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6.12.1901 Erstes Blatt
 
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Nr. 287

Erstes Blatt

Frettag 6. Dezember 1901

151* Jahrgang

Ein Philosoph wegen Mordes auf der Anklagebank.

Gotha, 3. Dezember 1901.

Vor dem hiesigen Schwurgericht hat sich heute ein Stu­dent der Berliner Universität wegen Ermordung seiner Ge­liebten zu verantworten. Der Angeklagte ist der 24jährige Sohn des Vürgerschullehrers Fischer in Eisenach, Hans Fischer, der in Berlin Jura studiert, und, wie seinerzeit mitgeteilt, während der Psingstferien, die er in Eisenach ver­lebte, die damals 17jährige Martha Amberg, die Tochter einer armen Witwe, tötete. Fischer hatte schon als Schüler des Eisenacher Gymnasiums mit der Martha Amberg ein Liebesverhältnis angefangen und war nach Berlin mit dem Versprechen abgereist, dem Mädchen die Treue zu bewahren. Inzwischen trat aber zwischen den beiden Liebenden eine Entfremdung ein, und nach der Behauptung des An­geklagten soll das ermordete Mädchen diese durch ihr Ver­halten herbeigeführt haben. Als Fischer deshalb zu Psingsten nach Hcurse kam, beschloß er, das Mädchen zur Rede zu stellen. Am Morgen des 29. Mai verließ das Paar die Stadt, um einen Spaziergang zu machen. Was hierauf, zwischen den beiden geschehen ist, wird wohl niemals ganz aufgeklärt werden. Als der Angeklagte sich abends gegen 9 Uhr allein wieder in der Stadt einfand, war er in einem Zustande der schrecklichsten Verzweiflung. Notdürftig bekleidet lief ec durch die Straßen dem Polizeigebäude zu, wo er in abgerissenen Sätzen die Erklärung abgab, daß er seine Geliebte erschossen habe, und um seine Festnahme bat. Polizeibeamte fuhren sogleich mit ihm zu dem Thatorte hinaus und fanden dort die Martha Amberg entseelt am Boden liegen. Die Leiche hatte der Angeklagte mit Blumen und Tannenzweigen bedeckt und seinen Rock und seine Weste darüber gebreitet. Wie er angab, hatte er mit dem Mädchen unterwegs Streit bekommen und in rasender Eifersucht die verhängnisvollen Schüsse abgegeben. Er erklärte ferner, daß er sich selbst auch das Leben habe nehmen wollen, jedoch nicht den nötigen Mut dazu gefunden habe. Nach der That ist er dann im Walde umhergeirrt, bis ihn schließlich die Reue überwältigte und er sich selbst den Behörden stellte. Die Staatsanwalt­schaft ist der Meinung, daß Fischer das Mädchen mit Absicht und Ueberlegung getötet habe, und hat deswegen Anklage wegen Mordes erhoben. Fischer war sechs Wochen in der psychiatrischen Abteilung der Universität Jena zur Beobachtung seines Geisteszustandes interniert, doch hat die Untersuchung ergeben, daß er vollkommen zurechnungsfähig ist.

