Ausgabe 
4.7.1901 Erstes Blatt
 
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feinem hohen Alter selbst verarmt. Inzwischen sind auch zwei seiner Söhne verarmt, während der dritte ein reicher Mann geworden ist. Der alte Vater bedarf zur notdürftigen LebenSführnng der Summe von 1500 Mk., von der er selbst wegen Erblindung nichts mehr verdienen kann und von der er auch von seinen beiden in Armut geratenen Söhnen keinen Bruchteil erlangen kann. Kann er nun von seinem reichen Sohne die gesamte Summe von 1500 Mk. verlangen bezw. im Weigerungsfälle einklagen oder haftet der reiche Sohn nur für ein Drittel, also 500 Mk. ? Das soziale Empfinden und die Pietät bejahen natürlich die erstere Frage, aber der von der Haftung nach dem Verhältnisie der Erbteile redende Paragraph 1606 scheint die letztere Frage zu bejahen. Der größte Teil der Kommentatoren steht denn auch auf dem letzteren Standpunkte, beffen Konsequenz, wie Winter richtig hervorhebt, also wäre, daß ein Bedürftiger um so schlechter gestellt ist, je mehr an sich alimentationspflichtige Abkömmlinge er hat. Das kann der Gesetzgeber unmöglich gewollt haben und Winter hat sicherlich auch Recht, wenn er im Gegensatz zu den meisten anderen Kommentatoren meint, daß in dem angeführten Falle gar keine Mehrheit von ali- mentationspflichiigen Kindern vorhanden ist. Jede Pflicht setzt die entsprechende Fähigkeit voraus, wer aber verarmt ist, ist nicht alimentationsfähig. Deshalb ist der vermögende Sohn als subsidiär haftbar für die Alimentationsportionen seiner nicht leistungsfähigen Geschwister. Es ist zu hoffen, daß die Praxis sich allgemein auf diesen der Billigkeit ebenso­wohl wie der Absicht des Gesetzgebers zweifellos entsprechenden Standpunkt stellen wird.

Montag Abend (8. Juli) in Stein's Saalbau ein größeres Konzert veranstalten. Die Konzertvereinigung der Berliner Domsänger hat sich durch ihre früheren Konzerte hier viele Freunde verschafft, infolgedessen ist es auch anzunehmen, daß das Konzert vor ausverkauftem Hause stattfinden wird. Namentlich ist der Besuch des Konzerts allen Mitgliedern von Gesangvereinen zu empfehlen. BilletS sowie Programme mit Texten find bei Ernst Challier, Rudolph's Nachfolger, zu haben.

* Das Wiesbadener Operetten Ensemble, daS unter der Direktion Max Heinrich hier mit großem Erfolge, aber leider nur wenige Tage gastierte, war in Mainz nur wenig vom Glück begünstigt. Die Blätter sehen den Grund dafür darin, daß die Gesellschaft es verabsäumt hatte, sich dort durch Be- kanntmachungen einzuführen. So war dort trotz der guten Leistungen der Besuch nur schwach. Aufgeführt wurde u. a. HeubergersOpernball".

8. Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde gedenkt am Sonntag, den 21. Juli, ihren diesjährigen Sommerausflug zu machen. Das Ziel ist die Saal bürg. Die Abfahrt soll vormittags 8.16 Uhr erfolgen. In Friedrichsdorf früh­stücken die besseren Fußgänger, weil sie erst 10.56 Uhr den Anschluß an den Zug nach der Saalburg erhalten können. Sie ersteigen zwischen 11.17 und 12 Uhr den Taunus zwischen Station Saalburg und Saalburg selbst und treffen hier mit den die Ersteigung des Gebirges Scheuenden zusammen. Diese find bereits 10.04 Uhr in Homburg angelangt, früh­stücken dort und fahren mit der elektrischen Bahn nach der Saalburg. Um 12 Uhr wird Professor Dr. Sievers einige Worte über die geographische Lage der Saalburg sprechen und dann Privatdozent Dr. Kornemann, Oberlehrer am Gymnasium, trie Führung durch die Saalburg übernehmen. Um 2 Uhr soll ein einfaches Mittagessen die Teilnehmer im

Ans Stadt und Land.

tDer Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ift Mir unter genauer Quellenangabe:Gietz. «na.* gestattet.)

LU. Die American Gastro-Exterological-Association (Baltimore) hat den Direktor der medizinischen Klinik hier Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Franz Riegel zu ihrem Ehren- Mitglied ernannt.

