Ausgabe 
5.3.1901 Zweites Blatt
 
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Ausland

den

in Kapstadt selbst gezeigt halten, den Erlaß eines Einfuhr

auSgewiesencn deutschen Angestellten derTranS

In der Budget-Kommission des Reichs tage« erklärte auf eine Anfrage des übg. v. Kardorff über die von deN Regierungen beim Auftreten der Pest in Süd afrika ergriffenen Maßnahmen Staatssekretär v. Richthofen : Die ersten Pestfälle traten Ende November in King Williams town auf. Der Reichskanzler faßte, nachdem sich Peftfäll

anwalt Tr. Güngerich, Verteidiger ist Rechtsanwalt Raab. Der "Angeklagte ist 34 Jahre alt, bisher unbe- traft, Witwer. Der Anklage liegt folgende Begebenheit zu Grunde: In der Nacht vom 24. auf den 25. November 1900 lM'tändigermaßen in Bernsburg das dem Oekonom Schäfer gehörige Haus in Brand zu stecken versucht. Das Feuer hat weiter keinen Schaden angerichtet und wird, da der Angeklagte zum größten Teil geständig ist, auf die

Vorstand des Theatervereins gelangter Mitteilung, vor ihrer Ueberfiedelung nach Berlin noch einmal hier auf­treten. Die Künstlerin ist bekanntlich vom Herbst d. I. an unter äußerst glänzenden Bedingungen (22 000 Mk. Zeigend bis 26 000 Mk. für 5 Jahre) an das deutsche Theater engagiert, und wird von da an nur noch schwer als Gast für Gießen gewonnen werden können. Es möge deshalb kein Verehrer wahrer dramatischer Kunst sich am nächsten Montag, den 11. d. M. den Genuß, Irene Triesch spielen zu fitzen, entgehen lassen. Als Gastrolle hat Frl. Triesch die Klara in Hebbels klassischem DramaMaria Magdalene" gewählt. In dieser Rolle hat sie in ihrem Münchener Engagement und sodann in Frankfurt, sowie auf ihren Gastspielreisen unzählige Triumphe gefeiert.

*'Zum Zolltarif. Der Vollversammlung des am 8. und 9. Januar versammelten HandelötageS lag über die Zoll­tarife ein Vorschlag seines Ausschusses des folgenden Inhalts vor:Ohne auf die Höhe einzelner deutscher Zollsätze näher einzugehen, hebt der deutsche HandelStag gegenüber den Forder­ungen einer Erhöhung der Zölle auf Lebensmittel die da- gegen sprechenden schweren Bedenken hervor, die darauf be­ruhen, daß die weitesten und namentlich die minder be­mittelten Kreise der Bevölkerung durch eine Vert-uerung be­troffen werden, daß hieraus eine Schwächung der Kaufkraft ür industrielle Erzeugniffe entsteht, daß eine durch jene Ver­

nichtung seines gut versicherten Mobiliars zu erzielen. Mit der dann zu erwartenden Entschädigung wollte Geisel seine L-chulden bezahlen und den Ort verlassen. Ten Geschworenen werden zwer Fragen zur Beantwortung vorgelegt. 1. Haupt­frage: ob vollendete Brandstiftung; 2. Hüfsfrage: ob ver­suchte Brandstiftung vorliegt.

Tie Geschworenen (Obmann ist Oberamtmann Hoff­mann) erllären den Angellagten der vollendeten Brand­stiftung (Bejahung der 1. Frage) für schuldig. Der Staats­anwalt beantragt eine Zuchthausstrafe von 4 Jahren, Ver­lust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Tauer von 5 Jahren und Kosten der Verhandlung. Ter Verteidiger bittet mit Rücksicht auf das Vorleben des Angeklagten um milde Strafe und um Anrechnung der Untersuchungs­haft von 3 Monaten. Das Gericht erkennt auf 2 Jahre 8 Monate Zuchthaus unter Anrechnung von 2 Monaten Untersuchungshaft, 5 Jahre Ehrverlust und die Kosten.

