Ausgabe 
4.1.1901 Zweites Blatt
 
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sammenfinden (in Schulen und Pensionären entsprechendes Verhalten tuberkulöser Lehrer, Fabriken, Wirtshäusern, Armenanstalten, Waisenhäusern). Vernachlässigung der Tuber« kulose durch einzelne gefährdet die Gesamtheit.

E. Ratschläge für erkrankte Personen.

Treten Erscheinungen auf, welche den Verdacht einer nicht bloß vorübergehenden Erkrankung der Atmungswege erwecken: wiederkehrender Husten (trocken oder mit Auswurf), wieder­kehrende Schmerzen im Halse, Brust oder Rücken, anhaltende Abgeschlagenheit oder Neigung zur Ermüdung ohne voran­gegangene Anstrengung, Appetitmangel und Abmagerung, wiederkehrendes Fieber, namentlich zur Abendzeit, mit Nacht­schweißen (selbst bei nur mäßiger Körperbedeckung), Blut­spuren im Auswurf oder gar ein Bluterguß aus dem Halse, so ist baldigst eine gründliche Untersuchung durch den Arzt (auch des Auswurfs auf Tuberkelbazillen) herbeizuführen. Wird der Verdacht nicht bestätigt, so find gleichwohl die unter D. ge­gebenen Ratschläge sorgfältig zn befolgen. Bestätigt sich der Verdacht, so sind in erster Reihe die vom Arzte gegebenen Verhaltungsmaßregeln zu beachten. Kein Mittel hilft, wenn nicht der Kranke durch sein allgemeines gesondheitsgemäßes Ver­halten und strenge Befolgung der gebotenen Vorsichtsmaßregeln das Beste selbst dazu beiträgt. Der Kranke vergegenwärtige sich die doppelte Pflicht, auf seine eigene Heilung Bedacht zu nehmen, um wieder ein nützliches, erwerbendes Glied der menschlichen Gesellschaft zu werden, aber auch durch Beachtung der Schutz- maßregeln seine Angehörigen, Hausgenossen und weitere Um­gebung vor Ansteckung zu bewahren. Beginnende Tuberkulose ist oft heilbar, vorgeschrittene selten; der Erfolg hängt zu­meist vom rechtzeitigen Einschreiten ab.

Besondere Aufmerksamkeit ist dem Auswurf zuzuwendeu; er ist weder auf den Boden zu schleudern, noch zu ver­schlucken, vielmehr in ein besonderes, dazu bestimmtes Gefäß, welches regelmäßig zu desinfizieren ist, zu entleeren; am besten sind Spuckfläschchen (etwa nach der Art der Dett- weiler'schen), welche der Kranke mit sich führt. Mußte der Auswurf "ausnahmsweise ins Taschentuch entleert werden, so ist dieses vor dem Trockenwerden auszukochen.

Auch durch Küssen kann die Krankheit übertragen werden. Einer offenbar schwindsüchtigen Person ist die Eheschließung dringend zuwiderraten; sie warte bis zur Heilung! Tuberku­löse Frauen sollten nicht stillen oder Kinder warten!

Bei Fieber und Neigung zu Blutungen ist Ruhe und Schonung unbedingt geboten; ausgiebiger Genuß ruhiger, von der Sonne durchwärmter, nebel-, staub- und rauchfreier Luft tbut gute Dienste, am besten mit Lagerung auf Ruhebetten im Freien, an geschütztem Platze und mit genügender Bedeckung des Unterkörpers.

Am sichersten wird die Heilung in einer, der Wieder­herstellung von Lungenkranken besonders gewidmeten, von einem sachkundigen Arzte geleiteten Heilstätte (Lungenheilstätte) erreicht. Bei nicht zu kurzem Aufenthalt (nicht unter 3 Monaten) er­langt der folgsame und aufmerksame Kranke oft nicht nur seine Gesundheit wieder, sondern eignet sich auch die zur Vermeidung von Rückfällen erforderlichen Lebensregeln an.

Bekanntmachung.