Den Vorsitz in der heutigen Sitzung führt Oberlandes­gerichtsrat Riemann-Jena. Ter Angeklagte Fischer, der vor Beginn der Sitzung ungefesselt in den Saal geführt wird, ist ein mittelgroßer, schwarz gekleideter junger Mann mit wenig sympathischen Gesichtszügen. Auf Befragen giebt er an, am 2. Juni 1878 in Stadt Remda (Großherzogtum Sachsen- Weimar) als Sohn des Bürgerschullehrers Fischer geboren zu sein. Sein Vater sei bald darauf nach Eisenach versetzt worden, und hier habe er (Angeklagter) zunächst die Bürger­schule und dann das Gymnasium bis zur Prima besucht. Präs.: Sie wissen, daß Sie des Verbrechens des Mordes an Ihrer Geliebten beschuldigt werden. Sie haben in der Vor­untersuchung zugegeben, daß Sie die Martha Amberg vor­sätzlich und mit Ueberlegung getötet hätten. Wollen Sie dieses Geständnis heute wiederholen? Angekl.: Ich kann über meinen Geisteszustand nichts sagen, aber ich meine, daß ich die That nicht mit Ueberlegung ausgeführt habe. Präs.: Sie haben Ostern 1899 das Reifezeugnis erhallen. Während Sie noch Gymnasiast waren, haben Sie sich mit Philosophie be­schäftigt? Angekl.: Ja. Präs.: Wie tarnen Sie dazu, als Gymnasiast bereits, in so unreifem Alter, schon Philosophie zu treiben? Angekl.: Ich bin durch meine Naturanlage dazu gekommen. Präs.: Wie meinen Sie das? Angekl.: Ich bin von Natur aus häßlich, habe ein abstoßendes Wesen an mir und mußte die Erfahrung machen, daß meine Mitschüler und auch einige Lehrer mich deshalb oder auch aus anderen Gründen in abstoßender Weise behandelten. Präs.: Was wollen Sie

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nach Hersfeld rief noch einmal eine Eisenbahndebatte hervor. Zur Erbauung dieser Bahn, die zum größten Teil durch preußisches Gebiet geht, hat die hessische Regierung wohl große Lust, denn sie schätzt die Vorteile, die eine solche Bahn dem nördlichen Oberhessen bringt, ganz richtig ein, aber der preußische Eisenbahuminister will absolut nichts davon wissen. Das ist allerdings sehr merkwürdig, da die Bahnstrecke Alsfeld-Hersfeld, wie wir früher dargethan haben, auch weite fruchtbare Gebiete Preußens erschließen würde. Die ganze Gegend dort verlangt eine Bahn und hält sie für durchaus notwendig und wichtig, aber Exz. von Thielen ist hart. Dieses Verhalten des preußischen Ministers brachte sogar den sonst schweigsamen Abg. Gundrum sehr in Harnisch, der die Weigerung Thielens einenSkandal in der Eisenbehugeschichte" nannte, den preußischen Fis- kalismus tadelte und sich bitter ausließ gegen die Eisen­bahndirektion Frankfurt, die die Eingaben aus Oberhessen immer abgewiesen habe. Exz. Dr. Gnauth versuchte diese Ausführungen zu widerlegen und pries das paritätische Verfabren der Frankfurter Eisenbahndirektivn. Sein Liebes­lied fand aber keinen sonderlichen Widerhall. Das eine ist sicher, die Zweite hessische Kammer wird noch manchs Eisenbahudebatte erleben und die alte Klage der Heber* Vorteilung Hessens durch Preußen wird sobald noch nicht verstummen.

niscke Fleisch, insbesondere das Büchsenfleisch von der denkbar schlechteften Beschafsenheit ist. Das Fleisch krepierter und erkrankter Tiere wird in Amerika eingepökelt und ausgeführt. Und gerade hygie­nische Rücksichten sind es gewesen, die die Reichsregierrmg, die die Konsumenten vor schlechten und Ekel erregendem Fleisch schützen will, zu schärferen Bestimmungen bei der Anfuhr amerikanischen Fleisches veranlaßte. Dieses Fleisch, das auch bei den gering st en Preisen viel zu teuer bezahlt ist, nahm der Abg. Ulrich in Schutz, dieses gönnt er den Arbeitern, während er' ihnen zugleich dsnG enuß des guten deutschen Fleisches zu erschweren sucht. Denn die von ihm geforderte doppelte Fleischbeschau erschwert und verteuert den inländischen Fleischkonsum, während die freie Einfuhr des schlechten amerikanischen Fleisches für die inländische Viehzucht eine Gefahr bedeutet. Dem Abg. Ulrich erscheint das amerikanische Fleisch ununtersucht als vortrefflich, das inländi­sche Fleisch bedarf aber nach ihm einer dop­pelten Untersuchung.

