zeigten sich an der Bahnlinie bei Rh en oster, doch ist zweifelhaft, ob sich De Wet bei ihnen befindet. Seit mehreren Tagen sollen zahlreiche Kap- Holländer heimlich aus dem Westen der Kapkolonie nach Norden aufgebrochen sein, vermutlich um sich den in die Kolonie eingebrochenen Buren anzuschließen. — Aus London wird telegraphiert: Der Kapfiätter Berichterstatter der -Daily Mail" will aus zuverlässiger Quelle wiffen, De Wet beabsichtige, in die Kapkolonie einzufallen, sobald die voraus- geschickten Kommandos ihre Stellungen gesichert haben.
Aus Bloemfontain wird gemeldet: Ein englischer Sergeant, der in Krügersdorp einen englischen Kolonialoffizier ermordet hatte, ist erschossen worden. — Nach einem Me». gramm auS Kapstadt hat die Regierung dem Bürgermeister■ erlaubt, eine Bürgerwehr zu errichten, die unabhängig von den Truppen zur Verteidigung der Kolonie operieren soll. Die verschiedenen BürgerwehrkorpS sollen sich im Dienst abwechseln. — Der Belagerungszustand wird über den Distrikt von MurragSberg verhängt werden.
AuS Meran wird gemeldet, daß der ehemalige österreichische Kavallerie Offizier Anton v. Goldegg, der nahezu seit Beginn des Transvaalkrieges als Freiwilliger in den Reihen der Buren gekämpft hat, bei seiner Familie in Meran eingetroffen ist. Der Bozener Burenverein überreichte ihm eine BegrüßuugSadreffe.
Die von Gießener Damen bewerkstelligte Liebes glrbe für die Frauen Transvaals nimmt einen schönen Fortgang. Bis Henle sind bei der Expedition des „Gieß, tlnz." 108 Mk. eingelaufen. Nach Abschluß der Sammlung -vird Frau Geheimerat K ö stliu in Gießen die eiugegangenen Gelder an den Transvaal-Gesandten Dr. LeydS in Brüssel zur Weiterbeförderung an Frau Piäs. Krüger senden. (Siehe auch unter den Nachrichten „AuS Stadt und Land- in Bl. 1 tet heutigen Nummer.)
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Telegramme deS Gietzener Anzeigers.
London, 7. Januar. Die heutigen Morgenblätter stellen fest, daß die Lage in der Kap Kolonie sich bedeutend verschlimmert habe. Ein Burenkommando von 200 Mann ist in die Kolonie in der Gegend der Piqnet-Berge ein gedrungen, die nur 50 Meilen von Kapstadt entfernt find.
Loudon, 7. Jan. AuS Kapstadt wird berichtet: Das Direktions-Komitee der Goldminen hat den Vorschlag Lord kklchenerS betreffend die Absendung einer Kolonne von 5000 Mann zur Beschützung deS Rands gebilligt und eine
diesbezügliche Zustimmung an den Gouverneur von Trans vaal abgesandt. Die zu bewachende Strecke beträgt 900 Kilo- meier.
China.
Wie der „Hann. Cour." mitteilt, ist vom Grafen Walde r s e e aus Peking folgendes an den Magistrat zu Händen des Stadtdirektors Tramm, gerichtetes Glückwunschschreiben als Feldpostbrief eingegangen:
Peking, 14. Nov. 1900. J-luan-tien, zu deutsch: Kaiserlicher Winterpalast. Zum Jahreswechsel meinen herzlichen Glückwunsch meinen lieben Mitbürgern, mit ^er Meldung, daß es mir vor tref flich geht. Hannovers Liebesgaben thun uns sehr wohl, werden aber in ihrer Mehrzahl noch für die Zeit der großen Kälte aufgehoben. Ihnen, verehrter Herr Stadtdirektor, für Sie und die Ihrigen ganz besonders gute Wünsche. Hoffentlich auf Wiedersehen in nicht zu ferner Zeit! A. Waldersee, Feldmarschall und Ehrenbürger.
Graf Waldersee meldet aus Peking vom 3. ds.: Patrouillen erhielten Feuer bei Mafongtschwang, die Kolonne Madai marschiert von Tungtschou auf dem linken Peihouser nach Norden, die am 31. Dezember gemeldete Kolonne unter Hauptmann Her in g über Pschituntschwang aus Aengkotschwang, die Kolonne Grüber von neuem über Sanhohsien auf Pingkuhsien. ,
Man meldet aus Paris: Nach hier eingegangenen Berichten wurde am 28. Dezember auf offenem Markte in Singanfu auf Befehl der Kaiserin GeneralAühsien hingerichtet. Vom Prinzen Tuan lagen in Singanfu Ende Dezember Nachrichten aus Nienghia vor, wo Tuan persönlichen Anhang besitzt. Die Kaiserin gab bekannt, daß sie und der Hof derzeit nicht nach' Peking zurückzukehren wünschen.
