fordern, daß er uns da, wo unsere Hilfe nicht ausreicht, seine mächtige Hand zur Unterstützung weiter leihe."
Bezeichnend für die preußische Art der Lehrerverweudung ist folgende Verfügung der Gumbiner Regierung an die ihr unterstellten Ortsschulinspektoren, die die „Tils. Vlllg. Ztg." mitteilt:
Königliche Negierung, Abteilung für Kirchen-Schulwesen, II Ea 1230.
Es ist für unS von Jnterefse, zu erfahren, in welchem Umfange es gelungen ist, durch die von unS mehrfach in Anregung gebrachte Thättgkctt der Lehrer die Verbreitung christlicher und patriotischer Zeitschriften, Blätter und Kalender zu fördern und damit das Bedürfnis der Bevölkerung veredelnd zu beeinflussen. Wir ersuchm Sie, die Lehrer Ihres Äusstchtsbeztrts zum Bericht darüber zu oeranlasieo, welche Zeitschriften ufw. dieser Art und in wie vielm Exemvlaren — nach dem Stande am 1. Januar 1901 — durch sie zur Vertellung gelangen und wie viel Exemplare der einzelnen Zeitschriften von festen Abonnenten. bezogen werden. Aus den Berichten der Lehrer wollen Sie alsdann eine Zusammenstellung fertigen, aus welcher neben den Namen der Lehrer die in Ihrem Bezirk verbreiteten Zeitschriften, sowie die Etücfiahl bet letzteren (und unter diesen wiederum die Zahl der fest abonnierten) erfichtlich sein müffcn. Am Schluffe dieser Zusammenstellung wollen Sie dann noch außerdem die von Ihnen selbst etwa verbreiteten Blätter unter gleichzeitiger Angabe der festen Abonnenten eintragen. Die Nachweisung nebst den Berichten der Lehrer ersuchen wir bis zum 1. Februar 1901 dem Herrn Kreisschulinspektor oor- zulegen. (Gez.) Schuster.
Von den verschiedenen sozialen Kongreffeu der Pfingst- woche ist der evangelisch-soziale Kongreß in Braunschweig am ruhigsten und unter geringerer Beteiligung als sonst tierlaufen. Das Hauptergebnis des Kongresses der christlichen Gewerkschaften war das Festhalten an dem, allerdings als sehr fern anerkannten „Endziel" der neutralen Gewerkschaften. Die Mehrheit, die dafür eintrat und die Festlegung der gesonderten Organisation der christlichen Gewerkschaften „für alle Zukunft" ablehnte, war weit größer, als es nach dem AbstimmungSverhältniS scheint. Die Mehrheit vertrat that- sächlich fast 100 000, die Minderheit dagegen nur 7700 Gewerkschaftsmitglieder. Am erregtesten ging es, wie zu erwarten war, auf dem Kongreß der evangelischen Arbeitervereine zu Speyer zu. Hier kam es zu einer vollkommenen Spaltung zwischen der sog. Bochumer, der Sozialdemokratie feindlichen Richtung auf der einen und der unter nationalsozialer Führung der Verbrüderung mit den Sozialdemokraten zustrebenden Richtung auf der anderen Seite, lieber den Hergang ist folgendes zu berichten: Es wurde über die Stellung der evangelischen Arbeitervereine zu den Gewerkschaften verhandelt. Der Hauptreferert wandte sich vor allem gegen eine Anlehnung an sozialdemokratische Gewerkschaften. Wer von den Mitgliedern sich noch einer weiteren Organisation anschließen wolle, möge dies thnn, doch müsse dabei zur Bedingung gemacht werden, daß eine Organisation gewählt werde, deren Grundsätze mit den Prinzipien der königstreuen evangelischen Arbeitervereine harmonieren. In diesem Sinne war auch die von dem Redner vorgeschlagene Resolution gehalten. — Einen entgegengesetzten Standpunkt vertrat der Korreferent Vereinssekretär Franz Behrens-Berlin. Er erachtete den Anschluß an gewerkschaftliche Organisationen für unbedingt notwendig und empfahl folgende Resolution: „1. Die Delegierten-Versammlung erkennt die Notwendigkeit der beruflichen Organisation der Arbeiter an. 2. Es ist nicht die Aufgabe evangelischer Arbeitervereine, berufliche Organisationen (Gewerkschaften) ins Leben zu rufen oder gar den gewerkschaftlichen Kampf selbst zu führen. 