Viel sympathischer /berührte dagegen der Ulrich'sche Antrag, die Bildung kleinerer Sanitätsbezirke und Anstellung staatlich vollbesoldeter Be­zirksärzte 6etr. Ulrich trat allerdings für gänzliche Verstaatlichung der Heilpflege, ein Standpunkt, der in seiner Ausführung wohl ebensoviel Nachteile anderer Art nach sich zöge, als zur Zeit die freie Ausübung der ärzt­lichen Praxis hat. Aber auf einen wunden Punkt wurde hier der Finger gelegt, und es ist darum der einstimmig angenommene Ausschußantrag mit Freuden zu begrüßen, der lautet:

Die Regierung solle in erhöhtem Maße der öffent­lichen Gesundheitspflege ihre Aufmerksamkeit zuwenden, insbesondere für ausreichende WohnnngsPolizei, möglichst unter Zuziehung von Wohnungsinspektoren, Sorge tragen, eine gründliche Ausbildung des Lehrerpersonals in der Schulhygiene an­ordnen, für größere Städte und Gemeinden die Anstell­ung von Schulärzten in Anregung bringen, und einen Arzt als Gewerbeinspektor anstellen. Auch solle die Regierung Ermittelungen darüber anstellen, ob und inwieweit sich im Großherzogtum ein Mangel an ärztlicher Hilfe gezeigt, oder ärztliche Hilfe nur unter Anwendung unverhältnismäßig hoher Kosten zu erlangen ist, und sollte darnach die zur Begegnung dieses Mißstandes erforderlichen Maßnahmen treffen/'

Mit einem weiteren Antrag will Ulrich die lieber» führungder Apotheken in Staatsbetriebe er­reichen, worüber bereits an dieser Stelle gesprochen wor­den ist.

Aus der Eisenbahndebatte ist die Aeußerung des Finanzministers bemerkenswert, daß zu Milderung der Arbeitslosigkeit an die Ausführungsarbeiten der genehmigten Bahnen mit der größten Beschleunigung herangegangen werde. Dem Wunsche des Grafen Oriola, durch das Seementhal ein Bahn zu führen, wurde entsprochen. Endlich stritt man sich um die Orte Nidda, Hungen und Grünberg, die sämtlich Anwälte sanden, die für Errichtung von Kreisämtern in denselben plaidierten. Aussicht auf Verwirklichung eines Vorschlags ist nicht vorhanden; es wird alles beim Alten bleiben müssen; und es scheint uns ganz recht so. Die Kreise, die im Laufe der Jahre Vermögen erworben und Schulden gemacht haben, sind jetzt kaum noch auseinanderzureißen.

Trotz der eifrigen Fürsprache des Abg. Weidner wurde die Vorstellung der Kr eis str aßen wär ter um Anstellung und Pension nicht berücksichtigt.

Die äußerst schwierige Frage, die Entschädigung direkter VerlustedurchdieMaul-und Klauen­seuche, wurde von dem Abg. Korell angeschnitten. Diese Seuche tritt bald mit geringerer, bald mit größererHeftigkeit, bald mehr lokal begrenzt, bald in unheimlicher Breite sich über das ganze Land erstreckend, aber immer mit ungeheuer schweren Verlusten auf. Alle Vorbeugungsmaßregeln haben sich bis jetzt so gut wie gänzlich verfehlt herausgestellt. In einer in Aussicht gestellten Gesetzesvorlage gedenkt die Regierung die schwierige Materie zu bearbeiten.

Gegenstand längerer Beratung bildete die Regierungs­vorlage, die die Schaffung einer Weinbaudomänen- ver w al tuug mit einem Direktor in Mainz bezweckt. Schon hat der Staat ca. 100 Morgen Weinberg mit einem durchschnittlichen jährlichen Ertrag von 100 Stück Wein an- aetauft. Da die anfänglichen Bedenken völlig geschwunden sind, will man noch mehr Güter, besonders bei Bingen mit den bekannten Spezialmarken, erwerben. Verschiedene Ab­geordnete halten die Sache noch nicht für genügend geklärt, insbesondere hält man die Weinschule zu Oppenheim ge­fährdet, und obwohl Exz. Dr. Gnauth sich sehr für so­fortige Beschlußfassung ins Zeug wirft, wird die Vorlage doch an den Ausschuß Mrückver wiesen.