Das preußische Kriegsministerium teilt mit: Nach einem Telegramm' des o st asiatischen Expeditionskorps aus Tientsin vom heutigen Tage wurden beim Salutschießen zur Jahreswende getötet: vom ostasiatischen Bataillon schwerer Feldhaubitzen 2. Batterie: Obergefreiter Kayser, früher im Fußartillerie-Regiment 10, Lux, früher im Fußartillerie-Regiment 6, Kanoniere Nowack und Pehle, früher im Fußartillerie-Regiment 9; vom ostasiatischen Pionier-Bataillon 3: Kompagnie-Gefreiter Bortz, früher im Pionier-Bataillon 1, Pionier Zettwitz, früher im Pionier- Bataillon 12. Verwundet sind: vom ostasiatischen Bataillon schwerer Feldhaubitzen 2. Batterie: Kanoniere Lehmann und Klug, früher im Fußartillerie-Regiment 13, Wilken und Görtz, früher im Fußartillerie-Regiment 9, Wöhrle, früher im Fußartillerie-Regiment 11, Dolze, früher im Fußartillerie-Regiment 5; vom ostasiatischen Pionier-Bataillon, 3. Kompagnie: Pionier Wirtz, früher im Pionier-Bataillon 19, von der Heyde und Rorarius, früher im Pionier- Bataillon 9, Schramm, früher im Pionier-Bataillon 4, Gefreiter Schwerbel, früher im Pionier-Bataillon 3, Unteroffizier Pollok, früher im Pionier-Bataillon 22. Außerdem sind verwundet vom 1. ostasiatischen Bataillon schwerer Feldhävbitzen, 2. Batterie: Kanonier Dieck, früher im Fußartillerie-Regiment 6, Trainsoldat Klosa, früher im Trainbataillon 3, und vom ostasiatischen Pionier-Bataillon, 3. Kompagnie: Pionier Sink, früher im bairischen Eisenbahn- Bataillon. Die letzten dei Namen sind augenscheinlich verstümmelt.
Der Abschluß eines russisch-chinesischen Abkommens betreffend Occupieru ng der Mandschurei wird von der russischen Regierung offiziell bestätigt.
Der in Marseille eingetroffene Bischof vonPeking, Favier, erklärt, der Papst werde Frankreich nicht das Protektorat über die katholischen Christen in Ostasien entziehen. Der Bischof äußerte sich über die Situation in China äußerst optimistisch und glaubt, daß dort bald alles in Ordnung kommen werde.
Wit China sind in letzter Zeit erfreulicherweise wieder geschäftliche Verbindungen hergestellt. Wie aus Zeitz gemeldet wird, war eine der größten Pianoforte- fabriken am Platze' bereits anfangs November vorigen Jahres in der Lage, eine bedeutende Sendung ihrer Erzeugnisse nach Shanghai zu befördern, der im vorigen Monat die zweite folgte, und der sich weitere monatliche Sendungen anschließen werden.
Ueber dieMissioninChina sucht man meist vergeblich nach genauen Angaben. Von katholischer Seite werden uns große Durchschnittszahlen genannt. In der evangeli- chen Mission arbeiten so viele verschiedene Gesellschaften, daß es höchst schwierig ist, die gewöhnlich sehr eingehenden Angaben ihrer Jahresberichte zusammenzufassen und eine Gesamtstatistik zu gewinnen. Die neueste Bearbeitung dieses ausgedehnten Materials rühmt sich freilich nicht gänzlicher Vollständigkeit, da nur die Jahresberichte der 34 wichtigsten Gesellschaften benutzt werden konnten, während 54 dort thätig ind, von denen einige aber nur spezielle Hilfsarbeit leisten. Die Statistik bleibt jedenfalls hinter der Wirklichkeit zurück. Um so sicherer sind folgende interessante Angaben: Es be
standen zu Anfang 1899 in China wenigstens 478 evangelische Missionsstationen mit 973 Missionaren, wobei das weibliche Personal nicht mitgerechnet ist. 297 chinesischo Gehilfen waren als christliche Prediger orientiert. Getauft wurden im' letzten Jahre 23 848 Personen, die Kinder christlicher Eltern mit eingerechnet. Die Seelenzahl der chinesischen Gemeinden betrug mindestens 205 747, während in Abendmahlsgemeinschaft 92 995 standen. In 1823 evangelischen Schulen wurden 37 057 Zöglinge unterrichtet. Von deutschen evangelischen Missionen sind nur 5 in China vertreten, von denen die Baseler Mission mehr als 6000 Seelen zählt; die Berliner 2257. Im ganzen stellt.Deutschland dort 55 Missionare, die um 28 Stationen 9595 chinesische Christen gesammelt haben und in 89 Schulen, natürlich mit eingeborenen Gehilfen, 2150 Kinder unterrichten. Vor 15 Jahren hatten die deutschen Missionen erst 12 Stationen mit 21 Missionaren und 1700 Christen, und überhaupt gab es nur 154 (jetzt 478) Stationen und 335 (jetzt 973) Missionare. Die Christenzahl hat sich in derselben Zeit nahezu verfünffacht, da sie von 43 528 auf 205 747 stieg.