3. Jedes Mitglied kann irgend einer Berufs-Organisation unter Ausschluß statutarisch konfessioneller oder parteipolitischer Gewerkschaften, nach eigener Wahl beitreten. 4. Den Mit gliedern evangelischer Arbeitervereine wird dringend empfohlen, sich zu organisieren und in ihren Gewerkschaften auf eine volle konfessionelle und parteipolitische Neutralität hinzuwirken. 5. Der Eintritt von Mitgliedern evangelischer Arbeitervereine in bestimmte Gewerkschaften ist in den einzelnen Orten möglichst bald und durch gemeinsamen Beschluß der Berufsgenosien des betreffenden Vereins herbeizuführen." — Die zweite Resolution wurde mit einigen Aenderungen angenommen. Nebenher ging noch ein anderer, denselben Gegensätzen entspringender Streitfall. Bei den Ausschußwahlen erlitt der nationalliberale Abg. Franken-Bochum eine Niederlage. Darauf trat der Gesamtausschuß zusammen, um ihn zum Ehrenmitglied zu wählen. Abg. Franken erklärte jedoch, von dieser Ehre keinen Gebrauch machen zu wollen. Nach den Beratungen über die Gewerkschaftsfrage, die mit der Nieder- läge der Bochumer Richtung, geendet hatten, sollte auf Be schluß des Gesamtausschusses eine geheime Sitzung stattfinden, in welcher der „Einbruch" des Pfarrers Naumann in das Ruhrrevier besprochen werden sollte Die Vertreter der Bochumer Richtung bestanden aber auf öffentliche Sitzung. Pfarrer Lic. Weber bestand im Interesse des Zusammen- haltens des Verbandes auf Ausschluß der Oeffentlichkeit. Darauf verließen die Vertreter der Bochumer Richtung demonstrativ den Saal, womit der Bruch eingetreten ist. Der Gesamtausschuß der evangelischen Arbeitervereine verliert mit dem „Ruck nach links", den er in Speyer im Sinne Naumanns vollzogen hat, etwa 30 000 und behält 40 000 Mitglieder.
Kolonialpost.
, ^"bäucht im Bezirk Atakpame in Togo. In Den Landjchaften um die Station Atakpame der deutschen Kolonie Logo ist die Rindviehzucht von sehr erheblicher Bedeutung, ^.as dort vorkonnnende Rindvieh ist eine lleme, aber tadellos gebaute Rasse. Wie alles bei den .legern planlos betrieben wird, so wird auch die Viehzucht natürlich ohne ieden Plan bei freier Zucht betrieben Ge- rnolken werden dre Kühe nie oder nur in sehr vereinzelten Fällen, kurz nach dem Kalben. Die Euter sind daher aar nicht ausgebildet und der Milchertrag gleich Null Als Arbeitsvieh finden die Rinder bisher noch keine Verwendung, sondern nur als Schlachtvieh. Ter Wert eines aus gelvachsenen Rindes ist etwa 25 Mark. Ein Export nach der vieharmen Küste beginnt bereits sich anzubahnen. Ter Hebung der Viehzucht sollte ganz besondere Aufmerksam feit geschenkt werden. Tn'rch richtige Zuchtwahl und Kreuz
ung mit einer besseren Rasse ließe sich das eingeborene Rind zu einer widerstandsfähigen, kräftigen Rasse gestalten, die gute Zuchttiere abgiebt und zugleich milchergiebig und fleischig ist. Um diesem Ziele näher zu kommen, müßten einige Zuchttiere zur Kreuzung importiert und einige Teckstattonen gegründet werden.
