Ausgabe 
4.7.1901 Erstes Blatt
 
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de Grandmaison, zu seinen Zeugen in der Erwartung, daß Prinz AbaaS für die ihm widerfahrene öffentliche Kränkung Genugthuung mit den Waffen fordern werde; in dieser Voraussetzung hat sich Scheriff Pascha jedoch getäuscht, denn der egyptische Prinz unterließ eS, an den türkischen General eine Herausforderung ergehen zu lassen, hält eS aber doch für zweckmäßig, auf der Promenade nur noch in Begleitung eines Schutzmannes zu erscheinen. Oesterreichische Blätter haben über diesen Borgang bisher nichts berichtet.

* London, 2. Juli. Lloyd-Meldung. Der Dampfer Armenia" der Anchorlinie liegt in der Jundabai bei New- bruuSwick auf der Seile und wird wahrscheinlich völlig wrack. Die Mannschaft ist gelandet.

Fische n. Geflügel täglich frische Zufuhren.

Herstellung von Blitzableiteranlagen

Die zur Herstellung der Blitz« ableiteraulageu auf den Hastlokalcn zu Sich und

1 Hungen vorkommenden Ar­beiten unb Lieferungen |unb die zur Umdeckung des Daches auf dem Haftlokal zn Hnngen erforderlichen Dachdeckerarbeiteu sollen auf dem Wege des schriftlichen

behalten."

Ein heftiger Austritt hat nach demFigaro" dieser Tage großes Aufsehen unter den Kurgästen von Karlsbad erregt. Aus bisher noch unbekannten Beweg­gründen griff der General Scheriff Pascha, Flügel­adjutant des Sultans und ottomanischer Gesandter in Stock­holm, den egyptischen Staatsrat Prinzen Abbas Pascha thätlich an. Nicht genug damit, schickte Scheriff Pascha dem Prinzen eine Stunde später ein Schreiben, das in den denk­bar verletzendsten Ausdrücken abgefaßt war. General Scherif Pascha, der in Frankreich seine militärische Ausbildung ge­noffen hat und dort zahlreiche Freunde in hoher sozialer

werks-Werkstätte sollen öffentlich vergeben werden.

Die Bedingungen sind wäh­rend der Dtenststunden auf unserem technischen Bureau einzusehen, woselbst Angebote bis zum 8. Juli, norm. 11 Uhr, einzureichen sind.

Gießen, den 1. Juli 1901. Städtisches Gas- u. Wasserwerk Otto Bergen. 4643

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Vergebung von Sauarbeiten. Die zur Jnstandstellung des Hofes auf dem Schiffenberg nötige Chasssierarbeit (ca. 600,00 qm), die zur Umdeckung der südlichen Dachseite auf dem 3 stückigen Wohnhause daselbst erforderliche Dachdeckerar beit (es. 200,00 qm), sowie die bei Erbauung eines Schuppens bei der Forstwartwohnung auf dem Baumgarten vorkommende Zimmer« und Dachdecker arbeit sollen auf dem Weg" des schriftlichen Angebots ver­geben werden.

Die bezüglichen Unterlagen liegen in unserem Amtslokale zur Einsicht offen. Angebote sind bis zum Samstag dem 6. Juli, vormittags 10 Uhr, mit entsprechender Aufschrift versehen, portofrei an uns ein« zusenden. Zuschlagsfrist 8 Tage.

Gießen, 28. Juni 1801. Großh. Hochbauamt Gießen.

Neuling. 4579

Submission. |

Für die psychiatrische Klinik soll dir Lieferung von Bett-,

Reise-Litteratur.