** Perfonalnachrichte». Der Großherzog hat am 29. Juni den Lehrer Bruno Panitz in Mainz zum Haupt- lehrer an der Kunstgewerbe- und gewerblichen Fach-Schule in Mainz ernannt; ferner wurden ab 29. Juni die Bureau- gehilfen Nikolaus Fabian aus Hammelbach zum Kreis- amtSgehilfen, Georg Schmitt aus Oppenheim zum KreiS- amtSgehilfen bet dem Kreisamt Oppenheim und Reinhold Bon Eiff aus Grünberg zum KreiSamtSgehilfen ernannt. Der Großherzog hat am 29. Juni den Pedellen an der Realschule und dem Progymnasium zu «lzey Otto L-ßler aus sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Juli an bis zur Wiederherstellung seiner Sesuudheil in den Ruhestand versetzt.

** Die Konzertvereinigung von Mitgliedern des Königlichen Domchors in Berlin wird, wie wir bereits mitteilten, am

Vermischtes.

* Berlin, 2. Juli. In einer Wohnung in der Kom­mandantenstraße wurden der Photograph Ha gl, 57 Jahre alt, die Näherin Reinbold, 27 Jahre alt, und deren drei­jähriger Sohn vergiftet aufgefunden. Anscheinend liegt Mord und Selbstmord vor. In der Borsigstraße schoß ein an Wahnvorstellungen leidender Mann einem schlafenden Zimmergenoffen in die Schläfe und verwundete sich daraus elbst schwer durch Schüffe. r

Sternberg im Zuchthaus. Der zu 21/» Jahren Zuchthaus verurteilte Bankier Sternberg, der in das Ge- ängnis in der Lehrter Straße zu Berlin übergeführt wurde st dort mit dem Schneiden von Karten beschäftigt. Sein Gesuch, den Mitgefangenen Unterricht erteilen zu dürfen (worin?) ist abgewieseu worden.

Ein grauenvoller Mordversuch ist in Rittet m Kreise Könitz verübt worden. Als die 18jährige Wirt- chafterin Minna Rudat in den an der Konitzer Chaussee gelegenen Wald ging, um Erdbeeren zu pflücken, wurde sie von einem Manne dort vergewaltigt und ihr schließlich der Hals zur Hälfte durchschnitten, woraus sie der Verbrecher liegen ließ. Das Mädchen hatte aber noch Kraft, sich auf» zuraffen und nach Ritte! zurückzugehen. Dort erreate hJr K°rt°ff°lh°ndl-r Mvrezug aus Czkrsk durch s-in7ufsMig°s

hna iu, i Erdacht. Er wurde zu dem Mädchen ge- a 6 &cn Thäter bezeichnete. Da die Sanük 7inbUrw^n tlcnt' ^te man bcr ärmsten eine nnh *P;OrCi-US ist Familienvater, hat mehrere Kinder und steht Nicht im besten Leumund. Er betreibt einen kleinen Kartoffel» und Obsthandel. Der Zustand der Minna Rudat st zwar sehr besorgniserregend, doch ist Hoffnung vorhanden»

Philipp Nebrich in Prag wurde vom deutschen Kaiser der

Rote Mer-Orden 4. Klasse verliehen. ___________

Grrrseligkeiten.

Vor kurzem fanden wir in derTisch, ^.agesztg. so g-nd° IW* spielt- sich am Freitag in Gr.-Oldendorf (Hannover) ab. Ter Sohn ernes dortigen Oekonomen tötete durch einen Stemwurs den Hund seine Lehrers. Ter Vater des Knaben versuchte die Sach^ gütlich beizulegen und erklärte sich bereit, - zu bezahlen, blieb jedoch hierauf ohne Antwort Am andern Tage erhielt der Knabe von dem Mehrer: eine derart unmenschliche Züchtigung, daß er von dem , der inzwischen benachrichtigt worden war, leblos der glücklichen Mutter zugetragen wurde, -i-teie, dvn Anblick heftig erschrocken, stürzte tot zu Boden, ^n wahn­sinniger Aufregung ergriff der hartgeprufte Mann em Axt, lief zu dem Lehrer, spaltete ihm den L>chaoet. und erhängte sich dann selbü." . , ,