Ter Sachsenwald bei Dar-es-Sataam. In der Nähe von Tar-es-Salaanr wird in einem Waldterrain, das den Narnen „Sachsenwald" erhalten hat, der Versuch gemacht, ob es möglich ist, einen gelichteten und sich selbst überlassen gewesenen Steppenwald durch vollständiges Fernhalten von Menschen und Weidetiieh zu verjüngen und zu ergänzen. Die durchhauenen, teilweise stark lückigen Bestände, welche einen Flächenraum von etwa 1200 Hektar einnehmen, schließen sich scheinbar wieder, da die kleinen Lücken durch eine wüchsige Naturverjüngung gedeckt sind. Die großen kahlen Flächen, bei denen wegen ihrer Ausdehnung eine Naturbesämung ausgeschlossen ist, sind jetzt teilweise mit einheimischen wertvollen Holzarten, sowie mit Albizzia Lebbeck kultiviert, und zwar sind erstere durch Saat, die im Sachsenwalde gewonnen ist, eingebracht, letztere als anderthalbjährige, etwa 7 Meter hohe Pflanze, die dem Versuchsgarten zu ^ar-es-Salaam entnommen sind, gepflanzt worden. Tie Sarnen sind meist gut aufgegangen, die Pflänzlinge der Akazien scheinen auf. dem trockenen Sandboden gleichfalls fvrtzukommen. Die Kulturversuche sind während der Regenzeit ausgeführt, sollen später fortgesetzt werden, und es wird mit geringen Mitteln möglich sein, einen geschlossenen Bestand zu erzielen. Als Forstschutzpersonal ist ein Inder und ein Eingeborener an gestellt, die sich auch bei der Ausführung der Kulturen bewährt haben.
Kus Stadt und Land.
Gießen, 3. Juui 1901.
•• Zum Gyuäkologeu Kongretz. Bon sehr geschätzter Seite wird uns geschrieben: In der am Freitag dem 31. Mai, nachmittags 4 Uhr, abgehaltenen Schlußsitzung des 9. Kongreffes der deutschen Gesellschaft für Gynäkologie beauftragte die Versammlung durch laute Akklamation den Vorsitzenden, Geh. Rat Prof. Dr. Löhlein, den städtischen Verwaltungsbehörden nochmals den Dank der Kougreß-Teilnehmer für die gastliche Aufnahme in Gießen und besonders für das wohlgelungene, von der Stadt veranstaltete Abendfest im Philo- sophenwalde auszusprechen. Alle versicherten, daß sie die angenehmsten Erinnerungen an die wohlvorbereiteten und wohlgelungeneu, wenn auch etwas sehr heißen Sitzuvgstage in Gießen mitnähmen.
** Das hessische Ministerium des Zauern hat neue Bestimmungen über die Stellung unter Polizeiaufsicht herausgegeben. Diese Maßregel soll fortan nur dann statt- finden, wenn begründete Besorgnis besteht, daß der Verurteilte die wiedererlangte Freiheit in gemeingefährlicher Weise mißbrauchen werde. Weiter hat das Ministerium verfügt, daß, so lange ein Verurteilter einer geordneten Fürsorge untersteht, alle Schritte, die geeignet sind, ihm eine geordnete Thätigkeit zu erschweren, wie z. B. Erkundigung nach ihm durch Polizeibeamte, vermieden werden sollen.
