Ausgabe 
5.12.1901 Drittes Blatt
 
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Andererseits aber wird uns nun wohl auch Herr Schlenke als logisch denkender Mensch darin Recht geben, daß die Fragen nach der Wirkung der Zölle auf benj Bodenpreis und nach der Art und Weise, wie sie sich auf die Konsumenten verteilen, keine landwirtschaftlich tech»- nischen Fragen mehr sind. Mit diesen Fragen, die doch auf jeden Fall gestellt werden müssen, befinden wir uns auf dem Gebiete nationalökonomischer Theorien, auf welchem der tüchtigste praktische Landwirt schließlich vor­dem studierten Nationalökonomen mindestens nichts vor-

Dazu geeignet, Die Dividenden der großen Brauereien zu schmälern, und Darm vermag ich einen Nachtheil nicht zu erblicken. Der M i * nimalrarrf ist eine absolute Nothwendigkeit er be-

vb jährlich davon etwa 120 Mark für Brot abgehen oder, wie es die Forderung des Bundes bewirken müßte, 195 Mk. 1 Ist es ein Wunder, wenn mit der Steigerung der Ge­treidepreise die Zahl der Diebstähle fast gleichen Schritt hält? Wann hat sich, je dieDeutsche Tageszeitung" trotz aller christlichjen Feftartikel einmal mit der Frage beschäf­tigt, was denn die Brotverteuerung für die Armen bedeute? Und man lese, was Adolf Wagner, der Verteidiger des Getreidezolls, schreibt, (P. 732) daß die Opferung von Lebenden, wie sie im Kriege notwendig sei, in analoger Weise auch hier gerechtfertigt werden könne! Müssen wir wirklich so denken? Müssen wir wirklich opfern nicht etwa uns, sondern jene Armen, die schon an sich das Wenigste auf dieser Welt haben? Jedenfalls wäre es ein Frevel, die Brotpreisfrage als etwas Leichtes zu nehmen. Und fast gerate auch ich hier in jene ungeduldige Er­bitterung, mit der Herr Schlenke seinen Artikel schließt. Aber lassen Sie uns trotz allem nicht vergessen, daß wir mit Gründen und nicht mtt Sttmmungen politisieren müssen.

Nicht nur direkt wird die Lebenshaltung der breiten. Masse des Volkes durch den Zoll verschlechtert, sondern auch indirekt, indem er das Zustandekommen günstiger Handelsverträge ungeheuer erschwert. Diese aber sind Lebensbedingung für ein Volk, das zu zwei Dritteln von Industrie und Gewerbe abhängt. Und unter den Bauern kommen die Zölle vornehmlich den Großen zu Gute, die immerhin noch mit Hunderttausenden ihre Güter bezahlen, und am wenigsten den Kleinen, die nur in geringen Mengen Getreide verkaufen. Und so also liegen bic Dinge, daß aus der einen Seite die Aermsten am meisten be­zahlen, wovon die Reichsten auf der anderen Seite am meisten Gewinn ziehen.

Soviel über dieses Problem des Augenblicks. Wir betonen noch einmal, es ' ist sittliche Pflicht jedes ge­bildeten Menschen, der nicht in den Interessen feiner eigenen kleinen Person völttg ausgeht, an dieser brennen- den Tagessrage Anteil zu nehmen und so viel er kann, über seine Stellung zu ihr mit seinem Gewissen m's Reine zu kommen.

Mit seltener Hartnäckigkeit kommt Herr Schlenke noch einmal aus die Jndustriezölle zurück. Erinnert er sich denn nickt mehr, daß schon in unserer Versammlung sogar wieder­holt geäußert wurde, daß wir sie durchaus nicht mehr liebten als die Getreidezölle? Daß wir auch sie uns als not­wendiges Uebel ein paar Jahre lang gefallen lassen, wenn sich mit ihnen wirklich etwas für die betreffenden Zweige hoffen läßt, daß wir sie aber sonst ebenso bekämpfen, wie jetzt den Getreidezoll, trotzdem sie natürlich bei weitem nicht so unmittelbar ans Lebensmark des gesamten Volkes greisen? Entsinnt sich Herr Schlenke nicht mehr des lauten Beifalls, den seine Aeußerung fand: Er werde selbst gegen Getreidezölle sein, wenn wir die Jndustriezölle bekämpfen wollten?

