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6.2.1901 Erstes Blatt
 
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Vermischtes

Verrichtungen eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Zwingen berg der Gerichtsassessor Kuhl in Darmstadt, bei dem Amts qericht Friedberg der Gerichtsassessor Meyer in Bingen bei dem Amtsgericht Lich der Gerichtsassessor Paul m Mainz; mit Wahrnehmung der Dienstoerrichtungen eines Smtsanwalts iu Bingen der GerichtSassesior Birnbaum in

zürn frühen Morgen her und hin. Und so wie hier ging eS auch in den übrigen Etablissements zu, welche den Beginn der Faschingszeit durch einen Maskenball festlich begingen. Als eine Abart der Maskenbälle könnte man jene tarne» valistischen Abende bezeichnen, welche die Besitzer größeres und kleinerer Restaurants und insbesondere auch Verein» und Gesellschaften in der Karnevalszeit veranstalten. G» dominiert die ulkige Rede, der Scherz und das Gefühl, einmal ein Narr sein zu dürfen, um die alltäglichen Sorge« oder andererseits auch die alltägliche Langeweile zu ver­gessen. Aehnlich geht es auch bei den Bockbierfesten zu. Bei ihnen spielt natürlich der süffige Stoff eine Hauptroll« und der Bock meiiit es meist so gut mit seinen Freunden, daß diese oft mit einem Haarbeutel nach Hause kommen. Nun wir uns in der lustigen Zeit des Karnevals befinden, mag die Tollität ihr Szepter schwingen und mit Pritsch» und Schelle ausgerüstet, sich ihres Sieges freuen, der j» an dem aschgrauen Mittwoch in nichts zusammensinkt.

-1- Lang Göns, 4. Febr. Am Samstagabend fierte der Gesangverein »Frohsinn" sein 46jährigeS Stiftungs­fest, verbunden mit Konzert und Theateraufführungen. Den Mitgliedern I. C. Müller und Conr. Rudolph wurden Ehren­diplome aus Anlaß 25jähriger Mitgliedschaft überreicht.

Darmstadt, 2. Febr. Heute fand hier in der Hofkirche ein feierlicher Gedächtnisgottesdienst für die verstorbene Königin von England statt. Es wohnten ihr die Ver­treter des diplomatischen Korps, die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden, der Hofstaat und die Mitglieder der eng­lischen Kolonie bei. Die Reichsgebäude waren Halbmast, geflaggt, die staatlichen jedoch nicht.

fc. Kloppeoheim, 2. Febr. Die Kohlennot ist vorüber. Heute wurden hier Kohlen, abzuholen am Bahnhof Groß- karben, zu 1,25 Mk. pr. Ztr. ausgeschellt.

* Metz, 3. Febr. lieber den Vorgang in Mörchingeu^ bei dem der Hauptmann Adams vom Jnft.-Regt. Nr. 17 in so tragischer Weise zu Tode kam, wird von unter­richteter Seite folgendes mitgeteilt: Nach dem Kaiser- geburtstagsefsen im Offizierkasino saßen gegen 9 Uhr noch etwa zwölf ältere Offiziere in gemütlicher Unterhaltung zusammen. Eine Gruppe derselben unterhielt sich übe» Z^raftleistuugen, und der Oberstabsarzt Dr. Rieger von» 144. Jnft.-Regt., ein Mann von herkulischen Kräften, rühmt» sich seiner Kraft und Gewandheit. Zum Beweis dessen griff er plötzlich den Hauptmann Adams, de»

sich bann die Anklage aufbaut. Redner beklagt schließlich die immer mehr auwachsende Belastung der Richter, zu­mal in Preußen und ganz besonders in Berlin.

Staatssekretär Dr. Nieder ding: Die in einem Prozeß sich abwickelnden Vorgänge gehören nicht zu den Aufgaben der Neichsjustizverwaltung, deren Pflicht es fei, sich aller Einwirkungen zu enthalten. Redner erkennt die ganz außergewöhnliche Arbeitslast der Richter in Berlin an; es würde auch jährlich für die Vermehrung der Richter­stellen gesorgt. Von einer Ueberlastung der Richter beim Reichsgericht könne keine Rede fein.