Führer durch das Laynthal von Marburg bis N i e d e r l a h u st e i n. Tie Nebenthäler der Lahn und Koblenz von E. Schneider. Mit beson­derer Berücksichtigung der Wanderstrecken. Mit Kartenbei­lagen. (R. G. Elwertsche Verlagsbuchhandlung in Mar­burg.) Während in Schneiders Führer durch Oberhessen und die angrenzenden Gebiete auch das Obere Lahnthal von der Quelle des Flusses bis Braunfels behandelt ist, fehlte es bisher an einem für den Touristen bestimmten praktischen Führer durch das ganze Lahnthal bis zur Münd­ung und die besuchenswerten Nebenthäler der Lahn. Tiefer Mangel wird durch den vorliegenden neuen Führer W seitigt. Ter Führer zeigt eine praktische Anlage, wie denn auch durch die UebersMlichleir in der Stoffanordnung und des Druckes seine Brauchbarkeit erhöht wird. Er gliedert das Gebotene in 13 Abschnitte, die ebensovielen Hauptstrecken und Hauptorten entsprechen. Tie Haupt­strecken zerlegt er in Sonderstrecken, bei denen zwischen Bahnfahrt und Wanderung unterschieden wird. Ter durch das Lahnthal mit der Bahn Fahrende erhält eine Unter­weisung über alles, was sich seinen Blicken aufdrängt, und wird auf alles Beachtenswerte aufmerksam gemacht, während der Tourist auf seinen Wanderungen, deren oft mehrere auf einer Sonderstrecke zur Auswahl geboten sind, sicher über Berge und Thäler bis zur nächsten Bahnstation geführt wird, von von wo aus er die Reise mit der Bahn oder zu Fuß fortsetzen kann. Gerade für den Wanderer ist dieser Führer von 'besonderer Bedeutung, da in ihm die Wanderstrecken ganz besonders eingehende Berücksichtigung gefunden haben. Hervorzuheben ist ferner, daß er den Reisenden nicht in irgend einem Orte eines Seitenthals der Lahn seinem Schicksal überläßt, sondern ihn weiterleitet bis zu einer größeren Stadt an den Hauptverkehrswegen. So giebt z. B. der Führer dre Verbindung von Eppstein durch das reizende Lorsbachkhal und Höchst nach Frankfurt am Main, von Niedernhausen nach Wiesbaden und über Schlangenbad nach Eltville am Rhein, sowie von Monta­baur über den Westerwald, durch das Brexbachiyal und über Engers und Vallendar nach Koblenz. Tabei wird auf die geschichtlichen Merkwürdigkeiten der «aus den Fahrten und Wanderungen berührten Ortschaften, Punkte und Sehenswürdigkeiten, sowie die Baudenkmäler und Alter-

Gingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, den 3. Juli 1901.

Für gewöhnliche Menschen ist das Fahren, Netten und Vieh­treiben über den Bahnsteig der Bieberthalbahn verboten, für Oifizierv« burschen scheinbar nicht I Um sein Pferd an das Geräusch der Loko« mottvc zu gewöhnen, führte gestern abend ein Offiziersbursche sein widerstrebendes und bockendes Pferd im Trabe neben dem um 6 Uhr 20 Minuten abfahrenden Zuge über den Bahnsteig bis auf die Lahn­brücke her, bet dem starken Verkehr ein ebenso rücksicht'oseS als dummeS Unternehmen. Hoffentlich hat die Polizei ein wachsames Auge auf diesen Unfug! Ci.

Versteigerung.

Donnerstag den 4. d. Mts., nachmittags 3«/, Uhr, versteigere ich dahier im Bieker'schen Saale Neustadt 55 auf Rechnung den eS angeht, gemäß handelS- gesetzlicher Bestimmungen: zwei neue Fahrräder gegen Anzahl­ung von je 50 Mark und monat­licher Ratenzahlung von je 10 resp. 20 Mark.

Versteigerung bestimmt. 4650 Gießen, 2. Juli 1901.

Seipel, Gerichtsvollzieher.

Angebots vergeben werden.

Die bezüglichen Unterlagen liegen in unserem Amtslokale zur Einsicht offen.

Angebote find bis Samstag den 6. Juli l. I., vormittags 10 Uhr, mit entsprechender Aufschrift versehen, portofrei an uns einzusenden.

Zuschlagsfrisi 8 Tags.

Gießen, 28. Juni 1901.

Großh. Hochhauamt Gießen.