Und noch ein Wort zur Hypothekarreform. Den armen Stadtvätern Gießens wird bange gemacht vor den großen Ausgaben, die wir chnen für die Landwirtschaft zumuten. Solche Scherze sind billig. Es braucht aber bloß daran erinnert zu werden, daß unser Agrarprogramm eine durch das ganze Reich durchgreifende staatliche Neuordnung des Hypochekenwesens voraussetzt, wodurch selbstverständlich die einzelnen Gemeinden eine ganz andere Rolle bekommen würden, als sie ihnen Herr Schlenke zuerteilt. Alle solche Probleme dürfen doch nie in Vereinzelung betrachtet wer­den, sondern sind nur in den großen Zusammenhängen zu ; begreifen, in denen alle nationalökonomischen Aufgaben untereinander stehen. Für sachliche Einwände 3- B.

. könnte man fragen, wie hoch der Gewinn der jetzigen Hypo- : thekcnbanken sei, inwiefern die Uebertragung an die Ge­meinde den kleineren Bauern zu gute komme u. ahnl.

, werden wir and). Hw rin stets dankbar sein. Der gute ipuinor.

die russische Regierung nicht zu kiimmern. Und Amerika I Ja, wenn Amerika Weiler das Bestreben zeigt, seinen Ausfuhrhandel aus Kosten des unseren zu heben, so ist das allerdings keine ge­eignete Grundlage für Vertragsverhandlungen. Herr Gothein sprach von hygienischen Rücksichten. Tas war kein gutes Wort. Wir haben fetz: Hunderrtausende von Arbeitslosen. Wenn diese beschäf- rigt werden sollen, so kann es nur in der Landwirthschast geschehen. (Lachen links.) Tie Landwirthe werfen ihre Arbeiter nicht auf die Straße, wenn sie keine Arbeit für sie haben, sondern bezahlen sie das ganze Jahr hindurch. (Widerspruch und Lachen links.) Wenn Herr Molkenbuhr immer behauptet, die Noth der Landwirthe liege allein an der Grundrente, so mache ich einen Vorschlag: Ich will Ihnen ein Grundstück zur Bewirthschaftung übergeben, da können Sie dann sehen, was Sie zu Wege bringen. Sie '.-rauchen sich nicht auf Ihre eigene Thätigkeit zu beschränken, sondern können Ihre ganze Fraktion zu Rathe ziehen. Und wenn unter all den großen bedeutenden Geistern Niemand sein sollte, der etwas von der Landwirthjchaft versteht, so können Sie sich an die Nachbarfrakrion wenden (große Heiterkeit), vielleicht an den Kollegen Gothein. (Erneute Heiterkeit ) Vielleicht würde eS sich für Die Regierung empfehlen, solche Güter zu schaffen und an her­vorragende ^Parlamentarier zu überlassen, aber nicht nur an Parlamentarier, sondern auch an gewisse mittelstaatliche Minister (Heiterkeit), von denen so einige der Meinung sein sollen, es fei mit Der Noth Der Landwirthschast nicht so schlimm. Diesen Leuten wünsche ich daß sie einmal einige Jahre in Der Landwirth- schasi orakl'.sch arbeiten. Dann werden sie gegen solche Jrrthümer geaicht fein. Wer dazu beiträgt. Den Bauernstand zu vernichten, Der vernichtet auch Thron und Altar. (Beifall rechts.)

Abo. Dr. von Komierowski (Pole, schwer verständlich): Aus verschiedenen Gründen muß ich den Entwurf veruriheilen. Der­selbe läßt vor Allem Die ausgleichenDe Gerechtigkeit vermissen. Die polnischen Landwirthe ohne Ausnahme haben sich für einen noch höheren Zollschutz ausgesprochen. Die polnischen Landwitthe sind noch weil schlechter Darar als Die Deutschen, Da sie unter Der Aus- nabmegesetzgebung Der AnsieDlungsgesetze stehen und ihnen bei Der Anwerbung fremDer Arbeiter alle möglichen Schwierigkeiten gemacht werden. Sie brauchen den höheren Schutz also weit mehr als Die Deutschen Bauern. Ter Reichskanzler versprach uns früher, Mehr­einnahmen aus Den Zöllen für Wohlsahrtseinrichtungen für Die Ar­beiter zu verwenden. Ich erinnere Den Reichskanzler hiermit an fein Versprechen. Es ist nicht richtig. Daß Die Landwirthschast un­gerechte Forderungen stellt. Denn sie fordert nur, daß sie existenz­fähig bleibt und das wird sie doch wohl verlangen Dürfen. Die Konfumenten-Schwärmerei kann für Die Beurtheilung Der Vorlage nicht maßgebend sein. Doch muß Vorsorge getroffen toerDen, daß in Zeiten der Noth Die Zölle suspendirt werden können.