Abg. v. Czarlinski (Pole) beschwert sich über Un- geseklichkeiten bei der Beurkundung des Personalbestandes in den polnischen Landesteilen.

Abg. Dr. Müller-Meiningen (freif. Vp.) fragt an, wne weit bei der Regierung die gesetzliche Regelung des privaten Versicherungswesens der Behandlung jugendlicher Verbrecher und der bedingten Verurteilung gediehen sind. In dem letzten Punkte möge doch das Reichsjustizamt dem Vorbild des Auslandes folgen. Aus dem Sternberg-Prozeß sei eine merkwürdige Zwitterstellung der Polizei zwischen dem Ministerium des Innern und der Staatsanwaltschaft klar geworden. . ,

Staatssekretär Dr. Nieberding erwidert, die Ar­beiten für das Privat-Versicherungsgesetz seien im Gange; es müßten aber noch Sachverständige gehört werden. Die Vorarbeiten über die gesetzliche Regelung, betreffend jugend­liche Verbrecher, gestalteten sich sehr schwierig. In der Frage der bedingten Verurteilung müsse das hohe Haus Geduld haben.

Abg. Spahn (Ztr.) verteidigt das Reichsgericht gegen­über Stadthagen.

Abg. Dr. B ö ck e l (Antis.) spricht dem preußischen Justiz- Minister seine Anerkennung aus, daß die Gerichtsvollzieher in Preußen endlich staatlich angestellt sind und bittet den Staatssekretär, dafür zu sorgen, daß die Gerichtskostenherab­gesetzt werden. Beim Konitzer Morde sei anfänglich vieles versäumt und nicht energisch genug vorgegangen worden.

Ein Vertagungsantrag wird angenommen.

Nächste Sitzung morgen; eingegangen ist der Gesetz­entwurf über den Verkehr mit Wein.

Schluß halb 6 Uhr.

Gießen.

G.v.v. Neue Bolksbibliolhekeu im Großherzogtnm Hessen. Man schreibt unS: Deutschland ist das Land der Schulen. Sowohl die deutsche Volksschule, als auch die mittleren und höheren Lehranstalten sind in vielen Beziehungen den Bildungs- austalten des Auslandes überlegen. Aber die Schule allein ist nicht im Stande, die Grundlagen der Bildung und Ge sittung dauernd sicherzustellen. Hierzu bedarf es zahlreicher Veranstaltungen, die sich an die reifere Jugend und die Erwachsenen wenden. Der erste Platz unter diesen die Arbeit der Schule fortsetzenden und erweiternden Bildungs Mitteln gebührt zweifellos den Volksbibliotheken und Lesehallen, die sich leider bei uns nicht so krästig ent wickelt haben, als in England und Nordamerika. In den letzten Jahren ist indessen von den Staats und Gemeinde behörden, sowie von den Kirchen- und Schulvorständen, ins­besondere aber von Vereinen, die für die Fortbildung ihrer Mitglieder thätig sind, vieles geschehen, um das Versäumte nachzuholen. Die Mehrzahl der Vereine, die Volksbibliotheken begründen wollen, schließen sich derGesellschaft für Verbreitung von Volsbildung" in Berlin an. Der Gesellschaft standen in den letzten Jahren neben ihren eigenen Mitteln auch staatliche Fonds zur Verfügung. Auf ihre Anregung und mit ihrer Unterstützung haben sich darum, vorwiegend auf dem Lande und in den kleinen Städten, Zahlreiche Lese-, Bibliotheks- und Bildungsvereine gebildet.