Bad Nauheim, 2. Juni. Unterhaltungen. Früh konzert der Kurkapelle täglich von 7—8 Uhr am Kurbrunnen. Dienstag, 4. Juni, nachmittags von 4—6V2 und abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kapelle des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 aus Gießen. Eintritt wie Sonntag. Bei gutem Wetter spielt dir Kurkapelle nachmittags von 4—6 Uhr am Teichhause. Eintritt frei. Abends von 8—10 im Saale Tanz. Mitt- woch, 5. Juni, nachmittags von 4—6’/a und abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Die schöne Cleo". Schwank in 3 Aufzügen von Sylvane und Artus. Donnerstag, 6. Juni, nachmittags von 4—6i/a und abends von 8—10 Uhr auf der Terraffe Konzert der Kurkapelle, Abends SinfonieKon- zert. Freitag, 7. Juni, nachmittags von 4—6i/2 und abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: „Robert und Bertram" oder „Die lustigen Vagabunden". Posse mit Gesang und Tanz in 4 Abteilungen von G. Räder. Samstag, 8. Juni, nachmittags von 4—6^ und abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale: Humoristischer Dialektabend des Herzog!. Meiningenschen Hofschauspielers Maximilian Bcck aus Coburg.
Friedberg, 2. Juni. Die Inbetriebnahme der Neben bahn Friedberg—Friedrichsdorf—Bad - Homburg findet voraussichtlich am 1. Juli statt. Von hier aus gehen nenn Züge ab, und zwar 4,10, 5,45, 7,30, 9,25, 1,10, 4,20, 6,39, 8,20 (nur an und vor Sonn- und Feiertagen), 10,07 Uhr, während die Abfahrzeiten von Bad Homburg hierher auf 4,25, 6,31, 8,11, 11,40, 2,43, 5,27, 6,25 (nur Samstags und vor Feiertagen), 7,36, 9,13 und 11,02 Uhr vorläufig festgesetzt find. An der Strecke liegen außer den genannten Endstationen die Orte Ober-Roßbach v. d. H., Rodheim v. d. H., Holzhausen v. d. H., Friedrichsdorf i. T. und Seulberg. Wiederum kommen durch die Nebenbahn zwei fahrende Landposten in Wegfall, nämlich Friedberg— Ober-RoSbach und Nieder-Wöllstadt—Holzhausen. Postkutsche und Schwager werden bald der Vergangenheit angehören.
Darmstadt, 2. Juni. Der Großherzog empfing am 2. Juni u. a. den Oberstleutnant Herrlein vom Stabe des Infanterie Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Heff.) Nr. 116, den Major v. Schlemmer, Bataillons Kom mavdeur von demselben - Regiment, den Regierungsrat Boeckmann von Gießen, den Gewerbe-Inspektor Engeln von Worms, den Oberlehrer und Rektor Dr. Krausmüller von Homberg a. d. O.
Wiesbaden, 2. Juni. König Christian von Dänemark traf mit seinem Bruder, dem Prinzen Johann von Schleswig-Holstein, gestern nachmittag zum Kurgebrauche hier ein. Freitag abend war der König in Frankfurt eingetroffen, wo er im Laufe des gestrigen Vormittags bei der Land- gräfin von Hessen das Frühstück einnahm.
Der Prozeß wegen der Ermordung des Rittmeisters v. Urosigk.
IV.
Gumbinnen, 1. Juni.