Aus der kurzen Debatte über die Befteu er un g der Mvbiliar-Feuerversicherungsgesellschaften ist ersichtlich, daß, zur Abwäilzung der Steuer auf die Ver- icherten, die Gesellschaften ein Syndikat gebildet haben. Um das Land gegen solche Schädigungen zu schützen, ist der einzige Weg die Verstaatlichung auch der Ddobiliar-- Feuerversicherungen, der vielleicht bald beschritten werden muß.

Die Hilf sgerichtsschreib er bei den Amtsgerich­ten und die zweiten Staatsanwaltsgehilfen müssen sich mit ihrer Gehaltsaufbesserung noch ein wenig gedulden. Nach den Ausführungen des Justizministers erscheint es überhaupt sehr fraglich, ob sie bald zu stände kommen wird. Der Ausschuß wird sich mit dieser Materie noch ein­gehender beschäftigen.

Die Anfrage des Abg. Gundrum (Alsfeld), bett, die $-bauung einer normalspurigen B^hn von Alsfeld

Die 70.76.Sihrmg der zweiten StändeLammer. rm^^bich .die erste Sitzung vor den ftüh begonnenen Weiynachtsferien brachte einen Antrag des sozialdemokra- tftchen Abg. Ulrich, der die Regierung veranlaßte, das Ergebnis ihrer über die durch den Niedergang der I n d u |t r i e geschaffene Lage angestellten Nachforschungen

U"ter,uchungen mitzuteilen. Ministerialrat Braun, völlig Herr der Situation, formte darauf Hinweisen, daß das Ministerium bereits vor Einbringung des An - Ulrich den Kreisämtem aufgetragen habe, Be- nq;te übet Arbeiterentlassungen, Arbeitsgelegenheit und Notstandsarbeiten baldigst einzusenden, die durch Mit­teilungen der Gewerbeinspektivnen, von Bürgermeistereien, Ortskrankenkassen und Arbeitsnachweisstellen tteffliche Er­gänzungen fanden. So konnte die Regierung in ausgiebig­ster Meise Rede und Antwort stehen, und während andere Regierungen noch kaum ihre Enqueten begonnen, zeigte sich in sozialer Beziehung, wie so manchmal die hessische wie­der auf der Höhe. Und oas Ergebnis war, daß von einem Notstand in Hessen nicht könnte die Rede fein.

Den klaren und bündigen Erklärungen des Ministerial­rats konnte Ulrich nur mit allgemeinen Bemerkungen ent­gegentreten, die von gar keinem Belang waren und nur in Vermutungen sich ergossen.

Eine kurze Debatte über das Bud g etrecht der Land stände wurde durch den Umstand hervorgerufen, daß die Regierung, dem Beschlüsse der Kammer zuwider, dem Badekommissar zu Bad-Nauheim im Jahre 1897 eine Exttavergütung von 500 Mark überwiesen hatte, die der Finanzminister als durch wesentliche Aenderung in Bad-Nauheim veranlaßt rechtfertigte, zugleich mit der Erklärung, daß, solange er da sei, Ueoerschreitungen des Budgets nicht Vorkommen würden, womit sich sogar Ulrich zufrieden gab.

Der angenommene Antrag Ulrich, eine Sammel­ausgabe sämtlicher geltenden Verfassungs­und Verwaltungsgesetze zu bearbeiten, eröffnet die Möglichkeit, daß die alten Bände aus den sich un­heimlich füllenden Beamtenschränken bald verschwinden können.