Hierauf wird die weitereBerathung auf Donner -- tag 1 Uhr vertagt.

Schluß 8 Uhr.

Eine Entgegnung.

Auf die vorgestrigen Ausführungen des Herrn Oekonomic- rats Schlenke geht uns heute aus Gießener national» sozialen Kreisen folgende Zuschrift zu:

Was müssen doch diese Nattvnalsozialen für versttegene Schwärmer sein, werden viele Leser dieses Blattes dertten, wenn sie den Artikel des Herrn Oekonomierat Schlenke vom Dienstag den 3. Dezember zu Gesichte bekommen. Und wie gefährlich sind solche theorettsierenden Idealisten! Ta loben wir uns den nüchternen Mann der Praxis, der steht mit festen, markigen Knochen auf der wohlgegründeten dauernden Erde." /

9hm freilich: Wir Nativnalsozialen haben unsere Ideale. Wir bedauern jeden, der an solche nicht mehr glauben kann. Vor allem aber ist es unser Ideal, daß sich die gähnenden Ab­gründe, durch welche das Empftndungsleben unserer Natton zerrissen wird, noch einmal schließen lassen werden, daß man nicht ewig mehr über nationale Tinge vor den einen, über soziale vor den andern sprechen müsse, daß unsere wirtschaftliche Entwickelung nicht nur entweder die In­dustrie oder die Landwirtschaft, sondern daß sie beide in die Höhe führen könne.

Sollte wirklich dieses Ideal einer in den Hauptlebeus- .fragen wenigstens einigen deutschen Nation so hoch in der Luft schweben, daß es nur noch ein ironisches Lächeln dafür gäbe? Sollte wirtlich kein Weg, auch der mühevollste nicht zu diesem Ziele führen? Sollte wirklich die brutale,.ge­waltsame Auseinandersetzung der Parteien das einzige Mittel des Weiterkommens sein?

Das wäre doch traurig. Nein, solcher Pessimismus ist für unsere junge mutige Partei unmöglich Wir sind über­zeugt, daß es auch in der Politik immer nur eine Wahr- hett geben könne, und daß es ehrlichem, angesttengten Nach­denken gelingen müsse, diese Wahrheit zu entdecken, ehe es der Irrtum zu Katasttophen kommen läßt. Eine poli­tische Wahrheit aber wird diejenige Art des Handelns sein, welche sich schließlich im Interesse der Gesamthett als die förderlichste erweist. Und der Weg zu ihrer Ausfindig­machung ist nicht die erbitterte Fehde um Parteiprogramm­punkte, sondern allein die regelrechte, ruhige, rem sach Iid),e Erörterung der vorliegenden Probleme. So ist es in unserer Versammlung im großen und ganzen gewesen, so möge es auch an dieser Stelle sein. Jede Partei sollte bereit sein u. U- einmal von der anderen zu lernen, ihr Programm zu modifizieren, wo es sachliche Gegengründe ^Unb wir Nationalsozialen sind bereit zu lernen. Wir können auf den Arttkel verweisen, den unser Parteiblatt, die hessische Landeszeitung, zu unserer Versamm­lung bringt. Daraus möge Herr Schlenke ersehen, daß wir seinen Anregungen ernsllich nachgehen, daß es uns um die Sache, und um gar nichts anderes als die

aus hat.