Aus dem gestrigeu Verhandlungstag ist noch folgendes nachzutragen: Verteidiger Rechtsanwalt Horn: Die Frage der Vereidigung des Zeugen Skopek ist von der größten Wichtigkeit. Mit seiner Aussage steht und fällt die Anklage. Skopek war selbst^verdächtigt. Der Verdacht ist jedenfalls nicht abweisbar, daß er über Nacht seine Wahrnehmungen über die zwei Unteroffiziere erfunden hat, um den Schuld- verdacht von sich abzuwälzen. Nunmehr hält er sich für verpflichtet, bei seiner Aussage zu bleiben. Es wäre möglich, daß Skopek beim Ab feuern des Schusses hinzugekommen ist und die Thäter gesehen hat. Daher spricht er von zwei Personen, spricht von steifen Mützen, weil er selbst, wenn nicht zwei Leute an der Reitbahnthür gestanden hätten und diese nicht Unteroffiziere gewesen wären, hätte unter Anklage gestellt werden können. Beruht die Wahrnehmung Skopeks nicht auf Wahrheit, so fällt die ganze Anklage in sich zusammen. Ich "bitte daher nochmals, dem Zeugen Skopek ernstliche Vorhaltungen zur Aussage der Wahrheit machen zu wollen. Staatsanw. Lüdicke beantragt Vereidigung des Zeugen. Tieser habe stets einen glaubhaften Einoruck gemacht und sei in seinen Angaben immer fest geblieben. Wenn er falsche Angaben hätte machen wollen, hätte er sich! besser ausreden können. Das Gericht zieht sich zu längerer Beratung zurück. — Oberkriegsrat Schulz stellt dann an Skopek folgende Frage: Haben Sie, bevor die Schwadron auf der Reitbahn der Leöche um halb neun Uhr abends gegenübergestellt wurde, gewußt, daß der Rittmeister erschossen worden war? Skopek: Nein, erst als angetreten wurde. Präs.: Wußten Sie, daß der Schuß von der Banden- thür an der Reitbahn gekommen war? Zeuge: Nein. Präs.: Wurde es nicht gesagt? Zeuge: Nein, mir nicht. Präs.: Ihnen nicht, aber im allgemeinen. Verteidiger R.-A. Burchardt weist darauf hin, daß nach der Beweisaufnahme, als die Schwadron auf der Reitbahn antrat, jeder wissen mußte, woher der Schuß gekommen war, und bittet, die Vereidigung des Skopek auszusetzen und jeden noch zur Vernehmung gelangenden Zeugen zu fragen, ob er gewußt habe, woher der Schuß gefallen war. Präs.: Das Gericht hat beschlossen, von der Vereidigung des Skopek vorläufig abzusehen. (Zu Skopek gewendet): Das Gericht wird Ihnen Gelegenheit geben, sich die Sache ordentlich und in Ruhe zu überlegen. Bedenken Sie, lvelche ausschlaggebende Bedeutung Ihre Aussage hat. Ueberlegen Sie sich, ob sie wahr ist, ob Sie sich die Wahrnehmungen nur ein- reden, oder ob Sie sie erfunden l-aben, um sich selbst reinzuwaschen. Wenn Sie geirrt haben, brauchen Sie nicht gleich! zu befürchten, daß Sie in Anklagezustand versetzt werden.
Staatsanivalt Lüdicke beantragt, jeden Mann antreten zu lassen, und zu fragen, ob er gewußt habe, daß der Schuß von der Thür her gefallen sei. Tas Gericht beschließt, den Beschluß hierüber noch auszusetzen.
Zeuge Polizeikotnmissar Marbeck hatte die erste Ermittelung anzustellen. In der Stadt glaubt man, daß es sich um einen Racheakt eines Unteroffiziers gehandelt habe. Anhaltepunkte, daß auch Zivilpersonen am Morde beteiligt seien, haben sich nicht gefunden. Nach der Flucht Martens fand eine Haussuchung bei der Braut oes Martens statt. Es wurde aber nichts gefunden.