o aal bahn liegen 56 Reklamationen vor. Diese wurden oet England geltend gemacht, das sich grundsätzlich bereit erklärte, die Schäden zu vergüten. Zur Feststellung der Höhe der Schäden ist eine Kommission gebildet worden, bei der ein deutscher Spezialdelegierter thätig sein wird. Au eine Anfrage Bassermanns über die Behandlung der aus der Zerstörung deutschen Eigentums in Südafrika hervorgehenden Schadenersatzansprüche erklärte Richt Hofen, daß das Auswärtige Amt eine große Zahl solcher Zchadrnersatzforderungen annahm, namentlich auch die For derungen der Missionare wegen Zerstörung ihrer Farmen. Es sind die geeigneten Schritte unternommen, den Sach verhalt festzustellen und die Ersatzforderungen zur Geltung zu bringen. Die Kommission erledigte den Etat des Aus­wärtigen Amtes bis auf den Kolonialetat, und bewilligte die Einnahmen und Ausgaben des Etats für Kiautfchou. Staatssekretär v. Tirpitz erklärte, die sanitären Verhältnisse besserten sich wesentlich und werden noch besser nach der demnächstigen Fertigstellung der Weserleitung. Der Hafen werde in der Hauptsache im Jahre 1903, und vollständig im Jahr 1906 fertig fein. Abbauwürdige Kohle sei vor­handen und die Arbeiten in den Kohlengruben wurden durch die Unruhen nicht wesentlich gestört. Zu einer Aussprache über die auswärtige Politik kam es nicht. Diese behält sich Graf Bülow für die Beratung des Etats im Plenum vor.

Cronberg, 3. März. Der König von England ist gestern nach herzlicher Verabschiedung von der Kaiserin Friedrich abgereist. Bei der Abreise des Königs waren auf dem Bahnhofe die Kronprinzessin von Griechenland, die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen und der Hofstaat der Kaiserin Friedrich erschienen. Die Kaiserin Friedrich machte ;eute mittag eine einstündige Spazierfahrt im Schloßpark. Kronprinzessin Sophie von Griechenland ist heute abend 7 Uhr von hier abgereist, sie beabsichtigt die Nacht in Frank- urt bei der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen zu ver­gingen. Morgen früh 7 Uhr tritt die Kronprinzessin die Heimreise über Basel, Mailand, Brindisi nach Athen an.

verböte- ins Auge. (Siehe oben. D., Red.)

Schwurgericht.

P. G i e ß e n, 4. März.

Ten Vorsitz führte Lanogerichtsrat Dr. Schäfer, Beisitzer sind ,bie Landgerichtsräte Müller und Wehner. Protokollant Gerichtsassessor Deibel. Als Geschworene fungieren Konrad Sck)äfer IV. Oekonom in Tor­heim ; Karl Hadermann, Kaufmann in Butzbach; Johaunes Brückel IV., Landwirt in Pohl-Göns; Wilhelm Nos, Land- tvirt in Düdelsheim; Karl Friedr. Jakob Lauckert, Land­wirt in Staden; Karl Hoffmann, Oberamtmann in Hof- Güll; Heinrich Schutt II., Mütter in Muschenheim; Konrad Roth, Landwirt in Liederbach; Friedr. Leonh. Bender, Fabri­kant in Gießen; Georg Dechert, Landwirt in Heblos; Christian Jochem; Konrad Schepp VIII., Zur Verhandlung kommt die Anklagesache gegen Peter Geisel aus Fischbach wegen Brandstiftung. Die Anllage vertritt Oberstaats-

euerung hervorgerufene Steigung der Arbeitslöhne den Wett­bewerb der deutschen mit der ausländischen Gewerbsthätigkeit erschweren wird und daß für den Abschluß von Handels­verträgen auch Länder in Betracht kommen, die guf die AuS- uhr von Lebensmitteln angewiesen sind." Dieser Vorschlag >es Ausschusses des Handelstages veranlaßte die Handels- ammern Gießen, Friedberg und Darmstadt, einen Ab­änderungsvorschlag zu stellen des Wortlautes:Ohne auf die Höhe einzelner deutscher Zollsätze näher einzugehen, spricht ich der deutsche HandelStag entschieden gegen die Erhöhung )er Zölle auf Lebensmittel im Generaltarif und für Bei­behaltung der heutigen Bertragszollsätze mit den hauptsäch­lichsten am Import von Lebensrnitteln nach Deutschland interessierten Staaten aus und zwar mit Hinweis auf obigen Antrag." In der Abstimmung wurde dieser Antrag zu Gunsten des Antrags Cassel und Bielefeld zurückg-zogen, der dem Vorschlag des Handelstagsausschusses die Worte an- iügte:Der deutsche Handelstag spricht sich daher entschieden qrgen jede Erhöhung der Zölle auf Lebensmittel aus." Diesem

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 4. März 1901.