Nach § 114 des Jnvalidenversicherungsgesetzes, § 82 des Unfallgesetzes für Forst- und Landwirtschaft und § 76 des Gewerbe-UnfallverficherungSgesetzeS ist die Berufung gegen Bescheide der Jnvalidenversicherungsanstalt, der Berufsge­nossenschaften und der Ausführungsbehörden bei der Ver­meidung des Ausschluffes innerhalb eines Monats nach der Zustellung des Bescheides bei dem Schiedsgericht zu er heben, in dessen Bezirk der Betrieb, in dem sich der Unfall ereignet hat, liegt bezw. der Ansprecher von Invaliden- oder Altersrente wohnt oder beschäftigt ist. Die Frist gilt auch dann als gewahrt, wenn innerhalb derselben die Berufung bei einer anderen inländischen Behörde oder einem Genossenschaftsorgane eingegangen ist. Diese haben die Berufungsschrift unverzüglich an daS zuständige Schieds gericht abzugeben. Ich ersuche darnach alle Behörden und Organe der Berufsgenossenschaften, etwa eingehende Be rusungsschriften ohne Verzug unter Beischluß des Brief­umschlags derselben und Angabe des EingangStages an mich weiterzugeben, sofern die Zuständigkeit des unterzeich­neten Schiedsgerichts begründet ist.

Gießen, den 2. Januar 1901.

Der Vorsitzende deS Schiedsgerichts für Ar^zterversicherung in der Provinz Oberheffen.

Boeckmann.

Die Debatte iu der hessischen Kammer über die Ablehnung des Krügerschen Besuches in Berlin hat bekanntlich mehrere veranlaßt, dem Vorgehen von Köhler und Genossen begeisterte Anerkennung zu widmen. An der Spitze standen dieHamb. Nachr.", und dieLeipz. Reuest. Nachr." führten in einem langen Artikel aus, in dieser Weise treibe man Politik im Sinne Bismarcks, und solle so fortfahren; die Einzelstaaten solltendie Kom­petenzen aufnehmen, die der R e i ch s t a g achtlos beiseite warf".

Inzwischen haben aber dieHamb. Nachr." eine plötzliche Frontveränderung gemacht und erklären, nach der Reichsverfassung besitze weder der Bundesrat, noch sein Ausschuß in Sachen der auswärtigen Politik ein direktes Mitwirkungsrecht. Bezeichnend ist aber, daß selbst dieser völlige Gesinnungswandel eine scharfe Spitze gegen die Reichspolitik kehrt, denn zum Schlüsse wird gesagt:

Im übrigen fällt bei Erörterung gerade dieses Themas doch auf, daß der Reichsverfassung eine Eigentümlichkeit anhastet, die sich wohl aus den Persönlichkeiten desjenigen Kaisers und desjenigen Kanzlers erklärt, die bei ihrer Emanation an der Spitze des Deutschen Reiches standen. Während die Verfassung nämlich sonst die Zustimmung des Bundesrates uno des Reichstages zu allen möglichen Negierungshandlungen erfordert, gewährt sie dem Kaiser die Möglichkeit, durch vollkommen selbständige Führung der auswärtigen Politik das Reich in verhängnisvolle Kriege zu stürzen, durch Abschlüffe von Bündnissen und der­gleichen Gut und Blut der Deutschen für Interessen dritter

Staaten mit aufs Spiel zu setzen usw. Das ist zweifellos eine Anomalie, die seinerzeit nur deshalb nicht als solche empfunden wurde, weil vielerprobte welthistorische Persönlichkeiten die Geschicke Deutschlands lenkten. Jetzt aber hat sich die Sachlage geändert, und das verführt leicht zu Forderungen (wie sie nämlich dieHamb. Nachr." erhoben hatten und jetzt fallen lassen), die de lege ferenda berechtigt sein würden) der lex lata der einmal bestehen­den Verfassung gegenüber aber natürlich abzuweisen sind. Indes sollen die Vertreter dieser lex lata doch nicht so verfahren, daß bei den Bundesstaaten der Eindruck entstehen könnte, es sei besser gewesen, wenn man sich seinerzeit des Rechtes auf Mitwirkung bei den Entscheidungen über die eigene Zukunft, wie sie in der Bestimmung über Krieg und Frieden doch implicite ent­halten ist, nicht so vollkommen, wie geschehen, begeben hätte. Fürst Bismarck hat oft gemahnt, im Interesse der Erhaltung des guten Einvernehmens unter den Bundesstaaten und der deutschen Einheit niemals zu vergessen, daß der Kaisertitel keine suzeränen Rechte über die Bundesfürsten verleiht, sondern daß die Reichs- Verfassung demKönige" von Preußen nur das Präsidium im deutschen Bundesstaate zuweist, und daß mithin der König von Preußen, der in Ausübung dieses Vorsitzes den kaiserlichen Titel'führt, stets darauf bedacht sein muß, die Rechte und Empfindungen der übrigen Bundesfürsten um so sorgfältiger zu schonen.