Eine peinliche Debatte veranlaßte der Fall Bau­mann. Baumann, der im Kreise Bensheim Oberlehrer und mit zweien seiner Kollegen in Stteit gekommen mar, wurde auf eine andere Stelle versetzt, mit der er seinen Zuschuß als Oberlehrer einbüßen mußte. Er trat die Stelle jedoch nicht an, griff dagegen seinen Kreisschiulinspektor an, was ihm Gefängnis und Pensionierung einbrachte. Auf seine Beschwerde an die Zweite Kammer hatte der Ausschuß beschlossen, die Regierung zu ersuchen, Bau­manns Pension nach seinem früheren Diensteinvommen zu bemessen. Dem Abg. Backes, dem Referenten des Aus­schusses, merkte man es in seinen Ausführungen an> daß er ein Kollege Baumanns ist. Ministerialrat Eisenhuth bezeichnete Baumanns Verhalten als häßlich weshalb er, wenn er auch kein Milleid, so doch kein Wohlwollen ver­diene. Schließlich wurde ein Antrag angenommen, wonach Baumann wieder dem aktiven Dienst überwiesen werden soll. Wir glauben, daß damit das Richtige getroffen ist. Auf eine Reue soll man auch ein Vergessen und Vergeben walten lassen können.

Nachdem den Gerichtsvollziehern der Rücktritt in den Gerichtsschreiberdienst gesichert worden war, be­schäftigte das Haus eine lebhafte Antisemiten- Debatte, hervorgerufen durch eine Eingabe hessischer Juden, bezüglich der Anstellung der Glieder der christ­lichen Konfessionen gleichgestellt zu werden. Die Negierung steht auf dem Standpunkt prinzipieller Gleichachtung. Allerdings glaubt die Regierung von Besetzung von Ärnts- richterstellen mit Juden in stark antisemitischen Gegenden absehen zu sollen. Der Antisemit Köhler hatte mit seiner Bemerkung, der größte Teil der Abgeordneten hul­dige antisemitischen Tendenzen, in ein großes Wespen­nest gestochen; die Redner aller Parteien verwahrten sich dagegen. Dem Abg. Dr. Gut fleisch, der in dem An­trag des Ausschusses:die Kammer spricht die Erwartung aus, daß bei Anstellung der Beamten prinzipiell der Standpunkt der religiösen Gleichberechtigung gewahrt bleibt", das Wortprinzipiell" gesttichen undbleibt" durch wird" ersetzt wissen wollte,, nutzte sein Eintreten für die Juden ebensowenig, wie dem Abg. Köhler seine Stellung geg en dieselben, der die Regierung zu ersuchen beantragte, Son dem seither geübten Gebrauch nicht abzuweichen, und 'es wurde schließlich der Ausschußantrag angenommen.

Der 35 Arttkel umfassende Gesetzentwurf über den Denkmalschutz, der von uns feiner Zeit gewürdigt worden, und der hessischen Regierung, die mit einem solchen Gesetzentwurf von allen deutschen Regierungen als die erste auf dem Plane erscheint, zur großen Zierde gereiche, und wonach, den im Grvßherzogtum Hessen be­findlichen Denkmälern, auch solchen im Privatbesitz, eine fachmännische Aufsicht und Erhaltung durch Mittel des Staates gewährleistet ist, wurde mit einigen unwichtigen Aenderungen angenommen.

Die 72. Sitzung wurde durch landwirtschaftl-tche Debatten ausgefüllt. Zunächst wurden die Gehalts-Ver­hältnisse der zweiten Landwirtschaftslehrer definitiv ge­regelt, bei welcher Gelegenheit über den größeren oder geringeren Nutzen der Landwirtschaftslehrer im allgemeinen und der zweiten Landwirtschaftslehrer im besonderen eifrig verhandelt wurde. Eine Zolltarif- und Fleisch­beschaudebatte rief der Antrag Korell über die Fleischbeschaugesetzvorlage hervor. Seiner Zett waren die Sozialdemokraten im Reichstage für gänzlich freie Einfuhr '.merikanischen Fleisches eingetreten, lvährend sie zugleich bei Hausschlachtungeu die doppelte Fleischbeschau energisch 'erlangten. Lun ist es, erwiesen, daß das, qmercka-

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