Und auf diesem Gebiete bestehen die schweren Ein­wände, welche wir gegen die Forderungen des Bundes >er Landwirte zu erheben haben. Ein paar Worte zu dieser aktuellen Frage, ehe wir von dem nationalsozialen Zukunftsbauern" reden. Unser Redner verwies Herrn Schlenke erstens auf die Geschichte der Getreidezölle. Als Bismarck sie einführte und man ihre dauernde Heilkraft chon damals bezweifelte, meinte er, kein Agrarier könne doch so verrückt sein, einen Zoll von 3 Mark je fordern zu wollen. Thatsächlich aber führte jener Anfangszoll keine dauernde Sanierung der landwirtschaftlichen Lage herbei, sondern die Notlage blieb dieselbe. Wieder und wieder wurden die Zölle erhöht. Die 9totlage ist noch heute dieselbe. Und statt 3 Mark fordert der Bund der Landwirte nun schon 7.50 Mark, und in Kreisen, die noch weniger an Bescheidenheit leiden, ist schon von zehn Mark die Rede gewesen. Hat das deutsche Volk, das in dieser Weise von den billigen Weltmarktpreisen abge- chlossen, sein Brot stets teurer bezahlt, nicht ein Recht, die Herrn Landwirte zu fragen, ob sie nun nicht endlich einmal eine sichere Garantie bieten könnten, daß die Zölle wirklich auch dauernd hülfen? Diese Garantie zu bieten, ehnte aber Herr Schlenke ab. Und mit Recht- Denn diese Garantie giebt es nicht. Wohl sichern die Zölle dem augenblicklichen Besitzer eine erkleckliche Mehreinnahme, für die Herren Großgrundbesitzer sind es mehrere tausend Mark jährlich, für die kleinen Bauern natürlich wenige einzelne. Sobald aber ein Besitzwechsel eintritt, bei mehreren Erben oder bei Verkauf und Pachtwechsel werden diese Mehr­einnahmen auf den betreffenden Grund und Boden an­gerechnet, und müssen nun als Zinsen herausbezahlt wer­den. Also die Lage wie vorher- Während der Landwirt­schaft alles an billigem Lande liegen sollte, haben die Zölle zweifellos preis steigernde Tendenz (wo­ran durch die Thatsache noch, nichts geändert wird, daß andere Ursachen trotz alledem zu einer Verbilligung führen können). Diese Tendenz tritt einleuchtend zu tage bei Ver­pachtung der Domäne Presenske auf Rügen. Der Verttag war bereits aus 15 000 Mark festgelegt, da brachte der Stuttgarter Beobachter" die Zolltarifsätze, und sofort machte die Stadt Stralsund den Vertrag telegraphisch rück­gängig, um den Pachtpreis erhöhen zu können. Also, hvch? verehrter Bund der Landwirte, dessen Verdienste um die Organisation der Bauernschaft wir bereitwilligst an­erkennen, wenn wir Ihnen noch einmal die Zölle bewilligen sollen, so garantieren Sie uns, daß dieselben nun auch endlich dauernd helfen, daß es keine Schraube ohne Ende ist, wie die bisherige Entwickelung leider nicht befürchten lassen. Ohne eine solche Gewähr kann wirklich kein gerecht fühlender Mensch diese Belastung des Volkes verantworten.

Denn machen Sie es sich bitte klar: nicht um eine gewöhnliche Steuer handelt es sich hier, die dem Besitz entsprechend auf die Volksgenossen verteilt würde, sondern um eine Verteuerung des Brotes. Und wer ißt mehr Brot'^ Die Reichen oder die Armen? Wenn der letztere nur ebensoviel äße, wie jener, so wäre es schon eine Utu geheuerlichkett. Und nun ist es sogar umgekehrt! Eine vernunftwidrigere, ungerechtere Besteuerung, wie oic]e, giebt es nicht. Man rechnet, daß der Gesamtdurck'cknttt aller gewerblichen Löhne etwa 7.'>.> Mk. beträgt- U->d nun hfthenie man. was es für ein solches Einkommen bedeutet,