DieNational-Ztg." glaubt, diesen Rückzug auf eine Mahnung von anderer Seite wie angedeutet wird, den Fürsten Herbert Bismarck zurückführen zu sollen, fährt dann aber fort:

Hier wird versucht, durch perfide Insinuati­onen die Hetzerei fortzusetzen, die man zuerst durch die nun ausgegebene Auslegung der Verfassung unter­nommen hatte. Die einheitliche Leitung der auswärtigen Politik durch das Reichsöberhaupt ist keineEigentüm­lichkeit" und keineAnomalie"; sie entspricht dem in allen Staaten der Welt bestehenden, weil durch das Wesen aller auswärtigen Politik bedingten Zustande. So lange es in Deutschland ein Streben nach nationaler Einigung gab, hat man an erster Stelle eine einheitliche Leitung der deutschen auswärtigen Politik verlangt. Die Möglichkeit, das Reich in verhängnisvolle Kriege zu stürzen" oderGut und Blut für Interessen dritter Staaten'mit aufs Spiel zu setzen", hat, wie der deutsche Kaiser, so jeder europäische Monarch und ebenso der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Diese Gefahr zu verhüten, ist, so weit dies nicht schon von jedem deutschen Kaiser und jedem Reichskanzler erwartet werden kann, die Aufgabe der öffentlichen Meinung, der Presse, vor allem des Reichstags in welchem wir namentlich auch darum andere Zustände wünschen, als die jetzigen. Aber eine Leitung der auswärtigen Po­litik nach Bundesratsabstimmungen zu empfehlen, die von kleinstaatlichen Kammerbeschlüssen abhängig wären, das ist der blutigste Hohn auf Bismarcks Lebenswerk.

Dazu meint die klerikaleKöln. Volksztg.":

Hier müssen wir nun wieder derNational-Ztg." entgegentreten. Sie wünschtandere Zustände im Reichs­tage", um dieGefahr zu verhüten", daß das Reich in verhängnisvolle Kriege gestürzt wird. Dann mache sie doch zunächst ihre nationalliberalen Myrmidonen mobil, die in den letzten Sitzungen des Reichstages kein Wort über die angebliche Gefahr verloren haben, ferner aber lege sie uns klipp und klar dar, was dann der Reichs­tag thun soll. DenHamb. Nachr." kann man mit Recht vorwerfen, daß sie mit dem Feuer spielen, aber die National-Ztg." thut dasselbe. Der Unterschied ist nur, daß dieHamb. Nachr." Mißtrauen gegen den Kaiser zu wecken beabsichtigen, dieNational-Ztg." aber Mißtrauen gegen den Reichstag. Es scheint, als ob beide Blätter die internationale Lage für sehr bedrohlich halten, auf alle Fälle ist es aber ein ver­werfliches Unterfangen, deshalb zu solchen Denunzia­tionen zu schreiten.

Politische Tagesschau.

Aussehen erregt in England die Nachricht, daß General Colvile, der in Gibraltar bisher eine Jnfanteriebrigade kommandierte, durch den Generaladjutanten und stellvertretenden Oberbefehlshaber, Sir Evelyn Wood, aufgefordert worden ist, sein Kommando niederzulegen, daß er dieser Aufforderung eine entschiedene Weigerung entgegengesetzt hat und demnächst nach England kommen wird, um, wie es heißt, sich den vor­gesetzten Militärbehörden zu stellen. Der ganze auffällige Vorgang bildet ein Nachspiel von Ereignissen, die sich im Laufe des südafrikanischen Krieges zugetragen haben. General Colvile war ursprünglich als Kommandeur der Gardebrigade auf dem Kriegsschauplatz erschienen, hatte sich unter Lord Methuen bei Belmont, Enslin, Modder River und Magers- fontein nach allgemeinen Berichten gut geschlagen und nach Methuens Verwundung als rangältester Brigadekommandeur zeitweilig das Kommando über dessen HeereSabteilung geführt. Klagen waren indessen schon nach dem ersten Treffen am Modder River darüber laut geworden, daß Sir Henry Colvile bei Überschreitung des Flusses den linken Flügel unter General Pole Carew und Oberst Barton nicht genügend unterstützt habe. Doch das waren keine dienstlichen Beschwerden und General Colvile rückte, als Roberts später die Kommando­verhältnisse ncuordnete, zum Befehlshaber der neuen neunten Division auf und fand in dieser Stellung bei Paardeberg Verwendung, wo seine beide Brigaden scharf ins Feuer kamen. Nach dem Treffen nahm er dann an dem Vormarsch nach Bloemfontein teil, und als Broadwood, Ende März, von De Wet bedrängt, auf dem Rückzug von Thabanchu war, erhielt Colvile Befehl, ihm zu Hilfe zu eilen. Er rückte früh morgens am 31. März von Bloemfontein ab, erreichte aber Koornspruit und Broadwood erst, als letzterer mit seinen beiden reitenden Batterien bereits in den nicht weit von den Wasserwerken von Bloemfontein ihm gelegten Hinterhalt ge fallen war, aus dem nur zwei Geschütze gerettet wurden Neber diesen Unglücksfall liegt auch heute noch ein Schleier gebreitet, angeblich weil einer von den Prinzen Teck die Be deckung der Artillerie kommandiert hat und man den Bruder der Herzogin von York nicht blosstellen wollte. Colvile hatte an dem Tage eine Strecke von 30 Klm. auf schlechtem Boden zurückzulegeu. Wie es hieß, halten mehrere Offiziere von Colviles