An der Richtigkeit der Einzelheiten dieser Erzählung hatten wir die stärksten Zweifel. Die Geschichte erschien unsgemacht". Wir entschlossen daher uns nach Gr.-^ dendorf zu wenden und von da erhalten wir von gänzlich einwandfreier Seite die Mitteilung, daß an der ganzen! Geschichte auch nicht ein wahres Wort sei, und daß, wie sich denken läßt, besonders bei den dortigen Lehrern große Aufregung herrsche, wie eine solche grundlose Verleumdung überhaupt möglich sei. , r,.,,

Turch diesen Vorgang wird folgende Geschichte iw unsere Erinnerung zurückgerufen, von der im Januar undi Februar d. I. die Blätter zu erzählen wußten:

Eine schaurige Entdeckung ist, wie aus Genf tele­graphiert wird, auf dem dortigen Friedhof gemacht wor­den. Kürzlich fand man beim Oefsnen einer Familien­gruft den Leichnam eines jungen Mädchens auf der inneren Treppe der Gruft liegend vor. Man vermutet, daß das Mädchen von dem Scheintode erwacht ist, seinen Sarg aufgebrochen und sich bis aus die Treppe geschleppt hat, wo es schließlich- da seine Hilferufe nicht, gehört werden konnten, verhungerte. Tie Entdeckung hat begreiflicherweise große Aufregung in der Stadt hervor- gerufen."

Turch Nachfragen in Genf, ob und wie viel an dieser schaurigen Entdeckung" wahres sei, erfuhr man bald, daß es in Genf eine derartige Familiengruft gar nicht gebe,, mau von dem ganzen Vorfall nichts wisse, derselbe also auch gar keinebegreiflicherweise große Aufregung" her- vorgerufen habe, darum in Genf auch gar nicht passiert sein könne. Gleich nachher (am 10. Februar) erschien in demJournal der Geneve" ein Artikel, erreur de nom (Na­mensirrtum) überschrieben, in dem das Gerücht als un­wahr zurückgewiesen wird, der Verfasser aber zugleich sich erinnert, dieselbe Geschichte in verschiedenen f rauzö- isch en Blättern gelesen zu haben, jedoch mit der leinen Aenderung, daß sie nicht in Gen f, sondern in Gent sich zugetragen haben soll, er darum vermutet, daß der Telegraph hier eine Konfusion hervorgerufen habe, indem er aus Gent Genf machte. Tiefe Vermutung ist jedoch völlig unmöglich- da in der französischen Spracht zwischen Genf (Geneve) und Gent (Gand) jede Verwechselung! rurch den Telegraphen ausgeschlossen erscheint.

Trotzdem scheute man nickt die Mühe, auch in Gent Nachforschungen anzustellen. Und hier in Gent kennt man gleichfalls die Geschichte, jedoch aber so, daß sie in Genf ich ereignet habe. So haben wir denn das merkwürdige Ergebnis: In Genf lesen sie die Schauergeschichte, und zwar so, daß sie in Gent passiert sein soll; in Gent lesen sie dieselbe Schauergeschichte, jedoch so, daß sie in Genf passiert sein soll. Wirklich passiert ist sie aber an keinem dieser Orte.

Dieselbe Bewandnis hat es mit der ersten Geschichte, und wir wollen uns gar nicht wundern, wenn nächstens hannöverische Blätter die gleiche Mär von einem ober» hesssischen Torfe bringen. Möglich ist's.

Tie ganze Sache hat auch ihre ernste Seite. Wir ragen, warum werden solche frech erlogene Schauer-Ge- chichteu in die Welt gesetzt? Offenbar umGruselig--, :eiten" bei der lesenden großen Masse hervorzurufen. Eine wahrheitsliebende Presse hat aber das Recht und die Pflicht, sich entschieden zu verbitten, eine Abladungsstätte! ür Schauergeschichten zu werden, die darauf hinzielen, die Lesergruselig" zu machen. Nach einer Entscheidung des Reichsgerichts sind die Urheber bewußt falscher, an Zeitungen gelieferter Nachrichten wegen groben Unfugs traf bar.

16. deutsch-evangelischer Kttchengesaugvereiustag. in.

-k- Kassel, 2. Juli.

Bei dem Festmahl, das auf die Hauptversammlung folgte, zitterte die erregte Begeisterung, in die Referat und Tisiussion die Festteilnehmer versetzt hatten, noch nach. Generalsuperintendent Pfeiffer gab gewiß der allgemeinen Stimmung Ausdruck, als er die Ueberzeugung aussprach, der Kasseler Tag werde in der Geschichte der Kirchengesang­vereine, ja in der Entwickelung des deutschen Kirchen­gesangs und des evangelischen Gottesdienstes einen Mark- . stein bilden. Zahlreiche Toaste begleiteten das Mahl. Gene­ralsuperintendent Werner toastete auf den Kaiser, der vor zwei Jahren gerade in Kassel beim Wettstreit der Männer­gesangvereine seine Freude an der edlen Sangeskunst zu erkennen gegeben habe, Professor Smend auf den Ehren­präsidenten, Exz. Hallwachs, Generalsuperintendent Pfeiffer auf die Festgäste.