** Persoualveränderungen im Ober-PostdirektionSbezirke Darmstadt. Versetzt sind: der Postmspektor Hoffmann von Darmstadt nach Berlin und der Telegraphenamtskassicrer Krüger von Kiel nach Darmstadt als com. Postinspektor. Angenommen sind zum Postanwärter: der Sergeant Christmann aus Darmstadt in Bingen; zum Pofigehilfen: der Realschüler Reidel in Mainz; zum Telegraphengehilsen: der Realschüler Schrimpf in Darmstadt; zu Postagenten: der Bäckermeister Kloos in Frei Weinheim und der Rentner Vetter in Gensingen. Freiwillig ausgeschieden sind: der Postagent Thorn in Frei Weinheim und die Postgeh'lfin Elisabeth Stein in Darmstadt. Entlassen ist: der Post- agent Scherte! in Gensingen. Gestorben sind: der Post- verwalter a. D. Hottes in Griesheim (Kreis Darmstadt) und der Postassiftent Echinger in König.

** Folgende Hochwafferuachrichten liegen uns heute vor: Die Thäler der Nidda und Nidder sind weit über­schwemmt, sodaß besonders das Wiesenthal zwischen Klein- Karben, Dortelweil, Gronau und Niederdorfelden einem See gleicht. Der Main war am Samstag bei Hanau auf 2.60 Meter gestiegen. Der Wasserstand der Kinzig wird nach -einer Meldung von Gelnhausen auf 3 Meter angegeben. Die Kinzig steigt ebenfalls langsam. Bei Gelnhausen tritt die Kinzig aus ihren Ufern. Es herrschen dort starke Ver­kehrsstörungen. Dem Wasserbauamt in Mainz sind am Samstag folgende offizielle WasserstandS-Nachrichten zuge­kommen: Wimpfen: Der Neckar steigt fortwährend. Heutiger Stand 2.43; Mannheim meldet, daß der Neckar eisfrei fei. Der Rhein ist bei Mainz am Samstag von 2.27 auf 3.10 gestiegen. Bei Trier ist die Mosel auf 3.67 Meter ge- tiegen und stand am Samstag 0.62 Meter über dem Ufer» 'and. Die Saar ist bei Saarlouis auf 3.70 Meter ge­lle gen: große Landstrecken find auch dort überschwemmt. Bei Köln zeigte am Sonntagnachmittag der Rheinpegel 5.40 gegen 4.15 Meter am Samstagnachmittag.

* Stadttheater. Wie wir bereits erwähnten, wird am Dienstag abend zum Benefiz des Herrn di Balthynt das LustspielHofgunst" gegeben. Frl. Lulu Berger aus Hamburg, wird als Vicky gastieren. Wir lesen in einer uns vorgelegten Rezension:

Hofgunst" ist etn Lustspiel in des Wortes wahrster Bedeu­tung, das man auch zwei Mat mit Interesse sehen könnte, insbesondere, wenn Vicky, die junge Baiomsse Hohenstttn, so eigenartig dargest^llt wird Die Anmut ihre-Spieles, die Keckheit und Frische, ihre flotten Bewegungen hatten Frl. Berger schon im ersten Akt die vollste Sym­pathie deS Publikums eingebracht.

Äusgeführt, daß dieses Gerücht nach den letzten Meldungen wenig für sich hat; denn danach befand sich Botha mit einer Abteilung nördlich von Middelburg (Transvaal) auf dem Marsche nach dem Hauptquartier Roossenkal. Zu einer Kapitulation könnte nur die nach Süden über Piet Rette' abgedrängte Burenschar unter Lukas Meyer gezwungen wor­den sein.

In Kapstadt sind bisher 5 0 Pestfälle vorgekommen And davon 12 tätlich verlaufen. Außerhalb Kapstadts sind an zwei Stellen mehrere Pestfälle festgestellt.

Sydney, 3. Mürz. (Reuter-Meldung.) Ein Krank­heitsfall mit tätlichem Ausgang, welcher an Bord eines von Südafrika zur Einschiffung neuer australischer Truppen hier eingetroffenen Dampfers vorgekommen ist, wurde als Peft- fall festgestellt.