Division den Kanonendonner von Koornspruit gehört und angeb» lich auf Beschleunigung des Marsches gedrungen. Es ist in* öeffen schwer, aus dem Hörensagen den wirklichen Sachver­halt klar he, vorzuschälen. Jedenfalls kam die Hilfe zu spät, und General Colvile machte auch keine ernste Anstrengung, dem Feinde seine eroberten Geschütze und Gefangenen ab­zujagen, was ihm an Ort und Stelle wie hier in der mili­tärischen Erörterung sehr Übel vermerkt wurde. Im weiteren Vormärsche von Bloemfontein nach Pretoria wurde eine von Colviles Brigaden (Smith Dorien) zu der Kolonne unter Jan Hamilton geschlagen und der Divisionskommandeur mar­schierte nunmehr als fünftes Rad am Wagen mit der Hoch­länder-Brigade (Macdonald) hinter Jan Hamilton her durch Winburg, Ventersburg und Lindley auf Heilbronn zu. Unter­wegs, am 27. oder 28. Mai, ging ihm die Nachricht zu, Oberst Spragge mit dem 13. Bataillon Yeomanry und einer großen Transportkolonne sei in Lindley umringt und in arger Klemme. Eine dritte Nachricht des gleichen Inhalts erreichte ihn am 30. Auf den ersten dieser Hilferufe soll er einfach verweigert haben, umzukehren, weil er Befehl von Lord Roberts habe, am 29. in Heilbronn einzutreffen. Es wird über diesen Vorfall in ganz widersprechender Weise alles mögliche be­hauptet und bestritten. Sicher ist und bleibt indessen, daß die Yeomanry mit ihrem Transport im Stich gelassen wurde und nach nicht sehr geschickter Gegenwehr in Gefangenschaft geriet. Es erfolgte hier wie im Heere ein allgemeiner Aus­bruch des Unwillens. Eine Untersuchung erfolgte, und Sir Colvile wurde nach Hause beordert und erhielt wieder seine frühere Brigade in Gibraltar. Colviles Beseitigung ist auch deshalb auffallend, weil sie nur ein Paar Tage vor der An­kunft des neuen Oberbefehlshabers, Lord Roberts, in Gibraltar und London erfolgt.

Aus Stadt und Sand.

(Zuschriften über lokale Vorgänge find uns Jets sehr erwünscht und werden aus Wunsch gut honoriert.)

Gießen, 3. Januar 1901.

* Auszeichnungen. Der Großherzog hat den Mitgliedern der Schutzmannschaft in Darmstadt: dem Polizei-Revier- Kommissär Bach ert die Krone zum Silbernen Kreuz dcS Verdienst Ordens Philipps des Großmütigen, den Polizei- Revier-Kommiffären Listmann, Bergmann und Dietz, ferner den Poffzeiwachtmeistern Köhler, Weitzel, Knörzer, Frommann und Appel das Silberne Kreuz dieses Ordens und den Schutzmännern Scharmann, Schönwolf, Bernhard und Stein das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für langjährige treue Dienste" zum 1. Januar 1901 verliehen.

** Die höheren Lehranstalten im Staatsbudget 1901/1902. Die Einnahmen Nellen sich auf .... 1089 107 Mk.

(39 792,70 Mk. weniger als bisher),

die Ausgaben auf....... 1889 472

(60 050,55 Mk. mehr als bisher), ________________

der Zuschuß bedarf sonach auf .... 800 365 Mk.