Neuling. 4585

tümer (Ringwälle, Wehrbauten, römischer Pfahlgraben) ge­bührend hingewiesen. Taß auch Koblenz und die reizenden Umgebungen dieser herrlich gelegenen Rheinstadt noch mit berücksichtigt sind, muß als ein sehr glücklicher Griff des Herausgebers bezeichnet werden. Tie Verlagshandlung hat für eine würdige Ausstattung des durch seinen reichen und wertvollen Inhalt ausgezeichneten Führers Sorge ge­tragen. Tie große schöne Vollkarte aus der geographi-, chen Anstalt von L. Ravenstein in Frankfurt umfaßt auch noch den ganzen Taunus und den hohen Westerwald und zeigt, was für den Touristen sehr wertvoll ist, den Wald in grüner Farbe dargestellt; ihr Einzelpreis ist allein o hoch als der des ganzen Führers. Außerdem sind toch vier Pläne von Gießen, Marburg, Ems und Ko­blenz und gegen 20 geschmackvolle Abbildungen beigegeben. Tas Buch kostet gebunden 2 Mark.

s$ versandt nach auswärts sehr prompt, da nur 4 Minuten von d. Bahnhöfen und Hauptpostamt.

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Vergebung m MiMembeiten.

Der Verputz und Anstrich I unseres Fabrikgebäudes, des 'Reinigerhauses und der Gas«

Hrbeitsvergebung

Samstag den 6. Ifb, MtS., nachmitt. 5 Uhr, sollen in dem Gemeindehause zu Wiese ck nachstehende Ar­beiten öffentlich in Accord ge­geben werden. Veranschlagt zu Maurerarbeiten 36,42 Steinhauerarbeiten 141,80 ,, Schlofferarbeiteu 355, Weißbinderarbeiten 24, n

Gießen, den 3. Juli 1901.

Senßfelder, 4638 Kreisstraßenmeister.

: Wasche mir iuh"s

Wasch- Extract.

Universitäts-Nachrichten.

Die Vorbildung der Tierärzte. Bayern hat beim Bundes­rat den Antrag etngebracht, die Vorschriften über die Prüfung der Tier­ärzte dahin abzuändern, daß die Zulassung zur Prüfung bedingt wird durch den Nachweis des Reifezeugnisses von einem deuffchen huma­nistischen Gymnasium oder Realgymnasium. In einer dem An­träge beigefügten ausführlichen Begründung wird darauf hingewiesen, daß die Einführung der Gymnasialreife als Vorbedingung für das Studium der Tiermedizin eine seit geraumer Zeit wiederkehrende Forderung der tierärztlichen Standesvertretungen und der landwirtschaftlichen Kreise bilde. Es laffe sich in der That nicht verkennen, daß die zurzeit von den Stu­dierenden der Tierheilkunde geforderte allgemeine Vorbildung nicht mehr im Einklänge stehe mit der hohen Stufe, welche die tierärztliche Wissen­schaft erreicht hat, und mit der Bedeutung, die der tierärztliche Stand, insbesondere soweit der beamtete Tierarzt in Betracht kommt, durch seine stets sich mehrenden und in die wirtschaftlichen Verhältniffe meist tief eingreifenden Berufsaufgaben gewonnen hat. Die Anforderungen, die das Studium der Tiermedizin heutzutage stellt, gleichen denen jedes anderen Hochschulstudiums; hieraus ergebe sich die Notwendigkeit der Er­füllung gleicher Voraussetzungen seitens der Studierenden.

Aus Würzburg wird geschrieben: An der hiesigen Universität wurde eine a.-o. Professur für Physik errichtet und Professor Dr. Theo, dor DeS Coudres in Göttinnen auf diesen Lehrstuhl berufen. Der a-o. Llc. theol. Wilhelm Lütgert in Greifswald ist in die theologische Fakultät der Universität Halle a. S. berufen worden.