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Telegramm des Gieheuer Anzeigers.
Loudon, 7. Jan. Wie aus Peking berichtet wird, hat der Vizekönig Tschang-Tschi Tung an die beiden Friedensvermittler telegraphisch das Ersuchen gerichtet, den Friedensvertrag nicht zu unterzeichnen.
Volttische Tagesschau.
Der Einladung hervorragender Männer der verschiedensten politischen und religiösen Bekenntniffe zur Bildung einer Gesellschaft für soziale Reform hatten am Sonntag im Architektenhause zu Berlin gegen 200 Personen, Damen und Herren, Folge geleistet. Zierden der Universitäten, wie Brentano, Schmoller, Sombart, Sering, Parlamentarier wie Vossermann, Max Hirsch, Hitze, Letocha, Paasche. Pachnicke, Roeficke und sonstige Männer der verschiedensten Berufsstände, auch Führerinnen Iber Frauenbewegung, wie Minua Cauer, AugSpurg, eine Anzahl Männer, die die Ziele der Gesellschaft billigen, wie Dr. Lieber, Trimborn, Nauman», Abg. Möller, die Oberbürgermeister Wagner-Ulm, Gaßner- Mainz, Manz-Bamberg, hatten ihr Fernbleiben ausdrücklich entschuldigt. In einer mit Beifall aufgenommenen Rede erläuterte Frhr. v. Berlepsch die Ziele der neuen Gesellschaft in ihrer Doppeleigenschaft als Glied der internationale» Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz und als nationale Vereinigung mit dem weitergehenden Ziele agitatorischer Förderung einer praktischen, in die Masse* gehenden Arbeitersozialreform mit der vornehmsten Aufgabe, für daS Vereinswesen und die Koalitionsfreiheit der Arbeiter einzutreten, als wertvolle Ergänzung des mehr wiffeu- schaftlichen Vereins für Sozialpolitik, dessen Goldbarren in kleine Münze umgeprägt verbreitet werden sollen. Zahlreiche Arbeitervereine wie die Hirsch-Duncker'schen, die evangelisch und katholisch Sozialen sind bereits beigetreten. Dann ging die Versammlung zur Beratung der von Sombari auS- gearbeiteten Statuten über, die fast ausschließlich sich darum drehte, ob die Frauen mit Rücksicht auf die Vereinsgesetzgebung Preußens und anderer Bundesstaaten von der Mitgliedschaft auszuschließen seien. Daß die Gesellschaft ein politischer Verein sei, wurde allgemein zugegeben, aber mehrfach unter Hinweis auf die Konnivenz der Behörden gegenüber ähnlichen Vereinen verlangt, daß man die Stellungnahme der Behörden abwarten solle. Demgemäß wurde beschlossen, daß die Mitgliedschaft nach Meldung beim Vorstand mit Empfang der Mitgliedskarte erworben wird. Mit der Wahl eines 30gliedrigen Ausschusses fand die Gründung des Vereins und die Versammlung ihren Abschluß.
Deutsches Reich.
Berlin, 6. Jan. Der Kaiser empfing gestern bett Generalmajor Budde vom Großen Generalstab und hörw die Vorträge des Chefs des Generalstabes der Armee, Grafen Schliessen und des Chefs des Militärkabinetts, v. Hahnke. Dann empfing er den neuen serbischen Gesandten Steir zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Zur Frühstückstafel beim Kaiserpaar waren Reichskanzler Graf Bülow und Generaloberst v. Loe geladen.
— Der Kaiser ist dem Deutschen Zentrat- verein zur Fürsorge für die schulentlassene; Jugend „als Gönner" beigetreten und hat demselben: 500 Mark Beitrag überwiesen.
— Wie von zuverlässiger Seite verlautet, hat der Kaiser dem Professor Slaby in Charlottenburg den Auftrag erteilt, eine Abhandlung über die zur Zeit bekannte beste Segeltheorie zu verfassen.
— Am 18. Januar findet eine große Jlluminattow der staatlichen und fiskalischen Gebäude statt. Es sollem