Ten Nachmittag benutzte ein Teil der Festbesucher, um die Bildergallerie mit ihren wundervollen Niederländern zu besuchen. Hat doch der rechte Musikfreund auch Liebe und Verständnis für die Schwesterkünste. Ein anderer Teil besichtigte die herrliche Wilhelmshöhe.

Um halb sieben Uhr kam man in der neuerbauten Lutherkirche zum Kirchenkonzert zusammen. Tie weiten Räume waren fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Tas Programm war beherrscht von beu Gedanken:Todestrost und Himmelsfreude". Vom zagendenMitten wir im Leben sind" erhob sich, in wirkungsvoller Steigerung die Stimm­ung zuKomm, süßer Tod" (von Joh. Seb. Bach) und zum sehnsüchtig preisendenJerusalem, du hochgebaute Stadt", bis der todüberwindende Glaube in Händels glänzendem Halleluja" aus dem Messias seinen Ausdruck fand. Tie Ausführung konnte int allgemeinen allen berechtigten An­forderungen genügen. Mächtig erklangen die Chöre der vereinigten vier Kirchengesangvereine, zart und ergreifend die Weisen dermusiea saera", einer freien Vereinigung zur Pflege klassischer Kirchenmusik.

Im strömenden Regen ging es nach dem Konzert in den riesigen Saal des Stadtparks, wo ein Familienabend die Festgäste mit den einheimischen Sängern und Sänger­innen vereinigte. Tie ernsten und volkstümlich fröhlichen Weisen der einzelnen Kirchenchöre verbanden die Ansprachen der auswärtigen Vertreter zu einem harmonischen Ganzen. Superintendent Nelle-Hamm in Westfalen knüpfte in interessanter historischer Ausführung an den Kasseler Land­grafen Moriz au, der 1601 das erste evangelische Choral­buch selbst herausgegeben, der Heinrich Schützentdeckt" und erzogen und sich so unendliche Verdienste um die evangelische Kirchenmusik erworben habe. Oberkousistorial- sekretär Sonne-Tarmstadt verlas Telegramme des alten bayerischen Freundes D. Max Herold, des s ch w e i z e r i - sch en Brudervereins und des Herrn Geh. Kirchen­rat D. K ö st l i n - Gießen. Dem letzteren, dem nunmehrigen Präsidenten, galt sein begeistert aufgenommenes Hoch. Einen harmonischen Abschluß des Abends und damit des Festes geben die Reden des Vertreters von Württemberg, des! Stadtpfarrers Abel-Schwäbisch^-Gemünd, und des Archi- diakonus Lüpke-Cammin, des Vertreters von Pommern. Sie sprachen auf die deutsche Liebe und deutsche Treue, auf das Band der Zusammengehörigkeit, das die Vereine verknüpft zu ihrem großen, herrlichen Zweck, die Gottesdienste reicher und schöner zu gestalten.

Saalburg-Restaurant vereinigen. Am Nachmittag erfolgt dann ein gemeinsamer Gang nach Homburg; für Schonungs. bedürftige steht die elektrische Bahn Saalburg Homburg zur Verfügung. In Homburg wird der Kaffee eingenommen und im Park gewandelt. Um 7.36 Uhr entführt der Zug die Gesellschaft, der 8.21 bis 8 46 Uhr auf Bahnhof Friedberg eine weitere Stärkung in Gestalt von Butterbrod und Bier geboten werden wird, worauf die Ankunft in Gießen um 9.41 Uhr erfolgt. Da die in allernächster Zeit zu eröffnende Bahn Friedberg-Friedrichsdorf die Entfernung erheblich ab- kürzt, so werden die Kosten für den Einzelnen nur etwa 6 bis 7 Mk. betragen. Die Beteiligung scheint trotz der ast unerschwinglichen Erhöhung der Steuern nicht gering Derben zu sollen. Die Aenderung von Einzelheiten ist vor- lehalten. Genaue Mitteilungen werden den Mitgliedern der Gesellschaft in der nächsten Woche zugehen.