Im Jahre 1900 traten 432 solcher Vereine der Gesellschaft bei, wodurch sich der Bestand an körperschaftlichen Mitgliedern auf zirka 2050 erhöhte. Die Beiträge der zirka 3650 per­sönlichen Mitglieder der Gesellschaft kommen ausschließlich den Bildungsveranstaltungen der körperschaftlichen Mitglieder zu­gute. Im verfloßenen Jahre hat die Gesellschaft für.Volks bdoung im ganzen Reiche 644 Bibliotheken mit 31 440 Bänden begründet und unterstützt. Auf das Großherzogtum Hessen entfallen davon acht Bibliotheken mit 401 Bänden. Im Jahre 1899 wurden in dem Groß­herzogtum Hessen sechs Bibliotheken mit 177 Bänden, 1898 eine Bibliothek mit 20 Bänden von der Gesellschaft ,, ....

begründet. Die Bibliotheken erfreuen sich größtenteils nicht anderen Offizieren im Gespräch begriffen war, von nur einer lebhaften Benutzung, sondern werden auch von den hinten an den Handgelenken und zwang ihr» betreffenden Vereinen, Gemeinden und sonstigen Körperschaften durch starken Druck auf die Kni ee. Dieser, bei» aus eigenen Mitteln und durch Schenkungen von bildungs- den unerwarteten Angriff anscheinend mißverstand, ver- sreundlicken Personen fortlaufenb verarößert. Die Gesell setztehierauf demOber,tabsarzteinenSchlaA.

c ^ls nach etwa eineinhalb Stunden zwei Hauptleute von» schäft für Volksbildung wird m diesem 3ahre ihre Arv Jnft.-Regt. 144 in die Wohnung des Hauptmann Adams, der bisherigen Weise sortsetzeii. Sie gewährt für ,-d- neu fid)9joiortach dem Borgang nach Hause begebe» zu begründende Bibliothek oO (auf dem Lande), Mm. k famen, wegen der Regelung der Angelegenheit 100 Bände (in der Stadt), wenn die von ihr gestellten Be- Lu verhandeln, fanden sie dort den Oberleutnant Riege» dinguugen erfüllt werden. Gesuche um Bücherzuwendungen Jom Jnft.-Regt. 17, einen Bruder des Oberstabsarztes, find zutz richten an die Kanzlei der Gesellschaft für Volks- bereits vor. Dieser hatte den Hauptmann, der sich schon bildung, Berlin NW., Lübecker Straße 6. zur Ruhe begeben hatte, wecken lassen. Als die Haupt-

*Jn der Karnevalszeit, in der wir uns jetzt leute dem Oberleutnant bedeuteten, daß sie mit der Re­befinden, dominieren Maskenbälle, karnevalistische Abende gelung der Angelegenheit seines Bruders beauftragt seien, und Bockbierfeste, und es hat sich die Sitte, die Zeit vom und seine Anwesenheit nicht erforderlich sei, erwidert» Tag der heiligen drei Könige (hohes neues Jahr) bis zum dieser, er habe eine Angelegenheit mit dem Hauptmann zu Aschermittwoch mit besonderen Lustbarkeiten zu begehen, in ordnen, die vorgehe. Während die drei Offiziere im den meisten Ländern eingebürgert. Der Karneval ist in Zimmer standen, trat der Hauptmann Adams, der sich in* Italien zu Hause, wo er noch heute in höchster Blüte steht, zwischen angekleidet hatte, in die Thür des Zimmers. Seine ursprüngliche Bedeutung war, sich vor der Fastenzeit, In demselben Moment zog der Oberleutnant, ehe noch in der man auf Fleischspeisen verzichten mußte, etwas zu ein Wort gesprochen war, und ehe einer bet Anwesenden gute zu thun, sich vor den kommenden Entbehrungen im ihn hindern konnte, einen Revolver aus der Paletottasch» voraus schadlos zu halten. Der Haupttag war der Fast- und schoß auf den Ei n t r e t e n b e n. Die Kugel uachtsdieustag, dem dann Aschermittwoch folgte. Schon im durchbohrte die Brust; nach einigen Minuten trat Mittelalter kannte man Fastnachtsschmäuse und Fastuachts- der Tod ein. Da vor dem Vorgang zwischen den Be­spiele und trieb allerlei Mummenschanz und Maskerade, teiligten nie die geringste Differenz bestanden hatte, laßt woraus sich der Karneval entwickelt hat. Das tolle Treiben I sich die schreckliche That nur aus dem Gedanken erklären, I artete aber derart aus, daß man nach der Reformation solche daß der Oberleutnant seinen Bruder, der nach dem frühen Fastnachtsfreuden energisch zu unterdrücken suchte. Nur in Tod des Vaters Vaterstelle an ihm vertreten hatte, und Italien blieb der Karneval zu.Recht bestehen, denn in den an dem er deshalb mit besonderer Liebe hing, voreinein italienischen Städten suchte man bei allerlei Scherz und etwaigen Duell bewahren wollte. Der Verstorben» Kurzweil des Volkes die Hauptwirkung in den prächtigsten war ein allgemein beliebter und wegen seines ruhigen Maskenzügen und in sonstigen glanzvollen Kostümierungen, und kameradschaftlichen Wesens geschätzter Offizier, de» Zuerst war es der Karneval in Venedig, der durch außer- lange Jahre Regiments- und Brigadeadjutant und auch gewöhnliche Pracht viel von sich reden machte, dann wurde für die höhere Adjutantur bestimmt war.