Deutet Die Grenze, unter Die ohne Die allerschwerste Schädigung Der Landwirthsckaft unter feinen Umständen beruntergegangen wer­den Darf, im Gegensatz Dazu bezeichnet der Marimaltartf Das Ziel, Das für Den LanDwirih erstrebensweriö ist. Das ibm wirklich einen gerechten Schutz bietet. (Lachen links.) Viele Blätter haben bei Der BehanDlung Des neuen Tarifentwurfs ein sehr geringes nationales Empfinden an Den Tag gelegt Diesen Vorwurf aber mache ich nicht allein einem Tbeil unserer Presse, sondern ich dehne ihn auch auf Personen aus. Ist doch »in Deut­scher nach Wien gegangen um Dort Propaganda gegen Den Deut­schen Zolltarif zu macken. Wie würde es wohl einem Amerikaner gehen, der nach Deutschland käme, um hier gegen Die amerikanische Schutzzollpolitik zu eifern? (Sehr gutl rechts.) Wer würde Den noch in Amerika ansthen, Der wäre ein gesellschaftlich und politisch todtec Mann. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Ick zweifle nicht Daran. Daß es auf Der Basis Dieses Tarifs möglich sein wird, Handelsverträge abzusckließen. Allerdings werden Diesmal auch versckieDene LänDer Zugeständnisse machen müssen. Man gebe mir e in Opfer an. Daß Rußland bei Dem letzten Vertrage gebracht Hail Damals waren wir Alle Die LeidtragenDen. Das muß Diesmal anders werden Rußland kann nicht verlangen. Daß wir unsere Landwitthschafi ruiniren, Damit seine Landwirthe höhere Einnahmen haben. Wenn Rußland uns entgegenkommt, so ist es unsererseits eine genügende Gegenleistung, wenn wir für Rutz-

Sache handelt.

Vor allem geben wir zu, daß es auch uns jetzt unmög­lich erscheint, die landwirtschaftlich technischen Fragen so reinlich von der politischen zu scheiden, lvie unser Redner wollte. Gelang es chm ja schließlich selbst nicht, diese Trennung absolut aufrecht zu erhalten. Die Frage, ob es Gründe geben könne, welche ttotz aller Unrentabilltät zum Getreidebau zwingen können (z. B- Ueberfluß an Dünger, Mangel an Arbeitskraft, Beschaffenheit des Bo­dens) ist ganz gewiß auch für den Polittker von Bedeut­ung. Wenn daher der Uebergang zu anderen Produkten thatsächlich nicht so leicht ist, als es unser Redner dar­stellte, so würde damit die Notlage allerdings ein noch ernsteres Gesicht bekommen.

Auch in der Frage, ob eine ALotlage der Landwirtschaft ! faktisch gegeben sei, was bekanntlich von den Linksfrei- i finnigen geleugnet wird, beugen wir Nationalsozialen uns der Autorität der Landwirte, die das natürlich besser kfoiffen müllen.

Landwirthe stehen Millionäre, unter Den Rübenzuckerfabrikanten giebt es welche, und ich sehe sogar hier im Hause auf Der Rechten Millionäre sitzen. (Heiterkeit.) Unser Export steht jetzt noch recht günstig, aber im Inland hat Der Verbrauch kolossal abge­nommen. und wie wird es erst nach Ablauf Der jetzigen Handelsverträge werden? Und dabei sind wir erst am Anfang der Depression; sie wird noch zunehmen, und damit wird auch die Unsicherheit in Handel und Industrie zunehmen. Der Grund- unterschied zwischen uns und dem Staatssekretär ist, daß wir im wirthschaftlichen Interesse die Produktionskosten verbilligen wol­len, während Sie auf eine Verteuerung hinarbeiten. Wie sollen wir da noch auf dem Weltmärkte konkurriren können? Jetzt reden Sie davon, die Mehreinnahmen aus den Zöllen für die Wittwen und Waisen verwenden zu wollen; Ihr ausgesprochenes Ziel ist es ja aber, die Einfuhr von Getreide schließlich ganz zu verhindern Wenn Ihnen oas gelingt, was bleibt Dann den Wittwen und Waisen? Ja, dann fitzen die auf dem Proppen. (Heiterkeit.)

Wir werden an diesem Tarife mitarbeiten, um es zu ver­

suchen, ihn zu einer besseren Basis für künftige Verträge zu machen. Wenn der Reichskanzler dem Reichstag gestern zuge­rufen hat: Kardinal, ich habe das Meinige getqan, thun Sie das . , .