** Mit dem 1. Juli ist dieIagd auf Wildenten wieder eröffnet. Auch die Jagd auf Kibitze, Trappen, Brachvögel und Schnepfenarten hat' an demselben Tage für das ganze Großherzogtum Hessen wieder begonnen.

T. R. Grüningen, 1. Juli. Heute sind es 25 Jahre, daß Lehrer Eckel in unserer Gemeinde wirkt. Aus diesem Anlaß hatten schon in t>er Frühe des Tages die Schüler des Jubilars Schulhaus und Wohnung mit Tannengrün und Kränzm festlich geschmückt. Beim Beginn des Unter­richts begrüßten sie ihren geliebten Lehrer mit dem Gesang eines Chorals und Glückwünschen, worauf dieser mit einer herzlichen Ansprache dankte. Tagsüber trafen zahlreiche Glückwünsche aus der Gemeinde ein und abends überreichte der Bürgermeister Gilbert an der Spitze des Gemeinderats dem Jubilar einen Sessel; der Gesangverein, dessen treuer Tirigent Herr Eckel seit Beginn seiner Wirksamkeit in unserer Gemeinde gewesen ich brachte ihm ein Ständchen und überreichte ihm als Zeichen seiner Dankbarkeit einen Thermometer und einen Barometer.

-h- Sichenhausen, 1. Juli. Tie heutige H e u g r a s- versteigerung von ca. GO Morgen Gemeindewiesen er­gab eine Einnahme von 1201 Mark, eine Summe, die seit Jahren noch nicht erreicht wurde. Gegen voriges Jahr betrug der Mehrerlös etwa 400 Mark.

i. Laubach, 2. Juli. Drei Jubiläen sind an den drei letzten Tagen gefeiert worden. Am Sonntag feierte die Vorschußkasse ba£ 25 jährige Jubiläum ihres Rechners Göbel. Als Zeichen der Wertschätzung erhielt der Jubilar eine goldene Uhr und eine Gehaltsaufbesserung von 100 Mark für das Jahr. Am Montag waren die gräflichen Hausbeamten vom Grafen Otto zum Tiner geladen. Vor demselben überreichte der Kreisrat des Kreises Schotten, Geh. Regierungsrat Schönfeld, im Auftrag der Regier­ung das silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem gräflichen Oberverwalter B e i l st e i n , >er seit 50 Jahren in gräflichen Diensten steht. öeute inb es 50 Jahre, seit Altbürgermeister Ritte r 'zum Rechner verschiedener Gemeinben ber Umgegenb ernannt worben ist. Es war fein Wunsch, baß von einer Feier ab- geieben werbe. Doch ließ es sich ber KirchMvorstanb, dessen Olähriges Mitglieb er ist, nicht nehmen, ihm seine Glück­wünsche auszusprechen.

c. Darm stabt, 2. Juli. In den Räumen des Stände- yauses finden zurzeit große bauliche Veränderungen statt. u- ? loll in ber 2. Kammer eine neue Sitzordnung ein- gefubrt, der Regierungstisch erhöht werden usw. Tie Ar­beiten durften so viel Zeit in Anspruch nehmen, daß an cme -Tagung ber Kammer vor November kaum gedacht wer­ben kann.

~ e!?e Mitteilungen au8 Hessen und den Nachbarvsateu. -uird) bie Erwerbung einer Reihe von Weinbergen in ben Gemartungen Dienheim, Bobenheim, Wochenheim unb -ppenhenn hat bie Hess. Regierung in Mainz ein Tomä- nenamt errichtet. Zum Vorsteher wurde der Direktor ber "4>ein=: und Obstbauschule in Oppenheim Tr. Mayer ernannt, ar ?111 öreitag explodierte in der Lederfabrik von I. D.

Co. in Bon am es ein Kessel, worin bie Häute mittels Saure gewalkt werben, wobei ber verheiratete unb dieser Fabrik beschäftigte Gerber ^.eißenroth burch Brandwunden erheblich, zwei andere Ar- beiter dagegen leichter verletzt wurden. Ersterer wurde nach semer Wohnung, die beiden letzteren in das Krankenhaus (?u Bockenheim gebracht. Nach derWorms. Kto." feierten tn der ersten Hälfte des laufenden Jahres^ im Hause Kornelius Heyl in Worms nicht weniger als 21 Angestellte das 25 lahrige, 3 das 40 jährige Tienstjubi- laum. xexn Großh. Hess. Staatsangehörigen Fabrikbesitzer