(99 843,25 Mk. mehr als bisher).

Nachstehend einige Zahlen über die Einnahmen und Bedürfnisse einzelner Anstalten Oberheffens:

Einnahme

an Schulgeld ii

rsgesamt

Ausgabe Mk.

Staatszuschuß Mk.

Mk.

Mk.

Gymnasium inGießen 27 400

28150

62 700

34 550

Realgymnasium ».Real­

schule in Gießen 46502,50

83 050

112 400

29 350

Gymnasium in Bü­

dingen 11500

16 800

49390

32590

Augusttnerschule (Gym­nasium u. Realschule)

in Friedberg 24050

34 040

85 270

51230

Gymnasium Fridericia­

num in Laubach 13000

27 980

48 800

20820

Realschule in Alsfeld 9 300

15 350

36 980

21 630

Realschule in Butzbach 9000

16 500

33 980

17 480

Für Vertretungskosten der Direktoren und Lehrer bet Krankheiten rc. find vorgesehen im ganzen Großherzogtum Hessen

14 000

14000

Desgl. für Reise - Stipendien an Lehrer insbesondere solche b'r neueren Sp achen

4 000

4000

** Stadt-Theater. Zum zweiten Male gelangte am Mittwoch vor schwach besetztem Hause Friedrichs» M u t t e r s e g e n" oder diePerle von Savoyen" zur Dar­stellung. Es wirkt gerade nicht ermutigend auf die Schau­spieler, die ersten Reihen des Sperrsitzes fast vollständig leer zu sehen, trotzdem ging im allgemeinen das Spiel flott von statten. Die Damen Schoelermann, Eichenwald, Kruse und Ernst und die Herren Liebscher, Ramseyer, Balthyni und Reinhard hatten die Hauptrollen inne. Be­sonders hervorzuheben sind die Damen Henny Schioelevmann als Marie, Marie Eichenwald als Chanchon und Frieda Kruse als Frau Margarethe. Gegen das Spiel des Herrn Liebscher ^als Kommandeur ist nichts besonders einzuwenden. Bei Herrn Ramseyer kann man sagen: Ende gut, alles! gut; im vierten Akte, in dem er als Bettler wider Wissen seine eigene Tochter besucht, hat sein Spiel gefallen. Ich glaube tragische Rollen, wie sie eben der vierte Akt mit sich brachte, gelingen ihm ganz gut, während er augen­scheinlich kleinere Rollen zu leicht nimmt, hierbei fehlt ihm das Natürliche, was er erst zu erlangen scheint, wenn er in Ekstase gerät, wie es ja der vorletzte Akt zeigte. Herr Balthyni als Pierrot war wohl bemüht, sein Bestes zu leisten. Die kleinen Rollen waren ziemlich undankbar und kamen wenig zu Geltung. Das ganze Stück wird sich über­haupt nie als Kassenmagnet bewiesen haben, noch in Zu­kunft sich als solches zeigen.

** Aus dem Thcaterbureau wird uns geschrieben: Felix P h i l i p p i s vorzügliches dreiaktiges SchauspielWohlthäter der Menschheit" kommt am Freitag den 4. d. Mts. zum ersten Male unter der Direktion Kruse und Helm hier zur Aufführung. Desselben Autors SchauspielDer Dornenweg- wurde vor vier Jahren hier mit größtem Erfolge bargt stellt. Es sei hiermit zur Kenntnis der Theaterabonnenten ge­bracht, daß die Gültigkeitsdauer der vom Billetblo'ck I noch übrig gebliebenen BilletS, soweit dieselben nicht für den ganzen Rest der Saffon gültig geschrieben sind, bis zum 15. Januar a. c. verlängert worden ist.

Neue Bahnen. Im Jahre 1900 hat sich der Ban neuer Eisenbahnen genau auf derselben Höhe gehalten, wie im vorhergehenden Jahre. Im Großherzogtum Hessen wurden

* Mannheim Eisenbahnunf^ Der nachmittags 3.1 zug 172, Münchk mittag bei der Ai Nr. 1 aus bisher r Reisende kamen mch erlitt leichte Berleßu herabstürzende Materialschaden P lmrgHermersheim i ständig gesperrt. D Umsteigen auf de Berlin-Basler Zuge, werben über leitet. DerWz j Saarbrücker Schnell; gefähr 300 Meter vc gleist. Die Wirkung der Tendemagen si einandergedrückt, der sonentvagen ist nick

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