Ihre, so erinnere ich Daran, daß hier an dte Thätigkeit der In- land Den Maximaltaris ermäßigen. Was wir uns verbitten müssen, quifition gedacht ist. bei Der Die Jnkulpaten meist auf einem ist, daß Die russische Regierung unseren Tarif sich zu bekämpfen Scheiterhaufen verbrannt wurden wobei die Thätigkeit des Kar- erlaubt, weil er unsere Arbeiter belaste Seine eigenen Interessen dinals keine sehr ehrenvolle ist. Wenn in diesem Falle aber die mag Rußland vertreten, aber um unsere innere Politik hat sich

Ein weiteres Dogma ist, daß der Landwirthschast nur durch Er-1 Sache sich In gleicher Weise aosoielt, dann liegt Die Schuld nicht Höhung der Getreidezölle geholfen werde» könne, und ein Drittes! an uns. sondern an Den Jnkulpaten. Bestall links.)

Dogma, daß nur höhere Getreidezölle Den Bauern- Aba. Gomv (Retcksp.): Die Landwirthe verlangen gar nichts ftanb schützen können Die Bauern. Oie ick ge-1 Unrechtes. Denn Der Bauer ist genügsam, sie wollen nur einer. Lohn sprachen habe, sind anderer Meinung. Der kleine Bauer sieht für ihre Mühe ur.D eine angemessen- Verzinsung für ib: Kapital, ein, daß er, wenn er keinen Roggen verkauft, auch keinen vortheil, Eine wirksamere Hilfe für Die Landw'.rrbsckaft als einen guten Zoll- von höheren Zöllen hat (Lachen rechts.) Graf Schwerin wirft dem!schütz giebt es aber nicht. Die Landwirthschas.' hat auch ein Anrecht auf Professor Brentano vor. daß er den Bauernstand opfern wolle. Bren- ein Aequwalent für Die großen Lasten. Dte ihr Die sozial-. Geiey- tano befreitet dies, er hat nur gesagt. Daß Dte höheren Zölle Dem I gebung auserleg: hat. und Das ihr bis jeyt noch nicht zu Theil kleinen Bauern schaden, und er hat ferner hypothetisch getagtgeworden ist Aus den Ausführungen des Vorredners habe tch trenn cs im allgemeinen Interesse des Vaterlandes liege den nickt herausgehört, welche Stellung-r gegenüber Dem Zoll- und dem Bauernstand zu opfern, so müsse man ihn opfern. (Ruf rechts:, Freibandelsprinztp einnimmi Ist Der Abg. Gothein Der Ansicht, Pfui Deubel! Große Unruhe, Glocke Des Präsidenten.) Tie Re- öCg öte Landwirthschast auch unter Den gegenwärtigen Bedingungen gierung sagt in ihrer Begründung des höheren Haferzolles ja selbst, existenzfähig ist? Auch meine Freunde wünschen eine Industrie. Der Daß in weiten.Theilen des Landes der kleinere und mittlere cs gut'geht. Wir wollen Daß sie auch gute Löbne zahlt Damit Die Bauer kein Brodkorn verkaufen könne. Graf Posadowsky sprach von j Arbeiter in Der Lage sind mebr landwirthschaftliche Produkte zu der Vermehrung Der selbstänDigen Existenzen in Der Landwirth- !oniumtren als bisher; wir verlangen aber auch daß Die Land­schaft, und an einer anderen Stelle sprach er von einer Vertiefung i wirthsckalt geschützt wird. Wie er fick hierzu stellt. Hai uns Herr der volkswirthschaftlichen Bildung. Jene Aeußerung läßt nicht Dar- - Gothein nicht verratben. Nun sagt man im Interesse Der Kon- auf schließen; Die Menschen, die in Die Welt gesetzt roerDen, ver-! sumenten Dürfe Der Getreidezoll nicht erhöbt werden Das gilt mehren sich Doch. (Stürmische Heiterkeit.) Tie stärkste Ent- i doch aber höchstens vom Roggen- und Wetzenzoll wenn man an- völkerung des platten Landes im Osten haben wir zur Zeit Der I nimmt. Daß dieser Einwand zuwifft gegen Den Gerstenzoll aber höchsten Getreidepreise gehabt, und ebenso war es in England. Wer- j lassen sich Einwendungen überhaupt nicht erheben. Er ist höchstens den jetzt die Zölle wieder erhöht, so sind Die Landwirthe nach 10 Jahren doch noch viel nothleidender, und Den Versuch einer noch­maligen weiteren Zollerhöhung toirDe sich Dann Das Volk nickt ge­fallen lassen. Herr Spahn sagte, unter Den LanDwirtben gäbe es keine Millionäre. Aber selbst unter Dem Aufruf Des Bundes Der