Rom Maßgebend als erster Karnevalsort und alle anderen * Eine Versammlung geschiedener Frauen großen italienischen Städte suchten es ihm gleich zu thun. fand dieser Tage in Wien statt. Es waren geschiedene unb Später faßte er dann in Deutschland Wurzel, und in Städten, verlassene Frauen, sowie Witwen geladen worden. Der G»- wo die Künstler zu Hause sind, wie in München und Düssel- danke, einenKlub der geschiedenen Frauen" zu gründen, dorf, pflegte man ihn auf besondere Weise. Den Rhein- war offenbar auf fruchtbaren Boden gefallen, denn di» [tobten war er höchst willkommen, und er gehörte hier zu beiden Gastzimmer der Ressource, in denen die Versamm* den schönsten Volksbelustigungen des Jahres. Vor allem lung stattfinden sollte, waren schon lange vor Beginn ber­ühren es Köln unb Mainz, die ihren Karneval glanzvoll selben so dicht gefüllt, daß viele zu spät gekommene Frauen begingen und die dies heute noch thun. In anderen Städten feinen Platz mehr finden konnten und wieder den Heim- Deutschlands den Karneval einzubürgern, ist meist nur beim weg antreten mußten. Das Komitee, das die Frauen zu» Versuch geblieben. In Leipzig hatte man es im verflossenen Beratung und zur Gründung des Klubs einberufen hatte, I Jahrhundert Ende der sechsziger und anfang der siebziger scheint sich aber nicht ganz klar darüber gewesen zu fein,

Politische Tagesschau.

Die Hoffnungen, die die Nationalliberalen unseres Groß- Herzogtums infolge ihrer letzten in Frankfurt abgehaltenen Landes Versammlung glaubten hegen zu dürfen, haben sich nicht erfüllt. Der Rücktritt des Justizrats Schmeel hat eine große Störung in der Partei verursacht, und eine Re­organisation der Partei, wie man sie beabsichtigt hatte, scheint jetzt weit ins Feld gerückt. Die nationalliberale Wormser Ztg." klagt und mahnt zugleich:

Man behauptet, daß Gesundheitsrücksichten daS Ausscheiden Schmeels veranlaßt haben, aber daneben hat Herr Schmeel wohl erkannt, daß die Hindernisse zur Reorganisation riesengroß sind und daß namentlich die Kammerfraktion dabei mancherlei Schwierigkeiten bereiten würde.! So sehr wir den Entschluß des Herrn Justizrat Schmeel bedauern, da er wohl geeignet gewesen wäre, die Organisation einzuleiten, so entschieden I betonen wir aber auch, daß die Sache selbst unter allen Umständen in I den Vordergrund zu stellen ist und unter dem Rücktritt des Führers nicht leiden darf. In diesem Sinne ermahnen wir alle Diejenigen, die es am geht und die in Frankfurt einstimmig für Reorganisation gestimmt haben, nun in nächster Zeit die Sache auch in die Wege zu leiten. Niemand wird sich darüber einer Täuschung hingeben, daß die Arbeit sehr schwierig ist, daß sie eine große Spanne Zeit in Anspruch nimmt. Wollen wir aber bei der nächsten Neichstagswahl wehrkräftig auf dem Posten sein, wollen wir ernstlich daran denken, in den Wahlen zur Zweiten Kammer erlittene Scharten auszuwetzen, um verlorene Kreise wiederzugewinnen, so muß ungesäumt mit der Reorganisation der Partei begonnen werden, I und wenn sie einmal eingeleitet ist, so muß die Arbeit so praktisch und I umfassend sein, daß die Macht der nationalliberalen Partei auch den poli-1 tischen Gegnern kund wird und ihnen Achtung abnötigt.

Zur Frage kaufmännischer Schiedsgerichte hat jetzt ber Verbanb Deutscher Handlungs-Ge- hilfen zu Leipzig eine Eingabe an den Reichstag unb bas Reichsjustizamt gerichtet, bie, im Gegensätze zu ben Wünschen anberer kaufmännischer Vereine, selbstänbige kauf­männische Schiebsgerichte, ober, gemäß bem Anträge Basser mann, schiebsgerichte im Anschluß an bie Amtsgerichte mit Laienbeisitzern, zu gleichen Teilen aus i Prinzipalen unb Gehilfen bestehenb, forbert. Die Anglieber- ung ber kaufmännischen Schiebsgerichte an bie Gewerbe- gerichte könnte unter Umstänben zu einer Betrachtung kauf­männischer Anstellungsverhältnisse aus bem Gesichtspunkte des Gewerberechts führen, unb bas soll oermieben werben. Die gesetzliche Stellung des Hanblungsgehilfen ist anbers als bie eines gewerblichen Arbeiters, unb wenn sich auch bie Verhältnisse gegen früher geänbert haben, so ist boch bie Notwenbigkeit des thätigen Interesses an bem Gebeihen des Geschäfts bestehen geblieben, unb bamit bas vom Leip­ziger Verbanb stets festgehaltene Hanbinhanbgehen ber Ge­hilfen mit ben Prinzipalen. Dieses Verhältnis kann aber möglicherweise gestört werben, wenn bie kaufmännischen

tag darauf, unb gleichzeitig Festestreiben unb Karnevals- beschlossen, in acht Tagen roieber eine Versammlung ein- Buben auf bem Roß- unb Königsplatz, ein pompöser Fest- zuberufen. Bemerkenswerter als ber Verlauf bieser Ver­zug am Rosenmontag unb ein glänzenber Karnevalsball l sammlung war bas Bilb, bas bie Versammlung bot. Man am Fastnachtsbienstag waren Glanzpunkte bes ehemaligen ruar erstaunt, welch ungemein große Zahl von Frauen be» Leipziger Karnevals. Die Volksbelustigungen arteten aber Einlabung Folge geleistet hatte unb mit welchen ernsten» schließlich auch hier berart aus, baß bie oermögenben Leip-! Erwartungen bie meisten gekommen waren. Nur bei ben ziaer nicht mehr mitthaten, unb so zog schließlich ber eigent- wenigsten war es bloße Schaulust unb Neugier, die ft» ließe Prinz Karneval auf Nimmerwiebersehen aus Leipzig! herbeigelockt hatte. Bei mehreren kräftigen Stellen bei fort. Aber bie Lust bes Volkes an den Karnevalsfreuben I Rebe wurde bie Einbemferin, obwohl sie nicht allgemein unb am Narrentum ist unausrottbar unb so sucht man sich verstänblich war, von ben Zuhörerinnen burch Bravo-Ruf» i heute lebiglich burch Maskenbälle unb karnevalistische Abenbe unterstützt unb mit zustimmenbem Beifall belohnt. Si» in geschlossenen Räumen bie Freuden zu ersetzen, die man waren offenbar darüber erfreut, daß endlich ^nmal auch ! früher auf offener Straße hatte. Unseren Etablissements, die Hilflosigkeit ihrer Lage erörtert werden füllte. Eben,» besitzern bringen unsere Maskenbälle ein schönes ©tücf Geld I merkwürdig war auch bie Zusammensetzung der Gesell- i ein, und baß diese Bälle berechtigt sind, dafür spricht ihr! schäft, bie_ sich eingefunden hatte. Man^sah