*

Telegramme des Gießener Anzeigers.

London, 4. März. (Reuter-Meldung aus Colesberg vom 1. März.) Steijn und De Wet überschritten mit 15 00 Mann gestern bei Lilienfontein den Oranje- Fluß. In der Nähe zerstörten sie die Brücke von Colesberg unter dem Feuer der Kolonialschützen. Die Schützen standen in guter Deckung und töteten mehrere Buren. Trotz des hohen Standes und der reißenden Ström­ung des Flusses brachten die Buren acht Wagen über den Strom, mußten aber fünf Wagen und viele Pferde zurück- lassen. Ein Farmer von Lilienfontain berichtet, Steijn sehe sehr elend aus, das ganze Kommando leide entsetz­lichen Hunger.

London, 4. März.Daily Expreß" erfährt aus gut unterrichteter Quelle, Botha sei ein stillschweigender Waffenstillstand gewährt worden, um ihn in den Stand zu setzen, mit Krüger zu verkehren, an welchen er sehr bestimmte Fragen richtete. Krüger habe als letztes Auskunftsmittel unter Berufung auf die Haager Konferenz in Petersburg zu sondieren versucht. Die Antwort fei unbefriedigend gewesen.

Kapstadt, 3. März. (Reuter-Meldung.) Die Pest breitet sich immer mehr aus. Gestern und heute sind 11 neue Fälle zur Kenntnis gelangt. Unter den Erkrankten befindet sich eine europäische Frau. Ferner wurden die Leichen von fünf Farbigen gefunden.

Brisbane, 3. März. (Reuter-Meldung.) In der Nähe von Brisbane sind zwei Pest fas le vorgekommen.

London, 3. März. König Eduard ist abends hier cm- gekommen und begab sich nach Malboroughouse.

Paris, 2. März. Der Streit zwischen Döroulsde und den Royalisten hat eine heitere Wendung genommen. Vor­gestern hatte der Sekretär des Herzogs von Orleans, Andrö Buffet, DLroulöde in einem Briefe vorgeworfen, daß er Alles und Alle vergesse, nur sich selbst nicht. Daraufhin hat DL rouläde heute zwei Pariser Freunde beauftragt, Buffet zum Zweikampf herauszufordern. Da Buffet ebenso wie De- wulode zur Verbannung verurteilt ist und in Brüssel wohnt, od das Duell in der Schweiz oder in Italien zum AuStrag kommen.

Rom, 2. März. Aus Anlaß seines GeburtS- und Krönungstages empfing der Papst heute die Kardinäle und Prälaten. Er sagte, der Güte Gottes sei es zu danken, daß er, durch Alter und Beschwerden geschwächt, nicht unter den Schwierigkeiten zusammenbreche, die von mehreren Seiten mmer mehr der Thätigkeit der Kirche Hinderniffe bereiten. Inverstand, Verleumdung und andere schnöde Mittel würden reichlich gegen die Kirche, die einzig und allein dem Wohl »er Menschheit ihr Streben zuwende, gebraucht. Der Papst irach sich sodann namentlich mißbilligend über die bösen Sekten aus, die einmütig bestrebt seien, die katholischen Ein- richlungen zu bekämpfen, um sie, wenn dies möglich wäre, ;u zerstören. Er fürchte nichts für die Kirche, die stark sei durch die göttlichen Versprechungen und daraus neue Tugenden und neuen Ruhm ziehe. Sodann rühmt der Papst, daß die Katholiken der ganzen Welt einig seien in der Verehrung der Kirche und ihres Oberhauptes. Er bedauere indessen die Verblendung der anderen und denke mit Schmerz daran, was aus den Generationen werden solle, die unter solchen Grund­ätzen aufwachsen. Der Papst bekräftigt von neuem die un- verjährbaren Rechte des apostolischen Stuhles, deren Hüter er sei. Das gehöre zu seinen heiligen Pflichten. Der Papst erwähnt sodann die letzte Encyclica und führt aus, das beste Mittel, dem Volke zu nützen, fei, für die Eintracht aller Be­völkerungsklaffen zu sorgen. Der Papst gedenkt schließlich rühmend derjenigen, welche sich mit größter Opferwilligkeü der Förderung der christlichen Zivilisation unter den Heiden widmen und spricht sein Bedauern darüber aus, daß das acholische Frankreich, welches sich in dieser Hinsicht so große erbienfte erworben, augenblicklich von so ernsten Gefahren )<edroht sei.