Es wurde nunmehr die Flucht Martens zur Sprack)e gebracht. Fräulein Pomm: Auf dem Gutshof meines Bruders klopfte es nachts und es erschien Marten, und wir sagten, daß wir ihn für unschuldig halten, aber er würde verurteilt werden. Er bat um Essen und Zivilkleider. Ich sagte ihm, er möge über die Grenze nach, Rußland gehen. Mein Bruder mackste ihm Vorstellungen, worauf er wegging. Am nächsten Tage kam er jedoch zurück und sagte, er habe beschlossen, sich wieder zu stellen. Gutsbesitzer Pomm bestätigt die Aussage seiner Schwester. Marten sagte, er sei wegen schlechter Behandlung aus dem Arresthause geflüchtet. Er habe ihm die Bitte um Ausnahme abgeschlagen. Als Marten am nächsten Abend wiederkam, habe er gleich erklärt, er werde sich stellen. Feldwebel Tollkiehn schildert die Flucht des Marten am 12. März und bestreitet, beu Marten schlecht behandelt zu tyaben. Im Arrest habe sich Marten schlecht geführt, er sei ihm unheimlich vorgekommen. — Die weitere Beweisaufnahme ergiebt, daß Marten bis Degesen, eine Meile von der russischen Grenze, gekommen ist, dann kehrte er um.
Zum Schluß folgt noch eine geheime Sitzung. Es wird die Kaserne in Augenschein genommen.
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Oberleutnant v. Hoffmann bekundet, daß das Verhältnis Hickels zu seinem Rittmeister in letzter Zeit kein gutes gewesen sei. Rittmeister v. Krosigk kam zuletzt sehr häufig auf die Reitbahn und ließ dann Hickel selbst reiten. Bei dieser Gelegenheit tadelte er wiederholt das Reiten Hickels. Der Rittmeister fuhr den Angeklagten mehrfach heftig an, ich glaube dreimal, und sagte dabei zu ihm: „£>err Unteroffizier, wenn Sie nicht thun, was ich Ihnen sage, so lasse ich Sie einsperren!" Das war ein oder zwei Wochen vor der Mordthat. Einmal nannte der Rittmeister den Hickel auch einen nichtswürdigen Patron. Verteidiger R.-A. Horn: „Ich habe noch eine Frage a n den Zeugen zu fteHen, muß dazu aber den Ausschluß der Oeffentlichkeit beantragen." — Tie geheime Sitzung zog sich über eine Stunde hin. Es wurden u. a. vernommen Oberleutnant v. Röper, Sergeant Bouillon, Unteroffizier Melzer und andere Unteroffiziere. Auch der Wachtmeister Marten, der Vater des Angeklagten, wurde hereingerufen, nachdem er sich heute bereit erklärt hatte, Zeugnis abzulegen. Gegen 11 Uhr wird die Oeffentlichkeit wieder hergestellt.
Sergeant Fehler sagt aus, Skopek sei kein schleckster Mensch, und der Rittmeister v. Krosigk habe ihn gut leiden mögen. Er sei zwar nicht gerade sonderlich geweckt, aber auch gerade keine Schlafmütze. Verteidiger Rechtsanwalt Horn: „Hickel behauptet, er sei ein guter Reiter gewesen. Von drei Pferden, die er zugeritten, sei eins Chargenpferd geworden; das andere habe Frau v. Krosigk geritten. Wenn er in letzter Zeit im Reiten nacygelassen habe, so könne das nur daran liegen, daß er an Krampfadern leide. Weiß Zeuge hierüber etwas?" Sergeant Fehler: „Früher lobte der Rittmeister den Hickel. Letzthin hatte er ihn aber häufig getadelt. Hickel hat sich dem Rittmeister gegenüber auch mit seinen Krampfadern entschuldigt." Präs.: „Waren Sie der Krampfadern halber in ärztlicher Behandlung?" Hickel: „Jawohl." Oberkriegsrat Schulz teil hierauf mit: „Soeben ist eine Eilpostkarte aus Berlin beim
Tomnig fragen nach der Reitb Thürloch Hindu! Loden mit entbl Lichtschein, da . nachdem ich- in schnell in den C aufhielten und Men" Gendar war ich in de l)aben die zwei antwortete: Ick Mann standen, *"■ Ausmeir putzen aufgehc 1°n,t nichts geh lch zweiMc !ff slb waren. Lugen." ff Rede; L n- n könne sick Äefielt SM Er ff .der Lberle
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