Die technische Hochschule zu Karlsruhe hat in einem feierlichen Festakt den Staatsminister a. D. Dr. Nokk zum Ehrendoktor der tech­nischen Hochschule ernannt. Weiter brachte der Rektor Prof. Dr. Lehmann den Beschluß des Senats zur Kenntnis, daß der Diplomingenieur Dr. Adalbert Engler auf Grund des vorgeschriebenen Kollegiums und einer DissertationUeber die Condensation von Aldehiden und Ketonen" zum Dr ing. ernannt worden sei.

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Die für diese Lieferung Gültigen allgemeinen Beding' ungen (Erlaß der Großherzogl. Ministerien vom lo. Juni 1893) unb die speziellen Be­dingungen liegen an den Wochentagen nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf drm Ver­waltungsbureau offen.

Offerten find versiegelt mit entsprechender Aufschrift ver­sehen bis zum 11. Juli 1901, vormitt. 11 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzugeben.

Der Zuschlag erfolgt bis 20 Juli 1901.

Gießen, den 18. Juni 1901. Großh. Verwaltungs-Direktion der psychiatrischen Klinik.

Sommer. 4325

sie am Leben zu erhalten. Morczug ist in da« Konitzer Ge-i Stellung besitzt, wählte hierauf zwei seiner ehemaligen Käme- sänanis geschafft worden. raden von St. Cyr, die Abgg. Marquis de Maussabrü unb

In Bezug aus dieheimlicheEhedesPrin'zen Bernhard von Sachsen-Weimar-Siseuach mit der verwitweten Gräfin Luchesini schreibt man denMünch. N. N.":Ich täusche mich wohl nicht, wenn ich m der Gemahlin des jetzigen Grafen Crayenberg, welchen Titel der Großherzog von Weimar seinem Vetter nach der nicht standes­gemäßen Vermählung verliehen hat, die markanteste Er scheinung einer vier Jahre zurückliegenden Saison aus Wildbad im Schwarzwald wiedererkenne. Graf und Gräfin Luchesini weilten damals zur Kur dort, die der sehr gebrechliche alte Herr mit dem vornehmen, von schneeweißem Haar dicht be deckten Aristokratenkopf recht nötig zu haben schien. Seine Gattin war mehr als 30 Jahre jünger als er und wirkte in der von ihr bevorzugten weißen Toilette neben ihm wie feine Tochter. Sie war sehr groß unb von tadellosem, üppigem Wüchse. Den Namendie schöne Marchesa", den ihr die Kurgäste beilegten, verdiente sie vollauf, und wenn sie nachmittags, mit dem Racket bewaffnet, durch die herr­liche Enzpromenade dem Tennisplätze zuwandelte, folgten ihr stets die bewundernden Blicke des Badepublikums. Trotz ihrer bürgerlichen Abkunft, ober vielleicht gerabe wegen dieser, galt sie für sehr stolz, aber mit den Mitgliedern des KurtheaterS und der anmutigen Gattin des Direktors, Jntendanzrat Liebig, verkehrte sie oft und gern. Dort mag sie auch folgende kleine Geschichte erzählt haben, die in Wildbad nachher viel belacht worben ist. In dem gleichen Hause, daS Graf Luchesini in Wiesbaden bewohnte, hatte sich in einer anderen Etage eine der Gräfin befreundete Familie eingemietet. Beide Ehepaare waren kinderlos, und die jungen Frauen verlegten sich, um eine angenehme Beschäftigung zu haben, auf die Züchtung seltener Rosen, die sie scherzweise stets nur ihre Kinder nannten. Eines TageS nun kam die Freundin in größter Aufregung zur Gräfin gelaufen.Denke Dir, Liebste," rief sie schon auf der Treppe,unsere Kinder haben Läuse Haben Deine Kinder auch welche?" Graf Luchesini ist ver ungefähr zwei Jahren gestorben. Er lebte in einfachen Verhältnissen, soll aber, wie mau sagte, als Versicherungs­agent ein hübsches Einkommen gehabt haben. Die neue Ehe der Gräfin mit dem Prinzen Weimar wurde bereits vor einem halben Jahre in London geschloffen. DaS nunmehr gräfliche Paar wirb seinen Wohnsitz aber boch in Deutschland

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