Deutsches Keich.

Berlin, 3. März. Der Kaiser ist heute abend nach Wilhelmshaven abgereist.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekannt­machung des Reichskanzlers vom 1. März, nach welcher von heute ab die Ein- und Durchfuhr von Leib­wäsche, alten und getragenen Kleidungsstücken, gebrauchtem Bettzeug, Hadern und Lumpen jeder Art aus Kapstadt und Natal verboten wird. Bon dem Verbot sind Lcib wüsche, Rettzeug und Kleidungsstücke im Gebrauche Reisender oder als UmzugSgut ausgenommen, jedoch kann eine vor herige Desinfektion vorgeschriehen werden. Der Reichskanzler ist ermächtigt, Ausnahmen von dem Verbot unter Vorsichts« Maßnahmen zuzulassen.

DieNordd. Allg. Ztg." meldet: Der Reichskanzler ® ®ü 10 to erhielt heute im Laufe des Tages den

Besuch des Erbprinzen von Hohenlohe-Langenburg, Regie rungsverwesers in Sachsen Coburg Gotha, sowie deS württem Ministerpräsidenten Schott von Schottenstein. Am Nachmtttag wurde eme Deputation der Städte Worms, «ilrnM A.?« empfangen, welche unter

Führung des ReichstagSabg. Frhrn. Heyl zu HernSbeir dem Reichskanzler über die sanitären Verhältnis^ am Mittel' rheiu Vortrag hielt.

** Irene Triesch wird, nach soeben an

Einfuhr Vernehmung von Zeugen (außer Wiegand, dem

Von heu ^"^g^lueister Fmk und der Frau Schäfer) verzichtet. Der . <i-" r Angeklagte will betrunken gewesen sein und das Feuer ,____, ,

** ani> I ^gelegt haben, um durch einen eveni. Brand die Ver-, Gesamtresultate, welches die Majorität des HandelStageS

China.

Aus Peking meldet Reuters Büreau: Die Bevollmäch^- tigten Tsching und Li-Hung-Tschang hielten eine lange Be­ratung über die neuen Forderungen des russi­schen Gesandten in Betreff der Mandschurei. Tsching will den Rat der anderen Gesandten erbitten. In scharfem Gegensatz dazu steht folgende Meldung der Russischen Telegraphen-Agentur: Wir erfahren aus voll­kommen glaubwürdiger Quelle, daß der Text einer russisch­chinesischen Konvention bezüglich der Mandschurei durch die auswärtige Presse absichtlich verstümmelt worden ist, um Mißtrauen gegen Rußland zu erwecken. Namentlich, fällt in die Augen durch seine Unvereinbarkeit der im Auszuge zitierte Artikel betreffend N i u t s ch w a n g. Wenn Rußland mit China einen Spezialvertrag abschließen wollte, so könnte dies nur den einzigen Zweck haben, den Wunsch zu verwirklichen, die Mandschurei an China zur ückzu er statten und die Bedingungen festen stellen, unter denen die Räumung dieser Provinz ermöglicht werden könnte.

DieUniversal-Gazette" in Shanghai veröffentlicht fol­gendes Telegramm aus Niutschwang: 3000 Russen griffen bei Hsingking 10 000 beritteneRäuber" an, letztere eroberten ein russisches Geschütz. Die Russen zogen sich mit einem Verlust von 20 Toten und 30 Verwundeten nach Mukden zurück.

Die Vereinigten Staaten von Nordamerika wer­den eine weitere Verminderung ihrer Truppen in Peking eintreten lassen und haben an General Chaffee einen bezüglichen Befehl gesandt, in dem ihm zugleich weitgehende Vollmacht zur Auswahl der Truppen gegeben wird, die in Peking bleiben sollen.

Gerüchte über die Ermordung zweier Fleischer Kluge und Bergner, die, wie aus Tientsin gemeldet wird, zum Vieh-Einkauf landeinwärts gerefft wären, haben zu Nachforschungen über den Verbleib der Vermißten An­laß gegeben. Die bisher ergebnislosen Ermittelungen werden fortgesetzt.