Schiedsgerichte nach dem Beispiel der Gewerbegerichte unb an biefe angegüebert ins Leben gerufen werden. Es kann |VI>;,U,OV, t_..

lehr leicht kommen, baß burch eine wüste Agitation zu ben I ^^^"(mit'Ausnahm^e beT'$ebruar~ 1871) ju Vemiidf be-laiif welche Weise bies zu geschehen habe, unb nachbem bi» Wahlen das gute Einvernehmen gestört wird unb baß Per- deutenben Karnevalsfesten gebracht. Eine große Kappen- Einbemferin nicht ohne Schwierigkeit eine Rebe ab gelesen fönen zu Beisitzern gewählt werben, bereu Fähigkeit baäu Laßrt am Sonntag ber Vorwoche, eine Korsofahrt am Sonn- hatte, wußte man nichts weiter anzufangen, unb es wurb» nur von ihren engeren Parteifreunben anerkannt wird. Dies - - r - --------<= i

wäre aber für bie gesamte soziale Entwickelung des Kauf- mannsstanbes von Nachteil. Die Stellungnahme des Leip- ziger Verbandes wirb in feiner zwanzigjährigen Arbeit und Erfahrung gerechtfertigt. Er hat in diesem Zeitraum eine' ^teuje von Wohlfahrtseinrichtungen geschaffen, die bie Au­er ke n nung weiter Kreise gesunden haben: eine Kranken- unb Begrabmskasse, die schon dreieinhalb Millionen ausgezahlt hat, eine Stellenvermittelung mit über 36 000 erfolgreichen Vermittelungen, Unterstützung bei Stellenlosigkeit mit 52 000 Mark Auszahlungen, eine Witwen- und Waisenkasse eine Altersversorgungs- und Juvaliditätskasse mit 850000 Mk Vermögen, ein Genesungsheim im sächsischen Erzgebirge,

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------- ------------------- 1--1 Aabtreitfier Besuch. Beispielsweise war ber jüngste Masken- eleganten Toiletten und Frauen aus bem Volke im Arbeits- UX 1tl- iftth 4T<in?i I ball, ber am Freitag im Schloß Drachensels abgehalten! kleibe unb mit bem Kopftuch. Junge Frauen von fast noch

(4HUVI UHL ^UHV» 1 würbe, einer der schönsten und reichsten ber Saison, unb I mädchenhafter Erscheinung, denen man den Roman eine»

Kieken ben 5. Februar 1901 I die Freude am Maskeugewühl war eine riesige. Es mochten! geschiedenen Ehe nicht ausah; gereiftere Frauen von

» exr; &MW my a '| 9e9en 4000 Personen das Eiugangsportal passiert haben, distinguierter Erscheinung, daun alte Matronen, die jebeu-

Personalien. Durch Entschließung des Ministeriums l In ben prächtig dekorierten Räumen mogte bie kostümierte falls bas Gefühl des Alleinseins schon lange aewohnt sein der Justiz wurden beauftragt: mit Wahrnehmung der Diensthund untoftümierte Menge unter den Klängen der Musik bis, mußten, ohne es aber ganz überwunden zu haben. Man